Kapitel 7 – Der Zauber ist vorbei

Es dauerte lange bis Lenka den Zustand zwischen Schlaf und Erwachen durchbrach, weil ihr wunderschöne Erinnerungen an ihren Traum durch den Kopf schossen, wie sie mit Wheeler im Moos...Geschockt riss sie die Augen auf. Es waren keine Bilder oder Phantasien, kein Traum. Es waren Erinnerungen, wahre Erinnerungen an die letzte Nacht.

Als sie nun endlich in die Realität zurückkehrte, wurde sie sich des Armes um ihre Taille bewusst, des Körpers, der sich an ihren Rücken drückte und vor allem ihrer beider Nacktheit.

Das konnte nicht sein. Sie hatte doch nicht wirklich mit ihm...aber ein Blick an ihrem Körper hinunter zeigte ihr die Wahrheit.

Hastig sprang sie auf, griff nach ihrem Kleid und verschwand hinter einem Baum, als Wheeler begann sich zu regen. Sie schlüpfte in das Kleid und schaffte es die Schnüre in ihrem Rücken notdürftig zu verknoten. Sie überlegte grade, ob sie einfach fortlaufen sollte und später so tun, als wäre nichts passiert, als Wheeler, bereits ebenfalls bekleidet, neben ihr auftauchte.

„Ist alles in Ordnung mit dir Babe?" fragte er und sie wollte ihm schon eine schnippische Antwort geben, ihm die Schuld dafür geben, als sie seinen Blick sah. Er war mindestens genauso verwirrt wie sie und er machte sich wirklich Sorgen um sie.„Was immer letzte Nacht geschehen ist, es tut mir leid."

„Du kannst dich nicht erinnern?"

„Bruchstückhaft und ich hoffe nicht, dass wir das getan haben, was mir diese Bruchstücke verraten."

„Ich kann mir denken, was du meinst und ich fürchte, dass es doch passiert ist", erwiderte sie leise und sie wusste nicht, was sie mehr bestürzte, dass es so passiert war, oder er es offensichtlich nicht gewollt hatte.

„Bist du sicher?" fragte er leise.

„100 prozentig. Ich habe nie...Ich bin, war..." Sie konnte nicht weitersprechen, aber Wheeler begriff, was sie meinte.

„Oh mein Gott, Babe, das wollte ich nicht. Es tut mir leid. Ich weiß nicht, was da über mich gekommen ist. Hab ich dir weh getan?" fragte er schockiert und sie schüttelte bedrückt den Kopf. Er wollte sie in den Arm nehmen, ihre Verwirrung irgendwie lindern, aber sie trat einen Schritt zurück.

„Nein. Ich kann das nicht Wheeler, nicht jetzt. Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht, ich..."

„Es tut mir leid, Babe. Ich wollte das nicht, nicht so."

„Ich auch nicht", erwiderte sie nur, wandte sich um und lief davon.

Wheeler sah ihr kurz nach, bis ihm Brock einfiel und beschloss, dass es sicherer für sie war, wenn er ihr folgte.

Er hatte immer davon geträumt mit ihr zusammen zu sein, auch auf diese Art, aber nicht so. Er konnte sich an kaum etwas erinnern, ob es ihr auch so ging? Das hatte sie nicht verdient. Es hätte für sie beide ein unbeschreibliches und unvergessliches Erlebnis werden sollen und nicht ein rasches Vergnügen im Wald. Sie mussten unter dem Einfluss einer Droge gestanden haben, anders konnte er es sich nicht erklären, und wenn er herausbekam, wer ihnen diese verabreicht hatte, würde er sich denjenigen gehörig zur Brust nehmen.

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Lenka saß vollkommen gedankenversunken auf der Brüstung des Fensters und sah hinaus, als Gi den Raum betrat. Anscheinend hatte sie die Zeit genutzt, um sich zurecht zu machen und umzuziehen.

„Hey, ich hab dir was zu essen mitgebracht", sagte Gi und stellte ein Tablett auf einem Tisch ab. Lenka sah nur kurz auf, bevor sie wieder aus dem Fenster sah.

„Ich habe keinen Hunger."

„Lenka, geht's dir gut?" fragte sie vorsichtig, als sie sich aufs Bett setzte.

„Ja, was soll schon sein?" erwiderte sie, brachte aber kein sehr überzeugendes Lächeln zustande.

