Disclaimer: Nichts meins! Ich übersetze nur!

Ü/N: Ich hoffe, alle hatten schöne Weihnachten! Etwas verspätet beglücke ich euch jetzt mit dem nächsten Kapitel. Und falls ihr noch Muße habt, könnte ihr den One-Shot lesen, den ich über meine internetfreien Feiertage produziert habe.

Kapitel 6

Es war später Samstagvormittag und die ganze Schule wartete gespannt auf den Beginn des ersten Spiels der Quidditch-Saison.

Halloween war vor drei Tagen gewesen und trotzdem lachten noch immer alle über den Streich. Die Gryffindor-Erstklässler mussten all ihre Selbstbeherrschung aufbringen, um ihn nicht als den ihrigen zu beanspruchen.

Das Einzige, was die Stimmung im Gryffindorhaus dämpfte, war das Wissen, dass Gryffindor die wenigsten Punkte hatte. Fred und George hatten fünfundsiebzig Punkte für ihre Mitternachtseskapaden verloren und eine Woche Strafarbeiten bekommen.

Also spielten die Gryffindors wirklich nur um Stolz.

„Oh, nein", stöhnte Angelina, als Fred sich auf den freien Sitz neben ihr setzte.

„Freut mich auch, dich zu sehen."

„Rück beiseite, Licia, ich will neben Katie sitzen", sagte Lee.

Katie verdreht ihre hübschen blauen Augen. „Verpiss dich, Jordan."

Alicia lächelte und rückte zuvorkommend einen Platz weiter. Wer war sie, dass sie sich der wahren Liebe in den Weg stellen konnte?

„Danke, Leesh. Hey, Katie, willst du mit mir gehen?", fragte Lee sie zum wohl siebten Mal.

„Verpiss dich, Jordan", wiederholte sie.

„Ich glaube, sie mag mich", flüsterte Lee Alicia zu und sie kicherte.

„Guten Morgen, Alicia", wandte sich Percy würdevoll an sie.

„Hi." Sie musste ein Lächeln ob seiner Formalität unterdrücken. Er nannte sie niemals Leesh oder

so, obwohl sie sich schon seit sechs Jahren kannten.

„Ist dieser Platz besetzt?" Er wies auf den leeren Sitz neben ihr.

„Ähm..." Alicia bemühte sich, eine Entschuldigung zu erfinden.

„Verschwinde, Percy, das ist mein Platz", sagte George, plötzlich hinter ihm auftauchend. Er schob seinen Bruder zur Seite, damit er sich hinsetzen konnte.

Percy machte laut ‚hmph' und stolzierte davon.

„Danke, George."

„Schon gut."

Alicia musste zugeben, dass sie in letzter Zeit einen Wandel in Georges Verhalten bemerkt hatte. Er war ... liebenswürdiger. Sie war sich aber sicher, dass es nur eine Phase war. Bald würde er etwas tun, um sie zu ärgern.

„Kannst du dich nicht woanders hinsetzen?", fragte Angelina Fred.

„Nö, ich mag es hier." Er streckte seinen Arm aus und legte ihn um ihre Schultern.

„Ehrlich", sagte sie und schob ihn weg, „wenn du mich noch einmal anfasst, breche ich dir die Hand."

Seine Antwort wurde von der grölenden Menge erstickt. Das Gryffindorteam war rausgekommen.

„Hier ist das Team der Gryffindors. Wood, Parker, Delaney, Quiggle, Small, Jefferson und Simon", verkündete der Schulsprecher monoton.

„Er klingt begeistert", kommentierte Lee.

Alicia achtete jedoch nicht darauf. Sie hatte Oliver entdeckt und beobachtete ihn, wie er das Feld umkreiste. Das Team der Slytherins wurde angekündigt und sie landeten nach einem kurzen Flug bei Madam Hooch. Prima und der Slytherin-Kapitän schüttelten sich die Hände und Madam Hooch blies in ihre Pfeife.

„Alicia?" George schüttelte sie aus ihrer Trance.

„Was? Hör auf damit."

„Ich habe mich nur gefragt, wo Matt ist. Ich kann ihn da draußen nicht sehen."

„Er ist nur Reserve-Treiber. Er hat mir erzählt, dass er lieber Reservespieler ist, als jedes Spiel zu spielen."

„Ich versuche es nächstes Jahr als Treiber. Versuchst du es als Jägerin?", fragte George, als sie die

Spieler um den Quaffel streiten sahen.

„Niemals! Ich würde es nie schaffen", sagte Alicia, allein von dem Vorschlag entsetzt.

„Du weißt sehr wohl, dass du es schaffen würdest."

„Lass es einfach, George."

„Schön, kein Grund, pampig zu werden."

„Ich bin nicht pampig", beharrte Alicia mit zusammengebissenen Zähnen.

„Bist du wohl", gab er zurück.

