7. Ein Anfang?!

Hermine Granger brauchte wirklich weitere drei Tage, bis sie eine Entscheidung getroffen hatte, mit der sie zufrieden war. Oder besser gesagt, bis sie an ihrer Entscheidung und den damit verbundenen Bedingungen soviel gefeilt hatte, dass sie das Ergebnis erst Severus und dann Kingsley und Minerva vorstellen konnte. Danach dauerte es noch fast einen Monat, um viele Gespräche und Beratungen mit viel Charme und Diplomatie zu führen, wobei ein Quäntchen Raffinesse auch zum Einsatz kam.

Mitte Mai trat sie dann sichtlich nervös vor das Gremium der Schulräte und Ministeriumsvertreter, allen voran Kingsley Shacklebolt, der Zaubereiminister, um ihnen ihre Antwort mitzuteilen.

Severus hatte sie bis vor den Konferenzraum begleitet, sie nach gründlicher Vergewisserung, dass sie keiner beobachtete, fest in die Arme genommen und ihr ins Ohr geflüstert, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauche, er würde hier auf sie warten und wenn die Räte ihr krumm kämen, bräuchte sie nur zu rufen und er würde sie alle mit schmerzhaften Flüchen bedenken. Ein Angebot, dass seine Frau nur bedingt gut fand, immerhin mochte sie die meisten der Anwesenden, aber das Warten fand sie sehr nett.

Er fand den Kuss, den sie ihm schenkte sehr nett und hätte gerne mehr davon gehabt, aber vielleicht war dazu ja später noch Gelegenheit.

Er blickte auf seine Taschenuhr, 18:00 Uhr, das konnte dauern und seufzend begann er vor dem Konferenzraum auf- und abzutigern. Sein beruhigendes und meditatives Hin- und Her wurde leider ziemlich bald rüde unterbrochen, denn zu allem Unglück tauchte Marcus Grant auf, der ihm ganz begeistert über die Begegnung kräftig auf die Schulter schlug und fast die Hand zerquetschte.

„Ach, mein Bester", dröhnte er und interpretierte Severus gequältes Gesicht völlig falsch, „Das wird schon werden, Minni hat ein gutes Gefühl und zur Not bezahle ich die anfallenden Mehrkosten, wenn diese Geizhälse sich querstellen, daran soll es nicht liegen!"

Severus wollte gerade entgegnen, dass sie sicherlich nicht auf Almosen Dritter angewiesen wären, da wurde er von dem schottischen Feuerwhiskeybrauer verschwörerisch in eine geschützte Ecke gezogen.

„Bevor ich es vergesse, Severus", flüsterte er, „hier habe ich etwas für Dich, vielleicht hast Du ja Zeit und Interesse mal etwas zu recherchieren", und er drückte ihm einen kleinen Zettel in die Hand, auf dem nur eine Zahl und ein Wort stand: ‚6487, Princewater'.

„Die Nummer des Verlieses?", erkundigte sich Severus überrascht.

„Allerdings", nickte Marcus strahlend, „wenn Du mit diesen beiden Informationen das Verlies öffnen kannst, bist Du der rechtmäßige Besitzer. Ein Schlüssel ist nicht nötig."

„Ich werde es mir überlegen", ließ Severus sein Vorgehen offen, steckte den Zettel aber in die Innentasche seines Jacketts.

„Ja, tu das, aber es würde mich freuen, wenn das Geld an einen würdigen Empfänger gehen würde!"

Nun, eine Definition von ‚würdig' wäre wohl auch interessant, ging es Severus gerade tiefenpsychologisch durch den Sinn, als er unversehens noch tiefer in die Ecke gedrängt wurde.

„Severus", begann Marcus Grant und sah sein misstrauisches Gegenüber mit bittenden Augen an, „vielleicht ist die Gelegenheit günstig. Ich möchte Dir nämlich sagen, dass es mir wohl bewusst ist, dass wir zwei sehr verschieden sind und völlig unterschiedliche Vorstellungen von manchen Dingen haben", Severus konnte sich nur mit Mühe ein schnaubendes „Allerdings" verkneifen, „aber so sind Menschen nun mal, verschieden, einmalig. Aber sei gewiss, ich will mein Bestes geben, damit Minerva glücklich wird und Du sollst wissen, dass ich Dich, Deine Arbeit, Dein ganzes Wirken sehr bewundere und mit größter Hochachtung schätze."