„Komm schon. Du kommst gegen Mittag in die Burg gestürmt, scheinbar vollkommen aufgelöst, mit unordentlichen Kleidern und Dreck in den Haaren und willst mir erzählen, dass alles okay ist?! Außerdem hab ich Wheeler getroffen, der nur kurz nach dir gekommen ist. Was ist passiert?"

Lenka seufzte kurz. Sie hatte noch nie gut lügen können und vielleicht war es nicht verkehrt mit ihrer besten Freundin darüber zu reden.

„Ich habe die letzte Nacht mit Wheeler verbracht...im Wald."

„Und?!" fragte sie erwartungsvoll, aber Gi begriff, als Lenka ihr einen bedeutungsvollen Blick zuwarf.„Oh, OH!"

„Ja, oh", erwiderte Lenka mit einem schwachen Lächeln. Unter anderen Umständen wäre ihre Reaktion und ihr Gesichtsausdruck lustig gewesen.„Das schlimme daran ist, dass ich absolut nicht weiß, wie es dazu kam."

„Erinnerst du dich denn nicht daran?"

„Doch, irgendwie kehren immer mehr Erinnerungen zurück, aber es sollte so nicht sein. So hab ich mir das nicht vorgestellt."

„Du hast dir vorgestellt mit Wheeler..."

„Nein...ich meine, ja...Ich..."

„Wenn du es doch wolltest, was ist daran jetzt so schlimm? War es...nicht gut?"

„Das, was ich weiß war...wundervoll, aber ich wollte es nicht, nicht so. Wir hatten keinerlei Kontrolle über uns. Wir haben vorher nicht einmal geredet, wir haben keine Beziehung. Ich weiß doch nicht, woran ich an ihm bin, Gi", sagte sie frustriert und Gi warf ihr einen skeptischen Blick zu. Sie alle wussten woran Lenka bei Wheeler war, nur sie konnte es immer noch nicht sehen.„Ich weiß nicht, es ist alles wie verhext."

„Oh," erwiderte Gi, als ihr einfiel, wie komisch Merlin sich gestern Abend verhalten hatte. „Was? Was meinst du mit Oh?"

„Ich habe gestern Abend gesehen, wie Merlin euch regelrecht angestarrt hat, als konzentriere er sich nur auf euch beide und er hat etwas gemurmelt. Daraufhin seid ihr übers Feuer gesprungen und verschwunden. Ich habe ihn darauf angesprochen, aber er sagte nur, dass ihr nichts tun würdet, was ihr nicht wolltet. Es klingt vielleicht komisch, aber in allen Geschichten über König Artus ist Merlin doch ein Zauberer", erwiderte sie schulterzuckend.

Lenka dachte einen Moment über ihre Worte nach. So verrückt wie es ihr früher erschienen wäre, jetzt schien ihr alles möglich. Sie hätte ja auch nie geglaubt jemals so die Kontrolle über sich zu verlieren, dass ihr etwas vergleichbares wie in der letzten Nacht je geschehen würde.

„Wo willst du hin?" fragte Gi erschrocken, als Lenka plötzlich aufsprang.

„Einen alten Mann zur Rede stellen," erwiderte Lenka und verschwand.

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Als Wheeler zum Schloss zurückkam, hatte er von Gi erfahren, dass Lenka bereits auf ihrem Zimmer war. Gi hatte ihm keine Fragen gestellt, ihn nur kurz gemustert und hatte ihn dann allein gelassen.

Lange hatte er überlegt, ob er noch einmal versuchen sollte mit Lenka zu reden, ihr endlich zu sagen was er empfand. Aber er wusste nicht, was sie so erschreckt hatte und der Gedanke, dass sie ihn vielleicht nicht wollte, schreckte ihn davon ab zu ihr zu gehen und sich vielleicht vollkommen zu blamieren.

Er saß bei Lancelot und Artus in der Halle, während Kinder um sie herum sprangen und die Knechte die Reste des Abendessens wegräumten, als Lenka plötzlich in die Halle stürmte. Ganz automatisch stand er auf und sah ihr nach, wie sie gradewegs auf Merlin zusteuerte, der abseits in einer Ecke saß und das Treiben in der Halle beobachtete. Wheeler entschuldigte sich bei Artus und folgte ihr. Sie war so aufgebracht, dass sie nicht bemerkte, wie er nur wenige Schritte hinter ihr stehen blieb.

