Titel: Dating für Dummies
Autor: Laren
Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.
Betadank: an Zanna
Ha, damit habt ihr so schnell nicht gerechnet, oder g

Für alle die Duos Blog besuchen möchten, ihr findet es hier:

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immer viel Spaß beim lesen


„Also ich glaub auf einer Idiotenskala von eins bis zehn hat der mindestens die 26 erreicht," grummelte Duo und trank einen Schluck aus seiner Bierflasche.

Quatre der ihm gegenübersaß lachte laut auf. Duo warf ihm einen treudoofen Hundeblick zu. „Das ist nicht lustig," erklärte er.

Quatre lachte erneut. „Doch das ist es. Und das würdest du auch sehen, wenn du nicht so sehr damit beschäftigt wärst dich über den Typen aufzuregen. Ich mein auf Arschlöcher kann man immer wieder treffen, was glaubst du wie oft ich solchen Besserwissern im Job gegenüber steh. Lass es einfach an dir abprallen und amüsier dich."

Duo wiegte seinen Kopf hin und her. Wahrscheinlich hatte Quatre Recht. Und dass er hier zum zwanzigsten Mal darüber lamentierte was für ein Idiot dieser Owen doch gewesen war half sicher nicht. Vor allem da sie im Nightwish waren. Sie wollten tanzen und Spaß haben und nicht stundenlang über schreckliche Verabredungen sprechen. „Ok, ich zieh nen Schlussstrich unter die Sache. Das Date mit Owen war eine Katastrophe – und ich bin nur froh dass ich den Typen nie wieder in meinem Leben sehen muss."

Quatre grinste. „Das ist die richtige Einstellung. Los komm tanzen." Mit diesen Worten zog er Duo einfach auf die gut gefüllte Tanzfläche. Nicht dass Duo sich groß gewehrt hätte. Er wollte nichts lieber als sich der genialen Musik hinzugeben.

Und genau das taten sie auch. Quatre war ein genauso guter und genauso fanatischer Tänzer wie Duo, so kam es dass sie eine ganze Weile nur mit sich und der Musik beschäftigt war.

Solange bis ein halb erschöpfter Quatre sich zu Duo beugte und ihm ein „Ich brauch was zu trinken," ins Ohr schrie – um die Musik zu übertönen.

Da Duo auch Flüssigkeit vertragen konnte, nickte er und folgte Quatre an die Bar. Sie bestellten sich beide Wasser zum Durstlöschen und lehnten sich genüsslich an die Theke. Hier war die Musik etwas leiser und man konnte sich ziemlich gut unterhalten.

„Die Musik die sie heute auflegen ist ja mal wieder der Wahnsinn," erklärte Quatre mit einem leicht verträumten Gesichtsausdruck.

Duo nickte. „Einer der Gründe wieso ich das Nightwish so liebe. Gute Musik und guter Service."

„Und eine nicht enden wollende Anzahl von gut aussehenden Kerlen, die ich am liebsten alle flachlegen würde" fügte Quatre hinzu.

„Quatre, ich bin entsetzt," tadelte Duo mit gespielt empörter Stimme. „So etwas aus deinem Mund zu hören."

Quatre lachte nur und stupste ihn an der Schulter an. „Als ob du nicht das gleiche denken würdest.

Duo grinste. „Ich darf das auch. Du bist viel zu gut erzogen dafür."

Quatre, der gerade einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche genommen hatte musste unwillkürlich losprusten, was dazu führte dass er einiges von dem Wasser in der Gegend verteilte. „Duo!" rief er empört.

„Was denn?" Duo legte sein bestes Unschuldslammgesicht auf.

Quatre war wohl klar dass er diese Diskussion nicht gewinnen würde, deshalb verwarf er sie mit einer abfälligen Handbewegung. Dann beugte er sich fast verschwörerisch zu Duo. „Da wir gerade von gut aussehenden Kerlen sprechen. Da verschlingt dich einer schon ne ganze Weile mit seinen Augen."

„Was? Wo? Wer?" fragte Duo und blickte sich wild suchend um.

„Er steht hinter dir. Rote Haare, geiles Outfit. Nicht schlecht, Herr Specht."

Neugierig drehte sich Duo um. Und da er nur einen einzigen rothaarigen Mann sah, gab es auch keine Zweifel wen Quatre meinte. „Der ist alt!" verkündete Duo.

