"Mum, was geht hier vor? Warum sind wir in St Mungos? Mum!" Damien versuchte nicht in Panik auszubrechen, aber die Tränen, die gerade in den Augen seiner Mutter auftauchten und ihr gebrochener Atem, jagten Damien furchtbare Angst ein.
„Damien... komm ei..einfach mit mir...", schaffte Lily hervorzuwürgen. Sie nahm die Hand ihres Sohnes und führte ihn zu den Aufzügen auf der anderen Seite der Halle.
„Es ist dein Vater, Damy. Er ist verletzt worden letzte Nacht."
Damien spürte seine ganze Welt in sich zusammenstürzen. Sein Vater war schon früher verletzt worden, ein Berufsrisiko bei einem Auroren, aber er war noch nie in der „Station für schwere Verletzungen verursacht durch illegale Flüche" gelandet. Er hatte auch seine Mutter noch nie so aufgelöst gesehen und das ließ ihn ahnen, dass sein Vater dieses Mal schwer verletzt worden war.
„Was ist passiert?", fragte er, als sie sich auf den Weg in den siebten Stock machten. Sie waren allein im Lift.
„Er war gestern Abend im Einsatz und ist in einem Duell verletzt worden." Lily tat ihr bestes um ihre Stimme ruhig zu halten. Es war nicht fair Damien noch mehr aufzuregen, als er ohnehin schon war.
„In welchem Einsatz?", fragte Damien, wissend, dass seine Mutter die wirkliche Frage verstehen würde. Auror oder Orden.
„Das zweite.", sagte sie, da sie das Wort „Orden des Phönix" niemals aussprachen, solange sie sich außerhalb von schützenden Mauern aufhielten. Sie wusste, dass Damien den Orden als James zweiten Beruf bezeichnete.
Damien ballte die Faust und zwang sich dazu langsam auszuatmen. Er hasste den Orden. Immer riskierte er irgendjemands Sicherheit ohne gute Absicherung, und diesmal war es sein Vater, der den Preis dafür zahlen musste. ´
Die Türen gingen auf und Lily und Damien eilten aus dem Aufzug und rannten zu Zimmer fünf. Sie waren überhaupt nicht überrascht, einen sehr müde und unordentlich aussehenden Sirius neben James sitzen zu sehen. Damien seufzte erleichtert auf, als er seinen Vater sah, der im Bett saß und sich angeregt mit Sirius unterhielt. Er sah wirklich blass aus und erhatte einen dicken Verband um die Brust, wie Damien erkennen konnte, da sein Vater sein Schlafanzugoberteil aufgeknöpft hatte. Davon abgesehen, dass er erschöpft wirkte, schien James in Ordnung zu sein.
James blickte auf und als er die beiden Neuankömmlinge sah breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht auf. Sirius sah auch aus, als ob er in der Hölle gewesen und wieder zurückgekommen war, doch auch auf seinem hübschen Geicht breitete sich ein Lächeln aus, als er seinen Kleinen Damien sah.
„Hey Leute, kommt rein.", rief James und streckte seine Hand aus um Lilys zu ergreifen, die zu seiner Seite geeilt war. Damien stand immer noch an die Tür gelehnt da und versuchte sein klopfendes Herz von dem Anblick von Sirius und seinem Vater, so zugerichtet, zu beruhigen.
„Hey Kleiner, komm schon rein.", winkte Sirius und gab ihm ein schiefes Grinsen.
Damien trat langsam ein und setzte sich neben seinen Dad.
„Ach kommt schon Leute. Kopf hoch, mir geht es gut.", versuchte James seine Frau und seinen Sohn davon abzubringen, auszusehen, als wäre er bereits tot und sie gerade bei seiner Beerdigung.
„Dir geht es gut? Das nennst du gut! Gott, James du hättest getötet werden können, du..." Lily brach plötzlich ab und blickte zu Damien, der aufgewühlt dastand und das blaue Kringelmuster auf der Tagesdecke mit den Augen nachfuhr.
„Damien, es tut mir leid, ich hätte dich nicht einfach so aus der Schule zerren dürfen. Ich habe nur gerade über deinen Dad erfahren gehabt und habe einfach reagiert ohne nachzudenken."
