Kapitel 7
Gedankensprache

Ginny hörte Dumbledores Worte durch einen dichten Nebel aus anderen Gedanken. Was hatte er gesagt?

Sie versuchte, klare Gedanken zu fassen, sich zum Denken zu bewegen, aber sie konnte das Bild von dem Seelenbewahrer nicht aus dem Kopf kriegen. Jetzt da sie wußte, was Dracos Kette war und mit wem sie in Verbindung gebracht wurde...

Nun, es wurde einfach alles immer schlimmer.

Das Geschnatter, das nach den Worten des Direktors sofort losbrach, riß sie schließlich aus ihrem trance-ähnlichen Zustand.

„Ich frag' mich, was er meint", sagte Ron leise zu ihr.

„Was?" fragte Ginny verwirrt.

„Ich sagte, ich frage mich-" begann Ron.

„Nein, nicht das." Ginny bat ihn zu wiederholen, was Dumbledore gesagt hatte.

Ron, der sie ansah, als wäre sie plötzlich ein Geist geworden, kam ihrem Wunsch nach. „Er hat gesagt, daß er uns herausfordert."

„Auf welche Art?"

„Mensch, Ginny, wenn ich das wüßte, hätt' ich dich nicht gefragt, was er meint, oder?" Ron rollte mit den Augen. „Hörst du überhaupt nie mehr zu?"

Ginny ignorierte ihn und konzentrierte ihre Aufmerksamkeit auf Dumbledore, der geduldig darauf zu warten schien, daß die Unterhaltungen endeten, bevor er weitersprach. Sie wünschte, die anderen Schüler würden endlich aufhören zu quatschen. Merkten sie nicht, daß sie um so schneller erfahren würden, was sie wissen wollten, je eher sie die Klappe hielten?

Schließlich schienen alle zu erkennen, was eigentlich hätte offensichtlich sein sollen, und es wurde wieder still in der Halle.

Einige von euch werden sich vielleicht fragen, was ich damit meine", begann Dumbledore.

Und der Preis für die Untertreibung des Jahres geht an...

„Daher werde ich gleich zur Sache kommen", endete er. „Dieses Jahr haben die Lehrer und ich uns etwas Wundervolles ausgedacht, damit einzelne Schüler sich selbst und andere herausfordern können, während sie gleichzeitig teilnehmen, um Hauspunkte zu verdienen."

Dumbledore machte eine Pause, aber niemand machte irgendwelche Anstalten zu sprechen. Alle waren zu gefesselt, als daß sie alles noch länger verzögert hätten. Sogar Ginny lehnte sich nach vorne, als sie von Spannung durchflutet wurde. Sie wußte nicht, was der Direktor sagen würde, aber sie fühlte, daß es wichtig sein würde. Es klang interessant.

„Alle interessierten Schüler können teilnehmen, sofern sie in der sechsten oder siebten Klasse sind. Alles, was ihr tun müßt, ist, euren Namen in die Liste einzutragen, die im Flur vor der Großen Halle aufgehängt werden wird."

Einige der jüngeren Schüler, die darauf brannten, sich zu beweisen, stöhnten, als sie feststellten, daß sie nicht würden teilnehmen können.

„So funktioniert es. Allen Schülern, die sich melden, wird ein Partner zugeteilt. Jedem Team wird dann eine gesonderte Herausforderung gestellt, die bis zum Ende eines Monats zu bewältigen ist. Da der September fast vorüber ist, werden die Gruppen ihre erste Herausforderung am ersten Oktober erhalten." Er lächelte. „Für diejenigen unter euch, die bezüglich des Datums nicht auf dem laufenden sind, das ist diesen Montag. Das gibt allen reichlich Zeit, sich einzutragen. Am Ende des kommenden Monats wird jedes Team, das seine Aufgabe erfüllt hat, einen Beweis dafür erbringen. Einige Teams werden sich auf bestimmte Ereignisse vorbereiten müssen, bei denen sie getestet werden."

Was war hier los? Ginny konnte nicht umhin, sich das zu fragen. Von so was hatte noch niemand je etwas gehört! Sie war aufgeregt, aber gleichzeitig wurde sie nervös. Was würde passieren, wenn sie es nicht schafften?

