Hey, Liebe Leser! Ja, es hat etwas länger gedauert, aber jetzt hat es mich auch erwischt, die Schreibblockade... Mir gefällt das Kap eigentlich ganz gut, aber bis ich die nächsten Kaps fertig habe, könnte es wieder etwas dauern, ich hab grad echt nen Hänger, also ein dickes Entschuldigung jetzt schon mal! Bevor´s losgeht, noch mein Dank an den treuen Dragonsoldier und auch ein Danke an Franz für sein ehrliches Review zu Kapitel 2.
Und nu viel Spaß:-)
Darf ich vorstellen, Hagrid...
Das Nächste was Harry spürte, war etwas Kaltes auf seiner Stirn. Verwirrt schlug er die Augen auf und war noch verwirrter, als er Lauras Gesicht direkt vor seinem sah. Augenblicklich kam die Erinnerung, warum er hier war – warum sie hier waren.
„Alles okay mit dir?", fragte ihn Laura sofort nachdem sie sah, dass er wach war.
„Ja... Ja, alles okay." Harry setzte sich auf. „Was ist passiert?"
„Hier, trink erstmal." Laura hielt ihm ein Glas Wasser hin, dann brach sie ein Stück Schokolade von der Tafel ab, die sie in der Hand hielt. Harry trank es in einem Zug leer und biss von der Schokolade ab. „Als ich deine, ähm, sagen wir Gedankenwelt verlassen hab, scheinst du´s unterbewusst bemerkt zu haben und dabei hat sich dein Geist zur Wehr gesetzt und dann bist du ohnmächtig geworden."
„Und- und ist das schlimm?", fragte Harry unsicher.
Laura schüttelte schmunzelnd mit dem Kopf. „Nein, ganz im Gegenteil, eigentlich ist es sogar ein ganz gutes Zeichen."
„Hä?"
„Na ja, bei Snape scheinst du nie Erfolg gehabt zu haben, ich meine, du konntest ihn nie aufhalten, sich deine Erinnerungen anzuschauen-"
„Doch, einmal hat es funktioniert", verteidigte Harry sich.
„Und hast du gewusst, wie?"
„Nein...", gab Harry zu.
„Auf jeden Fall hast du dich, wenn auch unbewusst, gewehrt und mich letztendlich aus deinen Gedanken rausgeschmissen. Ungefähr so, wie wenn du jemandem schon tschüss gesagt hast, ihn zur Tür begleitest und dann aber am Kragen packst und rausschmeißt. Wenn du willst, darfst du die Patenschaft für den blauen Fleck hier übernehmen." Laura zeigte ihm ihren Oberarm.
„Sorry."
„Kein Problem, ist ja für einen guten Zweck", lächelte sie. „Iss mehr von der Schokolade, du bist immer noch ganz blass."
„Lupin, unser VgddK-Lehrer aus der dritten, hat mir auch immer Schokolade gegeben, aber da war es immer wegen Dementoren..."
„Schoki hilft gegen alles, auch gegen schlechte Laune", sagte Laura grinsend und brach sich selber auch ein Stück Schokolade ab.
„Und wie machen wir jetzt weiter? Irgendwie ist mir übel..."
„Für heute würd ich sagen ist Schluss. Das dir schlecht ist, ist leider normal, aber sanfter in deinen Geist eindringen geht einfach nicht, sorry. Immerhin war es freiwillig, dass machte es leichter, aber ich denke, für´s erste Mal war es ganz gut."
„Na ja..."
„Hey! Nicht mit dieser Einstellung! Den ersten Schritt in die richtige Richtung hast du schon gemacht, du hast am Ende schließlich, wenn auch unbewusst, gemerkt wie ich mich aus deinen Gedanken verabschieden wollte. Und das beim ersten Versuch. Irgendwann, und das ist unser erstes Ziel, wirst du merken, wenn ich versuche, in deine Gedanken und Gefühle einzudringen und wieder herauszukommen, wenn wir soweit sind, kommen wir dazu, dass du lernst, dich dagegen zu wehren, ohne dass du in Ohnmacht fällst."
