Einige Zeit sp ter erwachte er mit dem Gef hl, jemand h tte mit seinem Kopf Fu ball gespielt.
Er setzte sich auf. Mein Gott, wenn das so weitergeht wird mein Sch del bald gespalten. Dann stockte er. John? Wo? Der Anruf! Mycroft! Was ging hier vor sich?
Pl tzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Auf einmal fiel ihm alles wieder ein. Die merkw rdige Nachricht, die Watson bekommen hatte, der Anruf, den Holmes bekommen hatte, die Abberufung Mycrofts nach Madrid...
Eines war klar. M. konnte nur Professor Moriarty sein. Also hatte er was mit Watson s Erpressung zu tun. Es half nichts. Sherlock griff in seine rechte Hosentasche, um sein Handy rauszuholen. Doch er griff ins Leere. Moriarty oder wer seiner Handlanger ihn auch immer erschlagen haben mochte, hatte anscheinend sicherheitshalber auch sein Smartphone mitgehen lassen.
Sherlock machte sich also auf zur n chsten Telefonzelle. Als er sich durch die Fabrik auf den Weg machte, fiel ihm auf, dass die Fabrik menschenleer war. Moriarty hatte sich nicht die M he gemacht, seine Untergebenen als Wachtposten aufzustellen. Dies schien sich zu einem Katz - und Maus Spiel auszuwachsen. Doch wer war die Katze und wer war die Maus?
Sherlock tippte die wohlbekannte Nummer ein.
Scotland Yard, Inspektor Lestrade. Holmes hier. Holmes, Sie schon wieder? Ich hab doch erst gestern mit Ihnen ber den Fall gesprochen. Oder haben Sie etwa Neuigkeiten f r mich? So k nnte man das auch nennen. Exakter w re es aber zu sagen, dass ich einen neuen Fall f r Sie habe. Ach, wirklich? Sind Sie sicher, dass Sie meine Hilfe berhaupt annehmen m chten? Holmes unterdr ckte die Versuchung, laut und deutlich nein zu sagen und einfach aufzulegen.
Ganz sicher. Es geht um einen Entf hrungsfall. Das Opfer ist Dr. John Watson. Ihr Assistent wurde entf hrt? Sherlock berlegte kurz, wie er auf die Beleidigung seines Freundes reagieren sollte. Doch jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt daf r.
Genau. Das sagte ich ja eben gerade. Und zwar heute Abend gegen 8 Uhr am Trafalgar Square. Er ist mit einem Mann mittleren Alters, der dunkel gekleidet war und eine Sonnenbrille trug, in einen schwarzen Bentley gestiegen. So wie Sie das beschreiben, macht es den Eindruck, Mr. Watson ist freiwillig in das Auto eingestiegen. Nun ja, ich habe vergessen zu erw hnen, dass Mr. Watson erpresst wurde. Wie immer muss man Ihnen jedes Wort aus der Nase ziehen, Holmes? Mit was wurde er erpresst? Lestrade wurde langsam ungeduldig.
Sherlock stockte. Er konnte unm glich Sherlock? Was ist denn nun? Spucken sie s aus! Holmes wusste, dass Ihm die Zeit davonlief. Augen zu und durch.
Holmes Mann, reden sie schon! Fotos. Es waren Fotos Kompromittierende Fotos. Oh Was hei t hier Oh Lestrade? Schon gut. Kommen sie auf die Wache- schnellstm glich. Damit legte Lestrade auf. Besorgt wandte sich Holmes der Stra e zu. Er rief ein Taxi heran, nannte die Adresse des Yards. Dass er auch kein Geld mehr bei sich trug, interessierte ich nicht. Sollte sich Lestrade doch darum k mmern. Dieser schuldete ihm sowieso mehr als nur einen Gefallen. Gedankenverloren sah er aus dem Fenster. Pl tzlich traf es ihn wie ein Schlag. Wenn Moriarty in Spanien sein Unwesen trieb, was wollte er dann mit John hier in England anfangen. Oder war alles nur eine Finte? Halt! Was war mit Mycroft. Es war nicht nur John gewesen, der eine sonderbare Nachricht erhalten hatte. Gott, wie konnte ich nur so dumm sein!
