V.I
Gilbert konnte es schwer ertragen, seinen Bruder so schwach zu sehen. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, seinem Bruder vor jedem Leid zu beschützen…und er hatte ihn im Stich gelassen. Er hatte ihm im Stich gelassen, als Ludwig aus der Napola verschwunden war. Er hatte sich all die Jahre nicht verzeihen können – aber Ludwig so zu sehen – mager, blass, ausgelaugt und mit schweren Ringen unter den Augen – führte ihm noch einmal vor Augen, was er zugelassen hatte. Er hatte versagt. Er wusste nicht einmal, welche Worte richtig zu wählen waren, wenn er seinen Bruder so sah.
Er sah aus wie ein Fremdkörper in Felicianos Zimmer. Die Wände hier waren mit bunten Bildern behängt, die der Jüngere der Vargas-Geschwister selbst malte. Kitschiger Schnickschnack war im ganzen Raum verteilt und hier und auf dem Bett lag eine bunte Überdecke mit verschiedenen Mustern – und darauf die Gestalt seines Bruders. Ludwig trug Kleidung, die ihm nicht passte, und von Gilbert sicher war, dass er sie schon einmal an Roma Vargas gesehen hatte. Aber es gab noch mehr Veränderungen. Wandlungen, die er in sich selbst kannte.
Das Funkeln seiner blauen Augen, an die er sich erinnerte, war beinahe erloschen. Sie waren dumpfer geworden.
Manchmal schlossen sich seine Lider für einige Sekunden vor Erschöpfung, bis er sie wieder und wieder aufriss. Gilbert tat, als würde er nichts davon sehen.
Ludwig tat alles, um seine Schwierigkeiten zu verbergen. Er wischte die Ärmel seines Hemdes nach vorne, um die Narben auf seinen Handgelenken zu verdecken. Er griff mit seinen Händen in die Bettdecke, um sein Zittern zu verbergen. Er hielt seinen Blick stets auf Gilbert gerichtet und unterdrückte mehrmals sein Gähnen, das nur noch ein Spannen seiner Kiefermuskeln wurde.
„Was soll ich tun?" Fragte er schlicht. Er hoffte, dass der Gefallen etwas war…das mit Rache zu tun hätte. Rache an dem, der seinem Bruder das hier angetan hatte. In den Augen eines Bruders blitzte ein Funke auf.
„Erinnerst du dich noch daran…worum ich dich damals in Berlin gebeten habe?" Fragte Ludwig ein wenig heiser.
Gilbert nickte langsam und runzelte leicht die Stirn. Es waren viele Jahre vergangen, aber wie könnte er es vergessen? Es war das letzte Mal gewesen, dass er seinen Bruder gesehen hatte…und sein Besuch in ihrer Wohnung in Berlin war mit einer äußerst merkwürdigen Bitte einhergegangen.
„Ich sollte…diesen Mann finden…" Erinnerte er sich.
„Arthur Kirkland." Wiederholte Ludwig fest und so eilig, dass Gilbert nicht anders konnte, als zu vermuten, dass er zwölf Jahre an diesem Namen festgehalten hatte, bis er endlich die Möglichkeit hatte, ihn auszusprechen. „Hast du… ihn gefunden?"
Gilbert schüttelte mit dem Kopf. Er wusste nicht, warum es Ludwig etwas bedeutete – nicht zehn Jahre nachdem der Krieg geendet hatte. Aber er konnte spüren, dass es Ludwig wichtig war und in diesem Augenblick hätte er alles getan, damit sein Bruder glücklich war. Oder wenigstens zufrieden.
„Versteh mich nicht falsch – ich habe ihn gesucht – vor allem, nachdem du verschwunden bist – ich hatte gehofft es würde mir helfen, dich zu finden. Aber nachdem der Krieg vorbei war … ich dachte du wärst tot." Erklärte er und Enttäuschung senkte sich über Ludwigs Gesicht. „Aber ich hatte eine Spur.
Er konnte spüren, wie neue Energie in Ludwigs Augen aufblitzte.
„Was für eine Spur?"
Gilbert seufzte. Er rühmte sich seinen Bruder besser zu kennen, als die meisten Menschen und auch die Ernsthaftigkeit seines Bruders überraschte ihn nicht. Aber er musste zugeben…dass er sich etwas anderes von ihrem Wiedersehen erhofft hatte. Mehr Menschlichkeit. Nähe. Dinge, die für ihn selbst zwar schwierig, aber nicht grundsätzlich unangenehm waren.
„Ludwig…bist du sicher, dass wir jetzt darüber reden müssen?"
„Ja." Erklärte Ludwig bestimmt. „Es hat viel mit dem Gefallen zu tun, den ich brauche."
„Wie du meinst." Sagte er betont langsam und gedehnt. Er wollte Ludwig zeigen, dass er es für bedeutungslos hielt. Das er sich nur für ihn daran erinnerte. „Ich habe mich damals im EL-DE-Haus in Köln gemeldet und bei der Gestapo um Mithilfe geworben."
