Ruuuummmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilll: Hallo mein allerliebster Galadhrim. Was machst denn du bei FF.net? Du wirst doch nicht etwa dem VS untreu? misstrauischkuck ja ich weiß was du von meinen Sachen hältst -- nichtganzobjektivdabeiist
Zita sichsofortduckt tschuldigung murmel Ja, solche Heiler wie Imladris sie zu bieten hat wünsche ich mir auch oft. Aber noch ist nicht alles aus. Ob es wohl reichen wird was Maladuial getan hat oder nicht?
Ein Licht am Horizont
Fennhír fing mit Mühe den Sturz ab, der ihn schon wieder auf die Knie zwang. Das Gewicht Donnfindels lag schwer auf ihm. Jedes mal kam er mühsamer wieder auf die Beine. Der Wind oder Mandos Widerstreben, sie gehen zu lassen, wie Fennhír vermutete, zerrte an ihren Kleidern. Mit schwerem Atem sah er zurück.
Noch immer lag dort Mandos Halle, einladend...
.....kommt zurück zum Licht...
.....Ja, er musste weiter; Aeloth wartete doch auf ihn. Während er sich umdrehte, stürzte er erneut über einen Stein. Gerade noch so konnte er verhindern, dass sein Gesicht ebenfalls Bekanntschaft mit dem scharfkantigem Untergrund machte. Seine Arme fühlten sich taub durch den Sturz an. Jedoch war kein Blut zu sehen. Seine Haut war heil obwohl sie es eigentlich nicht hätte sein sollen.
Wieder wurde das Glühen der Ketten kaum merklich schwächer. Das war bis jetzt jedes Mal geschehen, wenn er strauchelte. Sie schienen nur noch leicht rötlich, Fennhír war oft gestrauchelt bis jetzt.
„Lass uns rasten. Nur einen Augenblick." bettelte Donnfindel leise.
Fennhír schüttelte wütend den Kopf. Wenn er sich jetzt nieder ließ, würde er sich nie wieder erheben.
Auch dieses Mal schaffte er es aufzustehen. Nur um gleich darauf zusammen zu brechen. Dieses Mal blieb er liegen. Seine Haare wehten ihm ins Gesicht und Donnfindel lag schwer auf seinem Körper. Er fand nicht mal mehr die Kraft, dessen Strähnen aus den Augen zu blinzeln.
„Donnfindel?"
„Ich bin hier."
... kommt zurück zum Licht...
„Was muss ich tun?"
„Einfach liegen bleiben. Der Rest folgt alleine."
Fennhír nickte. Tränen stiegen ihm in die Augen und nässten den dunklen Boden, als er Aeloth in weiter Ferne aufschreien hörte.
Die Ketten erkalteten im Wind. Haarfeine Risse bildeten sich mit leisen knistern auf deren Oberfläche...
Aeloth erzählte weiter von schönen Augenblicken, als aus Fennhír Kehle unerwartet ein leiser Seufzer entfloh und aus seinem Körper jegliche Art von Anspannung wich.
„Nein! Fennhír. Bitte verlass mich nicht! Verlass mich nicht! Fennhííír."
Elronds Hände flogen den Bruchteil einer Sekunde vorher an Fennhírs Kopf und umschlossen ihn im Nacken; so als wolle er ihn zwingen, seine leeren offenen Augen auf sich zu richten, den Oberkörper hatte er ein wenig mehr zum Liegenden geneigt.
Maladuial konnte Fennhírs Frau kaum zurück halten. Sie wand sich in seinem Griff und schlug wie von Sinnen auf ihn ein. Er versuchte, sie mit sanften leisen Worten zu beruhigen, während er sie fest umschlungen hielt. Er hatte es schwer sie zu halten, wollte er ihr doch nicht schaden und sie dennoch nicht zu ihrem Gemahl lassen. Sie würde Elrond jetzt nur behindern. Erst nach einigen Minuten gab sie es auf und weinte an seiner Schulter.
Maladuial riskierte einen Blick zu Donnfindel, auch er lag wie gegossen im Bett. Wie Fennhír atmete auch er nicht mehr.
Er sah wieder zu seinem Herrn. Jetzt begann das, wozu nur wenige in der Lage waren. Er hätte sich gewünscht, dass es erst gar nicht so weit gekommen wäre. Nicht nur wegen der weinenden Elbenfrau in seinen Armen. Maladuial mochte Donnfindel und Fennhír sehr gut leiden.
Fennhír lag weiterhin auf dem Boden dieser toten Welt. Bald würde er zu ihr gehören. Aeloth hatte angefangen zu weinen. Er hörte sie ganz deutlich. Der Wind trug ihre Stimme zu ihm.