Sein Freund schnaubte kurz. „Ende Dreißig. Höchstens Anfang Vierzig," erwiderte er.

„Das sind mehr als zehn Jahre, vielleicht sogar fünfzehn," gab Duo zu bedenken.

Quatre zuckte mit den Schultern. „Na und? Er ist heiß. Sicher sehr erfahren. Und an dir interessiert. Was machen da schon ein paar Jahre?"

Duo war hin und her gerissen. Eigentlich fand er große Altersunterschiede nicht gut. Aber andererseits hatte Quatre auch Recht. Der Typ hatte verdammt heiß ausgesehen. Und selbst auf dem kurzen Blick hatte Duo erkannt dass ihn eine Wolke der Selbstsicherheit umschwebte, etwas das Duo nicht unattraktiv fand.

Aber noch bevor er sich dazu durchringen konnte sich umzudrehen und offen mit dem Typen zu flirten, stand plötzlich jemand ganz dicht neben ihm und flüsterte „Hallo Schönheit!" mit einer tiefen und unglaublich sexy Stimme in sein Ohr.

Die Stimme jagte einige wohlige Schauer über Duos Rücken – auch wenn er sich nicht sicher war ob er ‚Schönheit' als Kosename mochte. Duo drehte sich langsam um und betrachtete den Typen. Von nahem sah er noch besser aus. Er war groß – größer als Duo – und hatte breite Schultern die in einem verdammt teuren Partyoutfit steckten. Die Lederhosen die wie eine zweite Haut an dem Mann hingen verdeckten nichts und Duo bemerkte dass sein Mund wässrig wurde. Altersunterschied hin oder her, es würde sicherlich nicht schaden ein wenig mit dem Mann zu flirten. „Hallo Fremder!" gab Duo deshalb zurück und pflanzte sein tausend Watt Grinsen auf sein Gesicht.

Mit absoluter Selbstsicherheit legte der Mann seine Hand um Duos Hüfte und streichelte Sekundenkurz seinen Hintern. „Lust auf tanzen?" fragte er.

„Auf jeden Fall!" antwortete Duo. Dann drückte er schnell Quatre seine Flasche in die Hand und zwinkerte seinem Freund zu.

Der Mann führte Duo zur Tanzfläche. Als sie sie erreicht hatten, stellte er sich ganz dicht hinter Duo und umarmte ihn von hinten. Langsam fing er an sich zum Rhythmus der Musik zu bewegen. Seine Lippen waren wieder an Duos Ohr. „Mein Name ist übrigens Treize."

Der enge Körperkontakt ließ Duo ganz weich in den Knien werden. Was hatte Quatre vorhin noch vermutet? Das der Typ sehr erfahren sei? Zumindest wusste er gut wie man langhaarige Radiomoderatoren um den Verstand brachte. „Und ich heiß Duo," erklärte er mit tiefer, kehliger Stimme. Und als Treizes Hände weiter über seinen Körper wanderten, fragte sich Duo ernsthaft, ob das Nightwish gerade die Temperatur nach oben geregelt hatte.

Sie tanzten noch ein paar Minuten weiter so, doch dann drehte sich Duo zu Treize um. Er wollte den Mann genauer betrachten. Und auch selbst mit seinen Händen auf Wanderschaft gehen.

Die Musik im Nightwish wummerte, machte eine normale Unterhaltung fast unmöglich. Aber das war eh egal, denn seit dem dritten Lied küssten Duo und Treize sich leidenschaftlich.

Duo kam sich vor wie im Traum. Sicher er hatte schon so einige Typen im Nightwish aufgegabelt. Aber so schnell und so überwältigend hatte ihn dabei noch niemand angeflirtet. Treize wusste wirklich was er zu tun hatte. Und Duo war sich einer Sache absolut sicher. Egal wie die Nacht auch ausgehen würde, sein Körper fand den von Treize mehr als anregend. Zwischen ihnen schlugen die Funken dass sie damit leicht den ganzen Club beleuchten konnten.

„Oh Gott Duo, du machst mich so heiß. Ich könnte dich hier und jetzt verschlingen."

„Dito," konnte Duo noch murmeln, bevor Treize ihm wieder die Zunge tief in den Mund steckte. Sie küssten sich, als wenn sie einander die Mandeln entfernen wollten. Aber als Duo dann seinen Kopf um einige Zentimeter zurück zog um endlich wieder atmen zu können, stellte er mit fast heiserer Stimme noch etwas wichtiges fest. „Ich steh nicht so auf die kurzen Nummern auf dem Klo."

