Kapitel 7: Sie ist einfach klasse....
Emmet:
Dieses verrückte Mädchen. Egal, was ich versuchte, sie ließ mich immer wieder stehen. Sie umtrippelte mich, nahm mir den Ball ab, und ihre Pässe saßen genau so, wie sie sollten. Meine Bewunderung für Marie stieg immer mehr. Und ich sah es auch meinen Kumpels an. Marie beeindruckte sie. Keiner von ihnen hatte schon einmal gegen ein Mädchen gespielt, und schon gar nicht gegen eines, dass so unerschrocken gegen uns Männer vorging. Erst trauten wir uns nicht an sie ran, sie war ja immerhin ein Mädchen. Aber je länger wir spielten, desto mehr mussten wir feststellen, dass wir gar nicht so rücksichtsvoll sein mussten. Die Kleine war hart im Nehmen und teilte auch kräftig aus. Zwei Mal wurde sie schon gefault und rollte wie eine Kugel über das Feld. Ohne zu meckern stand sie auf und spielte weiter. Im Gegenteil sie lachte. Sie lachte so richtig fröhlich und frei. Es machte ihr Spaß, und uns auch. Aus den Augenwinkeln sah ich Tanya und meine Geschwister ans Feld kommen. Na, die würden jetzt auch Augen machen....
Alice:
Ui, ich hatte Emmet entdeckt. Ich freute mich, meinen großen Bruder mal wieder zu sehen. Seit er hier bei Tanya wohnte, war es zu Hause einfach ruhiger geworden. Er spielte mal wieder Fußball, seine Lieblingsbeschäftigung. Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen, wie er da einem kleinen blonden Kerl hinterher rannte, um ihm den Ball abzunehmen. Er hatte definitiv keine Chance. So flink und wendig war er einfach nicht. Und dann drehte sich der Spieler um...
Erstaunt riss ich die Augen auf, das war doch Marie. Ungläubig sprach ich es aus: „Marie?"
Edward:
„Marie?" hörte ich Alice fragen. Wie kam sie denn jetzt auf sie? Irritiert schaute ich zu ihr, und sie macht eine Handbewegung Richtung Feld. Ich konnte es nicht fassen. Dieses seltsame Mädchen führte Emmet an der Nase herum. Es war ein Bild für Götter, und ich konnte das Lachen nicht mehr zurückhalten. Gestern wusste ich noch nicht, was ich von ihr halten sollte, aber heute war sie schon ein Stück in meiner Achtung gewachsen. Wer freiwillig mit einem Haufen verrückter Kerle Fußball spielte, der musste schon etwas auf dem Kasten haben. Ich wurde neugierig auf dieses Mädchen. Ich konnte meinen Blick gar nicht mehr von ihr losreißen. Wie sie da gegen die Jungs kämpfte, und dann dieses Lachen. Plötzlich kribbelte es in meinem Bauch. Für einen kurzen Moment hielt ich die Luft an. Dieses Gefühl, das mir eben durch den Körper jagte, war mir neu. Ich konnte damit nichts anfangen. Was war das?
Tanya:
„Mariiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie, mach sie fertig!" rief ich ihr zu. Ich musste sie doch anspornen. Wie klasse, dass sie den Herren mal zeigte, wo es lang ging. Sie war eben eine beeindruckende Person. Alle waren mindestens einen Kopf größer als sie, aber sie kämpfte und ließ sich nicht unterkriegen. Alice war auch schon begeistert von ihr. Die ganze Nacht hatte sie immer wieder von Marie geredet, wie toll sie wäre, dass sie unbedingt mit ihr shoppen gehen müsste usw. Irgendwann hatte ich die Ohren auf Durchzug gestellt. Alice konnte schon anstrengend sein.
Bella/Marie:
„Mariiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie, mach sie fertig!" hörte ich jemanden rufen. Und ich freute mich über diesen jemand, den die Stimme würde ich überall wiedererkenne. Ich winkte Tanya zu, und stellte überrascht fest, dass die anderen von gestern auch da waren. Hatte ich irgendwas verpasst? Was machten die denn alle hier?
„Emmet, ich geb mich geschlagen, ich bin echt kaputt." Mit diesen Worten liess ich mich ins Gras fallen und schaute in den Himmel. Die Jungs hatten mir eine Menge abverlangt, aber ich hatte meine Position schätzungsweise gar nicht schlecht gespielt. Zumindest ist mir der eine oder andere erstaunte Blick von ihnen nicht entgangen. Ich war stolz auf mich. Für ein paar Sekunden schloss ich die Augen. Einfach mal kurz abschalten und die frische Luft genießen. Naja, nur hatte ich die Rechnung ohne die Jungs gemacht. „Marie, du warst erste Sahne...Hut ab, mit dir spiele ich jederzeit gerne wieder, aber nicht mehr gegen dich," lachte er, „komm, ich helf dir auf...ich zeig dir, wo die Duschen sind!" Bei diesen Worten reichte ich ihm meine Hand, und er zog mich auf die Beine. Lässig hatte er seinen Arm um meine Schultern gelegt. Ich hatte das sehr wohl registriert, aber machte mir nichts aus. Emmet war so was wie mein Beschützer. „Ähm, du Emmet, ich hab da ein Problem...ich hab ja gar kein Duschhandtuch, geschweige denn Klamotten zum Wechseln." Ich musste ihn wohl sehr komisch angeschaut haben, denn er lachte...und ich glaube echt, er lachte mich aus. Gespielt beleidigt kniff ich ihm in die Seite und meckerte: „Ey, lach mich nicht aus, das is fies!" Überrascht schaute er mich an: „Kleines, wenn das dein einziges Problem ist, dann mach dir keine Sorgen, das hab ich schnell gelöst."
Vor den Waschräumen blieb ich stehen. Ich konnte ihm doch jetzt schlecht in den Duschraum für Männer folgen, oder?
