Jeden Morgen das Gleiche!

Mittlerweile waren zwei Monate vergangen und Hermine fing an richtig auf zu blühen.
Allerdings machte ihr die morgendliche Übelkeit sehr zu schaffen, doch ihre Freunde halfen ihr wo sie nur konnten.
Harry und Ron waren zuerst zwar sehr wütend auf sie und sprachen fast eine Woche nicht mit ihr. Zu sehr war ihre Enttäuschung, dass ihre beste Freundin sich mit dem "Feind" eingelassen hatte. Hermine verschanzte sich die ganze Woche entweder in ihren eigenen Räumen oder bei Snape. Dort las sie oder arbeitete zusammen mit ihm an dem Trank.
Ginny hatte sich das alles mit angesehen und versucht zwischen ihnen zu vermitteln, doch die Jungs und auch Hermine waren die größten Sturköpfe die es wohl in Hogwarts gab.
Irgendwann hatte es ihr gereicht und sie hatte sich ihren Bruder und auch ihren Freund ordentlich zur Brust genommen. Scheinbar schien das Wirkung zu zeigen, denn nachdem sie sich bei Hermine entschuldigt hatten und sie ihnen erklärte, dass sie nichts mit Snape hatte und es wahrscheinlich auch nie so weit kommen würde, sah man Hermine nicht mehr alleine sondern nur noch in Begleitung ihrer Bodyguards.
Ihre Abende verbrachte sie meist bei Snape, wo sie gemeinsam an dem Trank arbeieten.
- Miss Granger, wie kommen sie auf die Idee geriebene Nieswurz und die getrocknete Haut eines Cameloens zum Trank hinzu geben zu wollen. Sie sollten doch wissen, dass man Nieswurz nie zu etwas tierischen geben darf. Dafür hat sie einfach zu viele verborgene Gifte. -
Hermine saß auf dem Fußboden und las sich gerade einiger ihrer Notizen in Erinnerung und
ohne auf zusehen, antwortete sie ihm.
- Ich dachte man könnte sie vorher einkochen, so wie mit Bakterien verseuchtes Wasser zum Beispiel. Und um sicher zu gehen sollte man sie mindestens vierundzwanzig Stunden köcheln lassen. -
Severus hob erstaunt die Augenbrauen und legte seine Unterlagen zum unordentlichen Haufen Pergamenten auf den Tisch zurück.
Er hatte in den letzten zwei Monaten immer wieder über Hermine gestaunt und ihr ihre Intelligenz sehr oft angerechnet, ja auf seine eigene Art und Weise konnte er sagen, dass sie dabei waren Freunde zu werden.
- Das könnte durchaus eine Möglichkeit sein, doch was für ein Effekt erhoffen sie sich davon, Miss Granger? -
Hermine gab ihm ein Pergament, das mit ihrer feinen und kleinen Schrift bis zum letzten voll geschrieben war.
- Ich denke, dass die Nieswurz sehr gut mit der Haut harmonieren wird und sie dem Trank durch ihre tief in den Wurzeln verborgenen magischen Kräfte eine viel stärkere Aura verleihen wird. Das sollte ihn empfänglicher für die anderen Zutaten machen. -
- Merlin ich habe noch nie eine so junge Hexe erlebt, die auch nur annähernd so viel weiß wie sie! Ich glaube sie haben da gerade eine neue Entdeckung gemacht Miss Granger. Aber wir sollten das vorher noch wesentlicher vertiefen. -
Hermine freute sich über dieses offensichtliche Kompliment ihres Lehrers, dass tat sie immer, denn seit sie die Abende miteinander verbrachten und die Forschungen betrieben kamen einige wenige Komplimente über seine Lippen. Allerdings hatte sie auch bemerkt, dass er sie scheinbar nicht ansehen konnte oder vielleicht sogar konnte.
- Professor, darf ich ihnen mal eine Frage stellen? -
Sie wartete nur auf sein Nicken, der Freundlichkeit halber.
- Freuen sie sich eigentlich auf das Baby? -
Severus sah sie das erste Mal verwirrt an und seine Augenbrauen weit hochgeezogen wie Hermine es noch nie gesehen hatte. Das letzte Mal hatten sie über das Baby geredet als sie von Dumbledore kamen und Hermine hatte sich seit daher nicht getraut ihn darauf ein weiteres Mal anzusprechen.