Treizes Mund fing seinen wieder ein. „Das wäre auch ne absolute Verschwendung." Seine Hände kneteten dabei Duos Hintern wie um seinen Punkt zu untermauern. „Dich will ich die ganze Nacht genießen."

Duo war sich jetzt absolut sicher dass die Betreiber von Nightwish versuchten den Club in eine Sauna zu verwandeln. Es musste inzwischen mindestens achtzig Grad haben. „Mhmmmm," konnte er nur als Antwort stöhnen. Treizes Hände lenkten ihn zu sehr ab um richtige Worte zu bilden.

Doch dann brachte Treize plötzlich etwas Abstand zwischen sie. Er streichelte kurz Duos Gesicht und sagte dann fast traurig. „Und das ist das Problem. Zumindest für heute. Ich hab morgen früh – also in ein paar Stunden ein paar wichtige Termine. Die Zeit ist viel zu kurz."

Duo wusste nicht ob er traurig, ärgerlich oder belustigt sein sollte. Das war eine Wendung mit der er nicht wirklich gerechnet hatte. „Termine? Am Sonntag?" stammelte er.

Treize beugte sich wieder zu seinem Ohrläppchen vor, knabberte ein wenig daran rum und sagte dann. „So ist das Business. Immer 24/7. Aber morgen Abend hab ich frei. Wollen wir uns nicht auf einen Drink treffen und dann sehen wie es mit uns zweien weiter geht?"

Ah, das beruhigte Duo. Vor allem die Aussicht sich erst noch mal mit Treize zu treffen wo man sich vielleicht besser unterhalten konnte war nicht die schlechteste. Frustrierend für heute Nacht, weil die Hormone in Duos Körper verrückt spielten, aber auf lange Sicht besser. „Drink hört sich gut an."

„Perfekt. Lass uns ins Turandot gehen."

Duo schüttelte leicht den Kopf. „Keine Ahnung wo das ist."

Treize runzelte kurz die Stirn, dann zuckte er mit de Schultern. „Ist zu kompliziert zu erklären. Am besten wir treffen uns vor dem alten Rathaus und gehen dann das letzte Stück zusammen. Passt dir neunzehn Uhr?"

„Guter Plan." Duo grinste zustimmend und wurde mit einem neuen Kuss belohnt.

Sie tanzten noch zu einem weiteren Lied, dann sagte Treize, „Ich muss leider los. Wenn ich nicht mindestens fünf Stunden Schlaf bekomm, dann ziehen die mich morgen früh gnadenlos über den Tisch. Bis morgen Abend, Schönheit."

Treize zog Duo an den Schultern zu sich heran und gab ihm einen derart intensiven Kuss, dass Duos Zehen sich zusammenrollten. Das war Duo schon lange nicht mehr passiert. Als sie den Kuss brachen konnte Duo nur völlig außer Atem nach Luft schnappen und ein „Ja, bis Morgen," stammeln. Dann sah er auch schon wie Treize sich elegant den Weg nach draußen bahnte.

Duo wusste nicht wie lange er Treize hinterher starrte, aber plötzlich stand jemand neben ihm und pfiff so laut das es ohne Probleme die Musik übertönte. „Das waren ein paar verdammt heiße Tänze."

Duo drehte sich zur Seite und sah wie ihn Quatre wie ein Honigkuchenpferd anstrahlte. „Hast du uns die ganze Zeit beobachtet?"

„Fast die ganze Zeit," gab der blonde Mann zu. „Ich war neugierig wie sich das zwischen euch entwickelt. Und ihr habt eine ziemlich heiße Show geliefert. Wie wollt ihr die Choreographie nennen? Sex on the dancefloor?"

„Gna, Gna, Gna," gab Duo zurück während er ziemlich damit beschäftigt war nicht rot anzulaufen.

„Und was ist jetzt mit dir und ihm?"

