Cliff

Die Explosion war nicht sehr groß, aber sie erfüllte ihren Zweck.

Das Tor war offen und Fayt trug den ohnmächtigen Jungen hinaus, doch weit kam er nicht, als er bemerkte, das Luther bereits die Hände gehoben hatte und plötzlich aus der anderen Ecke ein „Stehen bleiben!" ertönte.

Fayt ließ sich jedoch nicht einschüchterun und Luther musste zugeben, dass ihn der Mut des Junge überraschte.

Selbst als Warnschüsse abgegeben wurden ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Lass mich raten, du bist dieser Norton oder? Ziemlich jämmerliches Versteck."

Luther hatte wirklich keine Lust auf Smalltalk.

„Ich wäre ganz vorsichtig mit dem was ich sage Junge, aber du hast recht, ich bin Norton der Große."

„Du bist nicht von diesem Planeten, oder?" fragte Fayt.

„Ich bin von Rezerb. Wir gehören nicht zur Förderation."

Norton erwies sich als unglaublich gesprächig und sie erfuhren, dass er eigentlich auf einen verlassenen Planeten eskotiert werden sollte, da er sich irgendwas zu Schulden gekommen hatte, nicht das es Luther interessierte und das er nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch auf diesem Planeten gestrandet war.

Die übrigen Überlebenden wurden getötet und Norton versuchte nun sich hier ein Königreich aufzubauen.

Eine typische „Macht, die Wahnsinnig macht"-Geschichte.

Fayt schien dies jedoch anders zu sehen, in seinem Gesicht stand der blanke Hass.

Und dann passierte etwas, mit dem Luther nicht gerechnet hatte...

Die Luft um sie herum begann zu wabern und ein grelles blaues Licht erschien auf Fayt´s Stirn.

Die Energie, die plötzlich von ihm ausging war erschreckend und Luther verstand mit einem mal, wie man geplant hatte ihn zu vernichten...

Das beste wäre es wohl Fayt jetzt auzuschalten, solange er diese Kraft noch nicht unter Kontrolle hatte...

„Ah, da bist du. Ich dachte schon ich hätte dich verloren, als dein Notsignal plötzlich verschwand."

Die Stimme des Neuankömmlings riss ihn aus seine Gedanken. Wie es schien, würde er seine Pläne doch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.

„Ich hätte dich nie gefungen, wenn es nicht diese Explosion gegeen hätte."

Es war ein junger Mann, blond und mit Muskeln, die alles in den Schatten stellten, was er bis dato gesehen hatte. Und er hatte seine Augen nur auf Fayt. Das konnte kein Zufall sein. Hatte er etwa auch nach ihm gesucht?

Er stellte sich als Cliff Fittir vor, ein Mitglied on Quark, was auch immer das war und die Tatsache, dass er Fayt sehr gut zu kennen schien, machte ihn in seinen Augen nur noch verdächtiger.

Niemals würde er diesen Jungen aus den Augen lassen, nicht solange er auch nur noch einen Atemzug von sich gab.

Norton schien davon nicht sonderlich beeindruckt und begann wieder sie anzugreifen. Leider hatte er nicht mit Cliff´s physischer Stärke gerechnet und war binnen Sekunden ausgeschaltet.

Fayt schien wirklich fasziniert, aber Luther ließ die ganze Sache unbeeindruckt. Natürlich war er stark, aber er war immer noch kein würdiger Gegner für ihn. Und er würde es ihn auch spüren lassen, wenn er irgendwas plante.

Fayt bekam einen neuen Communicator und nach Cliff´s kryptischen Worten zu schließen, wusste er ganz genau, welche Kraft in dem Jungen schlummerte und warum so viele Leute hinter ihm her waren...

Und jetzt wollte er ihn auch noch mitnehmen?! Ohne Ihn!

„Wird es nicht langsam an der Zeit, dass wir den Jungen nach Hause bringen? Seine Schwester macht sich bestimmt schon Sorgen, wo wir solange bleiben."

Seine Stimme war neutral, aber seine Augen waren die ganze Zeit auf Cliff gerichtet und funkelten ihn misstrauisch an.

„Und wer ist das?" fragte Cliff, als wäre es das erste mal, dass er Fayt´s Begleiter bemerkt hatte.

„Luther Lansfeld," stellte Luther sich selbst vor.

„Er ist mit mir hier notgelandet," erklärte Fayt, „Und ehrlich gesagt wäre es ganz praktisch, wenn wir ihn nicht hier zurücklassen könnten."

Wenigstens Fayt schien an ihn zu denken.

„Ugh ich glaube nicht, dass mein Boss damit einverstanden ist, schließlich habe ich nur den Auftrag dich mitunehmen."

„Dann bleibe ich hier!" war Fayt´s prompte Antwort, mit der er nicht nur Cliff schockte.

„Luther ist mein Freund. Ich lasse ihn nicht einfach hier zurück!"

Freund?

Sah dieser Haufen Daten in ihm wirklich einen Freund? Warum? Er konnte sich nicht erinnern irgendwas getan zu haben, dass diese Bezeichnung verdiente.

Luther war seit langem wirklich sprachlos.

„...Wahrscheinlich wird man mir dafür die Hölle heiß machen, aber wenn es nicht anders geht..."

Cliff sah nicht glücklich aus, aber wenn er Fayt haben wollte, führte kein Weg an Luther vorbei...

Auf dem Weg nach draußen sammelte Fayt noch schnell die fehlenden Teile für die Spieluhr ein, bevor der ganze Ort dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Vielleicht würden die Bewohner von Whipple endlich wieder ein normales Leben führen können, jetzt, wo Norton nicht mehr da war...