„Übertreiben Sie mal nicht, Mister Grant!", entgegnete Severus ungläubig.

„Ich übertreibe immer ein wenig, mein Bester", lachte Marcus Grant, „aber ich lüge nie!" dann wurde er wieder ernst, „Ich muss schon zugeben, dass ich damals, als die Nachricht Eurer Heirat durch die Presse ging, auch mehr als irritiert war."

„Wer war das nicht!", schnaubte Severus und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ja, aber ich habe mir schon als junger Mann vorgenommen, nie nur dem ersten Schein zu trauen, sondern immer sehr gründlich hinzuschauen, das lohnt sich in den allermeisten Fällen, man entdeckt verwunderliches!"

„Und was haben Sie bei uns entdeckt?", eine spöttische Augenbraue zuckte nach oben.

„Das ihr zwei wunderbar zusammen passt!", strahlte Marcus Grant, „und dass Ihr zwar nie händchenhaltend oder schmusend oder anderweitig verliebt gesichtet wurdet und nicht wenige die öffentliche Distanziertheit, die Du bei Festen und Feiern an den Tag legst, als Kälte ausgelegt haben…"

„Richtig, Rita Kimkorn hat mal spekuliert, ob wir eine Schein- oder Zweckehe eingegangen sind", erinnerte sich Severus grimmig. Das mit der Scheinehe hatte sich dann erledigt, als Eileen und später Sera auf die Welt kamen.

„Ja, das war lustig", lachte Marcus, „Diese alberne Person hat sich eben nicht die Mühe gemacht in die Augen zu sehen."

„Hermine ist eine schlechte Schauspielerin!", stimmte Severus sofort zu.

„Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, aber es waren nicht ihre Augen, die Euch verraten haben."

„Nicht?"

„Nein, mein Guter, es waren Deine!"

„So!"

„Ja, so! Und noch etwas", grinste Marcus Grant, „wenn ich jetzt in Deine schwarzen Augen sehe, dann entdecke ich dort viele Dinge, viel Skepsis und Misstrauen und das ist wohl bei unserer Unterschiedlichkeit angebracht, aber ich sehe zum Glück keinen Hass oder Feindschaft und das macht mich sehr froh, denn ich wäre gerne Dein Freund, Severus Snape!"

„Ich bin sehr sparsam und wählerisch im Eingehen von Freundschaften, Mister Grant", ließ ihn Severus aber kühl wissen.

„Das ist mir völlig klar, denk darüber in Ruhe nach", Mister Grant schlug ihn schon wieder auf die Schulter, „aber hör endlich mit diesem blöden ‚Mister Grant' auf und sag ‚Marcus' zu mir!" Er trat mit einem zufriedenen Grinsen aus der Ecke und legte sein Ohr lauschend an die Türe zum Konferenzraum. Leider war da anscheinend nichts zu hören, denn er drehte sich mit einem kleinen Zucken der Schultern wieder zu Severus um.

„Hab ich Dir eigentlich mal erzählt, dass mein Vater auch ein sehr gewiefter und cleverer Slytherin war, eiskalt und gefürchtet im Geschäft?"

„Nein", und es interessierte ihn auch nur mäßig.

„Ja, das war er. Meine Mutter aber war eine sehr schöne und warmherzige Hufflepuff und er war ihr ein sehr, sehr guter Ehemann und mir ein ausgezeichneter und liebevoller Vater", versicherte Grant, „Übrigens einer, der sehr streng und distanziert tat, den aber seine Augen immer verrieten."

„So! Ein Slytherinvater und eine Hufflepuffmutter. Und welchem Haus gehören Sie an, Mister Grant?"

„Tja, das ist die Frage nicht wahr?", lachte Marcus, „Finde es heraus, wenn Du willst!"

Nun, das würde er sich vielleicht ebenfalls noch überlegen.

In der Zeit in dem sich Severus mit Minerva McGonagalls Schottenverlobten herumschlagen musste, gab Hermine ihr Bestes, um den Räten und Vertretern des Ministeriums ihre Standpunkte auseinander zu legen.

Alle waren sehr gespannt gewesen und hatten die junge Frau erwartungsvoll angesehen.

