So da bin ich wieder und muss gleich mal sagen.

SORRY!!!!!!

SORRY!!!!!!

SORRY!!!!!!

SORRY!!!!!!

SORRY!!!!!!

SORRY!!!!!!

SORRY!!!!!!

Es tut mir so leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe, wirklich ganz doll. heul Allerdings gab es in meiner kleinen Welt ein paar klitzekleinen Problemchen, die sich leider all zur gleichen Zeit häufen müssten. Erst mal natürlich der alltägliche Schulstress, der sich nach meinem Gefühl, verdoppelt hatte, dazu dann noch die Fahrschultheoriestunden, die jetzt aber endlich ein Ende haben und dann wollte mein Körper nicht mehr, einen Tag lag ich ganz flach, weil ich, als ich am morgen aufgewacht hatte, einen Brechreiz gespürt habe und mir den ganzen Tag total schlecht war und ich zu nichts zu benutzen war. das hieß dann wieder Schulstoff nachholen... na ja und diese Anfälle von Übelkeit und Brechreiz häuften sich dann noch ein paar mal, wenn auch nicht mehr so stark...

Ihr seht also, ich konnte einfach nicht schreiben, auch wenn ich es gewollt hätte.

Na ja, aber Schluss mir meinen Wehwehchen

Zu der Umfrage, der Grossteil (eigentlich alle) wollten, dass ich Harrys Identität gegenüber Sirius aufdecke, danke für eure Meinung. Ihr werdet ja sehen, wie ich es jetzt umgesetzt habe

Wie immer die Kommi-Antworten:

Virginia-GinnyWeasley: danke fürs Kommi und deine Meinung, schön, dass es dir gefällt

Lealau: danke für deine Meinung und für dein Kommi

Candy: danke fürs Kommi und deine Meinung

Schatten.licht: ja ja diese Schwarzleser, schön, dass ihr euch auch mal meldet, aber jetzt müsst ihr euch immer melden, ist das klar danke fürs Kommi und deine Meinung

Kibo: danke fürs Kommi

Slay Coral: danke fürs deine(lange) ehrliche Meinung, wirst ja sehen inwieweit ich deinen ratschlag in die Tat umgesetzt habe und keine Angst, mir sind ehrliche Meinungen immer lieber, als solche, die nichts aussagen und mir so nicht helfen können

Sister of Death: na du, danke fürs Kommi(wie immer) und sorry das ich so lange gebraucht habe

Anne Carter: danke für dieses tolle Kommi, ich freue mich immer, wenn es meine Leser so sehr gefällt, dass sie das Gefühl haben, in der Story zu sein

Krone18: danke fürs Kommi, hoffe es ging schnell genug

So jetzt aber genug davon: Viel spaß beim lesen und hinter lasst mir ein Kommi!!!!


6. Kapitel

Sirius Black war mit seinen Nerven am Ende. Fast zehn Stunden hatten sie nun für die Bergung von Hope gebraucht und alle anwesenden Auroren hatten ihr Glück nicht fassen können, als sie am späten Nachmittag endlich die Überlebenden, von denen Chris gesprochen hatte, fanden.

Die Kirche, welche am Anfang des dunklen Jahrhunderts – des Mittelalters – entstanden war, hatte einen magischen Fluchtpunkt, der drei Kilometer entfernt lag. Dort lag eine kleine Anhöhe, in die man eine große Höhle hineingegraben hatte. Deren einzige Ausgänge waren der Weg zur Kirche und ein kleiner unscheinbarer Ausgang, welchen man nur von innen öffnen konnte waren.

Kaum, dass sie die Kirche magisch verriegelt hatten, waren sie durch den Geheimgang verschwunden und hatten zur Sicherheit noch den Tunnel verschüttet. Das hatte es den Auroren leider umso schwerer gemacht sie zu finden. Es war nicht einfach gewesen die magisch verriegelte Kirche zu öffnen, denn sowohl die große Eingangstür, wie auch alle Fenster waren bruchfest verzaubert worden – selbst die Flammen, die in der Nacht an dem Gebäude geleckt hatten, waren daran gescheitert –, doch sich danach auch noch durch den verschütteten Gang zu kämpfen, hatte fünf Stunden in Anspruch genommen.

