AN: Geändert. Jetzt DH/JKRs Interview verträglich!
ÜN: Die Übersetzung dieses Kapitels widme ich Sunuxal. Nochmal vielen Dank für dein Review!!
Kapitel Sieben: Through the Looking Glass
Harry Potter war vielleicht der gekrönte Prinz der grotesken Albträume, aber Dudley war dem diese Nacht ziemlich nahe gekommen. Dudleys Träume waren, anders als Harrys, furchterregend, weil sie nicht zusammenhängend waren. Sie waren erschreckend, weil sie ohne Gesicht und zerfallen waren und überhaupt keine wirklichen Vorstellungen oder Bilder, wie sie Harry hatte, nur unscharfe Gestalten. Gewöhnliche Ereignisse waren es, über die Dudley Albträume hatte: Mum beim Bügeln, Mädchen beim Seilspringen, ein Autoausflug nach London mit Dad, Eiscreme. Nachts schien das alles so Furcht einflößend.
Dudley wachte am nächsten Tag durch Mums murmelnde Stimme auf. Sie bot ihm Sachen an, ein kaltes Tuch, Frühstück, heißen Tee. Alles was er tun konte, war zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit hin und her zu treiben. Er wusste nicht, warum er sich so schrecklich fühlte und er wollte sich nicht erinnern. Doch weil er ein solch starkes Verlangen hatte, zu vergessen, was letzte Nacht passiert war, drang es deutlicher als deutlich zu ihm durch. Das Tageslicht schien hinter seinen Fensterläden, diese träge Hitze sickerte überall um ihn herein. Seine Decken schienen plötzlich eng und so warm wie Fell. Sein Kopf hämmerte fürchterlich. Er hatte das Gefühl, dass er sich übergeben müsste, aber es war nicht wirklich sicher, was es schlimmer machte. Er zog seine Hand unter den Bettlaken hervor und schob sich den verschwitzten Pony aus der Stirn.
'Harry war auch da', war sein erster Gedanke, als er sich abmühte, seinen Kopf vom Kissen zu heben. 'Harry macht Witze, Sarah liebt mich, sie hat wahrscheinlich 'n paar schreckliche blaue Flecke gekriegt, ich frag mich, ob ihre Mum sie darüber ausfragt, ich frag mich, wieviel Uhr es ist, ich will wissen, warum das alles passiert ist, ist es passiert?'
„Süßer", sagte Mum sanft. „Du bist wach." Sie lächelte traurig von seiner Bettkante aus.
Er stöhnte leicht und drehte sich auf die Seite. Sein Kopf fühlte sich an, als wäre er mit Keulen zertrümmert worden.
Seine Mutter erkannte, dass er noch nicht bereit war, aufgeweckt zu werden und verließ somit sein Zimmer. Er hörte sie an Harrys Tür schlagen. Harry auf Hasch. Das hätte er niemals gedacht.
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„Was geht ab?", fragte Dudley Sarah kühl, als er sich neben die Stelle setzte, wo sie beim Sandkasten hockte.
Sie zog ihr langes, schwarzes Haar auf die andere Seite ihres Halses und drehte sich, um ihn anzusehen. Ihre Lippe war gespalten und als sie lächelte, schienen ihre Lippen zerbrochen. Sie schien außerdem überhaupt keine Zeit gehabt zu haben, sich herauszuputzen und ihre nicht mehr süße Erscheinung törnte Dudley mehr als ein wenig ab. Er wollte, dass sie normal war und so tat, als wäre alles okay. Aber dann wiederum war sie nicht Mum und sie war nicht Dad.
„Nichts, schätze ich", antwortete sie ruhig und in ihrer Stimme erkannte Dudley etwas tieferes, als sie je zuvor gezeigt hatte.
„Schau mal", sagte er, „ich fühl mich scheiße."
Sie schaute weg. „Ja, nun, ich auch."
„Deine Mum dann irgendwas gesagt?"
Sarah kicherte. „Oh jah, sie hatte eine Menge zu sagen." Sie verdrehte die Augen. „Ich hab ihr gesagt, dass ich hingefallen bin."
Dudley grinste und berührte ihre Lippe leicht mit dem Zeigefinger. „Gutes Ziel dann also", bemerkte er.
Sie schürzte einen Moment lang die Lippen und schüttelte dann ihren Pony. „Willst du überhaupt darüber, was passiert ist, reden?"
„Was meinst du?", fragte er.
„Ich werde zuhören, wenn du mir erzählst, warum du sauer geworden bist", erwiderte sie und stand auf, schlang wieder die Beine um ihn und setzte sich auf seinen Schoß, um ihren Kopf zärtlich an seine Brust zu drücken. „Ich will es verstehen."
„Da gibt's nichts zu sagen", antwortete er ein bisschen schroff.
Sie zog ihren Kopf schnell weg, als ob er wieder wütend werden könnte. Er gab einen Seufzer von sich und tätschelte ihr Haar. „Es gibt einfach nichts darüber zu reden", sagte er.
„Was ist mit... du weißt schon, was ich dir gesagt habe?", forschte sie nach und blickte ihn erwartungsvoll an.
Er durchsuchte seine Gedanken.'Was hat sie mir gesagt?' „Äh..." Er bemühte sich, sich zu erinnern, was zur Hölle sie ihm gesagt hatte – es konnte nicht so wichtig gewesen sein.
Sarah schaute Reh äugig und enttäuscht. „Dass ich dich liebe", sagte sie sachte. „Was denkst du denn?"