„Siehst du, ich wusste, du würdest es tun!"

„Was tun?"

„Gerade wenn du anfängst, dich normal zu verhalten, wirst du wieder blöd."

„Ich bin nicht blöd!"

„Halt den Mund."

Alicia wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Spiel zu und versuchte, sich zu konzentrieren.

Ihre Augen wanderten immer wieder zu Oliver, als er vor den Torringen schwebte. Sie hüpfte beträchtlich in ihrem Sitz, als Lees Kopf auf ihre Schulter fiel.

„Lee!"

„Er schläft", stellte Katie fest.

Alicia verdrehte ihre Augen, entschied aber, dass es keinen Grund gab, ihn zu wecken.

Katie gähnte und reckte ihren Hals von Seite zu Seite. „Das ist langweilig."

„Ja", stimmte Fred zu. „Ich weiß nicht, was die Hälfte der Zeit vor sich geht."

„Wisst ihr, was wir brauchen? Kommentare", sagte George aufgeregt.

„Kommentare?", fragte Alicia.

„Kommentare. Und wir kennen auch genau die richtige Person dafür..."

„Wen?", fragte Angelina.

„Lee. Er beharrt immer darauf, dass er ein Quidditch-Experte ist", sagte Fred.

„Aber spielt er nicht?"

„Er hat Höhenangst", sagte George mit einem leichten Lächeln.

„Habt ihr das im Flugunterricht nicht gemerkt? Er fliegt nicht besonders hoch. Ihr solltet mal sehen,

wie fest er den Besenstiel umklammert; ich dachte, er bricht ihn durch!", lachte Fred.

„Hack nicht auf ihm rum. Würdest du es gerne sehen, wenn ich den Mädchen deine Ängste verrate?", drohte Alicia.

„Erzähl!", sagte Angelina gespannt.

„Muggelmärchen erschrecken ihn zu Tode."

„So ein paar Muggelgeschichten machen dir Angst?", lachte Angelina hämisch.

„Hast du jemals welche gehört? Alte Damen mit Lebkuchenhäusern und Wölfe, die sich als Omas verkleiden." Fred schüttelte sich. „Genug um dir Albträume zu verpassen, ehrlich."

Es gab ein lautes Röhren von der Menge, als Gryffindor sein erstes Tor schoss. All das Jubeln weckte Lee.

„Was ist los? Werden wir angegriffen?" Er sah sich besorgt um.

„Gryffindor hat sein erstes Tor geschossen."

„Toll. Wie viel steht's?" Lee rieb sich die Augen.

„70 : 10", sagte Katie achselzuckend.

„Ich dachte, es stünde 50 : 10", sagte George.

„Hat Slytherin überhaupt schon getroffen?" Alicia sah verwirrt drein.

„Es ist lachhaft. Ich finde, Kommentare wären eine gute Idee. Macht es außerdem aufregender", gab Angelina zu.

„Kommentare?" Lee setzte sich plötzlich kerzengerade hin. Das war gerade so seine Spezialität.

„Vielleicht kannst du dich mal mit Professor McGonagall darüber unterhalten", schlug Alicia vor.

Seine Augen funkelten bei dem Gedanken. „Ganz meine Rede."

Die Gruppe wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Spiel zu. Das Team von Gryffindor begann, zurückzukämpfen und die Masse wurde langsam aufgeregt.

Alicia sah besorgt zu, wie Markus Flint den Quaffel packte und auf die Torstangen zuraste. Oliver blieb kühn und behielt einen kühlen Kopf, genau der Spitzenhüter, der er war. Flint wirbelte den Quaffel und die Menge wurde still. Alicia schnappte nach Luft, als Oliver seinen Arm ausstreckte und den Quaffel in Richtung des Gryffindor-Jägers Mitchell Delaney abwehrte. Die Menge explodierte. Aber die Begeisterung war von kurzer Dauer.

Einer der Slytherin-Treiber hatte gerade einen Klatscher in Olivers Richtung geschlagen. Er hatte seine Augen auf dem Spiel. Alicia sprang auf und jaulte auf, als der Klatscher Oliver in seine rechte Seite traf.

„Oh, nein!" Sie schlug ihre Hände über den Mund.

Die Gryffindor-Sucherin, Prima Parker, sprintete und hielt Oliver fest, bevor er von seinem Besen fiel. Madam Hoochs Pfeife ertönte und die Menge buhte und zischte, als der Slytherin-Treiber seine Unschuld beteuerte.

Alicia sah ängstlich zu, wie Oliver zum Boden abgesenkt wurde und auf eine schwebende Trage gelegt wurde. Professor McGonagall führte ihn zum Applaus der Slytherins aus dem Stadion.

„Ich hoffe, ihm geht's gut", sagte Alicia besorgt.

„Ja, genialer Hüter", fügte Fred hinzu.

