Disclaimer: Die Figuren, die aus „Harry Potter" bekannt sind, gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling. Ich habe mir lediglich die Handlung ausgedacht und verdiene mit dieser Geschichte kein Geld, sondern wollte nur Spaß am Schreiben haben. Falls es eine ähnliche Geschichte bereits irgendwo geben sollte und der Autor sich beklaut fühlt, tut es mir leid, aber ich habe diese spezielle Storyline noch nirgendwo gelesen. Ist alles in meinem Hirn entstanden :).

Zusatzinfo: Band 7 ist und wird nicht berücksichtigt, da ich ihn zum damaligen Zeitpunkt, als ich die Storyline erstellt hab, noch nicht gelesen habe. Die anderen aber schon – so gut es geht. ;)

Vielen Dank an meine Reviewer! Ihr zaubert mir jedes Mal ein Lächeln auf das Gesicht :o) Somit widme ich dieses Kapitel mit vollstem Elan la dame, Faith (dankesehr! Das freut mich!), kurai91, t0nKs, Ginny-Hermione Fan, Jenra, Marron-Kaetzchen (ja, das wird schon alles ;) Wir wollen den Guten ja nicht so lange leiden lassen... Oder doch? –g-), Jean nin asar ahi smabell, Kysara, Serpensortia.s, LunaNigra und Lady Montague! Ihr seid toll!

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B(l)ackAgain

By Puma Padfoot

xXx

Kapitel Sieben: Beginning of the understanding

Keiner von beiden erwähnt jenen Moment in der Bibliothek im Beisein des anderen, geschweige denn überhaupt gegenüber den anderen. Sirius sprach sowieso schon aus Prinzip mit niemanden über seine Attacken und Hermione hatte das Gefühl, dass wenn er sich ihr schon etwas geöffnet hatte, sie es dann auch nicht vor den anderen breittreten sollte. Und so schwiegen sie in stiller Übereinkunft über den Vorfall. Es war dennoch irgendwie ein schönes Gefühl, zu wissen, dass sie nun etwas mit ihm verband, dass er nun nicht mehr völlig isoliert sein und sich abschotten konnte. Auch wenn es nur für wenige Sekunden gewesen war, hatte er sich doch ihr geöffnet und sie hatte Zugang zu ihm gefunden. Und so schnell würde sie auch nicht locker lassen.

Außerdem hatte das Ganze weitere positive Auswirkungen, die auch die anderen zu spüren bekamen, auch wenn sie nicht wussten, was genau dahinter steckte: Sirius wirkte am nächsten Morgen viel ausgeglichener und - ja, sogar ausgeruhter. Er zeigte ihnen nicht wie sonst die morgenmufflige, kalte Schulter, sondern setzte noch ein I-Tüpfelchen darauf, als er sogar beim angeregten Kommunizieren am Frühstückstisch Witze machte. Hermione staunte nicht schlecht.

Da Sonntag war, schlug Molly den jungen Erwachsenen vor, dass sie den Garten entgnomen könnten. Harry und Hermione lehnten dies natürlich nicht ab, da sie schon umsonst bei den Weasleys wohnten und dann ein wenig Molly Weasley unter den Arm greifen, war wirklich das Mindeste, was sie tun konnten. Auch wenn das Entgnomen anstrengend sein konnte, so machte es zusammen immer mehr Spaß und so waren kurze Zeit das „Goldene Trio" – wie Harry, Ron und Hermione während ihrer Hogwarts-Zeit genannt wurden – Ginny und sogar Sirius im Garten und suchten nach den magischen Kreaturen.

Da Hermione zur Zeit nicht sonderlich nach plaudern war, hielt sie sich vermehrt im Hintergrund auf und lauschte nur nebenbei den munteren Gesprächen und Foppereien der anderen, während ihre Gedanken sich mit etwas anderem beschäftigten. Die Sonne schien ihnen schon bald gnadenlos in den Nacken, sodass T-Shirts, Tops und Hemden schnell am Körper zu kleben begannen.

Hermione stemmte sich gerade mit beiden Beinen gegen den Boden, als sie versuchte, einen besonders fetten Gnom aus seinem Erdloch zu ziehen. Dieser machte ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung, als er mit einer unerwartet flinken Bewegung seine Sträucher aus den Handflächen der jungen Frau riss und ihr jene noch kraftvoll gegen die Schienenbeine klatschte, bevor er grinsend in das Erdloch verschwand.