„Oh!", rief Dudley aus, als ob er es die ganze Zeit gewusst hätte. „Ich denke... ich denke..."'Was denke ich? Warum zur Hölle hast du das zu mir gesagt, du Bekloppte, DAS IS', was ICH DENKE!' „Ich weiß nicht", sagte er unbeteiligt.
„Liebst du mich auch?", drängte sie.
Bevor Dudley wusste, was er tat, nickte er sie an. „Jah", sagte er langsam, „sicher."
Sarah strahlte und sah trotz ihrer Verletzungen hübsch aus. „Schlimmer Kater?", fragte sie sanft.
„Der schlimmste in meinemLeben. Mum dachte, ich hätte Fieber, denke ich. Sie hat versucht, mir Kinderarznei zu geben und mich im Haus eingesperrt zu lassen." Er rollte mit den Augen. „Ich hasse es." Als er sich selbst jene drei Worte sagen hörte, hielt er inne. Hasste er es wirklich? Stückchen und Teile davon mochte er wirklich. Er mochte es, verwöhnt zu werden, er mochte neue Geschenke und Lob. Aber er hasste die Tatsache, dass nicht einmal seine eigenen Eltern erkennen konnten, dass er einen Kater durchmachte, oder dass sie ihm genügend vertrauten, um nicht nach seiner Pornosammlung zu suchen oder ihn über Sex zu befragen.
„Was hat sie wegen Harry gesagt?", fragte Sarah nach und warf einen Blick hinter sie.
Dudley folgte ihren Augen und blickte finster. Harry starrte sie immer noch an. 'Was für ein Freak.' „Gleiche wie immer, wütend auf ihn, einfach weil."
„Komisch."
„Das schätze ich." Dudley schaute erneut zurück. Harry hatte den starren Blick nicht unterbrochen. „Ah, irgendwie schaut er hier 'rüber wie ein scheiß Psycho. Lass uns gehn."
„Och, Dudley, er is' süß. Irgendwie traurig und doof, aber süß!", stellte sie verteidigend fest.
Dudley schob sie sanft von seinem Schoß und die beiden standen auf. „Schau mal, wenn du meinen Cousin süß nennst, ist das irgendwie einfach... Ekel erregend, okay?"
„Sorry", grinste sie. „Er ist nur – na, sieh ihn doch an! Ich meine, es war sein erstes Mal, sich zu bekiffen!"
„Das überrascht mich nicht mal. Er ist behütet", zuckte Dudley die Achseln, was eine kurze Art war, um zu sagen: Er hat den größten Teil seines Lebens in meinem Schrank verbracht.
Sarah zog eine Braue nach oben. „Man könnte denken, er wäre schlimmer als du, er geht ja auf Sankt Brutus und alles."
Dudleys Wangen wurden rosa, als er log: „Ach, jah, nun, die sind große Schwätzer, weißt du? Nicht wirklich hart und außerdem hat Harry mehr von einem Sonderling, er läuft nicht mit den harten Kerlen mit."
„Das is' so deprimierend."
„Jah, irgendwie. Aber echt, lass uns gehn, er schaut, als ob er versucht sich dich einzuprägen, damit er sich später einen 'runter holen kann", scherzte Dudley gezwungen, traute es Harry aber nicht zu. Wenn das Kind auf dieser dummen Hogwarts Schule niemanden abbekam, sah Sarah zweifellos nach dem Besten auf der Speisekarte aus und Dudley musste Harry vielleicht einfach in den Arsch treten, ungeachtet dessen, ob er irgend einen anderen Namen außer Cedric durch die Wand gestöhnt hörte.
Sarah nahm Dudleys Hand und sie liefen langsam zum weit entfernten Ende des Parks und Dudley hielt in der Nähe der öffentlichen Toiletten an. (Er erinnerte sich, dass sie Damien bei eben jenen Toiletten einen geblasen hatte und das klang ideal.) Jedoch schien Sarah auf einer anderen Wellenlänge zu sein.
„Also denkst du, wir könnten wirklich irgendwo hingehen?", fragte sie ihn und ließ seine Hand los.
„Äh... wie wo zum Beispiel?", grunzte er enttäuscht.
„Wie ich gestern Nacht gesagt hab... wie, ins Kino oder sowas? Oder... ich weiß nicht... zu dir nach Hause?"
„Zu mir nach Hause?", rief Dudley aus. „Bist du bekloppt? Was zur Hölle sollten wir bei mir zu Hause machen?"
Sarah warf die Hände in die Luft. „Na, deine Eltern können nicht den ganzen Tag da sein, oder?", fragte sie nach. „Du könntest mir dein Zimmer zeigen und so Zeug-"
„Mum ist den ganzen Tag da, außer wenn sie zum Supermarkt oder ihren Tees geht."
„IhrenTees?"
„Jah, ihren Damenteekränzchen oder wie das heißt. Macht deine Mum das nicht?"
„Nicht wirklich. Sie arbeitet." Sarah sah irritiert aus. „Was macht deine Mutter den ganzen Tag?"
Dudley zuckte mit den Schultern. „Viel. Schätze ich. Ich meine, sie putzt die Tische und so Zeug."
„Ah."
„Beobachtet oft die Nachbarn."
„Machst du Witze?"
„Nein, ich mein's ernst. Sie weiß alles über die."
„Das ist echt gruselig", sagte Sarah ehrlich und zog die Augenbrauen nach oben.
„Nicht so gruselig", sagte Dudley verteidigend dazu. Aus irgendeinem Grund schien etwas mit Sarah zu machen, das nicht im Park oder bei jemand anderem zu Hause war, unwirklich zu sein. Es war bereits beunruhigend genug gewesen, dass Sarah seinen Cousin treffen musste. Er dachte nicht, dass er mit ihr in seinem Haus umgehen konnte, während er nüchtern war.
