Huhuu, freut mich, dass euch die Ff so gut gefällt, und ich kann euch schon mal im Vorraus sagen, dass noch weitere Technische und auch Zwischenmenschliche Probleme auf Severus Snape zukommen werden.
Wünsche euch viel Spaß beim lesen. Drück euch alle, Jane
Etliche Stunden später, Snape wusste mit seiner Zeit nichts anzufangen, an Schlaf war auf den harten Stühlen nicht zu denken, das Bein schmerzte, fing er an das Zimmer zu erkunden, wobei sein Blick wie zufällig auf die schlafenden Granger fiel.
„Auch schön, wenn sie ihren vorlauten Mund hält", bemerkte er trocken und sah sich den Fernseher nun genauer an.
„Für irgendetwas muss dieser Kasten doch von Nutzen sein", fluchte er leise und tastete vorsichtig das Gehäuse ab. Nun drückte er den einzigen Knopf, den er noch nicht ausprobiert hatte, worauf ein Höllenlärm startete, als der Fernseher zum Leben erwachte. Hermine Granger setzte sich erschrocken auf und sah sich um, als wäre der Leibhaftige hinter ihr her.
„Was zum Teufel…", fing sie an und nachdem sie sich den Schlaf etwas aus den Augen gerieben hatte, sah sie die Ursache des Übels und musste sich das Lachen verkneifen, weil Snape erschrocken auf seinen Hinter gefallen war und mit verzerrtem Gesicht Ozzy Osborne zusah, der eines seiner Lieder zum Besten gab.
Etwas torkelnd schwang sich Hermine aus dem Bett und stellte den Fernseher wieder aus, worauf sich eine wohltuende Ruhe ausbreitete.
„Ich glaube, es wäre angebracht, wenn ich Sie ein wenig in Muggelkunde unterrichten würde, in Ihrer Gegenwart geraten die Muggelgeräte etwas aus dem Häuschen, nicht dass das bei Ihnen zur Gewohnheit wird…", sprach sie, wobei sie ihm eine Hand reichte, damit er sich wieder aufrichten konnte.
Seine Antwort darauf fiel nicht gerade freundlich aus.
„Wenn Sie es noch einmal wagen sollten, mich auf den Arm nehmen zu wollen, dann könnte ich mir durchaus noch einmal Ihr verlockendes Angebot, Sie zu töten, überdenken", zischte er und ließ keinen Zweifel daran, wie ernst es ihm damit war.
Hermine schluckte ihren Kloß hinunter und sah ihn aus großen Augen an und einmal mehr kam ihr der Gedanke, dass es vielleicht doch ein Fehler gewesen war ihm zu helfen.
„Mit nur einem Unterschied, hier fällt es mit angrenzender Sicherheit auf und Sie werden unter den Muggeln untergehen, das kann ich Ihnen schon mal prophezeien", schnauzte sie ihn an, wobei die Ähnlichkeit mit einer wütend gewordenen Furie, ihrem Aussehen sehr nahe kam.
„Nun ziehen Sie nicht so ein Gesicht Granger, das steht Ihnen nicht, das entstellt Ihr sonst so intelligent aussehendes Äußeres", sagte er ironisch und machte keinen Hehl daraus, wie sehr er es genoss sie nieder zu machen.
Doch sehr zu seinem Leidwesen, schüttelte Granger ihren Kopf und sah ihn nun herausfordernd an.
„Und ich warne Sie auch kein zweites Mal, ich überlasse Sie Ihrem Schicksal und dann können Sie machen was Sie wollen, mal sehen, wie weit Sie in der Muggelwelt kommen", fluchte sie ungehalten, wobei sie sich beide wieder nah voreinander trafen, als er mit ihrer Hilfe wieder zum Stehen kam.
