Während sich in der Soul Society die Kurosakis und ihre Freunde gegenseitig die Köpfe einschlugen und alte Konflikte neu entflammten, waren die beiden jüngsten, Kazui Kurosaki und Ichika Abarai, in der Welt der Lebenden angekommen. Unsichtbar für die Lebenden konnten sie sich, obwohl sie beide Shihakushos trugen, sich frei bewegen ohne aufzufallen. Besonders hier in Karakura, wo die Shinigami in aller Munde waren, wäre das äußerst fatal gewesen.

Ichika fragte Kazui jedes mal sofort aus, wenn sie etwas entdeckte was sie nicht kannte. So viele faszinierende Dinge, die eigentlich alltäglich waren in der Soul Society jedoch unbekannt, wurden von Ihr entdeckt. Von leuchtenden Werbetafeln, über Autos, Busse und sogar Stromleitungen, die Ichika besonders Faszinierend fand. Am Busbahnhof sprangen die beiden Kinder auf das Dach eines Fernbusses nach Shibuya, dem Bezirk im Zentrum Tokios in dem das Studio lag, und fuhren als Blinde Passagiere in die Stadt. Kazui kannte die Adresse nicht. Aber er wusste wie das Gebäude aussah und wo es sich in etwa befand. Keigo hatte ihm mal auf dem Handy ein Foto gezeigt. Es würde nur ein Weilchen dauern bis sie dort ankamen...

Und so nutzten die Beiden ihre Fahrt auf dem Dach des Busses für eine Besichtigung der nächtlichen Megametropole Tokios...

In der Soul Society, fiel niemandem das Verschwinden der Kinder auf. Yuzu hatte Ichigo und Ihren Vater aus dem Haus geworfen und die führten nun einen eigenen Kampf im Hof weiter. Als Karin, nachdem sich die Gemüter halbwegs beruhigt und die meisten in andere Häuser zum Übernachten gingen, den Kopf ins Kinderzimmer steckte sah sie zwei Gestalten in den Futons auf dem Boden schlafen. Beruhigt ging sie wieder, nichts ahnend das es nur Kissen waren, um die Streithähne im Hof zu trennen und um sich eine gute Ausrede für Byakuya auszudenken, der ebenso wie alle anderen Nachbarn aus dem Schlaf gerissen wurde...

Im Zentrum Tokios angekommen blickten Kazui und Ichika fasziniert umher während sie auf dem Dach des Busses hockten und durch die Stadt, mit seinen hohen Gebäuden, riesigen bunten Werbebildschirmen und den vielen Menschen. Mit großen Augen und geblendet von den all den Funkelnden Lichtern der Metropole merkten sie nicht einmal das sie am Zielpunkt am Bahnhof Shibuya angekommen waren...

Sofort standen beide auf und sahen sich um.

„Boaahh... Das ist also die Stadt in der Onkel Keigo wohnt?!" sagte Kazui fasziniert. Für beide war es das aller erste mal das sie hier waren. Karakura war ein winziges Dorf im Vergleich dazu.

„Was ist das?" fragte Ichika und wies auf ein blinkendes Licht am dunklen Himmel, was Kazui ihr als Flugzeug erklärte. „Und was ist das?... Und das?"

Kazui hörte auf ihr zu antworten als er das Hochhaus erblickte in dem Keigos Studio und der Fernsehsender ihren Sitz hatten.

„SCHAU! DAS IST DER TURM!" rief er erleichtert. „Da arbeitet Onkel Keigo..."

Ichika forderte Kazui sofort zu einem Wettrennen heraus. Kazui nahm die Herausforderung an und so 'shunpoten' sie um die Wette während sie auf das etwa einen halben Kilometer entfernte Hochhaus zuliefen. Über Dächer, durch schmale Gassen, über Autos und Menschen hinweg... Ein kleiner Junge, der über ein geringes Maß an Spirituellen Kräften verfügte sah sie und zeigte nach oben während er rief das da Shinigamis seien. Seine Mutter nahm ihn an der Hand und führte ihn ungläubig weiter, im Glauben er hätte nur Vögel gesehen...