Und Sirius Black gehörte auch noch zu den „Glücklichen", denen die Ehre zu teil wurde, nach den Überlebenden zu suchen. Während die restlichen Aurorentruppen die Leichen zu identifizieren versuchten, kämpfte sich Sirius durch die Trümmer.

Obwohl jeder ausgebildete Auror ihm deutlich davon abgeraten hatte die Laufbahn eines Auroren zu bestreiten, wollte Sirius unter allen Umständen gegen Voldemort und seine dämlichen Anhänger kämpfen und diese hinter Gittern nach Askaban schicken.

Aufräumen, denn um nichts anderes handelte es sich hier, gehörte nach Sirius Meinung nicht gerade zu den Pflichten eines Aurorens. Erst recht nicht, wenn man soeben erfahren hatte, dass es jemanden gab, der die Taten Voldemorts auf unerklärlicher Weise sehen konnte.

So hing Sirius eher seinen Gedanken an das Phänomen Chris Fuller nach, als dass er sich wirklich auf seine Arbeit konzentrierte.

Was sich als Fehler herausstellte, als ein Stupor nur wenige Meter neben ihm in den Boden stieß. Alle Auroren– sechs an der Zahl– gingen sofort in Deckung und vernahmen im nächsten Moment die Stimme eines recht jungen Mannes.

»Verschwindet, elendes Todesserpack, oder wir lassen die Decke des Ganges erneut einstürzen und ihr werdet alle lebendig begraben!«

Sirius seufzte erleichtert auf und erhob seine Stimme. »Wir sind keine Todesser, sondern Auroren vom Ministerium. Wir suchen euch schon seit Stunden.«

Kurz herrschte Ruhe und nur ab und zu konnte man leises Geflüster wahrnehmen, dann erklang erneut die junge männliche Stimme: »Beweist es!«

Sirius sah seine Kameraden an, zuckte mit den Schultern und stellte sich gut sichtbar, mit gesenktem Zauberstab auf den Gang. »Mein Name ist Sirius Black, ich bin seit letztem Jahr ausgebildeter Auror. Wenn eine Elisa Hannon bei euch ist, wird sie sicher bezeugen können, dass ich der Letzte sein werde, der sich mit Todessern zusammen tun würde.«

Einige Sekunden geschah nichts, dann hörte man hastige Schritte und wenige Sekunden später warf sich ein junges Mädchen in Sirius Arme. »Oh Gott, Sirius! Du bist es wirklich! Merlin sei dank, dass ihr da seid!«

Sirius seufzte erleichtert auf und drückte das aufgelöste Mädchen sanft. »Hallo Elli.«, seufzte er beruhigt und schob das Mädchen, dass jetzt gerade mal achtzehn sein dürfte ein Stück von sich weg. »Bist du in Ordnung? Verletzt?« Sie schüttelte stumm den Kopf und drehte sich wieder um. »Ihr könnt herkommen. Das sind Auroren, wir sind gerettet.«

Zuerst glaubte Sirius, dass auch ihre Worte nichts nützen würden, doch dann traten langsam die ersten Überlebenden hervor und sahen unsicher zu ihnen herüber. Sirius wandte sich wieder Elisa zu. »Gibt es unter euch Verletzte? Wir haben einen Heiler bei uns.«

Elisa nickte und schob sich mit Sirius zusammen durch die erleichterte Menge. Von allen, an denen Sirius vorbeikam, bekam er erleichterte Blick zugeworfen, viele auch dankend. Elisa führte sie in eine Höhle von unglaublichem Ausmaß. Sirius war sich sicher, dass sie fast genauso hoch war, wie die Große Halle von Hogwarts und auch ebenso verzaubert. Sirius konnte deutlich die Sonne durchscheinen sehen und auch der leicht bewölkten Himmel war zu erkennen. Diese Höhle stand eindeutig unter dem gleichen Zauber wie die von Hogwarts.