„Meine Freundin hat Euch gestern Abend beobachtet und Ihr habt irgendetwas getan. Ihr seid ein Zauberer, oder nicht?!" hörte er sie dann sagen.

"Zauberer...ein wahrlich großer Begriff. Sagen wir mal ich vermag ein paar Kunststückchen, mehr auch nicht."

„Wie zum Beispiel Menschen Euren Willen aufzuzwingen?!"

„Ich habe niemandem etwas aufgezwungen, Mädchen. Ich kann keine Gefühle hervorrufen, wo keine sind. Ich habe euch höchstens etwas mehr Mut verliehen, um zu euren Gefühlen zu stehen. Wie ich deiner Freundin schon sagte habt ihr nichts getan, was ihr nicht auch wolltet."

„Wenn wir es wollten und es nur unsere Entscheidung war, wieso können wir beide uns an kaum etwas erinnern?"

„Eine kleine Nebenwirkung, aber der Nebel wird sich lichten. Wolltest du es nicht Mädchen? Könntest du ohne zu lügen sagen, dass du es nicht wolltest, dass du ihn nicht mit deinem ganzen Herzen liebst?" fragte er sie lächelnd und sie seufzte kurz, beruhigte sich etwas.

„Nein, das könnte ich nicht", erwiderte sie und Wheelers Blick strahlte vor Überraschung und Freude.„Aber doch nicht so, nicht beim ersten Mal und...hier."

„Ich weiß, was du sagen willst, weil ich weiß woher ihr wirklich kommt", erwiderte er und etwas wie ein Grinsen trat auf sein Gesicht, als Lenka ihn schockiert ansah.„Sei unbesorgt, euer Geheimnis ist bei mir sicher. Nimm das hier und trinke jeden Tag etwas von diesen Kräutern in heißem Wasser, und du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Wir sind nicht ganz so zurückgeblieben wie du vielleicht denkst", sagte er und holte einen Leinensack unter seinem Mantel hervor, den er ihr reichte.

Sie wusste genau, was er meinte. Offensichtlich konnte er auch Gedanken lesen und hatte ihre größte Sorge entdeckt, denn eine Schwangerschaft, vor allem während ihrer Zeitreise, konnte und wollte sie nicht riskieren. Sprachlos starrte sie ihn einen Moment an, bevor sie sich wieder fasste.„Lasst in Zukunft bitte das zaubern sein."

„Keine Sorge. Ihr beide habt keinen mehr nötig. Worte allein können jetzt alles in die gewünschte Richtung bringen", sagte er noch, bevor Lenka sich umwandte.

Augenblicklich erstarrte sie, denn Wheeler stand vor ihr. Wie lange stand er schon dort? Wie viel hatte er gehört?

„Können wir reden, Babe?" fragte er zögernd.

„Es gibt nichts zu reden, nicht jetzt."

„Ich denke, dass es das doch gibt."

„Nichts hiervon war für deine Ohren bestimmt", zischte sie leise. Warum nur lief nichts, wie es sollte?

„Es tut mir leid, aber ich denke wir sollten darüber reden."

„Ich habe aber jetzt grade keine Lust mit dir zu reden. Ich will nur meine Ruhe haben."

„Und anschließend tun wir wieder so, als wäre nie etwas gewesen? Ich kann das nicht mehr Babe, ich will es nicht mehr."

„Dann lass es eben sein", fauchte sie. Wie konnte er sie nur unter Druck setzen? Konnte er sich nicht denken, dass alles, was heute geschehen und gesagt worden war, sie zu sehr aufgewühlt hatte, um jetzt ernsthaft mit ihm reden zu können.

„Oh Shawn, es scheint mir, sie braucht endlich jemanden, der sie bändigt", sagte nun Artus.

„Ich kann mich selbst bändigen, wenn ich es will, Sire", zischte sie zurück.„Dafür brauch ich keinen Mann."

„Nun das denke ich doch. Ihr seid viel zu alt, um unverheiratet zu sein, weswegen Ihr wohl auch so eigensinnig und aufbrausend seid."

„Was?!" brauste sie auf und Wheeler ergriff sofort ihren Arm, um sie davon abzuhalten dem König an den Hals zu gehen.

„In drei Tagen werdet Ihr verheiratet werden. Ich gehe davon aus, dass Shawn der Bräutigam ist, nachdem ihr nun verlobt seid", erwiderte er lächelnd.