„Tja dann, steh' im Laden an der Ecke für mich Schmiere. Ich muss etwas Make-up mitgehen lassen, ich will einen neuen Lipgloss", zuckte sie die Schultern.
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„So ist's richtig, schlag den kleinen Bastard!", schrie Dennis.
Dudley war auf den Knien, schwang seine Faust nach links und rechts, während Piers ein vierzehn Jahre altes, rothaariges Kind namens Johnson am Boden hielt.
„SCHEISSE ÜBER MICH REDEN?", verlangte Dudley zu wissen.
„Nein! Nein, hab ich nicht!", wimmerte das Kind.
„Das hat er auch", sagte Gordan laut. Er war in der Nacht zuvor von seinem Urlaub zurück gekommen und war voller Wut von jeglicher Art auf seinen Vater und seine Stiefmutter, die versucht hatten, ihn selbst zu therapieren und ihn versprechen lassen hatten, niemals wieder zu rauchen oder zu trinken. Sie hatten ihm außerdem davon abgeraten, mit Dudley und den anderen abzuhängen, also hatte er, sobald sie am nächsten Tag zur Arbeit gegangen waren, sicher gestellt, all die Dinge zu tun, von denen sie ihm gesagt hatten, sie nicht zu tun.
„Schlag ihn nochmal, Big D!", feuerte Piers ihn an.
Dudley schlug ihn mit seinem Haken in den Kiefer, seine hellblaue Baseballcappy schwang zur Seite, Schweiß bildete sich auf seinem Nacken. Johnson sah aus, als wäre er in Panik, und das sollteer sein. Aber er hätte es auch kommen sehen müssen, dafür dass er Gerüchte darüber verbreitet hatte, dass Dudleys Championtitel im Boxen nur eine Farce gewesen sei. Und das war die einzige Sache, die Dudley wirklich verdient hatte.
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„Spitze", seufzte Malcom. „Jetzt bin ich der einzige, der nicht gefickt hat."
Piers grinste von Ohr zu Ohr. „Nun, es gibt immer noch Gordan." Er nahm einen Schluck aus einer Whiskeyflasche und reichte sie Dudley, der sie leerte.
„Fick dich", sagte Gordan verärgert.
„Ach, jah. Ich hab vergessen, dass du hier bist", zuckte Malcom die Schultern.
„Ich kann mir immer noch nicht denken, wie Melanie sich von dir vögeln lassen hat", sagte Dudley nachdenklich.
Sie schoben ihre Fahrräder vom Privet Park zurück, als der Himmel über ihnen sich verdunkelte. Da war eine leichte Brise, die sich zwischen den Straßenlampen hindurchkräuselte. Ein Hund bellte in einem entfernten Garten. Die Hitze kroch dahin.
„Tja, sie hat mich gelassen", zuckte Piers die Achseln, fast als ob er es selbst nicht glaubte. „Sehr betrunken war sie auch nicht."
„Also wo habt ihr's gemacht?", fragte Dennis.
„In meinem Bett, wo sonst?"
„In deinem Zimmer?", rief Dudley aus. „Mit deiner Cartoonbettwäsche?"
„Sie hat die Bettwäsche nicht beachtet!", erklärte Piers und wurde rot.
Dudley, Malcom und Dennis brachen in Gelächter aus. Gordan schüttelte den Kopf von einer Seite zur anderen.
„Na, wie war sie?", wollte Malcom sobald das Lachen nachgelassen hatte wissen.
„Er weiß es nicht! Es war sein erstes Mal, du Arschloch", verkündete Dennis.
Piers grinste. „Doch, tu ich! Sie war fantastisch."
„Nicht so gut wie Sarah, würd' ich wetten", zwinkerte Dennis. „Sag's uns, Big D, wie oft hast du sie schon gefickt?"
Dudley gab vor, bescheiden zu sein. „Ach, wisst ihr... ich weiß es nicht... Sagen wir ungefähr... nur richtiger Sex oder anderes Zeug? Weil Sex hatten wir mindestens so...", er versuchte im Kopf zu zählen, aber er konnte sich nicht genau erinnern, also rundete er auf, nur für den Fall. „Neun mal, schätze ich."
„Whoa", sagte Malcom neidisch.
„Warte, Alter, stopp! Was für anderes Zeug?", fragte Dennis begierig.
„Na, ein paar mal hab ich...", ließ Dudley offen und machte eine leicht obszöne Geste mit seiner Zunge zwischen zwei seiner Finger.
„Nein SCHEISSE!", rief Dennis aus, „im ERNST?"
„Du hast es ihr mit dem Mund gemacht, Big D?", wollte Malcom wissen. „Das is' widerlich!"
„Du kannst mich mal, es is' nicht widerlich", blaffte Dudley, der leuchtend rot wurde.
„Ist es nicht?", wunderte sich Malcom. „Na, wie ist es denn dann?"
„Halt den Mund." Gleichermaßen verärgert und verlegen lief Dudley schweigend weiter.
„Tja, du machst am Besten bald mit ihr Schluss. Vielleicht noch 'ne Freundschaft mit Extras, Alter, aber das ist mein Rat für dich", zuckte Dennis die Achseln. „Wenn du sie so oft gebumst hast, sagt sie wahrscheinlich die drei furchterregendsten Worte, die du jemals in deinem Leben hören wirst."
„Dein Schwanz is' klein?", fragte Malcom.
„NEIN!", verkündete Dennis. Er sah ausgelassen herum. „Ich liebe dich." Er klimperte mit den Wimpern.