Damien blickte zu seiner Mutter auf
„Du hast das richtige getan, Mum. Ich hätte es dir nie verziehen, wenn du mich nicht hierher mitgebracht hättest. Schrei einfach Dad nicht so an. Er sieht aus, als wäre er durch die Hölle gegangen."
„Oh danke mein Sohn, das werde ich mir merken.", lachte James und versuchte dabei eine beleidigte Miene aufzusetzen.
„So, werdet ihr beiden uns jetzt erzählen was euch passiert ist?", fragte Damien, obwohl er die Antwort schon wusste.
„Kann nicht Kleiner, top secret und so, ich bin sicher du verstehst das.", antwortete Sirius in beinahe gelangweiltem Tonfall, den er immer benutzte, wenn Damien Fragen stellte, die den Orden betrafen.
Damien blickte zu seinem Vater: „Wirst du es mir erzählen, Dad?"
James lächelte ihn niedergeschlagen an.
„Wirklich, mein Junge, es ist total langweiliges Zeug, überhaupt nicht interessant."
Damien schnaubte leicht und lehnte sich zurück, die Arme über der Brust verschränkt.
Einige Minuten später trug ihm seine Mutter auf, zum Speisesaal im neunzehnten Stock zu gehen um dort ein paar Erfrischungen zu holen. Damien stand auf und ging, ziemlich erleichtert dem langweiligen Gerede zu entkommen. Als er weg war, belegte Lily den Raum mit einem Schweigezauber und nahm sich Sirius und James zur Brust.
„Okay, spuckt es endlich aus. Was ist letzte Nacht passiert? Wie ist das alles aus der Kontrolle geraten?"
James und Sirius sahen beinahe verlegen aus.
„Ich schätze, man kann es nicht anders sagen, aber wir... wir haben irgendwie unseren Feind unterschätzt.", antwortete ein tomatenroter Sirius.
„Was meinst du mit unterschätzt? Waren zu viele Todesser da? Wie viele waren es?", fragte Lily und versuchte sich, fünf Auroren gegen eine Armee von fünfzehn oder mehr Todessern kämpfend, vorzustellen. Das würde die Verletzungen sicherlich erklären.
„Ähm... einer.", antwortete James, wobei er Lilys Blick auswich.
„Einer.", wiederholte Lily.
„Ja, einer.", antwortete James und Sirius zusammen.
„Okay. Ich verstehe nicht, wie ein Todesser gegen fünf Auroren kämpfen kann und zwei davon so verletzt hat, dass sie ins Krankenhaus müssen.", fragte sie, langsam ziemlich genervt.
„Drei.", antwortete eine leise Stimme, die überraschenderweise Sirius gehörte.
„Wie bitte." Lily war genervt und sie schämte sich ein bisschen.
„Na Kingsley ist hier mit James und mir"
„Warte mal, Kingsley Shacklebolt, der große Typ, mit dem selbst drei Todesser nicht fertig werden ist auch verletzt?", Lily fing an, die Fassung zu verlieren.
„Was um Himmels Willen ist passiert?"
„Dieses verdammte Kind ist passiert.", schnappte Sirius, der ganz offensichtlich Probleme hatte sein Versagen zu verkraften.
„Das Kind, welches Kind? Oh mein... dieser eine Todesser...der, der euch das angetan hat... war... war es der Dunkle Prinz?" Lily betete im Stillen, dass der Grund, warum ihr Ehemann und zwei seiner Aurorkollegen in St. Mungo´s waren, nicht ein fünfzehnjähriger Junge war.
„Ja", antwortete James.
„Lily blickte von einem zum anderen. Sie waren berühmt für ihre Streiche. Vielleicht war das nur ein Scherz um Lily zu ärgern. Und er funktionierte.
„Bitte erklärt mir das, bevor ich vor Schock zusammenbreche.", sagte Lily und hoffte, dass das alles nicht mehr war, als ein dummer Scherz.
„Gut, erinnerst du dich an alles, was Pierce bei dem Treffen erzählt hat? Dass der Junge ein Wunder im Duellieren ist und dass er praktisch unmöglich zu schlagen ist? Nun, er hat nicht gelogen. Man hat den Jungen zeitweise nur verschwommen gesehen. Er hat sich so schnell bewegt, dass es unmöglich war seine nächste Bewegung vorherzusehen.", antwortete James.