Apropos Hogwarts... Sein Blick fiel wieder auf das Mädchen vor ihm, Elisa Hannon. Eine ausgezeichnete Schülerin aus dem Hause Gryffindor, mit der Sirius eine enge Freundschaft geschlossen hatte, als er noch zur Schule ging. Das drei Jahre jüngere Mädchen war für ihn wie eine Schwester geworden. Seitdem Sirius ihr beim Quidditchtraining das Leben gerettet hatte. Sirius hatte ihr das Leben gerettet, nachdem sie aus etwa fünfzig Meter Höhe vom Besen gefallen war. Das Mädchen hatte erst einen Narren an ihm gefressen und später waren sie dann gute Freunde geworden.

Just in diesem Moment fiel ihm auch wieder ein, wie lange er das Mädchen nicht mehr gesehen hatte. Seit er Hogwarts verlassen hatte, war zwischen ihnen außer einem regen Briefwechsel, der in letzter Zeit jedoch nachgelassen hatte, kein Kontakt mehr zwischen ihnen gewesen und Sirius ärgerte sich selber deswegen. Was wäre wohl gewesen, wenn er ausgerechnet ihre Leiche gefunden hätte unter all den Trümmern, aus denen das Dorf nur noch bestand? Voldemort hatte seinen ganzen Zorn nicht nur an seinen Todessern, sondern auch am Dorf ausgelassen. Ein eisiger Schauer lief ihm den Rücken herunter und er wuschelte unbewusst in dem rabenschwarzen Haar vor sich.

Elisa schaute ihn verwundert an. »Alles in Ordnung, Sirius?«

Dieser nickte und schenkte ihr ein kurzes Lächeln. »Ja, ich habe Gryffindor nur gerade dafür gedankt, dass er dich beschützt hat.«

Elisa strahlte. «Lord Gryffindor wird dieses Dorf immer beschützen, vergiss das nicht. Er hat es immerhin gegründet«, erklärte sie stolz.

Hope hatte seinen Namen nicht von irgendwo her, sondern weil es in der Vergangenheit ein Anlaufpunkt für gejagte Hexen und Zauberer vor der Verfolgung war. Godric Gryffindor gründete dieses Dorf nur unter diesem Aspekt. Ein Ort, fern ab von der Zivilisation, wo Magier (sonst macht das nachher mit dem Geschlecht keinen Sinn mehr), egal von welchen Geschlecht in Frieden leben konnte.

»Die Kirche war nur eines dieser Sicherheitsvorkehrungen. Das Gemeindehaus hat eine ähnliche Einrichtung, die jedoch in eine andere Höhle führt.«, erklärte Elisa.

Elisa führte den Heiler zusammen mit Sirius zu den zwei einzigen Verletzten, deren Verletzungen allerdings lediglich aus einem Knochenbruch und einer geprellten Rippe, die etwas auf die Lunge drückte, bestand.

Sirius war erleichtert so viele Menschen hier zu sehen. Vor allem viele alte und sehr junge Zauberer konnte er ausmachen. Einzig allein die Männer mittleren Alters schienen zu fehlen.

Die liegen draußen vor der Kirche.

Elisa sah ihn fragend an, als sie seinen Blick bemerkte. »Alles in Ordnung?«

Sirius Blick ging wieder zur Decke und eine Weile schwieg er. »Ich bin froh, dass sich so viele von euch in Sicherheit bringen konnten, dennoch, da draußen liegen bestimmt fünfzig Tote. Wir hätten besser vorbereitet sein müssen. Es muss doch eine undichte Stelle in den Reihen der Todesser geben. Irgendetwas, wodurch wir erfahren können wann und wo sie das nächste Mal angreifen.«

Elisa sah ihn weiter nachdenklich an und schwieg. Was hätte sie auch sagen sollen? Alles wird gut? Nein, nichts war gut. Das Ministerium war immer noch geschwächt und niemand kann ahnen, wann Voldemort das nächste Mal zuschlagen würde. Niemand.

Moment! Niemand? Wirklich niemand? Sirius durchzuckte ein Gedanke. Natürlich gab es jemanden. Chris Fuller. Vielleicht konnte er nicht die Zukunft voraus sagen, doch zu mindestens konnte er es fast gleichzeitig sehen und damit wäre ihnen doch schon geholfen oder?

