Es hat eine Zeit gebraucht aber hier ist endlich das siebte Kapitel, langsam geht das Vorgeplänkel zu ende =)
Alana
Ein Grinsen wanderte über Severus Gesicht. Desdemona stand noch immer mit verwundertem Gesicht vor ihm, immerhin hatte sie ihren Mund wieder geschlossen. "Haben sie mich noch nie in zivil gesehen?" fragte er spöttisch.
"Ei." flüsterte sie.
"Bitte wie?"
"Nein...habe ich nicht." murmelte sie und fasste sich wieder. "Aber es steht ihnen."
"Das Kompliment kann ich nur zurück geben. Sie sehen gut aus." sagte er.
Er musste nicht lügen, Desdemona sah fantastisch aus. Sie trug eine dunkelgrüne Jeans und ein schwarzes Oberteil, ein T-Shirt dessen rechter Arm etwas länger war als gewöhnlich, der linke allerdings endete in einer Stulpe die, gehalten durch zwei Schnallen, den linken Unterarm komplett bedeckte. In früheren Tagen hätte Severus wohl allein deshalb vermutet dass sie etwas im Schilde geführt hätte. Aber inzwischen vermutete er nichts weiter als einen modischen Witz dahinter.
Er bot Desdemona seinen Arm an. Sie zögerte einen Moment und ergriff ihn dann.
XxX
Ein wenig verwundert war Desdemona noch immer. Wahrscheinlich war ihr wirklich die Kinnlade heruntergefallen als sie ihn gesehen hatte. Ihr ehemaliger Professor hatte ihr gesagt sie solle sich Muggelkleidung anziehen, aber auf perfide Weise war ihren Gedanken entgangen das daher wohl auch in normaler Kleidung auftauchen würde.
"Wo haben sie ihren Zauberstab?", der Zaubertrankmeister zog die Augenbraue hoch als Desdemona ihm diese Frage stellte.
Er deutete auf eine seiner hinteren Hosentaschen.
Obwohl sie es sich eigentlich verkneifen wollte lachte die Slytherin auf.
"Was?" fragte der Ältere sie.
"Es ist nur...ich habe gerade diese Stimme sämtlicher Auroren im Kopf, weshalb man dort keinen Zauberstab tragen sollte.", gab Desdemona immernoch erheitert zurück.
"Auroren." grollte Snape "Wo tragen sie denn ihren Zaubestab wenn ich fragen darf?".
Aus einer Hosentasche die keinem aufgefallen wäre zog Desdemona ihren Zauberstab. "Netter Trick, eingewebt mit unsichtbarem Faden und dann ein unaufspürbarer Ausdehnungszauber nehme ich an?" analysierte er sofort.
"Außerdem ein Stoßabwehr und mehrere andere Schutzzauber. Ich hänge an dem Stab." meinte sie lächelnd.
"Verständlich. Ich würden meinen ebenfalls um keinen Preis der Welt entbehren wollen."
"Seit wann haben sie ihn?"
"Seit ich elf bin. Olivander brauchte dreißig Versuche bevor wir uns fanden. Aber seid diesem Tag steht er mir treu zur Seite, kein vorschnelles Urteil, nur Verständnis."
Desdemona wunderte sich nicht als der Meister der Zaubertränke so über seinen Stab sprach, dass ein Zauberstab mehr als Holz und ein magischer Kern war wusste sie, sie spürte es wenn ihr eigener in ihrer Hand lag wie ein Teil ihres Armes.
"Also haben sie entweder einen Drachenherzfaser- oder Phönixfederkern?" fragte sie nach.
"Drachenherzfaser. Und sie?"
"Phönixfeder, ich habe Olivanders halben Laden zerlegt als ich mich versuchte.", sie lachte. Und der dunkelhaarige Mann lachte mit ihr.
Inzwischen, fiel Desdemona auf hatten sie das Dorf verlassen.
"Also Master Snape, wohin entführen sich mich, ein Dinner mittem im Wald?"
Er räusperte sich "Ein wenig stilvoller wollte ich es dann doch angehen lassen.", er grinste kurz zu Desdemona "Ich hatte Lodon im Sinn, ein nettes kleines Lokal, besseres Essen als irgendwo anders auf dieser Welt. Außer vielleicht das in Hogwarts."
"Nun, dann tun sie sich keinen Zwang an."
"Erschreck-"
"Ich erschrecke mich nicht. Und wenn sie in einer Wolke rosa Glitzer apparieren würden."
Ein süffisantes Grinsen erschien auf dem Gesicht des Mannes und es zog sie in die Dunkelheit.
Als sie wieder festen Boden unter ihren Füßen fühlte fand Desdemona sich in einer kleinen Seitengasse, ähnlich der die sie einige Tage zuvor benutzt hatte um ungesehen nach Tered zu gelangen wieder.
Sie orientierte sich und sah zu dem Mann auf der angeblich ihr ehemaliger Professor sein sollte.
Wie er da im Rollkragenpullover und in schwarzen Jeans vor ihr stand mit einer zum "S" geformten Schlange als Gürtelschnalle erinnerte er sie eher...an einen normalen Mann. Sie schüttelte den Kopf. Kein Grund zu übertreiben, Desdemona.
XXX
Severus trat einen Schritt nach vorne, "Wollen wir?", fragte er.
