Kapitel7 Das Buch

Am nächsten Morgen wachte Harry früh auf, was gestern Abend passiert war, ging ihm nicht aus dem Kopf, so etwas durfte nicht noch einmal passieren. Er überlegte was er dagegen unternehmen könnte.

Als er so vor sich hin grübelte, über die Bücher die er gelesen hatte, insbesondere Romane und Heldengeschichten, bemerkte er, dass alle Helden oder Schurken eins gemeinsam hatten. Alle konnten irgendetwas besonderes, entweder konnten sie gut mit Waffen umgehen, sowie Schwerter oder Pistolen, oder sie beherrschten den waffenlosen Kampf, letzteres schien für ihn die bessere Wahl zu sein, schließlich konnte er nicht mit Schwertern oder Pistolen durch die Straßen laufen.

Nach dem Frühstück ging er wie jeden Tag in den letzen vier Monaten zur Bücherei. Französisch und Russisch beherrschte er schon fast besser, als seine 'Lehrerin', Harry hatte wie besessen gelernt.

Zum ersten Mal seit vier Monaten, befanden sich noch andere Besucher vormittags in der Bibliothek, es handelte sich anscheinend um eine Schulklasse. Mrs. Higgins schaute ihn entschuldigend an, aber Harry war es ganz recht, so konnte er sich direkt über Selbstverteidigung und Kampfsportarten informieren. Er beschloss erst einmal mit der Theorie anzufangen, er suchte sich zwei Bücher aus. Eins befasste sich mit den Grundlagen der asiatischen Kampfsportarten, dass andere über die traditionellen Lehrpraktiken. Sie waren außerordentlich informell, sie beschrieben die Techniken um sich auf das Training vorzubereiten, zum Beispiel Dehn- und Ausdauer- Training, weil Beweglichkeit und Ausdauer sehr wichtig seien, wichtiger noch als Kraft und dass das optimale Alter, um mit dem Training zu beginnen, so vier bis sechs Jahre war. Er las auch noch etwas über Meditationstechniken, insbesondere über Tai Chi, anscheinend war es in der asiatischen Kultur sehr Wichtig Körper und Geist in Einklang zu bringen. Zum Glück waren alle Übungen illustriert, weil nur allein die Beschreibung der Übungen ohne Vorkenntnisse keinen Sinn machte, waren die Bilder sehr hilfreich. Er prägte sich die Bilder ein, sodass er sie zu Hause üben konnte.

Völlig in den Büchern versunken, wurde er von zwei Mädchen, circa fünfzehn Jahre Alt, gestört, die über Harrys Aussehen spotteten, allerdings in Französisch. Sie glaubten er könnte sie nicht verstehen und wägten sich in Sicherheit, deshalb redeten sie so laut dass Harry sie verstehen konnte.

AN: "Diese Schriftart, bedeutet das in einer Fremdsprache gesprochen wird!"

"Schau dir mal seine Sachen an, wahrscheinlich von Woolworth oder einen anderen Billighersteller", "Ja, genau! Und dann noch diese unmögliche Brille, hält sich womöglich noch für cool.", und beide Mädchen fingen an zu kichern.

Harry fand die ganze Sache zu Einem ziemlich amüsant, den Mädchen 'ungeschminkt' zuhören zu können, anderseits war er ziemlich verärgert das sie so ungehemmt, in der Gegenwart des vermeintlichen Opfers lästerten, auch wenn es sie angeblich nicht verstehen konnte.

"Und wie verbissen er versucht, uns glauben zu machen, er könne lesen.", "Ja! Ich glaube auch in Wirklichkeit ist der 'Dumm wie Brot':", "Seine Eltern sind sicher arbeitslose Alkoholiker.", "Ja! Und als er gemacht wurde, hielten seine Eltern es für eine gute Schnaps –Idee.", beide fingen an zu Lachen und hielten sich für sehr witzig.

