An: -cRaZySj-

Danke für das Review, freut mich, wenn die Story dir gefällt.
Natürlich wirkt es bislang noch recht befremdlich, dass Lily und Bella beste Freundinnen sind usw. Doch es ist mein Versuch eine komplett "neue" Vorgeschichte zu erzählen, die Charaktere werden sich entwickeln und verändern - ich hoffe dies so logisch wie möglich hinzubekommen - letztlich werde ich nicht die Geschichte von Mrs. J.K. Rowling ändern sondern nur ergänzen, du kannst also unbesorgt sein.^^ Es soll lediglich der Weg bis zu den uns bekannten Fakten sein und eine Erklärung, meine Erklärung, warum die Charaktere von Mrs. Rowling so sind, wie sie sind. Die Geschichte steht noch ganz am Anfang und wird ein längeres Projekt, welches mir hoffentlich gelingt so umsetzen, wie ich es mir gedacht habe. ;)
Nochmals vielen Dank für dein Feedback, hat mich sehr gefreut.

So, nun das neue Kapitel.
Ich wünsche allen viel Spass beim Lesen. LG ;D


Geheime Abkommen
(Kapitel 6)

I've been biding my days
you see - evidently it pays
I've been a friend
with unbiased views
and that secretly lust after you

(Skunk Anansie – Secretly)

Die Dämmerung setzte ein als Bellatrix gemächlich an den großen See schlenderte, dort angekommen verharrte sie für einen Moment vor dem Gewässer. Sie mochte den See und hielt sich sehr gerne und oft an diesem Ort auf. Die Augen der jungen Hexe beobachteten die in der Abendröte schimmernde Wasseroberfläche, die sanft durch den Wind in Bewegung gehalten wurde. Bellatrix riss sich von dem schönen Anblick los und ging gedankenverloren weiter Richtung Steg. Befürchtungen hinsichtlich einer Strafe, da sie zu einer unerlaubten Zeit auf den Ländereien Hogwarts herumsteunerte, hatte sie nicht, an solche Sachen verschwendete die Schwarzhaarige nie auch nur den kleinsten Gedanken.

Der junge Mann, welchen sie an diesem Ort treffen wollte, ließ auf sich warten. Mit einer grazilen Bewegung setze die Slytherin sich auf dem linken Rand des Stegs, zog das rechte Bein an sich heran, auf dem ihre rechte Hand und ihr Kopf ruhte und ließ das andere Bein seitlich am Steg hinunter baumeln. Einige schilfähnlichen Gräser reichten bereits höher als der Stegboden, daher konnte sie problemlos mit der linken Hand ein Gras abpflücken und knebeltet es zwischen ihren Fingern hin und her während sie versuchte ihre Gedanken zu ordnen.

Zur gleichen Zeit im Schloss, wartete Lily Evans ungeduldig darauf, dass Severus die Unterredung mit einem anderen Slytherin namens Rodolphus Lestrange beendete und tigerte daher an der gegenüberliegenden Seite der großen Halle, wie eine Katze auf und ab. Das Gespräch schien doch länger zu dauern als Severus vermutet hatte, denn als er Lily mitgeteilt hatte, dass er sie gerne noch unter vier Augen sprechen wollte, die angegebene Wartezeit wegen des Gesprächs mit Lestrange sollte sich ursprünglich auf ein Zeitlimit von 10 Minuten beschränkten, was der Gryffindorschülerin zu diesem Zeitpunkt noch akzeptabel erschien war. Doch nun wartete sie bereits seit geschlagenen 20 Minuten. Snape blickte während des Gesprächs sporadisch zu der Rothaarigen hinüber. Es vergingen noch weitere 5 Minuten bis Beide zu Ende kamen. Die jungen Männer verabschiedeten sich mit einem jeweiligen Handwink und Rodolphus verließ mit einem leichten Kopfschütteln die Halle. Mit einem etwas grimmigen Gesicht, eilte Severus nun auf Lily zu.

„Hallo, bitte entschuldige, wenn du so lange warten musstest. Hat länger gedauert als angenommen" begrüßte er die Rothaarige.

