Amicus Draconis - 1st Cycle: Cycle of the Badger - Part 3: The Underwater Quidditch Game

Ich frage mich, ich frage mich, weißt du, was ich mich frage?

was?

krass was?

fünf, sechs, sieben, acht!

ka boom boom jonk! ka boom boom jonk!

hekki hekki hekki hekki! hekki hekki hekki hekki!

bong badabong! bong badabong!

yoh yoh yoh yoh! yoh yoh yoh yoh!

ich bin fred und ich sag euch was, ich bin ein cooler rapper und im freestyle richtig krass, im hippen und hoppen bin ich hier das as, ich mach' die ganzen luschen vor neid total blass

ka boom boom jonk! ka boom boom jonk!

taterang bang bang! taterang bang bang!

kch ptping bing! kch ptping bing!

aweeeeeeeeeeee! aweeeeeeeeeeee!

ich bin der coole george, und ich bin ein wilder skäiter, ich hab'n krasses board und fette addidas träiter, wo immer ich auch bin, steigt das stimmungsbaromäiter, und wenn mich einer nervt, dann sag' ich c u läiter

ka boom boom jonk! ka boom boom jonk!

yoh yoh yoh yoh! yoh yoh yoh yoh!

dsh dsh honk dsh dsh honk honk! dsh dsh honk dsh dsh honk honk!

bong badabong bang! bong badabong bang!

wir sind einsame spitze, superultramegageil, abgefahren unsre checkung, unique unser style, wir sind heiß, wir sind cool, wo wir sind, bleibt nix heil, denn von langeweil', ham wir keinen peil, so shake your hips, baby, and stay for a while!

ka boom boom jonk! ka boom boom jonk!

klonk!

pling!

du depp, jetzt hast du's kaputtgemacht!

Amicus Draconis - 1. Zyklus: Zyklus des Dachses - Part 3: Quidditch unter Wasser

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Es war späte Nacht geworden, die anderen Bastler hatten entweder die Lust verloren, oder waren bereits schlafen gegangen. Lisa und Hermione saßen alleine im Orangenblütenraum, Lisa malte, und Hermione zauberte die Kunstwerke wasserfest. Mittlerweile schien Ravenclaw die meisten Fahnen, Fähnchen, Plakate und Rosetten von allen zu haben, denn Lisa hatte den ganzen Tag über keine Pause eingelegt.

"Bedrückt dich etwas, Lisa?" fragte Hermione plötzlich in den Raum hinein.

Lisa sah verdutzt auf. "Wie kommst du denn auf so etwas?" fragte sie vorsichtig zurück.

Hermione lächelte sie an. "Weil ich mich auch immer so verbissen in die Arbeit stürze, wenn es mir nicht gut geht. Das hält mich vom Grübeln ab."

"Im Moment gibt es viel zuviel, über das man grübeln könnte," seufzte Lisa. "Aber es hilft alles nichts."

Für eine Weile herrschte wieder Schweigen, und beide Mädchen konzentrierten sich auf ihre Arbeit. Keine von ihnen hatte große Lust über Voldemort und ihre gefährliche Situation zu sprechen.

Dass Hermione sie durchschaut hatte, kam für Lisa ziemlich überraschend. Sie verstand sich eigentlich ganz gut mit ihr, immerhin waren sie beide Bücherwürmer, die sich lieber mit ernsthaften Dingen beschäftigten, anstatt über Jungs und Schminke zu tratschen. Aber so enge Freundinnen, dass sie einander Geheimnisse anvertraut hätten, waren sie nun auch wieder nicht, deshalb zögerte Lisa, bevor sie weiterredete. Abgesehen davon war es für sie auch sehr ungewohnt, über solche Dinge zu sprechen.

"Stell dir vor," begann Lisa, "es gäbe einen Jungen in deiner Nähe, den du schon sehr lange kennst. Dein bester Freund vielleicht. Und nun stell dir vor, du hättest dich plötzlich in ihn verliebt, obwohl ihr euch schon jahrelang nahe steht, ohne dass irgendwas in dieser Richtung war. Was würdest du tun?"

"Das ist ziemlich kompliziert." Hermione zog die Stirn in Falten. "Das Logischste wäre natürlich mit ihm über diese Gefühle zu sprechen, damit man sie nicht in sich hineinfrisst. Aber ich weiß nicht, ob ich das könnte. Es ist sowieso schon schmerzhaft genug, zurückgewiesen zu werden, aber einen Freund zu verlieren, ist ein Risiko, das ich nicht gerne eingehen würde."