„Huh?" - „Was?" fragten die beiden gleichzeitig und sahen sich einen Moment verwirrt an.„Wer behauptet, dass wir verlobt sind?" fragte Lenka dann.

„Ihr seid zusammen übers Feuer gesprungen, ich dachte ihr wüsstet was das heißt?! Ich scheine immer wieder zu vergessen, dass ihr unsere Bräuche nicht zu kennen scheint. Wie auch immer, gebt mir bis morgen bescheid, ob Ihr ihn heiraten wollt, sonst werde ich einen meiner Ritter wählen."

„Ihr könnt mich nicht dazu zwingen."

„Ihr seid ohne Vormund hier, also seid Ihr ein Mündel der Krone. Ihr werdet heiraten und wenn ich Euch vor den Altar zerren lassen muss."

„Babe", raunte Wheeler ihr zu und sie verstand. Es würde ihr nur Ärger einbringen, wenn sie sich jetzt mit dem König anlegte, aber es kostete all ihre Selbstbeherrschung.

„Männer", zischte sie dann, wandte sich wütend um und ging.

„Geh ihr nach Shawn", sagte der König dann lächelnd.

„Sie wird mir das nächstbeste an den Kopf werfen, das ihr in die Hände kommt."

„Sie liebt dich Junge. Geh schon, damit du auch wirklich derjenige bist, der sie heiraten wird", sagte Merlin und Wheeler war es, als wolle er ihm irgendetwas damit sagen. Er fasste sich ein Herz und bahnte sich dann langsam einen Weg durch die Halle, in Gedanken die Worte zurechtlegend, die er ihr sagen wollte, so lange schon.

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Aufgebracht stürmte sie die Treppe hinauf auf dem Weg in ihr Zimmer, als eine Hand aus einer dunklen Ecke hervorschoss und ihren Arm packte. Nur einen Augenblick später fand sie sich an einen Kerl gepresst wieder, dessen heißer Atem ihr ins Gesicht blies.

„Meine Schöne, jetzt werde ich dir zeigen, wer hier ein wahrer Mann ist und du wirst diesen Shawn vollkommen vergessen, weil du dann nur noch mich willst", raunte ihr Brock mit lüsterner Stimme ins Ohr und rieb sich an ihr.

„Lasst mich los. Er ist mehr Mann, als Ihr es je sein werdet und er wird Euch..."

„Was wird er? Der Lärm der Halle ist zu laut, er kann dich nicht hören und wenn du noch so sehr schreist. Und was kann er mir schon tun? Du bist nicht seine Frau, aber du wirst die meine sein, wenn ich dich hatte und es von Artus fordere."

„Niemals", zischte sie und wollte ihm ihr Knie zwischen die Beine rammen, doch er fing es mit einer Hand ab und hinderte sie daran es wieder sinken zu lassen, ließ seine schwielige Hand über ihren Oberschenkel gleiten.

Roh und wild küsste er sie und schleuderte sie herum, knallte sie mit dem Rücken an die Wand, so das ihr einen Moment die Luft wegblieb. Er nutzte diese Gelegenheit, um ihre Hände zu packen und über ihrem Kopf an die Wand zu drücken, wo er sie mühelos mit einer Hand festhielt. Währenddessen wanderte seine andere an ihrem Körper hinunter und er begann schließlich seine Hose zu öffnen.

Panisch wand sie sich hin und her, doch sein Körper, der ihren an die Wand presste, ließ ihr keine Möglichkeit zur Flucht oder der kleinsten Gegenwehr und sein Mund erstickte jeden ihrer Schreie.

Sie war sich in ihrem ganzen Leben noch nie so schwach und wehrlos vorgekommen und sie wünschte sich wie noch nie zuvor in ihrem Leben Wheeler herbei. Was sie mit Wheeler in der letzten Nacht gehabt hatte, hatte ihr Angst gemacht, zu denken gegeben; aber das hier, was dieser widerliche Kerl im Begriff zu tun war, versetzte sie in schiere Panik, eine regelrechte Todesangst.

„Brock, ich bring dich um, du Bastard", brüllte jemand hinter ihm und Lenka erkannte erleichtert, dass es Wheeler war. Im nächsten Moment wurde Brock schon von ihr fortgezerrt, grade als er dabei war ihren Rock nach oben zu schieben.