Ichika, durch ihr regelmäßiges Training in Topform, kam lange vor Kazui vor dem Haupteingang zu dem 30-stöckigen Hochhaus an und war dementsprechend gutgelaunt. Zusammen blickten sie auf. Irgendwo in diesem Koloss aus Stahl, Beton und Glas fanden sie vielleicht heraus wo sie Keigo finden konnten...

Beide traten vor den Eingang. Eine automatische Schiebetür aus Glas, die sich normalerweise öffnet wenn jemand davor stand, versperrte ihnen den weg. Der Bewegungsmelder reagierte nicht auf zwei unsichtbare Shinigami. Erst als ein Mann mit Aktenkoffer, der die ganze Zeit auf sein Handy starrte heraustrat öffnete sich die die Tür und die beiden Kinder konnten eintreten...

Während die beiden Kinder in das Gebäude eindrangen lief Michiru Ogawa stark zitternd auf dem Platz vor dem Gebäude auf den Eingang zu. Wieso sie es tat wusste sie nicht. Vielleicht weil sie zu große Angst vor Keigo hatte. Aber dabei gab es eigentlich keinen Grund dazu. Das war ja keine große Sache. Sie musste ja nur mit dieser Moderatorin reden.

Hätte Kazui Michiru gesehen, hätte er sich sofort an sie gewandt. Schließlich kannten sie sich. Aber Kazui und Ichika hatten nur Augen für die imposante Eingangshalle. Der immer schlecht Gelaunte Empfangsmitarbeiter starte teilnahmslos in den Bildschirm seines Computers und las sich einen Artikel über Keigos Verhaftung durch. Die Kinder liefen näher auf ihn zu und schnitten Grimmassen.

„Der kann uns nicht sehen." sagte Ichika zufrieden während Kazui auf ein Schild wies.

„Da! Nippon Synchronisation. Wir müssen da die Treppe rauf."

Zusammen rannten die beiden die Treppe rauf während Ogawa den Empfang erreichte.

„Guten Abend! Ich muss zu Makoto Hirabata!" sagte sie unruhig.

Der Mann am Empfang schielte zu ihr rüber und sah sie teilnahmslos an. „Haben Sie einen Termin?"

„Nein!"

„Dann können Sie gleich wieder gehen!"

„Aber... Ich glaube es ist sehr wichtig!"

„Ehm... Wie bitte? Sie glauben... das es sehr wichtig ist?" fragte er konfus. „Was nun? Ist es nun wichtig, oder glauben Sie bloß das es wichtig ist?"

„Ehmm... na ja... Asano hat mir gesagt das..."

„WAS ASANO HAT SIE GESCHICKT?" schrie der Mann leicht geschockt und direkt in sein Mikrofon vor ihm so das seine Stimme durch die ganze Halle hallte.

Michiru legte erschrocken ihre Hand über das Mikrofon und zischte ihn an ruhig zu sein. „SSCCHHH... Machen Sie das eigentlich mit Absicht?"

Der Mann wurde ganz blass. Während er sein Telefon in die Hand nahm und in der Nachrichtenredaktion anrief. „Ich kläre ob sie noch im Hause ist!"

Kazui und Ichika währenddessen bekamen nicht mit was in der Eingangshalle über Lautsprecher durchgesagt wurde, weil beide bereits die Synchronstudios erreichten. Der Gang war leer. Viele waren schon nach Hause gegangen. Kazui konnte deutlich spüren das Keigo hier war. Seine Aura, sprich Spuren seines Reiatsus waren hier. Hier waren sie richtig.

„Und wie wollen wir herausfinden wo Keigo jetzt ist? Wir können doch niemanden fragen, weil uns keiner sehen kann?" fragte Ichika.

„Dann müssen wir warten bis jemand es einfach sagt." schlug Kazui vor und so teilten sie sich auf. Kazui auf der einen, Ichika auf der anderen Seite des Ganges.

Über allen Türen leuchteten rote Lampen, das bedeutete das gerade gearbeitet wurde und niemand eintreten durfte. So stand es auf den Schildern, die an jeder Tür angebracht waren. Das respektierten die Kinder und so lauschten sie einfach.

