Ich weiß, es hat sehr laaange gedauert. Aber es ist etwas passiert, das mein Leben gehörig durcheinander gewirbelt hat und ich war einfach nicht in der lange irgendwas zu schreiben. Ich hoffe, ihr seht darüber hinweg. Natürlich bin ich auch wieder recht unzufrieden mit dem Kapitel, aber das kennt man ja schon von mir. ;-)


Aufregend und überraschend

An diesem Abend dachte Lily noch lange nach. Cat's Frage hatte sie wachgerüttelt. Ja, warum auf einmal James und nicht mehr Potter?

Ihre Freundinnen schliefen schon längst. Sie hörte das gleichmäßige Atmen. Über die Decke des Schlafsaals huschten Lichtscheine, die von irgendeinem Zimmer, das weiter unten im Schloss erleuchtet war, hochgeworfen wurden.Sie drehte sich um und blickte aus dem Fenster. Was war nur los? Vor zwei Wochen noch hätte sie so was ja auch noch für unmöglich gehalten, aber… ja dieser Tanzkurs brachte alles durcheinander. Und auch Mrs. Hinkebottom war Schuld! Ohne sie hätte sie niemals mit ihm getanzt, niemals mehr als nötig mit ihm gesprochen, sich aber auch niemals gut mit ihm verstanden. Ja, verflucht. Es machte ihr Spaß! Sie hatten sich hin und wieder beim Tanzen und zwischendurch wirklich gut unterhalten. Sie sah ihn… auch wenn sie es gar nicht glauben wollte, jetzt in einem ganz anderen Licht. Verflucht! Sie war verwirrt. Und so verwirrt schlief sie schließlich irgendwann ein.


Eine Wochen später hatte sich das Leben wieder einigermaßen normalisiert. Es wurde nur noch „mit" dem Tanzkurs gelebt, nicht mehr der Tanzkurs zum Lebensinhalt gemacht. Da das Ministerium das ganze ja kurz machen wollte und der Kurs nur vier Wochen ging, war er jetzt schon zur Hälfte rum. Und trotzdem waren manche noch immer unzufrieden.

Lily und Cat saßen abends in der Bibliothek um ihre Hausaufgaben zu machen, als Sally hineinstürmte und sich zu ihnen setzte. „Das war knapp.", sagte Sally und atmete tief durch.

Cat sah von ihrem Zaubertrankaufsatz auf und fragte sie: „Was hast du denn?"

„Da war grade Fergisson auf dem Gang und ich konnte mich grade noch so verstecken und hier reinschlüpfen." Sie schien richtig glücklich darüber, dass ihr dieses Kunststück gelungen war. Cat und Lily wechselten einen vielsagenden Blick, bevor Lily das Wort ergriff: „Sally… äh… warum versteckst du dich?"

„Na, ich habe keine Lust auf Konservation mit dem. Wollte halt meine Ruhe haben."

„Du versteckst dich vor dem Typ mit dem du immer tanzen gehst?! Ich dachte du magst Fergi so gerne, letzte Woche hast du noch so von ihm geschwärmt. Und übrigens heißt das Konversation", das konnte Catherine sich jetzt nicht verkneifen.

„Hab ich doch gesagt, Konservation. Naja, auf jeden Fall bin ich hab ich voll Pech. Fergisson ist blöd, der latscht mit ständig, wirklich ständig, auf die Füße und man kann sich nicht mal vernünftig mit ihm unterhalten. Er ist so… Himmel nochmal, er nervt mich langsam echt. Und ich Dumme war auch noch so blöd mit ihm den Kurs zu machen. Hätte ich doch nur mit Remus gemacht."

„Mit Remus?", fragte Lily erstaunt.

„Nun ja, gut, Remus hatte mich gefragt ob ich mit ihm den Tanzkurs mache." Antwortete Sally.

„Warum wissen wir davon gar nichts?"