„Erfolgreich?"
„Könnte man sagen. Dieser Arthur Kirkland stand auf einer Liste gesuchter Verbrecher der Gestapo, aber sie hatten bisher noch keine heiße Spur. Ich habe meine Anfrage als offizielle Ermittlung der SS händeln lassen und da haben sie für mich ein wenig in den Akten gewühlt."
„Und? Sie haben was gefunden?" Fragte Ludwig aufgeregt und Gilbert grinste, als er endlich ein wirkliches Lebenszeichen von seinem Bruder bekam.
„Langsam. Ich fang von vorne an." Erklärte er. „Wie sie auf Kirkland gekommen sind. Zugegeben, Kirkland war für sie nur ein kleiner Fisch – vor allem da er vermutlich in England war und damit unerreichbar für sie - aber nachdem ich die Anfrage gestellt habe, haben sie mir alles gezeigt, was sie hatten. Wenn jemand so lange im Dreck wühlt, wie die Gestapo-Jungs, dann findet man eben auch mal ein Stück Gold."
„Und…was war das für ein Goldstück?"
Gilbert musste wieder Grinsen. Das war sein eifriger, ungeduldiger Bruder, an den er sich erinnerte. Wie schlecht es ihm auch gehen mochte – er ließ sich nicht von dem abbringen, was er wollte. Es war eine Eigenschaft, die sie teilten. Hätte er kein Verständnis für die Zielstrebigkeit und Entschlossenheit seines Bruders gehabt, hätte er ihn sicher schon unterbrochen. Aber es war mehr als das – es war der Beweis, dass die Lebensflamme in der Seele seines Bruders seinen Körper nicht vor ihrer Zeit verlassen hatte. Ludwig war noch da.
„Dieses Goldstück war ein Protokoll eines Verhörs mit dem Anführer einer Partisanentruppe der Résistance aus Rouen …namens Francis Bonnefoy." Erklärte Gilbert stolz. Er wusste nicht, wohin sie diese Fragen führten, aber er spürte, dass Ludwig ihm an seinen Lippen hing.
„Und?" Drängte Ludwig. „Was war mit…?"
„Bonnefoy." Wiederholte Gilbert. „Nun, er hat Kirkland im Verhör erwähnt – so sind auf ihn gekommen. Monsieur Bonnefoy hat laut Gestapo-Aufzeichnungen nach mehrmonatiger Inhaftierung gestanden, dass ein Major General der Britischen Armee Waffenlieferungen seiner eigenen Regierung unterschlagen und an die europäischen Widerstandbewegungen wie die Résistance, das NKFD, die OF, die ÖFF und nicht unbeachtliche Geldmengen und falsche Reisepässe an die CIMADE* geliefert hat. Man wusste nicht, wie er es gemacht hat - oder wie er die Waffen geschmuggelt hat…aber er hat es geschafft. Im großen Stil. Und dieser Major General war …"
„War Arthur Kirkland…" Beendete Ludwig und klang beinahe erschöpft. Aber er sah Gilbert so unverwandt an, dass Gilbert spürte, dass er nicht im Geringsten ahnen konnte, wie wichtig seinem Bruder diese Fragen waren. Der Ausdruck seiner alten Entschlossenheit war immer noch deutlich in Ludwigs Gesicht zu erkennen. „Hast du ihn gefunden?"
„Nein." Gilbert schüttelte den Kopf. „Ich…ich habe darin keinen Sinn mehr gesehen, nachdem du…der Krieg vorbei war. Du hast mir nicht mal verraten, warum du etwas über ihn erfahren solltest. Ich konnte nicht sagen, ob er was mit deinem Verschwinden zu tun hatte. Aber…ich habe noch mehr über ihn erfahren. Zufällig."
„Was?"
Gilbert schüttelte den Kopf.
„Erst will ich wissen…wo du warst."
„Wo ich war?"
Das eisige Wasser umgab ihn von allen Seiten. Es drückte gegen seine Haut, die Kälte durchstach seinen Körper wie Nadeln und die Finsternis hielt ihn in dieser Hölle gefangen. Er kämpfte gegen den Druck. Seine Hände schlugen gegen Eis, ganz nah.Gilbert beobachtete, wie Schatten über Ludwigs Gesicht wanderten.
„Ich…war in Russland." Erklärte er schlicht. „In Kriegsgefangenschaft."
Er kämpfte an, gegen die eisigen Wassermassen, die ihn erdrückten, gegen das Wasser in Mund und Lunge, er wusste nicht mehr, ob er nach oben oder unten gedrückt wurde. Das kalte Wasser lähmte ihn und er konnte spüren wie sein Herz raste.
