In der großen Halle herrschte eine ziemlich bedrückte Stimmung. Eigentlich nicht verwunderlich, wenn alle Schüler annahmen, das ihr Held, Harry Potter, gestorben war. Auch, wenn sie die Umstände nicht kannte, so trauerten sie doch. Aber der Schulalltag ließ nicht viel Zeit zum Trauern. Schließlich ging das Leben ja weiter, so sagte man ihnen immer wieder.
Doch Heute Morgen war die Stimmung nicht nur bedrückt, sondern auch von einer Spur Neugierde durchzogen, denn Heute sollte der neue DADA-Lehrer kommen, weshalb immer wieder neugierige Blicke zur Tür geworfen wurden.
„Was meinst du Hermine, wie der neue Lehrer wohl ist? Dumbledor meinte, das er Potter beerbt hätte. Wir müssen ihn auf unsere Seite ziehen, damit er uns das Gold geben kann. Außerdem scheint er mächtig zu sein….", murmelte Ron Weasley.
„Ich weiß nicht, wie er sein wird Ron. Wir müssen abwarten. Aber auf jeden Fall müssen wir ihn an unsere Seite binden. Das Potter tot ist, stört mich nicht, auch, wenn er für uns den dunklen Lord beseitigen sollte, was der Bastard ja bisher nicht geschafft hat. Naja…dafür bekommen wir ne neue Schachfigur.", gab angesprochenes Mädchen zurück. Das die Zwei belauscht wurden, bemerkten sie gar nicht.
„Ich hätte nie gedacht, das die Zwei wirklich so über Harry gedacht haben, wenn ich es eben nicht gehört hätte….", murmelte ein etwas pummeliger Junge zu seinen Sitznachbarn.
„Wir auch nicht Neville, wir auch nicht. Und wir schämen uns für unseren Bruder, das kannst du mir glauben.", sagte Fred Weasley und sein Zwilling George nickte zustimmend.
„Das werden die Zwei noch bereuen. Ich denke, wir sollten denen mal zeigen, auf wessen Seite wir wirklich standen. Aber ich bin auch neugierig auf den neuen Lehrer….", meinte George kühl. Ihre Unterhaltung wurde unterbrochen, als die Türen zur Großen Halle mit Schwung aufgestoßen wurden und sieben Personen eintraten. Sofort war es Mucksmäuschen still und alle Augen richteten sich auf die Neuankömmlinge.
Als Dumbledor einen von ihnen erkannte, erhob er sich und blickte die Fremden an.
„Was tun sie hier, Mr. Abraxas? Sie sind hier nicht willkommen.", meinte er kalt.
„Ich denke schon, das er hier willkommen ist, Professor Dumbledor. Ich hatte Ihnen bereits geschrieben, das ich einige meiner Freunde mitbringen werde.", ertönte eine samtige Stimme und die Person, die von den anderen Sechs eingekeilt war, trat hervor. Es war ein junger Mann. Den Mädchen lief fast schon der Sabber aus dem Mund, aber auch einige junge Männer mussten sich zusammenreißen. Noch nie hatten sie so einen schönen jungen Mann gesehen. Der junge Mann musste so an die 1,85 m groß sein, war von der Statur her sehr feminin, hatte allerdings leicht ausgeprägte Muskeln. Das schwarze, schulterlange Haar umrahmte sein Gesicht, wie feinste Seide, die alles Licht zu verschlucken schien. Das auffälligste allerdings waren seine hellgrünen Augen, die alles zu durchdringen schienen und von innen heraus zu leuchten schienen. Auch seine Kleidung war sehr edel.
„Mine, kneif mich mal….", murmelte Ron entgeistert, konnte sich nicht von dem Anblick des Mannes losreißen, wie wohl fast alle Schüler und auch Lehrer. Auch seine Freundin war dazu nicht in der Lage, so blieb der kniff aus.
„Wer sind Sie?", fragte Dumbledor ruhig, musterte den jungen Mann neugierig und, so schien es, missbilligend.
