Hallo ihr Süßen! Hier kommt nun endlich Kapitel 7... sorry, wegen der langen Wartezeit, aber ihr kennt das ja bestimmt: Aufschieben, vergessen, wieder Aufschieben... ein schrecklicher Teufelskreis! Nächstes Mal dürft ihr mir in den Hintern treten, wenn es wieder länger als drei Wochen dauert :-)

Jetzt aber genug palavert! Viel Spaß beim Lesen!


Kapitel 07

4. Dezember – Montag

Ohohoh… ins Büro des Chefs. Und dann auch noch mit dem Unterton. Würde er mich wirklich feuern, nur weil ich das erste Mal seit Jahren eine halbe Stunde zu spät bin? Zuzutrauen wäre es ihm ja. Aber eigentlich konnte er das nicht machen.

Es war egal was er durfte. Er würde das tun, was ihm gerade in den Sinn kam und mir blieb absolut nichts anderes übrig, als hier vor ihm zu sitzen und zu warten, bis er mit seiner Strafpredigt und eventuell anderen Dingen anfing. Doch so lange saß ich auf verflucht heißen Kohlen.

„Weasley, ich habe einen Job für dich, der dich ein bis zwei Wochen kosten wird. Du sollst eine überschaubare und auch fürs gemeine Volk geeignete Ahnentafel der Reinblüter erstellen. Der Reinblüter Englands. Ich brauche noch ein paar Seiten für die neue Illustrierte „Magiegeschichte und ihre Wahrheiten." Wenn du den Job gut machst, bekommst du vielleicht gesicherte Anteile bei der Zeitschrift."

Malfoy musste unter Drogen stehen! Mein erster Gedanke, ganz klar. Diese Zeitung war sein liebstes Baby, auch wenn sie nur einmal im Monat erschien. Dass er ausgerechnet MICH beteiligen wollte war, als ob Weihnachten und mein Geburtstag plötzlich auf einen Tag fielen.

„Ähm,…"

„Sag nichts, sonst bereue ich das wohlmöglich gleich wieder. Melde dich einfach beim alten Black und überrede den Herrn des Hauses dir die letzten Dokumente und Tafeln zu überreichen. Es wird auch viel Material dabei sein, welches du lesen oder sogar übersetzten lassen musst. Tu das und bastele mir da einen vernünftigen Artikel raus. 10 Seiten oder mehr im Normalformat. Das wär's, danke!" Damit stand er auf, schüttelte mir die Hand und schob mich wieder aus seinem Büro. Ich wollte schon erleichtert aufatmen, als er noch einmal die Tür öffnete und mich ansah.

„Und bei deiner nächsten Verspätung fliegst du!" Türknallen und mir ging es nicht mehr ganz so gut.

Erschlagen ließ ich mich an meinem Schreibtisch nieder. Irgendjemand stellte eine Tasse Kaffee vor meine Nase, aber ich war zu faul aufzusehen, um zu erkennen, wer es war. Ich murmelte also nur ein „Danke" und starrte weiter auf meinen Schreibtisch. Malfoy wollte also, dass ich Sirius Black aufsuchte. Ob der überhaupt zu Hause war? Die meiste Zeit verbrachte er irgendwo in der Weltgeschichte. Manchmal zusammen mit Harry, manchmal alleine. Niemand wusste, was er wirklich machte. Genau wie niemand wusste, wie genau er zurückgekehrt war.

Der Kaffee war geleert und ich stand wieder auf, ohne irgendetwas am Schreibtisch verändert zu haben. Das Beste wäre wohl, wenn ich Sirius jetzt einfach besuchen würde. Wenn er nicht da war, konnte ich immer noch weitergrübeln, wie ich trotzdem an die Informationen kam. Eventuell wusste Remus ja Rat. Oder Ron. Ron hatte schließlich immer noch Kontakt zu Harry, der sich gerade irgendwo im Busch aufhielt, und dieser hatte wiederum Kontakt zu Sirius.

Ich kannte definitiv zu viele Leute.

Grimauld Place 12. Kein Schimmer, weshalb Sirius hier geblieben ist, wo er sein Elternhaus doch so sehr hasste. Vielleicht lag es daran, weil er es geschafft hatte sämtliche Erinnerungen zu löschen (Ja, inzwischen sind sogar die Köpfe der Hauselfen verschwunden und auch das große Gemälde seiner verstorbenen Mutter), oder weil er eh nie bis sehr selten da war und etwas Neues zu suchen zu viel Zeit beanspruchen würde. Was es auch war, es war egal, denn er lebte immer noch hier.