Allerdings hatte sich der Gnom zu früh gefreut: Ein Arm kam hinter Hermione hervorgeschossen, packte ihn an seinen Sträuchern und zog ihn mit einem einzigen, starken Ruck aus dem Erdreich heraus. Der Gnom fing sofort an zu jammern und strampelte mit seinen kurzen, dicken Gliedern, bevor er ohne weitere Beachtung weggeschleudert wurde.

Hermione drehte sich zu Sirius um, der neben ihr aufgetaucht war, und wischte sich die wunden Handflächen an der Hose ab. Sein Hemd war halb aufgeknöpft und er strich sich die dunklen Haare aus den Augen.

„Danke."

Er sah ihr kurz in die Augen, bevor er einen drohenden Blick zum fetten Gnom warf, der daraufhin schnell unter die verwahrloste Hecke watschelte.

„Die Anfälle sind weniger geworden", begann er unvermittelt mit gedämpfter Stimme und auf ihren überraschten Blick hin nickte er zur hinteren Ecke des Gartens.

Als sie sich in Bewegung gesetzt hatten und außer Hörweite der anderen waren, fuhr Sirius fort. „Diese Nacht habe ich zum Beispiel gut geschlafen. Die erste Nacht seit meinem Auftauchen."

Sie schluckte. „Das ist mir aufgefallen."

„Ich bin dir dankbar, dass du es den anderen nicht gesagt hast... das in der Bibliothek." Er blickte sie scharf an. „Das hast du doch nicht, oder?"

„Nein!", erwiderte Hermione heftig, bevor sie sich wieder fing.

Als sie schweigend nebeneinander weiterarbeiteten, räusperte sich Sirius nach ein paar Minuten. „Und ich habe mir Gedanken gemacht, woran das liegen könnte. Ich dachte mir, vielleicht liegt es daran, dass... dass ich mit jemanden-" Er atmete tief durch.

Hermione legte ihm kurz und leicht eine Hand auf die Schulter, bevor sie sie wieder wegzog. „- darüber gesprochen habe?", beendete sie seinen Satz. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Das hilft immer, Sirius, glaub mir. Auch wenn es anfangs noch so schwer erscheint."

„Das habe ich auch gemerkt", antwortete er darauf nur knapp, bevor ein kleines, schiefes Grinsen auf sein Gesicht erschien und er die junge Frau vor sich musterte. „Darf ich es versuchen? Auch wenn ich mich manchmal ziemlich stur anstelle?"

Lächelnd bückte sich Hermione zu einem weiteren Gnom, der seine Nase neugierig aus seinem Erdloch gesteckt hatte.

„Gern."

xXx

Die Aurorenausbildung nahm viel Zeit in Anspruch. Zeit, die sie nicht mehr zum Suchen verwenden konnten. Nachmittags mussten sie oft lange dafür lernen und da Sirius nicht immer Lust hatte, alleine in der Londoner Bibliothek weiter zu suchen, ging er selber auf Streifzüge – und Hermione war nicht die einzige, die das dumpfe Gefühl hatte, dass er sich dabei nicht nur in der Winkelgasse aufhalten würde – oder er gesellte sich zu ihnen und half mit, indem er sie abfragte.

Als sie gerade im Wohnzimmer waren und eine Erstarrungszauber an Pigwidgeon übten – dieser zeigte sich als sehr begeistert darüber und flatterte ganz aufgeregt zwitschernd hin und her, wofür Hedwig nur einen müden Blick übrig hatte und nach einer Weile würdevoll aus dem Fenster in die Dämmerung hinausglitt – fragte Harry Sirius plötzlich unvermittelt: „Kannst du eigentlich noch alle Zauber?"

Der Angesprochene blickte vom Aurorenlehrbuch hoch, in dem er etwas geblättert hatte und zuckte mit den Schultern. „Wieso sollte ich die verlernt haben?"

Ron war plötzlich Feuer und Flamme. „Ich würde gerne deinen Patronus sehen!"

Dumpf stöhnend vergrub Hermione ihren Kopf in die Handflächen. Natürlich interessierte es sie auch, wie Sirius' Patronus aussah, aber irgendwie war es ihr peinlich, dass Ron so begeistert diese Frage stellte. Dennoch schien sich Harrys Pate nicht sonderlich daran zu stören und zauberte nach ein paar Momenten einen silbrig-schillernden Patronus herbei, der die Gestalt eines Wolfes hatte. Anmutig trabte dieser durch die Luft, bevor er langsam wieder verschwand.

Er war hübsch anzusehen, wie sie alle zugeben mussten. Lächelnd betrachtete Hermione das Wesen. „Eigentlich ist der Wolf ja kein Wunder bei deiner Animagi-Gestalt."

„Und was ist mit Flüchen?", hakte Ron nach.

