Wortanzahl: 519 Wörter

Kapitel 7

Manchmal fragte sie, ob sie es bereuen sollte.

Im Vergleich zu früher hatte sie sich so sehr verändert. Was würden ihre Eltern über sie denken? Würden sie sie immer noch lieben? Immer noch akzeptieren? Oder wäre Hass das einigste was ihre Herzen für sie bereit halten würde?

Hass und Angst und Wut geboren aus Liebe. Gefühle waren so leicht zu manipulieren und änderten sich manchmal so schnell wie sich ein Fähnchen im Wind wehte. Es brauchte manchmal nur eine Tat, ein Gefühl, ein Wort und alles änderte sich. Das war die bittere Wahrheit über Menschen und all diese Beziehungen, die sie zu einander suchten und schützen wollten.

Öfter, als sie es zugeben würde, lag sie in der Nacht wach und dachte über ihr Leben nach. Wie ein einziger Augenblick alles in ihrem damaligen Leben verändert hatte. Wie ein kleiner, unbedeutender Gedanke zu etwas großem herangereift war. Wie die Frau, die Nacht für Nacht in ihren Armen lag, ihr genau das Gefühl gab was sie schon immer erfahren und verschenken wollte. Wie ein kleines unschuldiges Mädchen mit Zöpfen zu einer Frau herangereift war, die wusste was sie wollte und bereit war alles dafür zu geben. Würden sie sie hassen? Hasste sie sich selbst dafür?

Diese Zweifel verschwanden jedoch jedes Mal sofort wenn sie über die Menschen nachdachte, die sie durch ihren Wandel kennen gelernt hatte. Die sie lieben gelernt hatte. Die ihre Familie waren. Egal was andere dachten, fühlten oder sagten. Sie war glücklich und dies war das einzige was zählte. Nicht das Flüstern der Leute. Nicht die Blicke voller Angst und Hass bei ihren Raubüberfällen. Nicht die Schlagzeilen, die ihnen den Tod wünschten. Sie tat genau das, was sie und nur sie allein tun wollte. Sie würde sich nach keinerlei Regeln mehr richten. Sie hatte es vorher getan und hatte das Elend mit ansehen müssen. Doch dies war vorbei. Nun war sie an der Macht. Konnte ihr Leben bestimmen. Konnte ihr Leben so leben wie sie es wollte. SIE allein bestimmte jedes noch so kleine Detail.

So wie sie es seit dem Moment tat, wo sie Sam zum ersten Mal gesehen hatte. Vor so vielen Jahren, vor so vielen gemeinsamen Momenten.

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"Welche?"

"Mhm ... welche würdest du nehmen?"

"Nein, ich frage dich ... welche?"

"Na gut ... uh die linke sieht sehr gut aus."

"Das nenne ich mal ein Wort! Jungs, wir nehmen die linke, protzige Bank!"

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"Geh nach Hause."
"Ich bleibe."
"Geh. Nach. HAUSE."
"Ich. BLEIBE!"
"... Janet, dies ist kein Leben für dich."
"Sam... dies ist mein Leben. DU bist mein Leben."

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"Nein, nein, hör auf."
"Gibst du auf?"
"NIEMALS!"
"Dann werde ich auch nicht aufhören!"
"Unfair!"
"Alles ist fair in der Liebe, im Krieg und in Kitzelkämpfen, Darling!"

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"Oh!"

"Sam?"

"Oh. Gut. Jetzt verstehe ich."

"Deine Erleuchtung?"

"Du liebst mich."

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"Sam, das tust du mir nicht an! Verstanden! Sam! Sam, komm schon. Erinnere dich an dein Versprechen. Wir beide gegen den Rest der Welt. Sammy... bitte, öffne deine Augen... Bitte. Jack wird gleich mit einem Arzt da sein. Öffne bitte deine Augen... Samantha, bitte..."
"... Janet..."

Ende Kapitel 7