„Aber Direktor, sie haben mich doch angeschrieben und mich gebeten, den Unterricht in Verteidigung zu übernehmen.", meinte Zayl spöttisch, blickte den Alten an. „Oder haben sie das schon vergessen? Aber wie unhöflich von mir. Ich sollte meine Begleiter und mich erst einmal vorstellen. Zu meiner Rechten sehen sie Sarah und Steven de Maar, mit ihren Kindern Clara und Fabién. Zu meiner Linken Ignatius Abraxas, André de Maar und Aris de Maar, meine rechte Hand. Und ich bin Zayl de Maar, derzeitiger Clanführer des de Maar-Clans."
„Der de Maar-Clan?", hörte man immer wieder das aufgeregte murmeln der Schüler. Natürlich wusste jeder in der Zaubererwelt über ihren Clan bescheid und sie fürchteten ihn. Und das nun wahrlich nicht ohne Grund.
„Nun…ich bin, ehrlich gesagt überrascht….", meinte Dumbledore etwas blass, als er die Namen der Anderen erfuhr, die seinen neuen Lehrer begleiten. Das war so nicht geplant. Nun könnte es schwer werden, diesen Zayl unter Kontrolle zu bringen.
„Ich hatte nicht damit gerechnet, das du so viele Leute mitbringst, mein Junge. Aber nun…ich lasse Zimmer für sie herrichten.", meinte der Direktor falsch lächelnd, bemerkte nicht einmal, wie die Blickte von Aris, André, Sarah und Steven sehr frostig wurden, als er Zayl so respektlos angesprochen hatte. Nur dessen wegwerfende Handbewegung hielt sie davon ab, sich nicht auf den Alten zu stürzen.
„Ich denke, das Sie noch mal überlegen sollte, WIE sie unser Clanoberhaupt ansprechen, Dumbledor.", fauchte Aris aufgebracht, den Zayls Geste zwar aufgehalten hatte, dem Schulleiter physischen Schaden zuzufügen, doch von Worten war nicht die Rede gewesen.
„Ich stimme Aris zu.", kam es kalt von der jungen Frau, welche sich merklich angespannt hatte. Die Schüler, die in der Nähe der Vampire saßen, wichen ängstlich zurück, wollten sie die Wut eben jener, nicht auf sich lenken.
Erst jetzt bemerkte der Alte seinen fehler und seine Augen weiteten sich geschockt und er schluckte leicht.
„Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Lord de Maar. Es lag nicht in meiner Absicht, sie zu beleidigen.", murmelte er, ließ am Tisch der Lehrer weitere Stühle erscheinen, damit seine Gäste sich setzen konnten. Doch diese blieben stehen, wo sie waren.
„Verzeihen Sie bitte, Mr. Dumbledore. Doch wir ziehen es vor, an einem gesonderten Tisch zu speisen. Wenn sie also so freundlich wären?", fragte André, welcher sich bis jetzt zurückgehalten hatte, höflich. Seufzend erschuf Dumbledore einen extra Tisch und Stühle, an welchem sich die Vampire niederließen.
„Wir sehen uns später, doch mein Platz ist am Lehrertisch.", meinte Zayl leise zu Aris, welcher grummelnd nickte.
Am Lehrertisch angekommen ließ Zayl sich neben dem Tränkeprofessor nieder, musterte diesen kurz, nickte ihm dabei aber höflich zu, schwieg ansonsten aber. Mit Snape würde er später reden müssen, denn es war immerhin wichtig.
Severus war, um es vorsichtig auszudrücken, geschockt, als er erfuhr, wen Dumbledore an die Schule geholt hatte, ahnte aber, das der manipulative alte Bastard damit was bezweckte, schwieg daher. Als sich Zayl dann neben ihm niederließ und ihn musterte, wollte er ihn erst anfahren, verkniff es sich aber. Wer wusste schon, wie dessen Begleiter reagierten. Als dieser dann höflich nickte, war er doch recht überrascht, erwiderte diese Geste aber.