Dudleys Magen schlug Saltos. „Ach. Jah, okay."
„Nein im Ernst, ich pass' nur auf dich auf, Mann. Du musst sie in der Sekunde loswerden, wo du diese Scheiße hörst."
„Ach", sagte Dudley erneut.'Wenn ich mit ihr zusammen bleibe, wird sie mich nicht heiraten wollen oder sonst was.' Er hatte wirklich nicht die Absicht, jetzt mit Sarah Schluss zu machen, zumindest bis die Schule anfing. Dann nützte sie ihm wirklich nicht mehr, da er auf Smeltings sein und sie nach Stonewall gehen würde.
Dennis begann inspiriert den Kopf zu einem eingebildeten Takt zu nicken. Er fing an laut und ungehobelt mit einer nachgemachten Gangsterstimme zu singen: „DU MUSST DIESE HURE LOSWERDEN, VERSPROCHEN? DIESE HURE LOSWERDEN, WARUM? WEIL WENN DU DIESE HÄSSLICHE HURE NICHT LOSWIRST, WIRD SIE DEINEN SCHWANZ TROCKEN LUTSCHEN!"
Die anderen begannen laut loszulachen und wider Willen musste Dudley mit einstimmen.
„Alte Schule", murmelte Gordan anerkennend.
Ohne, dass es einer von ihnen wusste, war Harry Potter gerade auf der anderen Straßenseite und beobachtete sie mit einer Art faszinierter Wut.
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Bereit getrennte Wege zu gehen, hielten die Jungs kurz nach dem Magnolienring an.
„Bis dann", sagte Dennis. „Gute Sache, Johnson auf dem Boden zu sehen, dieses Arschloch hat verdient, was er bekommen hat, verrückte Lügen zu verbreiten, hä?"
„Niemand verarscht mich", bestätigte Dudley.
„Kleiner Bastard, hat gequiekt wie ein Schwein, oder?", rief Malcom aus. Alle lachten.
„Hübscher rechter Haken, Big D!", gratulierte Piers und Dudley grinste, dachte aber einen Moment lang an Sarah.
„Morgen selbe Zeit?", fragte er.
„Dann bei mir", legte Gordan mit einem durchtriebenen Grinsen fest. „Meine Eltern gehen aus."
„Wir sehn uns dann."
„Ciao Dud", sagte Dennis mit einem Nicken.
„Man sieht sich, Big D!"
Dudley nickte ihnen zu und ging weiter die Straße hinunter. Die Sonne war fast ganz hinter den Wolken verschwunden. Er begann den Song, den Dennis vorher gesungen hatte, zu summen und schlenderte in einem gemächlichen Tempo. Im Augenblick schien alles in Ordnung mit der Welt. Und dann:
„Hey, Big D."
Interessiert drehte Dudley sich herum, um wen es auch war zu grüßen. Jedoch fielen seine Augen auf Harry, der hinter ihm auf gemeine Art höhnisch lächelte. „Ach", sagte Dudley. „Du bist's"
Harry holte ihn ein, aber sie stellten sicher, sich gegenseitig reichlich Platz zu geben. Was als nächstes stattfand, war dasselbe wie immer, ein eiliger Austausch von Beleidigungen und Erniedrigungen, hin und her, hin und her. Harry würde irgendein Klugscheißerkommentar abgeben und Dudley würde ihm erklären müssen, dass er mit allem Unrecht hatte. Ganz zu schweigen davon, dass Harry es für passend hielt, noch einen weiteren Witz über Dicke in die Unterhaltung einfließen zu lassen. Dudley war es ehrlich leid. Er hatte jeden Vergleich von sich und einem Schwein gehört, den er brauchte. Er wünschte sich wirklich, Harry würde neuen Stoff lernen und fragte sich, warum er das nicht getan hatte.
Dann erwähnte Dudley also Cedric (er hatte ihn vielleicht schon früher in dieser Woche erwähnt, er hatte eine Erinnerung, aber er musste bekifft oder betrunken gewesen sein) und Harry reagierte sehr seltsam. Er schien stinksauer, aber auf eine erschöfpte Art und Weise. Wenn Cedric Harrys fester Freund gewesen war, dann musste ihm etwas schreckliches zugestoßen sein. Dudley glaubte, dass das so am Besten war. Er brauchte es nicht, dass Harry sich, neben allem anderen, auch noch als Homo heraus stellte.
Sich über Harrys Albträume und über Cedric lustig zu machen, rief bei Harry eine fantastische Reaktion hervor. Es war genau die Sache, auf die Dudley all diese Jahre lang gewartet hatte und so war er nicht darauf vorbereitet, damit aufzuhören, den Jungen zu verhöhnen.
„'Komm und hilf mir, Dad!'", sagte Dudley mit einer lauten, langsamen Stimme. „'Mum, komm und hilf mir! Er hat Cedric getötet! Dad, hilf mir!'", fuhr er fort. Harry wurde rot. „'Er wird mich-'"
Aber plötzlich war der Spaß für Harrys Geschmack zu weit gegangen, weshalb er seinen magischen Zauberstab (?) hervor und gegen Dudleys Brust schwang.
„NIMM DAS DING RUNTER!", schrie Dudley aus, dessen gute Stimmung auf der Stelle verschwand. Die Stäbe, die Zauberer benutzten, versetzten ihn in Schrecken, seitdem ihm ein Ringelschwanz gegeben worden war--- und Mum und Dad hatten ihm nach diesem verhängnisvollen Tag einen langen Vortrag gehalten und ihm gesagt, wie gefährlich Diese Leute waren. Dudleywusste einfach, dass Harry darauf brannte, ihn mit einem schrecklichen Fluch zu belegen. Und jetzt war hier niemand zu sehen.