„Die Gryffindor-Jägerin, Emma Small, wird anscheinend Wood im Tor ersetzen", verkündete der Schulsprecher.

„Sie sieht nervös aus", stellte George fest.

Alicia musste zustimmen. Emma sah kein bisschen zuversichtlich aus. Gryffindor war ohne Wood so gut wie verloren.

Das Spiel zog sich weiter in die Länge. Es stand 200 : 40 und es hatte noch immer kein Zeichen vom Schnatz gegeben.

Alicia konnte die Warterei nicht länger aushalten. „Ich werde nach Oliver sehen."

„Ich komme mit dir." George stand auf und folgte ihr.

Alicia sprintete zum Schloss und rannte den ganzen Weg zum Krankenflügel.

„Mach langsamer!", keuchte George, als Alicia an die Tür klopfte.

„Ja?" Madam Pomfrey öffnete die Tür.

„Ich bin gekommen, um Oliver Wood zu sehen", sagte Alicia mit ihrem süßesten Lächeln.

„Natürlich bist du das, Liebes", sagte sie, wissend zwinkernd.

Die Tür wurde geöffnet und Alicia und George traten ein.

Alicia ignorierte das Zwinkern und nickte Madam Pomfrey kurz zu. „Vielen Dank."

„Macht hier keinen Unfug. Er ist da drüben." Sie wies auf ein Bett am Ende. Es waren mehrere an der Wand aufgestellt und Oliver lag im Entferntesten. Er setzte sich sehr rasch auf, als er Alicia und George sah.

„Alicia, George! Wie läuft es mit dem Spiel?" Er stöhnte und umklammerte seine Rippen.

„Aber, aber, Wood, machen Sie sich darüber keine Sorgen, sondern trinken Sie Ihren Trank."

Madam Pomfrey nickte zu einem fies aussehenden, grünen Zaubertrank hinüber, der auf einem Tisch neben seinem Bett stand.

„Gryffindor bekommt eine Packung", informierte George ihn.

„Wie viel steht's?", fragte Oliver.

„Um 200 : 40", schätzte Alicia.

Oliver stöhnte und legte sich in sein Bett zurück.

„Was für Verletzungen hast du?", fragte George neugierig.

„Du nennst es und ich hab's gebrochen. Rippen, Oberarmknochen, Speiche, Elle. Ich glaube, ich habe mir sogar einen Finger gebrochen." Oliver hielt seinen Zeigefinger hoch, der in einem merkwürdigen Winkel auf der Hand saß.

„Du hast dir alle Knochen im Arm gebrochen? Nur von einem Klatscher?"

„Ich habe meine Knochen so oft gebrochen, dass sie ziemlich leicht brechen. Als ich das letzte Mal gezählt habe, hatte ich mir den Oberarm sieben Mal gebrochen."

„Du trinkst besser den Trank." Alicia reichte ihm das Glas und sah ihn erwartungsvoll an.

„Du bist schlimmer als Madam Pomfrey." Oliver verdrehte seine Augen. Doch er nahm den Trank und schluckte ihn schnell runter. „Uärgh, ist ein ekelhaftes Zeugs. Also, wer hat meine Position übernommen?"

„Emma Small."

„Oh, Gryffindor steckt in Schwierigkeiten. Sie ist eine großartige Jägerin, aber keine gute Hüterin." Oliver zuckte zusammen, als der Trank zu wirken begann und seine Knochen langsam wieder zusammenwuchsen.

„Mach dir keine Sorgen über das Spiel, ruh dich aus", riet Alicia ihm.

„Nur weil ihre Mutter eine Krankenschwester ist, glaubt sie, dass sie eine qualifizierte Ärztin ist", erzählte George Oliver.

„Tu ich nicht." Alicia errötete. Verlass dich bei George darauf, dich in Verlegenheit zu bringen.

Oliver lächelte sie von untern her an. „Ihr zwei gebt ein süßes Paar ab."

George hustete und Alicia schüttelte heftig ihren Kopf.

„Wir sind kein Paar", beharrte sie.

„Oh, Entschuldigung. Ich habe nur angenommen..."

„Ich und Alicia? Das ist lustig." George lachte, was Oliver ebenfalls zum Lachen brachte.

Alicia, wie auch immer, war überhaupt nicht amüsiert. Das Letzte, was sie brauchen konnte, war, dass alle dachten, sie wäre Georges Freundin.


Ü/N: Dieses Kapitel erklärt ein bisschen Hintergrund zur Geschichte. Es sollte Alicias zukünftige Beziehungen zu George und Oliver festmachen. Es erklärt auch Lee und sein Kommentieren.

Für das erste Jahr wird es nur noch ein weiteres Kapitel geben. Dann geht es im zweiten Jahr weiter, und George tut etwas Nettes für Alicia und sie bemerkt, dass er gar nicht so schlimm ist.

Kommentar? Danke.