Die Klingel läutete schrill in meinen Ohren und als die Klinke runter gedrückt wurde, ertönte ein fürchterliches Knarren. Gänsehaut fuhr über meinen Körper, obwohl ich doch so einen schön warmen Mantel trug.

„Ja bitte?", fragte der Mann, der die Tür geöffnet hatte und schaute mir offen ins Gesicht. Seine Haare und der Bart waren gepflegt, das Gesicht braungebrannt und gesund. Von dem ehemaligen, halb verhungerten Flüchtling waren nur noch die leicht gehetzten Augen zurück geblieben.

„Hallo Sirius", versuchte ich es zaghaft, mit ganz viel Glück würde er sich an mich erinnern. Aber ich hatte nicht allzu viel Hoffnung dabei. Zu lange hatten wir uns nicht mehr gesehen. Ich hatte mich verändert. Und er hatte inzwischen wohl zu viele Menschen kennen gelernt, als noch alle im Kopf haben zu können.

„Kennen wir uns?", fragte er misstrauisch und kam ein wenig näher um mich genauer zu betrachten. „Sie kommen mir bekannt vor…"

„Ginny Weasley", half ich ihm auf die Sprünge und plötzlich waren seine kühlen Augen erwärmt und ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.

„Ginny Weasley, dass ich DAS noch erleben darf! Komm rein!" Er zog die Tür weiter auf und ließ mich eintreten. Die Vorhalle sah nicht mehr so aus, wie ich sie in Erinnerung hatte. Warmes Licht erhellte den Raum. Weiche Teppiche verhüllten das kühle Parkett und an den Wänden hingen farbige Vorhänge und harmonische Landschaftsbilder.

Wie von selbst trugen mich meine Füße in die Küche, die ebenfalls irgendwie wärmer wirkte. Vielleicht lag es nur an dem knisternden Feuer, oder den Kissen auf den Stühlen…

„Was führt dich zu mir… ach, setzt dich erst mal. Was möchtest du trinken?"

„Nichts, danke. Ich habe gerade erst einen halben Liter Kaffee inhaliert", ich lächelte zaghaft und setzte mich auf einen Stuhl. Sirius mir gegenüber, nachdem er sich ein Glas Kürbissaft geholt hat und mir ein leeres Glas und die halbgefüllte Karaffe vor die Nase stellte.

„So, und nun erzähl! Wie geht's dir? Wie geht's deiner Familie? Was führt dich zu mir?" Er blickte mich aufmerksam an und ich begann zu bereuen, dass ich nicht schon längst mal vorbeigeschaut habe. Nicht das Sirius auch nur ansatzweise eine solche Bezugsperson für mich gewesen ist, wie er es für Harry war, aber ich habe ihn doch immer sehr gerne gehabt. Als wir in meinem vierten Jahr schon halb hier gewohnt hatten, hatte ich mich immer recht gut mit ihm verstanden und unterhalten können.

„Mir geht's ganz gut. Zurzeit versinke ich nur in meiner Arbeit und vor einer guten Stunde hat mein Chef mir einen Job gegeben, in den du mehr oder weniger verwickelt bist", fing ich an drehte dabei das Glas auf dem Tisch.

„Also für Interviews bin ich leider nicht zu haben", lächelte Sirius entschuldigend.

„Ich weiß, und das ist es auch nicht, was mich hierher führt. Ich soll einen Artikel über die Ahnengeschichten der Reinblüter schreiben. Wie der aussehen soll weiß ich noch nicht so wirklich, aber mein Chef gab mir deinen Namen und die Information, du hättest hier noch etliche alte Dokumente aufbewahrt."

„Einen Artikel über die Ahnengeschichte der Reinblüter? Was hat so was im Daily Prophet zu suchen? Ist Malfoy jetzt schon soweit gesunken, dass er seine merkwürdige Ideologie in der Tageszeitung verbreiten muss?", erkundigte er sich stirnrunzelnd und schenkte sich neuen Saft nach. Ich schob ihm mein Glas hin, so dass er mir auch einschenken konnte. Saft konnte zur Abwechslung nicht schaden.