Sie legte ihren Zauberstab zur Seite, und starrte zu Boden. Lisa fiel plötzlich auf, wie bedrückt sie aussah. "Meistens weiß man ja vorher, wie die Antwort des anderen ausfällt, da man ihn sehr genau kennt. Wenn ich wüsste, dass er mich abweist, würde ich meine Gefühle lieber für mich behalten, um es nicht noch komplizierter zu machen, als es schon ist."

"Danke." Lisa schraubte die Farben zu, und begann ihren Pinsel im Wasserschälchen auszuwaschen. "Ich geh' jetzt schlafen, ist doch schon ein bisschen spät geworden."

Hermione schien ihr Problem ziemlich genau zu kennen. Warum wohl? Ob es vielleicht mit Harry zusammenhing? Er war schließlich Hermione's bester Freund, vielleicht war sie in ihn verliebt, oder so...

Aber im Moment war Lisa das ziemlich egal. Ihr Problem hieß Mandy, und Terry bewunderte Mandy, weil sie eine gute Fliegerin und Quidditch Spielerin war.

Lisa lächelte. Es war kein gutes Lächeln.

Würde Terry Mandy noch immer bewundern, wenn sie sich beim Quidditch Spiel fürchterlich blamierte?

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"Hey Harry, wart mal 'n Moment!"

Terry kam aufgeregt angerannt. "Ron hat grad gesagt, du und Hermione fliegt heute noch Gillyweed besorgen. Stimmt das?"

Harry nickte. "Irgendwann müssen wir ja wohl, schließlich haben wir heute schon Freitag."

"Wäre das in Ordnung, wenn Mandy und ich mitkommen würden?"

"Natürlich, wir hatten sowieso vor, noch ein paar Leute mitzunehmen. Das Moor ist ja nicht gerade ein ungefährlicher Ort, da wäre das Risiko zu groß, wenn wir nur zu zweit hinfliegen würden. Was ist denn mit Lisa? Kommt sie auch mit?"

"Nein, aber du und Hermione könnt das Versteck ja öffnen, also macht das nichts. Und Ernie und Hannah wollen heute nicht mehr raus zum Quidditch Feld, also haben wir auch zwei Präfekte im Versteck. Die Loops haben sie ja schon gestern aufgestellt, und dekorieren wollen sie erst morgen früh, damit die Sachen nicht über Nacht im Wasser sein müssen."

"Das klingt ja, als hättest du alles schon geplant!"

Terry sah sich um, ob ihnen jemand zuhörte, und wandte sich dann, offensichtlich beruhigt, wieder Harry zu. "Hör zu, ich möchte die Gelegenheit benutzen, um mal mit Mandy allein zu sprechen, deswegen hab' ich sie gefragt, ob sie mitmöchte, und hab' auch Lisa nichts davon gesagt. Hier drin ist so was schwierig, da kriegt es gleich jeder mit, wenn wir versuchen, irgendwo allein zu sein. Aber wenn wir draußen im Schlamm nach dem Gillyweed wühlen - okay, ist nicht sehr romantisch, das geb' ich zu - da ergibt sich doch sicher eine Gelegenheit, dass du und Hermione an einer anderen Stelle nach Gillyweed wühlt, und dann können wir reden."

"Gut, aber ihr solltet immer in unserer Sichtweite bleiben. Wie gesagt, das Moor ist gefährlich, vielleicht eine der gefährlichsten Stellen im Forbidden Forest. Die Wasserspinnen leben dort, und ich möchte nicht wissen, was sich sonst noch alles im Schlamm verbirgt."

"Ist ja gut," winkte Terry ab. "Wir werden nicht zu weit wegfliegen, ich kenne die Gefahren. Ist schließlich nicht das erste Mal, dass wir von dort Gillyweed holen."

"Das nicht, aber wir haben noch nie so große Mengen auf einmal benötigt. Es wird erstens viel länger dauern als sonst, und zweitens sind wir mit den schwer beladenen Besen nicht so wendig."

Terry grinste. "Immer so logisch und vernünftig, Harry. Man merkt, dass du nicht viel von Liebe verstehst, sonst wärst du ein bisschen emotionaler."

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Draußen war ein sonniger, aber kalter Oktoberabend. Die vier Jugendlichen flogen die meiste Zeit schweigend nebeneinander her, und genossen die frische Luft, und die Sonne, ein kostbarer Hauch von Freiheit. Es war selten genug, dass sie nach draußen kamen, ohne dass sie jemanden retten, oder vor jemandem fliehen mussten.

