7. Erklärung

"Warum hast du das gemacht, Murata?"

Yuri war wütend und lies dies nicht nur an seinem Freund sondern auch an seinem Bruder aus, der ihnen gefolgt war, ohne dass es jemand gemerkt hatte.

"Was machst du eigentlich hier Shori?"

Er blickte seinen Bruder finster an. Dieser meinte nur: "Kaori ist auch meine Schwester, natürlich will ich auch helfen."

In Yuri machte sich ein Gefühl breit, das eine Mischung aus Wut über das Handel seines Freundes und seines Bruders, Trauer über die Entführung seiner Schwester und Hilflosigkeit, weil er nicht in der Lage war ihr zu helfen. Er seufzte tief.

"Lass den Kopf nicht hängen Yuri, ich mir sicher, dass wir sie ganz schnell zurückholen werden.", versuchte Wolfram ihn aufzumuntern. Was nicht wirklich gut gelang, was aber nicht an der Wortwahl von ihm lag, sondern eher auf der Tatsache, dass Yuri ihm nicht zuhörte.

"So jetzt sind wir wieder hier. Du hast doch gesagt, wir sollen das was passiert ist Ulrike berichten und jemanden mit zur Erde nehmen, der sich der Beschaffung von Informationen auskennt, Murata!", sagte Yuri zu seinem Freund.

"Ja, wir müssen uns aber erst um den Informationsbeschaffungsmeister kümmern, da es eine Weile dauern könnte, bis er hier im Schloss Ketsumei eintrifft.", meinte Murata.

"Ich kümmere mich schon darum.", kam es von Gwendal, der sich sofort auf den Weg ins Arbeitszimmer machte.

"Wenn das so ist, dann können wir uns auf den Weg zum Ahnentempel machen.", meint Conrad und lächelte Yuri an. Sie machten sich sofort auf den Weg dorthin.


Sie waren nicht mehr weit vom Tempel entfernt als Conrad sagte: "Allem Anschein nach erwartet man uns schon."

Yuri sah ihn fragend an, auch Wolfram schien nicht zu wissen wovon sein Bruder sprach, denn er fragte ihn: "Was meinst du damit?"

Als Antwort zeigte Conrad auf den Eingang zum Tempel. Dieser stand offen und die Tempeljungfrauen warteten schon ungeduldig auf seine Majestät. Als sie die Pferde sahen, liefen sie ihnen entgegen.

"Die ehrwürdige Ulrike erwartet euch. Es scheint sehr wichtig zu sein, ihr solltet euch beeilen.", sagte eine der Tempeljungfrauen. Niemand wusste was sie meinten, doch musste ihnen nicht gesagt werden, dass sie sich beeilen sollen. Immerhin wollten sie mit Ulrike über das reden, was auf der Erde geschehen ist.

Als sie ihre Pferde jemandem anvertraut hatten, liefen sie so schnell es ging zu Ulrike in den Raum, in dem auch drei der vier verbotenen Truhen aufbewahrt wurden.

Ulrike selbst betete kniend von den Truhen. Als sie merkte, dass seine Majestät uns der Große Weise eingetroffen waren, stand sie auf und hieß sie willkommen.

"Heika, Geika es ist schön euch wiederzusehen.", sagte Ulrike.

"Dafür haben wir keine Zeit Ulrike, wir müssen mit dir über etwas reden.", entgegnete ihr Shori.

"Ja. Ich habe von Shinou-heika schon erfahren was passiert ist und kann euch beruhigen.", fing sie an.

"Beruhigen?" Alle waren verwirrt und sahen Ulrike antwortsuchend an.

"Ja, es ist nämlich so...", fing sie mit der Erklärung an, als Shinou sie unterbrach.

"Dieser Wind, der auf der Erde aufgetaucht ist, stammt von keinem Feind. Er wurde von einem Abgesandten der Windgeister zu Erde geschickt, um dort eine bestimmte Person vor der Gefahr zu unterrichten, in der sie sich befindet.", erklärte er an Stelle von Ulrike.

"Warum habt ihr uns das nicht gesagt, bevor wir zur Erde aufgebrochen sind?", wollte Murata von seinem alten Freund und Kameraden wissen. Dieser lächelte nur verschmitzt.

"Das hatte ich auch eigentlich vor, aber... ich habe es vergessen zu erwähnen.", sagte er etwas verlegen. Murata war mal wie immer kurz davor seinem Freund eine Standpauke zu halten und...

"Shinou, wenn du immer solche wichtigen Sachen vergisst uns mitzuteilen, dann kann es sein, dass wir bald keine Lust mehr auf deine Launen haben." Diese Standpauke war noch recht harmlos, im Gegensatz zu den, die er sonst hält.

"Wie dem auch sei, ich hätte nie gedacht, dass die Person, die der Abgesandte aufsuchen sollte, die kleine Schwester von Yuri ist. Ich hätte auch nicht gedacht, dass sie in der Lage ist von der Erde in unsere Welt zu wechseln. Eure Familie steckt wirklich voller Überraschungen." Nach diesen Worten war es erst eine Weile lang still.

"Die Person, die dieser Abgesandte warnen soll, ist Kaori?", fragte Shori noch einmal nach.

"Ja. Auch ich hätte nicht gedacht, dass die Familie von seiner Majestät noch tiefer in die Angelegenheiten vom Neuen Dämonenkönigreich hineingezogen werden.", sagte Ulrike in einem traurig klingendem Ton.

"Und sie ist in der Lage die Welten zu wechseln?", fragte Yuri.

"Ja, es war zwar nur ihre Seele, der ich begegnet bin, aber sie war definitiv in dieser Welt.

Auch wenn sie in einem Traum in diese Welt gelangt ist, macht das keinen großen Unterschied, im Gegenteil...", wollte er den Anwesenden erklären, kam aber nicht weiter, denn Murata hatte ihn unterbrochen.

"Verstehe, mit anderen Worten, sie besitzt gewaltige Kräfte, die sogar die von Yuri übertreffen könnten."

"WAAAAAAAAAAS?!", schrien Yuri, Shori und Wolfram im Chor. Conrad sah nur erstaunt auf den Großen Weisen.

"Das ist die einzige plausible Erklärung.", sagte Murata ernst. Alle, inklusiv Shinou und Murata, waren über diese Erkenntnis mehr alt überrascht.