„Der Artikel ist nicht für den Daily Prophet gedacht. Ich weiß nicht ob du die Illustrierte „Magiergeschichte und ihre Wahrheiten" kennst…."

„Nein?"

„Das ist eine Monatszeitschrift. Malfoys liebstes Baby. Ich war selbst verwundert, dass er mir einen Teil davon anvertrauen will, aber so scheint es und ich möchte ihn natürlich nicht enttäuschen. Schließlich will ich meinen Job behalten…"

„Kann ich mir vorstellen", murmelte Sirius nachdenklich. Dann stand er plötzlich auf und verließ die Küche. „Warte einen Augenblick!"

Ich wartete. Recht lange, sagte mein Gefühl und meine Neugier stieg von Minute zu Minute mehr. Nach drei weiteren Gläsern Saft kam Sirius, mit einem Stapel Pergamente und zwei drei Büchern unter dem Arm, wieder. Krachend ließ er die Dokumente auf den Tisch fallen, obwohl sicherlich einige Papiere inzwischen wertvoll waren und ziemlich rissig aussahen. Sonderlich ans Herz gewachsen schien der ganze Kram ihm aber nicht.

„Mehr konnte ich auf die Schnelle nicht finden. Das kannst du dir ja erst einmal durchlesen. Wenn du dann noch etwas brauchst, melde dich einfach wieder", erklärte er leise. Seine Worte wirkten kühl und ich fragte mich, ob irgendetwas passiert sei.

„Ich kann die Sachen einfach mit nach Hause nehmen? Und es stört dich nicht?", hakte ich vorsichtshalber noch mal nach. Es war irgendwie zu einfach.

„Ja, aber versprich mir, dass du nicht diese durchgeknallten Ideologien und Vorstellungen übernimmst, sondern nur die reinen Fakten. Es behagt mir gar nicht, wenn ich darüber nachdenke, was Malfoy daraus machen könnte. Und das DU für ihn arbeitest gefällt mir noch weniger", antwortete er in immer noch der gleichen Tonlage.

„Man kann sich seinen Chef leider nur sehr selten aussuchen", verteidigte ich mich bissig. Wer war er, dass er mich wegen meiner Arbeit zurechtwies? Nicht mal meine Eltern hatten es gewagt wegen diesem Job Zweifel zu hegen. Außer Ron, der immer noch ab und an glaubte mich vor der bösen Welt beschützen zu müssen, hatte dies eigentlich niemand getan.

„Ich meine das nicht böse. Und es soll gewiss nicht gegen dich sein. Aber der Malfoy-Clan war immer ein Teil der schwarzmagischen Gesellschaft gewesen. Du hast es einfach nur nicht verdient da hineingezogen zu werden", rechtfertigte Sirius sich und ergriff meine Hand. – Meine Hand schien eine außerordentliche Anziehungskraft auszuüben.

„Malfoy sitzt von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends im Büro…manchmal noch länger. Der hat gar keine Zeit sich auf irgendwelche ominösen Geschäfte einzulassen. Zudem hat er anscheinend auch eine Freundin, die sicherlich den Rest seiner verbleibenden Zeit für sich beansprucht. Ich mag ihn auch nicht. Er ist ein Arsch. Er ist boshaft und anstrengend, aber mit Sicherheit tritt er nicht in die Fußstapfen seines Vaters.

„Er war Todesser."

„Nicht freiwillig."

„Und er hat euch eure Schulzeit teilweise zur Hölle gemacht."

Ich musste lachen. „Hat das nicht jeder Slytherin? Und wir waren auch nicht gerade fromme Lämmer. Wir waren jung und ohne Verstand. Natürlich haben wir es uns gegenseitig so schwer wie möglich gemacht.

„Ja, aber…"

„Hör mal Sirius… deine Familie war zum größten Teil auch schwarzmagisch. Bist du es deshalb auch? Nein. Du bist sicherlich kein Einzelfall. Ich kenne einige Slytherins, die momentan ein sehr geordnetes Leben führen, obwohl ihre Eltern Schwarzmagier oder sogar Todesser waren."

„Du hast dich ganz schön verändert junge Dame", lächelte Sirius dann plötzlich. „Bleibst du zum Essen? Ich wollte heute Lasagne machen, aber alleine lohnt sich das ja fast gar nicht. Daran isst man alleine ja gut zwei Tage…"

Ich schielte auf die Küchenuhr. Es war kurz nach elf. Wenn das Essen fertig war, würde es vielleicht zwölf, halb eins sein. Eine gute Zeit zum Lunchen.