Er wandte sich an Elisa. »Weißt du, wo du hin kannst? Ich meine das ganze Dorf ist zerstört. In Hope kannst du nicht bleiben.«

Sie nickte. »Meine Tante wohnt in London. Da kann ich sicher für eine Weile mit meiner Mum unterkommen. Wieso? Willst du schon gehen, Sirius?«

Dieser nickte nur kurz und lächelte. »Ich schreib dir, sobald ich Zeit finde, aber im Moment muss ich etwas unglaublich Wichtiges erledigen. Wir sehen uns, ja? Und pass gut auf dich auf!«

Damit rannte er los und apparierte, um sich wenige Sekunden später in der Winkelgasse wieder zu finden. Hastig lief er durch die belebten Straßen und an den vielen Schaufenstern vorbei, ohne sie auch zu beachten. Sein Ziel: Das Wirtshaus zum tropfenden Kessel.

Dort angekommen stürmte er an der Bar vorbei, als ihn eine Stimme aufhielt: »Mr. Black?«

Hastig drehte Sirius sich um und suchte den Besitzer der Stimme im Raum. Sein Blick blieb schließlich bei Tom, dem Wirt hängen. »Ja?«

»Sie wollen doch sicher zu Mr. Fuller, oder?«

Sirius nickte nur hektisch und wollte schon die Treppe hinaufsteigen, als er von Tom erneut aufgehalten wurde. »Ich muss Sie enttäuschen. Sie werden ihn in seinem Zimmer nicht finden. Er ist abgereist.«

»Wie bitte?«, fragte er, während er zusammenfuhr. »Wann?«

Tom warf einen Blick auf die große Uhr direkt über seinem Kopf. »Oh gerade eben erst. Sie hätten sich eigentlich über den Weg laufen müssen. Es dürften noch keine fünf Minuten her sein.«

Sirius stieß leise einige Flüche aus und schimpfte sich einen Idioten. Natürlich! Er hätte es sich doch denken können. Erst recht nachdem was letzte Nacht passiert war. Vielleicht hatte Chris Angst, dass man ihn mit Voldemort in Verbindung bringen würde oder gar, dass Voldemort eben von ihm erfahren würde und wer weiß, was dieser dann mit Chris tun würde.

Allerdings bezweifelte Sirius, dass Chris schon weit gekommen war. Er war auch nach dem Aufwachen heute morgen noch völlig erschöpft gewesen. So schnell konnte er sich nicht erholt haben, dass er wieder vollkommen ausgeruht und gesund war.

»Hat er gesagt, wohin er will?«, fragte Sirius.

Tom schüttelte den Kopf. »Nein, er hat nur gesagt, dass er weg müsse, weil ihn seine Vergangenheit einholen würde. Tut mir leid.«

Sirius nickte dankend. Seine Vergangenheit holte ihn ein? Was meinte er damit? Doch ihm blieb keine Zeit um sich Gedanken darüber zu machen. Er musste ihn finden, bevor er möglicherweise zu weit weg war und der Zauber, mit dem er ihn das erste Mal gefunden hatte, nicht mehr wirken würde.

Er verließ also das Wirtshaus durch die Tür, die in die Muggelwelt führte. Warum? Das wusste er selbst nicht so genau. Es war mehr eine Eingebung, dass sich Chris lieber in die Muggelwelt begab, als wieder in die Welt der Magie.

Einen Moment noch sah er sich suchend um. Es war zwar dunkel, doch es musste trotzdem kein Muggel sehen, dass er hier zauberte. Das gäbe nachher nur wieder Probleme mit dem Ministerium, die er gerade nicht brauchte. Dann erhob er seinen Zauberstab, drehte ihn dreimal gegen den Uhrzeigersinn und wanderte zum imaginären Mittelpunkt des Kreises , während er leise rief: »Reperi James alte Brille!«

Einige Sekunden lang geschah nichts und Sirius verlor gerade die Hoffnung, dass Chris noch nahe genug wäre, als sein Zauberstab begann heftig in eine Richtung zu ziehen.

Rasch lief Sirius los und eilte bald durch einen Komplex von Nebenstraßen, so dass er nicht mehr wusste, wo er sich befand. In dem Moment war er apparieren zu können.

