Tja, das war mal wieder nichts mit schnell. Aber gut, ich nehme die Schuld auf mich, Honey hat mir schon vor ner Woche gesagt, dass ich das Chap ohne ihr Beta rausgeben soll... Allerdings kam dann erst noch das Ende von „Love Letters" und ich denke, diejenigen, die das gelesen haben, mussten nicht allzu sehr leiden, bis das neue Chappi hier fertig wird. =)
Obendrein hatte ich dann ja auch noch Probleme mit den Rewus, weil ja die Liste gesponnen hat und von – Mom... - 17 Rewus (mit den Doppelten :o) ) nur 8 aufgelistet wurden. Deswegen hoff ich mal, dass ich alle gesammelt hab. Und wenn nicht, dann tut's mir echt Leid. ::sigh::
So... Hoffe sehr, dass es euch gefällt. Es ist Chap 5 nun aus Sevs Sicht.
Die Dankes...
McAbe: Ich bin leicht unzuverlässig, aber keine Panik, ich vergess schon nicht, zu veröffentlichen. Muss doch meine Sucht befriedigen.
amelie: Na. Wie war „Berlin, Berlin"? - Ausgefallen. ::kicher:: Aber hey, bei Fehlern musst du meine Betas schimpfen. ::g::
Megchen: Danke erst mal wieder für 2Rewus. Du hast wirklich Ausdauer. Und die Frau – wie du sie ja noch reizender Weise nanntest, denn es gibt noch ganz andere Bezeichnungen für sie – spielt wohl später noch eine entscheidendere Rolle. Aber psst! Ich muss echt was wegen der Tastatur unternehmen. Aber vielleicht find ich ja jemanden, der Mitleid hat. =) Und dann steht dem Crossover nichts mehr im Weg. ::lach::
Easy auch für zwei Rewus. ::smile::
Bea: Wow, dein Review war wirklich was. ::lach:: Ich mein, da kann man glatt größenwahnsinnig werden. Vor allem, wenn du meine Story sogar ausdruckst. ::strahl:: Da müssen wir die Mappe ja mal ein bisschen erweitern. ::smile:: Für ne Eins mit Stern muss man ja mal was leisten, hm? ::g:: Ich dank dir auf jeden Fall riesig.
moonshine88: Danke für deinen Berlinbericht, du wirst mir ja nun auch noch den Rest schicken müssen. Natürlich erst, wenn du dich erkundigt hast. ::smile::
Like: Hey, ich bitte das nicht falsch zu verstehen. Ich liebe lange Reviews, bin immer froh, wenn den Leuten mehr als nur „Wow" oder „Nya, geht so" einfällt. Also, nur keine Scheu. Öhm, und was „Blondie" betrifft... ::lach:: ... wart's ab.
mrsgaladiel: Ich schreie? ::kicher:: Wohl schreiben, hm? Nya, versteh schon.
Tarivi: Caro, Caro, was wird das? Erst drohst du mir und dann läufst du weg? Vor mir? ::kicher:: Als ob ich dich schon jemals... Nya, gut, lassen wir das. ::bg:: Bin auf jeden Fall stolz, dass du dir nun auch meinen Nicht-Slash zu Gemüte führst. ::knuddelknutsch::
Herm84: Nya, du warst und bist nie die Einzige, die unter FF.net zu leiden hat. ::grummel:: Aber ich fühle mit dir. Vllt entschädigt Chap 7 ja.
Iarethirwen: Hab mir mal wieder beim Schreiben eines Namens die Zunge gebrochen. ::lach:: Freut mich aber, dass auch du deinen Senf dazu geben musst. Seid mir ja immer willkommen. ::smile:: Muss ja sagen, ich hab die Szene, dass Sev im Garten der Grangers sitzt, auch so gewählt, weil ich dachte, man könnte sich gut mit Hermine identifizieren. Und das nenn ich mal wichtig. Bezugspersonen. Obwohl ich auch mit Sev fühle. ::kicher::
Berendis: Hey, Cardiff ist Wales Hauptstadt. Find dich da mal zurecht, als Nichtmuggel.
