Okay, letztes Kapitel. Ich hoffe auf ganz, ganz viele Reviews! ;DD

Kapitel 7
Ich hatte schon bei dem Mord gewusst, dass es wohl mein letzter Red John Mord war. Mir fehlte Red John ein wenig und ich fragte mich, warum ich mich damals nicht Red Jane genannt hatte. Vielleicht weil Serienmörderinnen nicht so angesehen waren und keinen solchen Schrecken verbreiten konnten.
Caroline und ich hatte uns Jane für eine Weile angeschaut, er war am Boden zerstört, verständlich, und vergangenen Dienstag in die psychiatrische Klinik eingeliefert worden. Er schrie dauernd nach Teresa und Angela und dass man ihm Charlotte zurückbringen sollte.
Ich lächelte nur müde, einen zweiten Rückschlag in seinem Leben konnte er nicht verkraften und es war aussichtslos.
Er hatte Lisbon wahrhaftig geliebt, soviel wusste ich nun, und da mich nichts mehr hier in Sacramento hielt, packten wir unsere Sachen und Caroline und ich fuhren in den Süden ins warme Mexiko, um uns erst mal zu entspannen.
Caroline besuchte eine Schule dort und ihr Spanisch war sowieso sehr gut gewesen, obwohl sie erst sieben Jahre alt war. Ich hatte auch einen neuen Job gefunden, in Mexiko City, wo ich, wie in Sacramento zuvor, als Pathologin arbeitete, ironischerweise war mein letzter Auftrag in Sacramento gewesen, Teresa Lisbon zu obduzieren. Wie viel Spaß das gemacht hat.
Ich mordete erneut, es war einfach ein Hobby, ich musste es tun, es bestimmte mich, doch diesmal ließ ich den blutigen Smiley weg.
Es war nachts, als ich die Straßen entlangging, auf der Suche nach einem neuen Opfer, als ich zufällig an einer Bar vorbeikam und Jane an den Tresen erkannte. Ich hatte ihn in letzter Zeit nicht mehr überwacht und hatte keine Ahnung, dass er in Mexiko war.
Ich war irgendwie besessen von ihm, deswegen hatte ich ja versucht, Abstand zu finden, aber ich fühlte mich so zu ihm hingerissen, dass ich mich leichtsinnigerweise neben ihn setzte.
Er blickte auf.
„Sie sehen so traurig aus, da dachte ich mir, ich könnte mich mal zu ihnen setzen", sagte ich und versuchte zu lächeln. Seine Augen waren rot und verheult, er war blass, und es war offensichtlich nicht sein erster Martini heute Nacht.
„Es könnte sein, dass ich sie mit meiner Traurigkeit anstecke", erwiderte er und trank sein Glas aus. „Wollen sie auch etwas trinken? Ich geb ihnen aus!", sagte er und wandte sich zum Barkeeper.
„Zwei California Dreams, bitte", bestellte er und drehte sich wieder zu mir.
„Dann erzählen sie mir doch, was sie so fertig macht", bot ich an und nahm den Drink entgegen. Ich spürte das kalte Getränk meine Kehle herunterlaufen, es waren immer noch an die dreißig Grad diese Nacht und ich trug nur eine kurze, dunkelblaue Hose und eine Safaribluse.
„Nein, nein. Ich will sie nicht da hinein ziehen."
„Vielleicht hilft es ihnen, wenn sie darüber sprechen."
„Ich habe mit genug Seelenklempnern gesprochen", sagte er und stürzte den Drink herunter.
„Ich bin aber keine."
„Was sind sie dann?"
„Jemand, der gerne mehr über sie erfahren möchte."
Er lächelte müde, hatte er da etwa ein blaues Auge? „Meine Frau und meine kleine Tochter wurden vor über acht Jahren von einem Serienkiller namens Red John umgebracht, nachdem ich mich in der Öffentlichkeit über ihn lustig gemacht habe.