Aber plötzlich stand er wieder auf einer Hauptstraße, die er nur zu gut kannte. Eine Straße, die er nie wieder in seinem gesamten Leben betreten wollte. Die Straße, die ganz an ihrem Anfang zu seinem sogenannten zu Hause führte.

Sein Zauberstab zog unbarmherzig weiter und führte Sirius immer weiter dem Ort entgegen, mit dem er die schlimmsten Erinnerungen seines bisherigen Lebens verband. Doch dann kurz bevor er sein Elternhaus zu sehen bekommen hätte, änderte der Stab schlagartig seine Richtung und führte in den nahegelegnen Park.

Überrascht lief Sirius weiter und blieb schließlich nur wenige Meter vor einer Parkbank stehen, auf der ein junger Mann mit einer Eule auf der Schulter saß, die ihm nur zu bekannt vorkam.

»Calisto! Du kleiner Verräter!«, rief er leise aus und dennoch war er laut genug, so dass die Eule überrascht aufsah.

Calisto sah Sirius empört an, fiepte nur leise, um danach wieder an Chris Haaren zu knabbern. Diese standen nun wirklich, wie die von James in alle Richtungen ab und fielen nur noch leicht über seine Schultern. Sein Gesicht war noch immer käsebleich und schien in der Dunkelheit der Nacht fast zu leuchten. Den Kopf zu Boden gerichtet, sodass man seine Augen nur erahnen konnte. Der Verband um seinen Kopf, den Sirius ihm gestern angelegt hatte, war ab. Die wahrscheinlich noch angeschwollene Narbe unter den Haaren verborgen und die ganze Statur ein wenig in sich gekehrt, machten Sirius klar, dass er mit seiner Annahme recht gehabt hatte.

Chris ging es noch immer nicht wirklich gut.

Dass er sich trotz allem bis hier her – warum auch immer – geschleppt hatte, zeigte Sirius aber auch eine innere Stärke, die ihn beeindruckte.

Langsam trat er auf ihn zu und beobachtete dabei jede seiner Bewegungen, um schnell genug reagieren zu können. Allerdings völlig sinnlos. Chris blieb weiterhin ruhig sitzen, den Kopf gesenkt und machte keinerlei Anstalten auch nur irgendwas zu tun.

Erst als Sirius direkt vor Chris stand, erkannte er auch warum. Der Junge schlief tief und fest. Er beugte sich vorsichtig herunter und schüttelte sanft an seinen Schulter, doch das erhoffte Erwachen kam nicht. Chris schlief in aller Ruhe weiter.

Sirius schüttelte den Kopf und bot der Eule seine Hand an. »Na, du kleiner Verräter? Hast wohl brav auf ihn aufgepasst, was?«

Calisto betrachtete ihn aus ihren klugen Augen und Sirius war, als wolle sie ihm sagen: Es ging ihm nicht gut, da konnte ich ihn doch nicht allein lassen!

Sirius lachte leise auf, als ihm diese Gedanken durch den Kopf schossen. »Ja, ich weiß schon, ich bin herzlos, nicht wahr?« Er zwinkerte ihr zu und setzte sie sanft auf seiner Schulter ab. Dann beugte er sich zu Chris herunter und hob ihn vorsichtig hoch. Chris war leichter, als er erwartet hatte. Einen Moment glaubte Sirius fast, er würde aufwachen, doch der Junge räkelte sich nur kurz in seinen Armen und schlief dann seelenruhig weiter.

Mit einem Schmunzeln auf seinem Gesicht schüttelte Sirius noch einmal den Kopf und apparierte dann zu sich nach Hause.

Das Feuer im Kamin prasselte leise vor sich hin und ein Hauch der Hitze wehte ihm warm entgegen. Sein Blick ging von den Flammen, die er in der letzten Stunde fast ununterbrochen angestarrt hatte, wieder zu der blassen Gestalt in dem Gästebett. Inzwischen waren gut zwei Stunden vergangen, seitdem er mit Chris bei sich Zuhause angekommen war. Seitdem schlief er in einem seiner Gästezimmer und Sirius wartete immer noch darauf – scheinbar vergeblich – dass er aufwachte. Das Zimmer war in vollständige Finsternis gehüllt. Der einzige Lichtschein kam vom Feuer im Kamin, doch dieses spendete gerade genug Licht um Sirius, der im Sessel direkt davor saß, zu beleuchten. Es reichte nicht bis zu Chris im Bett.

