„Harry?" Lupin beugte sich besorgt zu ihm hinunter. „Bist du in Ordnung?"

„In Ordnung? Ich bin, ich bin … ja, verdammt!"

„Albus! Das ist doch nicht die Wahrheit … Filch?", stotterte McGonagall.

„Die Familienähnlichkeit ist kaum zu übersehen", sagte Snape selbstgefällig.

Dumbledore seufzte schwer. „Argus Filch ist der Onkel von Petunia und Lily Evans, und damit Harrys Großonkel."

„Aber … ich dachte, er sei ein Squib?"

„Das war die Geschichte, die wir allen erzählt haben, um zu erklären, was er in der Zaubererwelt macht. Aber in Wirklichkeit ist er ein Muggelmüllmann, der unglücklicherweise von uns erfahren hat. Ich habe eines Morgens in Altkleidercontainern nach hübschen Kleidern und Haarschleifen gesucht … Die Muggel haben ein Fest, das sich Karneval nennt, bei dem sie sehr schöne Kleider tragen, viel kleidsamere und noch dazu günstigere Mode, als es bei Madam Malkin gibt. Unerklärlicherweise werfen sie sie nach diesem Fest wieder weg und kehren zu ihren unbequemen Anzügen zurück. Severus, dir würde eine solche Robe auch gut stehen, du solltest mal etwas Fröhlicheres anziehen."

Der Blick, mit dem Snape Dumbledore bedachte, hätte einem Basilisken alle Ehre gemacht: Er brachte sogar Dumbledores Lächeln ein wenig ins Rutschen.

„Äh, nun wie auch immer, ich suchte also nach netten Sachen, die ich für meine Sammlung gebrauchen konnte. Ich glaubte mich unbeobachtet und wendete einen Accio an. Ich gebe zu, dass ich damals unvorsichtig und naiv war. Argus sah mich und hat mich zur Rede gestellt. Ich konnte nichts mehr vor ihm verheimlichen, aber ich brachte es auch nicht über mich, sein Gedächtnis zu löschen. Er drohte mir, alles zu verraten. Also habe ich ihn bestochen: Ich bot ihm den Posten als Hausmeister von Hogwarts an. Auf diese Weise konnte er in der Zaubererwelt leben. Seine Familie hat nie davon erfahren. Sie erklärte ihn für verschollen."

„Ihre Güte ist wirklich zum Erbrechen", sagte Snape. „Ein Muggel, ein hundsgewöhnlicher Muggel, in Hogwarts?!"

„Oh ja, Erbrechen!" Dumbledore schlug sich an die Stirn. „Das hätte ich doch beinahe vergessen! Ratzeputz." Er schwenkte seinen Zauberstab über die Dursleys.

„Ja …", sagte Remus nachdenklich. „Lily hat einmal erwähnt, dass ein Onkel von ihr vor vielen Jahren verschollen war. Sie nahm an, dass er tot sei. Und Filch schien stets eine Schwäche für sie zu haben. Er war mit ihr nie so streng wie mit uns. Wir dachten damals, dass es deshalb war, weil sie nicht so viel angestellt hat wie wir, aber jetzt …"

„Oh, ja, ich denke, er ahnte, dass sie seine Nichte war", bestätigte Dumbledore.

„Nicht zu fassen, dass Filch der Onkel von Lily Evans sein soll. Sind Sie wirklich sicher, Albus?"

„Ganz sicher, Minerva."

„Es ist auch kaum zu fassen, dass diese Ziege Lilys Schwester sein soll", murmelte Snape.

„Was soll das heißen?", fuhr Harry ihn an. „Wollen Sie sagen, dass meine Mutter noch schlimmer als Tante Petunia war?" Von Snape konnten schließlich nur Beleidigungen kommen.

„Harry, ich bin sicher, das hat Severus nicht gemeint."

„Oh ja, sicher wollte er gleich erklären, was für eine tolle Frau meine Mutter gewesen ist, natürlich, und dass er nur eifersüchtig auf meinen Vater war und mich nicht leiden kann, weil ich ihn ständig daran erinnere, dass meine Mutter meinen Vater geliebt hat und nicht ihn. Als Nächstes erzählen Sie mir, dass Draco Malfoy mein Seelenpartner ist, den ich sofort heiraten muss, wenn ich nicht sterben will, die Weasleys mich jahrelang hintergangen haben und nur geil auf mein Geld sind, ich der Erbe von Gryffindor, Slytherin, Ravenclaw und Hufflepuff bin, Superkräfte habe, weil ich eine Mischung aus Werwolf, Vampir, Elfe, Kobold, Hauself, Zentaur und was weiß ich noch alles bin, Voldemort auch ganz lieb ist, Sirius was mit Professor Lupin hat und Hermine was mit Snape!"

„Aber nein. Das sind tatsächlich nur Gerüchte, die von deinen Fans verbreitet wurden. Aber die musst du nicht weiter ernst nehmen. Es gibt sogar Leute, die mich für einen hinterhältigen, manipulativen, alten … wie drücken sie es noch aus? – ah ja ‚Drecksack' – halten", meinte Dumbledore gut gelaunt. Lupin und Snape sahen aus, als hätte man sie ebenso wie die Dursleys mit einem Stupor belegt.