Dennoch waren sie weit davon entfernt, leichtsinnig zu werden. Sie behielten ihre Umgebung sorgfältig im Auge, und achteten darauf, keine Aufmerksamkeit durch Lärm oder unsinnige Flugmaneuver zu erregen. Der Forbidden Forest hatte Augen und Ohren, das war ihnen klar.

Das Moor begann an einer Stelle, wo ein Ausläufer des Sees direkt in den Wald hineinführte. Kleine Tümpel und Bächlein durchzogen den schlammigen, moosbewachsenen Waldboden. Es war nicht sicher dort zu Fuß zu gehen, denn an vielen Stellen gab der Sumpf nach, und hungrige Schlingpflanzen warteten auf leichtsinnige Opfer, die sie in die Tiefe ziehen konnten, um sie dort zu verspeisen.

Sie pflückten das Gillyweed stets von den Besen aus, damit sie bei Gefahr sofort vom Boden abheben konnten. Zumindest einer pflückte überhaupt nicht, sondern hielt Wache.

"Dort!" rief Hermione und deutete auf einen kleinen Teich, in dem das Gillyweed büschelweise wucherte. "Ich werde hier anfangen, Harry, würdest du bitte aufpassen?"

"Und wir können dort drüben suchen, kommst du, Mandy?"

Mandy nickte, und flog hinter Terry her. "Dort sind Wasserspinnennetze," sagte sie, und zog einen Beutel aus ihrer Tasche. Mithilfe des Lavendelpulvers konnte man die silbrigen Fäden gut sichtbar machen, damit man sie nicht aus Versehen streifte. Solange niemand ihre Netze berührte, würden die gewaltigen Monster auch nicht angreifen, es lag nicht in ihrer Natur.

Als alle Spinnwebfäden um sie herum in blassem Lila schimmerten, zog Terry ein Messer aus seiner Tasche, und begann die schleimigen Stängel des Krauts abzuschneiden. "Mit einem Summoning Charm würde alles so viel einfacher gehen," seufzte er.

Mandy zuckte bedauernd die Schultern. "Damit würdest du aber die Wurzeln mit herausreißen, und das Kraut könnte nicht nachwachsen. Wer weiß, wie lange wir noch unter Wasser leben müssen."

"Weiß schon!" Terry spähte an Mandy vorbei zu Hermione und Harry, um sicherzugehen, dass sie sich außer Hörweite befanden. "Du, Mandy..."

"Was gibt's?" Sie machte einen Schlenker zur Seite, um dem langen schwarzen Tentakel einer Devil's Snare auszuweichen, der plötzlich zwischen dem Gillyweed aufgetaucht war. Da die Sonne aber noch nicht ganz untergegangen war, zog sich der Tentakel sofort zurück. Die Pflanze konnte kein Sonnenlicht vertragen.

"Ich...uhm.... wollte dich etwas fragen."

"Schieß los!"

"Ich....uhm....finde dich ziemlich nett, weißt du das?"

Mandy wurde knallrot im Gesicht, und murmelte etwas Unverständliches. Terry wurde ebenfalls rot, und starrte angestrengt auf das Büschel Gillyweed, das er in den Händen hielt. Es nervte ihn tierisch, dass er, der doch sonst immer einen lockeren Spruch parat hatte, auf einmal keine Worte mehr finden konnte.

"Ich finde dich auch sehr nett," unternahm Mandy einen verzweifelten Versuch, ihm zu Hilfe zu eilen.

"Da...danke," stotterte Terry. "Uhm..."

"Vorsicht!" schrie Mandy. Terry hatte nicht aufgepasst, und war mit dem Arm gefährlich nahe an einen der Spinnwebfäden gekommen. Durch ihren Schrei zuckte er zusammen, und stieß dagegen.

"Schnell weg hier, gleich kommt die Spinne!" Mandy beugte sich nach vorne, und packte Terry am Arm, um ihn samt Besen vom Netz wegzuziehen.

Plötzlich machte ihr Besen einen merkwürdigen Hüpfer zur Seite. Sie schaffte es gerade noch, sich mit einer Hand festzuklammern, aber Terry, dessen Arm sie dabei nicht rechtzeitig loslassen konnte, wurde durch den Schwung von seinem Besen gerissen, und stürzte, Kopf voran, in das Spinnennetz.