Das ganze Schauspiel wurde von der großen Halle beobachtet und die Schüler tuschelten nun aufgeregt, warum Dumbledore den Clanführer des größte Vampirclans der Welt hierher geholt hatte und ob das nicht ein Fehler gewesen sei. So war es auch am Gryffindortisch.
„Ist der Direktor wahnsinnig? Was, wenn dieser Clan schon längst zu du-weißt-schon-wem gehört?", fragte Dean unruhig, warf immer wieder vorsichtige Blickte zu den Vampiren, welche sich mit diesem Abraxas unterhielten.
„Red keinen Mist Thomas. Der Direktor weiß, was zu tun ist. Ich tendiere dazu, das dieser Clan noch keine Stellung bezogen hat und Prof. Dumbledore versucht, sie auf unsere Seite zu ziehen.", meinte Granger überheblich.
„Der Meinung bist du Granger. Doch was, wenn dieser Clanführer sich weigert, mit uns zusammen zu arbeiten, hä? Was dann?", mischte sich nun auch Seamus ein.
„Dumbledore kriegt ihn schon auf unsere Seite, schließlich sind wir im Recht!", konterte das Mädchen und Ron nickte dazu heftig.
„Ich denke, das wird interessant werden, oder Fred und George? Ich bin gespannt, was Dumbledor plant. Aber ich schätze mal, das dieser Zayl sich nicht auf Dumbles einlassen wird.", meinte Neville grinsend.
„Wir stimmen…"
„….dir voll und ganz zu.", sagten die Zwillinge, ebenfalls grinsend. „Wir sollten mal mit einem der anderen Vampire reden, meint ihr nicht?", fragte George und erhielt ein Nicken von seinen Gesprächspartnern.
Am Lehrertisch derweil überlegte Albus fieberhaft, wie er den jungen Clanführer an sich binden konnte. Das ging aber nur, wenn er mit diesem allein war. Er konnte nur hoffen, das sein Plan klappen würde.
„Lord de Maar, ich möchte sie nach dem Frühstück gern noch mal in meinem Büro sprechen. Könnten sie es einrichten, zu kommen?"
Zayl überlegte kurz, nickte dann aber leicht.
„Ja, das kann ich einrichten. Ich werde Aris nur schnell bescheid geben, damit er das Schloss nicht auseinander nimmt.", meinte er kühl, blickte den Direktor misstrauisch an, was diesem nicht aufzufallen schien, da dieser zufrieden grinste.
„Seien sie vorsichtig, de Maar. Der Direktor plant etwas.", hörte er die leise Warnung seitens des Tränkemeisters und er blickte diesen an.
„Lord Snape, nehme ich an. Warum warnen sie mich vor dem alten Kauz?", fragte er leise, blickte den älteren Vampir an.
„Ja, derselbe. Nun…er wird versuchen, sie zu manipulieren. Notfalls wird er versuchen, sie zu verzaubern. Warum ich sie warne? Alle Vampirclans können es sich nicht leisten, ihren Clan als Gegner zu haben. Schon gar nicht, wenn sie unter der Kontrolle dieses Mannes sind.", meinte er ruhig.
„Verstehe. Dann danke ich Ihnen für diese Warnung. Ich werde, denke ich, Sarah mitnehmen. Er wird sie nicht als Gefahr einstufen. Außerdem kann sie jeden Zauber, der in diese Richtung geht, blocken.", meinte Zayl nachdenklich und der Ältere nickte leicht.
„Das wäre durchaus eine weise Entscheidung. Ich bin, ehrlich gesagt, überrascht, das Sie so vorsichtig sind. Und noch überraschter, das sie mir einfach so vertrauen. Das passt nicht zusammen.", meinte Severus verwirrt.