„Hi, kein Problem. Wo wollen wir uns denn in Ruhe unterhalten?" fragte die Gryffindor und strich sich mit einer Hand einige Strähnen ihrer rötlichen Haare aus der Stirn, welche sich aus dem gebundenen Zopf gelöst hatten.

„Wie wäre es mit dem Astronomieturm? Der ist bestimmt frei, gesetzt den Fall, es sind nicht noch andere Schüler auf die Idee gekommen, sich dort unerlaubt rumzutreiben. Also, versuchen wir es?" schlug Severus vor. Die Antwort folgte prompt mit einem Kopfnicken seitens der jungen Hexe. Beide verließen daraufhin die große Halle und schlichen sich durch die Gänge hinauf zum Astronomieturm.

Verträumt saß Bellatrix bereits eine Weile am Steg und der Gryffindor war immer noch nicht eingetroffen. Eine etwas gröbere Böe, die den Mantel der Slytherin aufwehte riss sie aus den Gedanken. Ihr Blick konzentrierte sich nun auf den Grashalm in ihrer Hand, nicht ein Mal sah sie über die Ländereien, welche das Gewässer umgaben, sonst wäre ihr längst aufgefallen, dass sie beobachtet wurde.

James Potter stand an einen Baum gelehnt nahe dem Steg und betrachtete Bellatrix bereits geraume Zeit. Mit ein paar Schritten wäre er bei ihr gewesen, allerdings hatte er die Slytherin noch nie so ruhig, ausgeglichen aber auch nachdenklich gesehen, nun gut, im Grunde genommen kannte er nur die Bellatrix Black, mit welcher er sich, seit sich kannten, in die Haare bekam, umso faszinierter war er von dem Bild, welches sich ihm nun bot.

Fast vergaß James, weshalb er überhaupt an diesen Ort gekommen war. Seine innere Stimme sagte ihm, es solle wieder zu sich kommen und als ob er seine Benommenheit versuchte zu verscheuchen, schloss er kurz die Augen und schüttelte seinen Kopf. Dann ging er auf den Steg zu.

Bellatrix blickte nun auf, als sie Schritte auf der Brücke hörte. Mit einem verärgerten Gesicht starrte sie die erwartete Person an.

„Du bist spät. Zu spät. Wenn ich eins hasse ist es Unpünktlichkeit, Potter." begrüßte sie ihn mürrisch.

„Nun ja, eigentlich war ich pünktlich. Ich hab dich eine zeitlang bereits beobachtet, von dem Baum aus." gab James verteidigend zur Antwort und zeigte dabei auf die große Weide nahe dem Steg.

„Beobachtet, hm?" wiederholte Bellatrix das Wesentliche und ihre Gesichtszüge verdunkelten sich noch mehr.

Sie fragte sich, was ein Gryffindor wohl an einer Slytherin so interessant fand, dass er sie beobachten musste. Die Hexe wollte gerade ihre Gedanken verbalisieren, hielt sich aber dann doch zurück. Ihr Blick wanderte wieder über den See, der jetzt mit einem intensiven Rot überzogen war, da die Dämmerung voran schritt. Soviel zur Ausgeglichenheit und Ruhe, dachte sich Potter.

„Darf ich mich zu dir setzen, oder möchtest du lieber, dass ich stehen bleibe?" fragte James vorsichtig und bewegte sich für die erste Zeit nicht vom Fleck, sondern wartete auf die Genehmigung durch die eigentliche Feindin.