"Terry!" schrie Mandy. Sie wollte nach ihrem Zauberstab greifen, aber ihr Besen bäumte sich wild auf, und sie musste sich mit beiden Händen festhalten, um nicht heruntergerissen zu werden. Sie begriff nicht, was mit dem Ding los war, es gehorchte ihr nicht mehr. Es hüpfte und bockte, wie ein wildgewordenes Pferd.

Einen Moment überlegte sie, ob sie abspringen sollte. Aber mit größter Wahrscheinlichkeit würde sie beim Sturz in eines der Netze fallen, und vielleicht noch eine zweite Spinne anlocken. Dann müssten Harry und Hermione sie alle beide retten, und das machte es nicht einfacher.

Der Schlamm begann zu gurgeln, als die riesige Wasserspinne sich daraus hervorwühlte. Schon erschienen ihre gewaltigen schwarzen Mundwerkzeuge. Verzweifelt versuchte Terry seine Arme von den klebrigen Fäden loszureißen, doch sie waren zäh und dehnbar wie Gummi.

Aus dem Augenwinkel sah Mandy, wie Harry und Hermione durch die Luft angeschossen kamen. Zum Glück behielten beide die Nerven, die Zauberstäbe waren bereits gezückt, und sie griffen die Wasserspinne gemeinsam an, um sie von Terry abzulenken.

"Passt auf!" schrie Terry. "Hier ist eine Devil's ...."

Ein schwarzer Tentakel schoss aus dem Schlamm empor und wickelte sich um Harry's Arm. Das verschwindende Tageslicht reichte wohl nicht mehr aus, um das Teufelsgewächs in Schach zu halten. Dann sauste Mandy's Besen steil nach unten, und sie sah nur noch, wie der Boden immer näher kam. Ein dumpfer Knall, und die Welt versank in Schwärze.

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"Padma, hast du vielleicht Hermione gesehen?" Lisa war gerade dabei, die Bastelsachen wegzupacken. "Ich wollte ihr nur Bescheid geben, dass die Dekorationen für morgen fertig sind."

Padma schüttelte den Kopf. "Nein, keine Ahnung, vielleicht im Gryffindor Gemeinschaftsraum, oder so."

Offiziell gab es immer noch einen Gemeinschaftsraum für jedes Haus, aber die Jugendlichen hielten sich längst nicht mehr daran, zu viele enge Freundschaften hatten sich mittlerweile auch zwischen Angehörigen verschiedener Häuser gebildet. Passwörter gab es ebenfalls nicht mehr, schließlich vertrauten sie einander.

"Alles klar bei euch?" Ron steckte den Kopf zur Tür hinein. Er sonnte sich in seiner selbstgewählten Aufgabe als Quidditch Organisator, stolzierte den ganzen Tag im Versteck herum, und fragte alle paar Minuten nach Fortschritten bei den verschiedenen Arbeiten.

Lisa und Padma nickten nur, und Lisa fügte hinzu: "Hast du vielleicht Hermione gesehen?"

"Nein," erklärte Ron, "das ist auch gar nicht möglich, denn sie ist mit Harry, Terry und Mandy Gillyweed holen gegangen, äh geflogen. Ich wäre ja selbst mitgekommen, wenn ich hier nicht so viele wichtige Aufgaben zu erledigen..."

"Was?" schrie Lisa. "Ron, wo sind Ernie und Hannah?"

Ron zuckte mit den Schultern.

"Du kannst sie jetzt nicht sprechen," sagte Susan und errötete leicht. "Sie haben sich... uhm... etwas zurückgezogen."

Lisa stürmte aus dem Raum. Die beiden konnten nur entweder im Jungen- oder im Mädchenschlafsaal ihres Jahrgangs sein. Atemlos jagte sie durch den Gang, in dem sich die Hufflepuff Schlafsäle befanden.

Beim Mädchenschlafsaal hatte sie Glück. Auf ihr heftiges Klopfen und Rufen öffnete sich die Türe einen Spaltbreit, und Hannah erschien, die lange blonde Mähne zerzaust über dem hastig übergeworfenen Morgenmantel. "Ist was passiert, Lisa?" fragte sie erschrocken.

"Ja, ich meine, nein, hoffentlich nicht," rief Lisa verzweifelt. "Bitte, ihr müsst sofort das Versteck öffnen, ich muss unbedingt nach draußen. Mandy - ihr Besen ist kaputt, und sie ist draußen beim Gillyweed holen, sie..."

"Einen Moment nur, wir sind sofort da." Zum Glück stellte Hannah keine weiteren Fragen. Wenige Minuten später hatten sie und Ernie sich angezogen, und ihre Besen geholt. Alle drei flogen sie hoch zu der Wolke, in der sich der Eingang befand.

