Vorwort:

Hallo ihr alle,

stellt euch vor, ich habe es tatsächlich geschafft, nach fast sieben Monaten, wenn ich das richtig im Blick habe, das siebte Kapitel fertig zu schreiben. Ich bin mit der jetzigen Version leidlich zufrieden und hoffe, dass sie auch euch gefällt. Das Kapitel war übrigens sehr schwer zu schreiben, und ich muss einigen Leuten danken, dass ich es doch noch fertig gebracht habe:

Heike: Heike ist dafür verantwortlich, dass das Kapitel so schwer für mich war, weil sie unbedingt eine kleine Szene haben wollte, an der ich fast verzweifelt bin. Die Idee zu einem Tanz zwischen Anne und Mordaunt kommt aus dem Kinderfilm „Spuk aus der Gruft", wo der umwerfend aussehende Friedrich von Kuhlbanz mit der hübschen Maja tanzt und Heike war der Ausschlag dafür, dass Mordaunt und Anne unbedingt auch miteinander tanzen müssen. Trotzdem Danke, auch wenn es schwer war, und obwohl es in dem Kapitel eine lächerlich kleine Szene ist, aber lasst ihr euren Lieblingscharakter mal tanzen. Heike war auch diejenige, die immer gesagt: „Los, schreib mal endlich weiter.

Ich: „Ich kann nicht."

Heike:" Blödsinn, das ist doch gar nicht so schwer!" Für diese bekräftigende Aufmunterung kann ich ja nur dankbar sein… (g)

Maren: Maren war diejenige, welche durch einen kleinen Wettbewerb meinen Ehrgeiz angestachelt hat, mir in unzähligen Mails gesagt hat, sie will wissen, wie es weitergeht und mir auch sonst immer wieder Mut gemacht hat. Ein ganz großes Danke!

Maike: Maike hat mir vor langer Zeit bei dem Tanz geholfen, weil ich sie um Tipps gebeten habe und sie hat mir das Schema einer Allemagne aus dieser Zeit zugeschickt. Zwar werden die Schritte bei mir nicht genannt, obwohl ich sie mit dem Schema hätte nennen können, aber es hat mir sehr geholfen bei der Vorstellung des Tanzes und hat ihn so erst möglich gemacht. Auch dafür ein ganz großes Danke schön!

So, jetzt muss es eigentlich noch Danksagungen an meine Reviewer geben…

Allerdings weiß ich nicht mehr, ob ich das nicht schon gemacht habe, ich glaube zumindest, dass ich mich schon bei allen bedankt habe, also, bei Maren, bei leynia und mehr sind es ja auch eigentlich gar nicht, weil eine treue Leserin anscheinend immer noch mit Internetproblemen zu kämpfen hat.

Chibiangel: Ich hoffe, es geht dir gut und irgendwann meldest du dich wieder!


7. Kapitel

Die Gesellschaft, die Monsieur de Wardes fils an jenem Abend zu sich geladen hatte, bestach durch größte Vielfalt. Hätte man sich die Mühe gemacht, eine Regel zu suchen, nach welcher der junge Graf sich seine Gäste einlud, so wäre man höchstens zu der Schlussfolgerung gekommen, dass er offenbar all jene eingeladen hatte, die er immer mal wieder traf.

Es gab ältere Herrschaften in verblasster und altmodischer Kleidung, die offensichtlich schon seit längerem wegen Geldmangels keinen Schneider mehr bei sich gehabt hatten. Junge Gecken schwirrten mit reichen Witwen am Arm herum, die sie mit süßen und hohlen Plaudereien zu betören bemüht waren.

Junge, verarmte Mädchen mit weitausgeschnittenen Kleidern waren mit ihren Eltern oder anderen Verwandten hier, um so die erste Gesellschaft ihres Lebens genießen zu können, und natürlich ihren zukünftigen Gatten kennen zu lernen.

Wiederum andere waren die schon bejahrten, beleibten Junggesellen, auf der Suche nach einer jungen Frau, die ihnen den Lebensabend verschönern sollte.

Doch unter all diesem nicht besonders hoch geachteten Adel tummelten sich auch einflussreiche Persönlichkeiten, ob in der Politik oder im Geldgeschäft, außerdem waren da alte Soldaten, Haudegen, die nachher spannende Geschichten zum Besten geben konnten und Künstler und Schriftsteller, die hier nach einem Gönner suchten, der ihnen den Weg zum unsterblichen Ruhm oder wenigstens zu einem gut gefülltem Geldbeutel ebnen konnte und wollte.

Monsieur de La Fère, der Vicomte de Bragelonne und Monsieur d'Artagnan kamen zu einem Zeitpunkt bei de Wardes an, als der größte Teil der Gäste bereits eingetroffen war.

Ein Diener nahm ihnen die Mäntel ab und zeigte ihnen den Weg zum Salon, in dem sich die Gesellschaft aufhielt. An der Tür verhielten die drei Herren, um den Anblick der bunt gemischten Gäste auf sich wirken zu lassen.