„Nun, Vorsicht ist bekanntlich besser, als Nachsicht. Ein Muggelsprichwort. Und warum ich ihnen vertraue? Darüber werden wir später sprechen, Lord Snape. Das gehört nicht an den Esstisch, wenn Sie mich fragen.", meinte er ruhig, bemerkte aus dem Augenwinkel, das Dumbles sich erhob.
„Wir werden definitiv später sprächen, Lord Snape. Entschuldigen sie mich nun bitte. Ich muss zu meinen Begleitern.", meinte er mit einem leichten lächeln und erhob sich ebenfalls, ging schnell zu seinen Freunden.
„Aris...ich gehe kurz mit hoch zum Direktor. Keine Sorge, ich gehe nicht allein. Lord Snape hat mich davor gewarnt.", meinte er sofort beruhigend, als er sah, das Aris seine Augen zusammenkniff. „Sarah, begleite mich bitte. Ich vertraue dem Alten auch nicht, deswegen wäre ich froh, wenn du dabei wärst."
„Sehr gern, Mylord.", meinte sie lächelnd, küsste Steven kurz und erhob sich dann, ging mit Zayl zusammen zum Direktor, der bereits wartete. Als dieser sah, das Zayl nicht allein kam, entgleistem ihm kurz seine Gesichtszüge und er zeigte offen, das er wütend war. Doch schnell hatte er sich wieder unter Kontrolle, lächelte die Beiden an.
„Wenn sie mir bitte folgen wollen.", meinte er ruhig und führte die Zwei zu seinem Büro. Das Passwort war der reinste Lacher, wenn man die Vampire fragte. Wer nahm schon Haribo als Passwort? Niemand, bis auf den Direktor. Oben angekommen, begab sich Dumbles hinter den Schreibtisch. „Setzten Sie sich doch bitte. Ich werde Sie auch nicht lange aufhalten."
Die zwei Vampire kamen der Aufforderung nach.
„Zitronenbonbon? Nein? Nun, dann nicht. Um es kurz zu machen, Lord de Maar. Ich hoffe, sie als Unterstützung für die gerechte Sache zu gewinnen. Der dunkle Lord hat schon viele Vampire auf seiner Seite und mordet mit diesen zusammen. Es sind in letzter Zeit zu viele Menschen gestorben, sowohl Muggel als auch Zauberer und Hexen. Das muss ein Ende haben. Leider Gottes hat der junge Harry Potter, auf den alle ihre Hoffnung gebaut haben, den Sommer nicht überlebt. Die Zaubererwelt trauert um ihren jungen Helden und Voldemorts Bezwinger. Sie brauchen wieder etwas, auf das sie vertrauen und hoffen können."
„Verstehe ich das richtig?", fragte Sarah, die anstatt von Zayl zu sprechen begann. „Sie bitten unseren Lord, sich ihrer Seite anzuschließen, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben? Was genau wollen Sie damit bezwecken, Mr. Dumbledor? Die Menschen hassen und fürchten Vampire, ganz besonders unseren Clan, da er recht einflussreich und mächtig ist. Und dadurch, das unser Lord Mr. Potters Erbe ist, wird sich daran nichts ändern."
„Nun, Mr. de Maar, das mag stimmen. Doch sie dürfen nicht vergessen, das Menschen lernen können, zu vertrauen. Wenn Sie ihnen zeigen würden, das nicht alle Vampire böse sind, könnte man das Vertrauen in ihre Rasse wiederherstellen."
Zayl hörte sich das alles in Ruhe an, dachte nach. Das könnte man nutzen.
„Nun…ich wäre bereit, sie zu unterstützen, Mr. Dumbledore. Aber nur unter ein paar Bedingungen.", meinte Zayl kalt aber ruhig.
„Bedingungen, Lord de Maar? Was wären das für Bedingungen?", fragte Dumbledor nun neugierig, mit einem listigen Glitzern in den Augen, was keinem der Vampire entging und zumindest Sarah fast zum Lachen brachte.
