Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von Mara Gaunt.

Edward Cullen. 18. Juli 2007

Zusammen gingen wir in das gemütliche Restaurant. Ich wollte ihre Hand nehmen, damit sie sich an meine Gegenwart gewöhnte, aber sie hielt Abstand von mir. Sie sah starr auf ihre Füße und schien zu versuchen sich unsichtbar zu machen. Doch als wir durch die Tür waren, siegte ihre Neugier. Isabella hob den Kopf und sah sich neugierig um und ihrem Gesichtsausdruck nach, schien es ihr zu gefallen. Ein Pluspunkt für mich, sie sollte sich wohl in meinem Beisein fühlen und das richtige Ambiente war wichtig.

Eine ausgesprochen attraktive Kellnerin kam zu uns und sobald ich sie ansah, entstand diese sexuelle Verbindung, die manchmal spontan zwischen zwei Menschen entstehen kann.

Ihr Blick war voller Versprechungen und wenn ich nicht mit Isabella hier gewesen wäre, wäre ich nicht abgeneigt gewesen.

„Was kann ich für sie tun?" Fragte sie mich und ignorierte Isabella völlig.

Bei anderer Gelegenheit, hätte ich genau gesagt was sie für mich tun konnte, aber ich merkte sofort, dass ihr Verhalten dem Mädchen an meiner Seite gar nicht gefiel und ich reagierte sofort. Ich legte Isabella meinen Arm um die Schulter und zog sie fest an mich.

„Ich habe reserviert, einen Tisch für zwei." Ich betonte das letzte Wort extra.

„Kommen sie bitte mit." Die Kellnerin war sehr professionell, konnte es aber nicht vermeiden, Isabella von oben bis unten zu mustern. Sie brachte Isabella und mich an einen Tisch in einer Nische, der sehr romantisch war und dafür war ich ihr im Stillen dankbar.

Ganz Gentleman zog ich für Isabella den Stuhl zurück, sie sah mich einen Augenblick an, stellte dann ihre Tasche ab und setzte sich. Sie wirkte unheimlich angespannt und ich verstand ehrlich nicht wieso.

„Was hast du?" Wollte ich wissen und hatte die Hoffnung, dass sie mir die Wahrheit sagen würde.

„N..nichts." Das war eine Lüge und wieder sah sie mich nicht an, sonder musterte interessiert die Tischdecke.

Ich beobachtet sie eine Weile und sah wie sie bewusst ein und ausatmete, wahrscheinlich versuchte sie sich zu sammeln.

„Danke für die Einladung...es ist sehr schön hier." Bemerkte sie und sah mich ganz kurz an.

Sie versuchte Konversation zu machen und ich wusste nicht, ob ich ihr folgen sollte, oder besser ruhig war und ihr dadurch etwas mehr Sicherheit geben könnte. Es war das erst Mal, das ich nicht wusste, wie ich mich einer Frau gegenüber verhalten sollte.

Es war ein wenig konfus.

Wieder sah ich sie an, mit der Hoffnung, dass sie mich ansehen würde. Aber es war vergeblich ich sah nur, wie sie nervös ihre Hände wrang. Als ich es nicht mehr aushielt, beschloss ich direkt auf den Punkt zu kommen.

„Macht meine Gegenwart dich so nervös?"

Sie hörte auf ihre Hände zu bearbeiten, meine Frage hatte sie nicht erwartet.

„Nein...natürlich nicht." Wieder gelogen. Isabella log fast so viel wie ich, nur das ich es konnte und sie nicht.

„Wenn das so ist, kann ich dich etwas fragen?"

Und wieder erstarrte sie.

„Selbstverständlich." Antwortete sie.

„Das hier wird nicht das letzte mal sein, dass wir uns sehe, dass weißt du, nicht?" Sie sah auf und ich versuchte ihre braunen Augen mit meinen einzufangen, aber es gelang mir nur für ein paar Sekunden, dann sah sie wieder weg.

Sie schwieg, was hatte das jetzt wieder zu bedeuten? Nach einer Weile sprach sie und sagte etwas, was ich überhaupt nicht erwartet hatte.

„Hast du eine Freundin?"