Wie es funkelte und blitzte von Geschmeiden und kostbaren Stickereien auf den Kleidern! Wie die Kleider rauschten und raschelten, wenn sich die Damen umwandten, um den feurigen Blicken der Kavaliere zu begegnen, die mehr den Reichtum des Kleides als die Frauen in den Kleidern schätzten. Wie das Werk eines großen Komponisten vereinigten sich das Klingen der gefüllten Gläser, das Lachen und die Gespräche in diesem Raum zu einem harmonischen Ganzen.

Untermalt wurde das ganze vom sanften Licht Hunderter weißer Kerzen, die überall im Raum verteilt Licht und Wärme spendeten und von den leisen Klängen einiger hinter einer Pflanzengruppe verborgenen Musiker mit Streichinstrumenten, deren leise Melodien den Gästen einen Vorgeschmack auf den Tanz nach dem Essen boten.

Noch bevor die drei Herren aber eintreten konnten, hatte de Wardes fils es fertig gebracht, sie von der anderen Seite des Raumes über die Köpfe seiner Gäste hinweg zu sichten und sich zu ihnen durchzudrängen, mit lächelndem Gesicht und pausenlos „Verzeiht, meine Gnädigste, aber würdet Ihr mich bitte vorbeilassen, vielen Dank, ich bitte vielmals um Verzeihung" murmelnd und stand nun, strahlend und rot im Gesicht von der Wärme im Raum, vor ihnen, um ihnen der Reihe nach die Hand zu schütteln.

„Oh, Monsieur", begrüßte er de la Fère, „ich freue mich aufrichtig, dass Ihr tatsächlich gekommen seid, es ist mir ein großes Vergnügen, dass Ihr Eure doch sicherlich knapp bemessene Zeit in Paris für einen Abend bei mir zur Verfügung stellt und Euren Ziehsohn habt Ihr auch mitgebracht, was für ein Erlebnis für mich." Er reichte Raoul die Hand, um sie kräftig zu drücken und musterte ihn eine Weile.

In seinem prächtigen Wams sah der junge Mann sehr gut aus, seine Haare waren hübsch gelockt und fielen weich auf seine Schultern. Das Neue und Ungewohnte, denn das war diese Gesellschaft für ihn, hatte ihn belebt und seine sonst etwas blassen Wangen gefärbt.

Nachdem de Wardes den Vicomte eine Weile taxiert hatte, wie man es auch bei einem Pferd vor dem Kauf tut, wandte er sich an den Leutnant.

„Mein lieber d'Artagnan, Euch zu sehen ist immer eine Freude, aber dass Ihr mir auch die Ehre antut, meine Gesellschaft zu besuchen, bereitete mir das größte Vergnügen. Ich bin davon überzeugt, dass Ihr Euch hier wohlfühlen werdet, ich habe Männer eingeladen, die wie Ihr sind, es sind tapfere Soldaten und Kriegshelden."

Während er dies sagte, warf er dem Leutnant einen verschwörerischen Blick zu, wie um ihm zu sagen, dass er ihre Abmachung, die Monsieur Mordaunt betraf, noch nicht vergessen habe. Indes blieb unklar, ob d'Artagnan dies überhaupt bemerkte, denn hinter ihnen traten wieder Leute ein und sie mussten zur Seite treten, um Platz zu schaffen.

Zufälligerweise waren aber die beiden Neuankömmlinge Mordaunt mit Anne.

D'Artagnan und de Wardes sahen sich kurz an und der junge Graf lächelte zufrieden, weil er sein Versprechen hatte einhalten können.

Der Blick, den die beiden Männer getauscht hatten, war von Monsieur de La Fère nicht unbemerkt geblieben, der nun forschend die neuen Gäste betrachtete und ganz folgerichtig zu dem Schluss kam, dass der junge Mann der vielbesprochene Engländer sein musste, dem vor allem d'Artagnans Besuch hier galt. Denn dass der junge Mann nicht aus Paris stammen konnte, bewies seine Kleidung eindeutig.

Der junge Mann trug seine üblichen, strengen, schwarzen Sachen, die ihn ganz von selbst als Puritaner auswiesen, doch sein Wams hatte immerhin die gebräuchlichen Ärmelschlitze, aus denen heraus der kostbare Stoff seines Hemdes zu sehen war, außerdem hing ihm eine breite, goldene Kette mit einem Medaillon um den Hals und an seiner Seite trug er einen überaus langen Degen mit verziertem Griff, der ihm ein kriegerisches Aussehen gab.

Seine Erscheinung rief bei denen, die ihn bemerkten, Ablehnung hervor, da er schon auf den ersten Blick kalt und hochmütig wirkte und die meisten, vor allem die Herren, wandten sich lieber der Dame an seiner Seite zu.

Anne trug ein kostbares, schweres Kleid aus rotem Stoff. Die Ärmel waren weit und zum Teil offen, so dass der Blick auf die Unterarme, die mit goldenen Armbändern geschmückt waren, frei blieb.