Ihre Beine versagten und sie fiel zu Boden, wie durch einen Nebel beobachtete sie schockiert, wie Wheeler sich wutentbrannt mit Brock prügelte. Er war ein regelrechter Berserker. Wütend schlug er auf Brock ein, steckte jeden seiner Schläge weg, als hätten sie ihn nur gestreichelt und ließ sich von niemandem abhalten, nicht mal von seinen Freunden, die auf der Treppe erschienen waren, zusammen mit einigen Bewohnern des Schlosses.

Sie wusste auf einmal, dass er Brock totschlagen würde, wenn ihn keiner aufhielt, und für einen kurzen Moment dachte sie daran, dass dieses Scheusal es nicht besser verdient hatte. Aber es würde Wheeler vermutlich in Schwierigkeiten bringen und sie wollte nicht, dass ihm irgendetwas geschah.

„Wheeler", rief sie leise, als Brock zu Boden ging, doch er schien sie nicht zu hören.„Wheeler, bitte", rief sie dann lauter und er hielt wirklich inne, ließ Brock, den er am Kragen gepackt hatte, zu Boden fallen und kam auf sie zu.

„Babe, ist alles in Ordnung?" fragte Wheeler sie sanft, als er sich neben sie hockte.„Du bist jetzt sicher. Er wird dich nicht mehr anrühren." Sie sank an seine Brust und er legte seine Arme um sie, während sie bitterlich weinte. Jetzt erst übermannte sie der Schock vollkommen. Wheeler strich ihr sanft über die Haare und die Arme, redete beruhigend auf sie ein, bis sie schließlich verstummte.

Vorsichtig nahm er sie auf die Arme. Ma-Ti, Gi und Kwame hatten die ganze Zeit schweigend hinter ihnen gestanden und sahen ihn nun fragend an, während alle anderen nach und nach verschwunden waren und Brock offensichtlich mitgenommen hatten.

„Ich bringe sie auf ihr Zimmer und werde Wache halten. Geht ruhig ins Bett."

„Wenn ich überhaupt Schlaf finde, nach dem hier," erwiderte Gi leise und erschauerte kurz.„Ich werde den König um ein anderes Zimmer bitten und morgen nach ihr sehen. Pass gut auf sie auf und sag bescheid, wenn was sein sollte", sagte sie dann und er nickte, ehe er sich auf den Weg machte.

Er erreichte ihren Raum, stieß die Tür auf, um sie mit dem Fuß hinter sich wieder zuzustoßen, und legte sie vorsichtig aufs Bett.

„Danke Yankee", flüsterte sie leise, als er sie zudeckte und er sah ihr überrascht in die offenen Augen.

„Ich dachte du schläfst", stellte er überrascht fest und setzte sich neben sie.„Wie geht es dir?"

„Der Schock lässt langsam nach", erwiderte sie und brachte ein halbherziges Lächeln zustande.

„Versuch zu schlafen", erwiderte er und drückte kurz tröstend ihre Hand.„Ich bin vor der Tür und passe auf dich auf. Keiner kommt an mir vorbei, versprochen."

Er erhob sich, doch sie ergriff seine Hand und hielt ihn zurück.

„Würdest du...bei mir bleiben?"

„Babe, weißt du was es bedeuten würde, was alle denken würden, wenn ich die Nacht in deinem Zimmer bleibe?!" fragte er zögernd.

„Ja, aber Artus denkt sowieso, dass ich heiraten sollte und wenn dein Angebot noch steht, wäre ich sehr glücklich, wenn du es wenigstens wärst."

„Natürlich, Babe", erwiderte er lächelnd, hin- und hergerissen zwischen Freude, dass sie endlich zustimmte und er sie beschützen konnte, und Enttäuschung, weil er wusste dass sie es nur tat, weil sie dazu gezwungen war.„Ich setz mich hier in den Sessel."

„Wäre es zuviel verlangt, wenn du dich bei mich legen würdest?" erwiderte sie schüchtern.

Nur zu gern tat er ihr diesen Gefallen, letztendlich wollte er nur, dass es ihr gut ging, und er würde ihr jeden Wunsch erfüllen. Er legte sich neben sie und sofort kuschelte sie sich in seine Arme. Ein leichtes Zittern durchfuhr sie immer noch, doch es wurde langsam schwächer und hörte schließlich ganz auf, als sie einschlief. Sanft küsste er sie auf die Stirn, ehe auch er die Augen schloss. Nie wieder würde er zulassen, dass ihr auch nur ein Haar gekrümmt würde. Mit seinem Leben würde er sie beschützen, schwor er sich in diesem Moment.