Er riss seine Augen wieder auf und versuchte seine Atmung zur Ruhe zu zwingen. Er spürte Gilberts besorgten Blick und versuchte seinen Blick auf ihn gerichtet zu halten. Es war schwierig. Die Erschöpfung haderte mit seiner Selbstkontrolle.
„Gilbert…ich muss wissen…was mit Kirkland ist. Ich muss Kirkland finden…" Erklärte er.
„Wie…wie bitte?" Fragte Gilbert. „Einen…einen Moment. D-Du warst in Russland? In – Kriegsgefangenschaft?"
„Die NKVD hat es…anders genannt." Erklärte Ludwig. „Aber sie haben mich aus Stalingrad nach Sibirien deportiert und…" Er wandte seinen Blick ab und schien seine Gedanken zu ordnen. Die Sonne vor dem Fenster war weit genug aufgestiegen, dass Ludwig in dunklen Schatten die ersten Falten zwischen den Brauen seines Bruders sehen konnte. Viel Zeit war vergangen.
Und auch wenn er seinen Bruder liebte.
Und auch wenn er gerne der Last nachgegeben hätte.
Auch wenn er sich gerne in die Arme seines Bruders gestürzt hätte.
Auch wenn er ihm gerne unter Tränen gestanden hätte, was mit ihm geschehen war…
Er konnte es nicht. Er hatte Zeit verloren. Zeit, die er brauchte. Er wollte Rache nehmen an den Menschen, denen er all dieses Leid zu verdanken hatte. Er hatte Zeit verloren. Die Zeit, die er noch hatte, war zu kostbar, um sie zu verschwenden.
„Du hast deine Antwort. Was war mit Kirkland und Bonnefoy?"
In seiner Stimme lag eine Dringlichkeit und Verzweiflung, die Gilbert versicherte, dass Ludwig nicht reden wollte. Und Gilbert akzeptierte es – fürs erste.
Er nickte also.
„Gut. Ich habe Bonnefoy ein Jahr später wiedergesehen – während meiner Zeit in Polen." Erklärte Gilbert gemächlich. „Aber…dazu musst du mehr wissen."
Schatten wanderten über das Gesicht seines Bruders und plötzlich erkannte Ludwig, dass auch Gilbert ein Veteran war. Er hatte nicht in der Wehrmacht gedient…aber…er hatte auch Krieg geführt. Die Dunkelheit, die über den gleichmäßigen, ein wenig zu kantigen Zügen seines Bruders aufzog, versicherte ihm, dass auch Gilbert die kleinen und großen Tragödien des Krieges, sein Leid und Elend erlebt hatte. Er hatte das nicht gewollt. Hätte es Feliciano oder Gilbert genützt – dann hätte er den Gulag weiter ertragen. Hätte Ivan ertragen. Aber es war zu spät. Der Krieg war vorbei. Hitler und Stalin und Mussolini waren tot. Roosevelt war tot. Aber alle andere mussten weiterleben, in dem Trümmerfeld, dass sie hinterlassen hatten. Und sie mussten weiterkämpfen.
„Ich muss es wissen…"
„Ich habe mich im März '43 auf eigenen Wunsch nach Krakau in Polen versetzen lassen." Erklärte Gilbert ihm ruhig, als wäre es nicht seine Geschichte. Als wäre es die eines anderen Menschen, über den er ruhig berichtete. „Sie brauchten Hilfe bei der Räumung des Jüdischen Ghettos. Es war…eine…eine zweitägige…" Er brach ab und suchte nach einem Wort. „Aktion."
Ludwig sah an die Decke. Und schluckte. Sie wussten beide, was für eine Aktion es war. Es war eine Liquidation, Selektion. Massenmord. In halb verlassenen Städten des Ostens hatte Ludwig die Überreste der „Säuberungen" gesehen. Menschen lagen tot auf der Straße. Auf der Flucht erschossen. Die Kinder in den Armen. Tote Menschen, mit dem Gesicht in Straßenstaub, gerieten wie Strohpuppen zwischen Kübelwagen und Panzerketten. Sie wurden zerfahren, zertreten, zerschossen. Man zerrte oder karrte sie an die Seiten, um Platz zum Laufen zu haben. Sie bildeten Haufen, Menschen auf Menschen, Leben auf Leben, Kinderlachen, Elternsorgen, Liebeskummer – Menschlichkeit zertrümmert und angehäuft. Er hatte sich selbst den Weg bahnen müssen durch anschuldigende Totenblicke und losgelöste, starrgefrorene Gesichter, die im Tod noch zu schreien schienen; die das Leid der tugendlosen Hungerwelten dieses Krieges nur ihm anzulasten schienen.