Cathrin: Das nenn ich mal kreatives Rewu. ::g::
Maia May: Fragt sich, wer heute nicht verdorben ist (von den Anwesenden hier )?! ::zwinker::
curlylein: Dann hoffe ich auch diesmal aufs AuthorAlert. ::bösen Blick auf FF.net werf::
...und dann viel Spaß. Und hey, ein Rewu? ::lieb guck:: (Waren so „wenig" diesmal )
::rundknuddel::, LeakyC
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7. Impulse und Verstand
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Nachdem er geklingelt hatte, dauerte es eine kleine Weile, bis Severus durch das kleine Glasfenster eine schlanke Frau in einem weißen T-Shirt und Jeansshorts auf ihn zukommen sah. Sie öffnete die Tür und sah ihn einen Moment lang fragend an. Severus musterte sie in diesem Augenblick und irgendwie kam sie ihm bekannt vor.
„Ah, Sie müssen -", sie brach mitten im Satz ab, als hätte sie den Rest vergessen. Oder als ob sie seinen Namen nicht kennen würde... „Kommen Sie rein, mein Mann wird sich freuen, dass Sie kommen konnten." Sie deutete ihm, einzutreten.
Severus folgte ihr durch einen hellgestrichenen Flur und die Küche in den Garten.
„Er ist gerade wie wild am Handwerkern, wie er Ihnen vielleicht schon erzählt hat.", erklärte Mrs Granger. „Christian, dein Besuch ist da!", rief sie ihrem Mann dann zu, der noch nicht bemerkt hatte, dass Severus mit seiner Frau auf die Terrasse getreten war.
Jetzt sah er auf und eilte dann zu ihnen herüber, seine Hände an seiner blauen Arbeitshose abstreifend. „Severus, toll, dass du Zeit gefunden hast." Er reichte ihm die Hand, bis über beide Ohren strahlend.
Der Schwarzhaarige konnte sich nicht erinnern, wann sich das letzte Mal jemand so über einen Besuch von ihm gefreut hatte. Er ergriff die Hand seines Freundes und drückte sie fest. „Hallo, Christian."
„Meine Frau hast du also schon kennen gelernt.", sagte Mr Granger.
„Na ja, kennen gelernt ist zuviel gesagt.", lächelte Severus.
Nun reichte ihm auch Mrs Granger die Hand. „Entschuldigen Sie, das war schrecklich unhöflich von mir. Ich bin Jaqueline."
„Severus.", entgegnete er freundlich.
„Ich geh mir mal schnell was Anderes anziehen.", meinte Mr Granger nun. „Und dann können wir Kaffeetrinken. Du kommst gerade rechtzeitig." Er legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter und verschwand dann im Haus.
„Setzen Sie sich." Die braunhaarige Frau bot ihm einen Stuhl an. „Unsere Tochter macht sich auch gerade frisch. Sie hat ihrem Vater heute schon fleißig geholfen. Andernfalls wär die Hütte sicher nicht schon so weit." Sie lachte. „Ich geh dann mal den Kuchen holen."
Severus konnte sich selbst nicht erklären, was in ihn gefahren war, als er aus einem plötzlichen Impuls heraus fragte: „Kann ich Ihnen helfen?"
Lachend winkte Mrs Granger ab. „Auf keinen Fall. Bleiben Sie schön da sitzen." Und schon war auch sie im Haus verschwunden.
Der schwarzhaarige Mann lehnte sich im Stuhl zurück und sah sich neugierig um. Es war geradezu idyllisch hier draußen. Man konnte sogar die Vögel zwitschern hören. Wenn da nicht der Rasenmäher im Nachbargarten wäre...
„Sie trinken doch Kaffee?", wollte Mrs Granger wissen, als sie zurück auf die Terrasse trat und einen großen gedeckten Apfelkuchen auf den Tisch stellte.