Harry dachte sich das es nun an der Zeit wäre, den Beiden eine kleine Lektion zu erteilen. Dadurch, dass er so viele Bücher gelesen und sich lange mit Mrs. Higgins unterhalten hatte, konnte er sich sehr eloquent ausdrücken, für einen Fünfjährigen. Selbst Mrs. Higgins behauptete, wenn sie ihn nicht vor sich sitzen sähe, würde sie denken sie redet mit einem Erwachsenen. Sie war erstaunt von seiner Scharfsinnigkeit, anfangs hatte sie versucht Harry mit einfachen Tricks zu verblüffen. Wo jeder andere Fünfjährige sie mit erstauntem Gesicht gefragt hätte, wie sie das gemacht hatte, starrte Harry sie an, als ob sie den Verstand verloren hätte. Sie wunderte sich auch, dass ein Fünfjähriger mit Sarkasmus und Zynismus, so umgehen konnte, wie ein Erwachsener.

"Und ich glaube, vor mir stehen zwei verzogene Gören.", entgegnete er gereizt.

Die Beiden sahen ihn erschrocken an, nach ein paar Sekunden hatte eins der Mädchen, den ersten Schrecken überwunden.

"Wer hat dir erlaubt, in diesen Ton mit mir zu reden? Was glaubst du wen du vor dir hast?", warf sie ihn arrogant lauthals entgegen und zog so die Aufmerksamkeit der anderen Schüler auf sich.

"Hmm… Zu deiner ersten Frage. Ich habe Niemanden um Erlaubnis gefragt, wie auch? Es ist ja keiner da!", gab er gelassen von sich.

Einige der Schüler fingen an zu kichern

"Nun zu deiner zweiten Frage. Ich glaube, ich hab eine hochnäsige, eitle, arrogante, eingebildete Zicke vor mir, die glaubt, dass ihr die Welt gehört.", antwortete er ihr scharf.

Sie lief vor Zorn rot an und schrie, "WER GLAUBST DU WER DU BIST? ICH BIN SCHLIEßLICH EINE ADLIGE, EINE BARONESS! PÖBEL HAT SICH MIR UNTERZUORDNEN!"

"Tut mir leid dich zu enttäuschen, aber die Monarchie wurde schon vor langer Zeit abgeschafft. Du bist nicht mehr oder weniger Wert, als jeder andere Hinz und Kunz, der hier so rumläuft.", belehrte er sie sarkastisch.

Die herumstehenden Schüler hatten ein merkwürdiges Funkeln in den Augen, als ob gerade etwas passierte, worauf sie schon lange gewartet hatten.

In ihrer Wut, griff sie unüberlegt, zu einer alten Drohung.

Ein fataler Fehler.

"Warte nur wenn ich davon meinen Vater erzähle.", drohte sie ihn, früher hatte diese Drohung Eindruck bei ihren Klassenkameraden hinterlassen, aber auf das, was Harry wiedergab, war sie nicht vorbereitet.

"Wie soll ich mir das Szenarium vorstellen?", fragte er zynisch und fügte gleichzeitig die Antwort dazu, "Du rennst heulend zu deinen Vater mit den Worten 'Papa! Papa! Du musst mir helfen, ein Fünfjähriger hat mich fertig gemacht'. " Durch Harrys kindliche Stimme, klang es noch zynischer.

Ihre Klassenkameraden konnten es nicht mehr zurückhalten, manche schauten Harry an, als ob Weihnachten und Ostern gleichzeitig wäre, andere kugelten sich vor Lachen und einige schauten ihn ehrfurchtsvoll an und klatschten.

Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass ihr alle zuschauten. Sie wurde erneut rot und stapfte, zornig und geschlagen, davon. Kaum war sie außer Hörweite, als er die ersten Kommentare vernahm.

"Endlich hat ihr mal einer die Meinung gegeigt! Wurde langsam auch mal Zeit."

"Boa! War das eine coole Aktion!"

"Ey! Kleiner, das war echt super."