Kaum waren die Worte aus ihrem Mund, zuckte sie zurück und schien es zu bereuen, mich das gefragt zu haben. Wahrscheinlich hielt sie mich für einen unverbesserlichen Schürzenjäger und auch wenn es so war, durfte sie das nie von mir glauben.

„Nein." Antwortete ich hart und bereute meinen Ton sofort, als ich sah wie sie sich zurückzog.

„Tut mir Leid...ich hätte das nicht fragen sollten." Entschuldigte sie sich leise. „Ich wollte nur..." Ich unterbrach sie.

„Ist egal...ich habe niemanden...im Moment zumindest nicht." Ich hoffte, dass sie die Zweideutigkeit verstand. „Und du?" Fragte ich, genau wissen, was sie antworten würde. „Hast du einen Freund?"

„Nein, ich habe keinen Freund."

Es machte sich wieder Schweigen breit und ich merkte, dass ich die Sache nicht so gut entwickelte wie ich geglaubt hatte. Isabellas Gesichtsausdruck veränderte sich, so als ob sie sich an etwas sehr unangenehmes erinnern würde. Ich sah reine Angst in ihrem Gesicht sie zitterte richtig und plötzlich sprang sie auf.

Aus den Augenwinkeln konnte ich sehe, wie wir von allen Seiten beobachtet wurden. Irgendetwas ging gerade fürchterlich schief.

„Es tut mir fürchterlich Leid." Sagte sie schnell. „Aber ich glaube, ich muss jetzt gehen." Sie nahm ihre Tasche und rannte fast zur Tür.

Ich brauchte einen Augenblick um zu reagieren, sprang dann ebenfalls auf und rannte hinter ihr her. Dabei fragte ich mich, was ich gesagt hatte, dass sie zu so einer Reaktion brachte.

Als ich durch die Tür kam, hatte sie schon eine Taxi angehalten und wollte gerade die Tür aufmachen. Mit zwei großen Schritten war ich bei ihr und stellte mich zwischen sie und das Taxi, ich machte dem Fahrer ein Zeichen, dass er weiterfahren konnte und hielt Isabella am Arm fest.

Worauf ich überhaupt nicht vorbereitet war, war die Kraft mit der sie sich los riss.

„Fass mich nicht an!" Sagte Isabella, leise aber fest. Sie besaß viel mehr Vehemenz, als ich geglaubt hatte. Ich ließ sie los und hob meine Hand in ihr Blickfeld, damit sie sah, dass ich ihr nichts tun wollte.

„Was hast du?" Fragte ich und versuchte so verständnisvoll wie möglich zu klingen, obwohl ich wusste, dass ich versagen würde. Sie hatte sich komplett verschlossen.

Und all das war passiert, als ich sie fragte, ob sie einen Freund hätte. Ich musste definitiv die Berichte die mein Anwalt mir über sie gegeben hatte, sorgfältiger lesen.

„Komm nicht näher..." Bat sie, als ich einen Schritt auf sie zu machte und ihre Hand nehmen wollte. „Bitte..lass mich einfach gehen."

Fast hätte ich aufgegeben.

„Was hast du?" Fragte ich wieder und versuchte besorgt zu klingen, sehr zu meinem eigenen Ärger, war ich das mittlerweile auch.

Sie hob ihre Hände zu ihrem Gesicht und ich dachte, dass sie anfangen würde zu weinen. Aber sie rieb sich einmal durchs Gesicht und massierte sich dann die Schläfen. Ich beobachtet sie einige Minuten dabei, ohne mich zu bewegen. Dann holte sie tief Luft und ich konnte sehen, wie sie langsam ihre Krise überwand.

„Entschuldige bitte." Sagte sie und machte die Augen auf, sah mich aber nicht an sonder direkt an mir vorbei. „Ich weiß auch nicht was mit mir los ist."

Ich auch nicht, aber ich wusste, dass sie mich an log. Mich juckte es in den Finger, meinen Anwalt anzurufen und mehr Details über ihre Zeit im Heim zu erfahren.