Holmes st rmte f rmlich in Lestrade s B ro.
Ich habe auch schon einen Verdacht. Der Drahtzieher der Entf hrung ist James Moriarty. Moriarty? Hoopers Exfreund? Das kann doch nicht ihr Ernst sein! Lestrade konnte beim besten Willen nicht nachvollziehen, wieso Holmes ausgerechnet diesen Mann eines Verbrechens verd chtigte.
Holmes unterdr ckte den Reflex sich ob der Dummheit von Lestrade an die Stirn zu hauen. Er war anscheinend tats chlich von Idioten umgeben!
H ren Sie, Lestrade, ich bin dem Fahrzeug gefolgt, wurde aber in Hamley s Brauerei niedergeschlagen. Als ich wieder aufwachte, fand ich einen Zettel, der mir sagte, ich m sse Watson woanders finden. Er war unterzeichnet mit M. Moriarty ist mein Erzfeind. Nur er kann damit gemeint sein. Musste man diesem Volltrottel denn auch alles erkl ren? So kamen Sie jedenfalls nicht weiter!
Sie wissen schon, dass ich sie wegen Hausfriedensbruchs belangen kann? Sie wissen schon, dass sie mir noch einen Gefallen schulden? Wie bitte? Ich h re wohl nicht recht! Sie machen st ndig Alleing nge und ma en sich polizeiliche Befugnisse an! Seien Sie froh, dass das nicht verfolgt wurde. Wenn berhaupt, dann schulden Sie mir einen Gefallen. Lestrade sa mit verkniffenem Mund hinter seinem Schreibtisch. Das war sein letztes Wort.
Ich sehe schon, dass das so nichts wird. Guten Tag, Inspektor Lestrade. Mit diesen Worten verlie Sherlock das B ro.
John sa still auf dem staubigen Boden, einen schlafenden Mycroft neben sich. Kurz nach seiner belkeitsattacke war dieser vor Ersch pfung eingeschlafen. Watson hatte die Zeit zun chst genutzt, den Zustand des anderen etwas n her unter die Lupe zu nehmen. Dabei fand er neben Zahlreichen Blessuren an Oberk rper und Beinen auch mindestens eine angeknackte Rippe und ein gebrochenes Handgelenk. Der Herr Staatsmann w rde seinen Dienst Wohl f r einige Zeit nicht mehr antreten k nnen. Falls sie denn hier berhaupt heil rausk men. Danach war er in Schweigen verfallen. Er dachte an Sherlock, an seine letzten Momente mit ihm. Und er bereute, dass er es ihm nicht gesagt hatte-wie vieler ihm doch bedeutete. Vielleicht w rde er jetzt nicht mehr die Chance dazu bekommen. So ungern er es auch zugab. Er konnte nichts weiter tun als warten und hoffen.
Einige Zeit sp ter erwachte Watson. Er musste wohl trotz der angespannten Lage eingeschlafen sein.
Als er aufschaute, sah er einen Mann wie einen Baum vor sich. Er trug enge, dunkle Jeans, ein dunkles Tank Top und schaute ihn alles andere als freundlich an. Ein paar Tattoo Motive, die sich bei Gefangenen gro er Beliebtheit erfreuen, vervollst ndigten das Bild. Das musste wohl ein Handlanger des Erpressers sein. Dieser Mann sah n mlich nicht so aus, als ob er genug Grips daf r h tte, eine Entf hrung vorzubereiten.
Mitkommen, los! Mit diesen Worten schubste der Gorilla Watson aus dem dunklen Zimmer. An Mycroft hatte er kein Interesse. Watson drehte sich nach ihm um. Er schlief immer noch.
Weitere Beobachtungen konnte er nicht anstellen, denn er wurde schon weiter auf den Gang gesto en.
Dieser war etwas heller. Anscheinend war es schon Tag und das Licht fiel durch ein Fenster. Leider hatte auch hier mal wieder niemand sauber gemacht.
