Kapitel 13

„Cameron!" Flüsterte John entsetzt vor sich hin und wollte zu ihr aber Riley hielt ihn fest.

John lehnte sich so weit wie möglich rüber, um an der Couch vorbei sehen zu können. Zuerst sah er nur Derek, der gegen die Füße des Sideboards gepresst lag. Dann sah er Cameron.

Regungslos lag sie da, die Schwere des Treffers konnte er nicht erkennen und er versuchte erneut, sich von Riley zu lösen.

„Lass mich nicht allein", sagte Riley mit Panik in der Stimme und krallte sich förmlich an John fest.

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Derek lag einfach nur da, als Cameron bei ihm auf dem Boden aufschlug. Er haderte mit sich selbst, griff Cameron doch schließlich an den Unterschenkel und rüttelte daran.

Das schien Cameron aufzuwecken denn ihre Augen öffneten sich ruckartig. zwei Sekunden lang starrte sie an die Decke, bevor sie sich ebenso ruckartig aufrichtete.

„Bist Du okay Metall?" Fragte er Cameron, die zuerst John kurz ansah und dann ihn.

Derek sah eine fingerlange Schramme, bis hinunter auf das ebenfalls zerschrammte Coltan, die hinter Camerons rechter Schläfe begann. Ein paar Zentimeter weiter rechts und es hätte funktioniert. Jesse hätte es geschafft. Dann sah er hoch zur Wand über dem Sideboard und erkannte in aller Klarheit, dass Jesse keinerlei Rücksicht auf seine Sicherheit genommen hatte.

‚Hätte John uns nicht zu Boden gerissen, wäre ich ebenfalls getroffen worden', dachte Derek entsetzt.

„Ich bin okay", entgegnete Cameron laut und sah erneut zu John, der von Riley gezogen nach einem letzten Blick wieder hinter der Couch verschwand.

Als sie dies sah, senkte Cameron den Blick und erneut glaubte Derek eine Emotion in Cameron erkennen zu können: -Resignation-.

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Sarah hatte gesehen, was mit Cameron passiert war. Sie bekam auch mit, dass es Der Maschine gut zu gehen schien.

Sie sah auch John, der Riley tröstete, was ihr aber gar nicht gefiel.

Und sie dachte über das nach, was vorhin mit Naomi passiert war. Sie hatte in der Maschine kurzzeitig ein Mädchen gesehen, das hätte nicht passieren dürfen.

Sie war Sarah Connor, sie durfte keine der Maschinen vermenschlichen, dass wäre der Anfang vom Ende.

„John?" Fragte sie, ihren Kopf anhebend in Richtung ihres Sohnes.

„Ja Mom", entgegnete er ohne Riley loszulassen.

„Woher wusstest Du, dass jemand auf Cameron schießen...".

„Der Zielpunkt des Lasers", unterbrach John sie.

„Verstehe", entgegnete Sarah nur.

Sarah legte den Kopf wieder auf den Boden. Sie drehte ihn zur Couch, sah einige Sekunden lang auf Kira und versuchte die Sitzgelegenheit dann mit ihren Augen zu durchdringen.

„Derek?" Sarah wartete ein paar Sekunden. „Derek Du verdammter Idiot, lebst Du noch?"

„Ja", kam es quäkend von der anderen Seite der Couch.

„Wir Beide müssen reden", sagte Sarah mit Nachdruck.

„Ich weiß Sarah, ich weiß", kam es leise hinter der Couch hervor.

„Dann, wer zum Teufel schießt da auf uns?" Fragte Sarah wütend.

Derek blickte zu Cameron, die ihn aber gar nicht beachtete.

Er atmete tief durch. „Ihr Name ist Jesse Flores, Offizier auf einem U-Boot, bis …..."

Derek wurde von einem Krachen unterbrochen, das entstand, als die Haustür förmlich zerfetzt wurde.


Kapitel 14

Alle Köpfe ruckten in Richtung der Haustüre.

Wie in Zeitlupe sahen die Anwesenden die Trümmer der Haustür in alle Richtungen fliegen. Schattenhaft flog ein Körper innerhalb der Trümmerwolke und zerschmetterte mit dem Rücken den untersten Pfosten des Treppengeländers.