Sich der Situation und der Nähe des anderen bewusst, stoben sie unwirsch auseinander. Diese Situation hatten sie bereits einmal, mit unerwünschtem Ergebnis. Hermine zog ihre Schuhe wieder an und sah aus dem Fenster. Auf dem Hof mühte sich eine Frau in einem Garten ab, um Herr über das wuchernde Unkraut zu werden, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Der Garten sah sehr urig aus, Kräuter und wilde Blumen wuchsen anscheinend ungehindert und vermittelten einen Ausdruck von Natur pur.
„Wie wollen Sie also Ihre Unschuld beweisen?", fragte Hermine frei heraus, wobei sie ihm mit keinem Blick würdigte, sie war wütend, dass dieser Mann sie derart auf die Palme brachte, ohne es zu honorieren, was sie für ihn tat und oder in Kauf nahm. Aber hatte sie wirklich geglaubt, er würde sich hier anders benehmen, als wie sie ihn aus der Schule kannte? Wohl kaum.
„Im Ministerium wird Albus Dumbledores Denkarium aufbewahrt. Diesbezüglich werde ich dort wohl keine zwei Schritte tun können, ohne von jemand erkannt zu werden und da kommen Sie ins Spiel", sagte er ohne ein minimales Zeichen erkennen zu lassen, ob sein Plan schon ausgereift war.
„Und wie genau haben Sie sich das vorgestellt? Soll ich etwa einfach ins Ministerium hereinspazieren und sagen: „Hallo, ich bin Hermine Granger, lassen Sie mich bitte in Ihre geheime Abteilung?!", sagte sie mit patzigem Tonfall. Ihr Blick und ihre Haltung unterstützten ihre Aussage noch dazu.
„Wenn Sie das nicht können, frage ich mich, warum Sie überhaupt mitgekommen sind!" knurrte er mit seiner seidig rauen Stimme.
„Oh ich ahnte bereits, dass das ein Fehler ist, da können Sie ganz beruhigt sein. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Ist das im Ministerium der einzige Ort, an dem Sie Ihre Beweise sammeln können?"
„Nein, in meinem Besitz befindet sich ebenfalls ein Denkarium. Leider ist mir der Zugriff Momentan nicht möglich, zurzeit befindet es sich in meinem alten Refugium in Hogwarts. Dies dürfte Ihnen weitaus weniger Probleme bereiten", sinnierte er und studierte dabei die Fernbedienung des Fernsehers, wobei er „versehentlich" auf den roten Knopf drückte, das wiederum zur Folge hatte, dass der „Kasten" erneut zum Leben erwachte und der Nachrichtensprecher von NBC einen Rundruf von einem gefährlichen Mörder verkündete, auf dessen Kopf eine hohe Belohnung ausgesetzt war.
„So wie es aussieht, arbeitet das Ministerium noch immer eng mit dem Muggelministerium zusammen", sprach Snape, der zuerst erschrocken war, als der komische Kasten mit einem Summen erneut zum Leben erwachte, dann aber interessiert den Nachrichten lauschte.
„Immerhin haben sie kein Foto veröffentlicht, das würde meine Sache erheblich erschweren. Die lapidare Beschreibung passt nahezu auf hunderte von Menschen in London", murrte er und seine Hand umfasste die Fernbedienung noch fester.
Hermine starrte ebenfalls gebannt auf den Bildschirm. Dem Ministerium musste ungeheuer viel daran liegen, Snape möglichst schnell zu fassen, was bei seinen angeblichen Taten nicht verwunderlich war.
„Das erschwert „Ihre" Sache allerdings. Bei Merlin, ist das Ministerium ausnahmsweise mal schnell!", resümierte Hermine überrascht.
„So ist das, wenn man Ruhm ernten will und es zum Greifen nahe ist." Snape legte die Fernbedienung zur Seite und fuhr sich erschöpft durchs Gesicht. Der kurze Schlaf hatte nicht dazu beigetragen, dass er sich ausgeruhter fühlte und seinem Bein ging es auch nicht viel besser, im Gegenteil.