An den Schultern wurden die Ärmel von Spangen zusammengehalten, die gleichfalls aus Gold gefertigt waren und das Mieder war mit Fäden aus Gold bestickt.

Ihre Haare trug sie hochgesteckt, nur einige Strähnen, die in Löckchen gebrannt waren, fielen ihr lose über die Schultern. Sie sah sehr hübsch aus und als Mordaunt sie vorhin zum ersten Mal in diesem Kleid gesehen hatte, war er sprachlos gewesen und hatte sie eine ganze Weile angestarrt, bis er sich endlich energisch von ihrem Anblick losgerissen und sie zur Kutsche gebracht hatte.

De Wardes fils wurde mit der Musterung der beiden schneller fertig als de La Fère und schwirrte bereits wie eine fleißige Biene, die eine weitere, noch unbefruchtete Blüte in ihrer Wiese entdeckt hatte, auf seine beiden neuen Gäste zu.

„Meine teure Dame", er ergriff Annes Hand, um diese mit Küssen zu bedecken, „ich freue mich unendlich, dass Ihr doch noch gekommen seid, ich war in Sorge, Ihr hättet es Euch inzwischen anders überlegt und stellt Euch nun meine übergroße Erleichterung vor, dass ich Euch jetzt hier vor mir sehe." Er ließ ihre Hand los, um Mordaunts zu ergreifen, die er ausgiebig schüttelte.

„Ihr seht bezaubernd aus, mein Lieber, dieses Wams steht Euch ausgezeichnet, solltet Ihr öfter tragen, wenn Ihr mich fragt. Ich hoffe, die Kutschfahrt hierher war nicht unangenehm, Ihr wohnt ja nicht weit weg, wenn ich mich recht erinnere. Ah!", er hatte zufällig zu d'Artagnan geblickt und in dessen Miene eine stumme Frage gelesen, die er nun zu beantworten gedachte, „darf ich Euch einige Freunde von mir vorstellen?"

Noch ehe Anne oder Mordaunt Gelegenheit hatten, etwas zu erwidern, hatte de Wardes fils sie bereits zu Monsieur d'Artagnan und Monsieur de La Fère geführt.

„Mademoiselle und Monsieur, es ist mir ein großes Vergnügen, Euch einige Bekannten von mir vorstellen zu können, Monsieur de La Fère und hier Monsieur d'Artagnan, seines Zeichens Leutnant bei den schwarzen Musketieren unter Hauptmann Tréville.

Messieurs, dies sind Lady und Monsieur Mordaunt, die ich, wie ich Euch ja berichtete, in England kennen gelernt habe, als sie mir aus einer misslichen Situation heraushalfen."

Die einander so Vorgestellten begrüßten sich und auch der Vicomte kam, da er plötzlich, angesichts der Lady von einer unüberwindlichen Schüchternheit befallen worden war, wieder hinter seinem Ziehvater hervor und wurde gleichfalls vorgestellt.

Eine leichte Plauderei wurde angefangen von de Wardes, der dann allerdings sich wieder seinen weiteren Pflichten als Gastgeber widmen musste und die kleine Gruppe sich selbst überließ.

Durch einige Fragen fand Anne heraus, unterstützt von Mordaunt, dass auch de La Fère früher mal Musketier gewesen war, was besonders Mordaunt brennend interessierte, da er mit den Musketieren sofort die Mörder seiner Mutter in Verbindung brachte.

Der junge Mann gab sich viel Mühe, auf die beiden Männer so liebenswürdig wie möglich zu wirken, um so besser an sie herankommen zu können. Sicherlich konnten sie ihm helfen, wenn er nach den Schuldigen fahndete und dazu war es nötig, dass er einen günstigen Eindruck hinterließ.

Durch diese etwas gekünstelte Liebenswürdigkeit ließen sich allerdings nur d'Artagnan und Raoul täuschen, Raoul umso leichter, da er seine Aufmerksamkeit kaum auf den jungen Mann, als vielmehr auf dessen junge Begleiterin richtete.

Dies bemerkte de La Fère, dem der junge Engländer wenig behagte und der ihn daher kaum beanspruchte und er freute sich darüber, dass sein Ziehsohn seine Aufmerksamkeit auf eine Dame richtete, die vom Alter vielleicht ein bisschen besser zu ihm passte als die kleine Louise de La Vallière.

Doch dem verantwortungsvollen Vater entging dabei nicht, Monsieur Mordaunt die junge Lady an seiner Seite hatte und sie nicht losließ. Auch schien ihm das Verhältnis der beiden Engländer zueinander nicht geklärt und er beschloss im Stillen, Raoul in dieser Hinsicht einen warnenden Wink zukommen zu lassen.

Sein Sohn sollte nicht von einem eifersüchtigen Engländer durchbohrt auf einer abgelegenen Wiese enden.

