Kapitel 7
Otter Longing – Ganz otter-ige Sehnsucht
Das schlimmste Jahr seines Lebens, wahrscheinlich das letzte. Er hatte bereits vor langer Zeit seinen Frieden mit der Tatsache geschlossen, dass seine Überlebenschancen bei zwei Meistern, die ihn in unterschiedliche Richtungen zerrten, gering bis nicht vorhanden waren. Spione und Doppelspione – oder wie viele Wiederholungen auch immer für ihn gerade zutrafen – überlebten nie, da sie sich effektiv in beiden Lagern Feinde machten.
Aber.
Er konnte nicht anders, als einen kleinen Funken … von etwas zu fühlen, wenn er über seine Zukunft nachdachte. Ein kleiner, pelziger Otter mit übertrieben fröhlicher Gesinnung war durch all die Verteidigungswälle gebrochen, die er so sorgfältig aufgebaut hatte. Er wollte sehen, was mit ihr passierte. Er wollte da sein, wenn es passierte. Jedoch warum? Er konnte es nicht genau sagen.
Er hatte nie viel Wert auf die Gesellschaft anderer Leute gelegt, aber jetzt, da er von jeder Art positiver Interaktion abgeschnitten war, wurde ihm klar, dass er sogar seine Kollegen vermisste. Stattdessen hatte er zwei gestörte Sadisten im Zaum zu halten, die Kinder zu foltern versuchten, während alle anderen von ihm noch Schlimmeres dachten.
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Verdammter Albus, der ihn mitten in einer Winternacht für nichts und wieder nichts losschickte. Und wozu? Um ein Schwert in einem See zu versenken, damit jemand die Rolle des King Arthur spielen und es herausfischen konnte? Er war nicht wirklich eine gute Besetzung als Nimue, dachte er, aber dennoch rief er seinen Patronus und sah zu, wie die wohlbekannte Hirschkuh losging, um Potter aufzuspüren.
Er konnte ihre Schutzzauber fühlen. Sie war gut; nichts verriet sie außer der Tatsache, dass er mit ihrer Magie sehr vertraut war.
Das schwache Schlurfen schwimmhäutiger Füße war seine einzige Warnung, ehe er von einer kleinen, pelzigen Kreatur angefallen wurde. Er sank zu Boden, umarmte sie fest, und ihr Fell und ihre Schnurrhaare kitzelten seine Nase ungeachtet der Tränen, die seine Wangen hinunterliefen, bis sie damit anfing, sie abzulecken. Sie war dünn, und ihr Fell hatte seinen Glanz verloren. Er hatte nicht daran gedacht, ihnen Essen mitzubringen, und es würde zu gefährlich zurückzukehren, aber zumindest konnte er ihr einige Tränke geben, die er immer in seinen Roben bei sich trug. Sie protestierte, als er ihr Gewicht zu verlagern versuchte, um die Phiolen aus seinen Taschen zu ziehen, aber sie nahm sie an, als er sie in einem Taschentuch bündelte und ihr gab.
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Er erlitt den Schock seines Lebens, als seine Schutzzauber gebrochen wurden, während er eines späten Frühlingsabends in Schreibtischarbeit begraben saß und etwas auf seinen Schreibtisch im Schulleiterbüro herunterkrachte. Ein Otter in einer Blutspur, bewusstlos und von Krämpfen zitternd. Fluchend schoss er aus seinem Bürostuhl und levitierte sie in sein – Albus' – privates Wohnzimmer, weg von neugierigen Portraits und ungebetenen Gästen.
„Dipsy!" bellte er und brachte eine erschrockene Elfe dazu zu erscheinen. „Hole mir Minerva und Poppy, hierher, jetzt! Lass niemanden sie sehen!"
Die Elfe war weg, noch ehe er den Satz beendet hatte.
Minerva erschien als Erste, desorientiert, weil abrupt von einer Elfe entführt.
„Schulleiter", sagte sie, und ihr verkniffenes Missfallen war zum Schneiden scharf.
Er kniete auf seinem Teppich vor einem krampfenden Otter, und die Pfütze aus Blut um sie herum wurde immer größer.
„Wir haben keine Zeit, Minerva, hilf mir! Sie steckt in ihrer Animagusform fest, und so kann ich sie nicht heilen! Es ist Dunkle Magie, sie verblutet!"