„Was muss ich tun, damit du mir vertraust und mir glaubst, dass ich dir nicht wehtun möchte?" Ihre Augen kreuzten sich kurz mit meinen und sie sah aus, wie ein verletzliches Kind.

„Es liegt nicht an dir..." Sagte Isabella langsam. „..es liegt an mir, aber..." Ich konnte sehen, wie sie trocken schluckte. „Es ist jetzt nicht mehr wichtig."

Sie fuhr sich nochmal mit der Hand durchs Gesicht und richtete dann ihren Zopf.

„Es tut mir Leid." Entschuldigte sie sich wieder. „Lass uns wieder reingehen und das Ganze vergessen."·

Mich wunderte etwas die Stärke mit der sie diesen erniedrigenden Moment der Schwäche weg steckte. Ich hatte keine Ahnung was sie zu diesem kleinen Zusammenbruch gebracht hatte, aber es war keine gewöhnliche Hysterie gewesen. Die hatte ich schon oft bei meinen Geliebten erlebt, wenn ich ihnen mitteilte, dass ich sie nicht mehr brauchte.

Wenn sie wieder herein gehen wollte, dann wollte sie versuchen mir zu vertrauen, traute sich aber noch nicht ganz. Ich hatte noch einen weiten Weg vor mir.

Entschlossen ging sie auf die Tür zu, aber ich hielt sie am Handgelenk fest. Sofort drehte sie sich zu mir um, nur das ich abgelenkt war. Und zwar von ihrer unglaublich weichen Haut, bei keine der Frauen mit denen ich zusammen gewesen war, hatte ich je eine so weiche Haus gefühlt. Isabella sah zu mir auf, aber mich nicht direkt an. Sie sah über meine Schulter hinweg.

„Ich möchte nicht, dass du dir eine falsche Vorstellung von dem machst, was ich von dir möchte." Erklärte ich ruhig.

Sie versuchte meine Hand loszuwerden, aber diesmal weniger vehement und ich musste sie für das was ich vorhatte so nah wie möglich bei mir haben.

„Ich verstehe nicht." Sagte Isabella. Ich konnte nicht glauben, dass sie mich nicht verstand. Wenn sie wirklich nicht in der Lage war sexuelle Anspielungen und Zweideutigkeiten zu verstehen, hatte ich noch viel zu tun.

„Lass uns reingehen und essen. Wir müssen reden, deswegen sind wir schließlich hier." Erklärte ich und wir gingen endlich wieder rein.

Eigentlich hatte ich vorgehabt weniger subtil vorzugehen, aber nachdem was vorgefallen war, musste ich es etwas langsamer angehen. Aber ich hatte auch nicht ewig Zeit.

Noch immer mit meiner Hand um ihr Handgelenk gingen wir wieder rein und setzten uns wieder an unseren Tisch. Diesmal kam ein Kellner zu uns, etwas wofür ich sehr dankbar war. Er reichte jedem von uns eine Karte und zog sich dann wieder zurück. Isabella lass nervös die Karte, ihr Puls schien sich noch nicht beruhigt zu haben, dass sah ich daran, dass die Karte leicht zitterte. Dann wurde mir bewusst, wie aufmerksam ich sie beobachtet haben musste, dass mir das auffiel.

Sehr zu meiner Freude beugte sich Isabella zu mir und zeigte mir, was sie sich ausgesucht hatte.

„Ente a la Orange? Das ist eine gute Wahl." Animierte ich sie.

„Ich weiß..." Sagte sie leise. „Ich habe das oft gekocht als..." Sie schwieg, bevor sie mehr ins Detail ging. Ich setzte sie nicht weiter unter Druck. Ich brauchte das nicht.

„Gut, ich nehme das Gleiche." Ich winkte dem Kellner, er nahm unsere Bestellung auf und ich bestellte noch eine Flasche Wein dazu.

„Eine ausgezeichnete Wahl." Sagte der Kellner und ließ uns wieder allein.

Seufzend lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück und ohne das sie es merkte, beobachtet ich wieder wie sie ihre Hände knetete. Ich beschloss eine Konversation anzufangen.

„Die Musik hier ist ausgezeichnet." Bemerkte ich und das stimmte.

Isabella brauchte etwas bis sie antwortete.