"Du bist der coolste Fünfjährige den ich jemals gesehen habe, ich hätt's nicht besser machen können."

Harry hörte noch einige dieser Kommentare, während manche ihn anerkennend auf die Schulter klopften und andere ihn die Hand schüttelten. Kurz darauf wurde das Spektakel von der Lehrerin beendet, als sie verkündete, dass es an der Zeit ist zu gehen, weil in fünfzehn Minuten der Bus kommt. Die Schüler winkten noch zum Abschied und verließen die Bibliothek.

Dies war einer der besten Ereignisse seines Lebens, allerdings hat jedes Licht auch seine Schattenseite. Harry war sehr intelligent und seinem Alter weit voraus. Jeder würde sagen, "Super! Ich wünschte, ich wär auch so intelligent." Die Sache hatte nur einen Haken, Harry war seinen Altersgenossen weit voraus und konnte mit ihnen nichts mehr anfangen und die Erwachsenen nahmen ihn nicht ernst und so war Harry zur Einsamkeit verdammt. Harry störte dies aber nicht im Geringsten, so konnte er ungestört seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen, nämlich lernen.

Harry verließ die Bibliothek heute früher als üblich. Zu Hause angekommen bereitete er sich auf seine Übungen vor, zum Glück brauchte er dazu nicht viel Platz, da sein Zimmer nicht sehr groß war. Die Dehnübungen waren, wie im Buch beschrieben, sehr schmerzhaft. Er musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht vor Schmerz aufzuschreien, aber er hatte einen enormen Ehrgeiz und unterdrückte den Schmerz. Tai Chi hingegen, empfand Harry als ziemlich entspannend.

Infolge der vermehrten Interessen, die Harry nun nachging, erstellte er sich einen imaginären Stundenplan.

Da er ein Frühaufsteher war, begann er um sechs Uhr, mit einen Ausdauertraining, das aus Joggen bestand und den ein oder anderen Sprint zwischendurch, danach machte er seine Dehnübungen und Tai Chi, so das er rechtzeitig zur 'Fütterung' um acht zurück war.

Um neun war er wie jeden Tag in der Bibliothek und verließ sie erst um vier Uhr nachmittags. Mrs. Higgins brachte ihm immer etwas zum Essen mit, am Anfang war dies Harry unangenehm, aber Mrs. Higgins versicherte ihn, dass es ihr keine Umstände macht.

Den Rest des Abends, übte er weiter an seiner Zauberei und machte nebenbei noch ein paar Dehnübungen. Beim Zaubern hatte er leider noch keine große Fortschritte gemacht, obwohl das Färben schon etwas besser klappte. Er übte immer so lange, bis er müde wurde. So trainierte er unbewusst seinen 'Magischen Muskel' und wurde von Tag zu Tag stärker.

Wochen später, Harry rannte gerade seine morgendliche Strecke, als ihn ein paar Zettel auffielen, die an jeden Laternenpfahl hefteten. Er blieb kurz stehen, zoomte mit einen Auge den Zettel heran und las.

An die Anwohner im Ligusterweg

Und Nachbarn

Zum ersten Advent ist ein großer Garagenverkauf geplant

Wir bitten um zahlreiche Teilnahme

Für Musik und Unterhaltung ist gesorgt

Dies hört sich interessant an, dachte sich Harry, vielleicht würde er dort etwas Nützliches finden. Die Dursley gaben ihn unergründlichen Anlass Taschengeld, zwar nur fünfzig Penny im Monat, aber inzwischen hatte er schon fast drei Pfund zusammen. Es war nicht viel, aber für ihn war es ein kleines Vermögen, bisher hatte Harry einfach keine Verwendung für das Geld und hatte auch noch nichts Konkretes geplant. Außerdem hatte er noch zwei Wochen vor sich, bis zum genannten Termin.