„Natürlich.", entgegnete Severus.
Die Frau seines Freundes lief noch einige Male rein und raus, Teller, Tassen, Besteck und Sahne herbeibringend. Severus wollte sie noch einmal fragen, ob er ihr behilflich sein konnte, erinnerte sich dann aber an die energische blonde Frau von vorhin und ließ es lieber sein. Wahrscheinlich kratzte man am Ego Walisischer Frauen, wenn man ihnen Hilfe anbot.
Dann kam auch Christian Granger zurück und ließ sich auf seinen Stuhl fallen. „Hach, genug geschafft für heute." Er trug nun Jeans und ein Sommerhemd. „Wirklich schön, dass du es doch noch geschafft hast."
Severus nickte nur lächelnd. Auch er fand es schade, dass er den Kontakt zu seinem Freund damals abbrechen musste. Aber seine Eltern, sie hatten Muggel gehasst...
„Vielleicht schaffen wir es ja nun, den Kontakt zu halten, was meinst du? Oder haben deine Eltern andere Pläne?" Er zwinkerte und Severus musste schmunzeln.
„Wird sich machen lassen. Ich komme sicher noch mal hier runter. Mein Direktor ist da etwas wunderlich. Der schickt mich gerne durch die Weltgeschichte.", meinte er.
Wieder hatte Mr Granger diesen anerkennenden Blick auf dem Gesicht. „Ich bewundere es, dass du auch gewillt bist, deine Freizeit zu opfern. Ich meine, vor allem jetzt, wo Ferien sind."
„Ich wohne in dieser Schule, sie ist eine Art Internat, da kann man sich bei den langen Ferien glatt mal langweilen.", gestand Severus ihm. „Außerdem schulde ich meinem Chef noch den ein oder anderen kleinen Gefallen."
„Na dann."
Nun trat seine Frau wieder auf die Terrasse, diesmal mit einer Kanne Kaffee. „Würden Sie mir Ihre Tasse reichen?", bat sie Severus.
Er folgte artig und bedankte sich.
„Ah, da kommt unsere Tochter. Küken, darf ich dir Sense vorstellen?", sagte Mr Granger auf einmal.
Severus sah auf. Vor ihm stand ein Mädchen...das er ziemlich gut kannte. Diese braunen Haare und die Nase, die Gesichtszüge... Natürlich, warum hatte er es nicht gleich erkannt?! Hermine war ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Und nun stand sie da, eine Teetasse in der Hand und starrte ihn ungläubig an. Severus verfluchte seine Naivität. Warum hatte er sich nicht wenigstens mal bei Christian erkundigt, wie alt seine Tochter war.
„Schatz?" Mrs Granger klang besorgt.
Hermine wandte ihren Blick nicht von ihm ab und auch Severus konnte sie nicht gehen lassen. Er wusste, dass er sie damit quälte, doch auch er befand sich in einer Extremsituation. Wenn sie jetzt schreiend wegrannte, musste er die Erklärung dafür liefern. Wer wusste denn schon, was das Mädchen ihren Eltern über ihn, den verhassten Zaubertranklehrer, erzählt hatte?
Severus konnte genau sehen, wie die Tasse in Hermines Hand schwankte, ihre Hand zitterte. Er wusste nicht, ob er ihr sonstiges Verhältnis überspielen sollte, sich freundlich, gelassen, einfach so geben sollte, wie er jetzt, aber sonst nie war, oder einfach...
Plötzlich entglitt ihr die Tasse und zerschellte auf dem Steinfußboden. Sofort sprang Mrs Granger auf, um ihrer Tochter zu helfen. Gemeinsam sammelten sie die Scherben ein und trugen sie in die Küche.
Die zwei Männer blieben schweigend zurück. Wenigstens ist sie nicht schreiend weggelaufen, dachte Severus.