Harry nickte nur, scheinbar hatte irgendetwas von Laura Besitz ergriffen, das mit einem Lehrer verwandt war, denn ihr Blick war ziemlich streng, fast so wie der McGonagalls. Er warf einen Blick auf Sirius´ Porträt, aber der war von seinem Treffen mit den drei Londonerinnen noch nicht zurückgekehrt.
Harry stand auf und fühlte sich etwas zittrig, anscheinend hatte dieser erste Versuch ihn doch mehr geschlaucht, als es sich im ersten Moment anfühlte.
„Morgen Abend machen wir weiter, okay?"
„Morgen schon?", stöhnte Harry.
„Natürlich! Ich weiß zwar nicht hundertprozentig, warum du Okklumentik beherrschen musst, aber wenn es was mit Vol- Voldemort zutun hat, dann ist es etwas sehr Wichtiges, also je schneller, desto besser."
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zurück in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum, es war schon kurz nach dreiviertel elf. Die Zeit schien wie im Flug vergangen und unaufhaltsam gerast zu sein.
Im Gemeinschaftsraum angekommen, wünschte Harry Laura eine gute Nacht und wollte sofort ins Bett. Als er den ersten Schritt auf die unterste Treppenstufe setzte, rief Laura noch: „Und vergiss nicht, jeden Abend vor dem Ins-Betten-Gehen deinen Geist zu leeren, denn das war ein – überraschenderweise – guter Ratschlag von Snape, schlaf gut!"
Harry nickte und hob zum Zeichen, dass er verstanden hatte seine rechte Hand, dann marschierte er in den Schlafsaal.
Lauras Rat oder vielmehr Befehl nachgehend, versuchte er seinen Geist zu leeren. Er ging den ganzen Tag noch einmal durch, was ihm sichtlich schwer fiel, da ihm inzwischen speiübel war. Zwanzig Minuten später war sein Kopf dann erstaunlicherweise von allen lästigen Gedanken befreit und mit ziepender Narbe schlief Harry langsam ein...
Harry stand in einem dunklen Zimmer, dass nur spärlich beleuchtet war. Die Fenster waren mit Vorhängen zugezogen und irgendwie war es auch kalt. Er fühlte sich ungeduldig, konnte aber außer einem Schatten an der linken Wand nichts sehen... Die Dunkelheit übermandte den Raum und Harry schwamm davon...
Das Gesicht von Laura tauchte vor ihm auf. Er lag auf dem Boden und sie hielt eine kleine Schüssel über seinen Kopf. Fragend sah Harry sie an, aber sie schien ihn garnicht wahrzunehmen, sondern rührte das Etwas, was auch immer es war, in der Schüssel mit einem Holzrührstab um... Das Licht im Raum ging plötzlich aus und es wurde wieder dunkel...
Sirius grinste ihm aus einem Porträt entgegen, das seltsam schief wirkte... Dann stand er auf einmal mitten in der Küche von Hogwarts, hunderte kleine Hauselfen wuselten um ihn herum, alle von einem seltsamen goldenen Schein umgeben und von irgendwoher POLTERTE und RUMSTE es immer wieder laut... Erneut zog sich die Dunkelheit über ihn...
Harry war wieder in dem spärlich beleuchteten Raum. Doch diesmal war er nicht allein; und diesmal saß er an einem Tisch. Vor ihm lag ein Haufen Pergamente, er hörte wie die Tür des Raumes sich schloss, vorher aber verabschiedete sich eine kriecherische Stimme mit den Worten „Vielen Dank, mein Lord!".
Die Person hatte den Raum verlassen und nun konnte er seine Aufmerksamkeit den Plänen richten. Moment! Welche Pläne? Harry sah, wie sich eine Kerze entzündete, dabei sah er seine Hände – langfingrig und ungesund weiß, fast wie die von einem Toten.
„Ah, Potter..." Es war nicht Harrys Stimme die da sprach, sie klang genervt und eiskalt.
Harry schlug die Augen auf. Seine Narbe stach und ihm war wieder übel. Vorsichtig setzte er sich auf und tastete nach seiner Brille, ihm wurde schwindlig, als er aufstand und zum Fenster schlich.
