Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich der doch recht hefftige Einbruch der Leserzahlen deprimiert.
Wenn euch etwas an dieser Story nicht gefällt, dann sagt es mir, dass ist mir tausendmal lieber, als das sie keiner mehr liest.
Vielen Dank an Eule, Tine, Celena Urgo und Zephyr. Es ist mir sehr wichtig, dass ihre eure Meinung zu der Geschichte hinterlasst, egal wie sie auch aussieht.
So, dann wünsche ich euch mal viel Spaß mit dem neuen Kapitel.
Kapitel 7
Mit dem Erwachen brachen dutzende Eindrücke auf Severus ein.
Zunächst bemerkte er, dass er in der Lage war, nahezu schmerzfrei zu atmen. Nein, er bemerkte, dass er überhaupt noch atmen konnte.
Der Untergrund auf dem er lag hatte sich deutlich verändert, sein Körper war weich gebettet, er fror nicht mehr, wie in den letzten Minuten, an die er sich erinnerte.
Seine Arme waren unbequem über einem Kopf ausgestreckt, der Versuch sie an seinen Körper zu ziehen, blieb erfolglos. Die Beine waren gestreckt und auseinander gespreizt, auch sie konnte er nicht bewegen.
Er schob dieses Kontrolllosigkeit über seine Gliedmaßen auf seine geschwächten Allgemeinzustand.
Als er einen weiteren, tiefen Atemzug tat, wurden ihm zwei weitere Dinge bewusst. Das Gefühl gleich zu verdursten, war verschwunden. Zurückgeblieben war lediglich eine sehr trockenen Kehle, er konnte sich kaum vorstellen jemals wieder ein Wort sprechen zu können.
Der Geruch, der von ihm selbst ausging, hatte sich ebenfalls verändert. Er roch wieder... wie ein Mensch.
Er fühlte sich auch wie einer. Selbst die Schwellung in seinem Gesicht schien merklich zurückgegangen zu sein, auch das verkrustete Blut war scheinbar aus seinen Zügen verschwunden, zumindest konnte er keinerlei Spannung mehr auf seiner Haut spüren.
Wo zum Teufel war er?
Und wie war er an diesen Ort gelangt?
Nachdem Granger verschwunden war, hatte er mit seinem Leben abgeschlossen. Er hatte sie aus dem Wald rennen sehen, hatte sie mit den Blicken bis auf die große Wiese vor dem Schloss verfolgt. Er hatte sie nicht aus den Augen verlieren wollen. Doch dann hatte ihn eine Welle des Schmerzes überrollt, eine Welle von einem bisher niemals dagewesen Ausmaß. Im Verlauf der letzten zwei Tage hatte er oft gedacht, viel schlimmer konnte es nicht werden, doch was er dann erlebt hatte, hatte ihn eines Besseren belehrt.
Er hatte förmlich spüren können, wie er sein eigenes Blut in seine Lungen einsog, wie das Organ seinen Dienst wohl so qualvoll wie möglich hatte einstellen wollen.
Er hätte sich so gern vor Schmerzen gekrümmt, doch selbst hatte ihm die Kraft gefehlt. Das einzige, was er noch hatte tun können, war das Schließen seiner Augen gewesen. Doch der Schmerz hatte sich damit nicht aussperren lassen.
Er hatte das Gefühl gehabt, es würden Stunden vergehen, mit jedem Atemzug, einem verzweifelten Röcheln, war mehr Leben aus ihm gewichen.
Nach einer befreienden Ohnmacht hatte er sich gesehnt, er den Schmerz nicht ertragen wollen. Er nicht länger leben wollen.
Wie lange konnte ein Todeskampf wohl dauern? Warum hatte sein Körper nicht aufgegeben, warum hing er nur so an diesem kümmerlichen Dasein?
Die Antwort lag nun auf der Hand. Sein Körper hatte nicht umsonst gekämpft, er weilte noch immer unter den Lebenden.
Doch wieso? Hatte es Granger tatsächlich geschafft, rechtzeitig zu ihm zurückzukehren?
Aber wo war er jetzt? Mit Sicherheit hatte sie seine Schwäche ausgenutzt und ihn auf die Krankenstation von Hogwarts geschafft. Dann hatte sein Körper wohl umsonst gekämpft, ihm nur eine Gnadenfrist beschert.
Doch wieso hätte man ihn im Schloss so umfassend heilen sollen, es hätte gereicht ihn am Leben zu halten, so dass er Fragen beantworten konnte. Danach hätte man ihn nur seinem Schicksal überlassen brauchen.
Wo war er?
Hatten ihn am Ende die Todesser aufgespürt, war ihm Gnade zuteil geworden?