„Wieder alles okay?", wollte Mr Granger wissen, als sich die zwei weiblichen Familienmitglieder drei Minuten später wieder an den Tisch setzten.
Hermine mied Severus' Blick deutlich. Es überraschte ihn nicht. Als Schüler hätte er wohl nicht anders reagiert. Und er rechnete es ihr schon hoch an, dass Hermine wieder mit an den Tisch gekommen war. Viele hätten sicher den Schwanz eingezogen und sich verkrochen. Doch dann fiel ihm wieder ein, wie Hermine sich im Unterricht benahm und es wurde ihm schlagartig bewusst, dass sie sich diese Blöße nicht geben würde.
„Sicher. Ich hab mich nur...ein wenig erschrocken.", antwortete Hermine nun ihrem Vater. Bei dem letzten Wort richtete sie ihren Blick aber doch direkt auf Severus.
Dieser starrte schweigend zurück. Sie war ganz schön mutig.
„Erschrocken?", fragte ihr Vater verwundert.
„Jaah..." Hermine erwiderte den Blick ihres Lehrers noch immer. Severus versuchte zu lesen, was sie dachte. Er hatte dies einmal sehr gut gekonnt, doch wenn man diese Fähigkeit nicht trainierte, verlernte man es auch schnell wieder.
Mr Granger war sichtlich irritiert und als seine Frau nur mit den Achseln zuckte, wandte er sich schlussendlich mit fragendem Gesichtsausdruck an Severus.
Dieser unterbrach den Blickkontakt mit Hermine und lächelte seltsam. „Na ja, ich denke mal, deine Tochter ist es nicht gewohnt, dass ihr Lehrer plötzlich als alter Freund des Vaters im Garten sitzt."
„Lehrer?"
„Ja, Paps, Lehrer. Zaubertrankmeister, um genau zu sein." Die Worte klangen recht verächtlich, so wie die Braunhaarige sie aussprach. Sie schien sich auch nicht an dem düsteren Blick zu stören, den Severus ihr daraufhin schenkte und goss sich Saft ein. Miss Granger, Sie haben Ferien, aber Sie sollten überlegen, wen Sie vor sich haben. Severus fand seine Schülerin zum ersten Mal in seinem Leben wirklich dreist.
Mr Granger schien seine Verwirrung langsam wieder in den Griff zu bekommen. „Ähm...ja,...ist ja ein... komischer Zufall." Er lächelte unsicher.
„Komisch allemal.", stimmte der Schwarzhaarige zu und blickte Hermine wieder an. Hätte er bloß besser aufgepasst, er hätte ihnen allen viele Unannehmlichkeiten ersparen können. Schon jetzt konnte er sich vorstellen, wie das Mädchen am ersten Schultag allen ihren Freunden auf die Nase band, was ihr in den Ferien widerfahren war. Und nicht zuletzt ihre Eltern...noch hatten sie nichts gesagt, doch wer wusste schon, was sie sich im Stillen dachten? Der Sadist, der seine Schüler drangsaliert.
„Mum, könnte ich ein Stück Kuchen haben?", bat Hermine ihre Mutter nun.
„Sicher, Schatz." Ihre Mutter platzierte ein großes Stück Apfelkuchen auf ihrem Teller und verteilte auch an Severus und ihren Mann.
Eine kurze Weile aßen sie schweigend, dann schnitt Christian Granger die alten Zeiten an. Severus unterhielt sich gerne mir ihm darüber, so konnte er die Gegenwart eine Zeit lang vergessen.
„Sagen Sie, Professor", wandte sich irgendwann auch Mrs Granger an ihn.
„Bitte, nennen Sie mich Severus.", flötete der Lehrer. Er hatte immer wieder einen Blick auf Hermine geworfen und ihr angewidertes Gesicht gesehen, das sie hinter ihrem Glas oder beim Essen zu verstecken versuchte, was ihr aber nicht gelang.