„Wir haben…die…arbeitsfähigen Bewohner nach Płaszów gebracht." Ludwig musste nicht fragen, was mit den anderen geschehen waren. Sie waren ermordet worden. Und dann vergraben. Notdürftig, um sie vor dem Feind zu verbergen. Er hatte Geschichten gehört. Von zufällig entdeckten Massengräbern, nur wenige Zentimeter unter der Erde. „Aber für mich…war es vorbei. Ich konnte ihnen nicht mehr helfen. Ich habe von einem Unternehmer gehört, der Juden als kriegswichtige Arbeiter in seiner Emaillefabrik eingestellt hat, um sie vor der Vernichtung zu schützen*. Ich habe geholfen, für ihn Bestechungsgeschenke zu überbringen und Nachrichten. Ich habe mit anderen Namen für seine Liste aufgetrieben. Es…es hat mich verändert, weißt du? Erst…erst…wenn du erkennst, welches Unrecht all dieses Leid ist…dann verstehst du auch…das es Leid ist."
Ludwig…wollte sich nicht anmaßen verstehen zu können. Aber er war dankbar zu wissen, dass sein Bruder sich geändert hatte. Feliciano war stets besorgt gewesen. Hatte Angst gehabt vor Gilberts Treue und Verbundenheit zu den Nazis und der SS, aber Ludwig hatte darüber hinwegsehen können…weil er wusste, dass mehr in seinem Bruder steckte…Gutes, dass er nicht gerne nach außen kehrte. Und weil er ihm trotz allem liebte.
„Als die Rote Armee vorrückte wurde Płaszów aufgelöst, und die Häftlinge in die Hauptlager deportiert. Groß-Rosen hatte nicht die gleiche…Effizienz … in seiner Vernichtungsmaschinerie. Man…schickte sie also – nach Auschwitz-Birkenau– und ich war mit ihnen versetzt worden. Ich- Ich wusste nicht…was Auschwitz bedeutete."
Er machte eine Pause und die Schatten um seine Augen wurde schwerer, düsterer. Die noch tiefstehende Sonne warf sein Gesicht in scharfes Relief, die Kanten seiner hohen Wangenknochen traten deutlich hervor und in seinen schattenumnebelten Augen schwamm dunkelrot die Trauer und die noch kalte Glut des Abscheus. Er schluckte und für einige Sekunden beobachtete Ludwig ihn wortlos. Er wusste, dass es Gilbert schwer fiel, seine Gefühle nach außen zu kehren. Er wusste, dass solche Momente, in denen er über seine Gefühle sprach, selten waren. Vielleicht war es Teil seiner Persönlichkeit oder seiner alten Liebe zu den „preußischen Werten". Also ließ er Gilbert sich in seiner Unsicherheit finden.
Er spürte, wie ihm die eigenen Lider wieder schwer wurden.
Seine Hände schlugen gegen das Eis, dann ins Leere, das Wasser stach kalt in seinen Körper. Er schrie nach oben, schrie so laut er konnte, aber Wasser drang in seinen Mund, bevor er einen Laut herausbringen konnte. Er konnte das Licht über ihn sehen, immer noch außer Reichweite, aber er versuchte sich zu halten, seine Nägel in das Eis zu schlagen…
Gilberts Stimme brachte ihn zurück.
„Und da habe ich dann Francis wieder getroffen. Er…er sah anders aus, als auf den Bildern. Er war dünner geworden. Er hatte lange…lange blonde Haare gehabt und sie haben sie abgeschnitten." Ludwig spürte, wie sich die Kehle ihm zuschnürte. Er dachte an die Bilder, die ihm Ivan damals gezeigt hatte. Die Bilder aus der Mappe. Die Bilder von seiner Schwester. „Płaszów hat mich krankgemacht. Wegen Płaszów habe ich der SS abgeschworen und den Nazis…aber Auschwitz…war das Ende. Für mich. Ich…ich träume davon. Nacht. Für Nacht. Für Nacht. Ich wache manchmal schreiend auf, schwitze und schreie weiter… Weißt du…weißt du…was das…Bizarre an meinen Träumen ist?"
Ludwig schüttelte den Kopf.
„Ich…ich träume nicht davon…zur Wachmannschaft zu gehören. Zuzuschauen…oder auch etwas zu tun. Ich…ich träume jedes Mal davon…dass ich selbst Gefangener bin…und diese gestreifte Uniform trage. Vielleicht waren wir das alle. Ich träume…von geifernden Hunden, die bellen, wenn ich aus der Linie trete. Von holprigen Wegen, auf denen man stolpert und stürzt. Von Hunger – ständigem Hunger. Lutz…sie sind dahingeschmolzen. Diese Menschen…all diese Menschen…sie sind dahingeschmolzen. Und die Seuchen..Ruhr…Fleckfieber…und vom Regen aus grauer Asche…und du weißt…es ist keine Asche…es sind Menschen. Und du musst ihnen die Haare abrasieren. Sie ziehen sie aus…und schneiden die Haare weg. …und der Gestank…Ludwig…du kannst dir diesen…diesen unmenschlichen…unnatürlichen Gestank nicht vorstellen…Du kannst ihn dir nicht vorstellen…keine Sekunde ohne diesen widerlichen Gestank…ich hab ihn heute noch in der Nase…dieser Gestank…nach verbrannten Leichen, nach Kloaken, Schweiß, Verwesung…und wenn ich Roderich nicht hätte, um mich aufzuwecken…dann weiß ich nicht, ob ich aus diesen Träumen überhaupt noch aufwachen würde…"
Die Übelkeit stand Gilbert in sein sonst so ruhiges Gesicht geschrieben. Die kalte Gelassenheit war ersetzt worden durch Verständnislosigkeit und hässlichem, wütendem Abscheu.