„Kommst du oft her?" Sie schien das mit einem Hintergedanken zu fragen, noch nicht ganz von meiner Unschuld überzeugt.

„Nur wenn ich allein sein möchte." Antwortete ich und zu meiner Überraschung lachte sie leicht.

„Was mache ich dann hier?" Sie sah wieder fasziniert auf die Tischdecke.

„Nur wenn ich mit „Jemandem" allein sein möchte." Ihr Lächeln verschwand und bevor sie noch etwas sagen konnte, sagte ich. „Warum siehst du mich nie an, wenn ich mit dir spreche?"

Isabella zuckte zusammen, sah mich aber immer noch nicht an.

„Ich weiß nicht..."

„Egal." Sagte ich leicht verstimmt. „Wenigstens kann ich dich ansehen." Versuchte ich die Situation zu retten, aber es machte sich wieder Schweigen breit, bis das Essen kam.

Der Kellner schüttet uns auch den Wein ein und ich forderte Isabella mit einer Handbewegung auf, ihn zu probieren. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf, als ich sah, wie sie das Weinglas auf eine ausgesprochen elegante und distinguierte Art zu ihrem Mund führte und trank. Sie hatte sehr gute Tischmanieren.

„Der Wein ist köstlich." Sagte sie lächelnd und mir fiel auf, dass sie schöne Zähne hatte.

Ich trank ebenfalls etwas und wir fingen an zu essen. Dabei sah ich, dass ich mit meiner Vermutung richtig gelegen hatte, ihre Tischmanieren waren ausgezeichnet. Sollte sie das etwa in einem Heim gelernt haben?

Nach einer Weile beschloss ich, dass es Zeit war zu reden und legte mein Besteck zur Seite.

„Es gibt da etwas, dass ich dir sagen möchte."

Den Wein den sie gerade trinken wollte, landete in der falschen Kehle und Isabella musste heftig Husten.

„Freundschaft ist nicht das einzige was ich mit dir haben möchte und das weißt du..." Griff ich direkt an. Sie wischte sich den Mund mit der Serviette ab und sagte.

„Ja...?"

„Ich verrate dir jetzt etwas." Fing ich an und ich würde ihr jetzt etwas sagen, was ich paradoxerweise noch nie einer meiner Geliebten gesagt hatte. Normalerweise wusste ich genau, wie ich eine Frau davon überzeugen konnte, dass ich sie begehrte. Aber bei diesem Mädchen mit gegenüber, wusste ich nie, wie sie reagieren würde.

„Es war kein Zufall, dass ich ins Café Paris gekommen bin." Sie bewegte sich auf ihrem Stuhl, blieb aber sitzen. „Es war wegen dir. Ich hatte dich auf der Straße gesehen und ich bin in das Café gegangen, um dich zu suchen. Du hast mir vom ersten Augenblick an gefallen und ich musste dich kennen lernen. Erlaube mir das bitte."

Isabella sah starr auf einen Punkt an der Wand, ich griff nach ihrer Hand, die auf dem Tisch lag. Sofort versuchte sie sich meinem Griff zu entwinden, aber diesmal ließ ich es nicht zu.

„Lass mich los." Endlich sah sie mir in die Augen.

„Ich will dich nicht erschrecken, aber ich werde dich nicht loslassen...niemals." Sagte ich entschlossen. „Ich will eine Antwort."

Isabella machte kurz die Augen zu und fing dann hysterisch an zu lachen.

Das hatte ich nicht erwartet und auch nicht das, was sie dann sagte.

„Sollte das ein Scherz sein, ist es ein verdammt schlechter." Ihre Hysterie verschwand so schnell wie sie gekommen war. „Bitte Edward...du kennst mich gerade mal vier Tage und sieh dich an...und dann sieh mich an, ich gefalle dir nicht und ich sehe auch nicht den Witz an der ganzen Sache." Sie stand wieder auf.

„Das bringt doch nichts." Bemerkte sie und ging diesmal langsam aus dem Lokal. Ich legte ausreichend Geld auf den Tisch und ging hinter ihr her.

