Chapter 7: ... Will be desired by a night
Gillary wandte sich zum gehen um. Wut stieg in ihr hoch. Wut auf sich selber und Wut auf George Weasley, den erfindungsreichen Schauspieler. Sie hasste sich für ihre Leichtgläubigkeit und vor allem für ihre Gefühle. Sie hatte wirklich gehofft, dass er sie an diesem verdammten Tag geküsst hätte. Ein Glück, dass er das nicht getan hatte, so brauchte sie sich nicht schämen.
Wutentbrannt kickte sie einen Stein von sich weg und schritt missmutig von dannen. Eigentlich betete sie nur, dass niemand sie sehen würde, damit sie ungestört ihr Zimmer erreichen konnte, wo sie den Rest des Abends bleiben wollte.
In der ferne sah sie, im dämmerigen Abendlicht eine Gestalt auf sich zukommen.
Jetzt war dem feinen Herrn wohl eingefallen, dass er noch ein Date hatte? Vermutlich war das Unheil schon angerichtet, also konnte er sich ja noch ein paar Nettigkeiten von ihr abholen? Nicht mit mir, dachte sie bei sich und wollte eigentlich einfach stur an ihm vorbei gehen, doch alle guten Vorsätze nützten nichts, als sein Blick den ihren streifte, blieb sie unwillkürlich stehen.
„Ein Glück, dass du noch da bist." rief er und hastete auf sie zu. „Ich hatte schon Angst du wärst abgehauen."
„Ja, schön dumm von mir, dass ich es nicht bin." sagte Gillary so kühl wie möglich.
George schien irritiert zu sein. „Was meinst du damit?"
„Dass ich keine Lust habe schon wieder Opfer eines bescheuerten Streichs zu sein, das meine ich damit."
„Was... was für ein Streich? Wie zum Teufel kommst du auf so etwas."
„Beim letzten Mal hast du mich ebenfalls zu einem romantischen Stelldichein aufgesucht. Das ist ja offensichtlich wie geplant geendet: Ihr habt euren Spaß gehabt und ich meinen Posten verloren." Gillary war zwar den Tränen nahe, jedoch hielt ihre Wut diese noch zurück.
„Gill, das war alles nicht so geplant und das hier schon gar nicht. Ich wollte dich hier nur treffen, weil... na ja, du weißt schon. Du hast doch selbst gemerkt was passiert ist. Oder was passiert wäre, wenn Snape nicht gerade seine übergroße Nase in Dinge gesteckt hätte, bei denen man lieber ungestört ist."
Verlegen sah Gillary zu Boden. Die Röte schoss ihr ins Gesicht und ihre Gedanken waren wie weggeblasen.
Von drinnen erklangen plötzlich Schreie und ein ohrenbetäubendes Kreischen und Fauchen drang zu ihnen hinüber.
Erschrocken sahen sich beide um und aus dem großen Portal raste ein Feuerwerkskörper in Form eines Adlers. Seine großen Schwingen waren grün und rot und er zog einen silbernen Schweif hinter sich her und ehe sie sich versahen, war der Adler auf und davon, hinauf zum Ravenclaw Turm.
Mit einem Mal waren alle Gedanken wieder da.
„So, kein Ablenkungsmanöver? Kein Streich? Das ich nicht lache. Elender Lügner." tobte Gillary.
George sah sich Hilfe suchend um. Das konnten ja nur sein Bruder und Lee sein. Sie hatten noch Unmengen von Böllern, die sie selber hergestellt hatten. Und das war todsicher Freds Handschrift, der seinem Zorn auf ihn freien Lauf gelassen hatte.
„Gill, ich hab das wirklich..."
„Ich will kein Wort mehr von dir hören, lass mich zufrieden." Wutentbrannt stapfte Gillary durch das Portal und beachtete die Feuerwerkskörper nicht näher. George jedoch ließ nicht locker und sie betete inständig, dass er damit aufhören würde, sie kam sich mit jedem Schritt lächerlicher und blöder vor.
Er griff nach ihrer Hand und hielt sie zurück. „Du wirst mir Fünf Minuten zuhören. Mehr verlange ich von dir nich." fauchte er.
„Nein!"
Gillary rannte nun zielstrebig auf die Treppe zum Aufenthaltsraum der Gryffindors zu, doch George folgte ihr weiterhin.