„Und er hat sich nicht nur wie ein Zauberer duelliert, sondern hat uns auch mit der Muggelmethode fertiggemacht. Ehrlich Lily, das war total verrückt. Der Sohn des Dunklen Lords hat Muggeltechniken angewandt um mit uns zukämpfen.", informierte Sirius Lily, der der Mund offen stand.
„Und er war nicht im geringsten eingeschüchtert, dass er fünf ausgewachsenen Auroren gegenüberstand. Er hat uns einfach fertig gemacht.", sagte James, ein zarter Hauch von Röte war auf seinem blassen Gesicht zu sehen.
„Was,... was ist mit Pierce. Was ist mit ihm passiert?", fragte Lily, obwohl sie sich schon vor der Antwort fürchtete.
James´ Miene verfinsterte sich und ein Schatten von Zorn legte sich über seine haselnussbraunen Augen.
„Er hat ihn getötet. Direkt vor meinen Augen.", wisperte er Lily zu, die hörbar nach Atem rang und sich die Hand vor den Mund schlug.
„Oh James, es tut mir so leid.", sagte sie als sie seine Hand ergriff und sie zärtlich massierte.
„Er war so mächtig Lily, ich konnte überhaupt nichts gegen ihn ausrichten. Er hat mich, ohne seinen Zauberstab zu benutzen, durch die Luft geschleudert und wie er Pierce erledigt hat... es war so kalt, er hat ihn einfach umgebracht, absolut sorglos, keine Reue nichts!" James sah auf zu Lily und sah den Kummer in ihren grünen Augen. Er wusste, es war nicht Kummer über Pierce, sondern für ihn, James, da er die Aufgabe gehabt hatte Pierce zu beschützen und dabei kläglich gescheitert war.
„Das wirklich seltsame an dem Kind war, dass irgendwas an ihm überhaupt keinen Sinn ergeben hat."
„Was meinst du?", fragte Lily, als James seinen Blick wieder von ihr abwandte. Selbst Sirius lehnte sich näher heran, weil er mithören wollte.
„Er, er hat nur, ich weiß nicht, er hat in mir nur so ein beunruhigendes Gefühl ausgelöst. Wie, wenn er gekämpft hat, zum Beispiel, er hat nie die Unverzeihlichen Flüche angewandt, sondern nur Standardsprüche, wie Incendio oder Stupor. Bis auf Pierce hat er nicht einmal jemanden getötet. Das macht einfach keinen Sinn. Todesser gehen immer nach den Zahlen. Sie töten und foltern so viele sie können. Aber dieses Kind hat uns nur ausgeschaltet und ist dann sofort zu Pierce. Er hat keine anderen Todesfälle verursacht."
„Aber er hätte beinahe.", warf Sirius mit einem Nicken in Richtung James ein.
„Du hattest nur Glück, dass der Dolch, den er geworfen hat, ein paar Zentimeter über deinem Herz war, sonst..."
„Ich weiß, aber das ist es ja gerade. Er wollte mich überhaupt nicht verletzen. Er hat mir um die dreimal gesagt, dass ich aus dem Weg gehen solle. Er hat nur zurückgeschlagen, nachdem ich ihn angegriffen habe. Ich meine ich habe ihm einen ordentlichen Schnitt verpasst..."
„Warum auf alles in der Welt, machst du Entschuldigungen für ihn?", rief Lily.
„Er hat versucht dich umzubringen und du redest so daher, als wäre er dazu gezwungen gewesen das zu tun.", fügte ein gereizter Sirius hinzu.
James schloss seinen Mund und senkte den Kopf. Warum versuchte er Entschuldigungen zu finden? Er hatte den Zorn in den Augen des Jungen gesehen. Er wusste, dass der Junge ihn angegriffen hatte mit der Absicht zu töten, aber irgendetwas in ihm wollte das einfach nicht glauben. Außerdem war da die Tatsache, dass der Junge ihm irgendwie bekannt vorkam. James hatte keine Ahnung, wie das sein konnte, aber er fühlte, dass er ihn von irgendwoher kannte. Diese Augen und diese Stimme schienen so vertraut. Er wollte es sich selbst nicht eingestehen, aber die Stimme erinnerte ihn an Damien. Allerdings hielt er das vor Sirius und Lily zurück. Er wollte nicht verrückter klingen, als er es sowieso schon tat. Er seufzte.
„Ich schätze, ich will einfach nicht wahrhaben, dass ein Kind so böse sein kann.", sagte er zu ihnen.