„Nun, ich verlange, das die Unterstützung meines Clans vorerst geheim bleibt. Und zwar solange, bis ich der Veröffentlichung zustimme. Sie können gerne bekannt geben, das wir über etwas derartiges Verhandeln, da spricht nichts dagegen. Des weiteren wird keiner meines Clans ihnen oder dem Minister unterstellt werden. Sollten Sie versuchen, etwas in dieser Richtung zu unternehmen, sehe ich sie und das Ministerium als einen Feind an und werde entsprechend reagieren. Wir werden ihnen oder dem Minister entsprechende Informationen zukommen lassen, erwarten aber von ihnen, das sie uns ebenfalls ALLE Informationen geben, die Sie haben.", meinte der junge Mann ruhig, beobachtete Dumbledore, wie dieser immer blasser wurde. „Und damit sich jeder von uns daran hält, fordere ich einen magischen Vertrag. In diesem werden alle eingebunden, die unter ihnen und dem Minister agieren, sowie die Mitglieder meines Clans. Auch verbitte ich mir, das ein Clanmitglied oder ich persönlich angegriffen werden, ob nun durch Zauber oder verbal. Stimmen sie diesen Bedingungen zu?", fragte Zayl grinsend, als er sah, wie Dumbledore bei den Bedingungen immer blasser wurde.
Dumbledore war fassungslos. Wie konnte es dieser Vampir…die abartige Kreatur es wagen….
„Ich muss darüber kurz nachdenken, Lord de Maar…", meinte er daher ruhig, auch, wenn er innerlich tobte.
Ganze 15 Minuten herrschte eisiges Schweigen im Büro des Direktors, ehe dieser begann zu sprechen.
„Nun…ich denke, das wir damit einverstanden sein können, Lord de Maar. Ich werde den Minister herrufen, damit auch er den Vertrag unterschreiben kann." Dumbledore blieb nichts anderes übrig, als einzulenken. Entweder so, oder der de Maar-Clan würde sich Voldemort anschließen und das konnte er nicht zulassen. So rief er den Minister, der sich den magischen Vertrag, den Zayl hatte erscheinen lassen, durchlas und dann widerwillig unterschrieb. Das passte ihm ganz und gar nicht. So hatte er den Clan nicht unter Kontrolle.
„Nun, da alles wichtige geregelt ist, werde ich zum Unterricht gehen. Meine Klasse wartet bestimmt schon. In der Zwischenzeit können sie ihre Mitstreiter, die dieser Vertrag mit einschließt, darüber in Kenntnis setzten.", meinte Zayl ruhig und erhob sich, ebenso wie Sarah, die als Zeugin fungierte, und verabschiedete sich von den beiden Männern, verließ das Büro.
Als sie unten am Wasserspeier angekommen waren und diesen passiert hatte, brachen sie in schallendes Gelächter aus und begaben sich, noch immer lachend, zum Unterrichtsraum für DADA, wo tatsächlich schon die Klasse wartete.
„Wir sehen uns nachher Sarah. Gib bitte alles an die Anderen weiter, die wollen sich sicherlich auch amüsieren, meinst du nicht?"
„Sicher Mylord. Es war klug, den Originalvertrag einzustecken und den anderen Herren eine Kopie zu überlassen. Das wird Aris sicherlich freuen. Bis später dann.", meinte sie lächelnd, verneigte sich und ging davon, während Zayl noch mal tief Luft holte und ins Klassenzimmer trat, die Klasse begrüßte und mit dem Unterricht begann.
In der Mittagspause waren alle Klassen, die ihn bisher hatte, begeistert, da er den Unterricht locker hielt und mit einigen Anekdoten aufheiterte. Da er in jedem Jahrgang mit Vampiren begann, konnten sich alle Schüler darüber unterhalten und keiner war beleidigt, das sie es noch nicht oder nie gehabt hatten.
„Also ehrlich Mine, der Lehrer ist toll. Auch, wenn er eine minderwertige Kreatur ist, kann er gut unterrichten.", meinte Ron zwischen zwei Bissen und die brünette junge Dame nickte leicht.