„Meine Damen und Herren", hatte sie die kleine Rede begonnen, die sie zusammen mit Severus vorbereitet hatte, „Ihre gleichsam überraschende wie ehrenvolle Anfrage und das damit verbundene Vertrauen in mich und meine Kompetenzen hat mich zutiefst berührt und ich habe mir meine Entscheidung in dieser Frage wahrlich nicht leicht gemacht, denn zu viel steht für Hogwarts, aber auch für mich und meine Familie auf dem Spiel."

Nach dieser Eröffnung hatte sie sich zu Minerva gewandt, „Zuallererst einmal möchte ich sagen, dass es mir am liebsten gewesen wäre, wenn Professor McGonagall diese Schule noch eine lange, lange Zeit so erfolgreich, bewährt und sicher geführt hätte, wie sie das in den vergangenen Jahren getan hat."

An dieser Stelle hatten nicht wenige der Schulräte zustimmenden Beifall geklatscht und Minerva war vor Freude etwas rot geworden.

„Aber ich kann ihre Beweggründe verstehen und respektiere schweren Herzens ihre Entscheidung", an diesem Punkt der Rede hatte Severus immer vernehmlich geknurrt und sein Unverständnis und Missfallen zu Minervas überstürzten Zukunftsplänen geäußert, dafür aber stets einen sehr strafenden und mahnenden Blick seiner Frauen erhalten, die der Meinung waren, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt für solche Dinge so lange brauchen könnten, wie er es getan hätte. Darauf hätte es eine Menge zu sagen gegeben, aber davon ein andermal.

„Wie sie alle wissen, lehre ich seit gut zehn Jahren an der renommierten Zaubertränkehochschule in Edinburgh", hatte Hermine ergänzt, „Diese Aufgabe erfüllt mich mit großer Freude und Zufriedenheit. Durch die jungen Studentinnen und Studenten und die versierten Kolleginnen und Kollegen werde ich zwar immer wieder vor fachliche Herausforderungen gestellt, aber genau das ist es, was ich liebe und was ich einfach nicht aufgeben kann und will. Ich brauche ihn einfach, den fachlichen Diskurs, die Forschung und die anspruchsvollen Projekte die eine solch anerkannte Universität jeden Tag bietet."

Nun hatten die Schulräte sie zwar durchaus verständnisvoll, aber auch sichtlich enttäuscht angesehen. War das die höfliche Ablehnung der jungen Professorin, hatten sich wohl nicht wenige gefragt und ein besorgtes Gemurmel war aufgekommen. Daher hatte Hermine schleunigst weitergemacht.

„Auf der anderen Seite gibt es für mich aber keinen Ort und keinen Platz auf dieser Welt, an dem ich mehr zu Hause wäre als in Hogwarts. Und es gibt keine Institution und Einrichtung in meinem Leben, die mich mehr geprägt hätte als Hogwarts. Hogwarts ist nicht nur eine Schule für den magischen Nachwuchs, wo man ein wenig Zauberstabgefuchtel oder Tränkepanscherei für den Hausgebrauch gelehrt bekommt, sondern an der herausragende Zaubermeister ihr Bestes geben, um der nächsten Generation von Hexen und Zauberern alles mitzugeben was sie braucht, um die magische Gesellschaft der Zukunft verantwortungsbewusst und kompetent gestalten zu können. Diese Schule, dieses Schloss ist etwas ganz besonderes und nicht umsonst haben die meisten Schulleiterinnen und Schulleiter in der Vergangenheit eine wichtige Rolle im Leben der magischen Gemeinschaft gespielt. Sie waren berufen in höchste Ämter und ihr Rat und ihre Meinung waren allenthalben gefragt."

An dieser Stelle musste sie jedes Mal tief Luft holen, denn nun kam sie zum eigentlichen Teil ihrer Antwort.

„Die Leitung dieser Schule ist also eine unglaubliche Verantwortung und eine unglaubliche Ehre und obwohl ich es sehr bezweifle, dass ich mich gut in die Reihe solcher großen Zauberer und Hexen, wie McGonagall, Dumbledore, Derwent und wie sie alle heißen und hießen, einfüge, so will ich doch gerne meine bescheidenen Gaben dazu einsetzen es zu versuchen."