Warum hatte er wieder von Voldemort geträumt?! Warum gerade in dieser Nacht? Er goss sich aus dem Wasserkrug etwas Wasser in ein Glas ein und trank es auf der Stelle leer. Das kalte Wasser tat gut und das Übelkeitsgefühl verschwand allmählich. Er setzte sich wieder auf sein Bett und dachte über das Geträumte nach. Er konnte sich daran erinnern, das Voldemort irgendwelche Pläne vor sich liegen hatte und wie sich irgendjemand dankend verabschiedet hatte. Er war sich sicher, das es nicht Wurmschwanz gewesen war, aber irgendwie hatte er so ein Gefühl, dass er diese Stimme schon einmal gehört hatte.
Was waren das für Pläne; er war sich sicher, das Wort Pläne von Voldemort gehört zu haben. Dann erschrak Harry selbst darüber, was ihm im nächsten Moment durch den Kopf schoss: Voldemort hatte ihn bemerkt...
Harry schaute auf seinen linken Arm, aber dann fiel ihm ein, dass er seine Uhr ja verloren hatte. Doch wirklich müde fühlte er sich sowieso nicht mehr, da war es egal, wie spät es war.
-#-#-
„Und was meint ihr, wird er sauer auf uns sein?", fragte Hermine Ron und Harry.
Sie waren gerade auf dem Weg zu Hagrids Hütte, im Schlepptau hatten sie Laura und Ethan, den sie auf dem Weg durch die Eingangshalle getroffen und kurzer Hand gleich mitgenommen hatten.
„Keine Ahnung, aber ich glaub nicht. Es gibt ja noch ein paar, die Pflege magischer Geschöpfe auf UTZ-Niveau weitermachen."
„Und dieser Hagrid ist wirklich in Ordnung?"
Harry blieb grinsend stehen. „Hast du etwa Angst vor ihm?"
„Klar hat sie, schau, sie zittert schon", meinte Ginny grinsend, die ebenfalls Hagrid besuchen wollte.
„Tu ich garnicht! Aber er ist so groß und na ja..."
„Er hat irgendwie die Ausmaße eines Halbriesen, find ich. Aber er wirkte ganz freundlich", sagte Ethan an Laura gewandt und klang zuversichtlich.
Hermine und Ginny glucksten als Ethan Halbriese sagte. Vor der Tür zu Hagrids Hütte angekommen, klopften sie dreimal kräftig und hörten sofort einen Hund freudig bellen und an der Tür kratzen.
„Mach ma Platz, Fang!" Hagrid öffnete die Tür und schaute auf seinen Besuch. „Oh, ihr seid´s..." Er wirkte nicht beleidigt, denn in seinem Gesicht konnte man deutlich Freude sehen, aber er blieb relativ kühl.
„Hi, Hagrid. Dürfen wir rein kommen?", sprach Hermine für alle. Hagrid trat beiseite und ließ die sechs in seine Hütte.
Fang stürzte sich mit unbändiger Freude gleich auf Harry und versuchte unaufhaltsam sein Gesicht abzuschlabbern. Harry konnte ihn ablenken, indem er Ginny schnell zu sich herzog - Fangs Zunge nahm nun ihr Gesicht in Angriff.
Nachdem Fang endlich von ihnen abließ, setzten sie sich an den großen Tisch.
„Wollt ihr´n Tee?", fragte Hagrid, sie nickten einstimmig.
„Wie geht´s dir so?", fragte Harry vorsichtig.
„Gut."
Hagrid werkelte am Kessel herum und schien zu dem „Gut" nichts mehr hinzufügen zu wollen. Harry und Hermine sahen sich an, beide dachten dasselbe: Hagrid war doch sauer.
Als dieser damit fertig war, unzählige Teebeutel in den großen Kessel reinzuschmeißen, setzte er sich mit an den Tisch und musterte Laura und Ethan. Sie schien unter seinem Blick nahezu zu schrumpfen, Ethan dagegen lächelte freundlich.