"Du musst noch jemanden mitnehmen," sagte Ernie bestimmt. "Wir können ja nicht, und du solltest nicht allein..."

"Bitte dazu ist keine Zeit," flehte Lisa. Bis sie jetzt zurück nach unten geflogen, jemand älteren gesucht und wieder nach oben geflogen war, wäre noch mehr Zeit vergangen. Zeit, die sie nicht hatte, jetzt da jede Minute zählte."

"Also gut, wir schicken dir ein paar Leute hinterher. Ins Gillyweed Moor, sagtest du!"

Lisa nickte, und schoss durch die Wolke hinaus ins Wasser.

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Verdammt, wie hatte das nur passieren können? Dass ausgerechnet Mandy nach draußen gegangen war. Verdammt, verdammt, verdammt!

Erst als ihr die Luft knapp wurde, fiel Lisa ein, dass sie vollkommen vergessen hatte, Gillyweed zu kauen. In der Eile hatte sie nicht daran gedacht. Sie schoss senkrecht nach oben, in der Hoffnung die Wasseroberfläche noch rechtzeitig erreichen zu können, bevor sie ohnmächtig wurde. Verdammt, warum ging dieser Besen nicht schneller. Ihre Lungen brannten wie Feuer!

Sie hustete und würgte, und versuchte, das eisige Wasser nicht einzuatmen. Um sie herum war es viel heller geworden, die Oberfläche konnte nicht mehr weit entfernt sein. Oder war sie schon so weggetreten, dass sie es sich nur einbildete?

Ihr schwanden die Sinne, als der Besen endlich die Oberfläche durchbrach. Durch den Schwung wurde sie hinuntergerissen, und klatschte ins Wasser. Der leere Besen stieg noch ein Stück, um dann neben ihr abzustürzen.

Ihr schweren nassen Kleider zogen an ihr, doch sie schaffte es, den Besen zu erreichen. Verdammt war dieses Wasser frostig! Sie würde sich mit Sicherheit eine Erkältung zuziehen.

Aber das war ihre eigene Schuld.

Wenn nur nichts passiert war.

Wenn sie nur nicht zu spät kam.

Der Wind zerrte an ihren nassen Kleidern, als sie durch die Luft jagte, aber sie bemerkte es kaum. Ihr ganzer Körper war steif vor Kälte. Sie schoss über den See auf das Moor zu, schon von weitem hörte sie den Lärm eines Kampfes. Zischen, laute Explosionen, aufgeregte Stimmen, die Zaubersprüche auf ihre Gegner schleuderten.

Mandy's Stimme war nicht dabei.

Terry hing in einem riesigen Spinnennetz. Hermione griff die Spinne mit Stunning Spells an, die zwar wirkungslos von der Panzerung ihres Rückens abprallten, aber Lisa begriff sofort, dass dies ein Ablenkungsmaneuver war. Harry war es schon fast gelungen, Terry freizuschneiden, er brauchte nur noch einen Augenblick Zeit. Einige abgetrennte Ranken einer Devil's Snare hingen ebenfalls zwischen den klebrigen Fäden, damit hatten die drei es wohl gleichermaßen zu tun gehabt.

Wo war Mandy? Lisa's Blick flitzte hin und her, konnte sie aber nirgends entdecken. Nur eine weitere Spinne war zu sehen, aber diese saß weiter weg in einem anderen Netz, und stellte somit keine Gefahr da.

Moment mal! Die Spinne beugte sich doch über etwas! Und ihre Mundwerkzeuge bewegten sich dabei!

Es knirschte laut.

Oh nein! Nein, bitte nicht!

Lisa schoss nach unten, zog einen Kreis knapp über der Spinne, und trat nach ihrem Kopf. Das gewaltige Tier richtete sich auf, und die Beißwerkzeuge griffen nach ihr. Genau das hatte sie auch zu erreichen versucht, und so war es kein Problem auszuweichen.

Jetzt konnte sie auch erkennen, womit die Spinne beschäftigt war, der abgebrochene Stiel eines Besens fiel herab, als sich die gewaltigen Klauen öffneten. Die Spinne interessierte sich nicht länger dafür, etwas Festes wie Holz war für sie ungenießbar. Sie wandte sich etwas anderem zu.