Lily spendete ihrem Ehemann Trost und Sirius blickte zu Boden, tief in Gedanken versunken. Er verstand, was James meinte. Es war nicht nur beunruhigend sondern auch ein wenig herzzerreisend, ein so junges Kind im Gefecht und einem anderen so gnadenlos das Leben nehmen zu sehen.
„Bevor sie noch irgendetwas anderes sagen konnten, kam Damien mit einigen Erfrischungen in den Händen. Er sah, wie seine Mutter die Arme um seinen Vater, der richtig niedergeschlagen aussah, gewickelt hatte und seinen Onkel Sirius, der äußerst bestürzt aussah.
„Ist alles in Ordnung?", fragte er, als er alle Bonbons auf das Bett seines Vaters kippte.
„Jetzt, da du Schokofrösche und Brausebonbons gebracht hast, schon.", sagte sein Vater während er sich von jeder seiner Lieblingssüßigkeiten eine nahm und Damien dabei ansah, als wäre er der Weihnachtsmann.
„Damien seufzte, riss selbst eine Schokofroschpackung auf und beobachtete, wie der Frosch auf dem Bett seines Vaters auf und ab hüpfte. Ehrlich, er glaubte nicht, sein Vater würde jemals erwachsen werden.
Harry lächelte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, als er dem blonden Jungen dabei zuhörte, wie er ohne Atem zu holen, darüber sprach, was er in der Schule alles anstellte. Er und Draco Malfoy waren die besten Freunde seitdem sie acht Jahre alt waren. Harry war diesen Morgen von einem anderen Auftrag nach Hause gekommen nur um Draco wartend vorzufinden. Harry war immer froh jemanden in seinem Alter zum zu haben, mit dem er reden konnte. Deshalb hatte Draco auch schon seit über eine Stunde über alle Leute, die er vermöbelt hatte oder bei denen er es irgendwie geschafft hatte sie in Schwierigkeiten zu bringen.
„... und dann ist dieser Schwachkopf Hagrid gekommen und hat das dumme Kind gerettet, bevor es zertrampelt wurde, aber es war trotzdem lustig das Chaos mit anzuhören.", endete Draco und gab Harry einen selbstgefälligen Blick.
Harry gab Draco weiterhin interessiertes Lächeln.
„Was?", fragte der blonde Junge.
„Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr du Lucius ähnelst.", bemerkte Harry.
Er beobachtete wie der blonde der Junge die Nase rümpfte und ihn wütend anstarrte.
„Tu ich nicht. Warum sagst du das?"
„Weil ihr beide es liebt, zu jeder Zeit das komplette Chaos zu verursachen, ohne irgendetwas tatsächlich zu planen. Ihr rennt blindlings in alles hinein und fallt als Ergebnis immer auf die Schnauze."
Harry lächelte, als seine Beleidigungen Wirkung zeigten und Dracos blasses Gesicht ein wenig Farbe annahm. Er liebte es ihn zu beleidigen. Draco schaffte es ihn anzuknurren und zuckte leicht mit den Schultern.
„Wie auch immer, Harry. Du weißt nichts über die Hälfte der Dinge, über die du redest. Ich plane immer alles. Ich bin ein wahrer Slytherin, weißt du. Der Sprechende Hut hat nicht einmal meinen Kopf berührt, bevor er mir Slytherin ins Gesicht geschrieen hat."
Harry lächelte erneut, aber dieses Mal lag auch ein bisschen Traurigkeit darin. Harry wusste, warum er keine normale Erziehung haben konnte, er wollte auch keine normale Erziehung, aber er vermisste die Tatsache, dass er nicht zur Schule gehen durfte und keine normale Schulzeit haben konnte.
Er hörte sich immer Geschichten über Hogwarts von Draco an. Selbst wenn Draco darauf bestand, dass es bergab ging und dass es nicht halb soviel Spaß war, wie es sein könnte, „wenn bloß diese dreckigen Schlammblüter und Schlammblut-Liebhaber nicht wären...", konnte Harry erkennen, dass Draco sehr an Hogwarts hing. Harry wusste, seit er mit den Aufträgen seines Vaters begonnen hatte, dass er nie die Erfahrung machen würde, nach Hogwarts zu gehen, was ihn aber nicht davon abhalten würde, sich danach zu sehnen.