An der ersten Tür hörte Kazui ganz deutlich eine Frau singen: „...Schlafe mein Kind, schlafe nur ein... all deine Träu...me... sind doch nur Schein..." das Schlaflied machte Kazui ganz schläfrig und brachte ihn zum gähnen.

An der Tür gegenüber hörte Ichika einen Mann: „...so meine Damen und Herren... rufen sie jetzt an und bestellen sie dieses Supergerät zu einem Sensationellen Preis. Zögern sie nicht. Rufen sie jetzt die eingeblendete Nummer an... Kaufen SIE JETZT! Das müssen Sie einfach haben!..." Ichika lehnte sich neugierig gegen die Tür und hob flehend die Arme. Sie wusste nicht worum es ging aber sie wollte jetzt auch so ein Ding haben.

Eine Tür weiter hörte Kazui jetzt gleich mehrere Stimmen: „...aber Großmutter, warum hasst du den so große Augen?... Damit ich dich besser sehen kann!... Und warum hasst du so einen großen Mund?..." Kazui kicherte etwas als er realisierte, das es sich um Rotkäppchen handelte und zog seine Kapuze auf um die Sache nachzuahmen.

Auf der anderen Seite hörte Ichika wieder einen Mann. „...er gibt den Ball weiter, ja das sieht gut aus... jetzt ein langer Pass... er tritt... TOOOOOOOORRRRR!" Ichika trat auch zu... und schlug sich den Fuß an der Tür an, den sie schmerzend rieb während sie auf dem anderen davon hüpfte...

Die beiden Kinder trafen an einer großen Doppeltür wieder aufeinander. Beim lauschen vernahmen sie keinen Ton. Über der Tür brannte die rote Lampe nicht, also beschlossen sie einen Blick zu riskieren und öffneten die Tür ein Stück weit um die Köpfe hineinzustecken. Beide staunten nicht schlecht...

In mitten dieses dunklen Raumes war vor Ihnen ein Hügel über den ein Panzer mit lautem scheppern direkt auf sie zurollte. Beide waren sprachlos als der tonnenschwere Koloss auf einmal anhielt. Die Kinder lehnten sich noch weiter hinein, während der Lauf des Panzers lautlos herunterfuhr und nun direkt auf sie zuhielt. Der Lauf zuckte noch etwas und rückte noch näher. Jetzt blickten sie direkt in den Lauf hinein. Dann folgte ein extrem lauter Schuss...

Kreischend rannten die Kinder davon, im glauben auf sie wurde gerade geschossen...

In dem Raum, rannte nun eine sowjetische Armee-Einheit lautstark johlend über die Landschaft. Kazui und Ichika hatten sich vor einem 3D-Film erschrocken.

„Diese 3D-Technik ist großartig!" sagte einer der Männer in dem Raum. „Das sieht so verblüffend echt aus, man merkt gar nicht das das ein 50 Jahre alter Sowjetischer Kriegsfilm ist..."

Auch die Kinder merkten es nicht. Sie waren so erschrocken das sie panisch durch den Korridor rannten und hinter der nächsten Ecke eine Frau umrannten.

Die Frau, eine Mitarbeiterin in der Verwaltung, wollte gerade eine Kiste mit alten Tonbändern, ins Lager bringen als sie von den beiden für sie unsichtbaren Gestalten erfasst und zu Boden geworfen wurde. Lautstark schreiend fiel sie hin und ließ dabei die Kiste fallen, deren Inhalt sich vor ihr über den Boden verteilte. Benommen rappelten sich die Kinder wieder auf und sahen sofort was sie angerichtet hatten.

„OH, das tut uns sehr Leid!" sagte Kazui schuldbewusst und fing an die Bänder aufzusammeln und wieder in die Kiste zu packen. „Warten Sie, wir helfen Ihnen!"

Die Frau, die die beiden Shinigami weder sehen noch hören konnte, dachte sie hätte eine Erscheinung als sie sah wie die auf dem Boden liegenden Bänder von selbst wieder in den Karton flogen...

Lauthals kreischend rannte sie davon... „GEISTER!"

„Oups!" war das einzige was Kazui herausbrachte und lies die Bänder fallen als er realisierte das er doch unsichtbar war.