Diesmal stand Isabella vor dem Restaurant und sah in den Himmel, als ob es dort etwas interessantes zu sehen gab. Sie musste meine Schritte hören,drehte sich aber nicht um. Vorsichtig nahm ich ihren Arm und drehte sie zu mir. Wieder bewunderte sie ihre Füße.

„Sieh mich an, verdammt nochmal!" Langsam verlor ich die Geduld. Sie schüttelte den Kopf.

„Ich will einfach nur nach Hause." Sagte sie.

„Ich möchte, dass du mich ansiehst." Gott, noch nie hatte jemanden mit so viel Nachdruck um etwas bitten müssen, noch nie hatte jemand versucht, so oft vor mir zu flüchten. Etwas sagte mir, dass sie nachgeben wollte, dass es da aber etwas sehr starkes gab, was sie davon abhielt.

„Nenne mich nie wieder einen Lügner...nicht wenn ich über meine Gefühle rede." Mein Gewissen lachte mich aus und spottete über meine Falschheit. „Du bist erwachsen genug um zu wissen, dass du für einen Mann attraktiv bist und in diesem Fall bin ich dieser Mann." Ich zog sie näher an mich und sie wehrte sich nicht.

„Ich glaube nicht, dass es dafür eine Erklärung gibt, dass ich nicht aufhören kann an dich zu denken,dass ich dich unbedingt wiedersehen wollte." Jetzt ging ich wirklich zum Angriff über,ich ließ ihren Arm los, legte meine Hand unter ihr Kinn, zwang sie mich anzusehen und sah fest auf ihre Lippen. „Nicht dafür, dass ich dich küssen möchte, bis uns die Luft ausgeht..."

Ihre Pupillen weiteten sich und sie starrte mich förmlich an.

„Ich..." Erwischt! Ihre Stimme sagte mir, dass meine Worte Effekt zeigten.

Was jetzt kam hatte ich nicht geplant, ich reagierte eher instinktiv und legte meine Lippen auf ihre. Mich überraschte wie sinnlich und weich ihre Lippen waren. Isabella blieb statisch und ich dachte schon sie würde unter der Spannung zerbrechen unter der sie stand. Ich zweifelte, ob ich mich von ihr lösen sollte, oder nicht. Mit Sicherheit würde ich eine Ohrfeige bekommen und wieder von Null anfangen müssen.

Als ich am wenigsten damit rechnete, erwiderte sie meinen Kuss und ihre Lippen bewegten sich gegen meine. Bis ich es nicht mehr aushielt und ich mich von ihr löste.

Nicht das ich sie zurückweisen wollte, aber ich war auch nur ein Mann und sehr zu meinen eigenen Ärger, erwachten gerade meine Instinkte mit Pauken und Trompeten.

Das war der seltsamste Kuss, den ich je bekommen hatte. Es war etwas völlig neues eine Frau ohne jedwede Erfahrung zu küssen. Ich betrachtete ihren leicht geschwollenen Mund und dachte, dass ich mich daran gewöhnen würde. Schließlich würde ich sie in den nächsten drei bis vier Monaten öfters küssen.

Isabella zupfte etwas an ihren Haaren rum und sagte dann, ohne mich anzusehen.

„Könntest du mich jetzt bitte nach Hause bringen?" Sie erwähnte den Kuss nicht, dass hatte ich auch nicht erwartet.

Während wir zum Auto gingen, berührte ich kurz mit meinen Fingern meine Lippen. Oh ja, im Gegensatz zu dem was ich bis jetzt gedacht hatte, würde es interessant werden.

Die Rückfahrt verlief in absolutem Schweigen.

Als wir vor ihrem Apartmenthaus hielten, machte sie Anstalten direkt aus zu steigen. Sie machte den Gurt los und als sie sich zur Tür drehte, fasste ich sie wieder mal am Arm und hielt sie auf.

„Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass..." Ich musste so viele Punkte sammeln wie ich konnte. Aber sie unterbrach mich.

„Du musst dich nicht entschuldigen...ich bin das Problem..."

Diesmal unterbrach ich sie.