„Fang nie wieder davon an", fauchte Harry, mit eindringlichen und wütenden grünen Augen hinter dieser idiotischen Brille. „Hast du mich verstanden?"
Aber Dudley wusste nicht einmalwovon. Wer war Cedric? Wer brachte ihn um? War er tot oder war es erfunden? Es war nicht einmal so eine große Sache. Er wusste es nicht, es hatte nur Spaß gemacht, wieder die Oberhand zu haben. Aber wenn Dudley versucht haben würde, Harry das zu erklären, hätte es keinen Unterschied gemacht und eine Entschuldigung würde schlimmer als schwach aussehen. Also entschied sich Dudley, den magischen Stab gegen Harry zu verwenden. Er wusste, wenn er genug Druck ausübte, würde Harrys Angst, verwiesen zu werden, ihn davon abhalten, irgendetwas zu tun.
„Halt das Ding woandershin!", sagte Dudley fauchend.
„ICH HAB GESAGT, hast du mich verstanden?", wiederholte Harry. Wenn Harry nur das Ding senken würde, würde Dudley bestimmt niemals wieder über was zur Hölle es war sprechen.
„Halt es woandershin!", knurrte Dudley.
„HAST DU MICH VERSTANDEN?", brüllte Harry.
„TU DAS DING WEG VON-", begann Dudley, aber dann musste Harry mit dem Stab etwas geschehen lassen haben, denn er fühlte sich plötzlich fürchterlich schlecht, schlecht und eiskalt, als ob er durchgefroren wäre.
Es wurde plötzlich sehr dunkel.
Dudley konnte nicht klar sehen, aber er konnte Harrys Umriss ausmachen, noch immer direkt vor ihm, Harry schien hin- und hergerissen, Dudley war sich nicht gänzlich sicher, was Harry gerade getan hatte, aber es fühlte sich furchtbar an. Kalt und heilend auf einmal.
„W-was machst du d-da?", stammelte Dudley. „Hö-hör auf d-damit!"
„Ich mach gar nichts!", blaffte Harry ziemlich gemein. „Sei still und beweg dich nicht!"
„Ich k-kann nichts sehen!", sagte Dudley seinem Cousin verwirrt. Es war wahr – da waren keine Straßenlampen, keine Geräusche, die anzeigten, welche Gefahren vor ihm liegen oder nicht liegen könnten. Da waren keine Sterne. „Ich bin blind!"
„STILL, HAB ICH GESAGT!"
Dudley war von Harrys Art zu sprechen beleidigt, aber Harry hatte das gemacht, also würde er auf ihn hören müssen. Er fühlte sich wie ein dummes Kind, von seinem Cousin herum kommandiert zu werden, der fast einen Fuß kleiner als er war. Er blieb an der Wand der Magnoliengasse stehen, der kalte Zement drückte in seine verschwitzten Handflächen – seine Stirn fühlte sich gefroren an.
Doch jetzt, jetzt, lief Harry davon! 'Er kann mich nicht hier lassen!', dachte Dudley ängstlich, 'Das würde er nicht tun, ich kann nichts sehen! Er kann mich nicht hier lassen-'
Obwohl er ermahnt worden war, nicht zu sprechen, musste Dudley: „Ich sag's Dad! Wo bist du? Was machst du-"
„HALT DEN MUND! Ich versuche was zu hören!", rief Harry aus.
'Und was zu hören?', war Dudleys nächste Frage, doch sie wurde für ihn beantwortet.
Direkt von der Straße her kam das allerscheußlichste Geräusch, das Dudley je in seinem ganzen Leben gehört hatte. Es war wie... Finger, die über Kalk kratzten oder ein schlimmes Bein, das über einen knirschenden Fußboden gezogen wurde. Es war das Zeug aus diesen „abscheulichen Filmen", wie Mum sie nannte, die fiesen, die Dudley und seine Kumpels ansahen, während sie riesige Mengen an Snacks aßen, sich dann hinterher schlecht fühlten, weil sich Junk-Food und groteske Filme (Augäpfel essende Zombies, heiße Mädchen, die brutal vergewaltigt und in Straßengräben abgelegt werden, Morde, Gangbang und man ist fertig) nicht gut miteinander vertrugen.
Es erinnerte Dudley plötzlich an die Albträume von gestern Nacht, Mum, die sich auf nüchterne Art um die Wäsche kümmerte, ohne zu lächeln, Leute ohne Gesicht, die den Privet Drive 'rauf und 'runter liefen, verlassene Häuser, Sarahs blutende Lippe, sie stieß der Länge nach auf den Kies, Harry war klein und weinte in der Schultoilette, Dudley wurde angewiesen, was er nicht essen sollte.
Das Geräusch dauerte an und von der zweiten Sache dachte Dudley, es sei 'totes Atmen', aber das war dumm, weil die Toten nicht atmen konnten.
Harry hielt es nicht auf. Er stand direkt vor Dudley, er war jetzt deutlicher, stand einfach immer noch, als ob er dem Geräusch ein Zeichen gab, vorwärts zu kommen, er hatte seinen Stab gerade ausgestreckt. Harry versuchte, was immer es war zu überreden, her zu kommen und Dudley zu holen und Dudley würde das nicht hinnehmen.
„Ich schlag dich", sagte Dudley in Panik, als das Geräusch näher kam, Nebel schien genau vor seinen Augen zu erscheinen. „Ich schwöre, ich werde-"
Harry blickte einen Moment lang zu ihm zurück. „Dudley, halt den-"
Dudley hatte nicht vor darauf zu warten. Er schlug Harry die Faust gegen den Kiefer und sah den Umriss seines Cousins sich auf dem Pflaster zusammenfalten.