„Wer, Snape?"
„Hermione Granger, jetzt hilf mir bitte!"
Für eine Sekunde sah Minerva völlig verblüfft aus und starrte ihn mit großen Augen und hängendem Mund an, ehe sie wieder in der Realität ankam. Er brauchte sie, damit sie versuchte, die Transformation rückgängig zu machen. Es war ein komplexes Stück Magie, dies zu versuchen, selbst bei einem ruhigen Patienten, der nicht verblutete und sich verkrampfte, und er konnte dies wirklich nicht unversucht lassen.
Poppy war ebenfalls angekommen und schätzte die Lage mit der Effizienz eines Heilers ab, indem sie zügig Dipsy befahl, ihr verschiedene Tränke und Bandagen zu holen.
„Severus, arbeite du an den Fluchwunden", wies sie ihn an, während sie einige Tränke die Kehle des Otters hinunterzwang, für den Anfang ihrer Größe wegen in halber Dosierung.
„Ich bin dabei!" schnappte er, aber er fühlte sich dennoch erleichtert, dass Poppy da war und die Verantwortung übernahm. Er begann, die Heilzauber über den Wunden zu intonieren, und langsam schaffte er es, die Dunklen Rückstände zu entfernen, damit die Wunden sich schließen konnten. Es gab eine unregelmäßige Reihe blutender Kratzer auf ihrem linken Vorderbein, die ebenfalls mit Dunkler Magie infiziert waren, aber sie waren nicht so tief wie die Wunde an ihrer Kehle.
Schließlich schaffte Minerva es, die Transformation rückgängig zu machen. Sie rang nach Luft, als Hermione erschien, wo der Otter gelegen hatte, schrecklich schmutzig und dünn, immer noch in Krämpfen von etwas, das Nachwirkungen des Cruciatus sein mussten, und von dem, was er jetzt als das Machwerk der lieben Bella auf ihrem Arm erkannte. Der Anblick des Wortes, das dort geschrieben stand, ließ sein Blut gefrieren. Er würde diese furchtbare Frau selbst töten, sobald er konnte, zum Teufel mit dem Dunklen Lord. Zumindest reagierte das Wort langsam auf seinen Heilzauber, indem schwarzer Schlamm auf den Fußboden tropfte, während sich die Wunde Buchstabe für Buchstabe schloss.
Inzwischen hatte Minerva eines von Albus' überdimensionierten Samtsofas in eine Art Krankenhausbett verwandelt, auf das Poppy ihre immer noch bewusstlose Patientin levitierte, sobald die schlimmste Blutung gestillt war. Dies erlaubte ihr, die anderen Symptome effizienter zu behandeln und ihr ein Muskelrelaxans gegen die Nachwirkungen des Cruciatus zu verabreichen. Als alle blutenden Wunden sorgfältig bandagiert waren, säuberte sie ihre Patientin mit einer schnellen Abfolge von Zaubern. Es war nicht perfekt, aber der schlimmste Schmutz war verschwunden. Sie warf eine weitere Serie von Diagnosezaubern und schickte Dipsy – mit einem Stirnrunzeln über Hermiones Allgemeinzustand –, um einige Nährtränke zu holen. Mit geübtem Griff goss sie die Tränke in die Kehle ihrer Patientin und half ihr zu schlucken.
„Danke", murmelte er ihnen beiden zittrig zu. Das Adrenalin ebbte ab, und er musste sich dringend setzen.
Minerva war dabei, tief Luft zu holen, ohne Zweifel, um damit zu beginnen, ihn zu befragen, aber Poppy brachte sie mit einer Hand auf ihrem Arm zum Schweigen und trat zu Severus.
„Dipsy, könntest du bitte etwas Tee holen? Für uns alle."
Die Elfe stimmte eifrig zu und holte ein Teeservice und zusätzlich einige Scones.
„Severus, bitte erzähle uns, was los ist", bat Poppy, sobald sie auf Albus' anderen Sofas saßen. Der Mann hatte wirklich einen üppigen Geschmack beim Design, aber Severus hatte keine Lust gehabt, es zu verändern, auch wenn er seine Möbel aus der Kerkerwohnung vorzog, schäbig, wie sie waren. Er hatte seine alte Wohnung abgesperrt und alles gelassen, wo es war, Klavier, Bücher und Tränkelabor eingeschlossen.