Mehrere Minuten ging es durch lange, gewundene G nge an deren Seiten verschlossenen T ren waren. An mehreren T ren war zu lesen: Unbefugten ist der Zutritt verboten! An einer T r war ein Hochspannungszeichen angebracht.
Endlich waren sie an ihrem Ziel angelangt. Der Fleischberg klopfte an die T r.
Herein. , sagte eine wohlbekannte Stimme.
Sherlock betrat seine Wohnung in der 221b Baker Street. Es war so still. Beinahe fehlten ihm Mrs. Hudsons aufgeregtes Geplapper ber die paar Daumen im Gem sefach oder Johns Beschwerden ber seine- dessen Meinung nach Ignoranz gegen ber allt glichen Dingen. Ganz zu schweigen von dem vollkommen bertriebenen Gemecker ber seine Unordnung .
Mit einem seufzen lie er sich in seinen Sessel fallen.
Denk nach! Verdammt, das was ihm immer so leicht erschien, wirkte nun un berwindbar. Es musste einen Fehler geben! Selbst Moriarty konnte nicht so perfekt sein!
Er schritt im Raum auf und ab. Stockte, hob die Arme, als w re Ihm ein Einfall gekommen. Schritt frustriert weiter.
Er griff ein Glas vom Tisch, warf es gegen die Wand wo es zerbarst.
Er raufte sich sie Haare. Dann fiel sein Blick auf die zerkn llte Nachricht M. s. Im tr ben Licht, welches durch die geschlossenen Vorh nge fiel, zeichneten sich eigenartige Umrisse ab. Pl tzlich hellte sich sein Gesicht auf. Das alte Funkeln kehrte in seine Augen zur ck.
Nat rlich! Die L sung lag doch auf der Hand.
Hatte er nicht selbst einst zu Watson gesagt, dass Serienm rder und anderes Gesindel danach strebten, gefunden zu werde, dass sie Publikum f r Ihr Genie Brauchten?
M. HATTE ihm einen Hinweis hinterlassen!
Er hob das Papier auf und hielt es Gegen das Licht.
In d nnen, kaum sichtbaren Linien zeichnete sich eine Nachricht ab.
Sie sind- Watson war wie vom Donner ger hrt.
Nicht nur ein schmieriger Jim Moriarty starrte Ihm entgegen, sondern auch eine wie so oft lasziv gekleidete Irene Adler.
Gro artig, dachte John. Dann waren die Fotos nichts weiter als ein K der um ihn von Sherlock zu trennen.
Adler! Haben sie aus dem letzten Zusammentreffen mit Holmes denn gar nichts gelernt? Und ob, mein lieber Doktor entgegnete die Frau berlegen.
Ich habe gelernt, Ihn zu zerst ren. Er ist schlecht f r s Gesch ft. Was haben sie vor? Watson wurde panisch.
Sind sie wirklich so schwer von Begriff Doktor? Sie trat auf ihn zu, streichelte ihm mit den langen Fingern geln ber die Wange.
Watson wich angewidert zur ck.
Fassen sie mich nicht an! Warum denn so st rrisch? Aber sie m ssen doch zugeben: Kein Sherlock, keine Probleme. Und sein Snob von einem Bruder wird uns auch nicht mehr in die Quere kommen Ihr L cheln wurde breiter.
Watson war inzwischen nur noch sprachlos. Er hatte Angst. Angst um Sherlock. Angst um Mycroft. Angst um sein eigenes Schicksal.
Na na, keine Sorge. Bald ist alles vorbei. Irenes Lachen erf llte den Raum. Durchbrochen von den berlegenen Blicken Moriartys.
Also dann Gentlemen, ich habe zu tun. Damit griff sie nach ihrer Jacke und wandte sich zum Gehen.
Ich glaube, wir sollten dem Doktor etwas Zeit zum Nachdenken g nnen. Kaum ausgesprochen wurde Watson auch schon gepackt und fortgezogen. Er versuchte sich zu wehren, hatte jedoch gegen den schraubstockartigen Griff seines H schers keine Chance.