„Du Schwachkopf, Dudley!", sagte Harry atemlos. Was Harry da zu ihnen gerufen hatte, kam näher; er konnte das tote Atmen in seinen Ohren hören, durch seine Venen hämmern. Er rannte vorwärts, vielleicht konnte er daran vorbei kommen, er tastete blind und plötzlich prallte er gegen den Zaun und stieß ungleichmäßige Atemzüge aus. Er packte den Maschendraht und rüttelte daran. Darüber zu klettern stand außer Frage; er konnte kaum rennen. Sein Magen war verknotet und eine Gänsehaut bildete sich auf seinem ganzen Körper, als die Kälte schlimmer wurde.
Harry schrie ihn immer noch an – Dudley wünschte, er hätte ihn härter schlagen können, dann hätte Harry zumindest aufgehört, ihn anzumeckern. Aber Harrys Stimme wurde wild. Dudley warf einen Blick zurück und sah Harry über dem Boden schweben, bevor er gegen die Mauer geschmettert wurde.
'Was zum TEUFEL? Was zum TEUFEL?'
Dudleys blaue Augen weiteten sich, sein Körper fühlte sich steif gefroren an und er war vor Angst gelähmt, aber er fühlte die eisige Kälte ansteigen und er bewegte sich rückwärts. Dudley dachte an einen ziemlich großen Haufen Schimpfwörter, aber er konnte nicht sprechen. Er ging weiter zurück, die Augen starr auf Harry gerichtet, stolperte er die Magnoliengasse hinunter.
Und dann hörte Dudley etwas im Innern seines Kopfes:
„Wünschst du dir, den Tod zu kosten?"
Dudley stoppte auf seinem Weg. Es war eine hohe Stimme, schrill und kreischend, aber so sehr gütig. Fast ansteckend.
„Du hast durchaus einen tobenden Appetit", sinnte die Stimme rauchig nach, als ob sie dabei seufzte. „Und der Tod würde fein schmecken, denke ich."
Dudley konnte nichts tun, als das Dunkel anzustarren. Er fühlte sich benommen, als ob er immer wieder in Eiswasser getaucht werden würde.
Das Ding fuhr fort: „Es gibt hier keine Diäten", sagte es in einem herumwirbelnden, weit entfernten Tonfall. „Keine Ernährungspläne. Keiner wird dich schelten. Nein, wenn du mein Angebot annimmst, kannst du zu einem von meiner Art werden und du kannst so viele Seelen verschlingen wie du möchtest. Du zeigst Potential, aber niemand sieht es. Und niemand wird es jemals sehen, nicht in diesem Leben, lieber Junge, nicht in diesem Leben."
Es gab einen Ruck, ein schrilles Kreischen in Dudleys Ohren, wie die Bremsen eines alten Autos und die Stimme schrie: „DU BIST EIN WERTLOSER, FETTER VERSAGER, DU – DU, DUDLEY DURSLEY."
Dudley stolperte und fiel auf das Pflaster, das Kreischen immer noch in den Ohren; er bedeckte sein Gesicht, wie ein kleines Kind es tun würde. Die Schreie wandelten sich in ein anderes Geräusch.
Das Geräusch war ein quiekendes Tier oder Kind, aber es war so verdreht und grotesk in seinen Ohren, dass er sich nicht sicher war, welches davon. Ihm schoss eine Erinnerung durch den Kopf – da war ein Baby, zwei Babies? Schreie,furchtbare Schreie. Er wusste, es waren er und Harry, aber er wusste nicht, warum sie schrien – oder wer von ihnen schrie oder ob sie beide schrien! Mum und Dad waren in der Erinnerung auch da, aber sie machten nichts für Harry und dies ließ Dudley schreien. Sie boten ihm ständig Dinge an – einen Schnuller, ein Spielzeug, eine Flasche – und er schrie und kreischte weiter, niemand schenkte Harry Aufmerksamkeit, warum nicht? Und Dudley wollte diese Sachen nicht! Die Wände des Hauses schienen dreitausend Meter hoch. Harry sah krank aus, verbraucht-
--Dudley stand vor dem Spiegel in der Schule und zog seine Smeltings Uniform an. Das musste im dritten Jahr gewesen sein, denn als er versuchte, die Knickerbocker hoch zu ziehen, ging es nicht. Er zerrte immer weiter, zuerst gelangweilt, als ob sie, wenn er das lange genug machte, leicht über seine Schenkel gehen würden. Aber dies brachte ihm nur den Erfolg, die Hose zu zerreißen – sein Gesicht wurde leuchtend rot-
--„ICH WILL DAS NICHT ESSEN!", schrie Dudley, fünf Jahre alt. Er warf einen Eisbehälter durch die Küche und der prallte gegen das Fenster. „DIE SORTE IST NICHT RICHTIG! NICHT RICHTIG!" Aus irgendeinem Grund, ließ ihn das mit den Fäusten hämmern und weinen, wie peinlich--
-- „Gib mir das", verlangte ein zwölfjähriger Dudley und riss die fertige Hausaufgabe aus den Händen eines brünetten Jungen, „Auf diese Art", sagte er, „fallen wir beide durch-"
-- „Hasst du ihn nicht einfach?", flüsterte Sandy Hox von Nummer Neun. „Er ist so eine quengelige, kleine Tonne!"-
--Leute lachten in den Gängen, als Dudley aus dem Büro der Krankenschwester trat – muss im vierten Jahr gewesen sein? „Man sagt, du seist auf Diät – es wird auch langsam Zeit", schrie jemand aus und das Gelächter wurde lauter-
-- „Er ist der schrecklichste Junge seit jeher"-
--Der Junge im Spiegel blickte grausam und wütend, als er sich Wasser ins Gesicht spritzte. Er hatte ein Mädchen geschlagen und er hatte kaum Zeit, sich darum zu kümmern. Er verbrachte seine Zeit damit, mehr als sogar fünf Jahre jüngere Kinder in den Kies zu schubsen und er hatte nichts, nichts wofür er lebte und jeder sollte sich einfach von ihm fernhalten-
--
Auflehnend presste Dudley seine Hände auf sein Gesicht, um diese Erinnerungen zu blockieren. Sein Gesicht fühlte sich wie Eis an, aber es war ihm egal. Er war Dudley Dursley. Und er war ein Versager.