„Okay, Severus.", lächelte Mrs Granger. „Wie sind sie eigentlich zu ihrem Kosenamen gekommen?"
Severus sah, wie Hermine die Augen verdrehte. Natürlich ärgerte sie sich, dass ihre Eltern freundlich zu ihrem Gast waren und wenn sie ein genauso gutes Gespür hatte wie er, musste sie feststellen, dass sie ihm durchaus nichts vorheuchelten.
„Ach, das wird Ihnen Christian besser erklären können, denke ich. Er hat mich schließlich so getauft.", entgegnete er lächelnd.
„Jaah, das kann ich.", strahlte sein Freund. „Wisst ihr, Severus machte damals schon den Eindruck nur aus Verstand zu bestehen. Keiner konnte ihm was vormachen. Ich hatte noch nie einen so vernünftigen Viertklässler gesehen."
„Hm, und dann sein ganzes Leben lang.", hörte Severus das braunhaarige Mädchen ihm gegenüber auf einmal nuscheln. Es war leise gewesen und er war sich sehr sicher, dass er es nicht hatte hören sollen. Er sah zu ihr hinüber und einen Moment lang war er verletzt. Doch dann rief er sich selbst zur Ordnung. Schmerzen! Weil eine Schülerin eine zynische Bemerkung über ihn gemacht hatte? Eine Schülerin, die doch so rein gar nichts wusste!
„Was hast du gesagt, Schatz?", wollte ihr Vater wissen.
„Nichts, nichts.", meinte Hermine zuckersüß und stand auf. Sie lächelte in die Runde. „Ihr entschuldigt mich." Severus erntete noch einen giftigen Blick und dann ging sie mit ihrem Geschirr ins Haus.
Der Schwarzhaarige bemerkte sehr wohl den Blickwechsel zwischen den Grangers und erwartete schon eine Entschuldigung für das Benehmen ihrer Tochter. Doch sie schwiegen. Severus war irgendwie froh darüber. Wenn er Lust hatte, konnte er sich während Hermines letzten Schuljahr noch mit genügend Kleinigkeiten an ihr rächen. Immerhin hatte er sie in seinen Kurs aufnehmen müssen, sie hatte wie immer Bestnoten erhalten. Aber jetzt hatte sie den Bogen vielleicht wirklich ein bisschen überspannt...
Nach einer Weile unterbrach Mrs Granger die Stille. „Severus, möchten Sie noch Kuchen?"
„Nein, danke.", lehnte er ab. Nach Kuchen war ihm jetzt wirklich nicht mehr zumute. „War aber sehr lecker.", lobte er vorsichtshalber noch.
Die dunkelhaarige Frau lächelte dankbar. „Gut. Christian?"
„Nein, danke, Schatz."
„Dann räum ich ihn rein. Nicht, dass er in der Sonne noch zusammenfällt." Mrs Granger stand auf und verschwand mit dem Kuchen ebenfalls im Haus.
Es wunderte Severus nicht, dass sie einige Minuten wegblieb. In der Zeit brachte er ein neues Thema auf den Tisch, um dem Nachmittag wieder eine nette Atmosphäre zu geben.
„Sag mal, wie bist du eigentlich Zahnarzt geworden?", fragte er seinen Freund.
„Witzbold! Ich hab studiert.", war die Antwort.
Severus betrachtete ihn mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Ich weiß auch nicht. Es stand für meine Eltern fest, dass ich studieren sollte. So habe ich alle möglichen Probeseminare besucht und bei dem für Zahntechnik hat's mich festgehalten.", erzählte Mr Granger.
Severus nickte interessiert. „Und deine Frau?"
„Die hab ich damals kennen gelernt. Sie hat ein halbes Jahr später angefangen zu studieren, war aber auch ein halbes Jahr vor mir fertig. Was natürlich gut war, schließlich war sie damals schon schwanger."
Als Severus das Grinsen auf dem Gesicht des braunhaarigen Mannes sah, vergaß auch er einen Moment lang die Begegnung mit Hermine und musste schmunzeln.