Harry lief weiter zum Spielplatz und der anliegenden Spielwiese und begann mit seinen Dehnübungen. Den Spagat beherrschte er in der Zwischenzeit ohne Probleme und auch die anderen Übungen verursachten kaum noch Schmerzen. Er fand dass es nun an der Zeit wäre, mit den ersten Grundübungen, der einzelnen Kampfsportarten, zu beginnen. So begann er mit Fallübungen, kontrolliertes und sicheres Fallen war anscheinend das A und O, des Kampfsports. Er übte verbissen, trotz der blauen Flecken, die er sich auf der hartgefrorenen Wiese holte. Er war, durch das Lesen vieler Heldenromane, zu der seltsamen Auffassung gekommen 'Wer nicht leidet, lernt Nichts' und 'Aus Fehlern wird man klug'.

Tai Chi zum Abschluss, war richtig erholsam für Harry. Durch Tai Chi verbesserte er seinen Gleichgewichtssinn und bekam ein besseres Gefühl für seinen Körper.

Den Rest des Tages verbrachte er wie gewöhnlich in der Bibliothek und abends übte er weiter an seiner Magie. Er hatte bisher zwar nichts Neues gelernt, allerdings ermüdete er nun nicht mehr so schnell.

Zwei Wochen waren nun vergangen und endlich war der langersehnte Tag gekommen, erster Advent. Als Harry vom Frühsport zurückkam, konnte er schon die ersten Leute, in der Dunkelheit, beim aufbauen ihrer Stände beobachten. Er spurtete in sein Zimmer und wartete auf sein Frühstück. Seit letzter Woche bekam Harry, seltsamer Weise, immer viel zu essen. Er wusste nicht, dass seine Tante schon wieder ein Gerücht aufgeschnappt hatte. Die Leute tuschelten, dass Harry ein wenig unterernährt aussieht. Nach dem reichhaltigen Frühstück, kam Harry sein gesamtes Vermögen, drei Pfund, und ging nach draußen.

Nun waren fast alle Nachbarn mit dem Aufbau ihrer Stände beschäftigt. Er verschaffte sich schon einmal einen Überblick was so alles verkauft wird. Soweit Harry erkennen konnte, wurde alles Mögliche, von unbrauchbarem Schrott, über gebrauchte und aus der Mode gekommene Möbel und Klamotten, bis hin zu Hightechgeräten wie Stereo- Anlagen, Fernseher und Computer, verkauft. An anderen Ständen wurde Essen und Getränke verkauft.

Harry schlenderte so von Stand zu Stand, aber bisher hatte er noch nichts Interessantes gefunden. Ihm war völlig bewusst, dass er mit lächerlichen drei Pfund, keine Wunder erwarten konnte und mit seiner zu groben Spiegelbrille zog er die Blicke auf sich, was seine Stimmung nicht gerade hob.

Gegen Mittag, Harry hatte schon fast die Hoffung aufgegeben überhaupt etwas Brauchbares zu finden, bis er ein kleines Buch entdeckte.

ERSTE SCHRITTE IN DER WELT DER MAGIE

Einfache Zauber,

mit denen sie ihre Freunde verblüffen können

Er blätterte sich durch die ersten Seiten und legte das Buch enttäuscht zurück. Es handelte sich lediglich nur um einfache Tricks, nicht um richtige Magie. Er war nicht so naiv, zu glauben, dass er hier etwas über Magie finden könnte. Er flanierte weiter von Stand zu Stand und hielt Ausschau nach etwas brauchbaren und vor allem nach etwas, das er sich auch leisten konnte.

Ein paar Stände weiter entdeckte Harry eine Armbanduhr aus Edelstahl. Sie sah leicht futuristisch aus und kostete nur drei Pfund. Diese Uhr sieht klasse aus, dachte er sich. Er wollte gerade den Verkäufer auf sich aufmerksam machen, als ihn eine innere Stimme oder bessergesagt, ein Gefühl ihn sagte, dass er das Geld noch behalten sollte.