„Er heißt Treize. Und wir haben morgen ein Date." Plötzlich war Duo in Gedanken damit beschäftigt ob das Date mit Treize zählen würde, falls tatsächlich aus ihnen was werden würde, da man ja seine Tanzeinlage mit ihm auch schon als Date werten könnte. Immerhin war die Bedingung ja nur ein einziges Date zu haben, oder? Aber dann wurde Duo klar dass er nur gewettet hatte nach einem Date den anderen richtig einschätzen zu können. Und das war ja schließlich geschehen. Er war an Treize interessiert und wollte sich wieder mit ihm treffen, da würde Hilde ihm keinen Strick draus drehen können.

„Wow, ein Date. Das geht ja richtig schnell bei dir. Wieso hab ich nie so ein Glück?" fragte Quatre.

Duo schlang seinen Arm um die Schulter seines Freundes. „Hey keine Panik wir finden auch noch jemanden für dich. Wirst schon sehen."

„Aber das kann noch Ewigkeiten dauern. Am Mittwoch flieg ich erstmal für über ne Woche auf Dienstreise." Quatre zog eine Schnute.

Das sah derart niedlich aus, dass Duo lachen musste. „Du tust ja so als wenn du ins Exil geschickt wirst."

„Ist doch auch fast so. Hier passieren die interessantesten Dinge und ich muss durch die Weltgeschichte reisen."

Duo lachte laut. „Quatre, du solltest mal deine Prioritäten neu ordnen. Und ich verspreche dir, dir alles wichtige sofort brühwarm zu erzählen."


Wie nicht anders zu erwarten, war die Nacht dann ziemlich frustrierend für Duo. Viel zu gerne hätte er die aufgeheizten Hormone mit Treizes Hilfe wieder beruhigt. Und nachdem er den ganzen Abend die unglaublichen Hände des anderen auf seinen Körper gespürt hatte, war es ein wenig enttäuschend sich jetzt selbst berühren zu müssen.

Am nächsten Tag blieb er lange im Bett und versuchte soviel Schlaf zu holen wie nur möglich, denn wer wusste schon ob er in der nächsten Nacht Zeit dazu hatte. Duo hoffte sehr das er mit was anderem beschäftigt sein würde.

Erst am späten Nachmittag stand er endgültig auf und fing langsam damit an sich für das Date fertig zu machen.

Duo wusste immer noch nicht was das Turandot für ein Laden war. Aber da Treize Highclass war, war es das wohl auch. Was natürlich Duos Kleidungsauswahl erheblich einschränkte. Nach langem überlegen entschied er sich wieder für die schwarze Stoffhose und für ein gutes Hemd. Darüber noch ein Jackett das ihn intellektuell aussehen ließ. Man konnte ja nie wissen.

Ein paar Minuten zu früh erreichte er dann das alte Rathaus, praktisch den Mittelpunkt der Stadt. Treize war aber schon da und wartete auf ihn. Duo strahlte ihn an. Irgendwie hatte er schon befürchtet der andere würde nicht kommen, warum auch immer.

Treize lächelte auch, und zog Duo dann dicht an sich und küsste ihn tief. „Hallo Schönheit," erklärte er. „Dann lass uns mal losgehen." Treize schlang seinen Arm um Duos Hüfte und führte ihn nach links.

„Hast du heute an mich gedacht?" fragte Treize plötzlich während er sie durch die Altstadt manövrierte.

„Die ganze Zeit," gab Duo zu. „Es war ziemlich frustrierend ohne dich ins Bett zu gehen." Duo hielt nichts von falscher Scham. Er fühlte sich zu Treize hingezogen und er hätte ohne Probleme mit ihm heute Nacht geschlafen. Wieso das also nicht zugeben. „Und du?"

„Ein paar Mal. Immer an den unpassendsten Stellen natürlich." Erklärte Treize. „Zum Glück hab ich das Geschäft trotzdem erfolgreich abgeschlossen. Das müssen wir heute Nacht feiern."

„Oh ja," war Duos ehrliche Antwort.

Dann hatten sie anscheinend das Turandot erreicht. Duo schaute sich neugierig um, als sie den Laden betraten. Er hatte richtig geraten, dass hier war absolute highclass. Edelstes Mobiliar und Gäste die alle aussahen als wenn sie einer teuren Modezeitschrift entsprungen wären.

Treize zog ihn wieder an sich, küsste ihn tief und ließ seine Hände freizügig über Duos Hintern streicheln. Komischerweise erregte das Duo nicht ganz so sehr wie gestern Abend. „Geh schon mal an die Bar und bestell dir was. Ich muss noch ein paar Leuten guten Tag sagen. Socialising und so. Bin gleich wieder bei dir."