„Die mache ich hier nicht vor", meinte Sirius und zur Überraschung aller warf er Hermione einen foppenden Blick zu, als diese missbilligend die Stirn runzelte. „Sonst kriege ich noch eine Standpauke."

Als die junge Frau nur gespielt entrüstet die Arme verschränkte, meinte Harry mit einem zufriedenen Grinsen: „Aber du würdestsie vormachen."

Als Rache halste sie ihm jenen Fluch auf, der seine Beine in einen schnellen Foxtrott tanzen ließ – sehr zum Vergnügen der anderen. Harry versuchte daraufhin mit wild schlenkernden Armen sie mit dem Kitzelfluch zu treffen, doch sein Arm zuckte so unkontrolliert herum, dass er nicht nur Hermione, sondern auch noch Sirius traf. Ginny flüchtete hinters Sofa und entging somit dem abgefeuerten Wabbelbeinfluch, der Ron galt, weil dieser ebenso losröhrte und sich den Bauch vor Lachen hielt.

Bevor noch mehr im Wohnzimmer zu Bruch ging – die beige Vase hatte es schon erwischt – sprach Ginny die Gegenflüche aus und erwies sich somit als Retterin aller.

Ron massierte sich gerade die immer noch leicht schlaffen Beine, eher er sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel wischte und immer noch amüsiert feststellte: „Also die Flüche hast du definitiv nicht verlernt."

Diesmal erwiderte Sirius sein Grinsen. „Sagte ich doch."

xXx

Hermione fror. Sie warf einen finsteren Blick aus dem Bibliotheksfenster, zu dem vor zwei Stunden zuvor noch die Sonne hereingeschienen hatte. Statt wärmende Sonnenstrahlen waren nur schwere, graue Regenwolken am Himmel zu sehen und ein ungemütlicher Wind zog auf. Die junge Frau seufzte. Hätte sie schon zu Hause gewusst, dass sich das Wetter verschlechtern würde, hätte sie nicht nur eine Bluse angezogen. Zugegeben: Es war eine hübsche Bluse aus leichtem, wirklich hellblauem Stoff mit netten Stickereien als Verzierungen am Kragen. Dennoch nützte ihr diese hübsche Bluse nichts, wenn ihr dennoch kalt war.

Sie schlug die Beine übereinander und diese näher zu sich hin, in der Hoffnung, nicht ganz so schnell auszukühlen. Hätte sie doch nur auf Molly gehört und ihre leichte Sommerjacke mitgenommen! Aber nein, stattdessen hatte sie mit einem Lächeln abgelehnt und gemeint, dass dies angesichts der sonnigen Temperaturen doch nicht nötig sei. Jetzt bereute sie ihre Entscheidung.

Sirius, der bis dahin lesend mit ihr am selben Tisch in der Londoner Bibliothek gesessen hatte, stand stillschweigend auf, um sich ein neues Buch zu holen. Als er wiederkehrte, blickte er stirnrunzelnd auf ihre Arme hinab, die von einer Gänsehaut überzogen waren.

„Dir ist kalt."

Hermione blickte irritiert auf. „Wie? Oh, ja, ein wenig..."

Gerade, als sie einen weiteren Schauer unterdrückte, griff Sirius mit beiden Händen nach dem Saum seines grauen Pullovers und zog ihn sich mit einem leisen Seufzen über den Kopf. Er trug noch ein weiβes Hemd drunter, dessen Kragen und Ärmel er nun zurechtzupfte. Hermione bekam den Pullover zugeworfen. „Da. Kannst du haben, wenn du willst."

Verlegen und dankbar zugleich vergrub sie ihre kalten Hände in den noch körperwarmen, weichen Stoff. Auch obwohl sie wusste, dass Sirius sie immer noch beobachtete, schloss sie erst einmal die Augen und ein wohliges Seufzen verlieβ ihre Lippen. „Du bist meine Rettung", murmelte sie dumpf, bevor sie sich das Kleidungsstück über den Kopf zog. Diese Tätigkeit nahm etwas mehr Zeit als sonst in Anspruch, da sie unbewusst einen Moment länger verharrte, um den Geruch von Sirius einzuatmen, der natürlich immer noch am Pullover haftete.

Sie mochte seinen Geruch. Auch wenn es Hermione fast schon albern war, einzugestehen, aber sein Geruch verkörperte für sie schlichtweg das Männliche, ohne aufdringlich zu sein. Vielmehr... beruhigte sein Geruch ihre Sinne, er allein schien schon eine Wärme auszustrahlen – was an sich ja schon abstrakt war – sodass sie einfach nur das Bedürfnis verspürte, sich an Sirius' Seite zu kuscheln, die Augen zu schlieβen und den Stress der letzten Wochen zu vergessen.