Donnfindel lag nach wie vor, unfähig sich zu rühren, auf Fennhírs Rücken. Für diesen waren alle tröstenden Worte schon lange verstummt. Er spürte, dass das Leben aus seinem Freund wich. So wie schon bei sich selbst, doch dann schlangen sich diese Ketten um ihn. Es tat ihm Leid. Er kam sich schuldig vor an dieser Situation. Warum hatte Fennhír ihn nicht einfach zugesehen wie er starb? Wie konnte er sich nur erdreisten für ihn zu bestimmen was richtig war und was nicht, was er zu tun hatte und was nicht, ob er leben sollte oder nicht! Donnfindel verschüttete die aufkommende Wut mit dem befriedigenden Gedanken dass es dieses Mal keinen gab, der ihn zurückhalten konnte. Endlich würden die Schmerzen enden. Mit einem sehnsüchtigen Blick betrachtete Donnfindel die Hallen, die sich hinter der Grenze aus jungem Gras und Schmerz befand. Er sah Elben wandeln in den großzügigen Hallen von Mandos. Seine Augen noch einmal anstrengend besah er sich die Elben genauer. Dieses Gesicht kannte er doch irgendwo her? Und das daneben auch! Ja! Seine ehemaligen Freunde standen dort. Sie warteten auf ihn. Und es waren ihrer nicht wenige.
Leise, nicht einmal für Fennhír hörbar, flüsterte er: „Ich komme bald, meine Freunde." Seine scharfen Augen sahen wie sich auf den Lippen seiner einstigen Gefährten ein wehmütiges Lächeln ausbreitete.
Die Zeit verging, Jahrhunderte folgten Donnfindels Worten und zogen in rascher folge über die beiden hinweg. Ließen sie mal vor Frost erstarren wenn der Winter in unheimlicher schnelle über diese Land hereinbrach mal vor sengender Hitze fast verglühen. Tage und Nächte brachen herein. So schnell das man ihnen kaum hinterher sehen konnte. Manchmal quälten sie Erinnerungen. Sie sahen Freunde und Feinde gleichermaßen schnell wieder verschwinden wie sie gekommen waren. Ewigkeiten lagen sie dort, jegliches Zeitgefühl verloren. Ihr ganzes Leben schien nur darin zu bestehen zu liegen und sich zu erinnern.
Schritte näherten sich den beiden, seltsam langsam in dem unendlichen Strom von Tag und Nacht. Leichte Schritte, unter denen kleine Steine verschwanden, gefolgt von gleißendem, warmem Licht das selbst in der alles versengenden Helligkeit der Sonne noch Schatten warf. Fennhír und Donnfindel spürten, wie sie von der schwarzen nackten Erde hochgehoben wurden. Und wie mit dieser Geste der Fluss der Zeit wieder mit normalem Tempo der Ewigkeit entgegen trieb.
Teilnahmslos beobachtet Fennhír, wie sein Herr sie mühevoll vom Boden zog. Er fragte sich warum dieser den so eine Anstrengung auf sich nahm. Schwer lag sein Kopf auf dessen warmer Schulter.
.... Aeloth würde dich vermissen, Fennhír. Hörst du nicht ihr weinen? ... hörte Fennhír Elrond in seinem Geist.
Fennhír lauschte in den Sturm. Ja, er hörte sie schluchzen, immer noch... Bildlich konnte er sich ihr hübsches Gesicht vorstellen, ganz nass von ihren salzigen Tränen.
Ein Zittern ging durch Fennhírs leblosen Körper. Die Umstehenden sahen wie, sich zuerst langsam und zögerlich, dann immer gleichmäßiger, der Atem von Fennhír erneut regte. Aeloth schlug sich vor Freude die Hände vor den Mund. Leise schluchzend kniete sie sich wieder ganz nah an ihren Geliebten. Unendlich vorsichtig, so als fürchte sie, ihre Berührung würde seine Seele verscheuchen, wie einen Schmetterling den man von der Blüte zu holen versucht, nahm sie seine Hand in die ihre.
Maladuial gestattete sich noch nicht aufzuatmen. Elrond hatte anscheinend Fennhír erreicht. Doch Donnfindel lag noch immer ohne ein Lebenszeichen in den Kissen. Die beiden waren nach wie vor miteinander verbunden. Und der Heiler sah dass sein Herr schnell ermüdete.
Fennhírs Knie fanden mit einem Mal nicht nur die Kraft sich zu strecken, sondern auf noch die Stärke Donnfindel zu tragen.
Er konnte es einfach nicht ertragen sie weinend zu wissen.
„Ich komme Aeloth. Ich komme!" Fennhír wusste nicht, woher er die Kraft nahm seine Gestalt aufzurichten. Neue, schon längst versiegt geglaubte Energie durchströmte ihn.
„Warum... tut ihr mir das an?" Flüsterte Donnfindel anklagend.