„Sie sollten sich ausruhen, aber erst lassen Sie uns nachsehen, was es zu essen gibt, ich sterbe vor Hunger. Kommen Sie." Sie schaltete erneut den Fernseher aus und schon machten sie sich auf, Snape stark humpelnd und Hermine ihn stützend.
Die Bedienung beim Essen, war anscheinend ein all round Talent, denn es war der gleiche Mann, wie am Empfang. Er flog gerade auf sie zu, wobei er jedem eine Menükarte vor die Nase hielt und wartete, was die Herrschaften zu essen wünschten.
Snape lugte immer mal wieder verzweifelt über die Karte, denn diese Namen konnte er beim besten Willen mit keinem Essen verbinden, welches er kannte. So hoffte er, Granger würde ihm aus dieser Misslage, ohne großes Aufsehen, helfen.
Doch sie schien sich sehr für ihre Menükarte zu interessieren, oder sie würdigte ihn aus purer Bosheit mit keinem Blick.
„Ich nehme die Nummer 9, Forelle Blau im grünen Bett."
Der „Kellner" schrieb eifrig die Bestellung auf und wartete geduldig auf die Nächste.
Hermine sah Snape abschätzig an. Sie hatte ihn unauffällig beobachtet, sah aber keinen Grund ihn zu helfen, sollte er doch zusehen wie er fertig wurde.
„Nun der Herr, haben Sie gewählt?", kam es von dem inzwischen unruhig gewordenen Kellner, wobei er Snape sein strahlend weißes, künstliches Lächeln präsentierte.
Snape wurde nun leicht ungehalten und zeigte sich gegenüber Hermine ziemlich unbeeindruckt.
„Ich wähle die Nummer zwei", sagte Snape knapp, ohne auch nur im Geringsten zu ahnen, was er sich da bestellt hatte.
„Oh, eine exquisite Wahl Sir, darf es etwas zu Trinken für die Herrschaften sein?" Geschäftig bedachte der Kellner seine Gäste mit einem Blick, wobei sein Stift unruhig über seinem Schreibblock zitterte.
„Für mich bitte eine Coke." Hermine sah Snape an, sie war neugierig, wie er auf sein „opulentes Mal", welches er sich bestellt hatte, reagieren würde.
„Ein Wasser bitte", sagte Snape knapp, ohne den Kellner zu beachten, denn das spitzbübische Grinsen in Grangers Gesicht gefiel ihm so ganz und gar nicht und so beobachtete er sie geringschätzig und war auf das gespannt, was unweigerlich folgen musste.
Während sie auf das Essen warteten, unterhielten sie sich höflich über eher belangloses, was Hermine unwirklich erschien, denn solch eine Situation hätte sie nicht in ihren kühnsten Träumen erdacht, geschweige denn erhofft.
Etwa eine kleine peinliche Ewigkeit später, traf das Essen ein. Auf Hermines Teller lag eine herrliche Forelle, die auf grünen Salat angerichtet war. Snape hingegen, betrachtete das Essen säuerlich mit skeptischer Miene und sah den Kellner fragend an.
„Bitte sehr, Labskaus nach Art des Hauses. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit." Mit einem freundlichen Grinsen verzog sich der Mann und überließ seine Gäste ihrem Essen.
Pikiert stocherte Snape in der weichen Masse herum und sah dann auf Grangers appetitlich angerichteten Fisch. Hermine, die das sah, musste aufpassen, dass sie sich nicht an den soeben heruntergeschluckten Bissen erstickte.
„Ist Ihnen nicht gut Snape?", frage sie amüsiert, wobei sie eine Unschuldsmiene auflegte, die bei Snape fast die Hutschnur zum Platzen brachte.
„Nein, nein, alles Bestens", sagte er mürrisch und stocherte weiter mit seinem Löffel in der rotbraunen Masse herum, wobei er etwas davon immer wieder angeekelt von seinem Löffel fallen ließ.