Mandy war unter dem Hinterleib der Spinne gelegen, deswegen hatte Lisa sie zunächst nicht sehen können. Sie war bewusstlos, vielleicht war sie beim Sturz gegen die Baumwurzel geprallt, an der einige Stützfäden des Netzes befestigt waren. Aber abgesehen davon schien sie nicht verletzt zu sein.

Noch nicht.

Lisa griff nach ihrem Zauberstab, doch die vor Kälte steifen Finger gehorchten ihr nicht mehr, und der Stab entglitt ihren Händen. Er fiel neben der Spinne ins Netz, diese kümmerte sich aber nicht um das winzige Stückchen Holz, sondern beugte sich über Mandy, und drehte sie mit dem vordersten Beinpaar auf den Rücken.

Ohne zu überlegen, sauste Lisa nach unten, und griff die Spinne mit bloßen Faustschlägen und Tritten an. Es konnte sich nur noch um Sekunden handeln, bis Harry und die anderen hier waren, um ihr zu helfen, bis dahin musste sie das Tier nur irgendwie von Mandy fernhalten. Sie trat nach den Augen, sie waren mit Sicherheit empfindlicher als der hart gepanzerte Kopf, aber ihr Angriff schien die Spinne nicht einmal wütend zu machen. Fast gemächlich bäumte sie sich auf, und stieß Lisa mit einer ihrer Beißzangen vom Besen.

Die Fäden waren unglaublich klebrig. Lisa war geistesgegenwärtig genug, sich mit einer Hand abzufangen, damit zumindest die andere Hand nicht mit dem Netz in Berührung kam, und sie diese frei hatte. Irgendwo ganz in der Nähe musste ihr Zauberstab liegen, vielleicht schaffte sie es, ihn zu erreichen, und dann konnte sie sich zur Wehr setzen. Blitzschnell wandte sie die Augen nach links und rechts, und richtig, er hing lediglich eine Armlänge von ihr entfernt an einem der Fäden.

Sie streckte den Arm aus, und versuchte, ihn zu greifen. Hoffentlich ließen ihre Finger sie jetzt nicht im Stich, sie musste an das verdammte Ding rankommen. Sie musste! Sie streckte sich, soweit sie konnte, näher und näher kamen ihre Finger an den Stab heran. Endlich glaubte sie, das Holz an ihren Fingerspitzen spüren zu können, sie konnte es nicht mit Sicherheit sagen, ihre Hände waren zu taub.

Dann wurde sie grob auf den Rücken geworfen, die vorderen Beinpaare der Spinne drückten ihre Arme und Beine an die Fäden, um sie vollkommen wehrlos zu machen. Das Gewicht über ihr pinnte ihren Körper am Netz fest, verzweifelt warf sie den Kopf hin und her, er war das einzige, das sie noch bewegen konnte.

Und das bald auch nicht mehr, denn ihr Haarknoten hatte sich gelöst, und die lange dunkle Mähne blieb an dem klebrigen Untergrund hängen.

Die gewaltigen grünschillernden Augen des Ungeheuers blickten sie unverwandt an, als sich die Beißwerkzeuge zur Seite schoben, um dem langen angespitzten Saugrohr Platz zu machen, das der Spinne zur Nahrungsaufnahme diente. Lisa presste die Augen fest zu, damit sie nicht mehr sehen musste, wie es auf sie zukam. Sie fühlte einen rasenden Schmerz, als die messerscharfe Spitze ihre Bauchdecke durchstieß, und dann wusste sie nichts mehr.

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Um sie herum war es dunkel, vollkommen dunkel. Nur einmal tauchten die Gesichtszüge von Padma - oder war es Parvati - vor ihr auf, um sogleich wieder in der Dunkelheit zu verschwinden.

Sie hatte keine Schmerzen mehr, doch sie war müde, so schrecklich müde. Sie glitt hinüber in eine Welt, die aus bizarren Formen, und sonderbaren Klängen bestand. Bildfetzen zogen an ihr vorbei, der See, das Moor, die schrecklichen grünen Augen der Spinne.

Dann verschwanden die Bilder, nur die grünen Augen blieben. Aber es waren keine Insektenaugen mehr, sondern die freundlichen Augen eines Menschen, die nachdenklich auf sie hinabblicken.

"Bin ich tot?" Ihre Stimme klang etwas matt, aber ansonsten ganz normal. Ihre Hände tasteten nach ihrem Bauch, sie konnte eine Narbe fühlen.