„Gerne. Aber nur wenn ich helfen darf", erwiderte ich und bekam ein zustimmendes Nicken. Nicht, dass ich sonderlich talentiert beim Kochen war, ganz sicher nicht. Man sah es daran, dass ich mich lieber von Terence verwöhnen ließ, als selbst die Küche unsicher zu machen, aber für Lasagne müssten meine Künste reichen.

Um die Dokumente nicht unnötig in Gefahr zu bringen, packte ich sie in meine Tasche und bereitete zusammen mit Sirius die Lasagne vor. Hack anbraten, eine Sauce dazu abschmecken, die Nudelplättchen zurecht brechen und alles in eine Backform legen. Ehe es breit für den Ofen war, waren fast 45 Minuten vergangen.

„Wie lange bist du eigentlich schon in England? Remus meinte, erst letzte Woche noch, dass du momentan irgendwo in den USA unterwegs bist."

„Seit zwei Tagen bin ich wieder hier und wenn ich meinem Boss glauben darf, habe ich bis Mitte Januar erst einmal Pause. In meinen Augen wohlverdient. Ich war die letzten zwei Jahre ja fast nur auf Achse."

„Und wie oft hast du Harry in der Zeit gesehen? Ihr arbeitet gelegentlich doch zusammen, oder?"

„Also, gesehen hab ich ihn schon ein paar Mal, aber nie sonderlich lange. Willst du Wein zum Essen?"

Geschickter Themenwechsel. Ich fragte mich wirklich schon lange, was Sirius arbeitete, aber über seine Lippen kam kein einziges Wort. Egal wie beiläufig man eine Frage stellte. Schade.

„Nein danke. Von Wein werde ich immer so schnell betrunken. Und ich muss ja noch ein wenig arbeiten, zur Apotheke, Terence abholen… Im betrunkenen Zustand wäre das weniger förderlich. Ich nehme noch etwas von dem Saft, wenn es dir nichts ausmacht?" Ich hatte angefangen zu schwafeln, es ärgerte mich, denn es kam immer so dümmlich nichts sagend rüber, und war etwas, was mich wirklich auf die Palme bringen konnte. Bei mir selbst noch mehr als bei anderen.

Das Essen an sich verlief eher ereignislos ab, aber es war sehr nett, so dass ich mich erst um Zwei loseisen konnte, um endlich mal mit der Arbeit zu beginnen. Sirius hatte mich zum Abschied ordentlich geherzt und gebeten, mich bald wieder bei ihm sehen zu lassen und ihm eventuell meine Ergebnisse zu zeigen.

Mit einem Blick auf die Uhr entschloss ich mich, erst einmal in der Apotheke vorbei zu schauen, ehe ich mich an die Arbeit setzte. Die Winkelgasse war für einen Montagnachmittag ungewöhnlich leer, und ich fragte mich schon, ob ich irgendein Angebot verpasst hätte, als ich auf ein mir vollkommen unbekanntes Gebäude stieß, indem alles zu sein schien, was zwei oder mehrere Arme und Beine hatte.

Apotheke, Kopfschmerztränke – und erst recht ominöse Apothekerinnen – waren vergessen. Ich wollte jetzt erst einmal herausfinden, was da so Tolles war, so dass dort jeder zweite der magischen Bevölkerung hingezogen wurde.

Als ich die Geschäftstür öffnete, war das Erste, was ich sah eine Bühne in Mitten des Raumes.

Aber erst beim zweiten Blick sah ich dort zwei Männer tanzen. Männer in Boxershorts. Und auf den dritten Blick erkannte ich dann die Gesichter von Blaise und Terence. Sie tanzen wirklich sexy. Die muskulösen Oberkörper glänzten aufgrund der körperlichen Anstrengung.

Komm da sofort runter", rief ich kopflos und drängte mich an den Menschenmassen vorbei. An der Bühne angekommen, streifte mich ein unheimlich greller Lichtschein für einige Sekunden.