Seitdem verfolgt er mich und tötet jeden, der mir zu nahe kommt. Vor ein paar Wochen hat er damit angefangen, das CBI Team umzubringen für das ich arbeitete. Cho, Rigsby, Van Pelt…alle Agents sind tot. Und ihr Boss, Teresa…"
Ich schwieg für eine Weile. „Das tut mir Leid…sie…haben sie geliebt, nicht wahr?"
Er blickte auf. „Was?" „Naja, sie haben diese Teresa geliebt, oder? ... Ich hab's an ihren Augen erkannt." Er nickte rasch.
„Seit ich meine Frau verloren habe, war sie die einzige, für die ich wirklich etwas empfunden habe. Aber auch von anderen Frauen wurde ich bisher nur enttäuscht."
„Erzählen sie."
„Kristina…Red John hat ihr die Seele geraubt. Sie reagiert nicht mehr und ist nicht mehr in unserer Welt."
„Psychische Folter."
„Genau. Woher…?"
„Ich arbeitete als Pathologin, habe aber auch einen kleinen Abschluss in medizinischer Psychologie."
„Ah…"
„Erzählen sie weiter. Ich mag ihre Stimme." Meine Hand fuhr langsam über die seine und er ergriff sie, wie ein Rettungsreifen beim Schiffbruch.
„Erica…sie kam ins Gefängnis wegen Mordes und ist vor zwei Jahren geflohen. Lorelei, sie hat mich umgarnt. Sie hat für Red John gearbeitet." Er zog seine Hand plötzlich weg. „Er hat sie geschickt, nicht wahr?", fragte er plötzlich und schaute mir in die Augen.
„Sie leiden unter Verfolgungswahn", sagte ich und schüttelte den Kopf. „Aber nach dem, was sie erlebt haben, ist ihnen das nicht übel zu nehmen", fügte ich hinzu und unsere Hände berührten sich wieder.
Er lächelte. „Wie ich schon sagte: Jeder, der mir zu nahe gekommen ist, bringt Red John um", sagte er und wandte sich wieder zu seinem Drink.
„Und wenn mir dieser Red John egal ist? Wann haben sie ihn denn das letzte Mal getroffen?"
„Teresa ist schon fast seit einem halben Jahr tot", antwortete und trank einen Schluck. Plötzlich fing er an zu weinen.
Ich nahm ihn in den Arm, legte Bargeld auf die Theke und half ihm, aufzustehen. „Kommen sie, lassen sie uns sie ablenken von der Realität und ein wenig träumen", sprach ich ihm gut zu und Arm in Arm liefen wir die dunkle Straße hinunter.
Das hier hätte ich mir bei weitem nicht vorgestellt, ich hielt den Mann meiner Träume in den Armen. Ich kannte ihn schon so gut, ich konnte es nicht fassen, aber ich liebte ihn, ich hatte das nie zugeben wollen, aber die letzten acht Jahre waren einfach eine Bestätigung dafür gewesen.
Ich zog den Schlüssel zu einem Hotel aus seiner Hosentasche und zwanzig Minuten später waren wir auch schon auf dem Zimmer 134. Wir setzten uns aufs Bett und ehe ich mich versah, lagen wir in Unterwäsche nebeneinander.
„Erzählen sie mehr von sich", forderte ich, doch er stupste nur meine Nase an.
„Erzählen sie mehr von sich."
Ich lächelte. „Wie heißen sie überhaupt?", fragte ich.
„Erst, musst du mich duzen. Wie alt bist du eigentlich?", lallte er, ein wenig angetrunken zu sagen wäre untertrieben.
„Wie heißt du denn?", fragte ich und kuschelte mich näher an ihn.
„Mein Name ist Patrick", sagte er. „Und wer bist du?"
„Alex."
„Das hab ich morgen sowieso wieder vergessen", seufzte er und bevor ich reagieren konnte, war er eingeschlafen. Wow, diese Methode musste ich mir merken. Ich schickte Caroline noch eben eine SMS, dass ich morgen früh später nach Hause kommen würde, es war ja auch Samstag, aber ich verriet ihr keine Details.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, bemerkte ich, wie Jane schon mit geöffneten Augen an die Decke starrte. Als er merkte, dass ich wach war, drehte er sich zu mir um.