„Ich dachte ihr fändet das vielleicht nicht so gut, dass ich ihm nen Korb gegeben habe, weil ihr doch mit ich… nun irgendwie befreundet seid." Druckste sei herum. „Und dann hat mich auch noch Pettigrew gefragt. … ich sag euch, der ist am allerschlimmsten, und weil der keine abgekriegt hat muss ich voll oft mit ihm tanzen… mit seinen Patschhändchen… igitt… Ich meine, seht mich doch an. Ich seh doch nun wirklich nicht schlecht aus und mein Problem ist halt, dass ich keinen Freund habe, und Ekelpeter ständig um mich rumschwänzelt. Und Fergisson in letzter Zeit ganz komisch drauf ist und mit Remus kann ich jetzt auch nicht mehr tanzen, weil Laura wohl irgendwie Interesse an ihm hat und dann habe ich auch noch nichts zum anziehn…"

Lily hörte dem ganzen schon gar nicht mehr richtig zu und war in Gedanken schon wieder bei Zaubertränke, als Cat sagte: „Ekelpeter?", sie gluckste. „Ekel-Peter? Ist ja ein geiler Name! Und Laura und Remus? Wie kommst du denn darauf?"

„Weil sie es mir gesagt hat natürlich. Also ich will ihr ja nicht in den Rücken fallen, also muss ich mir wen anders suchen. Obwohl ich mir wirklich vorstellen könnte mit jemanden wie Remus zusammenzusein, ich will ja unbedingt nen Freund und er…"

Der Vortrag wurde wieder unendlich und theatralisch. Lily seufzte und schrieb weiter. Sollte doch Cat mit Sally diskutieren. „Und dann hab ich immer noch nichts zum Anziehen für den Ball, aber dort werde ich mich ja eh blamieren mit Fergi und… ach ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht vor lauter Stress!"

Cat seufzte. „Okay, Sally, jetzt beruhig dich erstmal. Und ein bisschen leiser, wir sind immerhin in der Bibliothek. Warst du schon beim Essen? Lily und ich haben's ausfallen lassen, wegen der Hausaufgaben."

Sally nickte. „Ja, ich war mit Laura da. Aber lenk doch nicht ab, das löst ja jetzt gar nicht meine Probleme! Zum Beispiel: Was ziehe ich an?"

Cat sah Lily hilflos an, die dann zu Sally sagte: „Am Wochenende ist doch Hogsmead. Da gehen wir hin und kaufen uns allen was! Ist doch klar. Und jetzt müssen wir noch die Hausaufgaben fertig machen und dann muss ich auch gleich los, heute muss ich patrouillieren, die Lehrer haben die Listen verändert und ich muss auch noch festlegen wann die Vertrauensschüler ihre Rundgänge machen sollen. Also, Sally, okay?"

Die Angesprochene nickte. „Ja, okay. Dann gehen wir alle zusammen nach Hogsmead! Ich freu mich schon!" Damit verabschiedete sie sich und ging schon mal hoch zum Gemeinschaftsraum.

Cat seufzte wieder. Es war wirklich nicht immer leicht mit diesem Freunden. So eine Aufregung wegen nichts. Sie sah Lily an, die das gleiche dachte und die beiden mussten unweigerlich lachen.


Die Marauder saßen noch beim Essen. Die meisten Schüler waren schon wieder gegangen, aber die vier mochten es noch länger dort zu bleiben.

James war irgendwie abwesend. Er stocherte in seinem restlichen Nachtisch rum und war in Gedanken versunken. Heute hatte er Rundgänge mit Lily zu machen. Das war das erste Mal seit drei Wochen oder so. Auf jeden Fall schon länger her. Das hatte zwar daran gelegen, dass die Lehrer einen Fehler gemacht hatten und sie nicht eingeteilt hatten, was ihnen aber jetzt wohl aufgefallen war. Er seufzte. Nun gut, würde er eben das Beste daraus machen.

„Habt ihr gesehn, dass Schniefelus tatsächlich eine gefunden hat, die mit ihm tanzt?" lachte Sirius gerade.

„Eine Slytherin, oder was?", fügte Peter hinzu.