Zusammen rannten die beiden Kinder davon, beim aufstoßen einer Tür wurden sie auch beobachtet, ebenso fiel es auf als sie eine Pflanze umwarfen und einen Stuhl verrückten...

„Haben Sie gerade auch eine Frau schreien gehört?" fragte Ogawa leicht geschockt kurz nachdem sie sich mit Makoto Hirabata getroffen hatte und die beiden Frauen durch einen Flur in der Redaktion gingen.

„Tut mir leid, nein!" sagte die bekannte Moderatorin und führte ihren Gast in einen Konferenzraum. „Bitte nehmen Sie doch platz!"

„Danke!" sagte sie unruhig und setzte sich an den großen Tisch. „Hirabata-san, danke das sie mir die Gelegenheit geben mit Ihnen zu sprechen."

„Als ich erfahren habe das sie mit Asano gesprochen haben, musste ich doch selbstverständlich mit Ihnen sprechen." sagte sie und schaltete ein Diktiergerät ein. „Also,... was hat Asano Ihnen erzählt."

„Moment mal, was wird das?"

„Das ist super Material!"

„Ich habe aber kein Material!" jammerte sie. „Ich bin nur hier weil Asano mich gebeten hat Sie zu fragen woher sie dieses Paket hatten..."

„Welches Paket?"

„Das Paket mit dem Material über die Kurosakis? Orihime war eine Freundin von mir..." Ogawa hielt sofort erschrocken Ihren Mund zu. Sie hatte zu viel gesagt. Die Moderatorin vor Ihr war jedoch begeistert.

„Was? Das ist ja großartig! Eine Zeugin aus dem engeren Kreis..."

„Wie... nein..."

20 Stockwerke unter Ihnen wurde den Mitarbeitern im Synchronstudio langsam bewusst das es in ihrem Studio nicht nur spukte... es musste etwas richtig im Busch sein. Panisch verließen die Menschen das Studio und rotteten sich im Foyer zusammen.

„Es spukt! Asano hat uns Geister in die Bude geschleppt!" schimpfte eine Frau ängstlich.

„Ihr habt es doch auch gesehen. Die Türen haben sich von selbst geöffnet..." rief ein Mann.

Auf einer Empore saßen Kazui und Ichika auf einer Brüstung und beobachteten das ganze beschämt.

„Mama und Papa hatten recht!" sagten beide wie aus einem Mund und senkten die Köpfe. „Ich muss besser aufpassen."

Die beiden hatten so viel gemeinsam...

Weiter oben versuchte Michiru immer wieder das Diktiergerät auszuschalten. Doch Makoto schaltete es immer wieder ein.

„Bitte, ich kann Ihnen wirklich nichts dazu sagen. Asano will mit Ihnen reden! Das ist auch schon alles. Er will wissen woher sie dieses Paket haben!"

„Ich weiß es doch selbst nicht!" sagte sie kopfschüttelnd.

„Bitte, er vegetiert da in einer Gefängniszelle vor sich her. Weil er jemanden umgebracht haben soll, der sowieso schon untot ist..." jammerte Michiru. Ob das mit dem 'untot' sein stimmte wusste sie nicht, aber die ganze Welt war ja schon davon überzeugt.

„Hat er gesagt warum er gerade mit mir darüber sprechen wollte?"

„Nun... Sie sind die Frau, die das Geheimnis der Kurosakis aufgedeckt hat. Asano ist sich sicher das weder Sie noch er etwas damit zu tun haben. Also..."

„Wie geht es ihm?"

„Schlecht! Und das ist noch untertrieben!" murmelte Ogawa und fing an der Frau zu erklären was sie heute erlebt hatte.

Im Foyer erkannten Kazui und Ichika das sie lieber verschwinden sollten. Ein Wachmann wurde von den verängstigten Angestellten in die Synchronisation gescheucht während andere das Gebäude fluchtartig verließen.

„Dieser Asano, hat uns das eingebrockt!" schimpfte die Frau wieder. „Und jetzt werden wir von Geistern heimgesucht!"

„Wir sind keine Geister! Wir sind Shinigami!" schrie Ichika, doch keiner der anwesenden konnte sie auch nur wahrnehmen.

