6. Ein genialer Plan
„Ja Severus, was willst du?" Die Stimme Voldemorts klang hell und laut durch das große Wohnzimmer am Grimauldplatz. Snape fiel auf die Knie und verbeugte sich tief.
„Steh auf!", befahl Voldemort.
Snape stand auf doch hielt er den Kopf gebeugt. „Herr, die Schule hat begonnen und man wird Verdacht schöpfen, wenn ich nicht zum Unterricht erscheine. Ich kann euch dann keine Informationen über den Orden des Phönix bringen! Erlaubt mir wieder meinen Dienst in Hogwarts anzutreten."
„Nein, mein lieber Severus! Du bist mir zu wichtig, nur du kannst mir genug Vielsafttrank brauen um für Nachschub für meine Anhänger zu sorgen. Ich brauche dich hier! Ich benötige keine Informationen über den Orden. Der Orden wird in ein paar Wochen nur noch Geschichte sein.", Voldemort sprach sehr leise, aber jeder der mit im Raum gewesen wäre hätte ihn verstanden.
„Ich bin euch in Hogwarts nützlicher!", versuchte Snape nun eine neue Taktik, „ich könnte den Trank vor Ort brauen, ohne dass es auffällt, und dann unsere Freunde direkt versorgen, wir bräuchten kein Risiko eingehen!"
Voldemort schien zu überlegen. „Dein Vorschlag ist nicht schlecht, doch weiß ich nicht ob ich dir-", Voldemort überlegte lange und Snape versuchte so regungslos wie es nur ging zu warten.
„Doch, so müsste es gehen!", sprach Voldemort auf einmal weiter, „du erhältst eine Schwester, die dich nach Hogwarts begleiten wird. Sei mir nicht böse, doch sie ist so etwas wie eine kleine Versicherung."
Snape verbeugte sich tief und sagte „Ganz wie ihr wünscht, mein Gebieter."
„Du kannst gehen, und mach dich zur Abreise bereit, ich werde dir dann deine Schwester schicken.", ein gefährliches Grinsen umspielte Voldemorts schmale Lippen.
Snape verließ das Wohnzimmer und ging schnell in sein Schlafzimmer. Er hatte es geschafft, er konnte nach Hogwarts zurück. Er hatte zwar einen Aufpasser dabei, doch würde sich sicherlich eine Gelegenheit ergeben Dumbledore zu warnen. Wen Voldemort wohl als seine Schwester ausgesucht hatte. Eigentlich durfte es niemand bekanntes sein, sonst würde sie in Hogwarts auffallen.
Voldemort hat in den Sommerferien viele Schüler entführt und durch Doppelgänger ausgetauscht. Mit dem Vielsafttrank, den er brauen musste konnte es Voldemort anstellen, das niemand das Verschwinden der Schüler bemerkt hatte. Jeder entführte Schüler wurde durch einen Todesser ersetzt, welcher durch Vielsafttrank zu einem Doppelgänger gemacht wurde. So konnten viele Anhänger Voldemorts, getarnt als Schüler, zum Schulbeginn nach Hogwarts gelangen.
Snape packte schnell seine wenigen Sachen und wartete auf das Eintreffen seiner neu ernannten Schwester. Es klopfte an der Tür und ohne abzuwarten wurde diese geöffnet und eine junge Frau trat in das Zimmer.
„Hallo Severus!", leise, fast schon zischend begrüßte ihn die Frau. „Bist du bereit?"
„Lucia? Ich dachte du bist tot!", fassungslos blickte Severus die junge Frau an. „Aber alle haben gesagt, der dunkle Lord hätte dich getötet. Ich selbst habe gesehnen wie dich der Avada-Fluch traf!"
„Tja großer Bruder, da hast du dich täuschen lassen. Voldemort hielt es für besser dich glauben zu lassen, dass ich tot sei.", ein gefährliches Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Aber warum? Was sollte das ganze Theater, ich habe 17Jahre um dich getrauert, und wofür?", verzweifelt setzte sich Snape auf sein Bett und hielt sich die Hände vors Gesicht. Ein starkes Brennen hinter seinen Augen kündigte einen Tränenausbruch an. 'Nein, du darfst jetzt keine Schwäche zeigen, zu viel steht auf dem Spiel'. dachte sich Severus und verdrängte den Schmerz hinter seiner Maske.
„Ja weißt du, eigentlich sollte es so aussehen, dass jemand aus dem Orden mich getötet hat. Dadurch wollte Voldemort dich noch stärker an sich binden, du solltest seine rechte Hand werden. Doch unglücklicherweise hat sich dieser Idiot Vargas verplappert. Wir dachten schon, du würdest dich vom Dunklen Lord abwenden, doch zu unserem Erstaunen bist du ihm treu geblieben."
„Ich dachte, der Dunkle Lord hätte dich für einen Verrat getötet, und bewunderte ihn für seine Entschlossenheit!", erwiderte Snape, das Spiel fortsetzend. Gerade jetzt durfte er keine Schwäche zeigen. Niemand durfte erfahren was er wirklich dachte, gerade jetzt wo ganz Hogwarts in Gefahr war.
„Bist du fertig?", fuhr er sie gewohnt kühl und sachlich an. „Der dunkle Lord wartet nicht gerne, und ich werde wegen deiner Trödelei beim Dunklen Lord nicht in Ungnade fallen!" Mit diesen Worten stand er abrupt auf griff sich seinen Koffer und schritt auf die Tür zu.
Schweigend aber mit erhobenem Kopf folgte Lucia ihrem Bruder. Ein siegessicheres Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. Sie würde auf ihren großen Bruder aufpassen, er würde keine Gelegenheit bekommen sich gegen ihren Gebieter zu stellen. Voldemort soll stolz auf sie sein. Mit einem leichten Schlenker ihres Zauberstabes ließ sie den Koffer, den sie vor Snapes Zimmer abgestellt hatte, vor sich her schweben und folgte Snape mit schnellen Schritten.