Als hätte er ihre Gedanken gelesen, fuhr Dumbledore fort. „Es gibt keine Strafe, wenn ihr es nicht schafft, und es ist auch keine Schande; ihr bewältigt einfach die Herausforderung nicht, und das Spiel ist zu Ende. Aber wenn ihr gewinnt, kommt ihr mit eurem Partner in die nächste Runde." Dumbledore machte eine Pause, damit die Schüler das aufnehmen konnten. „Ich werde euch nicht belügen. Eure Aufgaben werden nicht einfach sein. Je weiter ihr kommt, desto schwerer wird die Aufgabenstellung. Am Ende des Jahres wird wahrscheinlich nur noch ein Team übrig sein. Diese beiden Schüler werden für ihre harte Arbeit und ihren Fleiß geehrt werden und einhundert Punkte für ihr jeweiliges Haus erhalten."

Die Stille wurde augenblicklich durchbrochen, als Schüler sich vorzustellen versuchten, wie sie derart viele Punkte für ihr Haus gewannen. Es konnte den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust des Hauspokals bedeuten. Viele machten sich Gedanken über die Art der Herausforderung selbst. Was würden sie tun müssen?

Ginny jedoch wurde durch die dauernden Unterbrechungen langsam ungeduldig. Sie konnten sich später unterhalten, aber jetzt mußten sie anhören, was Dumbledore zu sagen hatte. Harry, Ron und Hermine schienen das auch so zu sehen, denn sie sahen sich mit leicht angewiderten Gesichtern unter all den Schülern um, die nicht für mehr als zehn Sekunden den Mund halten konnten.

Dumbledore hatte ziemliche Schwierigkeiten, die Ordnung wiederherzustellen, und nach fünf Minuten voll von „Ruhe, bitte, Ruhe" funktionierte es immer noch nicht.

Plötzlich sprang Dean Thomas von seinem Platz am Gryffindor-Tisch auf. „Könntet ihr alle BITTE mal leise sein! Ich jedenfalls würde gern hören, was der Direktor sonst noch zu sagen hat." Deans laute Stimme drang durch. Nach ein paar weiteren Bemerkungen über großmäulige Gryffindors kehrte wieder Ruhe ein.

„Danke, Dean", sagte Dumbledore, wobei ihm ein Lächeln um die Mundwinkel zuckte. „Wie ich gerade sagte, die Mitglieder des Siegerteams erhalten jeweils einhundert Punkte für ihre Mühen, und ihnen wird eine Trophäe mit ihren Namen überreicht." Er hielt inne und blickte in die Gesichter der Schüler. Vielen stand noch immer der Mund offen angesichts der ganzen „Herausforderungs"-Idee.

„Danke euch allen für eine Zeit. Ihr könnt euch jetzt wieder eurem Mittagessen widmen." Damit kehrte Dumbledore zu seinem Platz am Lehrertisch zurück und begann eine Diskussion mit mehreren der Professoren.

Ginny sah zu; bestimmt sprachen sie über den Effekt, den die Ansprache auf die Schüler hatte. Und wirklich unterhielten sich alle angeregt, und als Ginny sich wieder umdrehte, sah sie, daß Ron, Harry und Hermine ebenfalls bereits tief in einer Diskussion steckten.