„Das war eine tolle Zeit damals. Zu schade, dass du nicht dabei warst.", meinte Mr Granger.
„Da hast du sicher recht.", seufzte Severus. Für einen Augenblick überlegte er tatsächlich, wie sein Leben wohl gelaufen wäre, hätten ihn seine Eltern nicht zu einem Muggel-hassenden, grausamen Jungen erziehen wollen. Wahrscheinlich hätte er ein besseres Leben führen können. Zwar wäre er da nie Jane begegnet, doch sie war es eh nicht wert gewesen. Und vielleicht wäre er jetzt verheiratet. Eine Frau hätte das weiterführen können, was Jane begonnen, aber nie zu Ende geführt hatte - einen guten Menschen aus ihm zu machen.
Nach ein paar Minuten kehrte Mrs Granger zurück und sie unterhielten sich noch über die alten Zeiten. Severus war eigentlich froh, dass sie ihn wenig zur Gegenwart fragten. Außer den gewöhnlichen Fragen, warum er nicht geheiratet hatte und ob er sein ganzes Leben lang in Hogwarts bleiben wollte, verschonten sie ihn. Auch fragten sie ihn nicht neugierig über seine Arbeit als Zaubertrankmeister aus, taten, als gehöre die Zauberwelt doch schon irgendwie zu ihrem Leben.
Der schwarzhaarige Mann hätte sich gerne über Hermines Zukunft erkundigt, doch er hielt es nicht für ratsam. Nicht solange er noch ihr Lehrer war.
Irgendwann erhob er sich dann. Es war schon später Nachmittag geworden und er musste noch zurück zu seinem Pub kommen, ohne sich dabei zu verlaufen. „So, ich muss mich dann leider verabschieden."
„Oh, wie schade.", meinte Mrs Granger.
„Es tut mir Leid.", entschuldigte er sich. „Aber ich habe leider noch etwas zu tun." Entschädigend schenkte er ihr sein charmantestes Lächeln.
„Soll ich dir ein Taxi rufen? Oder bist du mit dem Auto da?", wollte sein Freund wissen.
„Das wäre wirklich nett, wenn du das tun könntest.", entgegnete Severus. „Ich würde mich in der Zeit gerne von eurer Tochter verabschieden gehen." Er hatte sich kurzfristig dazu entschieden, auch wenn er sich nicht erklären konnte, warum. Eigentlich war es das Beste, das Haus schnell zu verlassen, doch irgend etwas zwang ihn dazu, seiner Schülerin noch auf Wiedersehen zu sagen. Vielleicht war es reine Höflichkeit, doch Severus war sich sicher, dass es nicht seine gemeine Ader war, die sie ärgern wollte.
„Die Treppe hoch, zweite Tür links.", erklärte Mrs Granger, als sie mit ihm an der Treppe im Hausflur war.
Dankbar lächelte Severus sie an, dann stieg er die Stufen hinauf und ging recht langsam über den Gang zu Hermines Zimmertür. Was wollte er ihr eigentlich sagen? Er wollte doch nicht allen Ernstes den Kopf zur Tür reinstecken, ein „Wiedersehen" hervorpressen und flüchten. Lieber Himmel, er war erwachsen und sie war seine Schülerin! Für gewöhnlich besaß er Druckmittel, um sie zum Kriechen zu bekommen, doch jetzt...
Zögernd hob er die Hand. Dann klopfte er aber doch. Nachdem ein ziemlich leises „Ja" erklungen war, öffnete er die Tür ein ganzes Stück und trat in den hellen Raum hinein. Wie auch der Flur und wahrscheinlich das ganze Haus, war Hermines Zimmer mit viel Holz ausgekleidet, und in einem beigefarbenen Ton getüncht. Es bildete einen solchen Kontrast zu Severus' gewohnter Umgebung, dass er einen Moment lang sprachlos war.
