„Die Erkältung hat sich schnell gebessert… Aber ich war auch einfach nur froh, dass er wirklich krank war und dass er nicht wieder krank vor Trauer und Kummer war…" Sam seufzt: „Seine Stimmung hat sich zwar noch jedes Jahr verändert, aber er hat nicht mehr körperlich darunter gelitten."

John versteht nun die Hintergründe, aber nicht mehr: „Dann warum jetzt?!" Sam schüttelt den Kopf. 'Was meinst du wohl? Denk mal scharf nach! Weil ich nicht bei ihm bin, Dad! Sonst haben wir das irgendwie immer zusammen geschafft. Wir haben nicht geredet, aber ich wusste, wie ich Dean über die schwere Zeit hinweg helfen kann. Ich hätte ihn anrufen müssen… Wie konnte ich auch denken er schafft es allein. Ich hab mir nur eingeredet, es passiert nicht mehr.'

Sam macht sich schwere Vorwürfe. Dean war immer für ihn da. Nur um diese Zeit des Jahres war immer Sam für Dean da. Doch diesmal war Sam egoistisch und macht sich nun große Sorgen. Er will nun endlich Antworten haben und nicht länger um den heißen Brei herumreden. Sam seufzt und fragt direkt: „Wo bist du? Wo ist Dean? Wie geht's ihm?" John schließt verzweifelt die Augen:

########## Flashback ##########

„Wow, L.A. war ja sooo cool. Das wäre auch ne tolle Stadt um dort zu leben." John schüttelt den Kopf: „Lauter verrückte Leute dort." „Ich fand's großartig." „Beweist nur dass du auch ein wenig verrückt bist.", meint John grinsend, Dean zwinkert: „Sind das nicht alle Jäger?" „Wo du Recht hast, hast du Recht." Dean seufzt leise, kaum hörbar für John und meint vorsichtig: „Wenn wir schon in der Nähe sind, lass uns Palo Alto fahren und Sam besuchen." John sieht ihn böse an. „Komm schon, Dad, das wäre doch schön." „Dein Bruder hat uns verlassen!" „Das bedeutet doch nicht, dass wir ihn nicht mal besuchen können.", meint Dean ruhig.

„Ich werde deinen Bruder nicht besuchen. Wenn er was von uns braucht, wird er sich schon melden. Er hat beschlossen alleine klarzukommen." Dean seufzt: „Ich würde ihn gerne sehen." „Gut", meint John kalt: „dann fahr zu ihm. Ich komme nicht mit!" „Du kannst doch wenigstens mitkommen. Wir können uns in der Nähe ein Zimmer mieten. Ich treff mich alleine mit Sam, sag ihm auch nicht, dass du dabei bist und am nächsten Tag fahren wir wieder weiter." „Wehe wenn du ihm sagst das ich in der Nähe bin." Dean schüttelt sofort den Kopf: „Werde ich nicht… komm mit mir." John kennt seinen älteren Sohn so gar nicht. Aber er weiß, dass in wenigen Tagen der Todestag seiner Mutter, seiner Frau, ist… So vermutet er, das Dean Sam deshalb sehen will… Und warum nicht. Auch wenn er selbst noch immer wütend und enttäuscht ist… Sam würde immer Deans kleiner Bruder sein…

So sind sie zwei Stunden später auf der Fahrt, Richtung Norden. Dean hat beschlossen vor zu fahren und ein Motelzimmer zu buchen. John will auf dem Weg noch bei einem alten Bekannten vorbeischauen und dann nachkommen.

Dean kommt fünf Stunden später in Palo Alto an. Schnell hat er ein Motel am Junipero Serra Freeway, in einer ruhigeren Gegend, gefunden und bucht ein Zweibettzimmer. Da sie nicht lange bleiben werden, ist es okay ein Zimmer zu teilen.

Dean simst die Adresse an seinen Dad und erklärt ihm, dass er später am Abend wiederkommt. Dean hat alles erledigt und macht sich auf den Weg. 'Okay, einen halber Tag frei. Endlich mal Zeit für mich… Vielleicht sollte ich erstmal nach Sammy schauen… Wie's ihm so geht.'