- Wieso wollen sie das wissen, Hermine? -
Ihr war nicht entgangen das er das erste Mal seit sie sich kennen ihren Vornamen benutzt hatte.
Severus merkte leider erst was er ausgesprochen hatte, als er schon ihren erfreuten Ausdruck in den ihren Augen sah.
- Nun Sir, es interessiert mich, außerdem haben wir noch nie darüber geredet. Ich möchte gerne wissen was sie denken wenn es um unser Baby geht. -
Sie hatte sich auf ihr Lieblingssofa gelegt, sich auf die Seite gedreht und schaute ihn nun an.
- Ich freue mich auf unser Kind, doch ich habe auch Angst, dass muss ich eingestehen. Wir wissen nicht was noch alles auf uns zukommt und ich weiß nicht wie wir uns gegenüber verhalten werden, wenn es erst einmal auf der Welt ist. -
- Was würden sie denn vorschlagen, Sir? -
Severus hatte seine Arme auf die Knie gelegt, die Hände in einander verschränkt und schaute auf seine Finger.
- Vielleicht sollten wir erst einmal anfangen uns beim Vornamen zu nennen, denn ich könnte mir vorstellen, dass das Kind es sehr verwirrend finden würde wenn sich seine... -
Er lächelte als er Hermines Räuspern vernahm.
- ... Oder ihre Eltern beim Nachnamen ansprechen und sich siezen. Was hältst du davon Hermine? -
Alles, wirklich alles hätte Hermine erwartet, doch das nie im Leben!
- Das wäre sicher gut Severus! Und schlägst du noch etwas vor? -
Severus und auch Hermine waren sehr von dieser ruhigen aber schwierigen Unterhaltung überrascht.
- Erst einmal nicht, doch es wird sich sicher noch vieles anfinden was wir klären müssen! -
Sie nahm es mit einem Nicken hin und zusammen machten sie sich wieder an die Arbeit.
Sie arbeiteten und unterhielten sich die ganze Nacht und merkten erst wie spät es war als Hermine ein Gähnen nicht mehr unterdrücken konnte, welches Severus mit einem Lächeln quittierte.
- Ich denke wir sollten für heute Schluss machen, wir können von Glück reden dass morgen, ähm wohl eher heute Samstag ist. -
Hermine war aufgestanden und zog sich ihren Schulumhang an. Als sie sich wieder zu ihm drehte lächelte sie ebenfalls und wollte gerade die Tür öffnen.
- Was denkst du, tust du da Hermine? - Sie sah ihn verwirrt an und schloss langsam wieder die Tür.
- In meine Räume gehen? -
- Nein das glaube ich nicht, ich habe nähmlich keine Lust darauf meine Räume zu verlassen um dich vor Filch zu retten oder dich gar selbst in dein Zimmer zugeleiten. -
- Und was schlägst du vor? Soll ich etwa hier schlafen? -
Hermine sah sich um, sie hatte zwar eigentlich nichts dagegen, doch es kam ihr irgendwie falsch vor.
- Du kannst in meinem Bett schlafen und ich nehme die Coach. Und komm mir jetzt ja nicht damit, dass ich dein Lehrer bin immerhin bekommen wir ein Baby. -
Er lächelte ihr wieder zu und ging ohne einen Widerspruch zu zulassen in sein Schlafzimmer.
Hermine ging ihm widerstrebend hinterher und staunte nicht schlecht als sie sein Schlafgemach sah. Sie war noch in diesem Raum gewesen, in allen anderen schon, im Badezimmer und in der Küche, ja sogar in sein geheiligtes Privatlabor hat er sie gelassen, doch dies hatte sie noch nicht gesehen. Es war genauso wie alles andere in grün und silber gehalten. Auf dem Boden lag wie im Wohnzimmer ein grüner flauschiger Teppich und ein Schrank der fast so groß war wie ihre eigene Zimmerwand stand groß und antik an der Wand.