„Was verschafft mir denn die Ehre eures Besuchs?", wandte Hagrid sich dann an Hermine, Ron und Harry, Ginny wurde als letzte mit einem seltsamen Blick bedacht. „Un´ wen habt ihr mir da mitgebracht?"
„O, ja... Also, Hagrid, das ist Laura - Laura das ist Hagrid." Laura versuchte ein Lächeln, scheiterte aber kläglich. „Und das ist Ethan. Ethan, Hagrid - Hagrid, Ethan."
„Freut mich", sagte Hagrid und lächelte zum ersten Mal. „Un´ du gibst unserm Harry also Nachhilfe in Okklumentik?"
„Hmm." Laura nickte
„Un´ du bist der neue Ravenclaw aus Amerika, nich?"
„Jepp!"
„Gefällt´s euch hier im guten alten Hogwarts?"
„Ich find´s wunderbar! Nur das mit den Punkten abziehen und geben, das find ich etwas lächerlich. Aber ansonsten super."
„Jaaah, das mit den Punktn abziehn is schon immer so. Aber s gibt auch Schüler, die ham´ das verdient, Punkte abgezogn zu bekomm´", sein Blick ruhte auf dem immer kleiner werdenden Trio, „zum Beispiel welche, die ein´ nich mal besuchen komm´ un lieber bis Nachts Quidditch spieln oder solche, die-"
„Tut uns Leid, Hagrid!", unterbrachen Hermine, Harry, Ron Hagrid zugleich.
„So, tut euch also leid, bin euch wohl nich wichtig genug." Hagrids Mundwinkel zuckten.
„Doch, wir haben´s halt vergessen, wir hatten keine Zeit."
„Ja, wir hatten so viel zutun, Hausaufgaben und so. Du solltest mal sehen, was uns Snape der Af-"
„Ron!", empörte sich Hermine. Wenn es um Respektspersonen ging (insbesondere Lehrer) da war es ihr egal wer es war, hauptsache man beleidigte denjenigen nicht.
„Kommt nie wieder vor, Ehrernwort, Hagrid!", sagte Harry und Ginny nickte fleißig. Laura und Ethan schmunzelten leicht, anscheinend hatten sie immer noch nicht bemerkt, das Hagrid sie bloß auf die Schippe nahm.
„Ach, euch Rasselbande kann man garnich böse sein, eine Umarmung für ´nen Halbriesen?" Nun lächelte Hagrid den vieren zu und breitete die Arme aus.
Etwas unbeholfen umarmten die vier ihren größten Freund und bereuten es, nachdem dieser sie kräftig drückte. Harrys Rippe schrie förmlich nach mehr Platz und weniger Druck.
Als schließlich der Tee fertig war, stellte Hagrid ein paar seiner Felsenkekse auf den Tisch und wollte wissen, wie der Urlaub mit Dumbledore war. Harry, Hermine, Ron und Ginny erzählten und erzählten, ihre Zunge würde wohl morgen Muskelkater haben. Laura und Ethan langten bei den Keksen ahnungslos zu, ohne darauf zu achten, dass weder Harry noch Hermine oder Ron diesen riesigen Teigwaren Beachtung schenkten
„AU!", schrie Laura auf, als sie versuchte ein Stück abzubeißen.
„Was´n los?"
Auf die Blicke von Hermine und Ginny hin, antwortete Laura nicht das, was ihr durch den Kopf schoss. „Nichts, nichts, hab mir nur auf die Zunge gebissen."
„Ah so..."
Der Nachmittag bei Hagrid war für die sechs eine gute Abwechslung. Ethan und Laura merkten schnell, warum Harry und die Anderen Hagrid so mochten. Sie erzählten ihm abwechselnd entweder von Amerika oder von der Privatschule, an der Laura einen Hippogreif als Pflegetier gehabt hatte, sozusagen als Langzeitprojekt, und so hatten die beiden viel Gesprächsstoff. Denn Laura schien, genauso wie Hagrid, eine schwäche für Tiere zu haben, auch wenn Harry sich so dachte, dass sie bestimmt die Knallrümpfigen Kröter nicht so niedlich finden würde.
