Disclaimer: mir nix, alles denen und auch keine Kohle für mich.
Fandom: Blades of Glory (die Eisprinzen)
Titel: mea Culpa – meine Schuld, deine Schuld
Autor: Lorelei Lee
Pairing: Chazz/Jimmy, Erwähnung von Jimmy/Katie
Rating: ab 18 (Slash)
Inhalt: "Chazz hat mir da ein paar Dinge beigebracht…"
Warnungen: Die Jungs werden (endlich!) intim miteinander…
mea Culpa – meine Schuld, deine Schuld
Teil 7
Kochend vor Wut ging Chazz zu Fuß in die nahegelegene Stadt. Er betrat die erstbeste Kneipe, an der vorbeikam, setzte sich an die Bar und bestellte Whisky. Der Barkeeper stellte ein Glas vor ihn hin und schenkte ihm ein. Als er Anstalten machte, die Flasche wieder wegzuräumen, hielt Chazz ihn auf, nahm ihm die Flasche ab und knallte einen großen Geldschein auf die Bar.
Der Barkeeper betrachtete erst den Geldschein, dann Chazz, dann die halbvolle Flasche, zuckte mit den Schultern und überließ Chazz die Flasche.
Chazz trank rasch hintereinander fünf Gläser und schenkte sich gerade den sechsten Drink ein, als ihn jemand ansprach.
„Ärger mit der Lady?", fragte der Mann, der neben ihm an der Bar saß.
Chazz sah kurz von seinem Glas auf und musterte seinen Nachbarn, der sich an einem Bierglas festhielt. Kariertes Holzfällerhemd über dem umfangreichen Bauch, grauer Bart – vermutlich Lastwagenfahrer.
„Kann man so sagen", antwortete Chazz und leerte sein Glas.
Der Mann schüttelte den Kopf.
„Weiber", meinte er tiefsinnig. „Es geht nicht mit ihnen, es geht nicht ohne sie."
„Darauf trinke ich", erwiderte Chazz mit einem schiefen Grinsen und füllte sein Glas erneut. Allmählich merkte Chazz, wie der Alkohol seine Wirkung tat. Normaler Weise vertrug er wesentlich mehr, aber er war auch hier außer Übung.
Er prostete seinem Nachbar stumm zu.
„Cheers", sagte der ältere Mann und hob ebenfalls sein Bierglas an die Lippen. „Bring ihr Blumen und ein paar Klunker. Dann beruhigt sie sich auch wieder", riet er Chazz, nachdem er einen kräftigen Schluck genommen hatte.
„Sie hat gesagt, sie vertraut mir nicht mehr", vertraute Chazz seinem Nachbarn an und klopfte sich insgeheim für seine Geistesgegenwart auf die Schulter, Jimmy als „sie" auszugeben.
„Oh", murmelte der Mann. „Böse Sache. Da hilft auch kein Grünzeug", schloss er mit einem Schulterzucken.
„Eben", meinte Chazz dumpf.
Der Mann kratzte sich am Kopf und beugte sich vertraulich zu Chazz hinüber.
„Da muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss."
„Genau", bestätigte Chazz mit schwerer Zunge. Dann stutzte er. „Wie war das noch mal im Mittelteil?", fragte er.
„Du musst ihr beweisen, dass du ihr vertraust", sagte der Mann.
„Tu ich doch", behauptete Chazz und griff erneut nach der Whiskyflasche.
„Weiß sie das auch?"
Chazz hielt mitten in der Bewegung inne.
„Hm. Guter Punkt", meinte er nachdenklich.
Der Mann senkte seine Stimme zu einem verschwörerischen Flüstern: „Lass sie dein Auto fahren. Gib ihr Kontovollmacht. Leih ihr deine Bowlingkugel. Irgendwas, was ihr zeigt, dass du ihr wirklich vertraust. Dann wird sie auch dir wieder vertrauen."
Chazz' leicht alkoholisiertes Gehirn arbeitete schwer, doch allmählich kam er zu dem Schluss, dass der Mann Recht hatte. Es war Zeit für drastische Maßnahmen.
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Eine gute halbe Stunde später war Chazz wieder zurück im Haus ihres Trainers.
Jimmy saß mit verschränkten Armen und schmal zusammengepressten Lippen auf dem Sofa und versuchte, Chazz mit seinen Blicken zu erdolchen.
„Du stinkst nach Kneipe!", fauchte er vorwurfsvoll.
„Ich freu mich auch, dich wieder zu sehen", erwiderte Chazz trocken.