„Stimmt etwas mit dem Essen nicht? Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht." Hermine konnte sich kaum noch zurückhalten und stopfte sich stattdessen lieber ihre Gabel mit dem köstlichen Fisch in den Mund.
„Ach, was Sie nicht sagen, dann macht es Ihnen sicher nichts aus, Ihr Essen mit mir zu tauschen", murrte er wütend und zog eine seiner Augenbrauen in ungeahnte Höhen.
Hermine verschluckte sich nun endgültig an ihrem Fisch und nur dem beherzten Eingreifen des Kellners war es zu verdanken, dass sie nicht erstickte.
„Danke, danke es geht schon wieder", sagte sie zu dem Mann, der darauf wieder davon wuselte.
„Nein, vielen Dank, ich bleibe lieber bei meinem Fisch, ich hatte bereits einmal das Vergnügen. Bestellen Sie sich doch etwas anderes, wenn es Ihnen nicht zusagt, das ist kein Problem", sagte sie immer noch hustend und trank ihre Coke mit einem Schluck aus, um ihrem starken Hustenreiz entgegen zu wirken.
„Was möchten Sie denn essen?", fragte sie nun versöhnlich und schaute sich nach dem Kellner um, der es anscheinend blendend beherrschte, sich immer dann im Vordergrund zu zeigen, wenn seine Hilfe benötigt wurde.
„Fisch wäre vertretbar, egal, Hauptsache etwas das man kauen muss und nicht etwas, das aussieht, als wäre es bereits schon einmal gegessen", sagte er und verzog sein Gesicht zu einer angewiderten Grimasse, als er auf seinen Teller starrte.
Mit seinen weißen Beißerchen kam der Kellner erneut grinsend auf sie zu.
„Ist etwas nicht in Ordnung mit dem Essen?", fragte er und musterte die Teller, wobei sein Blick auf Snape fiel, der ihn giftig ansah.
„Wir benötigen noch einmal die Nummer neun und das Labskaus können Sie bitte mitnehmen."
„Ich verstehe schon." Grinsend kniff der Kellner Severus ein Auge zu. „Ein Mann braucht bei einer so jungen Frau schon etwas anderes zu beißen, nicht wahr?"
Mit einer angedeuteten Verbeugung verschwand der Kellner und mit ihm, das für Snape so scheußlich „exklusive" Gericht. Der aufspießende Blick, den Severus Snape dem Kellner hinterher warf, hätte ihn eigentlich zumindest lahm legen müssen, aber so wuselte der Mann munter davon und er schluckte seinen Hass und seine Wut auf diesen Menschen hinunter.
Nachdem sie Beide endlich etwas im Magen hatten, machten sie sich daran, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Hermine benötigte einen neuen Zauberstab, denn ganz ohne fühlte sie sich nackt und es war auch für sie ein heilloses Unterfangen, ins Ministerium oder in Snapes ehemaliges Heim, ohne Zauberstab zu gelangen. Leider bedeutete dies, dass nun wieder Auto fahren angesagt war. Nebenbei würden sie eventuell in der Winkelgasse Dinge über den Kampf erfahren, oder wer überhaupt dieses Massaker überlebt hatte.
Snape beäugte den kleinen Wagen mit äußerster Skepsis, aber leider waren ihm die Hände gebunden, es gab keine andere Möglichkeit, um nach London zu kommen. Inzwischen wusste er zumindest, was er tun musste, um überhaupt in diesen Kasten zu steigen, zumindest diese peinliche Erniedrigung blieb ihm erspart.
Nun saß er neben Granger im Auto und blickte sie erwartungsvoll an. Seinen Gurt hatte er sich ebenfalls umgeschnallt und er fand es überhaupt nicht im Geringsten schwierig. Einen anerkennenden Blick erntete er allerdings nicht von ihr, was ihm etwas wurmte, nachdem er sich vor ihr wegen dem Auto zum Deppen gemacht hatte.