Sie nickte ihm zu bevor sie ihm aus der Gasse folgte.
"Master Snape? Darf ich sie etwas fragen?" sie klang zörgelich.
"Da sie bereits damit begonnen haben, tun sie sich keinen Zwang an."
"Wurden sie schon einmal darauf angesprochen, ich meine ihre Apparation, weil sie vorher immer diese Warnung aussprechen als müsste ich mich zu Tode erschrecken." Gegen Ende ihres Satzes wurde Desdemona immer leiser.
"Angesprochen ist nett, ich wagte es einmal direkt in die Winkelgasse zu apparieren." Severus konnte sich ein ärgerliches Schnauben nicht verkneifen.
"Eine gestandene Hexe fiel in Ohnmacht und mehrere Passanten fühlten sich aufgerufen ihren Hass mir gegenüber kund zutun. Obwohl ich in Begleitung ihres Helden, Potter, dort auftauchte."
Als er sah das Desdemona ihm etwas erwiedern wollte hob er die Hand.
"Glauben sie mir, ihn hat es mehr gestört als mich."
Nun lachte Desdemona leise. "Das glaube ich gern. Aber eigentlich sollten ihnen die Leute doch zu Füßen liegen..."
"Außerhalb der Mauern von Hogwarts bin ich nicht einer der tragischen Helden, dieses Krieges Miss Takai. Hier bin ich nichts weiter als aktzeptiert und selbst das...liegt nur daran dass ich durch Potter entlastet wurde.
Im übrigen, wir sind da."
Sie standen vor einem kleinen Muggellokal. Über dem kleinen schiefen Vordach baumelte ein Schild mit der Aufschrift "The Mud".
"The Mud, wie ansprechend."
"Das Essen ist besser als es ihnen vielleicht in den Sinn kommen würde."
Sie betraten das Lokal. Severus sah sich um. Im hinteren Teil stand ein kleiner Tisch der Tür gegenüber.
Desdemona nickte in diese Richtung und Severus stimmte mit einem leisen "Ja." zu.
Aus diesem Winkel konnten sie beide die Tür im Auge behalten. Außerdem hatten sie aufgrund der Nische die in der Tisch eingerückt war beide die Wand im Rücken.
Mit seiner sich entwickelnden Paranoia war ihm das nur Recht.
Sie setzten sich und bestellten sich Getränke. Auch wenn Severus es ungerne zugab hatte er eine Schwäche für Cola entwickelt. Wann immer er eine legitime Möglichkeit fand trank er soviel davon wie er nur konnte.
"Also," Desdemona riss ihn aus seinen Cola-Gedanken indem sie ihn ansprach " was tun sie jetzt nach dem sie nicht mehr unterrichten?"
"Du."
"Bitte?" Desdemona sah ernsthaft verwirrt aus.
"Mein Name ist Severus. Ich glaube wir können uns dutzen, oder?"
Einen Moment schien sie noch verwirrt zu sein. Doch dann lächelte sie ihn an.
"Okay, gerne."
"Du fragtest was ich also in der nächsten Zeit vorhätte. Nun ich werde wohl versuchen nicht vor Langeweile wahnsinnig zu werden. Arbeit zu finden wird wohl schwieriger als es mir lieb wäre."
Desdemona nickte und nippte an dem Ginger Ale den sie gerade bekommen hatte.
"Und was hast du so vor, mit deinen Noten steht dir die Welt offen..."
Zu seiner Überraschung schüttelte Desdemona traurig den Kopf. Bevor sie ihm antwortete " Ich werde mir auch eine Weile die Zeit vertreiben müssen, bis sich all dieser Trubel um den Krieg geleget hat. Dann kann ich es vielleicht wagen mich einer Tätigkeit zu widmen."
Als Severus fragend eine Augenbraue hob setzte sie schnell erklärend an: "Nein, es gibt keinen besonderen Grund dafür nur, Dumbledore wollte das ich es ihm verspreche. Ich nehme an er hatte seine Gründe. Und ich hätte ein schlechtes Gewissen damit dieses Versprechen zu brechen. Außerdem...ich traue ihm zu irgendwo in Tered einen Aufpasser bereit zu halten der anderenfalls sofort einschreiten würde." sie lachte nervös.
Severus musste ebenfalls grinsen. "Davon würde ich beinahe ausgehen. Albus tat nie etwas ohne es abzusichern."
"Ja das stimmt.", sie lächelten beide einen Moment vor sich hin. Schließlich fing sich Severus wieder und sah Desdemona schelmisch an.
"Na immerhin finden sie mit ihren Noten schneller wieder eine Anstellung als ich hiermit." er zog seinen linken Ärmel leicht hoch so das man einen Teil des Dunklen Mals auf seinem Arm sah.
Desdemona musterte ihn kurz "Warum haben sie nicht einfach ihre gesamte Geschichte bekannt werden lassen?" fragte sie .
Severus hatte geahnt dass sie ihm diese Frage stellen würde, er seufzte als er zur Antwort ansetzte "Nennen sie mich paranoid oder so, aber ich habe noch immer Angst dass er zurück kommt."
"Das haben wir alle, oder?" fragte Desdemona leise und bitter.
"Ja, ich glaube schon." er trank einen großen Schluck seiner inzwischen zweiten Cola "Und ich glaube wir sollten das Thema wechseln, sonst wird dieses Essen nicht besonders angenehm."