Eine leichte Bewegung ging durch Jimmys Körper, doch er blieb sitzen.
„Wirst du dich jetzt übergeben?", fragte er unwillig.
„Vielleicht später", gab Chazz zurück. „Du hast gesagt, du vertraust mir nicht mehr", äußerte er dann abrupt.
Jimmy wandte demonstrativ seinen Blick ab und drehte den Kopf zur Seite.
„Aber ich vertraue dir!", sagte Chazz beinahe trotzig.
Jimmy stieß ein ungläubiges Schnauben aus.
„Beweis es", verlangte er verächtlich.
„Das werde ich", sagte Chazz gefasst, zog seine Jacke aus und öffnete Knopf und Reißverschluss seiner Jeans.
Jimmys' Augen weiteten sich in einer Mischung aus Verblüffung und Panik. Gleichzeitig bemühte er sich sichtlich, nicht die Fassung zu verlieren.
„Und warum musst du dazu deine Hose ausziehen?", wollte er wissen
Chazz hatte mittlerweile reichlich unelegant seine Schuhe abgestreift und stand nun in T-Shirt, Socken und Unterhose im Wohnzimmer.
Er atmete einmal tief durch.
„Weil du jetzt... wie hast du dich vorhin so elegant ausgedrückt? Weil du mir jetzt dein Ding reinstecken wirst."
„WAS?!", kreischte Jimmy.
Chazz hielt sich gequält die Ohren zu.
„Jetzt pass mal auf, MacElroy", sagte er mit einem entschlossenen Unterton in der Stimme. „Ich habe mir ein paar hinter die Binde gekippt. Aber ewig hält dieser Zustand auch nicht an. Wenn ich du wäre, dann würde ich mich ein bisschen beeilen, denn dieses Angebot steht nicht ewig." Er kramte in den Taschen seiner Jacke und zog eine kleine Papiertüte heraus.
„Du bist verrückt", sagte Jimmy fassungslos.
„Zehn – neun – acht…", fing Chazz an zu zählen und zog eine Packung Kondome und eine kleine Tube Gleitmittel aus der Papiertüte.
„Ich kann das nicht auf Kommando!", schrie Jimmy panisch.
„Ach ja?", erwiderte Chazz ungerührt. Er ging an Jimmy vorbei in die Küche. „Wir nehmen den Küchentisch – immerhin gehöre ich schon zu den Fortgeschrittenen. Sieben – sechs…", zählte er weiter.
Jimmy war aufgesprungen und ihm nachgelaufen.
„Lass diese Zählerei! Das macht mich ganz nervös", herrschte er Chazz an.
„Fünf – vier – Komm schon Jimmy! Lass mich hier nicht hängen!", drängte Chazz seinen Partner und zog ein Kondom aus der Verpackung. „Wie soll ich dir sonst beweisen, dass du mir vertrauen kannst? Ich bin im Moment körperlich leider nicht in der Verfassung den Eisernen Lotus durchzuführen. Egal in welcher Konstellation." Er sah Jimmy für einen Moment einfach nur an. „Jetzt liegt es an dir", sagte er leise.
„Aber...", sagte Jimmy und es war ihm anzusehen, dass er verzweifelt nach einem Ausweg suchte, doch genauso deutlich war ihm auch anzusehen, dass zumindest ein Teil seines Körpers sehr von dieser Idee angetan war.
„Drei – zwei - Verdammt, Jimmy! Du willst es doch auch!", rief Chazz und deutete auf Jimmys Unterkörper woraufhin eine flammende Röte in Jimmys Wangen schoss.
„Ist ja gut! Ich mach es! Aber hör mit dieser Zählerei auf!", rief Jimmy fast flehentlich.
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Chazz stand mit gespreizten Beinen vor dem Küchentisch und versuchte, seinen Oberkörper so bequem wie möglich auf der harten Tischplatte zu platzieren.
Hinter seinem Rücken fummelte Jimmy immer noch mit dem Kondom herum.
„Und jetzt?", hörte er seinen Partner mit angespannter Stimme fragen.
„Gleitmittel. Vorbereiten… und bevor du fragst, womit und was – versuch logisch zu denken", erwiderte Chazz genauso angespannt. Er wollte nur noch, dass alles so schnell wie möglich vorbei war. Was war das nur für eine Schnapsidee von ihm gewesen. Aber jetzt hing er hier schon mal halbnackt über dem Küchentisch (T-Shirt und Socken hatte er angelassen) – dann konnte er es genauso gut auch durchziehen. Wenn es ihm Jimmy zurückbrachte, sollte es ihm Recht sein. Außerdem war er kein feiges Huhn, das mittendrin Panik bekam und auf und davon flatterte. Er doch nicht!