„Ich…ich war nicht mehr, wer ich vorher war…ich war nur noch ein…eine Maschine. Ich…ich habe versucht…den Menschen zu helfen…auch wenn das für manche bedeutete…" Er schüttelte den Kopf. „…Sie zu töten. Ich war an der Front. Ich war in Straßenkämpfen – und ich habe meine Gegner getötet. Aber das…das war anders. In Auschwitz…haben sie nicht nur getötet, Ludwig. Sie haben…getötet…nach einem Prinzip. Einem Plan. Einem…einem – es gab einen Plan, Ludwig! Einen Tagesplan. Die Rampe, die Selektion…die Gaskammer. Sie hatten einen Plan und dieser Plan sah vor…dass…dass alle so lange leiden mussten wie möglich. Da waren Leute…die waren so alt…Greise. Und sie haben sie geschlagen und getreten und arbeiten lassen. Und irgendwann haben sie sich hingelegt, zwischen die anderen, sie haben sich in den Dreck gelegt und…und wussten, dass sie sterben würden. Und dann war da keine Familie, keine Freunde. Da waren die Wachmannschaften und die haben sie weiter geschlagen und getreten um sie noch einmal auf die Beine zu kriegen, um sie zu terrorisieren, bis sie tot waren. Nicht einmal die Würde haben sie ihnen gelassen. Sie haben sie bis zum Ende gedemütigt und danach weggeworfen. Es gab Jungs - so alt wie du damals…und wenn ich sie gesehen habe…dann habe ich dich gesehen…und…" Er brach ab. „So viele Kinder. Kleine Kinder. Ich…ich habe dich in ihnen gesehen. Und…ich habe mir gedacht…dass sie auch große Brüder haben und Familien haben…und…ich konnte ihnen nicht helfen – ich habe ihnen Essen gebracht und Trinken, aber – aber es hat ihr Leiden nur verlängert. Ich konnte sie auch nicht töten…sie waren…sie waren doch du…"
Er klang unglaublich verloren als er sprach. Er klang nicht mehr nach Gilbert.
Plötzlich fühlte Ludwig sich schrecklich, weil er das hier aus ihrem Wiedersehen gemacht hatte.
Es hätte glücklicher sein müssen.
Aber … aber er hatte keine Zeit zu verlieren. Er musste Kirkland finden. Er hatte bereits zwölf Jahre verloren.
„Wa-Warum bist du nicht einfach gegangen?" Fragte Ludwig vorsichtig. Er wusste, es war nicht einfach die SS zu verlassen. Es war beinahe unmöglich. Aber wenn es jemand geschafft hätte, einen Weg zu finden, dann war es Gilbert. Gilbert konnte jeden manipulieren, fand jedes Schlupfloch.
„Ich…ich habe es versucht." Erklärte er. „Nach…nachdem festzustehen schien – das…das du nicht mehr zurückkehrst…habe ich es versucht. Ich…ich wollte mich umbringen."
Ludwig wurde eiskalt, als er diese Worte hörte…
Der Gedanke, dass sich sein Bruder in den zwölf Jahren, die er verloren gewesen war, hatte töten wollen…es schien unmöglich. Es passte nicht in die Wunschwelt, in der er in die Welt seiner Kindheit zurückgehen würde…sechzehn sein würde und mit Feliciano und seinem Bruder zusammenleben würde. Die Bilder aus der Mappe von Ivan…die entmenschlichten Todeskirchen, die dünnen, zerschundenen Leben, die an die Seite gestoßen worden waren…Sein Bruder gehörte nicht in diese Welt. Er gehörte in die Pâtisserie, die Jacke seiner Uniform offen und mit einem offenen Wort für seinen Bruder auf den Lippen, bevor er begann zu erzählen, was er alles Fantastisches in den letzten Minuten erlebt hatte.