„Morgen, Alex", sagte er grinsend.
„Wow, du kannst dich also doch noch an meinen Namen erinnern, Patrick", antwortete ich erstaunt und streichelte seine Wange. „Und Red John hat mich noch nicht umgebracht", fügte ich hinzu.
„Er wird kommen", da war er sich sicher.
Ich schüttelte sachte den Kopf. Ich konnte es einfach nicht glauben, ich lag neben dem Mann meiner Träume, dem Mann, den ich so lange verfolgt hatte, dessen Leben ich auf den Kopf stellte, dem ich so viel Leid zugefügt hatte.
Er war einfach perfekt, aber ich werde nie mit ihm zusammen sein können.
Deswegen verzeiht mir bitte, was ich als nächstes tun werde.
Denn ich sah einfach keinen anderen Ausweg aus seinem und aus meinem Leid. Ich musste es tun, damit ich mit Caroline endlich ein ruhiges Leben anfangen konnte, welches wir für die folgenden drei Jahre in China verbrachten, wo ich als Auftragskillerin mir ziemlich schnell einen guten Ruf machte.
Aber zurück zu Jane, durch dessen goldene Haarpracht immer noch meine Finger glitten.
„Jane, bitte verzeih mir", flüsterte ich traurig und setzte mich auf. Ich suchte meine Sachen zusammen und begann, mich anzuziehen.
„Was soll das, Alex?", fragte er erstaunt, und dann zwei Sekunden später: „Woher kennst du meinen Nachnamen?"
Ich knöpfte meine grau-beige Bluse zu und schüttelte erneut meinen Kopf. „Bitte", flüsterte ich, als ich ein Klappmesser aus meinem Stiefel zog.
„Wer bist du?", fragte er und stand ebenfalls auf. „Was willst du?"
„Jane, du musst wissen, warum ich das alles getan habe…Ich liebe dich, Jane!" schrie ich und stach ihm das Messer tief in die Brust, genau in die Mitte.
Er stürzte zu Boden und ich auf ihn.
„Ich liebe dich, Patrick Jane", flüsterte ich ihm zu und küsste ihn, für das erste und letzte Mal.
„Du bist Red John", sagte er und legte seinen Kopf auf den Boden. Er schrie nicht vor Schmerz, wie die anderen es getan hatte. Er sah seinen Tod ein, er hieß ihn Willkommen.
„Ich tue das für dich, Patrick. Jetzt kannst du deine Familie wiedersehen. Jetzt kannst du sie alle wiedertreffen", sagte ich und zog das Messer aus der Wunde.
„Danke", war das letzte, was ich von seinen Lippen vernehmen konnte. Diesmal säuberte ich das Messer nicht, diesmal verbrachte ich nicht mehr Zeit als notwendig am Tatort. Ich malte schnelle einen kleinen Smiley auf seine so süße, weiche, rasierte Wange mit den Stoppeln.
Ich ließ das Messer zurück, wischte es nur kurz ab und rannte dann nach Hause. Dort nahm ich meine kleine Caroline ganz feste in die Arme, drückte sie an mich und erzählte ihr, was ich soeben getan hatte.
„Glückwunsch, Mami. Endlich!", sagte sie lächelnd und freudestrahlend. Sofort half sie mir, unsere Sachen zu packen, damit wir endlich mit unserer Vergangenheit abschließen konnten um ein neues Leben in Asien zu beginnen.
Weg von Jane, weg vom CBI, weg vom Red John Mythos und weg von Carolines Vater, der sie nie kennengelernt hat, da ich ihn bereits umgebrachte, bevor ich es ihm gesagt hatte.
Aber von seinem Tod habe ich euch ja in dieser Geschichte schon erzählt.
Tja, jetzt ratet mal alle, wer der Vater von Caroline ist ;DD