„Ich wünschte, ich könnte mit dir gehen, bei deinen Aufträgen.", seufzte Draco.
Harry schnaubte und warf Draco einen komischen Blick.
„Du, in einem Kampf! Das würde ich gerne sehn.", sagte Harry und im Stillen liebte er den Ausdruck der Ungläubigkeit, der auf dem Gesicht seines Freundes erschien.
„Was! Warum nicht? Ich bin gut im duellieren.", antwortete er in würdevollem Ton.
„Du würdest vermutlich ständig deinen Gegner fragen, ob deine Frisur noch richtig sitzt.", lachte Harry und Draco warf ihm einen dreckigen Blick zu.
„Es ist kein Verbrechen gut auszusehen, aber du hast davon natürlich keine Ahnung. Wann war das letzte Mal, dass du versucht hast diesen Wischmob, den du deine Haare nennst, zu frisieren.", fragte Draco während er Harry halbherzig anfunkelte.
Harry zuckte nur mit den Schultern und fuhr sich mit der Hand durch sein Haar, als er antwortete.
„Nicht jeder achtet auf sein Aussehen so sehr, wie du, Draco."
Harry lehnte sich zurück und beobachtete wie sein bester Freund nach einer passenden Beleidigung suchte, die er zurückfeuern konnte. Bevor er jedoch irgendetwas sagen konnte, wurde die Tür geöffnet und Bella kam herein, dicht gefolgt von Lucius Malfoy.
Beide Jungen standen auf und begrüßten die Neuankömmlinge. Lucius hatte Harry gekannt seit er zu Lord Voldemort gekommen war und mit den Jahren hatte er ein wachsendes Mitgefühl für den Teenager mit den rabenschwarzen Haaren entwickelt. Er war sehr stolz darauf, dass Draco der beste Freund des Erbens des Dunklen Lords wurde, da ihm dies Erfolg in der Zauberwelt einbringen würde, wenn diese erst einmal unter seiner Kontrolle war.
Er wusste, das Harry Draco schon oft vor dem Dunklen Lord gerettet hatte, da Dracos Arroganz und seine Tendenz zu Regelbrechen schon oft für peinliche Zwischenfälle verantwortlich gewesen war. Glücklicherweise hatte die wachsende Freundschaft der beiden Jungen das Leben der Malfoys sehr einfach gemacht, und sie waren, wenn das überhaupt möglich war, noch arroganter und unangenehmer geworden.
„Ich muss sage, Dunkler Prinz, dass das eine ziemlich gute Vorstellung heute war. Du hast das gesamte Team fast eigenhändig ausgeschaltet.", bemerkte Lucius Malfoy.
Harry lächelte den älteren Malfoy an und antwortete:
„Das sagt nicht viel über den Rest der Todesser." Er beobachtete, wie seine Worte ihre Wirkung entfalteten und Lucius Malfoys graue Augen sich leicht verengten.
Harry hatte ihn gerade beleidigt, aber es gab nichts, das Lucius sagen konnte, außer, dass, was Harry gesagt hatte, tatsächlich wahr war. Wenn ein Junge ein ganzes Team des Ordens des Phönix eigenhändig ausschalten konnte, dann sollten die Todesser in der Lage sein ihn zu toppen.
Bevor Malfoy antworten konnte hörte er eine hohe, kalte Stimme hinter ihm.
„Ich muss sagen, dass ich zustimme."
Die vier Personen, die sich im Raum befanden, drehten sich alle zu der Quelle des Geräusches um. Drei von ihnen fielen sofort auf die Knie. Harry blickte mit Abscheu auf sie hinab. Er hatte dieses „gehorcht mir und verhaltet euch, als wäre ich euer Gott" – Gehabe nie sehr anziehend gefunden. Schon der Gedanke daran, dass die Leute das bald mit ihm machen würden, machte ihn leicht befangen.
„My Lord, ich entschuldige mich zutiefst für die unwürdige Art unseres Verhalten. Ich versichere Euch, Meister, dass in Zukunft..." Lucius Malfoy wurde mitten im Satz durch Lord Voldemorts erhobene Hand unterbrochen.
„Genug." Er sah direkt auf die Malfoys und Bella hinab.
