Der Aufprall oder: Der Anfang vom Ende
Ich stehe auf der Straße nur noch wenige Meter vom St. Bart's entfernt und doch kann ich nichts tun. Wie gerne würde ich in das Gebäude und auf das Dach stürmen, um Sherlock am Springen zu hindern. Doch ich kann nicht. Ich bin erstarrt, wie in Trance, starre fassungslos zu der Gestalt auf dem Dach und höre durch mein Telefon, wie Sherlock versucht, mir einzureden, dass er ein Fake sei, dass Moriarty die Wahrheit gesagt und Sherlock gelogen hatte. Das kann nicht wahr sein!
Ich weiß, dass es nicht stimmt. Ich vertraue Sherlock und ich kann mich nicht so sehr in ihm getäuscht haben. Seine Stimme klingt brüchig, während er zu mir spricht, tränenerstickt. Er weint. Es tut so weh, seine Verzweiflung zu sehen und es zerreißt mich fast vor Sehnsucht danach, ihn schützend zu umarmen und ihm zu versichern, dass alles gut wird. Er darf nur nicht springen, darf einfach nicht, darf mich nicht alleine lassen. Ich kann doch nicht leben ohne ihn.
Ich achte kaum noch auf Sherlocks Worte, blicke ihn nur an. Entsetzt sehe ich, wie Sherlock eine Hand ausstreckt. Nach mir! Instinktiv tue ich es ihm gleich, versuche ihn zu berühren, ihn zu erreichen und weiß im gleichen Moment, dass es zu spät ist.
„Auf Wiedersehen, John."
Als Sherlock springt, habe ich das unbestimmte Gefühl, dass er es meinetwegen tut. Und plötzlich beginnt alles, sich wie in Zeitlupe abzuspielen. Voller Verzweiflung schreie ich seinen Namen und renne los, werde von einem Fahrrad angefahren und erreiche Sherlocks leblosen Körper, kurz nachdem er auf dem Gehsteig aufgeprallt ist. Und das ist das Ende meiner Welt, meines Glücks, mein Ende. Ohne Sherlock bin ich kaputt, kann vielleicht noch funktionieren, aber nicht mehr leben. Ohne Sherlock bin ich nichts.