Und genau in der Mitte stand das größte Bett das sie je in ihrem Leben gesehen hat. Es war wie jedes andere Bett in Hogwarts ein Himmelbett, doch seine Pfosten und auch die Vorhänge glänzten silber in der Dunkelheit.
Hermine wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher als sich in die warme und flauschige Decke einzuwickeln und sich auf dem Bett auszubreiten. Doch die Zweifel nagten immer noch an ihr.
- Severus bist du sicher, dass nicht in meine Räume gehen sollte? -
Severus antwortete ihr nicht sondern ging an seinen Schrank, holte zwei schwarze Schlafanzüge heraus und legte ihr einen aufs Bett. Danach holte er noch zwei Decken raus und wandte sich wieder der Tür zu.
- Gute Nacht Hermine! -
Hermine lächelte und griff zu ihrem/seinem Schlafanzug und wie sie es erwartet hatte war er aus der feinsten Seide die sie je Gefühlt hatte.
Sie drehte sich wieder um und lächelte ihn offenherzig an.
- Gute Nacht! Ach und Severus das solltest du öfters tun... Lächeln meine ich! -
Severus drehte sich nicht um und grinste in sich hinein. Allmählich veränderte er sich wirklich und das auch noch zum Positiven. Aber scheinbar mochten es alle anderen und das schien ihm zugefallen.
Als er sprach hörte er sich emotionslos an wie immer.
- Angenehme Träume wünsch ich dir! -
Er ging hinaus und schloss die Tür hinter sich. Er zog sich um, legte sich auf das Sofa und schlief mit den Gedanken an seine Zukunft mit Hermine und seinem Baby friedlich ein.
Auch Hermine hatte sich umgezogen und sich in die Decke gewickelt. Allerdings konnte sie nicht wie Severus so schnell einschlafen. Sie machte sich Sorgen, über alles und jeden.
Sie hatte ihm heute Abend etwas verschwiegen, was ihr sehr wichtig war und sie geschmerzt hatte, doch sie konnte es Severus einfach nicht sagen. Hermine konnte ihm nicht erzählen, das ihre Eltern sie verstoßen hatten, als sie von Hermines Schwangerschaft und dem Vater ihres Enkelkindes erfuhren. Die Grangers konnten sich nicht damit abfinden, dass ihre einzige Tochter sich von einem Lehrer hat schwängern lassen und das Kind auch noch behalten wollte. Sie wollten ihre Tochter nie wieder sehen, bevor sie nicht zur Vernunft gekommen war und ihren "Bastat" wie sie das Baby genannt haben, zur Adoption frei gegeben hat oder es zumindest Severus überlassen würde das Baby großzuziehen.
Während Hermine an die niedergeschriebenen Worte ihrer Eltern dachte, kamen ihr wie so oft in den letzten drei Tagen die Tränen und sie weinte sich langsam in einen unruhigen Schlaf.
Severus erwachte durch einen dumpfen Schmerz in seiner rechten Schulter und seinem Kopf.
Er sah sich um und langsam kam seine Erinnerung an den letzten Abernd wieder und er erkannte, dass er scheinbar vom Sofa gerollt sein musste, da er auf dem Boden lag.
Seine Decke auf dem Boden lassend, stand er auf und begab sich ohne darüber nachzudenken, was Hermine wohl dazu sagen würde in sein Schlafzimmer.
Severus sah verwundert, dass sie trotz der Größe des Bettes am äußeren Rand lag und nicht wie er vermutet hatte ausgebreitet in der Mitte.
Während er da so stand und sie beobachtete, was eigentlich nicht so leicht war da es stock finster war, fing er an zu frieren und er verkroch sich unter der Bettdecke. Auch wenn es ihm egal war, was Hermine am nächsten Morgen denken würde, wenn sie bemerkte, dass er auch in seinem Bett lag und nicht auf der Coach, drehte er ihr den Rücken zu und schob sich ebenfalls an den Rand.
Noch während er daran dachte, dass die wohl nicht ein Einzelfall bleiben würde, schlief er auch schon wieder ein.

- Oh verdammt! -
Severus öffnete verschlafen die Augen und sah gerade noch wie ein brauner Lockenkopf in der Badezimmertür verschwand.