„Geht, sofort.", befahl er ihnen und die drei krabbelten wortwörtlich zur Tür, um als erster draußen zu sein. Lord Voldemort stoppte, den sehr bleich und verängstigt wirkenden Draco Malfoy, gerade bevor er zur Türe hinausgegangen war, und musterte ihn angeekelt von oben bis unten.
„Malfoy Junior. Ich habe gehört, dass du für die Ferien nach Hause gekommen bist. Ich möchte dich daran erinnern, dass dies nicht dein Zuhause, deshalb will ich dein Gesicht hier nicht mehr sehen." Er machte eine kurze Pause du blickte zu Harry hinüber, der das ganze mit einem neugierigen Gesichtsausdruck verfolgte.
„Du darfst dich nur hier aufhalten, wenn Harry wünscht, dass du hier bist, wenn nicht, dannn halte dich von hier fern. Hast du mich verstanden?"
„J... Ja, Meister.", würgte Draco hervor, bevor er sich eilendst davonmachte und sich nicht einmal umdrehte um zu sehen, wie Harry Lord Voldemort wütend anstarrte.
Als der Raum leer war drehte Lord Voldemort sich zu Harry um, der ihn immer noch wütend anstarrte. Harry war nie respektlos seine Vater gegenüber, wenn jemand anderer anwesend war; dafür wartete er, bis sie allein waren.
„Was?", fragte Lord Voldemort, da Harry ihn immer noch eisige Blicke zuwarf.
„Ich behandle deine Freunde nicht so.", war Harrys Antwort, seine Augen immer noch in die rubinroten starrend.
„Das ist, weil ich keine Freunde habe, ich brauche sie nicht, und du auch nicht, vor allem keine nichtsnutzigen Feiglinge, wie den jungen Malfoy."
Harry verschränkte die Arme über der Brust und blickte seinen Vater an.
„Ich brauche Malfoy nicht, aber es nett mit jemanden zu sprechen, der nicht Jahrzehnte älter ist, als ich."
Lord Voldemort lächelte über Harrys Bemerkung und ging hinüber zu ihm. Er legte Harry beide Hände auf die Schultern und stand für einen Moment einfach über ihm. Harry sah zu seinem Vater auf und fühlte, wie sich ein Teil seines Zorns in Luft auflöste. „Er macht das immer nur mit einem Blick", dachte Harry, als er in das Gesicht seines Vaters blickte.
„Warum hast du ein Problem mit Draco?", fragte Harry jetzt mit viel ruhigerer Stimme.
„Ich habe überhaupt keine Probleme mit ihm. Ich bin nur der Meinung, dass er es nicht wert ist, in so enger Verbindung mit dir zu sein. Ich mag die respektlose Art nicht, mit der er zu dir spricht."
Lord Voldemort hatte viele Unterhaltungen der beiden mitangehört um zu wissen, wie Draaco Malfoy mit Harry sprach. Wie er ihn manchmal ärgerte oder sich sogar über ihn lustig machte. Es hatte Lord Voldemorts ganze Selbstbeherrschung und Harrys Einschreiten gebraucht, dass Draco Malfoy immer noch seine ganzen Körperteile intakt hatte.
„Ja, aber das ist eine Sache zwischen mir und Draco.", seufzte Harry, der es Leid war mit seinem Vater zu streiten. Er fragte sich, warum er überhaupt gekommen war. Es war ungewöhnlich, dass er einfach in Harrys Zimmer kam. Normalerweise lies Harry nach ihm schicken.
„Wie auch immer, warum bist du, gibt es etwas, das du brauchst?", fragte Harry ehrlich.
„Nein Harry, ich brauche nichts, ich bin nur gekommen um nach dir zu sehen." Lord Voldemort beobachtete, wie Harrys Miene sich verfinsterte.
Harry wusste, dass sein Vater wichtigere Dinge zu tun hatte, als nachzusehen, ob es ihm gut ging. Irgendetwas beunruhigte ihn und Harry hatte eine ziemlich gute Idee, was das war.
Harry hatte James Potter nicht getötet. Die Nachricht, dass James Potter sich wieder völlig erholt hatte und zurück bei der Arbeit war, hatte Voldemort erschüttert.
Harry holte tief Luft und blickte seinem Vater in die Augen.
„Stell einfach die Frage, für die du hergekommen bist, Vater.", sagte er langsam.
Sein Tonfall war nicht scharf sondern beinahe weich, als wie Voldemort zu drängen, einfach diese unangenehme Frage zu stellen und es hinter sich zu bringen.