„Hör zu, ich habe dir gesagt, dass du mir gefällst und zwar sehr. Entschuldige wenn ich so direkt bin, aber ich schätze die Ehrlichkeit sehr und ich möchte mehr sein, als nur ein Freund...du weißt was ich meine." Es war schon verrückt was ich mir hier zurecht redete.

„Ich weiß nicht..." Antwortete sie traurig. Irgendwie schien ihr der Gedanke Kummer zu bereiten.

„Ich möchte dir zeigen wie man küsst." Platzte ich heraus. Isabella lachte leise.

„Ich glaube nicht, dass du das möchtest."

„Doch das möchte ich." Beharrte ich. „Ich will dich küssen und ich will, dass du zu mir gehörst."

„Wir kennen uns doch gar nicht." Wieder diese lächerliche Ausrede.

„Ich weiß nicht wie du das siehst, aber ich möchte dich kennen lernen...und zwar bis ins kleinste Detail."

Ich beugte mich zu ihr, sie versuchte mir auszuweichen, bis sie gegen die Tür stieß und nicht mehr weiter konnte und ich fast über ihr war. Isabella sah mich aus großen Augen an und ich musste Handeln, auch auf die Gefahr hin, dass ich die wenigen Punkte die ich bis jetzt gewonnen hatte, wieder verlieren würde. Ich würde sie mit der Illusion verführen die jede Frau hatte, dem verliebt sein.

„Küss mich..." Murmelte ich leise und blies ihr meinen Atem über die Lippen. Isabella machte die Augen zu, ich ließ meine offen, so konnte ich den Ausdruck ihres Gesichts beobachten. Wieder legte ich meine Lippen auf ihre und wieder brauchte sie einige Sekunden bis sie reagierte. Mehr noch, sie intensivierte den Kuss. Entweder hatte sie mehr Erfahrung als ich glaubte, oder sie war ein Naturtalent.

Ich saugte an ihrer Oberlippe und sie tat nichts, um das zu verhindern. Ich wurde etwas forscher und leckte mit meiner Zungenspitze über die Lippe an der ich gerade noch gesaugt hatte. Sie gab nach und öffnete leicht ihre Lippen, meine Zunge berührte ihre, sie versteifte sich kurz und gab einen ulkigen Laut von sich. Ich legte ihr meine Hand auf die Wange und ließ sie dann in ihre Haare gleiten, die überraschend weich und seidig waren. Nein es war bei weitem nicht so unangenehm wie ich gedacht hatte. Der Duft ihrer Haut war so verführerisch...Stop! Hier durften keine Sentimentalität mit ins Spiel kommen.

Wütend auf mich selber, löste ich mich langsam von ihr.. Isabella hatte die Augen geschlossen und atmete schwer. Ich setzte mich gerade hin und wartete darauf, dass sie reagierte. Das tat sie wenige Minuten später.

„Tut mir Leid." Murmelte sie.

„Warum entschuldigst du dich?" Fragte ich und krallte mich in das Lenkrad, sie sollte jetzt aussteigen. Ich musste nachdenken und sie entschuldigte sich.

„Ich glaube nicht, dass es so war wie du erwartet hattest."

Ich hatte gedacht, dass sie die Sache hier und jetzt beenden wollte und sie kommt mit so was. Isabella hatte wirklich wenige Selbstbewusstsein.

„Es war besser als ich erwartet hatte." Schmeichelte ich ihr, sie sollte sich nicht schlecht fühlen. Und es war wirklich besser gewesen als ich erwartet hatte. „Mach dir keine Gedanken, wir haben viel Zeit um unsere Technik zu verbessern."

Sie schien einen Moment zu brauchen, um den Satz zu assimilieren.

„Ich hoffe dich bald wiederzusehen." Fügte ich hinzu.

„Ja...klar." Antwortete sie, als ob es das letzte auf der Welt wäre, was sie wollte.

Mich störte ihr resignierter Gesichtsausdruck, eigentlich sollte es mir egal sein, war es aber nicht.

So natürlich wie möglich beugte ich mich zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Der Duft nach Vanille stieg mir wieder in die Nase, sie musste jetzt unbedingt gehen.

„Ich ruf dich Morgen an." Isabella machte die Tür auf und wartet nicht darauf, dass ich den Gentleman spielen konnte.