Fennhír wollte schon zu einer Antwort ansetzen, verstummte aber zuletzt da er wusste das sie nie die unglaubliche Qual rechtfertigen könnte die sein Freund schon die ganze Zeit durchlitt. Er starrte nur weiter gerade aus, bemüht nicht in die vorwurfsvollen Augen zu blicken die er doch so deutlich spürte.
... wir machen dies nicht um dich zu quälen. Er tut dies doch, nur weil er dich mehr schätzt als alle anderen und ich helfe ihm dabei, denn alleine schaffte er es nicht zurückzukehren...
„Wohl kaum mehr als alle anderen!" stieß Donnfindel verächtlich aus.
Nichts war Fennhír lieber als seine Frau. Kein Schatz der Welt, keine Versprechen und erst recht keine Jugendfreundschaft die sich irgendwann einmal durch Zufall ergeben hatte…
Fennhír liebte Aeloth aus der tiefsten Tiefe seiner Unsterblichen Seele. Das wussten alle.
Die Risse der Ketten wurden tiefer. Elrond hörte mit Beunruhigung das haarfeine Geräusch von leise brechendem Metall. Nicht mehr viel Zeit blieb.
.....er hat viel auf sich genommen für dich. Mehr als er je von dir verlangt hätte. Und er wird nie zurückfordern was er für dich tut, du weißt das....
Donnfindel sah zu Fennhír, sein Gesicht hätte aus Stein gemeißelt sein können. Er wusste Elrond sprach die Wahrheit. Fennhír hatte ihm immer bedingungslos vertraut. Er hatte ihm eine Familie angeboten, seine Familie! Ohne je etwas zu fordern, ohne je einen Hintergedanken zu haben.
Aus den Augenwinkeln sah er in Mandos einladende Hallen.
Aus den Augenwinkeln sah er den Sternenhimmel hinter dem sich sein Leben verbarg wie die Sonne hinter Regenwolken.
War es beim Erwachen so gewesen? Die Wahl zu Haben zwischen leidvoller Existenz oder leerem Nichtsein? Jetzt stand er vor der Wahl. Erneut. Denn er dachte eigentlich, sich schon entschieden zu haben.
Donnfindel hatte Angst. Er wollte nicht zurück. Dort hinter dem Horizont aus Licht würden nur schmerzen auf ihn warten. Furchtbare Schmerzen. Er hatte schon eine Kostprobe davon erhalten als er nach Imladris gebracht wurde. Eine Nacht, die längste seines Lebens hatte er verbracht in schmerz. Er spürte wie Fennhír vor Anstrengung zu zitterten begann. Wie mühevolle musste für ihn das alles sein. Zu seinem eigenen Gewicht auch noch einen Verletzten zu tragen. Und sein Herr? Donnfindel versuchte Elrond aus dem Augenwinkel anzusehen. Auch er konnte sie nicht ewig halten, vor allem nicht hier.
Seine Angst nahm zu; Wasser gleich, das zu einer Flutwelle wächst. Er wollte schreien, so sehr fürchtete er sich. Oh, du großer Jäger. Blickst dem wildesten Eber ohne Furcht in sein hässliches Gesicht, aber bei so etwas Simplem benimmst du dich wie ein kleiner Junge, der zu seinem Vater gerufen wird, wenn er weiß, das er etwas getan hat´, versuchte er sich mit Sarkasmus mutiger zu machen, als er im Moment war.
Donnfindel holte noch einmal Luft und fragte dann mit all seinem Mut: „Fennhír...?"
„Ja, Donnfindel?" gab Fennhír fast flüsternd zurück.
„Was machst... du noch hier!" Donnfindel schluckte schwer. Er hatte Angst, aber, bei Elbereths Sternen! Er war weder ein Feigling, noch war er allein.
„Was meinst du?" fragte Fennhír verwundert.
Mit einem erleichterten Schmunzeln sah Elrond die abgrundtiefe Verwirrung in Fennhírs Gesicht. Er schien nicht zu begreifen.
„Ich meine... dass Aeloth meinen Körper in den Wald schleift, um die Wölfe zu füttern, wenn ich dich heute mitnehme!"
„Ich gehe nicht ohne dich!" Er sagte diese Worte mit mehr Entschlossenheit, als er sich selbst zugestand.
Donnfindel seufzte: "Ich weiß. Nun geh´ schon; Aeloth wartet doch auf dich! Glaubst du, wir werden leichter, wenn wir hier noch länger verweilen?"
Fennhír glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Er setzte sich erfreut in Bewegung, einen Arm um Elronds Schultern geschlungen. Jedoch knickte er nach wenigen Metern wieder ein; sein Herr stütze sie, und die Ketten zeigten keine neuen Risse.