Als sie hörte, dass Hagrid auch ein paar Hippogreife besaß, wurde sie gleich Feuer und Flamme und wollte die Tiere sofort besuchen gehen, aber Ron und Hermine konnten sie dazu überreden, das ein andermal zu machen.
Gegen halb sieben verabschiedeten die sechs sich von Hagrid und gingen wieder zum Schloss, um das Abendbrot nicht zu verpassen.
„Mit was macht Hagrid eigentlich seine Kekse, mit Zement?", war das erste was Laura wissen wollte, als sie draußen waren.
Hermine und Harry lachten und Ginny antwortete: „Ja, aber ich glaub er hat sein Rezept etwas umgestellt, denn deine Zähne sind alle noch drin. Vielleicht hat er die Steine weggelassen."
Lachend betraten sie die Große Halle, die schon gut gefüllt war. Das Klappern des Bestecks erfüllte die Halle, die Schüler unterhielten sich ausgelassen miteinander und die Decke war zur Abwechslung mal nicht mit Wolken verhangen, sondern Sternenklar.
„Pass doch auf!"
„Oh, sorry."
„Ach, du... Potter..."
Harry hatte die ganze Zeit zum Lehrertisch geschaut, denn dort unterhielten sich Snape und Professor Kilton miteinander, an sich nichts besonderes, allerdings lächelte Snape, und das verwunderte Harry dann doch. Und weil Harry die zwei Professoren die ganze Zeit angestarrt hatte, hatte er garnicht gemerkt, dass er geradewegs auf zwei Slytherins zu lief.
Er sah der Slytherin nach, ihre schwarzen Haare waren wie immer zu einem festen Zopf gebunden, ohne sich nochmal umzudrehen marschierte sie mit ihrer Freundin aus der Halle.
Harry drehte sich zum Gryffindor-Tisch um zu schauen, wo sich Ginny und die Anderen hingesetzt hatten. Als er sie fand, wollte er sich ebenfalls dazusetzten, trat aber bei seinem ersten Schritt auf irgendetwas, das auf dem Boden lag. Er hob es auf – es war eine Armbanduhr, relativ klein, mit bordeauxrotem Armband und silbern glitzernder Uhr. Harry steckte sie ein und setzte sich dann neben Ginny.
Sie schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an und als er Hermine anblickte, wunderte er sich über ihren Gesichtsausdruck.
„Was ist?"
„Nichts, außer dass du gerade die Aufmerksamkeit sämtlicher Schüler hier auf dich gezogen hast, weil du dieser Uppish hinterher geglotzt hast."
„Ich hab ihr nicht hinterher geglotzt!"
„Natürlich nicht." Ginny und Hermine schnaubten.
„Hört auf mich so anzuschauen! Ich hab ihr nicht hinterher geglotzt."
Den Rest des Abendbrots verbrachten Harry, Hermine und Ginny eisern schweigend. Ron und Laura hielten es für das Beste, nicht Partei zu ergreifen und aßen ebenfalls schweigend. Ohne sich anschließend zu verabschieden, marschierten Ginny und Hermine aus der Großen Halle, Harry sah ihnen mit grimmigem Blick nach. Warum waren die beiden auf einmal so zickig?
„Ich hab dieser Uppish nicht nachgeschaut!"
„Ach lass sie, die kriegen sich schon wieder ein, wahrscheinlich ist meine Schwester bloß neidisch, dass ihr Haar nicht so glänzt oder sowas und Hermine wäre auch gern in Slytherin", sagte Ron grinsend, beim Letzteren lachend, und klopfte Harry aufmunternd auf die Schulter, Laura hob ihre Augenbrauen. Dann stand sie auf und sah Harry auffordernd an.
„Komm, ´s wird Zeit für Okklumentik!"
„Jetzt schon?"
„Ja", antwortete sie spitz.
„Wir sehn uns dann, richte Hermine und Ginny einen schönen Gruß von mir aus, wenn ich jemandem nachglotze, dann nur ihnen."
Ron grinste und nickte, dann verließen Laura und Harry die Große Halle.
„Schleimer", murmelte Laura.