„Danke für den Abend." Sagte sie leise, drehte sich um und verschwand in ihrem Haus.

Verdammt, sie war unschuldiger als es gut für sie war und auch viel zu naiv. Eine erfahrenen Frau hätte längst gemerkt, dass hinter der ganzen Sache mehr stecken musste, aber sie hatte es einfach akzeptiert, auch wenn es mich einiges gekostet hatte.

Zu viel Sensibilität, die ich jetzt nicht gebrauchen konnte.

Ich trat das Gaspedal durch und raste nach Hause.

Dort angekommen zog ich mich direkt aus, stellte mich unter die Dusche und drehte das kalte Wasser voll auf. Das kalte Wasser traf meinen Körper wie ein Schlag, aber ich blieb stur darunter stehen.

Als ich den Kopf wieder einigermaßen klar hatte, stellte ich das Wasser ab, trocknete mich ab, zog meine Pyjamahose an und ließ mich in mein Bett fallen. Ich würde Morgen weiter über Isabella Swan nachdenken.

Schnell kam der Schlaf und genauso schnell kam der Traum.

Eine Frau die mein blaues Hemd trug, leicht über die Brüstung gebeugt. Ihr Hals, ihre schlanken Beine, ihre Haare...

Selbst im Schlaf merkte ich, wie das Blut mir in die Leisten schoss.

Das Bild änderte sich plötzlich.

Meine Finger mit ihren verschlungen, meine Hände die ihre links und rechts neben ihrem Kopf im die Kissen drückten. Ihr Gesicht lag im Schatten, so das ich sie nicht erkennen konnte, aber ich wusste, dass sie die Frau aus meinem Traum war. Ihr Körper nahm mich, mit all seiner Wärme und Feuchtigkeit, in sich auf. Ich küsste ihren Hals, verwundert über die Weichheit ihrer Haut, ich bekam Lust sie zu beißen. Ein sanfter Duft ging von ihrer Haut aus, so begehrenswert, so sinnlich. Ihre Bewegungen passten sich meinen an, während kleine, genussvolle Partikel schneller und schneller über mein Wirbelsäule liefen. Ich konnte mich kaum noch zurückhalten, wollte aber das sie mit mir kam.

Ich erhöhte das Tempo und drückte ihre Hände mit mehr Kraft in die Kissen.

„Edward..." Stöhnte sie meinen Namen.

Meinen Namen zu hören jagte mir einen neuen Lustschauer durch den Körper und ich stieß immer schneller und heftiger zu. Ich bewegte mich eher wie ein Tier als ein Mensch, aber ich begehrte diese Frau wie ich noch nie eine Frau begehrt hatte. Ich hätte nichts dagegen meine Leben damit zu verbringen, sie an allen Orten und in allen Stellungen zu lieben, die mir einfielen.

„Edward." Stöhnte sie wieder. Wir waren beide kurz davor den Himmel mit den Fingerspitzen zu berühren. Ich ließ eine ihrer Hände los, legte sie auf ihren Rücken und zog sie so nah an mich, wie ich konnte. Die Reibung unserer Körper war ein fast unerträglicher Genuss. Sie legte ihre weichen Arme um meinen Hals und zog mich zu sich, gleichzeitig kam sie zum Höhepunkt und ich merkte wie ihre Muskeln sich um meinen Schwanz zusammen zogen. Es war ein unglaublich himmlisches Gefühl.

„Warum...?"

Warum was? Wollte ich sie fragen aber ich erreichte einen noch nie erlebten Höhepunkt.

„Warum hast du mich umgebracht?"

Sie verschwand und ich wachte auf. Was nicht verschwand, war das beklemmende Gefühl in meiner Brust, als ob es mich darauf hinweisen wollte, dass ich früher oder später verantwortlich für etwas schreckliches sein würde.

Kurz erschien das Gesicht von Isabella Swan in meinem Kopf, ich verdrängte es schnell und versuchte mich wieder auf meinen Traum zu konzentrieren. Mit wem hatte ich da Sex gehabt und was bedeuteten diese seltsamen Worte im Moment ihres Höhepunkts?