„Das bringt nichts! Wir sollten hier verschwinden!" schlug Kazui vor und zusammen sprangen sie in Richtung des Haupteingangs.

Ichika schwang sich an einem großen Wegweiser, über die Leute hinweg und warf beim landen einen Sessel um...

Bei den Anwesenden löste der Anblick der sich bewegenden Möbel nun eine Panik aus...

Weiter oben wurde auch in der Nachrichtenredaktion das Geschrei vernommen.

„Oh, jetzt habe ich auch einen Schrei gehört!" sagte Makoto leicht erschrocken.

„HEY, unten bei Nippon Synchronisation ist die Hölle los!" erklärte ein Mann der ohne anzuklopfen in den Raum gestürmt kam. „Dort spukt es!"

„Es spukt! Also hat Asano uns doch Geister in die Bude geschleppt." rief Makoto begeistert. „Schickt sofort ein Kamerateam nach unten! Wir werden Live aus dem Foyer berichten... Ogawa-san, kommen Sie, das müssen Sie... eh... Ogawa-san..." Michiru war verschwunden.

Ogawa hatte nur hören müssen das es in der Lobby spuckt und sie hatte sofort die Flucht ergriffen. Mit dem Aufzug fuhr sie nach unten und verließ auf schnellstem weg das Gebäude. Kazui und Ichika hatten sich ebenfalls nach draußen begeben wo sie Michiru sofort entdeckten.

„Hey, das ist Ogawa! Sie ist eine Freundin von Mama!" sagte Kazui und wies auf Michiru.

Diese war außer sich. Ängstlich lief sie zur Tiefgarage in der sie geparkt hatte und suchte schon nach ihren Autoschlüsseln in ihrer Handtasche. Die Kinder folgten ihr direkt.

„Oh, man Asano... In dem Studio wirst du dich nicht mehr blicken lassen können!" murmelte sie benommen und hastete weiter zu ihrem Auto.

„Hat sie Asano gesagt?" fragte Ichika.

„Sie weiß wo Onkel Keigo ist!" erkannte Kazui.

Dies war für die beiden der Entschluss ihr zu Folgen. Sie war nicht am gehen, sie schien zu rennen während sie die Tiefgarage erreichte und die Treppe herunter rannte. Plötzlich jedoch... zwischen dem ersten und zweiten Parkdeck, blieb sie stehen und sah ängstlich hinter sich... direkt auf Kazui und Ichika...

„Kann... die uns etwa sehen?" fragte Ichika leicht beunruhigt.

„Ich... weiß nicht..." stammelte Kazui.

Ogawa blieb stehen weil es ihr eiskalt den Rücken runter lief. Sie überkam dieses eigenartige Gefühl. Dieses Gefühl das sie jemand verfolgte. Das da jemand hinter ihr stand, sie ansah und über sie redete. Doch da war nichts... das dachte sie zumindest. Kazui und Ichika verhielten sich ganz ruhig während Ogawa sie für ein paar Sekunden ansah. Sie hätte schwören können eine Kinderstimme gehört zu haben... Doch dann schüttelte sie verwirrt den Kopf und rannte weiter. Sie bildete sich das ganze wohl nur ein.

„Aw... Sie sieht uns doch nicht!" sagten die beiden Kinder erleichtert und folgten ihr weiter...

Michiru eilte zu ihrem Kleinwagen, der in der untersten Ebene der Tiefgarage geparkt war. Hastig kramte sie ihren Schlüssel raus. Sie wollte nur nach Hause und diesen furchtbaren Tag so schnell wie möglich vergessen. Es war spät. Sie war müde. Sie wollte nur nach Hause und ins Bett. Gähnend schloss sie ihr Auto auf, öffnete die Tür und ließ die Schlüssel fallen.

Während sie sich nach unten bückte um ihre Schlüssel aufzuheben, merkte sie nicht, das der Fahrersitz sich wie von Geisterhand nach vorne klappte und das Auto leicht wackelte. Kazui und Ichika sprangen klammheimlich auf die Rückbank damit Ogawa sie zu Asano brachte. Hastig klappten sie den Sitz wieder zurück, der mit einem lauten knacken wieder in seine Originalstellung zurück schnellte. Ogawa schreckte erschrocken auf als sie das knacken hörte. Doch wieder sah sie nichts. Erschrocken sah sie in ihr Auto. Doch wieder sah sie nichts.