Die Situation war sozusagen grotesk. Als keine Antwort seitens der jungen Dame kam, sah er ihr Stillschweigen als Zustimmung an und setzte sich direkt neben die Schwarzhaarige. Eine zeitlang schaute er die Hexe von der Seite an, es war in aller Regel ein unhöfliches Verhalten eine Dame dermaßen anzustarren, aber daran dachte er nicht. Wieder hatte er ein ganz merkwürdiges Gefühl in seiner Brust, er mochte dieses Gefühl ganz und gar nicht, da er es nicht zuordnen konnte. Der Zauberer war gefangen von dem schönen und zugleich mystischen Anblick des Mädchens neben sich. Noch nie hatte James sich die Mühe gemacht und Bellatrix genauer angesehen. Für ihn war sie immer nur ein rotes Tuch gewesen, warum, konnte er im Moment selbst nicht sagen, vielleicht wegen ihres Charakters der unter den Schülerinnen in Hogwarts wirklich einzigartig und vor allem schwierig war, vielleicht auch zu einem gewissen Teil wegen Sirius, der ihm immer irgendwelche Sachen über sie erzählt hatte. Er wurde aus den Gedanken gerissen, als er ihre Stimme vernahm.

„Also, ich höre" forderte Bellatrix den Zauberer auf endlich sein Anliegen darzulegen.

„Also, was?" fragte der Angesprochene etwas verwirrt die Blacktochter.

Genervt schaute diese ihn an und dem half dem Gryffindor auf die Sprünge: „Dein Vorschlag, Potter. Die Sache, welche du glaubst ohne mich nicht durchziehen zu können. Deswegen sind wir hier. Also, ich höre!"

James schallt sich in Gedanken als Idiot.

„Okay, dann fange ich wohl besser mal an" murmelte Potter, fuhr sich kurz durch die ohnehin schon strubbeligen Haare und setzte dann wieder an: „Grrhm… im Grunde genommen geht es um einen Slytherin mit dem ich noch eine Rechnung offen habe…" erzählte der junge Zauberer, wurde aber dann von Bellatrix' Gegacker unterbrochen.

Sie konnte es nicht fassen, was sie gerade gehört hatte, deshalb musste sie auch lachen. Der Gryffindor wollte, dass sie sich an einem Komplott gegen einen Hauskameraden beteiligte. Das war absolut absurd.

„Weißt du Potter, wie kommst du darauf, dass ich dir bei dieser Sache helfen werde, wieso sollte ich als Slytherin einen anderen Hauskameraden verraten und mich mit dem Feind verbünden?" fragte Bellatrix überheblich.

„Als wäre das ein Problem für dich, du hast ja auch eine Gryffindor zur besten Freundin, Black." konterte James sofort etwas aufgebracht.

„Bitte? Das kannst du überhaupt nicht miteinander vergleichen, das ist etwas völlig Anderes" gab die Schwarzhaarige wütend zurück.

„Ach? Ist das was Anderes, ja? Wie du meinst. Aber dennoch solltest du mir vielleicht mal zuhören…" versuchte James erneut sein Glück, wurde sodann wieder unterbrochen.

„Was soll ich denn da noch großartig zuhören, ich werde mich nicht gegen einen Syltherin stellen, hast du das verstanden?" fragte sie zornig, wobei sie eigentlich keine Antwort auf die gestellte Frage erwartete.

„Ich denke, dass das nicht stimmt. Einen Slytherin gibt es gegen den du dich gerne verschwören würdest" raunte Potter ihr zu. Dann vernahm er seitens der Slytherin ein verächtliches Schnauben.

„So? Ja? Uhuhuhu… warst wohl zulange bei Trelawney im Unterricht, oder was macht dich da so sicher?" giftete die schwarzhaarige Hexe.

„Tzzz… Black, du brauchst nicht so zu tun als wüsstest du nicht wovon ich spreche. Ich weiß zufällig ganz gut Bescheid über dein Dilemma, in welchem du steckst. Und dieses Dilemma heißt Lucius Malfoy" sprach James und ließ die letzten Worte ihr Wirkung entfalten.

Mittlerweile konnte er nicht begreifen, was er vor einigen Minuten noch über die Black gedacht hatte, da waren Ansätze von Sympathie gewesen, welche nun wieder wie weggeblasen waren. Bei Merlin, dachte sich Potter, war dieses Mädchen furchtbar. Furchtbar kompliziert. Furchtbar anstrengend.

Für einen Moment lang herrschte Stille zwischen den beiden Schülern, die einzig und allein durch das Schwappen des Wassers an den Stegstelzen begleitet wurde.