„Granger?"

„Sirius?"

„Nun, wenn damit alle Fragen geklärt sind, denke ich, dass wir uns nun diesen bedauerlichen Menschen zuwenden sollten", sagte Dumbledore mit Blick auf die Dursleys.

„Moment!" Diesmal war es McGonagall, die ihn unterbrach.

„Ja?"

„Wenn Petunia sich weigert, Harry weiter bei sich zu beherbergen, wollen Sie ihn dann wirklich zu Filch schicken?"

„Oh ja, ich denke, seine Verwandten können am besten für ihn sorgen."

„Vielleicht kann Filch es fertigbringen, dem Bengel ein paar Manieren beizubringen", schnarrte Snape schadenfroh. Die Gelegenheit, Harry schlechtzumachen, hatte ihn offenbar den Schock, angeblich eine Beziehung mit Hermine zu haben, vergessen lassen. „Ich bin sicherlich froh, diese Aufgabe endlich loszuwerden."

„Vorhin sagten Sie noch, dass Sie es genossen hätten, Sie Sadist!"

„Reden Sie nicht von Dingen, für die Ihr jämmerlicher Verstand nicht reicht, Potter."

„Snape! Das reicht wirklich!", fuhr Remus dazwischen.

„Sie haben es nötig, Lupin!"

„Aber, aber", machte Dumbledore. „Wir wollen doch jetzt nicht die alten Schulstreitereien auspacken." Er richtete seinen Zauberstab auf die Dursleys. „Finite", sagte er, ehe jemand es verhindern konnte.

„Sie!", kreischte Petunia. „Sie sind der …"

„Derjenige, der Harry vor Ihre Tür gelegt hat, ja. Ich hoffe doch, dass Sie inzwischen besser mit dieser Entscheidung klarkommen."

„Von wegen! Der Bengel macht nur Ärger."

„Ich bin sicher, eines Tages werden Sie froh sein. Harry ist ein guter Junge."

„Was habt ihr mit meinem Vernon gemacht?"

Snape schnaubte. „Ihr Vernon, Mrs Dursley, hatte schon vor langer Zeit keine Lust mehr auf die detaillierte Schilderung der korrekten Grashöhe des perfekten Rasens."

„Was soll das heißen? Du hast ihn umgebracht! Du hast das von Anfang an geplant, als wir noch Kinder waren. Deshalb hast du dich bei Lily eingeschleimt …"

Moment? Du? Als wir Kinder waren? Bei Lily eingeschleimt? Snape kannte Tante Petunia?

„Ich kann Ihnen versichern, Mrs Dursley, dass mich das Schicksal Ihres Mannes keinen Deut interessiert."

„Ich werde die Polizei rufen!"

„Aber nicht doch, Petunia. Ich bin sicher, dass wir uns auch so einig werden." Das war natürlich Dumbledore.

„Verschwinden Sie aus meinem Haus!"

Dumbledore wandte sich plötzlich an das Vernon-Dudley-Walross, das immer noch zitternd an Petunias Hals hing. „Ah, Dudley. Du isst doch gerne Süßigkeiten, nicht wahr?"

„Ihr … ihr seid … Freaks", sagte Dudley mit Vernons Stimme langsam. Für ihn eine unglaubliche Denkleistung.

„Nun ja, wir nennen uns selbst Zauberer, aber du hast im Kern der Sache Recht, wir sind anders als – "

„AHHHHHHH! Hilfe! Mummy!", kreischte Dudley und warf die Hände schützend vor Vernons enormes Hinterteil.

„Keine Angst, Diddy, Mummy lässt nicht zu, dass die bösen Männer dir wehtun."

Harry schnaubte. Unter anderen Umständen hätte er sich über dieses Bild köstlich amüsiert; Onkel Vernon, der sich verängstigt an Tante Petunia klammerte.

Dumbledore versuchte weiter, auf Dudley einzureden, aber der hörte ihn durch sein Geplärre hindurch nicht. Schließlich zog Snape entnervt seinen Zauberstab und brachte Dudley zum Verstummen. Dumbledore blickte ihn vorwurfsvoll an. „War das wirklich nötig, Severus?"

„Es war schon lange überfällig, dass jemand diesem Schwein den Mund stopft. Es ist ein Wunder, dass er überhaupt sprechen gelernt hat."

Es war wirklich unheimlich: Zum zweiten Mal an diesem Tag war Harry mit seinem Zaubertranklehrer einer Meinung.

„Nun gut", wandte sich Dumbledore an die völlig verstörte Petunia. „Ihrem Sohn ist nichts geschehen, Petunia. Wir wollen nur in Ruhe mit ihm reden. Dudley, was ich sagen wollte, ist, dass ich dir einen Gutschein für 200 Jahre Einkaufen im Honigtopf geben kann, das ist ein Süßigkeitengeschäft in der Nähe der Schule, die ich leite und auf die Harry geht. Möchtest du das?"

Dudley sah ihn einen Moment verängstigt an, aber dann siegte seine Fresssucht über seine Angst vor allem, was von Zauberern kam, und er nickte sabbernd.

