Hi!
Ich schalte mich nur ungern dazwischen, aber hier fange ich an auch aus Jaspers Sicht zu schreiben. Das wird in den nächsten Kapiteln noch weiter gehen und ich wollte euch nur vorwarnen. (Ich hab die Kapitel, oder Absätze immer gegenzeichnet: Jaspers Sicht / Alice Sicht. Damit ihr nicht durcheinander kommt.)
Viel Spaß, weiterhin.
Meerlia
Kapitel 7
Jaspers Sicht
Ich setzte mich auf meinen Platz und wartete auf den Lehrer, als ich wieder die gleichen Gefühle wahr nahm, wie in der Cafeteria. Verwundert schaute ich zur Tür und sah sie.
Ihre schwarzen Haare waren kurz geschnitten und umrahmten ihr Gesicht wie ein dunkler Heiligenschein. Die blauen Augen im blassen Gesicht schienen ihre Umgebung nicht wahr zu nehmen.
Sie beachtete mich nicht, als sie zum Lehrer ging, um ihren Laufzettel unterschreiben zu lassen und auch nicht, als sie sich auf den einzigen freien Platz neben mich setzte.
Erst als sie alle Unterlagen auf dem Tisch liegen hatte, schien sie mich zu bemerken. Eine Welle von Gefühlen ging von ihr aus und mir wurde klar, dass auch sie die Mittagspause nicht vergessen hatte.
Ich saß neben Victoria am Tisch und unterhielt mich mit meinen Geschwistern, als ich die Gefühle das erste mal wahr nahm. Eine Mischung aus Unbehagen und erkennen glitt zu mir und ich drehte mich neugierig um. Da sah ich die Neue das erste Mal und sie musterte Victoria. Wut stieg in mir hoch, auch wenn ich nicht genau wusste wieso. Warum galt ihr Blick Victoria?
Edward musste meine Gedanken gehört haben, denn er wandte den Blick ebenfalls zu dem fremden Mädchen und beinahe sofort spülte eine Welle der Wut über mich hinweg.
Das Mädchen vor ihr ging über einen Umweg zu ihrem Tisch, der sie an den Cullens vorbei führte und als die Schwarzhaarige ihr folgte konnte ich hören, wie sie Edward anzischte. „Halt dich gefälligst aus meinem Kopf raus, verstanden?"
Alle starrten ihr verblüfft hinterher. Woher wusste sie von Edwards Gabe? Wusste sie vielleicht noch mehr?
Ich musterte sie genau, während ich an die letzte Begegnung dachte. Als Zettel ausgeteilt wurden hörte ich sie mit den Zähnen knirschen. Auch ich las den Zettel und musste lächeln. Wir sollten in Zweierteams arbeiten.
„Da du jetzt gezwungen bist mit mir zu reden, würdest du mir eine Frage beantworten?" Zumindest konnte ich versuchen ihr Misstrauen gegenüber meiner Familie zu zerstreuen. „Erfahre ich vielleicht erst mal deinen Namen?"
Sie schien meinen sanften Ton gar nicht zu bemerken und antwortete bissig. Irgendwie weckte das meinen Erdgeiz. Ich wollte, dass sie mit mir redete, ohne, dass ich ihre Gefühle manipulieren musste. Also versuchte ich es mit ein bisschen mehr Diplomatie. „Verzeihung Ma`am. Mein Name ist Jasper Hale."
Ich konnte ihre Verwirrung spüren und lächelte, dann redete ich einfach weiter. „Die meisten denken ich würde ebenfalls Cullen mit Nachnamen heißen, so wie meine Adoptiveltern." Ich sah ihr Nicken. Sie hatte mich also verstanden. Wenigstens hörte sie zu. Wieder ertappte ich mich dabei, wie ich sie betrachtete doch erst ihre Frage riss mich wieder zurück. „Du wolltest mir eine Frage stellen?" Während sie sprach schaute sie nicht einmal von ihrem Aufgabenzettel auf. „Ich nehme an, dass du mir die Frage damit gestattest?" Vorsichtshalber fragte ich noch mal nach und fühlte mich betätigt, als ich ihre Ungeduld spürte.
„Wieso bist du wieder in Forks? Und bitte die Wahrheit." Endlich sah sie mich an. Überrascht schaute sie mir direkt in die Augen. Mir wurde klar, dass ich nur durch Edward und der durch ihre Gedanken wusste, dass sie aus Forks kam. Ich fürchtete bereits, sie würde mir nicht antworten, als sie sprach. „Wenn ich die Wahrheit sage, bekomme ich dann auch eine ehrliche Antwort?" Perfekt. Eine Frage würde ich leicht beantworten können, auch wenn ich vielleicht lügen musste. Ich nickte und schaute sie weiter an.
„Meine Mutter hält mich für verrückt und hofft, dass mein Vater mich einweist, damit ich nicht sauer auf sie bin." „Du wolltest ehrlich sein." Das rutschte mir einfach so raus, dabei wusste ich, dass sie nicht gelogen hatte. Sie lachte kurz leise auf und schaute wieder auf den Zettel vor ihr. „Das war die Wahrheit. Nun ich bin dran. Wann genau seit ihr nach Forks gezogen?"
Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Diese Frage konnte sie jedem stellen, der in Forks herumlief. Eine glückliche Wendung, dass ich sie nicht anlügen musste, dachte ich mir und antwortete ohne zu zögern. „Das war dann wohl vor genau drei Jahren und zwei ein halb Wochen."
Ihre Reaktion brachte mich aus dem Konzept. Sie wurde kreidebleich und ihre Gefühle schienen in einer Explosion des Schocks unterzugehen. Fahrig stopfte sie ihre Sachen in die Schultasche und rannte aus dem Zimmer.
Ich konnte ihr nur verwundert hinterherschauen und versuchen das Getuschel der anderen Schüler zu ignorieren.