Denn das zwischen der Lady und dem jungen Mann eine Beziehung bestehen musste, erschien ihm gewiss. Monsieur Mordaunt hielt die Dame seiner Ansicht mit einer besitzergreifenden Geste an seiner Seite, die dieser nicht im Geringsten unangenehm zu sein schien.

Einige der Gäste setzten sich inzwischen in Bewegung, es ging herüber in einen anderen Raum, in dem das Essen stattfinden sollte.

Dirigiert wurden sie von de Wardes fils, der unter munterem Geschwätz einige Damen führte, wobei zwei von ihnen an seinen Armen hingen und mit amüsierten Gegluckse seine albernen Scherze quittierten.

Der junge Graf entdeckte die kleine Gruppe, die zusammengedrängt immer noch neben der Tür stand und rief:

„Meine Herrschaften, es gibt sogleich Essen, wenn Ihr bitte auch folgen würdet? Hier drinnen wird dann nämlich zum Tanze umgeräumt. Ach, und da ist mein Vater!" Er nickte zu dem Bezeichneten, der genauso wie sein Sohn von einer Damentraube umgeben war, wenn es auch bei ihm mehr an seinem hinreißenden Aussehen als an seinem Humor lag, welcher bei seinem Sohne den Ausschlag gab.

Jedoch befreite sich de Wardes père energisch von seinen Anbeterinnen und kam zu den Fünfen herüber.

„Ich hatte noch nicht die Ehre, Euch begrüßen zu dürfen", sprach er mit einem verbindlichen Lächeln und küsste Anne die Hand, um dann den anderen Herren die Hand zu schütteln. Daraufhin erkundigte er sich nach dem Wohlergehen Aller.

Indessen nutzte Mordaunt die Gelegenheit, in der die anderen drei Herren durch de Wardes père abgelenkt waren und hauchte Anne zu:

„Sieh zu, dass du so liebenswürdig wie möglich zu denen hier bist, vor allem zu dem Kleinen. Es kann sein, dass die sehr wichtig für mich sind."

Sie lächelte ergeben und neigte unmerklich den Kopf.

Gleich darauf wandte sich de Wardes père zu ihr und bot ihr den Arm, um sie in das Speisezimmer zu führen.

Mordaunt sah ein bisschen verdutzt drein, schritt aber nicht gegen die Erschütterung seines Besitzerrechts an der jungen Dame ein, sondern folgte langsam mit dem Grafen de La Fère, dem Leutnant und Raoul.

„Findet man als Leutnant noch viel Zeit, sich auf derlei Gesellschaften zu begeben? Solche Abende sind doch sehr zeitaufwändig und kräftezehrend, meine ich", richtete er das Wort an d'Artagnan, während sie gemächlich den übrigen Gästen folgten.

„Nun, ich gestehe, dass ich mich tatsächlich eher selten bei solchen Gelegenheiten wie diesen blicken lasse", versetzte d'Artagnan. „Mein Dienst verschlingt viel Zeit und mein Bedürfnis nach derlei geistiger Anregung ist möglicherweise mit den Jahren etwas gesunken. Doch wenn ich eine so liebenswürdige Einladung wie die des Grafen de Wardes erhalte, kann ich freilich nicht absagen."

„Was den Grafen ungemein zu freuen scheint. Er schilderte Euch mir als kühnen Soldaten und furchtlosen Kämpfer." Mordaunt übertrieb etwas. Mit einer verlegenen Handbewegung wehrte der Leutnant diese Worte ab.

„Ihr habt zuviel gehört, junger Mann. Es ist wahr, dass ich in früheren Jahren mich mit einigen Taten hervorzutun bemüht war, aber da ist schon lange her."

„Ihr wart auch unter Kardinal Richelieu Musketier?", erkundigte sich Mordaunt.

Mit einem Male fragte sich d'Artagnan, ob die Fragen des jungen Mannes einen bestimmten Beweggrund hatten. Wieso sonst sollte er sich so für ihn, den unscheinbaren Leutnant, der in seiner Jugend dumm genug gewesen war, seine Ehre und Leben für eine hochherrschaftliche Dame aufs Spiel zu setzen, interessieren? Ob es irgendwas mit dem Herzog von Buckingham zu tun hatte? Oder gar mit dessen Sohn? Über des jungen Mannes Absichten tappte er bislang noch völlig im Dunkeln.

„Ja, unter Richelieu war ich bereits Musketier. Seit etwa zwanzig Jahren kämpfe ich für das Wohl und Wehe des Königs."

Mordaunt war sehr zufrieden, mehr hatte er nicht wissen wollen und er war mehr als erfreut darüber, dass er so schnell so viel auf einfache Weise erfuhr. Er hatte sich das alles viel schwieriger vorgestellt. Trotzdem war er bis jetzt immer noch nicht viel weiter gekommen. Nun, es gab ja noch den Grafen de Wardes, der sicher auch genug wusste.