Dennoch konnte er ihn gut erkennen. Die großen Fenster in seinem Zimmer ließen dem hellen Mondlicht Einlass und seine leuchtenden Strahlen fielen auf den schlafenden Chris und ließen ihn fast noch blasser erscheinen, als er sowieso schon war.

Sirius hatte nochmals versucht den Jungen zu wecken, doch was auch immer er getan hatte, Chris Kräfte hatten ihn anscheinend vollkommen verlassen und er holte sich diese nun anscheinend im Schlaf wieder.

Gerade in diesem Moment wurde Chris im Schlaf unruhig. Er wälzte sich kraftlos hin und her, murmelte immer wieder leise Worte, die Sirius nicht verstand. Dann wurde er plötzlich wieder ruhig.

Sirius seufzte, so ging das schon seit einer Stunde. Immer wieder wurde er im Schlaf unruhig, nur um Sekunden später wieder still dazuliegen. Er wollte wirklich nicht wissen, wovon Chris träumte.

Meine Eltern konnte er töten, mich jedoch nicht, ich konnte noch fliehen. Das waren seine Worte gewesen, als sie sich das erste Mal begegnet waren. Er hatte fliehen können, heißt das, er hat gesehen, wie seine Eltern starben. Waren sie gestorben, um ihn zu beschützen?

Sirius fuhr sich durch die langen Haare und seufzte.

Normalerweise trug er die Haare immer nach hinten gebunden, sodass ihm höchstens einzelne Haare ins Gesicht fielen, doch nach dem heutigen Tag war er froh gewesen, seinen Haaren endlich mal wieder „freien Lauf zu lassen".

Wieder einmal fragte er sich, was er hier eigentlich tat. Warum war er vor knapp einer Woche in die Winkelgasse gegangen, in der Hoffnung dort Chris Fuller zu finden. War es nur die reine Neugier gewesen, die ihn dort hin getrieben hatte?

Wenn dem so wäre, warum war er dann wieder gekommen? Immer und immer wieder? Warum?

Weil ihn irgendetwas an dem Jungen anzog. Ob es nun die Tatsache war, dass er James bis auf einige kleine Ausnahmen, wie zum Beispiel die Augenfarbe, zum Verwechseln ähnlich sah? Oder einfach die Gewissheit, dass Chris irgendetwas vor ihnen verborgen hatte und es noch immer tat?

Nun, seit dem heutigen Tag kamen noch zwei neue Punkte in seiner Liste der Ungereimtheiten über Chris Fuller hinzu: die Fähigkeit die Angriffe Voldemorts im Traum zu sehen und das Aufplatzen seiner Narbe.

Wieder glitt sein Blick zu dem blassen Gesicht und im nächsten Moment erschrak er, als er bemerkte, dass etwas unter seiner Haut zu leuchten begonnen hatte und zwar direkt über seinem Herzen.

Rasch stand er auf und näherte sich vorsichtig dem Bett. Ganz langsam und auf alles – wenn das überhaupt möglich war – gefasst, zog er die Bettdecke zurück und öffnete das weiße Hemd, dass er immer noch trug. Mit rasendem Herz schob er das Hemd leicht zur Seite.

Und seufzte erleichtert auf. Das was dort mit immenser Kraft leuchtete, war ein goldener, ovaler Anhänger, fast so lang wie sein Daumen, den man sogar öffnen konnte, wie Sirius interessiert feststellte.

Langsam streckte er seine Hand danach aus und griff vorsichtig nach dem Medaillon. Doch kaum hatte er es berührt, erlosch das Licht und ließ ihn in völliger Dunkelheit, wie es ihm für einen Moment erschien.

Seufzend betrachtete er noch kurz den Anhänger in seiner Hand, ehe er ihn wieder auf Chris warme Haut sinken ließ, dessen Hemd zuknöpfte und ihn wieder zudeckte.

Sichtlich erschöpft verließ er das Zimmer, um sich in der Küche einen Kaffee zu machen. Er wusste, die nächsten Tage würden anstrengend werden, besonders wenn er hinter das Geheimnis von Chris Fuller kommen wollte.