Unwahrscheinlich.
Niemals hätte man ihn im Verbotenen Wald, vor der Tür des Feindes vermutet und Gnade fand man in den Reihen Voldemorts nicht.
Man konnte überleben, aus eigener Kraft, oder sterben. Er war für sie nutzlos geworden, für ihn, den dunklen Lord.
Und Schuld daran war nur diese verdammte...
Nein, das führte zu nichts. Schuld war letztlich er allein. Es war seine Entscheidung gewesen.
Und es gab im Moment auch größere Probleme als dieses. Er musste wissen, wo er war, sofort.
Seine innere Stimme flüsterte ihm gehässig zu, er bräuchte doch einfach nur die Augen zu öffnen. Immer und immer wieder hörte er diese Worte, doch so sehr er sich auch bemühte, es wollte ihm nicht gelingen.
Seine Lider schienen bleischwer zu sein, aus den gehässigen Worten wurde eine boshafte Lache, die Stimme lachte über seine Hilflosigkeit und Schwäche. Er, der große Tränkemeister war nicht einmal in der Lage seine Augen zu öffnen.
Ein wirklicher großer Magier war er.
Ein heißeres Stöhnen drang über seine Lippen. Es hatte zornig klingen sollen, doch zu seinem eigenen Entsetzten klang es eher weinerlich und schwach.
Dann hörte er Schritte. Jemand kam zu ihm.
Er erschrak, als ein feuchtes Tuch über sein Gesicht strich, zuckte zusammen.
„Können Sie mich hören?"
Er erkannte ihre Stimme sofort, es war tatsächlich Granger. Sie war also wirklich zu ihm zurück gekehrt.
Er wollte mit einem Ja antworten, doch seine Stimme war zu mehr als einem schwachen Krächzen nicht in der Lage.
Die Schritte entfernten sich wieder, gerade als er sich fragen wollte, warum ihn das so entsetzte, kam sie zu ihm zurück.
„Trinken Sie das."
Mit diesem Worten stütze sie seinen Kopf und führte einen Becher an seine Lippen. Erst in diesem Moment spürte er, wie spröde und rissig sie waren.
Trotz aller Schwäche erkannte er sofort, was sie ihm verabreichte. Einen Stärkungstrank. Seinen, seine Kreation. Er hatte ihn zum ersten Mal wirkungsvoll gebraut, kurz bevor er Dumbledore das Leben ausgehaucht hatte. Bei seiner Flucht hatte er alles zurückgelassen, so auch das Pergament mit der komplizierten Rezeptur.
Ihre Stimme durchschnitt diese Gedanken.
„In wenigen Minuten wird es Ihnen etwas besser gehen."
Seine Sinne schärften sich bereits, denn er hörte in ihren Worten deutlich die Kälte, die er zuvor nicht wahrgenommen hatte.
Nun, womit hatte er gerechnet, dass sie sich warmherzig und fürsorglich um ihn kümmern würde, nach allem was er ihr erzählt hatte?
Nach wenigen Sekunden war er in der Lage, die Augen zu öffnen.
Neben ihm stand Granger, sie sah auf ihn herab. Ihre Augen spiegelten die widersprüchlichsten Gefühle wider, in ihrem Blick lag sowohl Abscheu, als auch Besorgnis.
„Snape...
Sie sind also doch nicht tot. Ich weiß nicht ob ich mich darüber freuen oder ärgern soll.
Im Sinne meiner Eltern ist es wohl als Wunder zu bezeichnen, dass Sie noch einmal aufgewacht sind. Im Sinne aller anderen kann ich es nur als böses Spiel des Schicksals bezeichnen."
Er wollte sich aufrichten, doch er scheiterte.
„Sparen sie sich Ihre Kräfte. Sie werden von magischen Fesseln fixiert, Sie können sich nicht aus eigener Kraft bewegen."
Er war ihr also ausgeliefert.
„In wenigen Augenblicken werden Sie wieder sprechen können, ich hoffe für Sie, dass Sie mir etwas nützliches sagen können, sonst sind Sie schneller im Schloss und dem Orden überstellt, als Sie 'Voldemort' sagen können."
Wenige Minuten...
Er musste sich schnell entscheiden.
Eine schlechte Lüge würde seinem Todesurteil gleich kommen. Und die Wahrheit...
Die Wahrheit, die würde sie ihm niemals glauben.
Und nun lieber Leser ist genau deine Meinung gefragt.
Wie hat dir dieses Kapitel gefallen? Lohnt es sich eine Review zu hinterlassen, oder denkst du dir, ein weiteres Kapitel wirst du eh nicht lesen?
Ich bin gespannt.
Bis hoffentlich bald.
Vestilia
