Sie sind zu dritt 7. Kapitel
Malfoy Manor
Der Tag der Abreise war gekommen und Harry stand nun mit Draco und Severus am Bahnsteig in Kings Cross
Von hier aus würden sie nach Malfoy Manor apparieren. Sie sahen Narzissa und Lucius Malfoy auf sich zukommen und das verursachte bei Harry doch wieder leichte Bauchschmerzen, doch da nahm ihn Narzissa schon in den Arm und drückte ihn leicht an sich.
„Hab keine Angst, " flüsterte sie ihm ins Ohr. Dann begrüßte sie ihren Sohn und Severus, Lucius legte seine Hand auf Harrys Schulter und seine Frau ihre bei Draco und schon spürte Harry das leichte ziehen hinter seinem Bauchnabel und dann standen sie schon in der Eingangshalle von Malfoy Manor. „Willkommen in unserem Heim, " begrüßte ihn nun Lucius und hielt ihm seine Hand hin. Harry, noch etwas benommen von dem apparieren, legte vorsichtig seine Hand hinein. Lucius zog ihn an sich und drückte ihn.
„Ich hoffe, du fühlst dich hier recht bald wohl, und bitte, nimm die Illusion von dir. Wir würden dich gerne richtig sehen." Harry nahm seine Illusion von sich und so konnten die beiden auch den doch schon ziemlichen Bauch des Jungen sehen.
„Geht es dir wieder gut?" fragte ihn Narzissa, die die Stille überwinden wollte. Harry sagte nämlich noch keinen Ton und schaute doch etwas ängstlich. Er sah sich alles an und rechnete damit, jeden Moment Voldemort gegenüber zu treten. Der trat auch in diesem Moment ein. Er sah auf den schwangeren Jungen und sah auch die Angst, aber auch die Entschlossenheit dieses Kindes vor sich.
„Harry, ich hoffe, wir beiden können noch einmal von vorn beginnen. Ich werde dir nichts mehr tun, denn du gehörst nun zur Familie, und die werden wir schützen. Ich kann nicht ungeschehen machen, was geschehen ist, doch nun wird alles anders. Hab also bitte keine Angst mehr. Halte dich aus diesem Krieg, der nicht deiner ist, einfach raus. Lerne unsere Seite kennen, okay?" Er schaute den Jungen bittend an und Harry nickte. Er wollte seine Kinder nicht unnötig in Gefahr bringen, denn er ahnte schon, dass er sie behalten würde. Niemand hier im Raum würde zulassen, dass er sie abgab. Und tief in seinem Innern wollte er es auch gar nicht mehr. Er liebte sie doch schon. Sie hatten sich in sein Herz geschlichen, ohne dass er es bemerkte.
Genau wie Severus und Draco, doch dass wusste er nun wirklich noch nicht. Er glaubte immer noch sie zu hassen. Darum erwiderte er ihre Küsse auch nicht, und versuchte immer wieder ihnen auszuweichen, auch wenn er keine Chance hatte. Er fürchtete sich nur davor wieder mit ihnen schlafen zu müssen, und so wie die beiden sich verhielten, wollten sie es bald, doch würden sie wohl bis nach der Entbindung warten. Er hoffte es wenigstens.
Er ahnte nicht, dass die anderen seine Gefühle und Gedanken aus seinem Gesicht ablesen konnten. Sie lasen in ihm, wie in einem offenen Buch. Narzissa nahm ihn einfach mit in das Esszimmer und setzte ihn auf einen Stuhl. Auch die anderen setzten sich, und Lucius klatschte nach den Hauselfen, die auch sofort erschienen und das Essen auf den Tisch brachten. Harry konnte später nicht mehr sagen, was er gegessen hatte.
„ Harry, wie kommt ihr drei denn nun miteinander aus?" fragte Luc ihn, doch als er die verschlossenen Mine des Jungen sah, fragte er nicht weiter. Der Kleine stand wohl noch immer unter Schock.
Doch nach dem Essen nahm er ihn an die Hand und ging mit ihm in sein Büro.
„Harry bitte setze dich. Was ich dir nun sagen möchte, ist nur die Wahrheit. Wir wollen, dass du dich hier wohl fühlst. Wir wissen was geschehen ist, und das eigentlich niemand etwas dafür kann, außer vielleicht Dumbledor. Ich weiß dass er nur einen Schlafzauber hätte aussprechen müssen. Doch ist das auch egal, aber Tatsache ist, ihr könnt euch nicht scheiden lassen, das gibt es weder bei Vampiren noch bei Veelas. Darum lerne die beiden nun von ihrer richtigen Seite kennen.