Man gelangte endlich in das Speisezimmer, ein hoher, weiter Raum, der erfüllt war von dem Duft verschiedenster, sorgfältig ausgesuchter und zusammengestellter Gerichte und Getränke. Mit Behagen schnupperten alle Gäste, während sich de Wardes fils fast überschlug, um jeden an einem ihm angenehmen Platz zu bekommen.

Er hatte es auch geschafft, Mordaunt an einen Platz zu beordern, der sich in der Nähe der Sitzgelegenheit d'Artagnans befand, was Mordaunt mit einem gemurmelten „Danke" zur Kenntnis nahm.

Als sich alle zu aller Zufriedenheit gesetzt hatten, trat de Wardes fils hinter seinen Stuhl und hob zum Toast sein Glase. Gespannt lauschten alle einer etwas aufdringlichen, peinlichen Anrede, die wiederzugeben unmöglich ist und danach begann das Essen.

Während des Mahls ergaben sich für Mordaunt wenige Möglichkeiten, sich mit d'Artagnan näher über die Musketiere und allem, was damit zusammenhing, auszutauschen. Stattdessen konnte er unmittelbar miterleben, wie einige Damen sich schamlos um einen recht wohlhabend aussehenden Herren bemühten und dieser recht tiefe Einblicke in verschiedene Ausschnitte nahm.

Nur verächtlich konnte der junge Puritaner über solch offen zur Schau getragene Sinneslust denken.

Einige Plätze weiter saß de Wardes père, in ein Gespräch mit einem weißhaarigen Mann vertieft, den Mordaunt als den wieder erkannte, den er vor einigen Tagen bei Mazarin so wütend aus dessen Audienzzimmer hatte kommen sehen.

Auch d'Artagnan und de La Fère, die einander gegenüber saßen, hatten den Grafen de Rochefort entdeckt und bereits zu ihm hinübergegrüßt.

Etwas achtlos war dieser Gruß erwidert worden und schon redete Rochefort weiter auf seinen Vetter ein, wenn auch mit gedämpfter Stimme, so dass niemand ihr Gespräch mitverfolgen konnte.

Anne saß neben Raoul, der geschickt manövriert hatte, um sich neben ihr niederlassen zu können und wurde von allen Seiten ausgefragt, woher sie kam und wer sie sei.

Das Essen war ausgezeichnet und nicht so schwer, das es später kaum zur Übelkeit beim Tanzen führen konnte. Man unterhielt sich allgemein prächtig und war sich darin einig, dass es de Wardes wieder einmal ausgesprochen gut gelungen war, aus seinen Abend ein Ereignis machen zu können, von welchem man noch lange würde reden können.

Indessen versuchte Mordaunt, de Wardes père mit Blicken daran zu erinnern, dass er mit diesen heute Abend noch etwas bereden wolle, dass er das nicht vergessen habe. Der Graf allerdings ignorierte diese Blicke nach Möglichkeit, er hatte überhaupt kein Bedürfnis danach, sich heute von diesem Engländer den Abend verderben zu lassen, das tat sein Vetter schon zur Genüge.

„Ihr müsst verrückt sein!", zischte er Rochefort gerade zu und schlang hastig ein Stück Hühnerkeule hinunter, wobei er sich beinahe verschluckte.

„Da auch noch mitzumachen, ich bitte Euch, wozu soll das führen? Haben Euch die fünf Jahre-"

„Nun brüllt doch nicht so!", raunzte der Graf aufgebracht zurück und senkte dann wieder die Stimme zu einem Flüstern, welches völlig in den Gesprächen der anderen unterging und von de Wardes kaum noch verstanden wurde.

Inzwischen ließ sich Anne, eifersüchtig beobachtet von Mordaunt, von dem jungen Bragelonne auf Leben und Tod den Hof machen. Der junge Mann hatte mit jugendlicher Begeisterung Feuer an der jungen Dame gefangen und zeigte ihr das auch sehr deutlich. Man konnte nicht sagen, dass sie sich dem Vicomte verweigerte, im Gegenteil zeigte sie sich liebenswürdig und so charmant, dass Raoul von ihr ganz bezaubert war.

Die Musiker hinter der Pflanzengruppe spielten sanfte, romantische Melodien, die der aufkeimenden Neigung im Herzen Raouls nur zuträglich waren, die angenehme Wärme und das stille Licht, dass die Kerzen spendeten, verstärkten das Gefühl noch.

Vereint mit dem Wein, den es zu dem Mahl gab und den funkelnden Blitzen, die die Diamanten und das Geschirr sprühten, war es kein Wunder, dass sich der junge Vicomte Hals über Kopf in die schöne Lady verliebte.

Wie ein Missklang berührte es ihn folglich, als de Wardes' Stimme ertönte, der seine Gäste aufforderte, ihn in den Salon zu begeleiten, wo man rauchen und sich von den ausgezeichneten Speisen erholen konnte, ehe es zum Tanz ging.

Raoul sprang auf, wie alle anderen Herren und mit einer tiefen, galanten Verbeugung bot er Anne den Arm, um sie in den Salon zu begleiten.