Harry bummelte die Stände entlang, als sein Blick durch ein Glitzern abgelenkt wurde. Er zoomte die Quelle des Glitzerns heran und entdeckte die wohl coolste Sonnenbrille, die er jemals gesehen hatte. Er eilte zu dem Stand und untersuchte die Brille genauer. Sie hatte genau die richtige Größe, die Gläser waren schmaler, aber sie lagen dichter an und an den Seiten waren sie leicht mit herumgezogen und gingen in einen breiten schwarzen Bügel über, so dass man nicht mehr, von der Seite, hinter die Brille schauen konnte. Aber das war noch nicht das Coolste, ihre Gläser waren zwar auch verspiegelt, allerdings in einem metallischen Blaugrün, wie das Hinterteil einer Schmeißfliege. Die Brille verbreitete ein Flair, das soviel hieß, wie 'Mach mich nicht an!' Dies konnte Harry nur Recht sein, er hatte viel aus den Romanen gelernt und hatte ein paar Thesen aufgestellt, zum Beispiel 'Bluffen ist alles. Sehe gefährlich aus und du wirst in Ruhe gelassen' oder 'Bleib deinem Image treu, umso glaubwürdiger erscheinst Du.', und noch einige andere.

"Wie viel kostet die Brille?"

"Ein Pfund und fünfzig." Antwortete ein missgelaunter Mann.

Er überlegte kurz, als ihm eine Idee durch den Kopf schoss. In seinen Romanen hatte er auch viel übers Feilschen gelesen, wie teilweise mit den haarsträubendsten Argumenten um sich geschmissen wurde.

"Hmm… Ich gebe ihnen fünfzig Penny für die Brille."

"Bei mir wird nicht gehandelt! Außerdem ist dies eine Designerbrille!", erwiderte er einschüchternd.

Harry begutachtete die Brille erneut und fing an zu grinsen.

"Mir scheint dies ist eher das Modell 'Wundertüte' oder seit wann ist 'Made in China' ein Designer?", entgegnete Harry keck.

Völlig sprachlos schaute der Mann ihn an und die herum stehenden Leute, die das Gespräch zufällig mitbekommen haben, äußerten sich unterschiedlich.

"Wenn das meiner wäre, gäbst erst Mal ein paar hinter die Ohren."

"Der hat Mut, der Kleine"

"Ganz schön dreist für so einen kleinen Knirps, aus dem wird sicher mal was!"

"Unverschämter Bengel!"

Durch die Aufmerksamkeit der herumstehenden Leute konnte der Mann Harry nicht einfach wegjagen.

"Hör zu! Kleiner Mann, wie ich dir schon gesagt habe, bei mir wird nicht gehandelt, außerdem ist der Preis nicht so hoch, für die Brille.", presste er in einen gezwungenen freundlichen Ton heraus.

"Hmm.. Jeder weis, das auf einen Trödelmarkt die Preise immer etwas höher angesetzt werden, oder wollen Sie ein Kleinkind übervorteilen?", erwiderte er lässig, "Aber ich seh schon, sie sind wahrscheinlich nicht Reich und brauchen das Geld, deshalb erhöh ich mein Angebot auf 75 Penny."

Nun hörten die Leute amüsiert zu und einige konnten sich ein leichtes Lachen nicht verkneifen. Erstens hatten sie noch nie, ein solch beredsames Kind gesehen und zweites war dieser Mann, alles andere, als arm, er war nur geizig und alle wussten es.

Der Mann schaute Harry an, als ob er von einem anderen Planeten käme und dann in die Menschenmenge die in der Zwischenzeit etwas angeschwollen war, weil die Leute aus Neugier wissen wollten, was es hier Besonderes gibt.

Völlig geschockt, brachte er Mann kein Wort hervor, sondern starrte nur Harry an.

"Ok, Sie sind ein zäher Verhandlungspartner. Ich erhöh Mein Angebot auf ein Pfund, dies ist mein letztes Wort, weil mehr kann ich mir nicht leisten."