Sie startete den Wagen und schon ging die Fahrt Richtung London in Gang. Das Holpern tat seinem Magen nicht gut und er hatte das Gefühl, der Fisch kämpfte in ihm um seine Freiheit. Doch auf dem Asphalt ging die Fahrt ruhig zu und er döste schnell ein, der Schlafmangel, die körperliche Anstrengung und der Blutverlust forderten dann doch noch seinen Tribut.
Ein höllischer Lärm riss ihn dann jäh aus seinen düsteren Träumen, schlagartig war er wach und registrierte, sie waren bereits im Londoner Zentrum.
„Oh, Sie sind aufgewacht. Wir sind gleich da, nur noch um die nächste Ecke, dann werde ich den Wagen parken und Sie warten bis ich wieder da bin." Hermine Granger konzentrierte sich auf den Straßenverkehr und schlich hinter einen schwarzen Bentley her, der gelinde gesagt kein Gaspedal zu haben schien, was sie höllisch ärgerte.
„Verdammt, Gaspedal wohl ausgebaut, was?!", schnauzte sie ihrem Vordermann wütend an. Snape sah sie entgeistert an und dachte sie wäre jetzt wohl völlig übergeschnappt.
„Hat wohl seinen Führerschein in der Lotterie gewonnen, so eine Schleiche!"
Die zusammengezogenen Augenbrauen von Snape konnte Hermine nicht sehen, dafür bekam sie aber einen Kommentar ab, als sie endlich das Auto auf einem Parkplatz abstellte.
„Können Sie mir wohl sagen, wem Sie gerade all diese Wörter an den Kopf geworfen haben? Das war sehr ladylike, das muss ich Ihnen lassen", kommentierte er ihr Verhalten und sah sie von der Seite her an.
„Ich…, ach, das ist jetzt auch egal, ich erkläre es Ihnen später. Dafür habe ich jetzt keine Zeit, Gringotts schließt gegen fünf Uhr, wer weiß was dort wieder los ist." Den Türgriff schon in der Hand hielt sie noch einmal inne.
„Und Sie warten, damit das klar ist. Ich habe keine Lust Sie irgendwo in London zu suchen oder Sie aus einer weiteren Schwierigkeit herauszuholen."
Severus Snape verzog sein Gesicht zu einer Fratze, dieses Gör trieb es eindeutig zu weit. Leider waren ihm im Moment die Hände gebunden, aber sollte sich ihm die Gelegenheit bieten, würde er ihr schon zeigen, was er von ihrem frechen Mundwerk hielt. Mürrisch sah er aus dem Fenster und ignorierte dieses aufgeplusterte Weib. Im Stillen hatte er sich schon längst dafür verflucht, ausgerechnet auf Granger getroffen und auch auf sie angewiesen zu sein. Da zog er doch lieber einen Cruciatus vor, kurz und bündig.
Nun verschwand Granger in den Menschenmassen und er war allein, allein unter vielen Passanten. Das Auto erneut zu erkunden, schien nicht der beste Moment zu sein und so verschob er eine genauere Untersuchung auf später. Er hatte ja keine Ahnung, wie viele Zauberer und Hexen sich auf Londons Straßen tummelten, es war erschreckend. Scheinbar beschäftigt, tarnte er sein Gesicht hinter seinem Jackettärmel oder versank fast ganz im Sitz, um nicht gesehen zu werden.
Eben war ihm ein blonder Schopf aufgefallen, als er auch schon das bekannte Gesicht erkannte, Narzissa Malfoy.
8.
Ihm wurde es ganz heiß und beklemmend eng auf seinem Sitz, aber sie ging an ihm vorbei, stolz mit erhobenem Gesicht, ohne ihn gesehen zu haben.
„Ich bin gefangen in diesem Kasten und Granger macht einen Einkaufsbummel, diese verdammten Weiber…", knurrte er wütend, wobei er darauf achtete, ob nicht noch jemand den Gehweg passierte, den er kannte.