„Nachher wird es Tanz geben, wie Ihr sicherlich wisst", bemerkte er, und fühlte beglückt die Wärme ihrer Hand durch den Stoff seines Wamses hindurch auf seinem Arm, „Ihr würdet mir eine große Freude bereiten, erwieset Ihr mir die Ehre eines Tanzes."

„Auch ich werde mich glücklich schätzen, wenn wir zusammen tanzen, Monsieur", entgegnete Anne mit ihrem leichten, Raoul reizend erscheinenden, englischen Akzent. Er verneigte sich nur dankbar.

Mordaunt indessen, der die beiden während des Essens nicht unbeobachtet gelassen hatte, wurde nun von anderer Seite in Anspruch genommen.

De Wardes fils näherte sich ihm, im Auftrag seines Vaters, der verhindern wollte, dass sich Mordaunt jetzt ein Gespräch von ihm erbat, dass de Wardes père ihm nicht gewähren konnte, da er sich mit seinem Vetter unterhielt.

„Nun, amüsiert Ihr Euch?", erkundigte sich de Wardes fils und baute sich so vor Mordaunt auf, dass diesem die Sicht auf seinen Vater und leider auch auf Anne und Raoul versperrt wurde, was de Wardes nicht beabsichtigt hatte, Mordaunt aber dennoch sehr verdross.

„Ja, sehr", antwortete Mordaunt einigermaßen lustlos. De Wardes sah sich sichernd um, ob ihm auch keiner zuhörte, dann neigte er sich vor und sagte leise zu Mordaunt:

„Es kann sein, dass Euch diese Gesellschaften nicht so gefallen, ich habe Verständnis dafür. Jedem das Seine, nicht wahr?" Er lachte glucksend. Mordaunt zog die Augenbrauen hoch und zeigte deutlich, dass er de Wardes nicht verstanden hatte. De Wardes hörte auf zu lachen und neigte sich mit verschwörerischer Geste wieder zu Mordaunt, der sich ebenfalls widerwillig vorbeugte. Es sah aus, als flüstere de Wardes dem Puritaner eine schmutzige Geschichte ins Ohr, aber stattdessen machte er ihm nur einen Vorschlag.

„Ich verstehe nicht", gestand Mordaunt beinahe kläglich, als de Wardes geendet hatte.

„Oh Ihr müsst das nicht verstehen, Ihr kommt einfach mit!", versicherte de Wardes und er sah ganz begeistert aus, bei dem Gedanken an sein Unternehmen mit Mordaunt.

„Morgen Abend hole ich Euch ab, aber psst!", er legte einen Finger an die Lippen, „Lady muss davon nichts erfahren. Frauen wollen belogen werden, sie muss es nicht wissen. Ich hole Euch gegen elf Uhr abends ab. Seht zu, dass Ihr dann fertig seid. Und Ihr solltet einen dunklen Mantel tragen und Geld dabei haben!" Wieder zwinkerte de Wardes verschwörerisch, grinste listig und verschwand dann in der wogenden Menge der Gäste.

Mordaunt indessen blieb still an die Wand gelehnt, grübelte über de Wardes' Worte nach und hatte ein ungutes Gefühl. Es konnte nicht richtig sein, was der Graf ihm da vorgeschlagen hatte. Aber wie sollte er sich weigern?

Er fühlte sich angesichts des jungen Grafen häufig willensschwach, dessen sprühendes Temperament und seine durchdringende Lebhaftigkeit mit der lebensbejahenden Einstellung verwirrten ihn völlig, da all das nicht zu ihm passte und ihm völlig fremd war.

Die Gesellschaft war nun im vollen Gange. Die Gäste waren guter Dinge, von überallher klang munteres Lachen und zuweilen das unterdrückte Kichern von Damen, denen eine anstößige Geschichte erzählt wurde. Er hörte, wie eine weibliche Stimme rief: „Aber Monsieur, ich bitte Euch, erzählt das Madame de Pruelles, sie kennt den Herrn…" und woanders erklang das Klirren und Scheppern von Geschirr, das ein Dienstbote aus Versehen zu Boden hatte fallen lassen, was bei dem dichten Gedränge auch kein Wunder war.

Wütende Worte erklangen über den ungeschickten Trampel und man hörte das Klatschen einer Ohrfeige.

Jemand sagte: „Monsieur de Wardes, Ihr habt eine wirklich ungemein kräftige Hand!" und de Wardes père antwortete: „Was wollt Ihr, ich bin Soldat und diese Leute wollen es doch nicht anders."

Da Mordaunt diese Worte ganz in seiner Nähe vernahm, wenn er auch die Sprecher nicht sehen konnte, da die weiten Kleider einiger Damen ihm das unmöglich machten, lebte er auf und er kämpfte sich zwischen den Damen hindurch. Vielleicht kam er nun endlich an de Wardes père heran, dieser war ihm immerhin seit dem Essen beharrlich ausgewichen.