Sie hätte sich einklinken können, das wußte sie, aber statt dessen schwieg sie und war damit zufrieden, sich die Dinge durch den Kopf gehen zu lassen. Die Lehrer forderten die Schüler heraus, was? Nun, Ginny hatte wohl keine andere Wahl, als die Herausforderung anzunehmen. Sie wollte sie annehmen. Wenngleich die Einzelheiten dessen, was sie tun mußten, noch immer ein Rätsel waren, konnte sie nicht leugnen, daß es sich nach Spaß anhörte. Es war wie ein Wettbewerb. Laßt uns sehen, wer am meisten gewinnen will, und laßt sie dafür arbeiten. Als sie über das Motiv hinter dem „Spiel" nachsinnte, konnte sie nicht anders, als über diese Genialität bewundernd den Kopf zu schütteln. Der Direktor und die Lehrer hatten einen subtilen, aber effektiven Weg gefunden, um die älteren Schüler dazu zu bringen, mehr zu lernen. Die ersten Herausforderungen beinhalteten wahrscheinlich einfache Dinge: Heraussuchen der Zutaten eines seltenen Zaubertranks, Aufsätze über schwer zugängliche Themen schreiben, oder so etwas in der Art. Dinge, bei denen eine Menge Nachforschungen nötig waren. Anschließend würden sie die Schüler vermutlich bestimmte schwierige Zaubersprüche lernen und ausführen lassen. Jedesmal würde die Zahl der Schüler, die weiterkamen, sinken, bis nur noch eine Gruppe übrig war. Aber nebenbei würde sicherlich die Hälfte der Schüler aus den beiden höchsten Jahrgängen angestrengter lernen als jemals zuvor.

Pure Genialität.

ooOOoo

Während Ginny die Feinheiten von Dumbledores Herausforderung bewunderte, bewegten sich Draco Malfoys Gedanken in etwa in den gleichen Bahnen.

Was für eine wirklich schlaue Methode, die Schüler vollkommen in Aufregung zu versetzen und mehr lernen zu lassen, ohne daß sie es überhaupt merken.

Draco hatte ehrlich nicht gewußt, daß der alte Mann so etwas in sich hatte.

Ja, ziemlich clever, nicht wahr?

Draco warf beinahe den Tisch um, als er erschrocken aufsprang. Mehrere seiner Hauskameraden warfen ihm fragende Blicke zu, während einige ihn nur verachtungsvoll mit einem Blick ansahen, der besagte: Hör auf, dich so dämlich zu benehmen.

Draco ignorierte sie alle und versuchte statt dessen so zu tun, als wäre nichts Ungewöhnliches vorgefallen.

Und für einen Augenblick funktionierte es auch. Bis Draco das Lachen in seinem Kopf hörte.

„Was willst du?" fragte er leise, wobei er das Gesicht von neugierigen Blicken abgewandt hielt, in der Hoffnung, daß niemand ihn hören würde und glauben, er würde mit sich selbst reden. Das hätte seinen Ruf bezüglich seiner geistigen Gesundheit garantiert ruiniert, und es würde heißen: Auf Wiedersehen, Hogwarts und hallo, St. Mungo's. Kein angenehmer Gedanke.

Dennoch, so leise sein Flüstern war, es schien auszureichen.

Was ich will? Na, nichts natürlich. Jedenfalls jetzt noch nicht. Kann man nicht einfach hin und wieder nach seinen Freunden sehen?

Freunden? Wann hatte sich diese interessante neue Entwicklung ergeben? Bevor Draco den Mund öffnen konnte, um Fragen zu stellen, sprach die Stimme wieder.

Dummer Junge. Du mußt nicht laut sprechen, damit ich dich höre. Sprich in Gedanken, so wie ich.

War diese Stimme verrückt? Nur sehr wenige Hexen und Zauberer beherrschten Gedankensprache. Es war eine extrem seltene Gabe. Trotzdem, dachte Draco, vielleicht ist es anders, wenn einen etwas auf diese Weise zuerst anspricht.

Also versuchte Draco es. Mitten in der Großen Halle, während die Schüler laut redeten und er das ständige Geklapper von Gabeln und Löffeln in den Ohren hatte, schloß er die Augen und konzentrierte sich.

Kann du mich hören? versuchte er es.

Nichts.

Jetzt? Diesmal versuchte Draco nicht nur, die Worte in Gedanken zu sprechen. Er konzentrierte sich darauf, sie an die Stimme zu richten, die zu ihm gesprochen hatte.

Wieder passierte nichts, aber gerade als er aufgeben wollte, als er gerade zu der Schlußfolgerung gelangt war, daß hier zu viel Lärm war, um sich richtig konzentrieren zu können, spürte er im Hinterkopf eine Präsenz, die vorher nicht dagewesen war.