„Ich sollte nicht, ich sollte wirklich nicht", murmelte er, ehe er tief Luft holte und sich zusammenriss. „Aber ich kenne euch beide, wie ein Terrier mit einem Knochen, es gibt keinen Weg, euer fürchterliches Drängen zu stoppen. Ich werde euch erzählen, was ich weiß. Das Ende ist sowieso nahe."
Und das tat er. Er sprach über Albus' Befehl, ihn zu töten, über Dracos fehlgeschlagene Aufgabe, über die Gratwanderung, Hogwarts zu lenken, während Todesser, Schüler und Lehrer begierig darauf warteten, dass er versagte.
Minerva nickte. „Ich hätte es wissen müssen. Warum sonst solltest du Schüler zum Nachsitzen zu Hagrid schicken, diesem großen Einfaltspinsel?"
„In der Tat", sagte er. Er fühlte sich leichter als fast ein ganzes Jahr lang. Endlich einige Verbündete. Es gab nur ein geringes Risiko, dass Poppy oder Minerva vom Dunklen Lord befragt würden, ehe die finale Auseinandersetzung stattfand, und mit den Carrows konnten sie es leicht aufnehmen.
„Danke, Severus", sagte Minerva mit mehr Wärme, als sie ihm in fast einem Jahr entgegengebracht hatte. „Ich muss sagen, wenn Albus nicht schon tot wäre, würde ich ihn selbst dafür umbringen, dass er dir das angetan hat."
Er nickte ihr zu. „Ich gehe davon aus, ich brauche euch nicht zu sagen, dass ihr euch weiterhin wie bisher verhalten müsst, damit wir eventuell diesen elenden Krieg gewinnen können?"
Etwas des ehemaligen Feuers war zurück in ihren Augen. „Ich werde meine Rolle spielen, Schulleiter."
Sie fielen in Schweigen, während sie ihren Tee tranken. Poppy überprüfte noch einmal ihre Patientin, aber sie schien für den Moment stabil zu sein.
„Was hat sie hier gemacht, und warum ein Otter?" fragte Minerva.
„Darauf, fürchte ich, habe ich keine Antwort. Sie fiel auf meinen Schreibtisch, und ich rief sofort nach euch beiden. Und was den Otter betrifft, ich schätze, es passt zu ihr."
Poppy lehnte sich in ihrem Sessel nach vorn. „Aber woher wusstest du, dass sie es ist?"
Zögernd erzählte er ihnen auch dies, wie Mi, der Otter, in seinen Räumlichkeiten aufgetaucht war. Er überging jedoch, dass sie in seinem Bett geschlafen hatte, aber er erwähnte das Klavier.
„Ihr hättet zu mir kommen sollen, alle beide", sagte Minerva stirnrunzelnd.
Er zuckte die Achseln, er fühlte sich völlig erschöpft. Er hatte keine Idee, warum Miss Granger ihre Hauslehrerin nicht kontaktiert hatte. Er für seinen Teil hatte nur gewollt, dass sie wiederkäme, nicht, dass er dies Minerva gegenüber zugeben würde.
Poppy gähnte und erhob sich, um zu gehen, was Minerva dazu brachte, sich ihr anzuschließen. „Es ist spät. Ich nehme an, du willst Miss Granger hierbehalten?"
Er nickte. „Ja, es wäre nicht gut, sie im Krankenflügel unterzubringen und zu riskieren, dass sie entdeckt wird. Ich werde dir jedoch Zugang zu diesem Zimmer gewähren, und du kannst herflohen oder dich von Dipsy bringen lassen. Ich habe keine Vorstellung, ob oder wann sie plötzlich in derselben Weise, wie sie gekommen ist, verschwinden wird."
Plötzlich drehte sich die Medihexe zu ihm um und nahm ihn fest in die Arme. „Ich bin so froh, dass ich jetzt Bescheid weiß, Severus, ich wollte nie glauben, dass du einer von denen bist. Ich verspreche dir, ich tue alles, was ich kann, um deine Tarnung aufrechtzuerhalten. Sie ist schrecklich dünn; wenn sie aufwacht, versuche, sie dazu zu bringen, dass sie etwas Suppe isst. Hühnchen und Kartoffeln, nichts zu Schweres. Sie muss monatelang gehungert haben."
