6. Die Falle
„Mine! Ich muss noch mal los. Marc, der Neue muss noch viel lernen, hat Mist gebaut. Jetzt muss ich den irgendwo raus holen. Also bis später, du brauchst nicht mit dem Abendessen auf mich zu warten." Harry gab Hermine einen flüchtigen Kuss warf sich seinen Umhang über und disapparierte.
Hermine seufzte und lief in das Schlafzimmer zurück um sich umzuziehen. Sie wollte diesen Abend noch ein wenig mit Harry in die Winkelgasse zum bummeln, aber daraus wurde jetzt wohl nichts. Dann gehe ich halt alleine, dachte sie trotzig. Sie warf sich ihren Umhang über, ging an den Kamin und nahm eine Priese Flohpulver aus der Kristallschale welche auf dem Kaminsims stand. Sie streute das Flohpulver in die Flammen, schritt hinein und rief Winkelgasse. Augenblicke Später landete sie im Kamin von Fred und Georges Laden Zauberhafte Zauberscherze.
Hermine umarmte Fred herzlich und erkundigte sich nach George. Fred erklärte, dass George nun die Filiale in Hogsmeade leitete und nur noch selten in der Winkelgasse vorbeischauen würde. Sie verabschiedete sich von Fred und trat auf die gewundene Gasse. Jetzt im Spätsommer blieb es lange hell und so waren noch viele Leute unterwegs ihre Einkäufe zu tätigen.
Hermine schlenderte ziellos durch die Gassen und genoss die warmen Strahlen der untergehenden Sonne. Sie blickte in das eine oder andere Schaufenster und besah sich die Auslagen. Bei Flourish und Blotts ging sie hinein, um sich das neueste Fachbuch Muggelheilkunde Scharlatanerie? zu besorgen. Als sie die Buchhandlung verließ hatte sie nicht nur dieses Buch sondern noch drei weiter Bücher gekauft.
Harry apparierte gerade auf einer verlassenen Straße als er die dunkel gekleidete Gestalt zwischen zwei Häusern sah. Schnell ging er in Deckung. Die Gestallt entpuppte sich als sein neuer Mitarbeiter Marc, der anscheinend Schwierigkeiten hatte. Er schleuderte immer wieder Flüche in eine schmale Gasse. Harry eilte zu ihm und übersah sich kurz die Lage. Am Ende der Gasse war ein mittelgroßer Patz auf dem sich viele Todesser versammelt hatten, die versuchten durch die Gasse auszubrechen. Harry erkannte sofort, dass sie zu zweit keine Chance gegen so viele Gegner haben würden und löste den Alarm aus, welcher den Rest seiner Abteilung rufen würde. Da Harrys Abteilung verdeckt arbeitete, hatte er jedem seiner Männer eine verzauberte Münze gegeben, mit deren Hilfe er sie jederzeit, ohne Aufsehen zu erregen, rufen konnte. Die Idee stammte von Hermine, als sie damals in ihrem fünften Schuljahr eine Möglichkeit suchten, sich unauffällig die Termine für ihr nächstes DA-Treffen zu schicken.
Es dauerte eine Weile doch dann füllte sich die Straße mit Harrys Leuten. Harry erklärte kurz die Lage und besprach das weitere Vorgehen. Seine Männer formierten sich vor der Gasse und warteten auf Harrys Zeichen.
Auf einmal war es totenstill. Nichts rührte sich mehr, kein Fluch war mehr zu hören. Harry sah in die Gasse, und konnte keinen Todesser mehr sehen. Sie schienen sich in Luft aufgelöst zu haben. Wahrscheinlich waren sie beim Auftauchen von Harrys Leuten geflohen und disappariert. Vorsichtig und mit dem Zauberstab im Anschlag ging Harry mit seinen Männern auf den Platz zu um die Lage zu begutachten.
Der Platz war völlig leer und ruhig. Misstrauisch sah sich Harry um. Auf einmal war es als wenn hunderte Männer gleichzeitig einen Fluch aussprachen.
„Expelliarmus!", donnerte es von überall her über den Platz. Harry spürte wie ihm sein Zauberstab aus der Hand gerissen wurde. „DAS IST EINE FALLE! RÜCKZUG!" rief Harry, doch es war schon zu spät. Im Folgenden war es ein leichtes für die Todesser Harry und seine Leute gefangen zu nehmen.
Hermine wurde leicht nervös. Sie konnte es sich nicht erklären, doch hatte sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. War es der Ärger über Harrys trotteligen Mitarbeiter oder war es doch etwas Ernstes? Unsicher schritt sie an den Auslagen der Läden vorbei und wollte sich ablenken, doch konnte sie das ungute Gefühl nicht mehr vertreiben.
„Mrs. Potter!" Hörte sie auf einmal jemanden ihren Namen rufen. „Bitte kommen sie hier herüber! Ich habe eine Nachricht von ihrem Mann!" Hermine ging vorsichtig auf die fremde Person zu.
„Ach Sie sind es!" Als sie ihn erkannte eilte sie auf Marc zu. „Was möchte mein Mann von mir?"
„Sie möchten mir bitte in die Aurorenzentrale folgen, er hat eine Überraschung für Sie!", antwortete Marc. Er zeigte Hermine eine leere Ananas Dose „ Bei drei!" Hermine nickte und ergriff den Portschlüssel. Sie spürte das vertraute ziehen hinter ihrem Nabel.
Als sie ankamen war es dunkel. Hermine wusste gleich, das war nichtdas Hauptquartier. Es sah eher wie eine verfallene Fabrikhalle aus. Sie wollte gerade ihren Zauberstab ziehen als Marc sie anschrie: „FINGER WEG, und jetzt ganz langsam! Gib mir deinen Zauberstab!" Dabei zeigte er mit seinem Zauberstab genau auf ihr Herz.
Hermine überlegte fieberhaft, doch sah sie keinen Ausweg. Zögerlich gab sie den Zauberstab an Marc.
„Was soll das?", fragte Hermine. „Wo sind wir hier, und was ist hier los?"
„Maul halten!", wurde sie von Marc angefahren. „Das wird dir der Meister selber erzählen, und nun da rüber!" Marc zeigte mit seinem Zauberstab auf eine Stahltür in der Ecke. Hermine musste sich fügen. Langsam schritt sie auf die schwere Stahltür zu. Marc zwang sie die Tür zu öffnen. Unsanft wurde sie von ihm hinein gestoßen und in dem kleinen Lagerraum eingesperrt.
Hermine wusste von ihrer Tochter, dass man Magie auf kurze Distanz auch ohne Zauberstab bewirken kann, wenn man stark genug ist. Sie versuchte ob es ihr mit dieser stabloser Magie gelingen würde die Tür zu öffnen, doch entweder war ihre Kraft zu gering, oder die Tür mit einem besonderen Schutzzauber belegt. Verzweifelt und erschöpft ließ sie sich in einer Ecke des Raumes auf den schmutzigen Boden sinken.