Das brachte wieder etwas Leben in James. „Glaub ich kaum. Selbst Slytherins wären nicht so dumm, mit dem was zu machen. Soweit ist der Zusammenhalt bei denen dann doch nicht, dass die so was tun würden, für Schniefelus. Um den machen doch alle einen weiten Bogen." Er grinste hämisch.

„Ich weiß echt nicht in welchem Haus die ist. Hab sie wie gesagt nur vorhin mit Schniefelus gesehn. Sie hatte keinen Umhang mit Abzeichen ihres Hauses an. Aber ich bin mir sicher, sie nie zuvor irgendwo, irgendwann gesehn zu haben. Aber sie ist auch nicht ansehnlich. Flach wie 'n Brett, klein und untersetzt.", fuhr Sirius fort. „Also auf jeden Fall passend für Schniefi."

In diesem Augenblick stürmte Lily in die Halle, blieb kurz stehen, sah sich um und stürmte weiter, auf die Jungs zu. Aufgebracht und wütend ließ sich ganz außen neben Remus und gegenüber von James und Sirius nieder.

„Egal was es ist, ich war es nicht.", wies James sogleich alle Schuld von sich und fuhr sich mit der Hand durch sein sowieso schon hoffnungslos zerwuscheltes Haar. Sie sah ihn nur abwertend an.

„Was ist denn los?" fragte Remus nun um einiges erfolgreicher.

„Es ist echt ungeheuerlich! Ich gehe durch den linken Korridor, in der Biblithek. Wer steht da? Snape. Mit seiner Freundin, oder was weiß ich was für Tussi, dieser komischen Hufflepuff, …"

„Aha. Na, da läuft auch alles rum", sagte Sirius.

„… was ihn aber nicht davon abhielt, mich zu beschimpfen."

„Ich brech ihm sämtliche Knochen.", knurrte James.

„Das muss man sich mal vorstellen. Ich, als Schulsprecherin gehe da lang und muss mich von so einem beschimpfen lassen. Da hab ich ihn natürlich zur Rede gestellt und wollte ihm gerade sonstewas wie viele Punkte abziehen, ich war ja so böse auf ihn, da kommt Malfoy vorbei und hat nichts besseres zu tun als mich zu begrabschen!"

„Ich bring ihn um!", fauchte James und war aufgesprungen. Sirius ergriff seinen Arm und zog ihn wieder runter. „Hey, ruhig, Kumpel."

Lily erzählte weiter: „Merlin, ich war so außer mir, dann hab ihn so einen Tritt verpasst, ich hoffe, nein, ich denke, dass er lange nicht mehr sitzen kann."

„So ein Frechheit", sagte Remus. „Geh dich doch bei Gonnie über die beiden beschweren. Hast du ihnen denn noch Punkte abgezogen?"

„Klar, soviel wie es in meinen Möglichkeiten liegt." Sie seufzte. So ein Stress immer. Und jetzt saß sie schon bei den Maraudern und unterhielt sich mit ihnen. So tief war sie schon gesunken. Blöder Tanzkurs, der war an allem Schuld. „Habt ihr noch was zu trinken?" Die Tische waren schon abgeräumt, bzw. das Essen war schon verschwunden. Nur die Teller und Gläser der restlichen Schüler, die hier unten saßen, standen noch da.

„Ich hab nur noch das Glas Wasser hier", sagte James gelassen und fuhr dann verschmitzt fort: „Aber wenn du was anderes willst… oben haben wir noch Feuerwhiskey, Butterbier und auch einfachen Kürbissaft, du kannst ja mit hochkommen."

„Davon träumst du wohl." Lily schüttelte ungläubig aber auch belustigt den Kopf. Trotzdem angelte sie sich sein Glas hinüber.

„Wie spät haben wir's denn?" fragte Sirius plötzlich. „Gleich zehn Uhr. Wir sollten schon mal hochgehn, nicht das es noch Ärger mit Filch gibt.", sagte Remus.