Es dauerte sage und schreibe, eine geschlagene halbe Stunde, bis Granger wieder auftauchte.
Sie sah etwas erschöpft aus, was aber auch daran liegen konnte, dass sie sich mit einer großen Einkaufstasche abmühte.
Mühsam schaffte sie es, an den vielen Autos über die Straße zu gelangen und verstaute ihre Tasche in den Kofferraum.
Mit einer Miene, die Hermine ihre Augenbrauen überrascht in die Höhe schießen ließ, erwartete Snape sie mit verschränkten Armen.
„Und? Hatten Sie einen netten Einkaufsbummel? Darf man erfahren, was Sie so lange getrieben haben?" fauchte er sie an, worauf ihn Hermine verwundert ansah.
„Sie glauben ja nicht, was bei Gringotts los war, und dann, bei Madame Malkin…, der Wahnsinn", ratterte sie alles herunter und startete den Motor.
„So, Sie hatten also einige Besorgungen zu machen, währenddessen sitze ich hier in diesem kleinen Gefängnis und warte darauf von jemand entdeckt zu werden? Das kann nicht Ihr Ernst sein!", schrie er sie an und sein Gesicht glich dem einer Fratze.
„Nein, wenn Sie es genau wissen wollen, ich war nicht bummeln. Ich habe mein Kleid von Madame Malkin abgeholt, wann glauben Sie, wird es wohl eine bessere Gelegenheit geben, um in Ihre alten Gemächer einzusteigen, als am Abschlussball, wenn Gott und die Welt beim Tanzen ist?! Einen neuen Zauberstab habe ich nicht, Mr. Olivander zieht es vor, in diesen Stunden sein Geschäft geschlossen zu halten. Im Übrigen habe ich auch einen Tagespropheten mitgebracht. Ich kann es noch immer nicht glauben, all die vielen Menschen in der Winkelgasse und sie wirkten alle gleich bedrückt."
(Zwischenfrage, der Kampf ganz am Anfang fand doch in Hogwarts statt, oder? Wie kann Hermine dann wissen, dass es einen Abschlussball geben wird? Das solltest du noch erläutern, sonst haut das mit der Logik nicht hin)
Traurig hielt Hermine Granger einen Moment inne und sah nicht auf den Verkehr vor sich, was auf der Stelle mit einem Hupkonzert hinter ihnen belohnt wurde.
„Bei Merlins Bart! Passen Sie doch auf! Wollen Sie uns denn umbringen?", schrie Snape sie an, worauf er ihr ins Lenkrad griff um nicht mit einem der Doppelbusse zusammen zu stoßen, die in London gerne für Sightseeing genutzt wurde.
Hermine trat vor Schreck auf die Bremse, worauf das schreckliche Gequietsche der Reifen hinter ihr, sie wieder wach werden ließ.
„Oh mein Gott…" Erschöpft legte sie ihren Kopf auf das Lenkrad und atmete unkontrolliert.
„Verdammt Granger, kommen Sie wieder zu sich! Wir müssen hier weg, wir ziehen die Aufmerksamkeit aller auf uns!", fauchte Snape und rüttelte sie, worauf sie ihn mit großen Augen erschrocken ansah.
„Machen Sie schon, wir müssen hier weg", sagte er jetzt etwas leiser, aber immer noch mit soviel Respekt in der Stimme, das Hermine augenblicklich aus ihrer Starre erwachte und der Straßenführung folgte. So langsam kam sie wieder zu sich und steuerte nun den Wagen sicher durch die Strassen Londons.
Der Weg zurück war für Hermine eine Tortour, denn ihr fiel es unsagbar schwer, diese traurigen Gesichter der vielen Menschen zu vergessen, die sie in der Winkelgasse gesehen hatte. Ihr wurde es schwer ums Herz und das Atmen fiel ihr nicht gerade leicht.
„Wir halten hier", sagte sie knapp, als sie auch schon den kleinen Renault auf einen kleinen Seitenstreifen am Straßenrand, außerhalb Londons zum Stehen brachte.