„Lass mich endlich in Ruhe." versuchte sie es erneut und nannte im selben Atemzug das Passwort. Die fette Dame klappte zur Seite doch er war immer noch da. Eigentlich hatte Gillary vor auf ihr Zimmer zu gehen, doch der Gemeinschaftsraum war zum brechen gefüllt mit Schülern, die Percy Weasley umringten.
Gillary registrierte Lee Jordan und Fred unter ihnen, doch Gillary erkannte genau das grinsen in Freds Blick. Das setzte er immer auf, wenn er vollkommen unbeteiligt sein wollte, jedoch absolut schuldig am Chaos war. Sie hatte also recht gehabt.
Alicia winkte ihr zu, doch Alicia war so ziemlich die letzte, mit der sie jetzt sprechen wollte, eigentlich wollte sie mit niemandem reden, so öffnete sie die Tür und hastete auf den Balkon der Gryffindors, von dem aus man einen wunderbaren Blick über den verbotenen Wald hatte. Bevor sie jedoch ihren Zauberstab zücken konnte, um die Tür abzuschließen, schwang diese schon auf und George Weasley trat hinaus.
„Ich hab dir gesagt ich brauche fünf Minuten. Und die wirst du dir jetzt verdammt nochmal nehmen."
„Schön." gab sie zurück und ließ sich auf die breite Brüstung fallen. „Ich höre."
„Das heute Abend, das war nicht ich. Ich wollte dich wirklich nur sehen. Fred hat mich versucht aufzuhalten, er ist wütend auf mich und hat das mit den verdammten Böllern wohl einfach aus Rache gemacht. Ich hab damit nichts zu tun Gill, das musst du mir glauben."
„Du bist ein guter Schauspieler." murmelte sie und sah an ihm vorbei.
George riss so langsam der Geduldsfaden. „Da will man mal fünf Minuten anständig sein und das ist der Dank dafür?" fauchte er.
„Ich hab für fünf Minuten Unanständigkeit weit mehr bezahlt."
George lachte düster. „Wie oft soll ich mich dafür noch entschuldigen. Ich hätte nie gedacht, dass es soweit kommt. Ich konnte doch nicht vorhersehen, wie sich das entwickelt. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass es mir nicht egal ist."
„Dafür ist es jetzt auch zu spät." murmelte Gillary und spähte ins Innere des Gemeinschaftsraums. Langsam verstreuten sich die Schüler und einige Schüler sahen ganz unverhohlen neugierig zu ihnen hinaus. Es war scheinbar schon das Thema: George, der Chaot und das brave Mädchen von nebenan. Musste besser sein als jede langweilige Seifenoper.
„Es ist für gar nichts zu spät." sagte George schließlich. „Setz' dich wieder hin und ich besorge uns was zu trinken."
..::~::..
Gillary hatte viel zu viel getrunken und nun saß sie immer noch da, mit diesem Kerl, der ihr nicht aus dem Kopf gehen wollte und der alles zerstört hatte, was sie sich aufgebaut hatte.
Und sie saß nur hier und starrte ihn an.
„Bist du überhaupt noch wach?" wollte George nach einer Weile wissen.
„Klar." murmelte Gillary und unterdrücke ein Gähnen. Es fröstelte sie ein wenig, jedoch versuchte sie es sich nicht anmerken zu lassen..
George hatte es jedoch bemerkt. „Ist dir kalt?"
Gillary nickte und er rückte ein Stück näher zu ihr.
„Lass das." zischte sie und rückte ein Stück weg. „Ich mach nicht da weiter, wo wir aufgehört haben."
„Und was wäre daran so schlimm?"
„Du hast doch gesehen, wo es hingeführt hat. Vermutlich läuft gerade wieder irgend ein dämlicher Streich von euch und ich sitze hier und lasse es geschehen."
„Du bist nicht mehr Vertrauensschülerin, es könnte dir, wenn es so wäre egal sein."
„Ja, aber ich könnte vielleicht noch etwas daran retten. Ich könnte..." doch weiter kam Gillary gar nicht, denn George zog sie einfach mit einem Ruck an sich und küsste sie.
Gillary dachte an gar nichts mehr und genoss es einfach nur. Alle Gedanken waren fort, es zählte nur das hier und jetzt, in dem er sie küsste.
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