„Ich soll da… mit meinen Fingern?"
Chazz unterdrückte ein gequältes Stöhnen.
„Ja!", sagte er mit ungehaltenem Unterton, der seine Nervosität kaschieren sollte. „Aber du darfst es auch gerne sein lassen, wenn du willst, dass ich gleich die Nachbarschaft zusammenbrülle."
„Oh", machte Jimmy leise. „Es würde dir also wehtun, wenn ich nicht…"
„Genau", unterbrach Chazz. „Und jetzt mach schon!" Er spürte, wie Jimmy eine Hand auf seinen Rücken legte.
„Nein", sagte Jimmy sanft. „Mein Tempo." Die Hand bewegte sich federleicht über Chazz' Rücken. „Ich will dir nicht wehtun." Eine zweite Hand gesellte sich zu der ersten und gemeinsam bewegten sie sich streichelnd zu Chazz' Hintern und Chazz hatte gegen Jimmys Tempo nicht wirklich etwas einzuwenden.
Jimmy nahm sich viel Zeit um Chazz' zu massieren und zu streicheln. Chazz' Anspannung nahm dadurch etwas ab, doch seine Nervosität blieb und steigerte sich sogar noch beträchtlich, als er nach einem überraschend sanften Kuss auf seinen Rücken hörte, wie Jimmy den Deckel der Gleitgel-Tube aufschnappen ließ. Es raschelte noch ein wenig und dann lag wieder eine der Hände beruhigend auf seinem Rücken.
Chazz stellte überrascht fest, dass er unbewusst die Luft angehalten hatte. Er zwang sich, ruhig ein- und auszuatmen, bis er eine Berührung an seiner Öffnung spürte.
Er unterdrückte ein hysterisch anmutendes Kichern. Das Gleitgel war kalt und Jimmy hatte sich offensichtlich ein weiteres Kondom über seinen Finger gezogen, der jetzt langsam in ihn eindrang.
Einen Finger im Hintern zu haben war für Chazz nun nicht wirklich neu. Allerdings war es der erste Finger eines Mannes. Aber ein Finger war okay. Es fühlte sich auch gar nicht schlecht an. Eigentlich spürte er nicht wirklich etwas, doch seine Männlichkeit, die bis dahin ziemlich schlaff gewesen war, zeigte nun wieder etwas Interesse an den Geschehnissen. Und das war gut.
Der Finger verschwand und Chazz hörte Jimmy unsicher fragen: „Wie viel soll ich…?"
„Bis zu drei… drei sollten genügen", antwortete Chazz und schluckte, um seine plötzlich trockene Kehle zu befeuchten.
„Okay", sagte Jimmy und tat, wie ihm empfohlen. Zumindest fühlte es sich nach zwei Fingern an. Und auch das war nicht wirklich übel. Es war auch immer noch nicht wirklich schmerzhaft. Etwas unangenehm vielleicht – oder doch eher nur ungewohnt? Chazz verweilte ein wenig bei dieser Frage, konnte sie jedoch nicht wirklich schlüssig beantworten.
Erst als Jimmy zu drei Fingern überging, schnappte Chazz nach Luft.
Gott – warum brannte das so? Es tat immer noch nicht wirklich weh, aber es fühlte sich einfach viel zu… voll an. Aber wenn Jimmy ihm nach dieser Aktion wieder vertraute, dann würde er dieses Opfer gerne bringen.
„Oh, Chazz…", hauchte Jimmy leise, was Chazz von seiner misslichen Lage kurzfristig ablenkte. Gefiel das seinem Partner etwa? Chazz spitzte die Ohren und tatsächlich hörte er wieder dieses leise Wimmern, das bislang immer ein Anzeichen für Jimmys steigende Erregung gewesen war.
Vor Chazz' geistigem Auge entstanden wieder die Bilder eines erregt wimmernden Jimmys und ein heißer Schauer lief über seinen Rücken. Das Wimmern erklang erneut, Chazz' Knie wurden angenehm weich und plötzlich hörte auch das Brennen auf. Chazz atmete erleichtert aus und spürte, wie er sich dabei automatisch noch mehr entspannte und die Finger fühlten sich immer besser und besser an.
„Chazz…", flüsterte Jimmy heiser.
