Kapitel 7
Das Bild zeigte, wie er mit Hermine tanzte, auf ihrem Abschlussball. Es war schon immer Tradition, dass die Schulsprecherin mit den männlichen Hauslehrern tanzen musste.
„Das bist du und meine Mummy", sagte Sebastian und lächelte Beide an.
„Ich weiß. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Abend erinnern", kam es von Severus und er schaute zu Hermine, die ihn beobachtete.
„So und wer ist Ginny?", fragte Sebastian, nach einer Weile.
„Darf ich?", fragte Severus an Hermine gewandt.
Diese nickte nur, weil sie es nicht selbst machen konnte. Es verbannt sie mit zuviel Trauer.
„Gib mal her", forderte Severus Sebastian auf, ohne auf Hermines traurigen Blick zu achten. Der Kleine gab ihm das Buch und schaute Severus gespannt an.
Severus brauchte nicht lange zu suchen, bis er das richtige Bild fand. Er kannte dieses Buch blind. ER hatte in dem Jahr die Aufgabe gehabt, es zu gestalten und Albus meinte, es sei das beste Buch seit Jahren geworden.
Severus drehte das Buch leicht schräg, sodass Sebastian sich das Bild angucken konnte. Es zeigte Harry, Ron, Hermine und Ginny, die an einem Tisch saßen. Sie waren alle vier zusammen gerückt und lächelten freundlich in die Kamera.
„Das ist Ginny", meinte Severus und zeigte auf die Rothaarige, die gerade Harry auf die Wange küsste.
„Und das bist du Mummy", meinte der Kleine und zeigte auf das junge Ich von Hermine.
„Ja mein Schatz, dass bin ich", sagte sie und stand auf und machte das Frühstück für ihren Sohn. Nach ein paar Minuten war sie fertig und stellte Sebastian eine kleine Schüssel Cornflakes mit Schokomilch hin.
„Ich werde mich anziehen gehen. Können Sie ein bisschen auf ihn achten?"
Severus sah in ihre Augen und nickte leicht als Bestätigung. Doch was er in ihren Augen sah gefiel im nicht. Er sah Schmerz. Unendlichen Schmerz. Doch er konnte sich nicht erklären woher dieser kam.
Fast fluchartig verlies Hermine die Küche. Severus ahnte, dass ihr Schmerz mit diesem Buch und vor allem mit diesen Bilder zu tun haben musste. Warum wusste Sebastian nichts von Ginny oder den anderen Beiden?, fragte er sich und sah Hermine hinterher.
Sebastian hingegen konnte sich das Verhalten seiner Mutter nicht verstehen und schaute deswegen fragend zu Severus. Dieser gab ein leichtes Schulterzucken von sich, da er es sich ja auch nicht so recht erklären konnte.
Sebastian hatte sich schnell wieder zu dem Bild vor ihm gewandt.
„Wer ist das?", fragte er neugierig und zeigte auf den, durch den Kuss leicht erröteten Harry Potter.
„Das ist Harry Potter und der da neben deiner Mutter ist Ron Weasley, der große Bruder von Ginny", erklärte Severus geduldig.
Auf eine Art und Weise war ihm der Kleine sympathisch. Er wusste aber nicht warum.
„Und warum kenn ich die nicht?", fragte der Kleine und schaute wieder in Severus Augen.
Severus hingegen war so perplex, dass er nicht sofort antworten konnte. Was er in den Augen des Kleinen sah war erstaunlich. Sebastians Augen leuchteten vor Wissensdurst, genau wie bei seiner Mutter damals. Doch bei ihm störte es Severus nicht. Der Kleine war ja auch noch jung.
„Ich weiß es nicht", sagte er nach einer Weile.
„Aber Mummy weiß es, oder?"
„Ich glaube schon, dass sie es weiß."
„Kannst du sie fragen?"
„Nein, du musst wissen, dass sie mich nicht sonderlich mag."
„Warum?"
„Ich war gemein zu ihr."
„Warum?"
„Ich weiß es nicht."
Nach diesen Worten wurde es wieder still in der Küche.
Während dessen saß Hermine, immer noch mit ihren Schlafsachen bekleidet auf ihrem Bett und weinte stumme Tränen. Das tat sie nur, wenn sie an damals zurück dachte. An die Zeit, wo noch alles in Ordnung war. Wo sie lachen konnte, ohne einen Stich in ihrem Herzen zu fühlen. Wo sie keine Angst haben brauchte, dass er, der ihr soviel Schmerz angetan hatte zurückkommen könnte und ihr wieder Leid antun könnte.
Damals liebte sie ihn nämlich noch. Damals war sie glücklich und empfand keinen Hass, Verachtung oder Furcht ihm gegenüber. Ihn, Viktor Krum, hasste sie jetzt mehr als irgendeinen anderen Menschen auf dieser Welt.
Durch ihn hatte die jetzt nichts mehr, außer ihrer Erinnerungen und ihren geliebten Sohn. Ihr war es egal, wer der Vater des Kleinen war. Es zählte nur, dass er gesund war und nicht so leiden musste, wie sie es vor seiner Geburt tat.
Hermine, du musst dich zusammen reißen, sprach sie zu sich selbst und wischte sich die Tränen weg, die über ihre Wangen liefen. Ohne weiter an die Vergangenheit zu denken, stand sie auf und zog sich ihre Sportsachen an. Sie musste sich jetzt erste einmal ablenken.
Mit einem hellblauen T-Shirt und einer roten Hose bekleidet, ging sie wieder runter. An der Küchentür blieb sie stehen, denn sie hörte wie die Beiden sich unterhielten.
-tbc-
Und was sagt ihr????