„Sei trotzdem vorsichtig Ron. Vampire haben wesendlich bessere Sinne als wir. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie dich hören würden.", ermahnte ihn das Mädchen spitz, verkroch sich hinter einem Buch. Schließlich wollte sie ihre Hausaufgabe in DADA mit einem Ohnegleichen abschließen.
„Er ist wirklich gut. Aber so feine Sinne haben die niemals. Die sind doch nichts wert, Hermine. Aber ich find es gut, das er die Slytherins nicht bevorzugt. Das macht ihn mir fast schon sympathisch."
„RON! Ich will lernen, also sei still.", fauchte das Mädchen, ignorierte den rothaarigen Jungen dann.
„Wenn man euch beiden so zuhört, bekommt man ja eine Gänsehaut! Ihr seid doch krank!", meinte in dem Moment Fred zu den beiden, woraufhin Ron ihn mit Blicken erdolchte und Hermine empört die Backen aufblies.
„Aber echt. Ihr seid abartig, Ron, Hermine. Und ihr wollt Gryffindors sein? Ihr seid eine Schande für dieses Haus!", pflichtete Georg bei und Neville nickte.
„Die Zwei haben recht. Seid Harry Tod ist, benehmt ihr euch fürchterlich. Scheinbar hatte er einen größeren Einfluss auf euch, als wir alle dachten."
Fast der komplette Gryffindortisch nickte darauf.
„Ach, hör doch mit St. Potter auf. Der ging mir nur auf die Nerven mit seiner ewigen Jammerei."
„Ron hat recht. Wir sind ohne diesen Bastard besser dran.", stimmte Hermine zu. „Wer wollte schon mit diesem Kerl befreundet sein. Er war doch froh, das wir uns mit ihm abgegeben haben."
Was keiner der Schüler bemerkte war, das Zayl auf dem Weg zum Lehrertisch an ihnen vorbeikam und abrupt stehen blieb.
„Ist es wirklich das, was ihr über Harry denkt?", fragte er ruhig aber kalt. „Er wäre sehr enttäuscht, Mrs. Granger, Mr. Ron Weasley. Er hätte sein Leben für sie geopfert und so danken sie ihm seine Loyalität? Ich bin wirklich enttäuscht. Und ich habe gedacht, das Harry endlich Freunde gefunden hat. Doch scheinbar hatte ich mich geirrt."
„Woher wollen Sie wissen, was Potter gedacht hat und was nicht? Das können Sie gar nicht.", meinte Hermine schnippisch, biss sich dann auf die Lippe, als sie bemerkte, wen sie da so respektlos angesprochen hatte.
„Nun, Mrs. Granger. Scheinbar hatte Harry doch mehr Geheimnisse vor ihnen, als ich dachte. Sonst hätte er ihnen über mich erzählt. Ich kannte den Jungen besser als sie, außerdem hatten wir regelmäßig Kontakt. Er hat mir alles über sie Beide erzählt. Und ich finde es unmöglich, wie sie über einen verstorbenen Mitschüler reden. Das macht für jeden von ihnen Zwanzig Punkte abzug.", meinte er kühl.
Damit ging er zum Lehrertisch und ließ zwei sprachlose Gryffindors zurück.
Aber nicht nur Gryffindors. Auch die anderen Schüler waren überrascht, das der neue Lehrer ein Freund Potters war und es gab jetzt natürlich heiße Diskussionen darüber, wieso Dumbles, der kalkweiß geworden war, nichts darüber wusste. Aber dieses Thema würde noch länger für Gesprächsstoff sorgen, dessen waren sich alle sicher.
Am Lehrertisch angekommen, ließ Zayl sich auf seinem Platz nieder, blickte kurz zu seiner Familie, welche ihn belustig angrinste und dann mit dem Essen begann. Dann wand er sich an Severus.