„Ich…habe 7 Gramm Karbol aus einem Labor gestohlen – es war immer genügend da. Entress, Jäger, Fischer, Klein, Mengele – sie hatten alle scheinbar…unendliche Vorräte. Sie haben sie für alles…benutzt. Zum Töten, zum Sterilisieren – zum Experimentieren. Ich hätte nur um das Karbol bitten müssen. Sie hätten wahrscheinlich nicht mal…Fragen gestellt…aber…Ich hab mit ihnen nie gerne geredet. Ich glaube es war Klein, von dem ich geklaut habe…oder Fischer. Fischer oder Klein. Sie hatten immer Karbolsäure in ihrem Schreibtisch. Es – es war das Wundermittel dieser Tage. Und dann – bin ich in meine Baracke gegangen. Es war Vormittag und sie war leer. Ich habe mir die Spritze gesetzt und den Kolben runtergedrückt…"
Für einen Augenblick sah Ludwig seinen Bruder tot auf dem Boden einer Baracke. In der alten, makellos gebügelten schwarzen Uniform mit dem doppelten, gotischen S auf dem Kragenaufschlag. Er sah ihn seinen letzten Lebensatem aufgeben. Er sah seinen Bruder, von allem im Stich gelassen. Den Menschen, den er stets für den stärksten und stolzesten Menschen gehalten hatte, den es in seinem Leben gab … alleine gelassen von seinem Bruder, alleine in der Hölle, die er nur von Bildern kannte. Einer Hölle mit verrenkten Todesarmen und schreiendem Leichenschmerz. Eine Hölle mit dem Grauen aller Zeit.
Er musste sich daran erinnern, dass sein Bruder nicht tot war. Dass Gilbert hier kniete, an der Seite seines Bettes, in Fleisch und Blut. Dass es Gilbert war, dessen Haare die Sonne fingen und die weißer in ihrem Licht glänzten als Schnee und das es Gilberts rote Augen waren, die mit düsteren Erinnerungen gefüllt auf ihn herabsahen.
„Was…was ist dann passiert?"
„Francis. Er war dafür zuständig in den Baracken aufzuräumen und Essen zu servieren. Er trug den rosa Winkel und für…für die anderen in meiner Baracke war es unheimlich komisch sich von ihm bewirten zu lassen. Sie…haben ihn verspottet. Es war…das erste Mal, dass ich ihn von Angesicht zu Angesicht gesehen habe – vorher kannte ich nur aus der Ferne und von einer schlechten Fotografie …aber…hätte man sie neben sein Gesicht gehalten – ich hätte vor meiner Zeit in Polen nie geglaubt, dass es die gleichen Männer sein könnten. Sie haben sein Haare abgeschnitten und…er war…so dünn und ich – ich habe mich jedes Mal gefragt…wie er überhaupt laufen kann…noch stehen kann…er war so…dünn. Aber er hat nie aufgegeben. Und – er war es damals auch – der mich gefunden hat."
Ludwig entging nicht der Blick von Ungläubigkeit auf dem Gesicht seines Bruders.
„Aber…aber als er mich gefunden hat…hat er mir geholfen. Wir waren allein da…er hätte mich sterben lassen können. 7 Gramm sind noch keine tödliche Dosis…aber ich wäre beinahe erstickt - an meinem eigenen Erbrochenen – the awesome me, you get it?" Der fahlgewaschene Geist des anderen Gilbertdes enthusiastischen Egomanen-Gilbert, ein flüchtiger Silberstreif beruhigender Oberflächlichkeit - trat hervor, aber der falsche Putz blätterte ab mit seinen nächsten Worten. „…aber er hat mir geholfen. Er hätte nur…nur zugucken müssen. Er hätte mich sterben lassen können…und ich weiß, dass ich mich hätte sterben lassen…aber er hats nicht getan. Verstehst du das?"
Ludwig schwieg. Er verstand nicht. Er hätte Gilbert sterben lassen. Er war sich sicher. Wenn Gilbert nicht sein Bruder wäre…wenn er Ivan gewesen wäre. Hätte Ivan vor ihm gelegen mit einer Spritze in seinem Arm – im Begriff zu sterben – er hätte keinen Finger gerührt.
„Er hat mich gerettet…und ich habe ihn gerettet." Erklärte er. „Ich habe ihn gefragt, ob er weiterleben wollte. Er sagte ja. Er meinte, wenn er das Leben aufgibt – dann hätten die Nazis ihn besiegt.
Gut – er wollte Leben, dann habe ich ihm geholfen. Hätte er sterben wollen – hätte ich ihm nicht weniger geholfen. Ich habe ihm Essen besorgt. Trinken. Du…du kannst nicht verstehen – was das heißt. In Auschwitz – hätte jeder für einen Bissen mehr...alles getan. Aber verglichen…mit dem was dort geschah – war es bedeutungslos. Selbst wir haben den Bissen schon vergessen gehabt, bevor er auf unseren Zungen lag. Für mich…mich hat es nur nach Asche geschmeckt. Es mochte Asche im Essen gewesen sein. Oder ich habs mir eingebildet.