„Ja… mach…", murmelte Chazz zurück und verfluchte sich selbst, dass er dabei so ungeduldig klang.
Die Finger verschwanden und kaum eine Sekunde später drückte etwas anderes gegen Chazz' Öffnung. Bevor Chazz noch den Gedanken - dass es sich hierbei um Jimmys Erektion handeln musste – zu Ende bringen konnte, war er schon in ihn eingedrungen.
Chazz biss sich auf die Lippen um sein teils überraschtes, teils eindeutig wollüstiges Stöhnen zu unterdrücken. Er glitt so unglaublich leicht in ihn hinein, dass es Chazz beinahe den Atem verschlug. Doch dann spürte er die Hände seines Partners an seiner Hüfte und er versuchte, nicht wieder zu verkrampfen.
Es gelang ihm nicht wirklich, denn jetzt fing es tatsächlich an wehzutun. Chazz verfluchte sich, dass er diese bescheuerte Idee gehabt hatte und schwor sich, so etwas nie wieder zu tun, in seinem ganzen Leben nicht, als Jimmy anfing, sich in ihm zu bewegen.
Chazz japste auf und Jimmy hielt sofort still.
„Was ist, Chazz? Habe ich dir weh getan?", fragte er leicht panisch.
„Nein, verdammt!", fluchte Chazz ungehalten. „Beweg endlich deinen Hintern!"
„Bist du dir sicher?"
„JA!" schrie Chazz und stöhnte leise, als Jimmy tatsächlich wieder anfing, sich zögernd in ihm zu bewegen.
Oh ja… da war es wieder… dieses absolut geile Gefühl… es fühlte sich an, als ob in seinem Innersten alles ganz langsam zu Lava verschmelzen würde und er spürte, wie er einen erstklassigen Ständer bekam.
Allmählich wurden Jimmys Bewegungen härter, fordernder, länger und mit jedem dieser Stöße versank Chazz tiefer in einer Spirale der Lust, wie er sie noch nie empfunden hatte. Es war nicht diese drängende, zielgerichtete Erregung die er sonst empfand. Nein, das hier war sanfter, pulsierender und gleichzeitig aufwühlender.
Er dankte Gott, dass Jimmy für einen Anfänger verdammt lange durchhielt.
Als er Jimmy hinter sich stöhnen hörte, warf Chazz ebenfalls alle Zurückhaltung über Bord. Sein Mund gab eine gemurmelte Litanei im Stil von „weiter so, nicht aufhören, bittebitte nicht aufhören" von sich und hoffte, dass Jimmy zu sehr mit sich selbst beschäftigt war um sich hinterher noch daran zu erinnern und ihn damit aufzuziehen.
Doch in diesem Moment hätte es ihm nicht gleichgültiger sein können, was Jimmy von ihm dachte, so lange er nicht damit aufhörte ihn förmlich durch diesen Küchentisch zu vögeln.
Immer, wenn er glaubte, es wäre absolut unmöglich noch mehr Lust zu empfinden ohne den Verstand zu verlieren, katapultierte ihn Jimmy in eine noch höhere Stufe der Ekstase. Die Tischplatte vor seinen Augen verschwamm und er schloss die Augen. Seine gestammelten Satzfetzen gingen in ein heiseres Keuchen über und sein Herz hämmerte gegen seinen Brustkorb.
Wie durch einen Nebel hörte er Jimmy seinen Namen rufen und wie eine Sturmflut brach sein Orgasmus über ihn herein.
Er kam in pulsierenden Wellen, die ewig zu dauern schienen und noch während er völlig benommen nach Atem rang, schrie seine letzte überlebende Gehirnzelle „Nochmal! Nochmal!"
Nur langsam kehrte die Welt um ihn herum wieder in sein Bewusstsein zurück. Als erstes spürte er Jimmys heißen Atem auf seinem verschwitzen Rücken und als nächstes Jimmys Gewicht auf seinem Oberkörper. Er löste langsam seine Hände von der Tischkante, in die sich seine Finger verkrallt hatten, ohne dass ihm dies bewusst geworden wäre und ein letzter Schauer überlief ihn, als er begriff, dass er den verdammt besten Höhepunkt seines Lebens gehabt hatte, ohne dass irgendjemand seine Erektion berührt hatte.
Warum hatte er eigentlich sein Leben bislang damit verschwendet Frauen flachzulegen, anstatt sich selbst flachlegen zu lassen?
„Das war einfach unglaublich", murmelte Chazz mit rauer Stimme und er hörte wie Jimmy leise „Mmmhhmmm" machte. „Wollen wir…" Chazz versagte die Stimme. „… unter die Dusche?", fragte er schließlich. „Du zuerst."