„Schon so spät? Ich geh dann mal." Meinte Sirius und verschwand sehr schnell aus der großen Halle. Sie vier Verblieben sahen ihm nach.

„Wo will er denn hin?" fragte Lily erstaunt.

„Zu irgendeinem Mädchen, denke ich mal.", antwortete James nebensächlich und streckte sich. „Wollen wir dann langsam auch mal los? Wir müssen ja noch zwei Stunden hier rumlaufen…"

Lily nickte. Zu vier verließen sie die Halle und verabschiedeten sich an der Treppe von Remus und Peter, die hochgingen zum Gryffindorturm. Nun standen Lily und James alleine in der Eingangshalle. Sie sahen einander an. Ihre Blicke trafen sich kurz, bevor sie wieder wegguckte.

„Nun gut, lass uns das beste daraus machen. Hast du dir schon überlegt, wie wir die Vertrauensschüler einteilen?" fragte Lily. Die beiden schlenderten durch die Gänge. Allgemein waren diese Rundgänge gar nicht so schlimm. Sie hatten eigentlich nur rumzulaufen und das zweieinhalb Stunden lang. Wenn am darauffolgenden Tag Wochenende wäre müssten sie noch noch eine Stunde länger laufen. Die beiden teilten die Vertrauensschüler neu ein, machten einen Abstecher zum Schulsprecherzimmer um die Listen aufzuschreiben und mussten nur einmal drei Zweitklässler zurechtweisen, die nachts durch das Schloss geisterten. Ansonsten war alles ruhig.

Lily warf James hin und wieder verstohlene Blicke zu. Sie konnte sich plötzlich wirklich erstaunlich gut mit ihm unterhalten, so eine Nacht war lang, da sprach man über Gott und die Welt. Seitdem sie mehr Zeit mit ihm verbrachte, wie beim Tanzkurs, wo jedoch unfreiwillig, fiel ihr immer mehr auf, dass er sich verändert hatte. Er war nicht mehr der fürchterlich arrogante, ekelhafte Wasauchimmer, woran sie ihre Gedanken geklammert hatte. Aber - verdammt noch mal, sie durfte nicht weich werden!

Er lächelte sie an. Unweigerlich lächelte sie zurück. Was war das bloß? Was brachte sie so durcheinander?

„Es ist schon viertel nach zwölf.", sagte er schließlich, „ich denke, wir könnten schon mal hochgehn."

„Okay." So schlenderten die beiden hoch zum Gryffindorturm.

„Weißt du was?" lachte Lily plötzlich. „Als wir das letzte Mal patrouilliert haben?"

Oh ja, wie könnte er das vergessen? Aber er nickte nur grinsend.

„Ich war ja so böse auf dich und ich weiß jetzt nichtmal mehr wieso." Sie kletterten durch das Portraitloch und betraten den leeren Gemeinschaftsraum. Im Kamin brannte noch ein Feuer.

James würde den Teufel tun und sie daran erinnern weshalb sie sich damals mal wieder gestritten hatten. „Naja, denn. Morgen sehn wir uns beim Tanzkurs…" sagte er, einfach damit die Stille des Raumes nicht auf die beiden übergriff. Sie nickte. Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen leichten Kuss auf die Wange, bevor sie „Gute Nacht" hauchte und hoch zu ihrem Schlafsaal verschwand. Im Gemeinschaftsraum war ein verdatterter James Potter zurückgeblieben, der ungläubig und doch erfreut in die Dunkelheit lächelte. Das schien sich doch alles gar nicht sooo schlecht zu entwickeln.


Zaubermaus: irgendwie habe ich es am Anfang des Kapitels versucht irgendwie was zu verändern, aber dann passte das irgendie alles nicht mehr so zusammen. Ach, ich bin verwirrt - irgendwie xD

So, ich hoffe, ihr fandet es wenigstens einigermaßen in Ordnung °wink° Und vielen, vielen lieben Dank für eure lieben Reviews vom letzten Mal, das ermutigt echt voll! Danke!