Duo zuckte die Schultern, er war zwar etwas erstaunt wieso er Treize denn nicht bei der Begrüßungstour begleiten sollte, aber andererseits hatte er auch nicht viel Lust Leuten vorgestellt zu werden die er vielleicht nie wieder sehen würde. Deshalb befolgte er einfach Treizes Vorschlag.

An der Bar musste Duo dann Stirnrunzelnd feststellen dass es außer irgendwelchen Schickimicki Designerbieren nichts anständiges zu trinken gab. Zumindest nicht wenn man auf Cocktails verzichten wollte. Und davon war er für die nächsten Jahre geheilt. Also schickte Duo eine Entschuldigung zum Biergott und ließ sich eines von den komischen Gemischfläschchen geben. Unglaublich was heute so alles Modern war.

Er lehnte sich an die Theke und ließ seinen Blick über den Laden wandern. Schnell fand er Treize der scheinbar in ein sehr angeregtes Gespräch gefangen war. Duo runzelte die Stirn, hatte Treize nicht gesagt dass er nur kurz Hallo sagen wollte?

Es schien allerdings eine ziemlich lange Begrüßung zu sein, denn fünf Minuten später stand Treize immer noch bei der Gruppe. Nur dass die inzwischen angewachsen war. Treize begrüßte jeden der dazu kam mit zwei Wangenküssen und schien sich prächtig zu amüsieren.

Dann, gerade als Duo am überlegen war ob er nicht auch dorthin gehen sollte, entfernte sich Treize aus der Gruppe. Duo lehnte sich erleichtert wieder zurück. Wurde auch langsam Zeit dass der andere wieder zu ihm kam. Er hatte das Bier schon fast ausgetrunken und verspürte nicht wirklich das Verlangen nach einer weiteren Flasche.

Doch statt zu ihm zu gehen, hielt Treize bei der nächsten etwas größeren Gruppe an, und die Begrüßungszeremonie begann von vorne.

Duo wurde langsam wütend. Er schaute auf die Uhr, sie waren jetzt schon seit einer halben Stunde in dem Laden und Treize ließ ihn einfach an der Theke stehen. Was sollte das? Sie hatten doch ein Date, oder?

Klar, im Grunde hatten sie sich eher dazu verabredet sich heute Nacht gemeinsam durch die Laken zu wühlen, aber Treize hatte ihn in die Bar eingeladen. Und das sollte verdammt noch mal auch bedeuten dass der andere etwas Zeit mit ihm verbrachte. Und nicht nur mit den anderen Gästen der Bar. Duo schäumte vor Wut.

Mit einem lauten Scheppern stellte er die Flasche auf der Theke ab und wandte sich an den Barkeeper um sich doch noch eine weitere zu bestellen.

Der Barkeeper grinste ihn schief an. „Das macht er immer so," erklärte er während er vor Duo die Flasche abstellte.

Duo zog die Augenbrauen hoch. „Wer macht was?"

„Na Treize," der Barkeeper zeigte mit seinem Kopf in die Richtung des rothaarigen Mannes. „Er bringt immer seinen neuesten Aufriss her um mit ihm anzugeben, damit auch alle die Gelegenheit haben das Frischfleisch zu begutachten. Erst wenn er mit jedem hier im Laden gesprochen hat, wird ihm wieder einfallen das du überhaupt existierst."

Duos Stirnrunzeln wurde tiefer. „Und das lassen sich seine Eroberungen gefallen?"

Der Barkeeper zuckte mit den Schultern. „Natürlich. Er ist Treize. Unglaublich heiß. Unglaublich mächtig, er ist groß im Geschäft. So mancher würde alles tun um ihn ein paar Nächte lang das Bett zu wärmen."

Die Bier-Plörre in Duos Mund verwandelte sich in ekelig schmeckenden Abschaum. Für was hielt ihn Treize? Für was hielten ihn die anderen hier im Raum? Duo wusste er hatte in seinem Leben schon einige Fehler begangen, aber er war bei weitem nicht doof genug für diesen hier.

Er stellte die Flasche wieder ab und fischte einen Geldschein aus seiner Hosentasche. „Nun, zu dieser Sorte gehöre ich zumindest nicht. Stimmt so." Und mit diesen Worten drehte er sich um und ging.