Das Gefühl war vertraut, und zum ersten Mal erkannte Draco, daß das, was er fühlte, die Präsenz, das gleiche war, was er spürte, wenn die Stimme mit ihm sprach, und was er gespürt hatte, als er in diesem dunklen Raum aus seinen Albträumen eingesperrt gewesen war.

Seltsam, daß er nie bemerkt hatte, daß er es vorher im Geiste fühlen konnte.

Kannst du mich hören? Draco richtete den Gedanken an den Bereich seines Geistes, wo er das Ding lauern spürte.

Jetzt kriegst du den Dreh raus.

Es schien zufrieden zu sein.

Jetzt wird es nicht mehr annähernd so schwer sein, mit dir zu reden. Gedanken sind eine wesentlich einfachere und schnellere Methode der Kommunikation als Sprache. Auch wesentlich leichter für mich zu verstehen. Ich habe jetzt Schwierigkeiten, gesprochene Worte zu verstehen.

Wovon redete die Stimme? Wann immer sie bisher zu ihm gekommen war, war es gewesen, um ihm Schmerzen zuzufügen, und jetzt wollte sie auf einmal ein Gespräch führen? Wozu?

Draco fragte sich, ob die Stimme sich darüber im Klaren war, wieviel sie mit dieser einen Bemerkung preisgegeben hatte. Sie hatte Schwierigkeiten damit, gesprochene Sprache zu verstehen, wie? Das war gut. Es war eine Information. Damit konnte Draco etwas anfangen. Er war bereits zu dem Schluß gekommen, daß er dieses Ding loswerden mußte. Er wollte nicht, daß jemand ihn zu kontrollieren versuchte, und das war genau das, was dieses Ding tat. Ihn kontrollieren.

Aber das werde ich nicht zulassen.

Sogar jetzt arbeiteten Dracos Gedanken auf Hochtouren und versuchten, das Problem von allen möglichen Seiten zu untersuchen und eine Lösung zu finden. Zu blöd, daß das einzige, was er sah, Ginny war, wie sie vorhin in der Bibliothek gesessen hatte...

Ein leises Lachen. Also beherrscht das Mädchen jetzt deine Gedanken. Wie niedlich.

Es klang nicht im geringsten, als fände die Stimme das niedlich. Tatsächlich war das gleiche Mißfallen, die gleiche Verachtung vom Vortag in ihrem Tonfall zurück. Aber dieses Mal war es deutlicher.

Du mußt dich von ihr fernhalten, Draco. Sie wird dich von deiner Bestimmung abhalten.

Welche Bestimmung? wollte Draco fragen. Statt dessen stellte er eine andere Frage, die ihm zuerst in den Sinn kam. Was, wenn ich mich nicht von ihr fernhalten will?

Du willst das hier also kompliziert machen, ja? In Ordnung, damit kann ich umgehen, wenn ich muß. Aber merk' dir, Draco, es wird leichter für dich sein, wenn du kooperierst.

Wovon redest du? Draco schrie fast in Gedankensprache. Dieses Spiel wurde schnell langweilig. Womit soll ich kooperieren?

Stille. Und dann ein einziger, schwacher Laut. Das Geräusch eines leisen, spöttischen Lachens.

ooOOoo

Nach dem Mittagessen sprang Ginny von ihrem Stuhl auf. Da der Gryffindor-Tisch der Tür am nächsten war, gehörte sie zu den ersten, die einen Blick auf die Liste warfen. Sie war bislang leer. Mehrere Schüler waren darum versammelt, aber keiner der älteren machte Anstalten, sich einzutragen.

Ginny bahnte sich höflich einen Weg durch die Menge und griff nach dem Stift, der neben dem Formular hing. Als die Schüler sahen, was sie vorhatte, versperrten sie ihr nicht länger den Weg und traten zurück.

Zügig, da die Menge der Schüler sehr viel größer wurde, schrieb sie ihren Namen in die oberste Zeile. Als sie zurücktrat, stellte sie fest, daß sie ein wenig stolz auf sich war. Sie war die erste gewesen, die die „Herausforderung" angenommen hatte.