„Danke", nuschelte Jimmy schläfrig und richtete sich auf. Er warf Chazz noch einen scheuen Blick zu, als ob er etwas sagen wollte und ging dann doch wortlos zur Küche hinaus.
Chazz sah ihm nach und verfluchte sich für seine Feigheit. Warum hatte er es nicht einfach gesagt? Warum hatte er nicht einfach gefragt: „Wollen wir gleich noch Mal? Das war der verdammt geilste Sex meines Lebens!"
Er hatte es nicht getan, weil er vor Jimmys Reaktion Angst gehabt hatte.
Wahrscheinlich hätte sein Partner ein angewidertes Gesicht gezogen und etwas wie „Ich bin doch nicht schwul!" und „Ich liebe Katie" gesagt und irgendwie hatte Chazz das sichere Gefühl, dass er das nicht überlebt hätte.
Sie sprachen an diesem Abend nicht mehr miteinander. Als Chazz endlich das Bad verließ und ihr Schlafzimmer betrat schlief Jimmy bereits – oder zumindest tat er so.
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Als Chazz am nächsten Morgen die Küche betrat, lehnte Jimmy am Kühlschrank und löffelte im Stehen seine geliebten Fruit Loops.
Chazz setzte sich mit einer Mischung aus Trotz, Herausforderung und betonter Gleichgültigkeit dennoch auf seinen üblichen Platz, doch wenn er Jimmys Blick irgendeine Bedeutung beimaß, dann war sein Einfall, gestern den Küchentisch zu benutzen wohl doch nicht eine seiner brillanteren Ideen gewesen.
„Hast du gut geschlafen?", fragte Jimmy schließlich und stellte seine leere Schüssel in Spüle.
Chazz machte lediglich „Mmmmhhh", weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte. Er konnte ja wohl kaum zugeben, dass er kaum ein Auge zugemacht hatte. Noch dazu wo er nicht mal selbst richtig wusste, warum er nicht hatte schlafen können.
„War ich…", fing Jimmy an und biss sich dann auf die Unterlippe. „War es… adäquat?"
Chazz schenkte ihm einen langen Blick.
„Wenn du damit meinst, ob du gut warst, dann kann ich dir sagen, dass Katie keinen Grund zur Klage haben wird", erwiderte er schärfer als beabsichtigt.
„Nein, das meine ich nicht", sagte Jimmy. „Ich wollte wissen, ob es… ob es dir gefallen hat."
„Mir?", fragte Chazz verblüfft. Worauf wollte sein Partner denn jetzt hinaus? Aber egal – er würde auf gar keinen Fall die Wahrheit sagen. „Darum ging es doch gar nicht", erwiderte er ausweichend.
Jimmy wirkte bei dieser Antwort geknickt.
„Ja, ich weiß. Es ging um Vertrauen…"
Chazz' Herz fing wieder an wie verrückt zu klopfen.
„Genau… und vertraust du mir jetzt wieder?"
„Chazz… du bist der beste Freund, den ein Mensch überhaupt haben kann. Genaugenommen bist du der einzigste Freund, den ich jemals hatte", meinte Jimmy mit leichter Bitterkeit. „Aber deshalb bin ich umso froher, dass gerade du dieser Freund bist. Was du für mich getan hast…" Er brach ab und machte eine vage Handbewegung. „Dafür werde ich dir nie genug danken können."
Chazz war vielleicht ein unsensibler Mistkerl, aber sogar er erkannte, wenn ihm ausgewichen wurde. Freunde also… aber vertrauen würde ihm Jimmy so schnell nicht wieder. Er fuhr sich mit einer Hand über sein Gesicht.
„Schon recht", murmelte er müde.
„Ich gehe übrigens morgen Abend wieder mit Katie aus", sagte Jimmy vielleicht eine Spur zu fröhlich.
„Du hast keine Zeit verloren, um sie anzurufen, hm?", meinte Chazz spitz.
„Und das sollten wir auch nicht", erwiderte Jimmy leichthin. „Wir sollten in einer halben Stunde bei Jesse sein und ich muss noch meine Sporttasche packen." Mit diesen Worten verließ er die Küche.
Chazz ließ seinen Kopf auf die Tischplatte sinken.
Super.
Jimmy würde Katie vögeln.
Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.
Er stöhnte.
Sein Leben war so was von vorbei.
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Ende Teil 7
Fortsetzung folgt