"Ganz bestimmt nicht!" sagte Harry Potter lächelnd. "Dank der beeindruckenden Heilkunst unserer Zwillinge bist du schon fast wieder gesund. Ich muss allerdings zugeben, dass die Zeit verdammt knapp wurde, wir hätten keine Sekunde später kommen dürfen."

"Es ist so still... wo sind die anderen? Mandy?"

"Die Stille liegt wohl daran, dass wir Samstag haben, und alle anderen draußen beim Spiel sind. Mandy hat, soweit ich weiß, gerade den Dachsen den Snitch weggeschnappt, und probiert dasselbe jetzt bei uns. Nur Padma und Parvati waren immer abwechselnd hier, um nach dir zu sehen."

Sie sah ihn fragend an. "Aber du..."

"Ron hat den Posten des Schiedsrichters übernommen. Ich wollte bei dir sein, wenn du aufwachst."

"Aber Quidditch ist doch so wichtig für dich..."

Harry schüttelte den Kopf. "Wir leben nicht in einer Zeit, in der wir Kinder sein dürfen. Natürlich ist es schön, ab und an die ganzen Probleme zu vergessen, und einfach fröhlich zu sein. Deswegen haben wir uns auch entschieden, das Spiel stattfinden zu lassen, zu viele haben sich darauf gefreut, und zu viele haben hart dafür gearbeitet. Wir haben ein bisschen Glück verdient, nach all dem Schrecklichen, was wir durchmachen mussten.

Aber das ändert nichts daran, dass es nur ein Spiel ist. Es ist nicht wichtig. Was du getan hast, das war wichtig. Du hast Mandy das Leben gerettet, ohne auf dein eigenes Rücksicht zu nehmen. Das war unglaublich tapfer."

"Nein, das ist nicht wahr." Ihre Augen füllten sich mit Tränen. "Es ist alles meine Schuld. Ich hab' Mandy's Besen verhext. Ich wollte, dass sie sich beim Spiel blamiert. Ich wollte, dass die anderen sie auslachen, und dass Terry aufhört, ihr hinterher zu laufen."

Ihre Stimme wurde mehr und mehr zu einem Schluchzen, als sie weiterredete. "Ich hab' nicht gedacht, dass Mandy mit dem Besen draußen rumfliegt. Ich dachte, sie fliegt ihn erst wieder beim Spiel und unter Wasser kann ihr ja nichts passieren, selbst wenn sie runterfällt. Ich hab' das nicht gewollt, Harry, oh Gott, ich bin so dumm gewesen. Und so kindisch."

"Da kann ich dir wohl kaum widersprechen." Er reichte ihr ein Taschentuch, damit sie sich die Tränen abwischen, und die Nase putzen konnte. "Unter normalen Umständen wäre es ein Kinderstreich gewesen," sagte er nachdenklich, "wären wir noch in Hogwarts, müsstest du für so etwas ein paar Mal nachsitzen, und damit wäre die Sache gegessen. Aber nicht jetzt, wo jeder sich auf den anderen verlassen können muss. Du hast andere und auch dich selbst in Gefahr gebracht. Wir können uns so etwas nicht leisten, Lisa, das geht nicht! Wir dürfen nicht unsere eigenen egoistischen Interessen in den Vordergrund stellen, wenn so viel auf dem Spiel steht!"

"Verzeih mir," schluchzte Lisa verzweifelt. Sie drehte den Kopf weg, sie brachte es nicht fertig, ihn anzusehen. "Das kann ich niemals, niemals wieder gutmachen."

Aber Harry hob ihr Kinn an, damit er in ihre Augen sehen konnte. "Das hast du doch schon längst getan," sagte er bestimmt. "Es hilft niemandem, wenn du dich in Schuldgefühle stürzt. Rede mit Mandy, diese Sache ist zwischen euch beiden, und wenn du jemanden um Verzeihung bitten willst, dann ist sie es, und ganz bestimmt nicht ich. Sobald zwischen euch alles geklärt ist, können wir die Sache zu den Akten legen."

"Meinst du das ernst?" fragte Lisa. "Werde ich nicht bestraft, oder so was?

Entschieden schüttelte Harry den Kopf. "Es geht hier nicht um Schuld oder Sühne, und es geht ganz bestimmt nicht darum, dass ich oder sonst irgend jemand dich bestrafen wollen. Ich nehme mir sicher nicht das Recht heraus, über dich zu urteilen, das wäre doch ziemlich selbstherrlich, oder etwa nicht? Ich bin schließlich nicht Dumbledore, oder irgend ein weiser alter Zauberer, der eine Ahnung vom Leben hat.