Sie beobachtete, wie verschiedene andere Schüler ihre Namen eintrugen, daher bemerkte sie zuerst nicht, daß sich drei Leute neben sie stellten.

„Hast du dich eingetragen, Gin?" fragte Hermine. Sie schien etwas nervös zu sein, als wüßte sie nicht recht, was sie von der ganzen Sache halten sollte.

Ginny blickte rasch auf, aber bevor sie eine Gelegenheit hatte, etwas zu sagen, sprach Harry. „Natürlich hat sie das. Ginny lehnt nie eine Herausforderung ab, oder?"

Ginny grinste. „Auf keinen Fall." Sie warf einen Blick auf Ron, dann wieder auf Harry und Hermine. „Werdet ihr drei mitmachen?"

Ron antwortete zuerst. „Ich weiß nicht, was mit den beiden ist, aber ich schon. Es klingt nach Spaß. Außerdem ist es eine Chance, hundert Punkte für Gryffindor zu gewinnen. Nach diesem kleinen Zwischenfall, bei dem wir nach der Bettruhe draußen waren, wäre es gut, diese Punkte zurückzukriegen."

Harry stimmte zu. „Ja, ich mach auch mit. Das würd' ich mir um nichts in der Welt entgehen lassen." Er machte eine Pause, wie es schien, um darüber nachzudenken. „Okay, vielleicht würde ich für die ganze Welt darauf verzichten..."

Ginny lachte mit Harry und Ron mit, aber Hermine war ungewöhnlich still.

„Was ist mit dir, Herm?" fragte Ginny, als sie bemerkte, daß Hermine nicht mitlachte.

Das ältere Mädchen runzelte die Stirn und kaute nachdenklich auf ihrer Lippe. „Ich weiß nicht. Es klingt schrecklich gefährlich. Und riskant. Dumbledore hat uns keine Andeutung gemacht, was wir von den Aufgaben zu erwarten haben. Was, wenn wir mit einem Drachen kämpfen sollen oder so was?"

Daraufhin waren sie alle still.

Dann warf Harry ein: „Na ja, es ist wirklich nicht so schlimm. Mit einem Drachen zu kämpfen, mein' ich. Nur, wenn er zurückkämpft, das ist das Problem."

Die ersten zehn Sekunden sagte niemand etwas. Dann brachen sie alle gleichzeitig in Gelächter aus.

Hermine hatte sogar die Grazie, über sich selbst zu lächeln. „Ich schätze, ich bin etwas paranoid, oder?" Sie seufzte. „In Ordnung, ich werd's tun. Ich bin dabei." Sie stellte sich in der Schlange vor der Liste an, Ron und Harry im Schlepptau.

„Laßt uns nur hoffen, daß zwei von uns Partner werden. Ich frag' mich sowieso, wie sie die Partner auswählen..." hörte Ginny Hermine sagen, als sie davonging. Hermines Stimme wurde leiser, als die drei in der Menge verschwanden.

Ginny blieb noch ein paar Minuten länger an der Seite stehen und beobachtete, wie alle gleichzeitig versuchten, zu der Liste zu gelangen, und sich dabei schoben und anrempelten.

Mit dem Kopf voller Fragen machte sich auf den Weg den Flur hinunter. Sie war schon auf halbem Weg zum Gryffindor-Turm, als es ihr plötzlich wieder einfiel.

Die Bibliothek!

Sie rannte, so schnell ihre Beine sie tragen konnten, und erreichte die Doppeltüren in Rekordzeit.

Sie ging zur Rückseite des Raums, um den Titel des anderen Buches noch einmal zu überprüfen, um sicherzugehen, daß sie sich richtig erinnerte. Kaum hatte sie begonnen, sich dem entsprechenden Bücherregal zu nähern, da bemerkte sie, daß etwas nicht richtig zu sein schien. Da war eine Lücke, wo das Buch gewesen war. Ein furchtbares Gefühl packte sie.

Sie verlangsamte ihre Schritte; sie wußte, was sie finden würde. Nur um sicher zu sein, sah sie trotzdem nach.

„Verzauberter Schmuck" war nirgends zu finden.