„Hätten Sie Heute Abend Zeit, Lord Snape? Ich würde gerne mit ihnen reden. Es steht ihnen frei, eine Person ihres Vertrauens während des Gesprächs bei sich zu haben. Auch ich werde nicht allein zu dieser Unterredung kommen, sondern Aris mitbringen, wenn ihnen das recht ist."
„Natürlich. Wo werden wir reden, Lord de Maar? Sollen meine rechte Hand und ich zu Ihnen kommen oder kommen Sie mit Ihrer Begleitung zu mir?", fragte Severus ruhig.
„Was wäre Ihnen lieber, Lord Snape? Ich richte mich nach Ihnen, wenn es Sie nicht stört."
„Nun, mir wäre es lieber, das Gespräch in meinen Räumen zu führen, Lord de Maar. Dort gibt es keine spionierenden Bilder des alten Mannes."
„Dann reden wir dort. Könnten Sie meinen Begleiter und mich vor der Großen Halle abholen? So gut kennen wir uns hier immerhin noch nicht aus."
„Natürlich. Wäre Ihnen 20 Uhr recht?"
„Ja, das ist eine gute Zeit.", stimmte Zayl zu und begann dann, selber zu essen.
Nach dem Mittagessen hatte Zayl nur noch zwei Stunden Unterricht und begab sich dann zu seinen Räumen, wo er sich mit den Anderen verabredet hatte, um zu besprechen, wie sie weiter vorgehen wollten.
„Also Zayl…ich bin überrascht. Ich hätte nicht gedacht, das du so hinterhältig bist. Dieser Vertrag hast nur Einschränkungen für die Menschen. Wir haben fast vollkommenen freien Handlungsraum.", begrüßte Aris ihn grinsend, als Zayl seine Räume betrat.
„Das war Sinn und Zweck des Ganzen, Aris, mein Lieber. So kann ich mir erstmal Toms Seite anhören, ohne voreilig zu handeln. Ach, übrigens, wir Zwei haben nachher noch ein Gespräch mit Lord Snape. Ich werde dich mit zu ihm nehmen. Es geht um die Bindung. Nur so als Vorwarnung."
„Du willst das Thema so schnell wie möglich hinter dich bringen, nicht wahr?", fragte André, der von den Anderen auf den neuesten Stand der Dinge gebracht wurde.
„Ja, das möchte ich André. Umso eher die Karten auf dem Tisch liegen, umso besser ist es für uns alle. Vor allem, da Lord Snape den Direktor auch nicht leiden kann, soweit ich das Beurteilen kann."
„Onkel Zayl? Wird dieser Lord Snape unser neuer Onkel werden?", fragte Clara neugierig.
„Nun…das weiß ich noch nicht. Das werde ich euch erst im laufe des Jahres sagen können, Clara. Da musst du dich noch etwas gedulden, ok?"
„Ok…aber nur, weil du es bist, Onkel.", meinte sie lächelnd, spielte dann mit Fabién, der auch zugehört hatte, weiter.
Fast den ganzen Nachmittag besprachen sie, wie sie weiter handeln würden und Zayl schrieb dem Lord einen Brief, in welchem er den ersten Herbstferientag nannte, da bis dahin noch einiges hoffentlich geklärt werden konnte, was ihm noch nicht so ganz behagte. Dann war es Zeit zum Abendessen und die Gruppe begab sich wieder in die Große Halle, wobei Zayl sich dieses Mal nicht an den Lehrertisch setzte, sondern zu seiner Familie und Ignatius, der irgendwie schon dazugezählt wurde. Danach begaben sie sich wieder in Zayl Räume, um noch etwas zu reden.
Gegen 20 Uhr machte Zayl sich dann mit Aris auf den Weg zurück zur Großen Halle, wo Lord Snape auf ihn wartete und sie zu seinen Räumen brachte. Die Zeit für das Gespräch war gekommen und Zayl war mehr, als nur ein bisschen nervös.
