Would you pay life's pleasures to see me?
Does it hurt for I want you to remain?
I run your hair through in another decade
Summerland holds me in Sumerian haze
(Last Exit for the Lost - Fields of the Nephilim)
Das würde es also gewesen sein, das erstaunlichste aller Länder, gefürchteter Krieger, begnadeter Liebhaber, unermüdlicher Säufer – uhm, ich verzettelte mich ein wenig beim meinem eigenen Nachruf. Obwohl, ich WAR ein unermüdlicher Säufer, meine Leber bewies es, ich kann das mit Gewissheit sagen, ich hab die letzten Stunden damit verbracht ihr beim eintrocknen zuzusehen. Besser gesagt, einem guten Stück von ihr, der Gewebeprobe GB-lecur-A001b – ich wollte lieber nicht wissen wo GB-lecur-A001a sich befand.
Mir hatte es schon gereicht mitzuerleben wie ich einen völlig unnötigen Magenbypass gelegt bekam und als dieser Sadist im Kittel anfing alles in mir nach und zu perforieren und dabei ständig erklärte, es sei ohne Belang, da ja eh alles wieder nachwachsen würde, das wisse man aus anderen Versuchsreihen bereits, da hätte es mir am liebsten den Magen umgedreht. Leider lag der etwas außerhalb meiner Reichweite, als Präparat „Gast. 01/ unbefüllt" in einer Schale. Und das ganze ohne Betäubung, denn die würde ja die Werte verfälschen – ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich dem Horror nur noch entfliehen wollte, egal wie. Nur schnell.
Mein Körper lebte und er würde vermutlich diese alte Gewohnheit nicht so ohne weiteres oder gar schnell aufgeben, auch wenn ich in diesem Fall mich gerne anders entschieden hätte. Das war kein guter Tod, so elend, ausgeweidet und dahindämmert hilflos und ohne jedes bisschen Einfluß auf das eigene Schicksal, so hatte ich mir den Tod nie gewünscht. So langsam und hilflos.
Alles was ich machen konnte war mir den Kopf zu zerbrechen, über solche nebensächlichen, weil rein akademischen Fragen wie ob ich noch zu retten war, vermutlich eher nicht, dazu war zu viel an mir beschädigt worden. Oh ja, wir halten eine Menge aus ohne daran zu sterben, aber ich war so lange von meinem anderen Teil entfernt gewesen und nicht eben in einer guten Verfassung und was am wichtigsten war: Ich wollte sterben.
Trotzdem tat mir aus reiner Gewohnheit das Herz weh bei dem Gedanken, nun doch nie mehr meinen Bruder wiedergesehen zu haben, aufgegeben hatte ich diese Hoffnung ja nie. Es ärgerte mich, das ich als Laborratte enden sollte und was ich noch an Kraft über über hatte nutzte ich dazu mich gründlich zu bedauern, wenn es sonst schon niemand tun würde. Das war eben der Preis, wenn man sein Leben als sich selbst genügender Mistkerl geführt hatte, es würde niemand zur Beerdigung kommen.
Oh … würde es überhaupt eine Beerdigung geben oder eher eine formlose Bestattung in einer Batterie aus Reagenzgläsern? Als erstaunlicher Zellhaufen Nummer 191 b-g? Mit diesem düsteren Gedanken war ich noch beschäftigt, als ein infernalischer Lärm an meine Ohren drang und meine Neugierde darauf bestand mich zurück in das hier und jetzt zu bewegen.
„He, sie können doch nicht einfach -" Fürchterliches Geschrei in der Tonlage des dürren Bastards, der mich eben noch ausgenommen hatte. „DAS KÖNNEN SIE NICHT MACHEN!"
„Doch, doch ging ganz einfach, sieh mal, ist das DEINE Milz?" hörte ich eine andere Stimme sagen, die etwas vage bekanntes an sich hatte, etwas das ich einmal gekannt hatte aus tiefer Vergangenheit. Eine dunkle schöne Stimme, ein wenig spöttisch, ein wenig gemein, ein wenig auf Ärger aus.