So fährt Dean zum Gelände der Stanford und sieht sich um. Er trifft auf eine Welt, die so anders ist, als alles was er kennt. Dean läuft über den Campus und sieht die jungen Menschen, die ein sorgloses Leben führen. 'Sie ahnen nicht, was alles um sie herum passiert. Wie viel böse Kreaturen in unserer Welt existieren. Ihre einzigen Probleme sind ihre Noten, ihre Freizeitgestaltung und ihre Freunde.' Dean seufzt. 'Hätte ich auch so ein Leben führen wollen? Mit dem Wissen, was vor sich geht? Mit dem Wissen, dass Dad ganz alleine ist?' Dean geht über das Gelände und beobachtet alles interessiert. 'Aber Sam ist hier sicher glücklich. Und vor allem ist das ein unbeschwertes Leben. Ohne Lebensgefahr, ohne Blutvergießen… ohne seine Familie.'

Dean geht ein wenig durch die Gegend und kommt dann zum Gelände, in dem Jura, und die dazugehörigen Kurse, gelehrt werden. Er sieht sich um und geht ins Gebäude. Sofort fühlt er sich erdrückt. 'Es riecht… alt und nach Büchern. Äh, kein angenehmer Geruch… Höchstens für so Bücherratten wie Sammy. Davon gibt's hier bestimmt Dutzende.' Er findet einen Stundenplan und Sams Klasse. 'Wenn Sam wüsste, was ich alles weiß. Ein kleiner Trick und sein Professor und sein Studienbetreuer waren sehr mitteilsam.' Dean lächelt. 'Ich bin so froh, dass es Sammy gut geht und dass er endlich Freunde gefunden hat… Und ich bin stolz, dass er so gut mitmacht. Das er so gute Noten bekommt…'

Dean verlässt das Gebäude wieder und setzt sich auf eine abseits gelegene Bank. Aus seiner Jackentasche zieht er eine Baseballkappe und setzt sie auf. Er lehnt sich ein wenig zurück und beobachtet die Studenten.

Eine viertel Stunde bevor der Kurs beginnt, sieht er Sam kommen. Dean kann ein zusammenziehen seines Herzens nicht verhindern. Ein kurzer, aber heftiger Schmerz. 'Sind das alles Sams Freunde? Sieht so aus. Wie glücklich sie aussehen… Und Sam ist mitten unter ihnen… er lacht und scherzt… Er sieht glücklich aus…' Dean entkommt ein kleiner Seufzer. 'Sam ist glücklich und gesund… das ist das Allerwichtigste… Es geht ihm gut… ohne mich…'

Dean wartet, bis die Gruppe im Gebäude verschwunden ist, und geht dann wieder zum Impala. Er setzt sich hinters Steuer und atmet tief durch. 'Was such ich eigentlich hier? Wem will ich damit was Gutes tun?! Es geht doch hier nur um mich… Sam braucht mich nicht mehr. Ich würde nur alte Erinnerungen hervorbringen… Davon will er jetzt nichts mehr wissen… Es geht ihm gut und er braucht mich nicht… Ich sollte ihn nicht weiter belästigen…'

Dean startet den Motor und fährt durch die Gegend. Dann beschließt er plötzlich zum Pazifik zu fahren. Er sucht eine Landkarte und findet einen Weg durch Kalifornien. Der Weg führt ihn durch die Berge und an Parks vorbei. Eine wunderschöne Strecke, um die Seele baumeln zu lassen. Er parkt sein Auto am Caprillo Highway und sieht das Meer. Er steigt aus und läuft hinunter.

'Du wirst schon wieder gefühlsduselig. Das Vernünftigste wäre jetzt Bobby anzurufen… Aber wann bin ich schon vernünftig…' Dean zieht seine Schuhe aus und geht ins Wasser. 'Ach Mum.'

############ Flashback (im Flashback) ############

„Mummy!" „Hey Dean. Komm her." Dean läuft zu ihr und Mary nimmt ihren Sohn auf den Schoß. „Geht's Sammy gut?" Mary grinst und nimmt Dean in den Arm: „Was ist, wenn dein Brüderchen ein Schwesterchen wird?" „Na, dann nennen wir sie Samantha." Mary muss sich zusammennehmen um nicht zu lachen. Dean sieht sie ernst an: „Ich will mein Geschwisterchen Sammy nennen! Samantha oder Samuel ist mir dabei egal." „Ich hab nur mal gemeint das Samuel ein schöner Name wäre, dann würden wir ihn nach meinem Dad nennen. Aber das war nur so eine Idee." „Ich mag die Idee.", Dean strahlt übers ganze Gesicht und Mary könnte ihn nicht noch mehr lieben.