Ich habe Francis irgendwann angefleht…zu fliehen. Es wenigstens zu versuchen. Weil ich es nicht mehr durchhalten würde – aber ich würde auch nicht gehen ohne ihn. Ich habe mich verantwortlich gefühlt für ihn. Er wurde…mehrmals im Monat nach Auschwitz I in die Gestapobaracke zitiert…sie haben ihn verhört, weil sie gehofft hatten, er wüsste mehr über die Partisanen und Waffenlieferungen. … ich konnte nicht mehr zusehen, wie sie ihn misshandelten und folterten. Ich konnte nicht mehr zusehen…wie er leiden musste.
Er meinte…dass er fliehen würde – aber nicht allein. Also habe ich ihm und einem seiner Freunde eine Nische im Bauschutt gezeigt, die man von den Wachtürmen aus nicht überblicken konnte. Und dann…bin ich mit ihnen abgehauen. Ich habe ihnen Wehrmachtsuniformen besorgt und dann auf dem Schwarzmarkt ein paar falsche Pässe. Nicht einmal gute Fälschungen, aber wir wurden nie kontrolliert.
– und dann sind wir zurück ins Reich. Wir wollten nach Schlesien, nach Kattowitz…wir sind von Bauernhof zu Bauernhof zuwandert und die polnische Landbevölkerung hat uns geholfen, wenn wir ihnen erklärten, dass wir gegen die Nazis waren. Hier und da mussten wir auf einigen Höfen aushelfen – die Deutschen hatten viel von der Ernte konfisziert oder sie war einfach im Krieg zerstört worden. Wir…wir waren beinahe in Kattowitz, als sie uns erklärt haben, dass wir umdrehen sollten. Dass Kattowitz zu gefährlich ist. Die Deutschen hatten versucht sich dort gegen den Vormarsch der Roten Armee zu rüsten und waren dort sehr vorsichtig. Also sind wir nach Süden in die Slowakei und dann nach Westen und dann zurück nach Deutschland. Als…als ich zurückkam…es war schon März '45…lag das Reich in Trümmern. Du…du hast nicht gesehen, wie…wie es nach dem Krieg aussah. Du…du hast Dresden nicht gesehen…"
„Ich…ich habe München gesehen."
„Sie haben aufgeräumt. Nach dem Krieg…" Gilbert schüttelte den Kopf. „Es war das Ende. Ich…ich bin nach Berlin und die Pâtisserie war leer und Großvater war verschwunden…"
„A-Aber er ist nicht tot." Versicherte Gilbert seinem Bruder schnell, als er der Erschütterung sah, die über Ludwigs Gesicht kroch. „A-Als wir ankamen…da waren seine Koffer verschwunden…und sein Geld…und all der Kram aus unserer Kindheit, den nie jemand geklaut hätte. Er ist abgetaucht. – Er ist weggezogen – und irgendwann kam ein Brief von ihm an Roderich an ihn an. Wir schreiben einander Briefe – immer wieder. Er hat mir auch Briefe an dich zugeschickt, wenn du mal wiederkommst. Roma Vargas schreibt ihm auch Briefe…die er eigentlich so gut wie nie beantwortet…aber er es geht ihm gut…ich kann nur schwer sagen…wo er ist. Die Rückschriftadressen ändern sich immer schnell."
Federleichte Erleichterung durchströmte Ludwig. Er war naiv gewesen…aber vielleicht war sein Großvater auch wirklich unverwundbar. Oder…oder aber stärker, als man ihm zutraute. Ludwig nahm sich vor, ihn zu suchen, sobald er erreicht hatte, was er wollte.
„Was…was ist aus Francis und seinem Freund geworden?" Fragt er.
„Ich habe die beiden in unserem alten Vorratskeller einquartiert. Niemand hat uns belästigt. Die…die Zeiten waren 1945 zu schlecht geworden. Wir…wir waren nur wenige Kilometer entfernt von der Schaltzentrale der Macht…aber niemand hat was gemerkt. Wie auch? Die Russen waren beinahe in der Stadt und es gab täglich Bombenangriffe. Und irgendwann…kam Feliciano vorbei. Er hatte…er hatte wohl immer wieder versucht, jemanden zu finden, aber…ich war in Polen und Großvater war verschwunden.
Aber…er ist wieder gekommen…So oft sie Geld hatten. Er ist den ganzen Weg von München nach Berlin gefahren. Er hätte sterben können… Er hat es auf sich genommen. Er…er hat es für dich getan, Ludwig. Nur…für dich."
Der Gedanke verstörte Ludwig. Der ängstliche, kleine Feliciano. Der Feliciano, der ihm geschrieben hatte, wie viel Angst ihm die Fliegerwarnungen machten und die Aufmärsche. Der ihm geschrieben hatte, wie er sich in den Tagen und Nächten im Bunker Ludwig an seine Seite wünschte. Wenn…wenn Feliciano etwas zugestoßen wäre…dann wäre er in eine Welt zurückgekehrt ohne ihn. Dann hätte ihn gestern niemand geküsst und ihm niemand gesagt, dass er sich kümmern würde.
Er hätte Gilbert nicht mehr gefunden.