-#-#-
„Abendsonne!", sagte Laura, nachdem sie siebenmal gegen den Rahmen geklopft hatte, das Bild schwang beiseite.
Der Raum, den sie von Dumbledore zur Verfügung gestellt bekommen hatten, hatte sich seit gestern nicht verändert, mit der Ausnahme, dass auf dem Tisch zwei Gläser und ein Krug mit Kürbissaft standen. Das Feuer prasselte wieder im Kamin und die Kissen waren ordentlich verteilt worden.
Harry hatte das Gefühl, dass Laura etwas sauer war, nur wusste er absolut nicht warum.
„Sag mal, hab ich was falsch gemacht?"
„Nö, wieso?"
„Du kommst mir so sauer vor."
„Ach quatsch! Fangen wir an? Zuerst den Geist leeren. Übrigens, wir machen das so lange, bis dein Groll auf Ginny verflogen ist, weil sonst hat es keinen Sinn." Laura grinste.
Harry schnappte sich ein paar von den Kissen und machte es sich bequem. Laura dagegen wühlte in ihrer Tasche und zündete ein paar Räucherstäbchen an. Die süßlichen Rauchschwaden zogen sich wenig später gemütlich durch den angenehm warmen Raum und so fiel es Harry nicht schwer, seinen Geist zu leeren. Fast wäre er sogar eingeschlafen, aber das wusste Laura schon zu verhindern.
„Okay, Harry?", sagte sie etwas lauter und warf ein Gummitierchen auf ihn. Harry zuckte zusammen, als ihn der gelbe Bär an der Stirn traf. Laura lachte.
„AU! Was war das?"
„Ein Gummibärchen. Willst du auch eins?" Sie warf noch ein Gummitierchen, dieses fing Harry allerdings mit Leichtigkeit auf.
„Fangen wir an, ja? Gib mir deine Hände."
Harry tat es, wenn auch gegen seinen Willen; irgendwie fand er es komisch hier mit Laura dazusitzen und 'Händchen' zu halten.
„Was denn, zum Händchenhalten braucht ihr doch keinen eigenen Raum, das könnt ihr doch auch in eurem Gemeinschaftsraum tun!" Es war Sirius´ Stimme, die sich da aus dem Hintergrund über die zwei lustig machte und beide zusammenzucken ließ. Es schien als hätte er gewusst, was Harry gerade gedacht hatte.
„Warum hat dein Pate die Angewohnheit zu stören, wenn er es nicht sollte?", fragte Laura, immer noch mit geschlossenen Augen und ihre Hände vor sich ausgestreckt.
„Keine Ahnung, vielleicht will er sich wichtig machen oder aber er muss immer im Mittelpunkt stehen", antwortete Harry, der allerdings die Augen geöffnet hatte und auch nicht mehr wirklich daran dachte, Laura seine Hände hinzuhalten.
Sirius schnaubte. „Ich hab´s garnicht nötig mich in den Mittelpunkt zu drängen, das kommt von ganz allein, weil die Leute garnicht anders können!"
Harry und Laura brachen in schallendes Gelächter aus.
„Wie war dein Date gestern?"
„Oh reizend! Scheinbar kannte die eine sogar deinen Dad."
„Wirklich?"
„Ja, aber sie wollte nicht sagen woher, ich hab sie versucht auszuquetschen ab-"
„Könnt ihr euer Kaffeekränzchen nicht ein anderes Mal führen? Ich bin hier, um Harry Okklumentik beizubringen und nicht um euch Tee zu servieren, damit ihr euch in Ruhe über Merlin und seine Freunde unterhalten könnt."
„Nein?", fragte Sirius unschuldig. Harry grinste.
„Nein! Harry, hast du was dagegen, wenn ich das Bild deines reizenden Paten für ein paar Stunden abhänge?"
„Hey, das hab ich nicht verdient!", rief Sirius gespielt empört. „Ich geh ja schon. Harry, wir unterhalten uns später weiter, wenn deine liebe Freundin Zeit hat, um uns den Tee zu servieren." Mit diesem Satz verschwand Sirius aus seinem Porträt und ließ einen lachenden Harry und eine die Augen zu Schlitzen verengte Laura zurück.