--
Dudley erwachte scheinbar eine Millionen Jahre später halbwegs vom Klang verzweifelter Stimmen. Er konnte nur geradeaus sehen, es erforderte zu viel Anstrengung zur Seite zu blicken, aber er fühlte sich, als würde er vorwärts gezogen werden. Er war immer noch durchgefroren, aber darüber hinaus fühlte er sich auch noch, als würde er hängen. Es war schlimmer als jedes Training; es war als ob er wiederholt in die Gedärme geschlagen worden wäre. Sein Magen fühlte sich verdreht an, ihm war übel. Ganz plötzlich gaben seine Knie nach und er taumelte vorwärts. Derjenige, der ihn trug schrie auf und er wurde zurück gezogen. Der Klang von Schreien klang immer noch in seinen Trommelfellen nach. Er konnte die Erinnerung jetzt nicht abschütteln. Er fühlte sich mutlos, voller Besorgnis und er konnte nicht aufhören, sich zu fragen, warum Mum und Dad nichts getan hatten? (Konnten sie ihn nicht weinen hören?)
Er wurde dazu angetrieben, sich immer weiter zu bewegen, aber er hatte absolut keinen Willen, sich zu bewegen. Er wurde dazu gebracht, Treppen hoch zu steigen, jetzt abgestützt, fühlte er sich als ob er tot wäre und wie eine Puppe benutzt wurde. Er konnte diese Bilder nicht loswerden; diese schrecklichen Bilder.
Sah er wirklich so aus?
Auf einmal war Mum vor ihm.
Sie sagte etwas mit besorgter Stimme, aber Dudley konnte nicht antworten. Sein einziger Gedanke war, dass das, was ihn sich so überaus kalt fühlen lassen hatte, ihn sich auch nicht allzu gut fühlen ließ und vielleicht hätte er früher an diesem Abend nichts trinken sollen.
Er erbrach sich umgehend über die ganze Fußmatte.
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Alle schrien und brüllten. Dudley wurde auf einen Stuhl gesetzt und eine große Schüssel gegeben. Er blickte trübe zu allen auf. Sein Magen verkrampfte und er kotzte erneut, die Flüssigkeit trommelte auf den Boden der Blechschüssel. Harry verzog das Gesicht.
Dudley war sich nicht sicher, was Harry sich dabei gedacht hatte, was er da tat, aber was es auch war, es war ein sehr aufwühlender Trick gewesen und Dad und Mum sollten Harry dafür teuer bestrafen. Dudley dachte kaum daran, als sie so klein waren – er wusste, dass Harry versuchte irgendeine Art Wirkung zu erzielen, aber er wusste nicht, dass Harry sich daran erinnern würde, Harry war bei dem meisten davon nicht einmal da gewesen! Harry war gut in diesem Zauberzeug – schließlich benutzte er Dudleys Schuld gegen ihn.
Mum und Dad stritten mit Harry über das, was passiert ist. Harry behauptete natürlich, dass er es nicht verursacht hatte, aber Dudley wusste es besser. Wenn er Harry wäre, würde er diesen Stab in jeder Sekunde, die er hatte, benutzen.
Dudley fragte sich, ob er mit den Jungs gekifft hatte und es einfach vergessen hatte. Durch eine dunstige Sicht konnte Dudley Eulen, Briefe sehen und alles, was er dachte war 'nicht schon wieder' und alle schrien weiterhin, er fühlte, wie sein Kopf hämmerte. Dann wurde Mum von einer Person, die Dudley nicht sehen konnte, geschimpft und Harry stürmte davon und Dad war wütend, also verprach Mum Dudley dann, eine Kanne Tee zu kochen und ihn am nächsten Tag zum Einkaufen mitzunehmen.
Dudley zog sich wieder hoch.
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„Du klingst Scheiße", sagte Piers am anderen Ende des Telefons.
Es war am nächsten Tag, gegen zwei Uhr, aber Dudley war noch nicht vom Bett aufgestanden. Er fühlte sich immer noch krank, deprimiert, als könnte er nichts machen.
„Ich fühl mich so", war seine müde Antwort. Er konnte nicht einmal einen richtig bedrohlichen Tonfall zu Stande bringen.
Piers seufzte und sie waren fast drei Minuten lang still. „Also kommst du dann heute Abend nicht?"
„Ich schätze nicht."
„Das is' nicht cool, Big D. Ich geh dann auch nicht hin."
„Idiot", antwortete Dudley sehr ruhig und blätterte eine Seite der Musikzeitschrift um, die er überflog. „Das klingt schwul."
„Nein!", rechtfertigte sich Piers. „Die anderen sind einfach nicht so cool drauf wie du."