Innerhalb der Familie sind wir nicht so arrogant wie in der Öffentlichkeit. Ihr werdet bald Kinder haben, und wir hoffen, du lässt sie hier bei uns. Wir werden uns gut um sie kümmern, bis du es selber kannst. Wir sind die Großeltern und wir würden uns sehr freuen, wenn du so viel Vertrauen in uns hast, und uns dein Liebstes anvertraust. Nach deinen Männern natürlich."
Hier grinste er kurz. „Und sobald du mit der Schule fertig bist, kannst du auch deine Ausbildung machen, ohne Sorgen. Aber das hat ja noch Zeit, nun wollen wir uns erst einmal richtig kennen lernen. Ich hoffe, diese Wochen hier helfen uns dabei. Lass uns die Missverständnisse bei Seite räumen."
Harry sagte die ganze Zeit kein Wort doch hörte er Luc zu. „Okay, wir können es versuchen, aber ich werde kein Zimmer mit den Beiden teilen, ich möchte ein eigenes haben, sonst geh ich lieber. Ich bin noch nicht soweit, mit ihnen in einem Bett zu liegen, das kann ich nicht."
Tränen traten ihm in die Augen und wurden von Lucius zärtlich weggewischt. „Wie wollt ihr euch denn richtig kennen lernen, wenn ihr nicht zusammen seid. Ich hab schon gesehen, dass du ihnen aus dem Weg gehst. Doch nur dort könnt ihr euch richtig „beschnuppern". Sie werden nichts tun, was du nicht willst. Versuch es doch bitte. Und wenn es gar nicht klappen sollte, bekommst du ein eigenes Zimmer, versprochen."
Währenddessen im Salon
„Wird Lucius ihm alles verständlich machen können?" fragte Severus und nippte an seinem Kaffee.
„Ich hoffe es sehr, " meinte Narzissa. „ Ich mag den Kleinen, er braucht Ruhe, denn er ist sehr blass und ängstlich. Es muss doch alles sehr schwer für ihn sein. Schwanger mit Zwillingen und verheiratet mit seinen Feinden. Und ich warne euch beide. Wenn ihr euch nicht anständig benehmt und ihn und seine Wünsche respektiert, werdet ihr mich kennen lernen. Ich werde nicht zulassen, dass ihr ihm wehtut, ist das klar?"
Sie schaute Draco und Severus funkelnd an. Die beiden nickten gehorsam. Wenn Narzissa so sprach, war es besser ihn zuzustimmen. Das hieß, sie hatte den Jungen unter ihre Fittiche genommen. Und sie würden sich benehmen müssen. Aber das hatten sie ja sowieso vor. Sie wollten doch den Jungen für sich gewinnen.
Lucius und Harry kamen zurück in den Salon und nahmen sich dankend einen Tee, den Narzissa ihnen gab. Harry wandte sich an sie. „Mrs. Malfoy, würden sie mit mir in die Winkelgasse gehen? Ich muss noch einiges besorgen, da ich ja nicht wusste, dass ich hierher komme." Die Hausfrau nahm ihn in den Arm. „Harry, nenn mich bitte Narzissa oder Cissa und Lucius eben so oder Luc und duze uns. Du gehörst doch nun zu uns." „Danke, Mrs. …Narzissa." flüsterte der Junge kaum hörbar. „Natürlich gehe ich mit dir in die Winkelgasse. Ich muss auch noch einiges besorgen. Geht ihr mit?" fragte sie und schaute die Männer an.
Alle nickten, denn sie gingen alle gerne shoppen.
„Gut mein Junge, wir gehen alle morgen früh einkaufen. Ist das okay für dich?" Harry nickte, dann nahm ihn Draco an die Hand.
„Komm Harry, ich zeige dir das Haus, während die anderen den Baum reinholen." Zusammen stiegen sie in den ersten Stock und Draco zeigte ihm die ganzen Zimmer. Zum Schluss öffnete er noch die letzte Tür.
„Und dies ist unser Zimmer, Harry. Ich hoffe du wirst dich hier wohl fühlen." Sie betraten ein sehr großes Zimmer mit schwarzen Möbeln und hellgrünen Tapeten. Auf dem Boden war ein grünsilberner flauschiger Teppich. Ein schöner schwarzer Schrank stand an der linken Seite des Zimmers, auch ein großer Schreibtisch stand im Zimmer, auf dem einige Schriftstücke lagen. Doch der Blickpunkt war ein riesiges Bett. Ein Himmelbett in dem mehr als 5 Personen schlafen konnten. Es war mit schwarzer Satinwäsche bezogen. Ein dunkler Baldachin spannte sich über vier schwarzen Pfosten. Draco setzte sich mit Harry darauf und küsste ihn. Dabei ließ er wieder seinen Veelacharme einfließen. „Bitte Draco, das ist gemein. Du weißt, dass ich mich dann nicht mehr wehren kann."