„Um ehrlich zu sein, bringt es jetzt nicht mehr viel, heute noch weiter zu machen, ich kann mich jetzt nicht mehr wirklich konzentrieren."
Harry bekam ein schlechtes Gewissen. „Tut mir Leid, absofort mach ich was Sie sagen, Miss Laura Doreen Hopkin!"
„Laura reicht, und wehe nicht! Also, gib mir deine Hände."
Harry tat es, er musste leicht grinsen, weil Lauras Hände wieder eiskalt waren.
„Sag nichts", sagte sie mit amüsierter Stimme. „Lass dich treiben, vergiss wo du bist... Atme gleichmäßig..."
Harry atmete tief ein und wieder aus, versuchte an nichts zu denken, konzentrierte sich einzig und allein darauf, zur Ruhe zu kommen. Es funktionierte nur sehr langsam. Vorallem sein Kopf wollte sich von bestimmten Gedanken nicht lösen.
„Harry, konzentrier dich, du bist nicht richtig bei der Sache. Stell dir vor, du kannst deine Gedanken berühren, nimm sie und räum sie auf, leg sie in ein Schubfach ab..."
Er versuchte es... Er fühlte, wie etwas Seichtes auf seine Stirn drückte...
„Sehr gut, Harry! Bleib entspannt, genauso."
Nun wusste Harry, was dieses seichte Drücken ausgelöst hatte, Laura war in seine Gedanken eingedrungen, denn ihre Stimme hallte nun leise in seinem Kopf.
„Zeig mir etwas, versuch mir einen Ausschnitt von einem Gedanken zu zeigen, aber nicht den ganzen."
Harry überlegte. Er stand wieder in dem schwarzen, dunklen Raum, doch diesmal hatte der Raum eine Tür bekommen, allerdings sah die ziemlich wacklig aus. Er grübelte, welchen Gedanken er Laura zeigen könnte. Er versuchte ihr eine Erinnerung aus dem Fuchsbau zu zeigen, aber es klappte irgendwie nicht.
Plötzlich, warum wusste er selbst nicht, fiel ihm ein, wie er vor etwas mehr wie einem Jahr im Ligusterweg saß, eingeschlossen und darauf wartend, dass sich irgendjemand melden würde. Ron, Hermine oder Sirius...
Harry verlor die Kontrolle über seine Gedanken. Verschiedenste Erinnerungen rasten durch seinen Kopf: Dementoren in Little Whinging, sie schwebten auf ihn zu; Hermine, er und Umbridge im verbotenen Wald; Er, Ginny, Ron, Luna, Neville und Hermine in der Mysteriumsabteilung, umringt von Todessern. Sirius kämpfend mit Bellatrix Lestrange. Dumbledore, wie er sich mit Voldemort duelliert.
„Harry, stopp es! Versuch es zu stoppen!" Lauras Stimme drang so gut wie garnicht zu Harry durch. Sie versuchte, wieder aus seinen Gedanken herauszukommen, während hunderte von schlechten Erinnerungen durch seinen Kopf rasten und sie ungewollt mit ansehen musste, was als Nächstes kam.
Harry versuchte, die Gedanken aufzuhalten, wollte es nicht mehr sehen; er schaffte es nicht, er sah, wie Sirius durch den Torbogen fiel; wie Voldemort sich seines Körpers bemächtigte. Harry schrie wie am Spieß und dann hörte es schlagartig auf.
Laura war kreidebleich geworden. Harry atmete unkontrolliert und schlug wild um sich.
„HARRY! Beruhig dich!" sie stürzte zu ihm, er hatte aufgehört um sich zu schlagen, atmete aber immer noch, wie nach einem Marathonlauf.
Vor ihm kniend versuchte sie ihm den Schweiß von der Stirn zu wischen. Dann sprach sie einen Beruhigungszauber. Harrys Atmung stabilisierte sich langsam, aber er war immer noch ohnmächtig.