Unfassbarkeit erklomm Bellatrix' Denken und durchlief ihren Körper. Wie konnte Potter nur derart dreist sein. Immer noch gelähmt von den letzten Worten des Gryffindors, kämpfte die Hexe gegen ihre Sprachlosigkeit.

Die Slytherin blinzelte ihren Gesprächspartner an, dann öffnete und schloss sie ihren Mund mehrmals ohne ein Wort gesagt zu haben. James hatte nicht gedacht, dass er die Schwarzhaarige damit so aus der Fassung bringen würde, anscheinend war die Abneigung gegenüber Lucius Malfoy doch größer, als er angenommen hatte. Sicherlich war es bereits schlimm genug, wenn man jemanden wie den Malfoy-Spross heiraten musste, doch es war nicht allein diese Tatsache, welche Bellatrix Black, hinsichtlich des arroganten blonden Slytherins, völlig untypisch reagieren ließ, vermutete James.

Auf dem Astronomieturm schlichen zwei dünne Gestalten, eingehüllt in die schwarzen Schulumhänge, umher bis sie einen etwas versteckten Platz an der steinernen Balustrade fanden. Die Gestalten, zwei Schüler, lehnten sich an und schauten über die Ländereien des Schlosses, die von diesem Turm weit ausgebreitet vor ihnen lagen.

„Also, was wolltest du mit mir besprechen?" fragte die Lily Evans.

Etwas nervös zuckten die Augen des schwarzhaarigen Schülers ihr gegenüber hin und her. Severus Snape, wünschte sich zuweilen eine solche Abgeklärtheit, welche Bellatrix Black hin und wieder an den Tag legte. Zu seiner Erleichterung brauchte er sich um seine rosa Wangen keine Gedanken machen, denn in dem Licht der untergehenden Sonne, waren beide Gesichter der Schüler mit einem warmen orange-roten Farbton überzogen.

„Ich wollte fragen, ob du mit mir auf den Ball gehst?" nuschelte der dunkelhaarige Zauberer, so schnell, dass er kurz danach selbst überlegte, ob er alles richtig gesagt hatte.

Er hatte eigentlich nicht die größte Hoffnung, besser gesagt hätte dieses bisschen Hoffnung locker auf einen Teelöffel gepasst, doch dieses Jahr hatte er nicht, wie all die Jahre zuvor kneifen wollen, nein, dieses Jahr würde er es durchziehen, auch wenn es für ihn schmerzhaft sein könnte. Wie sagte seine Mutter immer, der nicht wagt, der nicht gewinnt. Und dennoch war da dieser Gedanke, dass er gerade eines der schönsten Mädchen der Schule bat, seine Partnerin für den Neujahrsball zu sein.

Lily hingegen wusste nicht was sie sagen sollte, da sie nur die Hälfte besser gesagt nur ein Wort von dem Genuschelten verstanden hatte und das war das Wort: Ball, gewesen.

Natürlich konnte sie sich einiges zusammenreimen.

Doch vorsichtshalber fragte sie doch lieber nach: „Ball, der Neujahrsball? Möchtest du, dass ich mit dir dahingehe?"

Für einen kurzen Moment herrschte Stille, denn Severus musste kurz überlegen, ob er tatsächlich so undeutlich gesprochen hatte oder ob die Nachfrage der Rothaarigen aus Abneigung oder Unglauben resultierte.

Man sah dem jungen Zaubere an, dass er nicht gerne in, dieser für ihn ungewöhnlichen, Situation, war. Der Kopf des Schwarzhaarigen arbeitete auf Hochtouren, er rief sich nochmals alles in den Sinn was er wusste, analysierte die Situation und sein Gegenüber. Severus Snape war noch nie zuvor in einer solchen Situation gewesen, niemals zuvor hatte er ein Mädchen um ein Date oder Begleitung zum Ball geben. Das war gänzlich Neuland für den Slytherin, sozusagen ein Premiere und perfektionistisch wie er nun mal war, wollte er ungern einen Fehler machen.