Die Anwesenden hörten das Brechen des Pfostens. Mit einem lauten Stöhnen fiel die schwarzhaarige Asiatin zu Boden.

Eine Sekunde Später kam eine überaus wütende Naomi hereingestampft. Ohne auf ihre Umgebung zu achten ergriff sie das blutende Bündel, das kaum noch bei Bewusstsein zu sein schien und dann krachte erneut ein Mensch gegen die Wand über dem Sideboard.

Diesmal allerdings durch die großkalibrigen Treffe geschwächte Wand endgültig nach und die Frau blieb quer zwischen den Brettern der Wand stecken.

Derek sah mit aufgerissenen Augen nach Oben. Als Naomi um die Couch herum kam hatte er kaum Zeit, sich zur Seite zu rollen.

Naomi schleuderte das Sideboard zur Seite.

John hatte dem Ganzen entsetzt zugesehen und warf sich schützend auf Riley als das schwere Möbel keinen Meter von ihm entfernt gegen die Wand krachte.

Plötzlich war es fast still im Raum. Die Frau stöhnte leise. Dann sahen alle verwundert auf Naomi.

Dereks Blick wanderte zwischen Jesse Flores und Naomi hin und her. Seine Augen waren aufgerissen.

Auf der einen Seite sah er Jesse, die quer in der Wand hing und aus ihrem Mund und ihrer Nase tropfte Blut auf den Boden.

Auf der Anderen Die Maschine mit der dunklen Haut, die Cameron so ähnlich sah, welche immer noch in der Ecke hockte und dem Ganzen stumm zusah.

Er sah, wie Naomi, nachdem sie mühelos das schwere Sideboard zur Seite geschleudert hatte, ähnlich wie Cameron es immer tat, Jesse musternd den Kopf auf die Seite legte. Dann begann sie leise zu lachen.

Mit weiterhin aufgerissenen Augen sah Derek zu, wie die Maschine lachte, bis ihr die Tränen kamen.

Dann sah Derek, wie Cameron aufstand und zu Naomi ging und diese an den Schultern ergriff und schüttelte.

Naomis Lachen erstarb.

Sie hob den Blick, sah Cameron an und fing unvermittelt an zu weinen.

Nachdem Sie sich schließlich beruhigt hatte ging sie um die Couch herum und setzte sich auf die Kante vor Kiras regungslosen Körper, legte die Hände in ihre Schoß und starrte vor sich hin.

Cameron warf noch einen Blick auf Jesse, dann ging sie zu Derek und löste seine Fesseln. Zum Schluss ging sie zu Sarah und löste deren Fesseln ebenfalls. Schließlich setzte sie sich neben Naomi, legte die Arme um sie und zog sie zu sich heran.

Derek erhob sich und sah auf die Frau. „Jesse?" Fragte er und schüttelte langsam den Kopf.

Jesse Flores öffnete langsam die fast zugeschwollenen Augen. „Derek...Hilfe", sagte sie krächzend.

Derek zögerte 5 Sekunden. „John?" Fragte er dann in Johns Richtung.

John hatte stumm mit Entsetzen dem Treiben zugesehen. Sicher, er wusste, wozu ein Terminator fähig war, hatte dieses aber noch nicht in dieser Intensität erlebt.

Jetzt sah er auf zu Derek.

„Hilf mir Mal", sagte Derek und John löste sich mit etwas Mühe von Riley und kletterte auf die Füße.

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Sie hatten Jesse vorsichtig aus der Wand befreit.

Als sie Sie auf die Couch legen wollten hatte Naomi noch nichteinmal aufgeblickt. Cameron hingegen hatte ihnen nur einen bösen Blick zugeworfen. Deshalb hatten sie die Verletzte auf den Teppich gelegt, auf dem vorher Sarah gelegen hatte, die jetzt bei Riley stand und zusah was passierte.

„Derek", sagte Jesse krächzend.

Ein Auge war mittlerweile völlig zugeschwollen. Ein Schneidezahn fehlte und sie hatte sicherlich einige Prellungen, wenn nicht gar Brüche davon getragen.

Alles in Allem war sie in einem sehr schlechte Zustand. Naomi war offenbar wenig zimperlich und sehr sehr wütend gewesen.

Nun, es hätte schlimmer kommen können, Jesse lebte ja noch.