Doch noch bevor er mehr als fünf Schritte getan hatte, fiel sein Blick auf Anne und Raoul. Anne stand an der Wand, den jungen Vicomte vor sich, der ihr abwechselnd tief in die Augen sah oder ihre Hand, die er in seiner hielt, küsste. Diese Geste und auch die Blicke waren so zärtlich, dass sich Mordaunt nicht über die Absicht des jungen Mannes täuschen konnte, zumal Anne lächelte und ihre Hände ruhig dem Verehrer überließ.

Kalt vor Wut stieß Mordaunt rücksichtslos einige Damen zur Seite, was diese mit empörten Ausrufen bestraften und stand schließlich vor dem Paar, das ihn überrascht und wie aus einem schönen Traum erwachend, ansah.

Als wolle er den jungen Vicomte erwürgen, baute sich Mordaunt vor Raoul auf, blickte ihn mit vor Zorn dunklen Augen an, während die Eifersucht ihn marterte und brachte schließlich mühsam, mit abgehackter Stimme hervor:

„Monsieur, wenn Ihr mich bitte entschuldigt… Ich habe mit der Dame zu sprechen." Bevor Raoul auch nur an einer Antwort überlegen konnte, hatte Mordaunt auch schon Anne gepackt und sie mit sich, an das Ende des Salons gezogen.

„Was hast du mit diesem Kerl rumzu-rumzu-…" er überlegte an einem passenden Wort und zitterte gleichzeitig vor Empörung.

„Bitte?", fragte sie kühl, jedoch nicht weniger wütend, „wenn ich mich recht erinnere, hast du mir aufgetragen, dass ich mich diesem jungen Herrn gegenüber liebenswürdig zeigen soll. Ich tue nur, was du mir gesagt hast. Woher soll ich wissen, dass du deine Meinung schon wieder geändert hast?"

„Ja, nun…", erwiderte Mordaunt für einen Moment verlegen, um dann mit neu entfachtem Groll hervorzustoßen:

„Du wirfst dich an seinen Hals, als wolltest du ihn heiraten!"

„Das ist nicht wahr und das weißt du auch", widersprach Anne, ruhiger geworden und im Grunde freute sie sich über diese offen gezeigte Eifersucht Mordaunts, was sie diesem aber nicht merken lassen wollte. „Aber ich habe kein Bedürfnis, diese Unterhaltung mit dir fortzusetzen, denn sie führt zu nichts. Würdest du mich bitte wieder zu den anderen begeleiten?" Überrumpelt bot er ihr den Arm, kam jedoch nicht mehr dazu, sie fort zu führen, da in diesem Moment de Wardes aus dem Nebenzimmer kam und fröhlich in die Gesellschaft rief:

„Meine Damen und Herren, ich freue mich, mitteilen zu können, dass alles zum Tanz bereit ist!" Die Hacken zusammenschlagend und sich tief verneigend, wies er auf die offene Tür zum nun umgeräumten Speisezimmer und die Gesellschaft strömte begeistert hinein. Von diesem Zug mitgerissen, fanden sich Mordaunt und Anne plötzlich inmitten tanzender Paare, die den Klängen einer Allemagne folgten.

De Wardes fils, der die Auseinandersetzung der beiden teilweise aus den Augenwinkeln beobachtet hatte, tauchte neben Mordaunt auf, lächelte Anne anmutigst zu und flüsterte Mordaunt ins Ohr:

„Tanzt mit ihr, denn die Schritte haben wir doch geübt. Nur so könnt Ihr eine Frau besänftigen." Sprach's und verschwand.

Unvermittelt sahen sich die beiden an, rings um sie die Tanzenden und krampfhaft versuchte sich Mordaunt zu erinnern, wie die ersten Schritte gingen.

„Tanzen wir nun?", fragte Anne und ohne eine Antwort abzuwarten, legte sie ihre Hand auf seinen Arm und führte ihn mit sich. Sie beherrschte die Schritte besser als er und wenn er auch leicht verkrampft und von den letzten Minuten noch verwirrt war, tanzte er dennoch willig mit, ließ sich von ihr führen und nach einer Weile konnte er seine Schritte auch gelöster setzen.

„Was für ein Paar!", sprach de Wardes père, der mit seinem Vetter, dem Grafen Rochefort an der Tür stand, wobei er unauffällig zu Anne und Mordaunt herübernickte.

„Ihr sagt es", stimmte Rochefort zu, „man weiß nicht, ob sie zueinander passen oder eher nicht."

In diesem Augenblick näherten sich auch d'Artagnan, de La Fère und Bragelonne, der mit betrübten Blick die Tanzenden musterte und dessen Miene noch trüber wurde, als er Anne in den Fängen des Engländers erblickte.

„Nun, Euch gelüstet es nicht nach Tanzen?", fragte de Wardes den Leutnant und de La Fère.

„Oh, die Jugend mag sich erst einmal vergnügen", erwiderte de La Fère mit einem leicht resignierten Gesichtsausdruck. Dann legte er Raoul die Hand auf die Schulter.