Erleichterter Jubel der ehrenwerten Räte hatte daraufhin die Rede unterbrochen, aber Hermine musste diesen Jubel leider beschwichtigend dämpfen.

„Meine Damen und Herren, ich kann diese Aufgabe aber nur unter einigen wichtigen Bedingungen annehmen und Sie als Verantwortliche sollten gut überlegen, ob sie sich auf diese Bedingungen einlassen können."

„Aha! Sie will verhandeln! Du bist schon viel zu lange mit diesem Slytherin zusammen", hatte Kingsley daraufhin eingeworfen und anstatt solche Behauptungen augenblicklich von sich zu weisen, hatte Hermine frech gegrinst, „Ja, das färbt wohl ab!"

Dann war sie aber wieder sehr ernst geworden, denn nun kamen ihre Forderungen und weder Severus noch sie waren im Vorhinein sicher, ob diese Bedingungen so angenommen würden.

„Als Erstes würde ich in Absprache mit Professor Ambros Carter meinen Lehrauftrag in Edinburgh für fünf Jahre auf 10 Stunden pro Woche reduzieren, lediglich eine Meisterklasse, eine Vorlesung und ein Seminar in der Woche werde ich nach wie vor übernehmen. Um das zeitlich schaffen zu können, ist meine erste wichtige Bedingung für die Übernahme der Schulleitung in Hogwarts die Neuschaffung einer vollen Assistenzstelle. Ich brauche Unterstützung und Entlastung in den administrativen Aufgaben, die unglaublich viel Zeit in Anspruch nehmen."

Hermine hatte einen unsicheren Blick in die Runde geworfen, denn das leise Gemurmel war wieder aufgekommen und hörte auch erst auf, als ein alter Zauberer im gewagten lavendel-gelbgestreiften Umhang für Ruhe gesorgt hatte. „Das ist zwar in der Geschichte Hogwarts einmalig, Professor Granger, dürfte aber kein grundsätzliches Problem sein, wir werden darüber im Anschluss beraten."

„Danke Mister Groomshild, das ist mir wirklich sehr wichtig!", war Hermines erleichterte Antwort gewesen. Denn wäre bereits zu diesem Punkt Ablehnung spürbar gewesen, hätte sie gar nicht weiter machen brauchen.

„Neben der Einrichtung einer Assistenz, möchte ich zudem Professor McGonagall bitten, erneut die stellvertretende Schulleitung zu übernehmen, denn Professor Snape benötigt in Zukunft mehr Zeit für seine familiären Pflichten, wie Sie sich vielleicht denken können", hier hatte es zustimmendes Grinsen gegeben.

„Außerdem halten wir es nicht für klug, dass die gesamte Leitung in den Händen einer Familie liegt", fügte sie an, nicht dass ihr noch Vetternwirtschaft unterstellt würde.

„Des Weiteren ist es eine schöne Tatsache, dass die Schülerzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich ansteigen und immer mehr Anfragen aus dem Ausland dazukommen, daher denke ich für die nächsten Monate und Jahre an einige personelle Ergänzungen des Kollegiums", war sie zu einem weiteren Punkt ihres Masterplans gekommen, „damit halten wir unseren hohen Standard und zudem binden wir junge Lehrkräfte an uns und können auch neue Herangehensweisen mit dem Wissen und der Erfahrung der alten Hasen verknüpfen." Wohlwollendes Nicken zeigte Zustimmung unter den Räten, daher war sie zum letzten Punkt gekommen.

„Aber", hatte sie fortgeführt, „zu diesen personellen, bzw. strukturellen Neuerungen möchte ich auch inhaltlich neue Schwerpunkte setzen, indem ich die Verzahnung mit den Universitäten, Konservatorien und Hochschulen im Land, aber auch mit dem Ministerium ausbauen möchte.

Na, das waren ja völlig neue Ideen und solche Vorstellungen mussten erst einmal kräftig durchdiskutiert werden, schließlich hatte eine sehr alte Schulrätin mit brüchiger, rauer Stimme gefragt, wie Hermine sich das denn genau vorgestellt hätte.