„Fast geschafft", brachte Jesse mühsam hervor."Fast hätte ich die Maschine erwischt".

„Und mich", sagte Derek ohne Mitleid. „Wer bist Du?"

Entsetzen zeigte sich in Jesses zerschundenem Gesicht.

„Ich bin Jesse, Deine Jesse", sagte sie mühsam aber mit Überzeugung.

Derek starrte die verletzte Frau vor sich sekundenlang an, dann schüttelte er langsam den Kopf.

„Meine Jesse hätte niemals rücksichtslos geschossen, wenn sie sich nicht sicher sein konnte, dass sich John Connor nicht im Schussfeld befindet".

„Jesse", sagte in diesem Moment Riley leise und kroch auf Händen und Knien ein Stück auf diese zu.

Die Asiatin hob den Kopf an, legte ihn gleich darauf stöhnend wieder hin. „Du nutzloses Kind", sagte sie mit unterdrückter Wut. „Du hättest den ursprünglichen Plan weiterverfolgen sollen. Jetzt hast Du auch das noch verdorben".

„Wir wissen von Deinem Plan", sagte in diesem Moment Cameron.

Alle Augen, die Sekunden vorher von Riley zu Jesse gependelt hatten sahen nun auf Cameron, die jetzt aufblickte.

„Jesse hat Riley auf John angesetzt. Sie sollte mich gegen sich aufbringen". Sagte sie dann.

„Zu welchem Zweck?" Fragte John merklich ärgerlich in Rileys Richtung.

Jetzt fing Jesse leise hustend an zu lachen. „Damit das dumme Mädchen von der Maschine gekillt wird."

Alle starrten die Verletzte ungläubig an.

In Dereks Gesicht zeigte sich Ekel. „Du bist schlimmer als Metall", sagte er mit angewidertem Unterton.

Jesse blickte Derek schon fast mitleidig an. „Das Ding ist schuld, dass unser Baby tot ist Derek. Es starb, weil die Maschine mich auf eine aussichtslose Mission geschickt hat".

„Stimmt das Cameron?" Fragte in diesem Moment Sarah.

Cameron legte kurz beruhigend eine Hand auf Naomis Schulter, bevor sie sich erhob.

„John hat eine Botschaft erhalten. Eine Botschaft von einer Gruppe Maschinen, die sich von Skynet abgewandt hatten. Diese dritte Fraktion wollte eine Allianz gegen Skynet. Die Frage: -Willst Du Dich uns anschließen-, war das Codewort", sagte Cameron erklärend.

„Was ist passiert?" Diesmal kam die Frage von John, dessen Gesicht einen Ausdruck angenommen hatte, den Cameron sonst nur von Future John kannte. Er blickte Kalt , nahezu gefühllos.

„Die rebellischen Maschinen wollten uns testen. Eine Maschine, ein T1001 wurde in eine Kiste eingeschlossen und eingefroren. Die Jimmy Carter, ein Atom U-Boot wurde ausgesandt die Kiste zu transportieren. Die Besatzung der Jimmy Carter hat versagt. Im Verlauf der Mission, wurde nicht nur die Kiste widerrechtlich von der Besatzung geöffnet. Die Mannschaft meuterte. Commander Flores Zerstörte den Captain, einen Tripple Eight. Commander Flores versenkte die Jimmy Carter".

Cameron verstummte und lies die Worte einwirken.

„Die Allianz kam nicht zustande, oder?" Fragte John weiter.

Cameron schüttelte den Kopf. „Nein, wir wurden wegen Unzuverlässigkeit als Partner abgelehnt". Dann sah sie zu Jesse. „Commander Flores wurde für die Meuterei zusammen mit einem Teil der Besatzung vor ein Kriegsgericht gestellt. Wegen der ungewöhnlichen Mission wurde niemand zum Tode verurteilt. Allerdings wurde Commander Flores ihres Ranges enthoben.

Während dieser Erklärungen hatte Niemand auf Jesse geachtet. Sie hatte sich soweit erholt, dass sie sich wieder bewegen konnte. Sie richtete sich ruckartig auf und zog Derek seine Waffe aus dem Hosenbund. Sie richtete die Waffe aber nicht auf Cameron sondern auf John.

Die Zeit schien still zu stehen, als der Schuss ertönte.