Severus atmete tief ein, räusperte sich und erwiderte: „Ja, ich möchte dich fragen, ob du mit mir auf den Neujahrsball gehen möchtest."

Dieses Mal war er selbst über den Klang seiner Stimme mit dem deutlichen, ruhigen, aber selbstbewussten Ton erstaunt.

Damit dieser selbstbewusste Eindruck, nicht durch die schönen, grünen Augen der Mitschülerin zerstört wurde, von welchen er meist nur schwer seinen Blick abwenden konnte, fixierte er eine rötliche Haarsträhne, die sich aus Lily's Zopf gelöst hatte und nun sachte durch den Wind hin und her geweht wurde.

Evans hingegen war überaus überrascht, dass Severus es doch endlich schaffte sie zum Ball einzuladen, denn die ersten Anfragen anderer Mitschüler, die bereits direkt nach den Ferien Lily bombardierten, hatte die Gryffindor dankend ausgeschlagen, in der Hoffnung, dass der schwarzhaarige Slytherin sie endlich dieses Jahr fragen würde. Nun war es soweit und sie bekam kein Wort heraus, was er, wie sie hoffte, nicht negativ beurteilen würde.

Schnell besann die junge Hexe sich.

„Sehr gerne würde ich mit dir auf den Ball gehen, Sev" bestätigte sie und ein strahlendes Lächeln verschönerte, dass ohnehin hübsche Gesicht.

Erleichtert atmete Snape aus und ein vorsichtiges Lächeln umspielte seinen Mund, was er nicht verhindert konnte und auch nicht wollte, denn innerlich freute er sich als habe er gerade einen neuen Trank kreiert, der die gewünschte Wirkung erzielte.

„Gut" sagte der Slytherin schlicht weg und etwas wortkarg, während er überlegte wie man wohl jetzt miteinander umging.

„Gut" erwiderte Lily ebenso wortkarg.

Beide Schüler hatten nun endlich das erreicht oder vielmehr begonnen, was sie bereits vor seit Jahren versuchten und immer waren sie an irgendwas gescheitert. Doch diesmal, dieses Jahr begann schon sehr vielversprechend wie sie fanden.

die Blicke der Beiden lösten sich und sie wandten sich der mittlerweile dunkleren Landschaft vor dem Schloss zu. Keiner sagte etwas, es war auch nicht nötig. Severus sowie Lily wussten, dass der jeweils Andere zufrieden war.

Doch nach einer Weile durchbrach Snape die Stille, als er daraufhin wies: „Und ich dachte, wir beide würden eine ordentliche Strafarbeit riskieren, aber die…" und deutete in Richtung des Sees, wo man zwei dunkle Gestalten am Steg erkennen konnte. Unwissend, das es sich bei eine dieser Personen um seine beste Freundin handelte, welche gerade mit dem, in Severus Augen, schlimmsten aller Hogwartsschüler und ihm verhassten Mitschüler namens James Potter, die Freizeit verbrachte, fragte er: „Wüsste doch mal zu gerne wer das ist, du nicht? Die müssen ja ganz schön Nerven haben. Wenn Pringle die erwischt, hat er zwei dumme Opfer für seine sadistischen Spielchen. Wie kann man nur so ignorant sein?"

Lily spähte kurz zu Severus, dann wie zum Steg. Ihre gemeinsame Freundin hatte wohl nicht mehr geschafft den Slytherin über ihr Vorhaben zu informieren. Dachte die Rothaarige jedoch etwas länger darüber nach, war es wohl so wesentlich besser, denn Severus hätte wohl kaum Verständnis für Bellatrix aufgebracht, wenn er erfahren hätte, dass diese mit dem arroganten Potter am See verabredet gewesen war.

Im Mondlicht sah man deutlich die beiden Gestalten nebeneinander auf dem Steg sitzen.

„Ich denke, ich werde jetzt reingehen. Hätte ich mir ja auch gleich denken können, dass da nichts bei rauskommt, wenn du versuchst dein Hirn zu benutzen, Potter." schimpfte Bellatrix nach einer ganzen Weile, in welcher beide Schüler still nebeneinander auf dem Steg gesessen hatten.