„Ich glaube das ist eine der Nieren," mischte sich eine weitere Stimme ein, von der ich mir sicher war das ich sie kannte, nur einsortieren konnte ich sie nicht.
„Stimmt, da ist noch eine – he, nein da WAR noch eine." Gut, SEHR auf Ärger aus.
„Muss das so blutig werden?"
„Hab dich nicht so, außerdem schau dir Giselbert an, der sieht noch viel schlimmer ausgeräumt aus. He ich fand schon immer das einzige was mir an dem Christentum gefiel war diese Auge um Auge, Zahn um Zahn Sache."
„... und Niere um Niere wie ich sehe."
„Jaja, sieht mal, den Blinddarm wird er nicht brauchen, oder?"
„Das ist die Prostata, wo suchst du eigentlich nach dem Blinddarm?!"
Verdammt WER oder WAS war denn aufgetaucht? Es war mehr als dieses Leben her, das mich jemand Giselbert genannt waren Zeiten gewesen, in denen gab es zwar keine großen Echsen mehr, aber noch die Alten, aber die waren doch alle schon in das große Sommerland eingegangen oder?
Zu gerne hätte ich meinen Kopf gedreht und mich umgesehen, als zwei Gesichter sich über mich beugten, ein wohlvertrautes, das ich lange nicht gesehen hatte und eines das ich einmal sehr gut gekannt hatte und seit einer echten Ewigkeit nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte.
„Kann er reden?" fragte das jugendliche fast kindliche Männergesicht unter dem Schopf brauner Haare hervor und die Frau mit den Blutspritzern in ihrem gut gelaunten Gesicht antwortete: „Demnächst. Erst müssen wir ihn zusammensetzen. Was meinst du? Recycling oder neu wachsen lassen?"
Oh Herr, ich hoffte doch sehr da war nicht die Rede von mir und meinen Innereien!
Jemand großes kräftiges nahm mich wie ein Kind in die Arme und trug mich hinaus, der Geschwindigkeit nach hatte man es insgesamt etwas eilig und da mein Zustand zwar mies, aber alles in allem stabil war, ging ich von aus, das diese Befreiungsaktion eine jener weniger gut durchgeplanten, etwas überstürzt ablaufenden Aktionen war für die ich berüchtigt war, wenn auch meistens in einer anderen Rolle. Es war ein Chaos an Schüssen, Schreien und Flüchen zu hören und wenigstens dreimal sah ich aus dem Augenwinkel wie jemand geschickt mit einem Zweihänder rumwirbelte – auch etwas das ich sehr lange nicht mehr gesehen hatte.
„Ach herrje, was willst du denn hier?" hörte ich die Frauenstimme sagen und jemand antwortete mit gesprochener Stille.
„Oh, wenn da so ist … in dem Fall natürlich ist er ganz der deine. Zurückbringen tue ihn dann aber später trotzdem." Jemand kicherte vergnügt und ich nahm für einen winzigen Moment den Geruch von Schlachtfeldern und von Honigwein war und ein paar schwarzer Augen blinzelte mir zu … dann wurde es warm und dunkel und ich schlief ein.
Diesmal wachte ich unter Schmerzen auf, aber ich war froh darum. Ich hatte Schmerzen! Wunderbar! Endlich hatte ich wieder Schmerzen! He, Moment mal, da entsteht jetzt vielleicht ein etwas falsches Bild, also ich hab natürlich nicht gerne Schmerzen, aber diese hier waren hochwillkommen. Gut, ich gebe es auf, glaubt doch was ihr wollt. Mir tat alles weh und ich war froh drum, den es hieß das ich wieder Herr im eigenen Haus war, einem sehr ramponierten Haus, das dringend saniert werden musste, weil es sonst zusammenbrechen würde.
Doch erst einmal setzte sich das alte Haus auf und sah sich um, denn von Ungewissheiten hatte ich den Erker voll und es gab einige Fragen die mir auf dem Balkon saßen und vor sich hinbrannten.
Ich saß auf einem achteckigen Innenhof einer großen Burganlage und spürte einen kleinen Stich im Herzen. Mit einem Schlag fühlte ich mich uralt oder wie sich später eine gewisse Dame ausdrückte: Meinen Alter entsprechend.