„Durch Meisterkurse und Ausbildungsgruppen in Hogwarts", hatte Hermine gerne erklärt, „Ich möchte mindestens in den wichtigsten Fächern, wie Zauberkunst, Verwandlung und Zaubertränke Meisterkurse der unterschiedlichen Hochschulen nach Hogwarts bringen, sie sollen mit Projekten in den höheren Klassen Lehrerfahrung sammeln und unsere Schülerinnen und Schüler gleichzeitig an die Inhalte und Themen der Hochschulen heranführen. Eine Win-Win Situation für beide Seiten also."

„Und mit Deinem Meisterkurs aus Edinburgh fängst Du an, diese Idee umzusetzen, oder?", Kingsley hatte mal wieder die Sache klar im Blick gehabt und Hermine hatte lächelnd genickt.

„Wie gesagt, meine Damen und Herren, denken Sie in Ruhe über diese Vorschläge und Bedingungen nach", hatte Hermine abschließend gebeten und sich mit zitternden Knien wieder auf ihren Stuhl gesetzt.

Daraufhin hatten sich die Ratsmitglieder und die Ministeriumsvertreter zu einer kurzen Beratung zurückgezogen, aber sie hatten nicht sehr lange damit vergeudet nachzurechnen und zu diskutieren, Hermine war ihre Wunschkandidatin und da war eine Assistenzstelle, und einige Lehrerstunden mehr, wie Marcus bereits vermutete, ein sehr kleiner Preis. Auch der grobe Konzeptentwurf der stärkeren Verzahnung mit den Hochschulen und dem Ministerium konnte nur positiv sein, wenn es denn der neuen Schulleiterin gelang, die manchmal etwas arroganten Universitäten und Konservatorien für diese Kooperation zu begeistern. Natürlich hatte Minerva dem Anliegen Hermines, wieder die Stellvertretung zu übernehmen, wie vorher verabredet, zugestimmt.

Hermine hatte als Gegenleistung für dieses Amt zugesagt, eine neue Hauslehrerin oder einen neuen Hauslehrer für Gryffindor zu suchen.

So hatte es keine halbe Stunde gedauert, da wurde die junge Professorin hinzugebeten und Mister Groomshild und der Zaubereiminister verkündeten bester Laune ihre uneingeschränkte Zustimmung zu den Forderungen und hatten sogar noch einige interessante Ergänzungen zu der Vernetzungsidee hinzuzufügen.

„Bevor wir jetzt aber unsere neue Schulleiterin feiern, sollten wir noch zwei wichtige Personen hereinbitten", hatte Kingsley vorgeschlagen, als schon die Sektkorken knallten.

So steckte er seinen schwarzen, kahlen Kopf, mit einem sehr weißen und breiten Grinsen zur Tür hinaus, „Ah, da seid Ihr ja, Marcus, Severus! Kommt rein, es gibt etwas zu feiern!"

Eine Aufforderung, die bei den beiden unterschiedlichen Männern auf dem Flur von Hogwarts zu einem kollektiv befreiten Aufatmen führte. Als beide ihre gleiche Reaktion bemerkten, mussten sie einvernehmlich grinsen, der eine natürlich wesentlich dezenter als der andere.

„Bitte nach Ihnen, Professor Snape", bat Mister Grant höflich und machte eine gekonnte Verbeugung.

„Nein, nach Ihnen, Marcus", antworte Hogwarts Tränkemeister leise und nickte dem Schotten kurz zu.

„Vielen Dank, mein Bester!" lachte Marcus Grant und dachte bei sich voller Hoffnung, „Ein Anfang, wahrlich ein Anfang!"

Übrigens etwas ganz Ähnliches wie es gerade dem finsteren Kerkerbewohner durch den Sinn ging, „Es hätte wahrscheinlich Schlimmer kommen können!", was ja fast das gleiche war, wenn man bedachte, wer diese Gedanken so hatte. Immerhin konnte man die Begegnungen anderer selten so gut im Blick behalten und schon gar nicht beeinflussen, vor allem dann nicht, wenn man sich dauernd um die Belange seiner vielen Frauen kümmern musste. Ach, das war auch schon mal anders gewesen, ging es Hogwarts Tränkemeister kurz durch den Sinn, aber wirklich nur kurz, denn er war sich ziemlich sicher, dass sich das auch in Zukunft nicht wieder ändern würde und das hatte auch wirklich sein Gutes. Diese Familie und diese Frau dort waren alle Mühen wert.

Unbedingt!