Nein, Lisa, du hast nicht versucht, dich aus der Verantwortung zu stehlen, und du tust alles, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Mehr kann man von einem Menschen nicht verlangen. Unfehlbar kann niemand sein, entscheidend ist doch, wie man sich verhält, nachdem man einen Fehler gemacht hat."

Sie nickte nur, sie war zu bewegt, um Worte zu finden. Außerdem wurde das Sprechen langsam anstrengend, ihre Gesundheit war noch nicht ganz wiederhergestellt. Nachdenklich lehnte sie sich zurück, und sah zur Decke hinauf.

"Die anderen werden bald hier sein," meinte Harry, "und vielleicht möchtest du dich noch ein bisschen ausruhen. Das Gespräch mit Mandy wird sicher länger dauern."

Er stand auf, und strich ihre Decke glatt. Nicht, dass die Decke es groß nötig gehabt hätte, es war einfach nur eine liebevolle Geste.

"Eins noch, Harry," sagte sie leise. "Ich...ich möchte als Ravenclaw Präfekt zurücktreten."

Er nickte. "Wenn das deine Entscheidung ist... Da wir keine Lehrer haben, die Präfekte ernennen können, sollten die Ravenclaws vielleicht per Abstimmung einen neuen Präfekt wählen."

"Ja, das wäre sicher am fairsten für alle. Und Harry?"

"Ja?"

"Ich... ich finde schon, dass du weise bist. Sehr sogar."

"Bitte, sag' so etwas nicht." Er drehte sich im Türrahmen um, und schüttelte den Kopf. "Ich bin ganz bestimmt nicht weise. Ich habe in meinem Leben schon weitaus größere Dummheiten begangen, als den Besen eines Rivalen zu verhexen."

Dann zog er die Schiebetür zu, und sie war allein.

Sie fragte sich, was für Dummheiten er gemeint haben mochte, er schien ihr ganz und gar nicht der Typ für so etwas. Aber sie war jetzt zu müde, um zu grübeln. Sie kuschelte sich unter ihre Decke, und fiel bald in einen tiefen traumlosen Schlaf.

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Tsuzuku

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Dark night, nothing to see,

Invisible hand in front of me.

Scared to death there's someone near,

Scared to move but you can't stay here.

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You know me, evil eye!

You know me, prepare to die!

You know me, the snakebite kiss!

Devil's grip, the Iron Fist!

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extra Extra EXTRA!!!!

kuck mal fred, ein leserbrief

der is von tia sophie aus nivisland

tia sophie findet es furchtbar schade, daß die party im leaky cauldron nach folge 4 verschoben wurde, weil da draco vorkommt, und tia sophie will mehr draco in der story haben, denn sie findet draco obercool.

ich bin viel cooler! heul warum findet mich keiner cool?

macht nix fred, dafür hast du einen coolen zwillingsbruder, das bin nämlich ich!!!

gar nix wahr!

doch wahr! hier schreibt uns sirius b. aus vierpfotenland, sie kann es gar nicht erwarten, dass ich endlich in der story auftauche........

uhm, george, sie schreibt, sie kann es gar nicht erwarten, dass sirius black endlich in der story auftaucht! von dem ist sie nämlich ein riesenfan!

oh!

da hab ich wohl was durchnander gebracht!

warum kann sie kein riesenfan von mir sein heul

hey angeber!

willst du nicht endlich den ganzen blödsinn lassen, und unserer zuhörern sagen, was in folge 4 passiert?

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Im vierten Teil gibt es nun endgültig Zoff und Party im Leaky Cauldron, außerdem eine Razzia in der Diagon Alley. Natürlich klar, dass Harry und seine Freunde wieder einmal die unschuldigen Witwen und Waisen vor der Bedrohung durch die Mächte des Bösen schützen müssen. Außerdem treffen wir wieder ein paar alte Bekannte, darunter auch jemanden von den Marauders. Leider nicht Sirius.

den will aber keiner sehen, du schlaumeier.

wen? sirius?

nein

den Marauder, den wo wir tatsächlich treffen tun!

wir treffen ihn ja auch nicht, fred, unsere zuhörer treffen ihn!

ich bemitleide sie jetzt schon heul den will wirklich keiner treffen!

eine runde mitleid für unsere zuhörer

eins zwei drei

ohhhhhhhhhhh

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Also schaltet wieder rein zu: Amicus Draconis - 1st Cycle: Cycle of the Badger - Part 4: Offers and Offerings

Coming March 2002

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Draco Dormiens Nunquam Titillandus