Jaspers POV: Spazieren

Wir waren gerade von der Schule gekommen und ich wollte Nessie begrüßen als mir Carlisle sagte, dass sie schon ausgezogen sei. Anscheinend hatte sie es gar nicht erwarten können auszuziehen. Auf jeden Fall hatte ich meinen Plan sie zu begrüßen noch nicht abgeschrieben und rannte zu ihrem Haus. Ich wollte nicht klingeln und sah deshalb unter der Fußmatte nach. Wie ich es mir gedacht hatte, lag ihr Zweithausschlüssel unter ihr. Leise öffnete ich die Tür und lugte in den Vorraum, die Tür zum Wohnzimmer stand offen. Ich legte den Schlüssel wieder zurück, trat ins Haus ein und verschloss die Tür hinter mir.

Es wahr sehr still, nur ein Geräusch war zu hören, es klang wie als würde sich jemand im Bett umherwälzen. Ich ging in die Küche um nachzusehen ob Nessie sich in ihr befand, doch ich wurde enttäuscht. Ich ging die Treppe hinauf zu ihrem Schlafzimmer, noch bevor ich vor der offenen Tür stand merkte ich, dass sie in ihrem Bett lag und das Geräusch wirklich hierher kam. Die ganze Zeit änderte sie ihre Position. Ich nahm ein trauriges Gefühl mit leichtem Ansatz von Wut bei ihr war. Ich setzte mich an die Wand, meine Beine angezogen. Ich weiß nicht wie lange ich ihr schon lauschte, aber sie schien eingeschlafen zu sein. Leise schlich ich in ihr Zimmer und hockte mich neben sie. Nun sah sie friedlich aus und lächelte ein wenig. Sie war zu einer Kugel zusammengerollt und hatte die Decke weggestreift. Ich griff die Decke und legte sie über die kleine Nessie.

Heute wie früher murmelte sie ihre Träume nach außen, aber immer noch zu undeutlich um sie zu verstehen.

Ihr Brustkorb hob und sengte sich gleichmäßig, ihre Augen und Hände zuckten ein wenig.

Wie damals erfüllte mich der Drang in ihre Träume zu sehen. Nicht nur Edward fand den Schlaf faszinierend auch ich tat es, ich fand es interessant wie sich Gefühle im Schlaf änderten und weshalb. Ich hob meine rechte Hand und legte sie behutsam auf ihr Gesicht. Sie träumte wieder von unsere Familie und ... auch wieder von Jacob. Ich fühlte ein Stechen in meinem Herz als würde es durchbohrt werden. Plötzlich änderte sich der Traum, sie stand nun allein in ihrem Wohnzimmer und wurde immer kleiner, Tränen füllten ihre Augen. Ich wollte ihr helfen, aber es war ja nur ein Traum. Eine unidentifizierbare Person trat zu ihr, desto näher sie kam um so deutlicher konnte man sie erkennen. Als sie vor ihr stand konnte man war erkennbar, die Person war ich. Renesmee wuchs wider auf normale Größe an und nahm meine Hand, sie sah mir im Traum tief in meine Augen und kam mit ihrem Gesicht immer näher. ,,Stopp!", dachte ich und lies meine Hand zu Boden gleiten.

Konnte das wirklich sein, wollte sie mich im Schlaf wirklich küssen?

Nein das konnte nicht sein! Plötzlich fühlte ich Trauer bei ihr. Ich wollte wissen was passiert war, doch hatte Angst Dinge zu sehen die nicht für mich bestimm waren. Widerwillig legt ich meine Hand auf ihr wunderschönes Gesicht. Sie stand wieder allein da, anscheinend war ich gegangen. Und ihre Augen waren wieder voller Tränen.

Mitleidig aber auch irgendwie erleichtert stand ich auf, denn sie würde gleich wieder aufwachen.

Ich rannte zurück zum Haus meiner Familie und setze mich neben Alice auf die Couch und sah fern mit ihr. ,,Wo warst du?", fragte sie neugierig. ,, Spazieren.", antwortete ich, mich selbst wundernd über die lasche Ausrede.

Bis in die späte Nacht hinein grübelte ich über Renesmees Traum. Immer vorsichtig, damit Edward meine Gedanken nicht lesen konnte. Könnte es wirklich sein, dass sie für mich mehr empfand als für einen großen Bruder, der ich für sie sein wollte?

Um keine falschen Eindrücke bei ihr zu wecken nahm ich mir vor auf Abstand zu gehen, doch würde ich das können?