Sie hielten beide inne. Dudley blätterte eine weitere Seite um. „Was soll's", sagte er. „'s das alles?"
Piers seufzte erneut. „Ich schätze schon."
„Okay, also."
„Gute Besserung, schätze ich."
„Jah, was soll's. Bis dann."
„Bis dann."
Dudley legte auf, seufzte dann auch und starrte hinauf an die Decke. Er wollte Harry fragen, was ihn genau angegriffen hatte, aber er wollte nicht dumm klingen. Er hatte irgendetwas über ein Gefängnis gehört und über Dämon-Dinger und Dad hatte entmutigt geklungen, weil Dudley das, was es war, nicht zu Boden geschlagen hatte.
Dudley zog in Betracht aufzustehen, um Harry zu befragen, entschied sich aber dagegen. Sie würden nur streiten. Außerdem war Harry wieder in sein Zimmer eingeschlossen und Dudley wollte nicht, dass jemand dachte, er würde sich auf seine Seite stellen.
Stattdessen fragte er sich, was alle denken würden, wenn er ihnen erzählte, warum er sich krank fühlte, warum in seinen Ohren noch immer der Klang von schreienden Babies nachhallte und von Stimmen – all die Stimmen. Die Jungs würden ihn für wahnsinnig halten. Harry wurde sowieso von niemandem toleriert, aber sich vorzustellen, dass er die Wahrheit kannte? Und was würde Sarah denken? 'Wahrscheinlich, dass ich einfach nur bekifft war.' Dudley hatte sehr kurz die Erkenntnis, dass es eine Menge gab, was seine Familie und sein Leben betraf, das seine Freunde niemals erfahren konnten.
Es gab ein sanftes Klopfen an seiner Tür und Petunia kam herein. Ihr stand die Sorge ins Gesicht geschrieben. „Wie fühlst du dich?", fragte sie.
Auf der Stelle rollte sich Dudley herum und ließ seine Stimme schwacher klingen, als sie war. „Oh, Mum, okay, schätze ich."
Petunia glättete ihr Sommerkleid und setzte sich auf die Bettkante ihres Sohnes. „Ich möchte dich nicht aufregen", begann sie besänftigend, „aber ich möchte wissen, was gestern Nacht passiert ist. Was hat dieser Dementor dirangetan?"
„Der was?", fragte Dudley langsam.
„Er hat gesagt, dass man die so nennt", bemerkte Petunia knirschend und nickte in Richtung der Wand, um auf Harry hinzuweisen. „Die...", ihre Stimme wurde sehr besorgt. „Die nehmen den Leuten die Seele weg. Aber deine haben sie nicht gekriegt."
Dudley blinzelte. „Die machenwas?" Harrys Welt war sicherlich am Arsch. Dementoren, die Seelen stehlen? Cedric stirbt, verrückte Briefe, die Mum anschreien? Es gab Dudley fast das Gefühl, dass sein Leben normal war. Er fragte sich, was schlimmer war: Der Privet Drive oder so Seelen saugende Teile, die Gefängnisse bewachten. Es war sehr schwer zu entscheiden.
„Hab keine Angst", sagte Petunia, als ob sie selbst etwas Panik hatte. „Du bist in Ordnung und das ist es, was zählt."
„Warte... also... was hat eines von diesen Teilen in der Nähe von unserem Haus gemacht, Mum?", wollte Dudley wissen und setzte sich auf.
„Wir sind uns nicht sicher, Süßer. Es hat etwas mit... äh, Problemen zu tun, die seine Welt in letzter Zeit hat."
Dudley starrte sie an. 'Was zum verdammten, verfickten Teufel?', dachte er.
„Brauchst du irgend etwas? Etwas Tee, Schatz?"
Ohne wirkliches Interesse nickte er.
Petunia lächelte schwach und schritt zur Tür hinüber.
„Mum?"
„Ja, Liebling?"
Dudley wartete einen Moment, bevor er sprach. „Mum, bin ich... ein Versager? Ich meine... nun...Bin ich einer?"
„Diddy, was?", schrie Petunia aus. „Warum? Nein! Natürlich nicht!"
Er war sich nicht so sicher. Schließlich hatte nicht sie die Bilder, fast wie einen widerlichen Film, ablaufen sehen.
„Wer sagt, dass du ein Versager bist?", wollte sie wissen.
„Niemand, Mum, es ist gut. Es ist nur...", er verlor sich und zuckte mit den Schultern. „Es ist nichts."
Petunia runzelte traurig die Stirn, ließ ihn aber allein.
Dudley fühlte sich, als wäre seine Seele verschwunden, aber er hatte sich schon lange bevor irgendein Dementor in Surrey aufgetaucht war so gefühlt.
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Der nächste Tag war fast ein guter Tag. Obwohl sich Dudley immer noch etwas angeschlagen fühlte, hatte Harry bei Petunia fallen lassen, dass ihm, als er früher angegriffen worden war, Schokolade gegeben worden war, damit er sich erholte. Dies inspirierte Mum, einen riesigen Schokoladenkuchen mit reichlich Zuckerguss aus dunkler Schokolade zu backen.
Harry sagte, das sei nicht der Gedanke, aber Dudley wurde es nichtsdestotrotz erlaubt, ihn zu verdrücken.
ÜN: Was Dennis im Orginal gerappt hat: „YOU GOTTA CUT THAT HOE LOOSE, WORD? CUT THAT HOE LOOSE, WHY? CAUSE IF YOU DON'T CUT THAT SKANK HOE LOOSE, SHE GONNA SUCK YOUR COCK DRY!"
Ein Fuß: 30,48 cm