Der Mann glotze Harry noch immer Ungläubig an, während die Leute nun Harry unterstützten.

"Jetzt verkaufen Sie schon den Jungen die Brille, er hat sie sich verdient."

"Ja! Genau! Seien sie nicht so stur."

Unter dem Druck der Öffentlichkeit verkaufte der Mann zähneknirschend Harry die Brille. Die Leute fingen an zu applaudieren und gingen weiter ihres Weges.

Harry suchte sich eine ruhige Nebenstraße und tauschte die Brillen. Die Neue passte wie angegossen und war angenehm zu tragen. Aus der Entfernung sah es nun so aus, als ob Harry nun zwei große Insektenaugen hätte, erst aus der Nähe konnte man erkennen, dass es sich um eine Brille handelte.

Er streifte weiter die Stände entlang und es begann langsam zu Dämmern. Er wurde langsam müde und dachte es wäre an der Zeit nach Hause zu gehen, als ihn wieder eine Stimme oder ein Gefühl sagte, die Stände in einer der Nebenstraße zu besuchen.

Er bog in die nächste Nebenstraße ab, das Gefühl wurde immer stärker und dann sah er es. Es war wohl das größte Buch, das Harry jemals gesehen hatte. Es war circa einen halben Meter hoch und vierzig Zentimeter breit und zehn Zentimeter dick. Es glomm in einen orangefarbenen Ton in der Dämmerung und war in schwarzem Leder gebunden und an der Seite befand sich ein Lederriemen, der als Verschluss diente.

Über sich zwei kreuzenden Stäben, stand in silbernen Lettern.

Almanach der Magie

Alles was sie über Magie

Wissen müssen

Harry wusste sofort, das es sich dieses Mal wirklich um ein Magisches Buch handelte und nicht wieder über ein Buch mit billigen Tricks. Allerdings sah es sehr Teuer aus und fragte sich ob er sich das Buch überhaupt leisten konnte. Vorsichtig fragte er nach dem Preis und versuchte so kindlich wie möglich zu wirken.

"Das Buch kostet zehn Pfund."

Bei dieser Antwort verzog Harry enttäuscht sein Gesicht.

Als der Verkäufer Harrys enttäuschtes Gesicht sah, machte er Harry einen ungewöhnlichen Vorschlag.

"Weil du der Erste bist der sich für dieses Buch interessiert, gebe ich dir eine Chance das Buch zu bekommen. Wie viel Geld hast du mit?"

Einerseits war Harry sehr erfreut über die Chance das Buch zu bekommen, anderseits war es etwas misstrauisch. Wieso machte dieser Mann ihm solch einen Vorschlag? Warum wollte er wissen, wie viel Geld er dabei hatte? Irgendetwas führte dieser Mann im Schilde, aber um Antworten zu bekommen musste er mitspielen.

"Zwei Pfund! Sir!", antwortete er höflich, er wollte sich nicht um die Chance bringen, das Buch zu bekommen.

"Tuest du gerne spielen?"

"Welches Spiel wollen sie denn spielen, Sir?", fragte er naiv.

"Es heißt 'Alles oder Nichts' und wird normaler Weise nur von Erwachsenen gespielt, aber du scheinst mir alt genug zu sein; junger Mann!", erklärte er Harry in einen schmeichelnden Ton.

Bei Harry läuteten sofort alle Alarmglocken, dieser Mann wollte Harry in eine Falle locken. Zum Glück hatte er bisher noch keinerlei Zugeständnisse gemacht. Bei seinen nächsten Antworten müsste er sehr Vorsichtig sein.

"Und wie spielt man das Spiel?"

"Das ist ganz einfach, du gibst mir dein Geld und dann stell ich dir eine Aufgabe, wenn du sie schaffst bekommst du das Buch und dein Geld zurück, schaffst du es nicht behalte ich dein Geld und das Buch, daher auch der Name des Spiels. Entweder bekommst du Alles oder Nichts. Außerdem ist das Buch mehr Wert als zwei Pfund, du siehst, im Prinzip kannst du nur gewinnen. Spielst du nun oder nicht?", mit diesen Worten versuchte er Harry zu übertölpeln.