Aber so sehr sie einen Geruch auch mochte – ein schneller Seitenblick zum jungen Mann bestätigte Hermione, dass es wohl nie zu so einer Aktion kommen würde. Vermutlich war ihre momentane Träumerei auch ein Grund dafür, dass ihr Blick länger als geplant auf Black ruhte als geplant.

Sirius hob den Blick und runzelte leicht irritiert die Brauen. „Ist dir immer noch nicht warm?"

„Doch, doch, ist prima. Danke nochmal", lächelte sie ihn an, bevor sie die Ärmel etwas zurückkrempelte. Es stimmte, ihr war wirklich nicht mehr so kalt.

„Warum starrst du dann so?"

Hermione knirschte leise mit den Zähnen. Musste dieser Mann auch immer so direkt sein? Was sollte sie denn sagen? Dass sie fand, dass ihm das Hemd wirklich stand und er gut aussah und sie ihn einfach deswegen gerne beobachtete? Wohl kaum. Also stammelte sie sich ein paar müde Ausreden zusammen. „Ist – Ist dir nicht auch kalt? Oder wenigstens kühl?"

Er erwiderte ihren Blick nur mit einem Schulterzucken. „Männer haben mehr Muskeln als Frauen und frieren daher auch weniger."

„Ja, das ist mir auch schon aufgefallen." Sie dachte an jene Zeiten zurück, an denen Harry und Ron noch mit T-Shirt herumgelaufen waren, während Ginny und sie mit langärmligen Shirts auf dem Sofa gesessen hatten. „Wie unfair."

„Was ist euch lieber? Ein Weichei ohne Muskeln, das ihr beschützen müsst, oder ein starker Mann, von dem ihr beschützt werdet?" Nach einem Schmunzeln fügte er hinzu: „Von dem ihr natürlich auch noch gewärmt werden könnt."

„Blöde Frage", seufzte sie nur und kuschelte sich weiter in den grauen Pullover. Er wärmte wirklich gut... Für so einen Service schien es ihr auf einmal überhaupt nicht mehr unfair, dass die Frauen weniger Muskeln als die Männer hatten.

„Na also", sagte Sirius nur noch mit einem selbstzufriedenen Lächeln, eher er sich zurücklehnte und die Beine übereinander schlug. „Dafür lohnt es sich doch, zu frieren, oder?"

Hermione konnte ihm nicht widersprechen.

xXx

Ihr Verhältnis entspannte sich. Zwar war Sirius immer noch unberechenbar launisch, stur und impulsiv, besonders wenn er wieder eine schlechte Nacht gehabt hatte; aber insgesamt wurde er zu einem angenehmen Mitbewohner, mit dem man gerne etwas unternehmen wollte. Er verstand sich auch gut mit Harry und Ron, war höflich zu Ginny und zu Hermione hatte er ein etwas anderes Verhältnis. Durch die beiden Vorfälle in der Bibliothek und das Gespräch im Garten verband sie etwas.

Mit Hermione war das alles etwas anderes. Zu ihr konnte er in einer ruhigen Minuten über seine Anfälle reden – was er zwar nur äußerst selten tat und dann auch nur zwei, drei kurze Sätze – oder durch ihre gemeinsam verbrachte Zeit sich Äußerungen oder Foppereien erlauben, bei denen die anderen nur überrascht den Kopf hoben.

Und Hermione mochte das. Sie mochte es sogar sehr, denn Sirius war alles andere als unangenehm und aufdringlich. Er war ein attraktiver junger Mann, der charmant sowie unnahbar sein konnte – warum dann nicht ein bisschen die besondere Aufmerksamkeit genießen? Sie wusste ebenso, dass sie ihn anders als Ron und Harry behandelte und anders mit ihm umging. Harry und Ron waren eine Sache, Sirius eine andere. Und dieser Unterschied war schön.

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tbc

Vorschau aufs nächste Kapitel:

Gerade, als sie sich auf dem Weg zu dem Stück Pergament machte, ertönte eine Stimme von der Küchentür.

Sie sind nicht da."

Hermione wirbelte herum und erkannte Sirius, der lässig am Türrahmen lehnte. Wie immer in dunkel gekleidet. Wie immer was Nettes fürs Auge.

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Ich habe mich sehr über das Feedbacks des letzten Kapitels gefreut. Dankeschön an euch! Hoffentlich bleibt das mehr oder minder auch so xD

Hat euch das Kapitel gefallen? Was daran hat euch gefallen, was weniger?

Viele Grüße,

Puma