Kapitel 6 – Verloren und gewonnen
Später am Abend redete er mit Rose, um sie über alles, was heute so geschehen war und er erfahren hatte, zu informieren. Von der Tatsache mit seiner Ex – Frau und seinem jüngsten Sohn, den er nie wieder sehen durfte, wenn es nach den Ältesten ging. Aber auch von der erfreulichen Nachricht, das Christina seine Enkeltochter ist und er sich von nun an immer um sie und Rose kümmern würde. Rose war verwundert über das was Leo ihr erzählte und fand es sehr ungerecht für Leo und Chris, das die Ältesten einem Vater und seinem Sohn, einfach so verboten einander auch nur sehen zu dürfen. „Wie würde es das Kind prägen? Was würde der Kleine von einem Vater denken, der niemals für ihn da war? Sicherlich würde er es nicht verstehen können und seinen Dad dafür hassen, das er nicht Teil seines Leben ist." Rose forderte Leo auf, dass er das nicht so hinnehmen solle, sondern sich gegen die Entscheidung der Ältesten wären müsse. Leo schüttelte den Kopf. Er konnte ihr einfach nicht zustimmen. Es bereitet ihm zuviel Angst es dagegen zu tun oder zu sagen. Er hatte schließlich noch mehr zu verlieren als Piper und Chris und das waren der Kontakt und das Zusammenleben mit seiner Enkeltochter. Er wollte diese Chance einfach nicht vergeuden. Rose verstand und versuchte gleichzeitig ihn aus seinen dunkeln Gedanken zu befreien. „Ob Christina dich eines Tages auch mal Grandpa nennen darf?" fragte Rose. Auf Leo´s Gesicht zeigte sich ein Lächeln. „Aber sicher, doch! Lieber heute, als morgen, " entgegnete er.
Doch dann, fiel ihn ein, dass da noch etwas anderes war, über das er dringend mit der Mutter seiner Enkeltochter reden musste. Sofort verschwand das Lächeln wieder. Diese Regung entging Rose nicht. „Was ist los, Leo?" wollte sie wissen. „Es gibt da noch etwas über das wir reden müssen, etwas Trauriges." „Was ist los? Jetzt sprich schon!" „Es geht um Future Chris." „Was ist mit ihm?" „Die Ältesten haben mir erzählt, dass er vor sieben Tagen gestorben ist, an seinem 23. Geburtstag. Er hat Wyatt gerettet und das hat ihm das Leben gekostet." „Oh, mein Gott, " rief Christinas Mum. Tränen strömten über ihre Wangen. Sie musste sich setzen, denn die Nachricht war hart für sie. Rose hatte sie verspielt, die Chance Chris mit seiner kleinen Tochter bekannt zu machen. Und das alles nur weil sie so lange Angst, vor seiner Antwort und der Tatsache was er wohl tun würde, wenn er die Wahrheit wusste, hatte. „Warum, musste er sterben?" fragte sie sich. Er war doch die Liebe ihres Lebens gewesen. Sie wusste es einfach nicht. Doch ihr war auch bewusst, dass das Schicksal seltsame Wege ging und man einfach nicht immer einen Einfluss ausüben konnte. Was geändert werden sollte, das konnte man auch ändern. Alles andere nicht. Future Chris´ Tod war wohl etwas von den Tatsachen die das Schicksal nicht geändert haben wollte. Rose wurde das schmerzlich bewusst. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen und fing noch heftiger und hemmungsloser an zu weinen. Leo brach das fast das Herz und er musste genauso weinen wie sie. Er setzte sich neben Rose, legte seinen Arm um ihrer Schultern und versuchte tröstende Worte an sie zu richten. Offensichtlich kamen sie nicht bei ihr an, da sie keine Reaktion zeigte.
Dann nahm er ein blaues Funkeln war. Zwischen Rose und ihm, erschien ein kleines Mädchen. Es war Christina. Sie schaute erst ihre Mum und dann Leo an. Auf ihrem Gesicht erschien ein nachdenklicher Ausdruck. Dann streckte sie ihre Arme aus. Einen Richtung Rose und einen Richtung Leo. Die beiden Erwachsen verstanden die Geste. Sie stecken ebenfalls ihre Arme aus und umarmten Christina. Sie war zwar noch sehr jung, aber offensichtlich hatte die Kleine bereits gespürt, dass ihre Familie sie brauchte. Instinktiv hatte sie sich zu ihnen gebeamt und getan was ihr in den Sinn kam.
Leo fasste wieder neuen Mut. Was auch immer kam, sie würden das gemeinsam schaffen. Darüber war sie sich jetzt noch sicherer als jemals zuvor. Die Drei saßen noch ein Weile, in stiller Umarmung, nebeneinander. Erst schlief Christina ein, dann Rose und schließlich auch Leo. Gegen Mitternacht wurde Leo wieder wach. Er beamte Rose in ihr Schlafzimmer, zog ihrer Schuhe aus und legte eine Decke über sie. Sie sollte es warm haben. Die Klamotten wechselte er nicht, er war sich nicht sicher ob es in Ordnung war wenn es dies tun würde. Das sollte Rose lieber selbst tun, wenn sie wieder wach wurde. Christina erwachte kurz, als er sich mit der Kleinen in ihr Zimmer beamte. Leo versuchte sie zu beruhigen. Er wollte auch nicht das Rose wach wurde. Da er sich schon öfters um seinen ältesten Sohn, Wyatt, gekümmert hatte, erkannte er schnell was los war. Christina brauchte einfach eine neue Windel. Er wickelte sie neu und zog ihr einen grünen, mit weißen Hasen bestickten, Schlafanzug an. Dann legte er sie in das Bettchen. Es dauerte nicht mal zwei Minuten, da war sie auch schon wieder eingeschlafen. Leise verließ Leo, das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Natürlich hätte er sich auch beamen können, doch er hatte bedenken, das das Geräusch und das blaue Funkeln sie erneut wecken würden. Schließlich betrat er das Gästezimmer, was nun sein Zimmer war. Er zog sich bis auf die Boxershorts und das T- Shirt aus und lege sich in sein Bett. Auch bei ihm brauchte es nicht lange, bis er in einem tiefen Schlummer versank.