„Müssten hier nicht lauter Touristen rumlaufen?" fragte ich, noch etwas geschwächt und versuchte meine Augen an das dämmerige Licht der Ölfunzeln zu gewöhnen.
„Weggescheucht," antwortete mir die vertraute Fremde, „ Nein, Scherz. Zum einen ist es für Touristen etwas spät, zum anderen sind wir durch den anderen Eingang in das Castel del Monte gekommen. Wir mussten dich so schnell wie nur möglich an einen Ort bringen, der mit deiner Geschichte verbunden ist und der sich für einen Augenblick aus der Realität nehmen lässt, denn mal so ganz unter uns Wotanskindern, du bist so etwas von durch und alle, das ich eben schon Frau Tod wegschicken musste, die Ansprüche erhob."
„Darauf hat DIE sich eingelassen?" staunte ich, ich kannte sie, die war sonst um einiges dickköpfiger.
„Sie hatte wohl keine Lust dich erst mitzunehmen und dann von mir zurückbringen lassen," zuckte die vertraute Fremde mit den gut gepanzerten Schultern und endlich fiel dann auch bei mir der Groschen.
„Brundhild?" hauchte ich mehr, als das die Frage laut stellte. „Ich fall tot um ..."
„Nein, das hast du fast schon hinter dir," grinste sie breit, „Jetzt solltest du dich mehr auf das am leben bleiben konzentrieren, ist ganz einfach, du musst nur vermeiden zu sterben." Wenn man sie so hörte dann klang alles verflixt viel einfacher als es war, aber für Walküren ist es das vermutlich auch. „Und erspart mir viel hin und hergereite."
Brundhild – ich hatte sie zuletzt gesehen bei dem Versuch den Sachsen das Christentum zu bringen. Um es kurz zu machen: Sie war dagegen gewesen und bedauerlicherweise die meisten Sachsen ebenfalls. Habt ihr schon einmal einen wütenden, schwer bewaffneten Sachsen erlebt, der sich um keinen Preis der Welt bekehren lassen will? Man kann sagen ich hatte in der Hinsicht eine schwere Jugend und das ist nur der Teil an den ich mich erinnere. Das meiste ist eher verschwommen und wird erst klarer, als ich zum Deutschritterorden wurde. Aber eine wütende Walküre und ein Heer mit ebenso wütenden Sachsen die auf einen zustürmen ist nichts was man vergisst. Den Menschen das Licht Gottes bringen hielt ich zwar für eine edle und gute Aufgabe, aber ich muss gestehen, die Sache mit Walhalla hat auch was für sich.
Wir schlugen uns mehrmals gegenseitig die Schädel ein und … nun sagen wir das damals die Idee mit dem Zölibat auch schon in der Praxis nicht so gut funktionierte. In späteren Zeiten hatte ich immer wieder mal überlegt ob ich sie nicht besuchen sollte, aber für uns ist es ebenso schwer wie für die Menschen die Reiche der Sage und Imagination zu betreten und der einzige den ich kannte, der es konnte war Arthur und den WOLLTE ich nicht fragen.
„Brunhild," flüsterte ich rau und kippte fast wieder um, als mich der Vorschlaghammer der Erinnerungen traf. „Ich dachte du wärst längst auf und davon wie die anderen Alten auch."
„Ach weißt du, in den Köpfen und so," lachte sie mich an mit der Kraft und Ausgelassenheit die ich nur von den alten Göttern kannte (und gefürchtet hab), „So ganz sind wir nie aus der Welt gewesen. Außerdem sind manche von uns kaum tot zu bekommen." Dabei sah sie mich freundlich und ein wenig wehmütig an, ehe sie sagte: „Ähnlich wie du Giselbert, ganz ähnlich wie du."