„Bobby, Stella! Kommt bitte sofort her… ihr könnte doch nicht auf so einem Baugerüst herumturnen", schimpfte eine Frau neben mir mit zwei etwa siebenjährigen Kindern, die auf einer erhöhten Plattform herumgeturnt hatten. „Und Sie müssen meine Kinder nicht so anschreien! Sie haben Ihnen schließlich nichts getan", schimpfte die Frau weiter – diesmal an mich gerichtet.

Vollkommen verwirrt murmelte ich eine Entschuldigung und versuchte mich zu orientieren. Ich war in einem überfüllten Raum. Vor mir die schon genannte Plattform mit einigen Gerüstresten. An den Wänden hingen alte Teppiche, die Zimmerdecke war fleckig und inzwischen registrierte ich auch die stickige Luft.

„Was ist denn hier los??", fragte ich einen stark beschnäuzten Mann der schräg hinter mir stand. Doch dieser zuckte nur unwissend die Achseln und veränderte seine Miene um nichts sagende Nuancen.

„Keine Ahnung. Ich bin hier nur rein gegangen, weil hier so ein tierischer Menschenauflauf war. Bisher konnte mir auch keiner weiterhelfen. Vielleicht wieder so ein merkwürdiger Scherz von diesen aufmüpfigen Roadies, die in letzter Zeit ständig die Winkelgasse unsicher machen?" Damit drehte er sich einfach um und drängte sich Richtung Ausgang zurück. Ich hätte das wahrscheinlich auch einfach mal machen sollen.

„Ist hier eine Ginevra Weasley??? Oder jemand anderes vom Daily Prophet?", schrie plötzlich ein junger Mann in ein magisch verstärktes Mikrofon. Keine Ahnung, wo der plötzlich hergekommen war, aber jetzt stand er zumindest auf dem undefinierbaren Plattformending und schaute aufmerksam in die Runde.

„Wenn sich niemand vom Daily Prophet unter ihnen befindet, müssen sie leider so lange hier bleiben, bis sich jemand hierher verirrt hat. Eher kommt niemand mehr raus", verkündete der Jungspund und gab ein merkwürdiges Lachen von sich.

Ich wusste nicht so wirklich, was ich von der Situation halten sollte, aber nach einigen Sekunden wurde mir bewusst, dass der Kerl das offenbar ernst meinte.

„Sie sind doch diese Miss Weasley, oder?", die Mutter der zwei Kinder, die ich vorhin in meiner verdrehten Sichtweise für Blaise und Terence gehalten hatte, tippte auf meine Schulter. „Könnten Sie sich wohl melden?!!? Meine Kinder wollen endlich nach Hause. Wir sitzen schon seit über eine Stunde hier fest. Durch die Tür kommt man nur rein, aber nicht raus…", sie hatte den Ton von vorhin etwas entschärft, aber er klang immer noch böse und vorwurfsvoll.

Ob es der leicht flehende Blick oder die schneidenden Worte waren, ich weiß es nicht, zumindest hob ich meine Hand und rief dem Herren mit der bekloppten Lache ein „Hier" zu. Und dann ging alles ganz schnell. Links und recht hatten mich zwei Typen untergehakt, während die Türen freigegeben wurden und die restlichen Menschen wieder rausströmten. Offenbar war keiner daran interessiert, was die ausgerechnet von mir wollten.

Doch das Schlimmste war, dass ich selbst nicht so wirklich wusste, was ich eigentlich denken, tun oder machen sollte. Angst fehlte völlig. Wut oder Irritation auch. Ich war nur neugierig, was jetzt kommen würde.

Die „Reise" endete in einem angrenzenden Raum, in dem ein Tisch und ein paar Stühle standen. Der Ansager und noch zwei Mädchen saßen schon dort und schenkten mir tatsächlich ein Lächeln, als mich die beiden Grobschlächter losließen.

„Guten Tag, Miss Weasley. Ich hoffe Sie haben Zeit, denn wir brauchen nämlich Ihre Kompetenz und Ihre Verbindungen zur Zeitung. Setzten Sie sich, wir haben einiges zu besprechen", klärte mich das eine Mädchen auf. Es hatte lange braune Haare und blickte mir mit aufmerksamen Rehaugen, hinter einer randlosen Brille, entgegen. Ihre Robe war in einem schlichten Schwarz gehalten und merkwürdigerweise kam sie mir seltsam vertraut vor.


Ich weiß, es hängt jedem schon zu den Ohren raus, aber wärd ihr so nett? Ich habe Reviews doch so gerne °zwinker°...