„Verdammt!", flüsterte Laura und biss sich auf die Unterlippe. Langsam streichelte sie ihm den Rücken, hoffte, dass er wieder zu sich kommen würde.
Nach Minuten panischer Angst, regte Harry sich und Laura atmete erleichtert aus.
„Harry, Merlin sei Dank!"
„Alles okay", krächzte Harry. Laura konnte nicht anders, sie umarmte Harry stürmisch und drückte ihn fest an sich. Harry völlig überrumpelt und sich total elend fühlend tätschelte ihr leicht den Rücken. „Was ist passiert?"
„Schhhh... Versuch ruhig zu bleiben."
„Ähm, Laura... Lässt du mich wieder los?"
„Oh, ja, sorry." Es kam wieder etwas Farbe in Lauras Gesicht, denn ihre Wangen färbten sich rot.
Harry fühlte sich, als hätte jemand mit dem Hammer auf ihn eingeschlagen, seine Narbe brannte schmerzhaft und in seinem Kopf spielte irgendjemand Schlagzeug.
„Es tut mir Leid, Harry, ich war nicht vorsichtig genug. Ich hätte das noch nicht mit dir probieren sollen, wir hätten erst noch mal die Übung vom letzten Mal versuchen sollen, dann hätte ich erst mit dir üben müssen, wie du mir einen Gedanken zeigst, den vollen, nicht nur bestimmte Abschnitte, es tut mir wahnsinnig-"
„Laura! Es ist gut, ich lebe noch. Wir machen einfach das nächste Mal weiter, jetzt will ich nur noch ins Bett." Laura schien den Tränen nahe und so nahm Harry sie schlichtweg kurz in den Arm und schwor ihr, dass wieder alles okay mit ihm sei, auch wenn dass eine saftige Lüge war, denn das Brennen seiner Narbe war unerträglich.
Im Gemeinschaftsraum angekommen entdeckte Harry sofort den roten Haarschopf von Ron, neben ihm saßen Hermine und Ginny, die mit ihrer Freundin Colleen anscheinend an Hausaufgaben saß.
Die letzten paar Meter musste Laura Harry stützen, auch wenn Harry das nicht einsehen wollte.
„Harry! Was ist passiert, warum siehst du aus, als wärst du unter eine Herde Hippogreife gekommen?", fragte Hermine besorgt, als sie ihn erblickte.
Er ließ sich auf die Couch fallen und sein Kopf fand auf Ginnys Schulter Platz. Die nahm ihren Freund ohne zu zögern in die Arme. Harry schloss die Augen und atmete ihren Geruch ein, er wollte nichts mehr tun, außer zu schlafen.
„Was hast du mit ihm gemacht?", fragte Ginny Laura mühsam beherrscht aber nahe an der Grenze zum laut Losschreien. Ihre Freundin Colleen schaute erschrocken zu Harry.
„Ich erzähl´s euch dann, ich glaub er braucht einen Stärkungstrank oder sowas, Hermine wo ist hier die Krankenstation?" Lauras Stimme zitterte etwas.
„Ron, komm mit, wir holen Pomfrey!" Hermine stand auf und verließ schnurstracks den Gemeinschaftsraum. Sie hatten Glück, dass sie die Letzten im Gryffindor-Gemeinschaftsraum waren, denn es hätte bestimmt einen riesen Aufstand gegeben.
„Er schläft", sagte Laura um die Stille zu durchbrechen, die bleiern auf ihnen lastete. Ginny hatte sich wieder beruhigt, als sie gemerkt hatte, das Harry gleichmäßig atmete und anscheinend wirklich nur zu schlafen schien. Wahrscheinlich hatte sie auch deshalb Laura noch nicht den Hals umgedreht.
Eine halbe Ewigkeit später öffnete sich das Porträtloch wieder und Hermine und Ron kamen mit Madam Pomfrey in den Gemeinschaftsraum.
Okay, fertig °g° Ich denke das zählt nicht als Cliff, oder? Harry geht es gut ;-) Also bis zum nächsten Kapitel, ihr könnt ja mal das Knöpfchen wo GO drauf steht drücken und gucken was dann passiert.
Grüße, TyBmaN :-)