Severus hatte sich eine zweite Tür ins Badezimmer eingebaut so dass man auch vom Schlafzimmer hinein konnte.
Er hatte sich aufgesetzt und schaute nun interessiert zur Tür in hinter der Hermine so schnell verwunden war.
Hermine stand vor der Toilettenschüssel und übergab sich wie an jedem verdammten Morgen und Vormittag.
Als der erste Schwall versiegt war, wischte sie sich den Mund ab und ließ sich an der Wand hinunter gleiten.
Nachdem sie aufgewacht war brauchte sie gar nicht erst zu überlegen wo sie sich befand, denn der Mann, der Kopf an Kopf mit ihr im Bett lag, ließ sie nicht an dem letzten Abend zweifeln.
Hermine lächelte als sie daran zurückdachte wie er friedlich und mit zufriedenem Gesicht dicht neben ihr lag und gleichmäßig ein und aus atmete.
Sie hatte ihn lange beobachtete, als sie plötzlich wieder diese heftige Übelkeit spürte. Sie hatte noch versucht es zu unterdrücken, doch kam ihr einfach hoch.
Hermine rief noch einen Fluch aus und rannte ins Badezimmer.
Jetzt saß sie hier und wartete darauf, dass sich ihr Magen entweder wieder beruhigte oder sie sich wieder übergeben musste, wie es sonst immer war. Und so war es auch dieses mal!
Severus war dabei sich gerade das Hemd zu zuknüpfen, als Hermine nach fast 15 Minuten wieder im Schlafzimmer auftauchte. Sie war weiß im Gesicht und hatte Tränen im Gesicht.
Er war sofort bei und umfasste ihre kleinen, zarten Hände mit seinen.
- Es tut mir leid, dass ich heute Nacht ins Bett gestiegen bin, aber ich konnte einfach nicht mehr auf dem Sofa schlafen. Verzeih mir Hermine. -
Hermine hatte keine Ahnung wovon er sprach, denn es hatte ihr absolut nichts ausgemacht.
Dann mit einemmal fiel es ihr ein, sie musste ja schrecklich aussehen. Sie hatte nicht in den Spiegel gesehen, sondern nur kurz einen Zauber gesprochen der ihr das Zähneputzen abnahm. Sie war froh gewesen, dass sie ihren Zauberstab am Abend zuvor im Badezimmer gelassen hatte.
- Severus mir geht es gut! Es ist nur die all morgendliche Übelkeit. Es ist anstrengend sich zehn Minuten übergeben zu müssen, daher die Blässe und die Tränen. Es ist alles in Ordnung, ehrlich! -
Sie lächelte ihn aufmunternd zu und wandte sich von ihm ab um sich ihre Sachen zu nehmen.
- Machst du das jeden Tag durch, ich mein kannst du nichts dagegen tun, einen Trank einnehmen oder irgendetwas anderes? -
Hermine stellte sich wieder vor ihn. Sie war immer noch blass im Gesicht, aber sie strahlte schon wieder.
- Doch das könnte ich tun, aber ich will das nicht. Ich will eine ganz normale Schwangerschaft, wie jeder andere auch. Und ja ich mache das jeden Vormittag durch, erst dann kann ich auch wieder was essen. -
Severus bewunderte sie, aber auch Mitgefühl brachte er ihr entgegen, denn nicht oft jemanden gesehen der mit so was so leicht umgehen konnte. Als seine Mutter damals mit seiner Schwester schwanger war, hatte sie neun Monate lang schlechte Laune und wollte von allen Bemitleidet werden.
- Zieh dich um und mach dich frisch. Ich mach dir solange einen Tee der deinen Magen ein wenig beruhigt. -
Er ging aus dem Raum und schloss die Tür wieder hinter sich, während Hermine vor sich hin lächelte und den Kopf nur verwundert schütteln konnte.
Dieser Mann brachte nicht oft freundliche Wörter über die Lippen, aber er schaffte es immer wieder das sie sich umsorgt und beschützt fühlte und das ohne eine Beziehung mit ihm zu führen.

TBC!

Tut mir leid das ich so lange gebraucht habe, aber ich stecke voll in Arbeit, Schule, Führerschein und so. Ich hoffe ihr versteht das.

Liebe Euch!