„Sicherlich, Poppy. Du hast meine Dankbarkeit."
Hermione erwachte nicht lange, nachdem die zwei Hexen weggegangen waren. Sie hustete und schnappte nach Luft und bemühte sich, sich aufzusetzen.
„Wo … wo bin ich?"
In Sekundenschnelle war er an ihrer Seite; er wollte sie halten, skeptisch, wie sie reagieren würde. „Schschh, du bist in Sicherheit, du bist in Hogwarts."
„Wer … Professor Snape?"
„Severus."
Irgendwie streckten sie nacheinander die Arme aus, und sie klammerte sich an seine Arme, während sie weinte. Schließlich landete er auf dem Bett sitzend, und sie saß fast auf seinem Schoß. Es fühlte sich richtig an. Sie war in Sicherheit. Sie war hier. „Du bist hier in Ottergestalt angekommen, schwer verletzt. Ich habe dich zusammen mit Poppy und Minerva geheilt." Er sprach undeutlich in ihre Haare, die trotz Poppys Reinigungszaubern noch immer verfilzt und schmutzig waren.
„Bellatrix … sie war es", sagte sie und weinte dabei. „Es tat so weh, aber ich habe nicht … ich habe ihr nichts gesagt, Severus."
„Möchtest du schlafen?" fragte er, weil er nicht wusste, wovon sie redete. Es war nicht wichtig.
Sie schüttelte langsam den Kopf. „Ich fühle mich verdreckt, und ich habe so lange nicht gegessen. Ich muss zu den anderen zurück. Ich weiß nicht, was passiert ist."
Er erhob sich vom Bett und streckte eine Hand nach ihr aus. „Komm, geh zuerst duschen."
Sie klammerte sich an ihn, um das Gleichgewicht zu halten, während er sie in das private Badezimmer des Schulleiters geleitete, eine völlig überladene, barocke Extravaganz, komplett mit Putten und zu viel Gold. In die weiße Marmorwanne passten wahrscheinlich mindestens sechs Personen gleichzeitig, oder ein Otter, wenn es sich ergeben sollte. Ein lautloses Kommando füllte sie mit heißem Wasser, parfumiert mit Lavendelöl und anderen, beruhigenden und heilenden Kräutern. Bei dem Anblick wurde sie munter und warf ihm sogar ein schüchternes Lächeln zu. Er hatte den Verdacht, dass ihr innerer Otter beim Anblick von so viel Wasser vor Freude auf und ab hüpfte.
„Ich beschuldige Albus dieser Monstrosität", sagte er und hob eine Augenbraue in ihre Richtung. Er zeigte ihr, wo die Handtücher waren, und bat Dipsy, sich ihrer Kleidung anzunehmen.
Sie rief aus dem Badezimmer nach ihm, als Dipsy ihr geholfen hatte, sich abzutrocknen, und ihre Kleider mit hinunter zu den Elfen genommen hatte, um sie notdürftig zu säubern. Sie war in seinen schwarzen Bademantel gehüllt, der viel zu groß für ihre schmale Gestalt war. Er führte sie zu einem kleinen Tisch im Wohnzimmer, wo Dipsy schnell und effizient für eine Schüssel Suppe gesorgt hatte, reichhaltig und warm, aber nicht zu schwer für ihren geschrumpften Magen.
„Vorsichtig, iss nicht zu schnell", ermahnte er sie, als sie die Schüssel betrachtete, als hätte sie einen Monat lang kein Essen gesehen.
„Ich weiß, es riecht köstlich ", murmelte sie und begann langsam und bedächtig zu essen.
Dipsy hatte außerdem noch Tee und ein Sandwich für Severus gebracht. Augenscheinlich dachte die Elfe, dass er nicht genügend aß. Vielleicht hatte sie recht.
„Ich weiß, du hast Fragen", sagte er ruhig, als sie fertig gegessen hatte. „Die hast du immer."
„Ich muss zurück", sagte sie zögernd. „Ich … natürlich habe ich Fragen, aber jetzt ist nicht die rechte Zeit, und ich bin zu müde. Es ist nur … Bist du zum Zelt gekommen, als wir im Forest of Dean waren?"