Tränen traten in seine Augen, was Draco bestürzt zur Kenntnis nahm. „Verzeihung, du hast Recht, das war gemein, aber ich möchte dir einfach nahe sein. Ich weiß, du denkst, ich hab dich all die Jahre gehasst, doch das stimmt nicht. Aber du hast meine Freundschaft damals ausgeschlagen, und irgendwie musste ich doch deine Aufmerksamkeit erringen."
Damit nahm er Harrys Kopf noch mal in seine Hände und küsste ihn noch einmal zart auf die Lippen, ohne seinen Charme. Doch auch diesen Kuss erwiderte Harry nach einiger Zeit.
Er hörte erst auf, als er eine Hand unter seinem Pullover spürte. Schnell rutschte er weg und sah Draco entsetzt an. Das wollte er nicht, nein ganz sicher wollte er das nicht. Panisch floh er aus dem Zimmer, und hockte sich in eine Ecke und brach in Tränen aus. Er hatte es doch gewusst.
Sie würden ihn auch hier nicht in Ruhe lassen, und er hatte hier kaum eine Chance, ihnen zu entfliehen. Er schlich sich in das nächstliegende Zimmer und schloss die Tür ab.
Im angrenzenden Badezimmer schaute er in den Spiegel. Ein blasses Gesicht mit ängstlichen Smaragden schaute ihm entgegen. Er wurde wütend, als er sich selber sah. Er hämmerte auf dem Spiegel herum, der zerbrach. Er sah die Scherben, nahm eine in die Hand und fing an sich zu ritzen. Das Blut rann seinen Arm hinunter und es war warm. Er sah den Schnitt an und setzte die Scherbe wieder an. Er drückte es an die Schlagader und mit einem Ruck schnitt er sie durch, den Schmerz fühlte er nicht, nur den Fluss des Blutes sah er. Er nahm die Scherbe in die zerschnittene Hand, hielt sie an die andere Hand und schnitt sich wieder mit einem Ruck. Dann schluchzte er.
„Es tut mir so leid, meine Kleinen. Verzeiht mir bitte. Ich kann es nicht. Ich kann sie nicht lieben. Ich kann überhaupt nicht lieben. Ich weiß einfach nicht, was Liebe ist. Ich bin auch nicht liebenswert. Ich hasse mich selber dafür, aber ich kann es nicht ändern." Und noch einmal schnitt er sich, auch wenn er schon sehr schwach war. Bewusstlos rutschte er die Wand hinunter. So driftete er langsam hinüber.
Draco kam in den Salon. „Ist Harry hier?" Alle sahen ihn an. „Nein, hier ist er nicht, er ist doch mit dir weggegangen. Draco, was ist geschehen? Warum ist er nicht bei dir? Nun rede schon." Severus war aufgesprungen, als er Dracos verlegenes Gesicht sah.
„Ich hab ihm das Haus gezeigt und dann waren wir auch in unserem Zimmer. Es hat ihm wohl gefallen und er sah so süß aus, da hab ich ihn geküsst. Ich konnte einfach nicht widerstehen. Er hat den Kuss auch erwidert, doch dann sprang er auf und lief weg." „Einfach so? Oder war noch mehr?"
„Ich hab ihn nur gestreichelt und meine Hand unter seinen Pullover geschoben."
„Verdammt Draco, wie konntest du das tun? Du weißt doch, wie er auf so etwas reagiert."
Severus war wütend.
„Da versuchen wir alles um den Jungen für uns zu gewinnen und du zerstörst es weil du dich nicht unter Kontrolle hast? Wo kann er sein? Also hier unten ist er nicht gewesen, kommt schnell suchen wir oben. Jeder nimmt sich ein Zimmer vor, schnell. Ich hab ein ungutes Gefühl."
Sie alle liefen schnell in den ersten Stock und suchten die Zimmer ab. Severus fand eine verschlossene Tür und rief die anderen. „Harry, komm mach auf. Bitte. Wir können doch über alles reden, bitte öffne die Tür."
Doch es kam keine Antwort. Lucius zauberte die Tür auf und sie traten ein. Sie durchsuchten das Zimmer, aber hier war er auch nicht, Narzissa ging ins Badezimmer und fand ihn auf dem Boden liegen.
„Oh, bei Merlin, Severus schnell, hier ist er." Alle stürmten ins Bad und erschraken. Der Junge lag in einer riesigen Blutlache und rührte sich nicht. Schnell hob Severus ihn auf und legte ihn aufs Bett. Er verschloss die Schnitte magisch, damit er nicht noch mehr Blut verlor. „Severus, was ist mit den Kindern? Leben sie noch? Nun beeil dich doch."