Dean sieht auf den Tisch, auf dem Mary Fotos ausgebreitet hat,: „Was ist das?" Mary schiebt Dean ein wenig vor, damit er nicht zu sehr an ihren Babybauch stößt,: „Das ist ein Strand. Dein Dad und ich waren dort zur Hochzeitsreise." „Was ist eine Hochzeitsreise?" „Das macht ein Paar, nachdem es geheiratet hat." Dean sieht sie kurz verwirrt an, fragt dann aber weiter: „Was ist das Wasser?" „Das ist ein ganz großes Meer, man nennt es Ozean. Das ist der Pazifik. An der anderen Seite der Staaten ist noch der Atlantik." „Fahren wir da mal hin? Fahren wir zum Pazi… Pazi…" „Pazifik." „Pazifik.", wiederholt Dean angestrengt: „Fahren wir da mal hin?" „Mal schauen. Vielleicht nächstes Jahr. Dann ist dein Geschwisterchen ein Jahr alt, dann geht so was leichter… vielleicht in deinen Sommerferien." „Dann kann ich ihm das schwimmen beibringen!", Dean sieht seine Mum aufgeregt an, die kann und will ihn fast nichts bremsen. Sie umarmt Dean und meint: „Damit warten wir vielleicht lieber noch ein bisschen. Aber im Sand spielen kann er oder sie dann sicher schon." Dean nickt und sieht auf die Fotos. In Gedanken sieht er sich und Sammy schon am Strand sitzen.

Mary lächelt glücklich. Dean wird einen wunderbaren großen Bruder abgeben. Sanft küsst sie ihn auf den Kopf: „Ich liebe dich sehr, Deano." Dean dreht sich zu ihr: „Ich liebe dich auch, Mum."

############ Flashback (im Flashback) Ende ############

Dean sieht aufs Meer und muss daran denken, das aus ihrer Reise nie was geworden ist. 'Bobby hatte Recht. Der Schmerz vergeht einfach nicht. Meistens tut es nicht mehr so weh und ich muss nicht mehr so oft an sie denken… Wir waren so verdammt glücklich.' Dean versucht tapfer zu sein, doch Tränen treten in seine Augen. 'Mummy… du fehlst mir so sehr. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich will Sammy nicht belästigen… Er ist jetzt erwachsen. Er braucht mich nicht mehr. Er ist besser dran, ohne mich… Ich wünschte, ich hätte Dad nie gebeten zu ihm zu fahren.'

Dean legt sich auf den Sand und schließt die Augen. Er schläft ein und wacht erst eine Stunde später wieder auf. Es ist noch früh und er hat noch genug Zeit, bis ihn sein Vater zurückerwartet. So geht Dean zurück zum Impala. Er findet ein sauberes Handtuch und zieht sich dann, bis auf die Boxershorts, aus. Das Handtuch nimmt er mit und rennt zum Meer. Am Strand lässt er das Handtuch fallen und eilt ins Wasser. Er schwimmt, als müsste er alles geben. Er versucht durch die Anstrengung alles zu vergessen. Er bleibt in Strandnähe, um nicht die Orientierung zu verlieren. 'Das wäre noch was. Dad würde mich glatt köpfen… Bis man mich finden würde… Niemand weiß wo ich bin… Eigentlich ein beruhigender Gedanke, wenn man es andersrum sieht.'

Dean verwirft den Gedanken und lässt sich noch ein wenig im Wasser treiben, bevor er noch einmal bis zur Erschöpfung schwimmt, diesmal den Weg zurück. Er hat es gut getimt, kommt gerade wieder auf Autohöhe an, als er fast nicht mehr kann. Dean schleppt sich aus dem Wasser und rubbelt sich notdürftig mit dem Handtuch ein wenig trocken. Dann legt er sich in den Sand und lässt sich von der Sonne trocknen.

Danach eilt er zum Impala. Er zieht sich um und fühlt sich ein wenig schmutzig, aber eine Dusche muss warten. Er fährt zurück nach San Gregorio und kauft sich dort was zu trinken. Kurze Zeit später macht er sich auf den Rückweg.

Als er im Motel ankommt, liegt das Zeug seines Vaters im Zimmer, doch von ihm fehlt jede Spur. Dean zieht sich aus und duscht. Danach zieht er sich was Bequemes an und legt sich ins Bett. 'Ich muss morgen ja nicht zu Sammy fahren. Sam weiß nicht, dass ich kommen wollte und Dad wird nicht wissen, wenn ich nicht dort war. Noch ein Tag für mich allein, wird mir gut tun.'

John kommt am späten Abend zurück ins Zimmer. Er hat sich ein gutes Abendessen gegönnt und freut sich auf sein Bett. Er wundert sich, das Dean schon schläft. Aber er denkt, es war wohl ein wenig viel in den letzten Tagen. So macht er nur im Bad ein Licht und legt sich wenig später auch ins Bett.