Dumbledore strahlte ihn an. „Wunderbar! Und würdest du dafür versprechen, dass du Harry nicht mehr ärgerst?"

„Hören Sie auf, meinen Dudders zu quälen! Er hat den Jungen noch nie geärgert, es war immer nur umgekehrt, dieses unnötige Balg meiner Schwester hat meinen armen Diddymatz immerzu gequält! Und das alles nur, weil SIE ihn vor unserer Tür abgelegt haben! Und mein Vernon … mein Vernon!" Sie fing an, herzzerreißend zu schluchzen.

„Oh Merlin, was für Jammerlappen!", stöhnte Snape. „Kein Wunder, dass Potter so missraten ist, bei der Verwandtschaft."

Dumbledore ging vor Petunia in die Knie und versuchte, ihre Schulter zu tätscheln. Sie fuhr zurück und kreischte noch viel entsetzlicher.

„Dumbledore, geben Sie es auf! Ich kenne diese Leute, sie sind ein Fall für die Müllentsorgung!", kam es von Snape.

„Nana Petunia", machte Dumbledore beschwichtigend. „Ich bin sicher, Harry und Dudley werden sich eines Tages verstehen. Kinder haben nun mal ihre Auseinandersetzungen, das ist völlig normal."

„Kinder?", fauchte Harry.

„Hauen Sie ab!", heulte Petunia.

„Albus", schaltete sich McGonagall ein. „Sehen Sie nicht, dass das keinen Zweck hat? Diese Leute sind kein Umgang für Potter! Das habe ich Ihnen von Anfang an gesagt!"

„Nun ja, vielleicht wirklich nicht. Die arme Petunia scheint unter Schock zu stehen. Dabei habe ich doch nur zu ihrem Wohl gehandelt. Nun, Harry, ich denke, damit kommen wir zu Möglichkeit zwei."

Filch.

Filch.

Dumbledore würde ihn zu Filch schicken.

Er musste einen Weg finden, diesem Schicksal zu entgehen.

Und so kam es, dass Professor Minerva McGonagall, Ex-Professor Remus Lupin und Schüler und Junge-der-lebt, Held der Zaubererwelt Harry Potter Professor Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, Schulleiter von Hogwarts, den größten Zauberer seit Merlin, Besieger Grindelwalds, mit einem Vergessenszauber belegten, sein Aussehen änderten und ihn unter dem Namen Gilderoy Lockhart ins St.-Mungo-Hospital für Magische Krankheiten und Verletzungen einweisen ließen. Der echte Gilderoy Lockhart fand ein neues Zuhause bei Xenophilius Lovegood, der an ihm eine Studie zu der Wirkung von Nargeln auf die Gehirnzellen durchführte.

Professor Minerva McGonagall wurde die neue Schulleiterin von Hogwarts. Leider kam es zwischen ihr und Mrs Norris zu unüberbrückbaren Differenzen, sodass Mrs Norris und Argus Filch sich entschlossen, Hogwarts zu verlassen und nach Little Whinging, Ligusterweg, in das Haus von Mrs Figg zu ziehen.

Um ihn davon abzuhalten, Geheimnisse über die Zaubererwelt auszuplaudern, arrangierte man für Filch die Stelle des Schulleiters von Smeltings. In dieser Position konnte er relativ ungestört Macht auf wehrlose Schüler ausüben und war glücklich.

Remus Lupin wurde neuer Hausmeister von Hogwarts und sorgte für die Bereitstellung von Stinkbomben und anderen Scherzartikeln für die Schüler.

Severus Snape entschloss sich ebenfalls, Hogwarts zu verlassen und unerkannt im St Brutus zu arbeiten.

Der neue Zaubertranklehrer wurde Dobby, der damit einen Meilenschritt für die Emanzipation der Hauselfen leistete.

Dudley Dursley fühlte sich um seinen Gutschein für den Honigtopf betrogen und versuchte, Albus Dumbledore zu verklagen; in seinem Brief waren jedoch so viele Rechtschreibfehler, dass er nicht mehr lesbar war.

Petunia Dursley freundete sich mit ihrem Onkel Argus Filch an und gemeinsam sicherten sie das Haus gegen Zauberer.

Harry Potter zog zu seinem Patenonkel Sirius Black. Leider konnte dessen Unschuld nie eindeutig bewiesen werden, da er versehentlich Peter Pettigrew verspeist hatte, als sich beide in Animagusgestalt befanden, und damit letztendlich doch noch den Mord, für den er verurteilt wurde, beging.

Da Snape nicht mehr für Voldemort arbeitete und Pettigrew tot war, kamen die Todesser nicht an die nötigen Informationen, um ihren Führer zum Leben zu erwecken. Die Horkurxe verfielen nach ungefähr 234 999 787 Millionen Jahren.

Vernon Dursley wurde Inhaber eines McDonalds. Er lebte glücklich und zufrieden und erfuhr nie von diesen Vorkommnissen.

Snowy, die verstorbene Katze, wurde in einem schwarzmagischen Ritual wiederauferweckt. Sie zog nach London und wurde ein Musicalstar.