„Es gibt hier noch andere junge Damen, mein Freund. Ihr wollt sie doch nicht durch Eure Missachtung beleidigen?" Er schob seinen Ziehsohn in das Zimmer und tatsächlich fand sich auch Raoul bald unter den Tanzenden wieder, mit einer reizenden Brünetten, die ihm kokette Blicke zuwarf.

„Wie?", fragte d'Artagnan leise mit einem unverschämten Grinsen, „Ihr lasst zu, dass Euer Ziehsohn sich mit Frauen befasst?"

De La Fère war über diese Worte nicht sehr erbaut und begann: „Monsieur, ich sagte es Euch schon einmal, Ihr habt anscheinend zu viel Zeit mit Euren Sold-" als er von Rochefort unterbrochen wurde, der wie schon einige Tage zuvor, seine Taschenuhr hervorholte, einen Blick darauf warf und sagte:

„Oh, es ist schon wieder sehr spät geworden. Es tut mir leid, lieber Vetter, aber Ihr wisst, mich rufen noch Verpflichtungen. Bitte sagt Eurem Sohn, dass ich diesen Abend sehr genossen habe und dass ich außerordentlich bedaure, mich nicht persönlich von ihm verabschieden zu können. Meine Herren", er nickte d'Artagnan und Athos zu, „ich freue mich, Euch hier gesehen zu haben und ich bin davon überzeugt, dass wir einander noch öfter begegnen werden." Bei diesen Worten warf er dem Leutnant einen kurzen Blick zu.

Die Herren grüßten und Rochefort verließ mit schnellen Schritten das Haus.

In diesem Moment endete der Tanz, mit einem leichten Hauch verstummten die Geigen und Mordaunt, der während des Tanzes allmählich sicherer geworden war, zog ihre Hand an seine Lippen, was er gewöhnlich nie tat.

„Danke für diesen Tanz."

„Ich habe zu danken", entgegnete sie leicht verwirrt und unsicher und blickte auf ihre Hand, die er noch immer hielt.

Doch schon begann der nächste Tanz und plötzlich störte Raoul, dem es gelungen war, sich von der koketten Brünetten zu befreien, sie aus ihrer Versunkenheit. Er verneigte sich, ungeachtet der Miene Mordaunts, die sich wieder verdüstert hatte, vor Anne und führte sie zum nächsten Tanz davon.

Es gelüstete Mordaunt nun wenig nach weiteren Tänzen, die sowieso nur ein schales Vergnügen waren, zumal er auch keine weiteren Schritte beherrschte.

Stattdessen entfloh er den Tanzenden und entdeckte plötzlich an der Tür die Herren d'Artagnan, de La Fère und de Wardes. Vor allem der Anblick des Letzteren besserte seine Stimmung erheblich und er eilte, immer wieder aufgehalten von entgegenkommenden Gästen, auf die kleine Gruppe zu.

„Oh nein", murmelte de Wardes fast unhörbar, was von de La Fère aber trotzdem vernommen wurde, als er den jungen Mann bemerkte.

„Ihr entschuldigt mich, Messieurs", wandte sich der Graf an die beiden Freunde, „ich habe noch zu tun" und er schritt in den Salon, der nun fast leer war.

An der Verbindungstür der beiden Räume angekommen, bemerkte Mordaunt sehr schnell, dass sich de Wardes seinen Standort aufgegeben hatte, doch er fand ihn rasch wieder und ging sehr schnell auf ihn zu, um ihn am Arm zu packen.

„Ihr denkt wohl, Ihr könntet mir ausweichen?", knurrte Mordaunt den Grafen an und zwang ihn, stehen zu bleiben.

„Nein, Monsieur, ich weiß, dass Ihr mit mir reden wollt."

„Und weshalb seid Ihr fast den ganzen Abend nicht zu sehen? Wir müssen miteinander reden, oder habt Ihr das vergessen?"

„Nein, das habe ich nicht. Aber ich bitte Euch, wir können das nicht hier besprechen und ich habe auch nicht allzu viel Zeit. Wenn Ihr mir folgen wollt?" Er führte Mordaunt aus dem Salon hinaus auf den Korridor und dort in ein kleines Zimmer, welches wohl als Ruheraum diente, es gab da mit edlen Stoffen bezogene Sessel, einen Diwan, ein kleines Tischen aus Glas, sowie Regale mit Büchern. An den Wänden hingen Gemälde, Waffen und einige Kerzenhalter. Diese waren aber nicht entzündet, nur das Licht aus dem Korridor erleuchtete matt das Zimmer, was den Herren aber genügte.

„Bitte, nehmt Platz", forderte de Wardes père Mordaunt auf und ließ sich gleichfalls in eine Chaiselongue sinken.

„Aber bitte, fasst Euch kurz, ich kann die Gesellschaft nicht so lange sich selbst überlassen."

„Dazu habt Ihr doch Euren Sohn."

„Das hat damit nichts zu tun, aber lassen wir das. Also, Ihr wolltet mich sprechen?"