„Er hat nach dir gefragt…wollte wissen, wo du hin verschwunden bist. Ich…ich habe ihm gesagt, dass ich nichts wusste…und er hat mir die Wahrheit über euch erzählt. Das ihr beide… Ludwig…"
Ludwig nickte.
„Ich weiß… er hat mir gesagt…dass er es die erzählt hat."
„Warum…warum hast du mir nicht vertraut?" Fragte Gilbert und klang seltsam verletzt.
„Wie konnte ich denn…du warst...bei der SS. Du warst…eingenommen davon." Er schüttelte den Kopf und legte seinen Kopf wieder gegen die Wand. Die Müdigkeit kam in bleiernen Wellen. Er wünschte, er könnte aufstehen, umherlaufen.
Wassermassen, Eis, Brennen in den Lungen…
Ein wenig frische Luft... Irgendetwas, das ihn weiter wach hielt, den Marathon fortsetzte. Vielleicht wollte er auch nur fliehen. Er hatte sich ein leichteres Wiedersehen mit seinem Bruder gewünscht…aber wie konnte er sich selbst seinen Frieden erlauben, bis er endlich die Verantwortlichen für sein Leid gestellt hatte – bis er endlich Rache für das nehmen konnte, was diese Männer ihm angetan hatten. Er selbst hatte dieses Gespräch schwierig gemacht. Er selbst hatte vorankommen wollen.
„Ich hatte Angst…du würdest das falsch verstehen…du hast immer…all diese Sachen geredet…davon – davon wie großartig und wunderbar das neue Reich wird. Du…du hast gesagt, dass die Volksschädlinge sterben müssten…dass sie verschwinden müssten, als hätten sie gelebt. Du – du hast den Paragraphen 175 gekannt. Du hast ihn doch sogar zitiert." Gilbert wich seinem Blick aus, aber Ludwig fuhr fort. „Dieser Paragraph hat besagt, dass ich ihn nicht einmal hätte ansehen dürfen. Wegen „begehrlicher Blicke" hätte ich aufgegriffen werden können…ich hätte allein dafür – sterben können. Und Feliciano auch.
…ich habe ihn geliebt…und ich habe dich als meinen Bruder geliebt…ich wollte mich nicht entscheiden müssen…"
Gilbert nickte. Für einen Moment herrschte düsteres Schweigen zwischen den beiden und Ludwig spürte, wie die Schwäche der Müdigkeit ihn wieder mit sich zog wie einen Schlund hinab.
Er fiel immer wieder in die Wassermassen zurück, in die Finsternis, in den nassen, kalten Tod, der nicht kommen wollte und die Angst war da und trieb ihn immer weiter an, wie ein verletztes Tier.
Gilbert fuhr fort.
„Feliciano und ich - wir- Wir sind in Kontakt geblieben, auch als er wieder zurück nach München gegangen ist. Und gegen Ende wurden…wurden wir alle ausgebombt. Ich habe mich daran erinnert, dass unser alter Freund Roderich hierhergezogen ist. Ich habe Herrn Vargas und Roderich einander vorgestellt und bin ihnen nachgezogen. Ich habe für Francis und Antonio ein kleineres Bauernhaus etwas auswärts gemietet. Roderich weiß, dass ich jemanden mitgebracht habe…aber er behält es für sich. Die Vargas wissen nichts davon. Geht sie auch nichts an."
„Warum…sind sie nicht einfach nach hause gegangen?" Fragte Ludwig erstaunt.
„Die Familie von Francis ist im Krieg gefallen und Antonio ist wegen des Bürgerkrieges aus Spanien geflohen…Keiner von den beiden wollte zurück. Also…sind sie geblieben. Und ich bin zu Roderich gezogen."
„Warum?" Fragte Ludwig irritiert. „Du – konntest Roderich doch nie leiden…"
Gilbert zuckte mit den Achseln.
„Er gehört doch irgendwie zur Familie." Erklärte er. „Wenn er nicht redet…oder atmet…oder in der Nähe ist, ist er eine glänzende Gesellschaft."
„…wenn ich Roderich nicht hätte, um mich aufzuwecken…dann weiß ich nicht, ob ich aus diesen Träumen überhaupt noch aufwachen würde…"
„Und…du meinst…das Bonnefoy mir sagen kann…wo Kirkland ist?"
Gilbert zuckte mit den Achseln.
„Was möchtest du überhaupt von diesem Kirkland?"
„Ich brauche zwei Namen von ihm."
* Verzeihung für die Referenz zu Schindler. Er ist für mich ein großes Vorbild und ein herausragender Mensch – ich finde persönlich, er hätte den Friedensnobelpreis verdient gehabt. Das ist meine Art, ihm eine Wertschätzung auszusprechen. Vielleicht ist es gut, dass er tot ist, sonst wäre er wohl beleidigt in diesen Kontext gezerrt zu werden.