Verwundert sah Snape sie an und sah zu, wie sie ausstieg und einen kleinen Abhang hinunter ging. Schnaufend verzog er sein Gesicht und ging ihr hinterher.
Er fand sie im Gras sitzend, ihre Beine angewinkelt und ihre Arme darauf gestützt. Sie sah in die Ferne und rührte sich ansonsten nicht.
Auf der nassen Wiese kam er leicht rutschend neben ihr zum Stehen und wäre beinahe noch unsanft gelandet, was er aber im letzten Moment noch abwenden konnte.
Mühsam setzte er sich neben sie und sah ebenfalls einfach nur stumm gerade aus.
Die Farbvielfalt der Bäume, die sich vor ihnen in den bunten Herbstfarben offenbarte, stachen vom blauen wolkenlosen Himmel ab, die Sonne stand inzwischen nicht mehr ganz so hoch, aber der Boden auf dem sie saßen, war immer noch leicht warm.
Vögel zwitscherten auf der Wiese und ein kleiner Bach unweit der Straße plätscherte munter vor sich hin.
Mit einem Mal, erwachte auch Hermine wieder zum Leben.
„Können Sie mir sagen, wieso?", flüsterte sie heiser und ihr Gesicht verschwand unter einer Vielzahl von rotbraunen Locken, als sie ihre Hände auf ihr tränenreiches Gesicht legte.
Stumm überlegte Snape einen Moment, dann atmete er hörbar aus.
„Das ist eine berechtigte Frage Granger, aber nichts desto trotz, kann ich Ihnen darauf keine befriedigende Antwort liefern. Wir alle sind für unser Tun selbst verantwortlich und sind ein Teil von all dem, was Sie hier sehen. Nur manchmal kommt es vor, dass man gezwungen wird, einfach nur zu funktionieren und handelt instinktiv, was wiederum eine weitere Reaktion hervorruft. Wir alle sind Teil einer Kettenreaktion, also machen Sie sich keine Vorwürfe, denn niemand macht Ihnen einen Vorwurf, oder klagt Sie an, was Sie getan, oder nicht getan haben." Seine Stimme klang fast sanft, zumindest im Gegensatz zu sonst, was Hermine leicht aus ihrer Apathie herausholte, aber eben nur fast.
„Das ist es nicht, was mir Kopfzerbrechen bereitet", antwortete sie traurig und ein leises Schluchzen klang kaum vernehmbar unter der Menge an Haar zu seinen Ohren heran.
„Ich mache mir persönlich Vorwürfe, verstehen Sie?! Ich verstehe nicht, wie ich mich in all das habe reinziehen lassen. Wieso habe ich Menschen getötet, die ich nicht einmal kannte. Warum sind Menschen überhaupt zum Töten fähig?! Hat Ihnen denn niemand erklärt, dass wir für unser Essen nicht mehr töten müssen?" Schwer atmend seufzte sie laut auf und machte sich auf ihren Knien gebeugt so klein, wie es ihr eben möglich war.
Auch Snape seufzte auf, allerdings machte er sich schon seit langer Zeit keine Vorwürfe mehr, warum er sich in das alles hat hineinziehen lassen. Er verstand sie, sehr gut sogar. Man war in eine Sache hineingeboren, sei es durch Freunde, die Probleme mit irgendetwas hatten, wie in Granger Fall ihr Freund Potter, oder aber wie in seinem Fall, durch falsche Freunde, und das Leid welches ihn von seiner eigenen Familie in die Arme der Todesser getrieben hatte.
„Wir funktionieren so, wie wir denken, dass es das Richtige ist. Wir handeln instinktiv, dass es unser Leben garantiert. Und manchmal, ja leider manchmal, müssen wir auch töten, denn das sichert unseren eigenen Fortbestand. Es ist tief in unseren Genen verborgen, wir können also gar nicht anders."