Lord Voldemort beobachtete den schwarzhaarigen Teenager, der vor ihm stand, und fühlte, wie ihn ein Anflug von Furcht überkam. Er reinigte seinen Geist und stellte, die Frage, für die er hergekommen war.
„War es Absicht , Harry?"
Harry riss seinen Kopf zurück um seinen Vater anzusehen. Er wusste, dass er James Potter meinte, aber er fühlte, dass er die Frage nicht beantworten konnte. Er schaute wieder weg und versuchte seine wirren Gedanken zu ordnen, um seinem Vater zu antworten.
„Hast du ihn mit Absicht verschont?", fragte er und sah Harry mit seinen rubinroten Augen an, die seinen Zorn bei dem Gedanken unterdrückten.
Harry schien bestürzt zu sein.
„Wie kannst du so etwas sagen? Wie kannst du das überhaupt denken?", fragte Harry, der gerade noch den Zorn unterdrücken konnte, den er fühlte.
„Tja, Harry, er ist eben gerade dein wirklicher Vat..." Lord Voldemort wurde unterbrochen, als Harry seine Hände nach oben riss und einige Schritte von ihm wegtrat.
„Nein. Sag das nicht, ich glaube das nicht. Er bedeutet nichts für mich. Ich bin dein Sohn und nur dein Sohn. Ich werde niemals ein Potter sein!"
Harry zitterte jetzt vor Wut. Seine Hände waren zu Fäusten geballt, als er Lord Voldemort mit unterdrückten Tränen in den Augen anstarrte.
Lord Voldemort fühlte, wie er sich entspannte. Das hatte ihn gequält seit er erfahren hatte, dass James Potter Harrys Angriff überlebt hatte. Er spürte Harrys Ärger und Hass, den er gegen James Potter verspürte. „Perfekt", dachte er. Hätte Harry irgendwelche Anzeichen von Liebe oder Sorge für James Potter gezeigt, dann wäre die ganzen Pläne und die Zeit, die für Harry investiert worden war, umsonst gewesen. Lord Voldemort war drauf und dran den Krieg zu gewinnen und für keinen Preis würde er ihn jetzt verlieren. Er konnte es sich jetzt nicht leisten Harry zu verlieren, da Harry der Schlüssel dazu war, diesen Krieg zu gewinnen.
Er ging hinüber zu dem sich schüttelnden Harry und legte seine Hände auf seine zitternden Schultern.
„Harry, ich weiß das. Du wirst immer mein Sohn sein. Niemand wird dich je von mir wegnehmen. Es war nicht meine Absicht, dir weh zu tun." Er sah, wie Harry die Augen schloss und seinen scharfen Atem beruhigte. Er war erleichtert zu sehen, dass Harry es geschafft hatte sich selbst ein wenig zu beruhigen.
Er besah sich Harry und dachte, dass er erschöpft aussah. Er führte Harry zu seine Bett und befahl ihm sich hinzulegen und zu schlafen. Harry gehorchte stumm.
Harry beobachtete, wie sein Vater das Zimmer verlies und vergrub sein Gesicht sofort in den weichen Kissen. Seine Gedanken begannen zu rasen, als er darüber nachdachte, warum James Potter nicht von ihm getötet wurde. „Ich wollte definitiv nicht, dass er überlebt, oder." Er schüttelte seinen Kopf um diese Gedanken von sich zu bannen. Er beschloss, dass er wirklich ein bisschen Schlaf brauchte und erlaubte seinem müden Körper, sich zu entspannen. „Gut, ich werde einfach sichergehen, dass er das nächste Mal nicht überlebt." Selbst als Harry das dachte und im Schlaf versank, fühlte er eine Welle der Unsicherheit über sich hereinbrechen...
So, ihr wisst, wie das geht. Je mehr Reviews ich bekomme, desto mehr freue ich mich und desto mehr kann ich auch übersetzen (dazu braucht man nämlich gute Laune).
Also hinterlasst schön viele Kommentare.
Bis nächste Woche. (Ach und ich versuche das Kapitel dieses Mal an einem Tag hochzuladen, an dem kein Deutschlandspiel ist, also am Freitag, Samstag oder am Sonntag. Ich habe nämlich gemerkt, dass die Leute da nicht so gerne im Internet sind.)