Die Hexe ließ noch ein verächtliches Schnauben vernehmen, stand dann auf, klopfte hier und da ein wenig Dreck von sich und blickte von oben auf die dunkelhaarige Person, welche immer noch neben ihr saß. Die Slytherin fragte sich, warum sie sich auf ein solches Treffen mit James Potter eingelassen hatte.

Dieser fragte sich, just in dem Moment, warum er ausgerechnet Black mit in diesen Plan hatte involvieren wollen. Dann sah er plötzlich nach oben und Bellatrix direkt ins Gesicht.

„Warum bist du jetzt so?" fragte der junge Zauberer. „Ich meine, kannst du dich nicht einmal mit mir normal unterhalten? Auch, wenn du mein Angebot nicht so toll fandest, aber ich dachte, wir hätten heute Abend so etwas wie Waffenstillstand" fuhr er fort.

„Siehst du und genau da liegt das Problem, du hast gedacht!" antwortete Bella kühl, drehte sich um und ging vom Steg hinunter. Als sie an dem Baum, von welchem aus der Gryffindor sie zuvor beobachtet hatte, vorbeikam, hielt sie kurz inne wendete sich in Richtung des Mitschülers und meinte dann: „Du solltest vielleicht auch ins Schloss gehen, Potter. Nicht das der Vorzeigegryffindor schon wieder Strafarbeiten machen muss."

Jetzt reicht es James, er war den ganzen Abend freundlich oder zumindest höflich gewesen, da brauchte er sich Bellatrix's Spott nicht auszusetzen. Schnell war Potter auf den Beinen und noch schneller eilte er an der Slytherin vorbei. Doch nach ein paar Schritten, mit welchen er die Hexe schon überholt hatte, stoppte er, unschlüssig und augenscheinlich aufgebracht ging er zurück zu der Stelle, wo Bella stehengeblieben war.

Mit einem Mal packte er die Schwarzhaarige mit den Händen an ihren Oberarmen und drängte sie rückwärts gegen den Baum, vielmehr stieß James die Slytherin an dem Stamm der Weide. Sein Griff um die Oberarme der Hexe war kalt, unbarmherzig und feste.

„Was soll das, Potter?" Lass mich sofort los" zischte Black, während sie versuchte sich aus dessen Griff zu wenden. Bellatrix schossen die Bilder des vergangenen Abends durch den Kopf. Wieso musste auch immer sie in so bescheuerte Situationen geraten, dachte sie.

„Du bringst mich echt zur Weißglut, Black. Das kannst du dir gar nicht vorstellen" keifte James, ließ die Slytherin aber nun los.

Bellatrix bewegte sich nicht, sondern schaute ihn mit einer undefinierbaren Miene an. Gerade als sie sich entschlossen hatte, Potter doch eine spitzfindige Antwort zu geben, warf dieser ihr: „Miststück!" entgegen, packte ihr Gesicht in beide Hände und gab ihr einen Kuss.

Völlig perplex zappelte Black am Ende der weichen Lippen des Gryffindors und versucht sich ein zweites Mal für diesen Abend von dem jungen Zauberer zu befreien. Doch als dieser sie unbeirrt weiter küsste, schwand ihr Widerstand und sie fing an den Kuss zu genießen.

Doch dann löste sich James von ihr. „Ich werde das bei Gelegenheit wiederholen, Miststück" flüsterte er, hielt ihr Gesicht immer noch in seinen Händen und grinste sie an. Dann nahm er letztlich auch seine Hände von seinem Gegenüber und eilte in Richtung Schloss.

Eine ungläubige Bellatrix Black ließ sich wieder zurück gegen den Baum fallen und schloss für einen Moment die Augen. Ihr war nicht klar, ob sie das gerade Erlebte für gut befinden oder Potter doch lieber einen Fluch hinterher jagen sollte.

Die Schwarzhaarige entschied sich nichts dergleichen zu tun und nachdem einige Minuten vergangen waren, ging auch sie wieder ins Schloss.