Er nickte zögernd, und sie lächelte ihn strahlend an und erhellte den ganzen Raum damit.
„Ich wusste es, am nächsten Morgen fand ich einen Vorrat an Tränken und dein Taschentuch neben meinem Kissen. Ich konnte nicht verstehen, wie sie dorthin gekommen waren. Du hast damals das Schwert von Gryffindor dagelassen, damit Harry es finden konnte?"
„Hermione. Dies ist gefährliches Wissen, für mich, für dich. Das verstehst du sicher?"
Hermione lächelte ihn an, obwohl ihre Augen wässrig wurden. „Danke. Ich werde es niemandem erzählen, nicht einmal Harry, versprochen."
„Bleib wenigstens über Nacht, kehre morgen zurück", bat er. „Hast du immer noch den Zeitumkehrer?"
Mit einem Gähnen und einem Nicken stimmte sie zu. Er lieh ihr ein altes Rolling-Stones-T-Shirt, und sie ging ins Bad, um sich umzuziehen. Als sie herauskam, sah sie ganz bezaubernd aus in seinem T-Shirt, das ihr fast bis zu den Knien reichte, und sie zappelte, offensichtlich im Gedanken an etwas.
„Ja?" fragte er, als er sich dafür wappnete, weg in sein eigenes, monströs großes Bett zu gehen.
„Äh, es wäre so schön, einmal sicher schlafen zu können, deshalb habe ich daran gedacht, den Zeitumkehrer zu verwenden, aber dann kann ich nicht hier drin …" sagte sie und verstummte errötend.
„Ich verstehe", sagte er und führte sie ins Schlafzimmer, das genauso üppig wie der Rest von Albus' Wohnung war. Er hatte all die mysteriösen Vorrichtungen, die in unregelmäßigen Abständen tickten, rotierten und klopften, entfernen müssen, aber er hatte sich nicht die Mühe gemacht, die Möbel oder die dunkelroten, flauschigen Teppiche zu verändern.
Sie verschwand fast zwischen den Laken und Kissen. „Könntest du bei mir bleiben?" fragte sie mit leiser Stimme.
Er zog eine Augenbraue hoch, nickte aber und ging sich umziehen. Sie rutschte auf die Seite und setzte sich im Bett auf, als er aus dem Bad zurückkam, mit einem T-Shirt und Schlafhosen bekleidet. Er hatte nicht annehmen wollen, dass sie genau das meinte. Sogar in einem Sessel neben dem Bett zu sitzen, während sie schlief, wäre dem vorzuziehen, in seinem eigenen, zu großen Bett ganz allein zu bleiben. Zu seiner Überraschung zog sie den Zeitumkehrer, den sie um den Hals trug, hervor und bedeutete ihm näherzukommen, damit sie ihn auch um seinen Hals legen konnte, ehe sie den Einstellring drehte, um sie beide einige Stunden zurückzuschicken.
Zögernd ließ er sich neben ihr auf dem Bett nieder, sorgsam darauf bedacht, Abstand zu halten, aber sie kuschelte sie genauso an ihn, wie sie es normalerweise als Otter tat, und seine Arme legten sich automatisch um sie. Sie passte genau richtig in seine Arme, und er schlief besser, als er es fast ein Jahr lang getan hatte.
Viel zu früh am nächsten Morgen hob er die Anti-Apparier-Zauber in seinem Turm auf, damit sie nach einem ruhigen Frühstück und einer weiteren Untersuchung durch Poppy aufbrechen konnte.
„Sei vorsichtig", sagte er. Es genügte nicht, war nicht alles, was er sagen wollte, aber Worte fühlten sich unzureichend an.
Mit großen Augen, die bereits gehetzt und weit weg erschienen, sah sie zu ihm auf. „Du auch. Sei auf der Hut vor Nagini, wir glauben, sie ist mehr, als sie zu sein scheint, sie muss getötet werden, ehe wir Vo- den Dunklen Lord erledigen können."
Mit einem kaum hörbaren Plopp war sie weg, und er fuhr fort, für einen weiteren Tag seinen Pflichten nachzugehen, aufrecht gehalten von dem Wissen, dass sie zumindest für den Moment sicher war, und dass einige seiner Lasten nun von anderen mitgetragen würden.