Es dämmerte bereits, als er nach endlosen Stunden, die er in seiner kleinen Bibliothek verbacht hatte, wieder das Zimmer betrat, in dem er Chris zurück gelassen hatte.

Er hatte in den vergangen Stunden Bücher über Bücher gewälzt um Antworten zu finden. Antworten auf die Frage, wie Chris es geschafft hatte, scheinbar seinen Körper zu verlassen um zu anderen Orten zu gelangen. Antworten auf die äußerst merkwürdige Reaktion seiner blitzförmigen Narbe. Antworten auf ein Phänomen, dass so alt wie die Welt zu sein scheint.

Und keine hatte er gefunden. Natürlich war es möglich mit der Seele, also dem Geist, andere Orte zu besuchen und die Dinge, die sich dort abspielten fast real mitzuerleben. So etwas war in der Geschichte der Magie schon so oft vorgekommen, dass man nicht einmal jeden Fall dokumentiert hatte, weil sich fast alle ähnelten. Nur gab es bei der ganzen Sache ein verdammt großes Problem. Um mit dem Geist andere Orte zu besuchen, muss sich dieser erst mal vom Körper lösen. Das wäre kein Problem, wenn der Körper gerade gestorben ist, doch wenn er quicklebendig ist, ein Ding der Unmöglichkeit.

Genauso kompliziert war die Sachlage mit Chris Stirnnarbe. Diese Narbe, mit so einer außergewöhnlichen Form konnte nur ein Fluch, in diesem Fall ein sehr schwerer und starker sogar, zur Ursache haben. Doch es gab keinerlei Aufzeichnungen über Fluchnarben mit solch einer oder einer annähernd ähnlichen Form. Nirgends war so eine Auswirkung eines Fluch auch nur erwähnt worden.

Daraus schlossen sich für Sirius zwei Möglichkeiten: entweder war dies noch nie in der Geschichte der Zauberei vorgekommen, was hieß, dass Chris somit ein undokumentierter Einzelfall war oder die Narbe ruhte von einem völlig unbekannten Fluch her, dessen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus noch niemand kannte.

Beide Fälle waren ungewöhnlich und würden das Verhalten von Chris zu mindestens erklären, dennoch blieben seine Fragen weiterhin ungeklärt und wenn er je eine Antwort bekommen würde, dann auch nur von Chris.

Und darum war er jetzt hier. Er wollte erneut versuchen den Jungen zu wecken, um ihn dann zur Rede zu stellen. Und Sirius würde ihn nicht eher in Ruhe lassen bis er einige Antworten bekommen hatte.

Ihn wecken musste Sirius jedoch nicht mehr, denn Chris saß wach auf der Bettkante und sah sich müde im Zimmer um. Als er Sirius sah, stöhnte er leise auf.

»Das ist einfach nicht wahr!«, murmelte er leise.

Sirius lehnte sich lässig gegen den Türrahmen und grinste Chris fröhlich an. »Na endlich ausgeschlafen?«

Ein giftiger Blick vom Bett war die einzige Antwort, die er bekam. Wortlos stand Chris auf und griff nach seinen Sachen. Genaugenommen blieb es bei dem Versuch, denn mit einem einfachen Schlenker von Sirius Zauberstab waren die Sachen außer Chris Reichweite.

»Nicht so schnell! Du gehst hier nicht eher weg, ehe ich ein paar Antworten bekommen habe!« Sirius Stimme war härter als eigentlich beabsichtigt, doch er hoffte, es würde wirken. Er trat einen Schritt ins Zimmer und verschloss die Tür magisch hinter sich.

Chris war aufgestanden und hatte einen Schritt auf seine entfernten Sachen zugemacht, doch Sirius stellte sich ihm in den Weg.

»Lass mich bitte durch!«, presste Chris zwischen zusammen Zähnen hervor.

Doch Sirius schüttelte den Kopf. »Nein, ich will Antworten und die werde ich auch bekommen, damit das klar ist. Ich ...«

Ein lautes »Dong!« unterbrach das Gespräch. Chris zog verwirrt eine Augenbraue in die Höhe und warf einen fragenden Blick zur Tür.