„Professor?", stieß Hermine überrascht hervor und erst jetzt dachte Severus wieder daran, warum er hier war.
Er musterte sie und ließ seinen Blick noch einen Moment durch das Zimmer schweifen. „Ich wollt mich nur von Ihnen verabschieden und Ihnen noch schöne Ferien wünschen.", sagte er dann und seine Stimme war seltsam rauh.
Als er wieder auf Hermine blickte, bemerkte er, dass sie die Augen des Mädchens einen Moment lang misstrauisch verengten. „Danke.", antwortete sie aber ruhig. „Wünsche ich Ihnen auch."
Er nickte. „Tut mir Leid, dass wir Sie so überrollte haben."
Zu seiner Genugtuung stellte er fest, dass sie staunte. „Ähm...ja,...schon okay.", stammelte sie schlussendlich.
„Das habe ich gesehen.", meinte Severus trocken. Ihm brauchte sie nichts vormachen, schließlich war er anwesend gewesen.
Schmunzelnd sah er, wie sie rot wurde.
Auf einmal sprang ihr Kater von seinem Kissen auf der Fensterbank und begann, um Severus' Beine zu streichen. Der Lehrer hockte sich hinunter und strich ihm sanft über das rote Fell, woraufhin der Kater laut zu schnurren begann.
„Süßes Tier.", meinte Severus und sah Hermine an.
„Hm.", machte seine Schülerin nur.
„Nun gut.", sagte der schwarzhaarige Mann. „Ich gehe dann." Er erhob sich wieder und ging zur Tür.
Hermine nickte nur, ihr Buch betrachtend.
„Schönes Zimmer haben Sie.", meinte Severus und blickte noch einmal auf das Mädchen. „Wiedersehen."
„Wiedersehen.", hörte er sie noch murmeln, dann verließ er das Zimmer und schloss die Tür.
Das war jetzt schwer, oder, Severus?, schimpfte er sich selbst, während er die Treppe hinunter stieg.
„Na, hat sie dich ganz gelassen?", scherzte Mr Granger und reichte Severus seinen Stadtplan. „Hier, den hast du draußen vergessen."
„Ah, danke." Er nahm das Papier entgegen. „Ihr habt eine tolle Tochter.", sagte er dann zu dem Ehepaar. „Ich würde auch nicht anders reagieren."
Christian Granger lachte. „Oh doch, du schon, Sense, du schon."
Da hupte es draußen und sie brachten ihn noch zur Tür.
„Du hast unsere Adresse. Meld dich mal wieder, ja?", sagte sein Freund.
Auch Mrs Granger stimmte zu: „Ja, Sie müssen uns mal wieder besuchen kommen."
„Es wird sich sicher einrichten lassen.", meinte Severus und gab den beiden die Hand.
Dann lief er die paar Stufen und den gepflasterten Weg hinunter bis zu Tor und stieg ins Taxi. Er hob noch kurz die Hand zum Abschied, dann fuhr das Taxi ab.
„So, wo soll's denn nun hingehen?"
Severus stellte fest, dass er den gleichen Taxifahrer erwischt hatte, wie zuvor.
„Wenn's Ihnen nichts ausmacht, zurück zum Stadtpark, wo wir vorhin eingestiegen sind.", erwiderte er.
Der Mann lachte. „Mir soll's am wenigsten ausmachen."
Während sie durch die Straßen fuhren, blickte Severus nachdenklich aus dem Fenster. Er hatte neue Freunde gefunden und sich eine Schülerin zur Feindin gemacht. Irgendwie war er sich sicher, dass Hermine ihn nun noch mehr hasste. Doch dann sagte er sich, dass es noch einige Woche bis zu neuen Schuljahr waren. Wochen, in denen sie sich abregen konnte, in denen auch er ihr dreistes Auftreten vergessen konnte.
Severus wusste nicht, wie sehr dieser eine Tag sein Leben beeinflussen würde...
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::weises Mädchen sei::