Noch während ich mich fragte wie zum Teufel Brunhild zu meiner Rettung erscheinen konnte – Walküre hin oder her, wir hatten uns im großen Maßstab aus den Augen verloren - tauchte mein zweiter Retter auf, über dessen Anwesenheit ich mich zwar wie verrückt freute, aber ein bisschen peinlich war es mir schon, das ausgerechnet Feli MICH retten musste. Es war immer andersrum gewesen und der Feli, an den ich mich erinnere war kaum in der Lage gewesen eine Tomate vorm Topf zu retten, geschweige denn so eine Blutbad und Gedärmedusche Nummer durchzuziehen ohne dabei wenigstens ohnmächtig zu werden.
„Giiilbert!" begrüßte er mich und auch wenn er noch immer etwa quietschig klang kam er mir dennoch erwachsener vor, sogar ein klein bisschen größer als früher. Aber seine Umarmung fühlte sich noch immer an wie die eines wilden, liebesbedürftigen Kindes und hatte etwas vertrautes und tröstliches an sich. Manchmal können auch die erstaunlichsten Krieger eine Umarmung gut gebrauchen, besonders wenn sie selbst ein bisschen angescheppert sind.
„Was machst du denn hier – abgesehen davon meinen Hintern zu retten versteht sich?" begrüßte ich ihn und schnuppert heimlich etwas an den weichen Haaren, die mir ohnehin in die Nase stachen, offenbar hatte er sich zwar von dem ganz kindlichen Aussehen trennen können, aber nicht von dieser widerspenstigen Locke oder der Angewohnheit einen mit einem Redeschwall hinwegzuschwemmen.
„Mano in Gefahr, hat angerufen, großer Mist und viele Gefahren, noch mehr Mist und Alfred dazwischen, schlimme Sachen, komischer Mann mit Bart hat angerufen, hat gesagt das du in Gefahr und Mano sagt das du tot oder so gut wie und Alfred an allen Schuld und Ludwig und du und Heilung und -"
„Ernsthaft Feli, ich versteh zwar die Worte, aber der Zusammenhang fehlt total. Irgendwer hier der mir das alles mal für Dumme erklären kann?"
„Ach wie schön," seufzte Brunhild, „Du hast dich nicht ein Stück geändert. Komm setz dich, nimm dir ein Met und ich versuch es nicht zu episch werden zu lassen." Was ihr – naturgemäß – nicht ganz einfach fiel.
Offenbar waren Ludwig und ich nicht die einzigen die sich in den letzten vierzig Jahren voneinander entfernt hatten, nur das wir nicht freiwillig uns voneinander fernhielte, während die beiden Vargasbrüder sich von ganz alleine gezankt hatten. „Du mit deiner Mafia!" Hatte der eine den anderen angebrüllt und der andere sah auf das Land seines kleinen Bruders und sagte kalt „Du mit deiner dummen Industrie, du bist schon gar kein Italiener mehr … du bist nur eine dumme klotzige Kartoffel wie dein Freund!" Daraufhin hatte Feli die Tür zugeworfen und Romano in seinem eigenen Chaos hocken lassen, das inzwischen zur Katastrophe führte, denn Romano war lange schon nicht mehr Herr in seinem Haus und auf seinem Land. Da herrschte die Mafia und die hatte Verwandte in Amerika …
Sie hatten rasch rausbekommen das Romano Besuch erhalten hatte und ihm die Hölle heiß gemacht. Solange bis er eingeknickt war, voller Panik und mit der Drohung vor Augen „Eigentlich wollen wir ja deinen Freund, aber wir können auch DICH nehmen." In der Tat ein Geschäft, das man unmöglich ausschlagen kann.
Aber ganz hatten sie ihn nicht die Eier abschneiden können, er hatte Feli alarmiert in der wilden Hoffnung dem würde schon etwas einfallen oder er würde andere Hilfe holen, vielleicht ja sogar wie früher … aber Feli wusste, das ging nicht, damit würde er sich, mich und auch Ludwig in eine große unabsehbare Gefahr bringen. Also nahm er „früher" wörtlich und ging nach ganz früher auf der Suche nach Hilfe. Was soll man sagen, er hatte Verwandte in Wahalla ...
Und Brunhild erinnerte sich offenbar gerne an mich zurück. Hört man gerne, das man soviel Eindruck hinterlassen hatte, obwohl ich das auch kaum anders erwartet hatte.