Sirius begann leise vor sich hinzufluchen und wandte dem Jungen den Rücken zu. »Warte hier!«, war das letzte, was er sagte, bevor er das Zimmer verließ du die Tür wieder magisch verschloss.

Eilig lief er den langen Gang entlang, die Treppe runter, durch die Tür in die große Eingangshalle und öffnete die braune Eichentür. »Was?«, blaffte er und erschrak im nächsten Moment.

Vor ihm stand Elisa, die im Moment allerdings eher sehr wütend aussah. »Was ist denn in dich gefahren? Begrüßt du immer so deine Besucher?«

Sirius seufzte und spürte, wie er sich langsam wieder beruhigte. »Tut mir leid, bin ein wenig im Stress, aber weißt du eigentlich wie spät es ist?« Das seine Laune nicht im Mindesten mit der Uhrzeit zu tun hatte, musste er ja nicht sagen.

Elisa grinste breit, schob ihren Ärmel zurück und sagte: »Sieben Uhr, Zweiundfünfzig Minuten und dreizehn – nein fünfzehn Sekunden. Wieso?« Ihr Lächeln wurde breiter und sie schob sich an Sirius vorbei. »Tut mir leid, dass ich dich so überfalle, aber ich brauche für etwa eine Woche einen Platz zum Schlafen.« Sie sah ihn herausfordernd an und Sirius seufzte. Das kam ihm grad ganz ungelegen.

»Ich dachte, du wolltest zu deiner Tante?«, fragte er unwirsch.

»Wollten wir auch, aber die liegt im Krankenhaus, das Haus ist abgebrannt und sie verletzt. Nicht schwer, keine Sorge. Aber sie liegt da wahrscheinlich noch ne Weile und meine Mum sucht jetzt irgendwelche Verwandte, wo wir unterkommen können. Das kann allerdings noch ein bisschen dauern, daher...«

Sirius seufzte. »Das tut mir leid zu hören, aber es passt mir gerade gar nicht. Ich habe Besuch...«

»Besuch, der gerade gehen wollte.«, erklang da gerade eine Stimme von oben und Sirius verfluchte sich selbst, dass er Chris mit seinem Zauberstab zurückgelassen zu haben.

Abrupt drehte er sich – und versuchte die staunende Elisa nicht zu beachten – und sah ärgerlich zur Tür, in der Chris stand. »Denk nicht mal dran! Erstens bist du noch völlig erschöpft von gestern Nacht und zweitens will ich Antworten.«

Chris schnaubte und trat auf Sirius zu. »Es ist mir ehrlich gesagt total egal, was du willst. Und was meinen physischen Zustand betrifft: Mir geht es blendend.«

Sirius wollte etwas erwidern, doch da erklang die zierliche Stimme Elisas. »So siehst du aber nicht aus.«

Chris Kopf ruckte zur Seite und sah in zwei ehrlich besorgte braune Augen. Für einige Sekunden gab es zwischen den beiden einen stummen Blickwechsel, dann glaubte Sirius so etwas wie Schmerz in den Augen seines Gegenübers zu sehen und Chris gab seufzend nach.

»Ich komm schon klar. Es gibt schlimmeres. Bitte lass mich jetzt durch, Sirius.« Keine Härte, keine Forderung, nur eine leise Stimme, die völlig kraftlos um etwas bat. Sirius war vollkommen verwirrt über den plötzlichen Sinneswandel und schüttelte sachte den Kopf.

»Nein, tut mir leid, aber nachdem, was du mir gesagt hast, geht das nicht. Stell dir vor, jemand von den Todessern würde davon erfahren, dass du diese Fähigkeit hättest. Du wärst nirgends mehr sicher.«

Er legte beide Hände auf Chris Schultern und drehte ihn sanft um. Kein Widerstand oder harte Worte der Widerrede schlugen ihm entgegen. Nur eine leise Stimme. »Das bin ich sowieso nirgends.«


hinter Ecke hervorlug

Kommis???

ganz lieb guck

sich umseh

Ps: ich hab ein kleines One-shot hochgeladen, Warnung ,ist aber slash, schaut mal rein dun sagt mir eure Meinung

Abtritt mit einer letzten eleganten Verbeugung und den Wehen meines Umhanges