Die beiden Kinder auf der Rückbank wurden langsam unruhig.

„Ich fange an langsam durchzudrehen!" murmelte sie als sie in ihr Auto stieg und sich selbst im Rückspiegel betrachtete. „Dieser Asano... hmm... Was das wohl für ein Gefühl sein muss... ständig irgendwelche Geister sehen zu können! Kaum vorzustellen..."

„AUTSCH!" rief Ichika nachdem Ogawas Handtasche, die sie auf die Rückbank geworfen hatte, in ihrem Gesicht landete.

„WAS ZUM..." schrie sie auf. Da hat doch jemand gerade Autsch geschrien. Als sie auf die Rückbank sah sah sie etwas. Ganz undeutlich hatte sie zwei verschwommene Umrisse die da im Fond saßen. „... awww... Nein, ich kann nichts sehen... Ich bin nur müde..."

Zitternd steckte sie den Schlüssel ins Zündschloss und machte die Zündung an.

„Ich glaube die kann spüren das wir hier sind!" murmelte Kazui.

„AGGHHH... Jetzt fange ich auch noch an Kazuis Stimme zu hören." sagte Michiru und drehte sich erschrocken um. „Und... ich fange an zu halluzinieren!"

Jetzt konnte sie ganz verschwommen zwei Kinder auf Ihrer Rückbank erkennen. Beide in merkwürdiger Schwarzer Kleidung. Nervös lies sie den Motor an.

„Okay... Ich bin eindeutig am Rande eines Nervenzusammenbruchs... Ach was rede ich da... am Rande des Wahnsinns... quatsch, ich bilde mir das doch alles nur ein... All das Gerede über die Kurosakis und die Shinigami... Da muss man ja... AGGHHHH..."

Als sie sich diesmal umdrehte, konnte sie, diesmal relativ scharf aber immer noch durchsichtig, deutlich einen Jungen mit orangen Haaren und ein Mädchen mit dunkelroten Haaren die beide schwarze Kimonos trugen. Ogawa wurde kreidebleich im Gesicht und drehte sich blitzschnell wieder nach vorne.

„...ich habe nichts... gesehen! Ich... habe... nichts gesehen!" stammelte sie unter Schock und sah in ihren Rückspiegel. Über den Spiegel sah sie nichts. Zitternd legte sie den Rückwärtsgang ein. „Ich lasse mich einfach nur zu leicht beeinflussen. Als ob Asano mich wirklich... AAAAAAGGHHHHHHH!"

Jetzt schrie sie schon lauter als sie sich wieder umdrehte und diesmal die Kinder klar und deutlich sah. Nicht durchsichtig, nicht unsichtbar und nicht unscharf. Klar und deutlich wie zwei richtige Menschen saßen da zwei kleine Shinigami. Und einer von Ihnen war eindeutig Kazui.

„Nein!" sagte sie kopfschüttelnd und mit den tränen kämpfend. „Nein! Ihr seid nicht zwei Shinigami die da in meinem Auto sitzen... Nein, Ihr seid nicht echt..."

Michiru streckte die Hand aus. Ichika wich zurück als ihre Hand näher an ihr Gesicht kam um sie zu berühren.

„HEY, FINGER WEG!" schrie Ichika wütend und schlug Ogawas Hand weg.

Diese fing an wie am Spieß zu schreien... und lies reflexartig die Kupplung los während Ihr anderer Fuß leicht das Gaspedal berührte...

Der Kleinwagen machte einen Ruck nach hinten, schoss aus der Parklücke und krachte in ein parkendes Auto auf der anderen Seite. Der Aufprall war so hart das das andere Auto sich in ein drittes Auto schob und bei beiden Autos die Alarmanlagen losheulten.

„Ich glaube, sie kann uns doch sehen!" murmelte Kazui während die bewusstlose Michiru auf ihrem Lenkrad lag und dabei auf die Hupe drückte, welche lautstark durch die dunkle Tiefgarage hallte.

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