Sie war eine Walküre, neben allem anderen sonst, und eine ihrer Aufgaben war es immer gewesen die gefallenen Krieger aufzusammeln, nun sie hatte das ganze ein wenig interpretiert, den Gegebenheiten angepasst, etwas zurechtgebogen – ach was, sie hatte aus der Realität eine Brezel geformt, aber wer will schon einer zu allem entschlossenen, schwer bewaffneten Walküre widersprechen?
„Wir mussten nur noch einen Ort finden, an dem heilen kannst und Castel del Monte war am nächsten gewesen, zwar nicht ganz der richtige Friedrich, aber nah genug für das erste dran," erklärte sie, „Doch richtig heilen können wir dich nur in deinem eigenen Land und es muss schnell geschehen, denn viel war von dir nicht mehr über."
„Urgh … hört man nicht gerne vom eigenen Körper, nur, wie willst du mich schnell durch den eisernen Vorhang bringen und dann auch noch an allen Wachen vorbei?" Etwas mutlos sah ich sie an, es war so schwer gewesen bis hierher zu kommen und bei Brunhild klang alles nach „mal eben schnell auf dein Land und gut", als liege mein Land um die Ecke und wir hätten freien Zutritt.
„Unter gewöhnlichen Umständen würde ich sagen, es könnte problematisch werden." Schön gesagt, unmöglich traf es wohl her. „Doch, da du sogut wie tot bist, ich eine Walküre und Feli ohnehin hier einiges zu erledigen hat, es Nacht ist und wir haben zwei frische Pferde und Sonnenbri- Moment, ich komm da grad durcheinander," unterbrach sie sich selbst. „Wie dem auch sei, die Toten reiten schnell heut Nacht mein liebster Giselbert und mit dem Sturm da reiten auch wir. Zum Blocksberg, zur Mitternacht!"
Wild und unheimlich grinste sie mich an und ehe mich versah saß ich wieder auf einem Pferd und jagte mit ihr zusammen über Europa bei Nacht, als wäre das Hochmittelalter nie vorbei gegangen und die Welt und wir noch jünger, mit weniger Gepäck auf unseren Seelen unterwegs. Ich fürchte Walküren machen mich immer ein wenig schwermütig.
Tief unter uns rasten die Länder vorbei, dort wo wir ritten waren Grenzen unwichtig und wurden höchstens leicht belächelt. Das war das Reich der Sturmriesen, die sie noch nie von irgendetwas menschlichen hatten beeindrucken lassen, erst recht nicht von Grenzen. Die glücklichen Mistkerle die.
Hier kannte ich mich gar nicht aus. Es gab selbst unter uns welche, die hatten damit keine Schwierigkeiten sich zwischen die anderen Welten und deren größtenteils gewöhnungsbedürftigen Bewohner zu mischen, ich bin immer lieber unter den Menschen und meinesgleichen geblieben. Abzüglich kleiner Abstecher.
He, man KÖNNTE Walpurgis in der Kaserne hocken und sich langweilen, man KÖNNTE aber auch einen Abstecher zur besten Feier des Jahres machen, vorausgesetzt man ist in Sachen religiöse Ausrichtung nicht so heikel … und niemand dem Heiligen Römischen Reich etwas von sagt. Weil es nämlich so besser für alle ist. Erklär mal einem, der „Heilig" im Namen trägt, das du heute Nacht mit den Hexen in den Mai getanzt bist, da weißt du aber wer die nächsten zwei Jahrhunderte Latrinendienst hat.
Und so gelangte ich nach all den Jahren zum ersten mal zurück in meine Heimat und betrat in einer stürmischen Nacht deutschen Boden. Meinen eigenen, ziemlich nassen und finsteren Boden, über den es stürmte und schüttete, denn aus „Gründen der Mythologie, der besseren Tarnung und weil die russischen Wachen da sehr günstig zu bestechen sind" hatte mich Brunhild auf dem Gipfel des Brockens abgesetzt, wo ich nun stand, vom Sturm geschüttelt, mit klappernden Zähnen und einem leicht debilen, aber glücklichen Grinsen im Gesicht. Ich war Zuhause.