Harry durchschaute die Sache sofort, aber ihm blieb keine andere Wahl, wohl oder übel musste er mitspielen wenn er das Buch haben wollte.

"OK, was muss ich tun?", fragte er und übergab das Geld mit einem bangen Blick.

"Keine Sorge, nichts schweres. Du musst mir nur beweisen, dass du das Buch auch tragen kannst, weil es schwerer ist, als es aussieht. Du musst es nur zweimal um meinen Stand tragen. Was nützt es, wenn ich dir das Buch gebe und du es nicht tragen kannst?", säuselte er in einer süffisanten Art.

Nun ließ Harry seine naive Fassade fallen und gab gelangweilt von sich, "Wenn's weiter nichts ist!"

Der Mann schaute ihn erstaunt zu, wie er zielstrebig auf das Buch zuging, es mit Leichtigkeit hochhob, mit der flachen Seite auf seinen Kopf balancierte und es mit der linken Hand im Gleichgewicht hielt. Er überlegte mit offenen Mund wie dies möglich sei, schließlich wiegt dieses Buch, gut und gerne, vierzig Kilo. Völlig erstarrt schaute er Harry zu, wie er ohne Schwierigkeiten seine zwei Runden drehte.

Harry hatte vorsorglicher Weise einen leichten Schwebezauber wirken lassen, so wog das Buch nicht mehr, als ein Styroporblock, in der gleichen Größe. Er hatte seine Aufgabe beendet und wendete sich den Mann zu, der ihn immer noch mit großen Augen ansah. Obwohl Harry jetzt genau vor ihm stand, reagierte er nicht. Er starrte ihn bloß weiterhin an, als ob er in Trance wäre.

Harry zupfte an seinen Ärmel, "Ich bekomm noch zwei Pfund von ihnen. Sie wissen doch, Alles oder Nichts."

Langsam erwachte er aus seiner Trance und schaute Harry ungläubig an, im gleichen Augenblick erhellte ein Blitzlicht die Szenerie.

Harry drehte sich überrascht um, hinter im stand eine Frau mit einem Fotoapparat und lachte, "Zocker Willi hat endlich seinen Meister gefunden. Hier mein Junge, das Geld hast du dir redlich verdient, du glaubst gar nicht wie lange ich auf diesen Augenblick gewartet habe, dieses Foto ist Gold wert bei seinen Kollegen.", und sie drückte ihn Zehn Pfund in die Hand, "Und jetzt gib den Jungen sein Geld zurück und mach den Mund zu."

Der Mann schaute noch immer ganz benommen auf Harry und gab ihm zögerlich das Geld zurück.

"Vielen Dank! Es war mir eine Freude, mit ihnen Geschäfte zu machen.", verabschiedete sich Harry freundlich, "Und auch noch vielen Dank für das Geld, Madam."

Die Frau winkte ihn zum Abschied, während der Mann immer noch dumm glotzte.

Euphorisch und neugierig eilte Harry nach Hause. Er konnte es kaum erwarten in das Buch zu schauen, handelte es sich wirklich um Magie oder war es nur wieder ein Buch mit einfachen Tricks.

REVIEWS

Ich hoffe, dass Allen dieses Kapitel gefallen hat und dass ihr einige Antworten auf eure Fragen bekommen habt. Wie zuvor erwähnt werde ich keine Antworten auf den weiteren Verlauf der Story geben, aber ich freue mich, das so viele mit meinen Harry mitfiebern und sich ausmalen was Harry noch alles so erwartet. Aber eins kann ich schon verraten, bis Harry nach Hogwarts kommt, wird noch einige Kapitel dauern und erwartet immer das Unerwartete :)

Reviewt fleißig weiter, auch wenn ihr nur schreibt "Hab's gelesen"