Hier bin ich wieder! Tut mir echt Leid, dass es diesmal echt so lange gedauert hat, aber irgendwie komme ich zu nichts! Aber dafür bekommt ihr ein echt tolles Kapitel, ist mir echt gut gelungen und eins meiner liebsten... ich hoffe, ich bete inständig, dass ihr das auch so seht... wenn ja, schreibt mir doch bitte eine Review, wenn nicht, dann bitte auch!
Gebetat hat es wieder einmal Diamond! Danke Süße, was wäre ich ohne dich?
Reviewantworten gibt es am Ende! Danke euch allen für eure netten Kommentare!
Angst. Große Angst befiel sie wie ein tollwütiger Hund und drohte, sie in der Luft zu zerreißen. Sie hörte nicht, wie Malfoy schrie. Sie hörte nicht, wie Harry und Ron sie versuchten zu trösten und sie hörte nicht, wie Madame Pince sie ermahnte. Sie hörte nur ihre Gedanken; sie rauschten in ihren Ohren wie eine Meeresbrandung bei Sturm.
Was ist, wenn ich tot bin? Was mache ich bloß? Was, wenn ich mich langsam in Luft auflöse und niemand mir helfen kann? Was kommt wohl nach dem Tod? Nichts? Was ist passiert? Wo ist meine Mama? Wo ist Papa? Merlin sei dank sind Harry und Ron hier, Gott sei dank... Aber was ist mit Ginny? Hat sie sich auch in Luft aufgelöst? Ich will keine Luft sein, ich bin Hermine Granger! Hermine Granger und ich lebe! Ich will nicht als Jungfrau sterben! Vielleicht ist diese Hermine hier als Jungfrau gestorben? Oder sie hatte einen Freund... Oder sie hat nie existiert... Ich will nur einmal richtig geküsst werden, nur einmal...
„Hermine? Malfoy?" Sie blickte auf und sah in zwei besorgte und bleiche Gesichter, „Vielleicht solltest du... ähm ich meine ihr euch hinlegen, nur ein wenig. Lasst das Essen ausfallen und legt euch ins Bett oder geht in die Krankenstation. Ihr habt noch eine Stunde, bevor Zaubertränke anfängt."
„Ja... das ist vielleicht eine gute Idee", stotterte Hermine. Sie zitterte am ganzen Körper, auch Malfoys Seite zitterte.
Sie versuchte aufzustehen, doch Malfoy wollte nicht so recht. Er stand nur widerwillig auf und Harry und Ron mussten sie ein wenig stützen. Am Ausgang der Bibliothek schauten sie sich kurz um, um sich zu versichern, dass auch niemand zusah, wenn zwei Gryffindors einen Slytherin auf den Beinen hielten. Langsam und mühsam bahnten sie sich den Weg zu den Kerkern, bis kurz vor die Slytherinräume. Da verabschiedeten sie sich erst einmal. Hermine spürte, dass Ron und Harry sie nicht alleine lassen wollten. Sie versuchte, sie aufmunternd anzulächeln und verschwand hinter der Mauer. Malfoy schien irgendwie nicht mehr anwesend zu sein, seine Körperhälfte schleifte nur so nebenbei mit. Reagierte mehr auf ihre Bewegungen, als sich selbst zu bewegen. Sie schleppte sich schleichend zu ihrem Schlafsaal und versuchte, nicht allzu viel Aufsehen zu erregen, damit niemand sie beachtete. Es funktionierte; die meisten Anwesenden machten Hausaufgaben oder unterhielten sich. Sie konnte unbemerkt zu ihrem Bett und legte sich der Länge nach hin.
Ruhe, endlich.
Aber mit der Ruhe kamen auch ihre Gedanken wieder und die verschiedenen Fragen flogen unruhig in ihrem Kopf herum. Sie brauchte Ablenkung.
„Malfoy? Bist du noch da?", fragte sie in den Raum hinein, indem kein Anderer zu sein schien.
„Natürlich, ich kann ja leider nicht weg", schnarrte er mit seiner typischen Malfoystimme.
„Ja... leider..." Kurze Pause „Ich hab dich gerade schreien hören..."
„Ich habe nicht geschrieen, merk dir das. Ich schreie nie!"
„Du brauchst es nicht zu leugnen, ich weiß es besser. Du hast geschrieen."
„Hör mal zu, Granger, ich weiß zwar nicht, was du damit beabsichtigst, aber hör auf mit diesem Scheiß! Und wenn schon, dann habe ich halt geschrieen. Das braucht dich nicht zu interessieren. Ich bin es nun mal nicht gewohnt, wenn jemand soviel Angst empfindet und das ausgerechnet in MEINEM Körper! Du kannst dir das nicht im Geringsten vorstellen."
„Meinst du, ich finde es gut, dass du es mitkriegst, wenn ich Angst habe? Es ist erniedrigend, aber ich kann nun mal nichts daran ändern."
Malfoy schnaufte nur. Es war klar, dass er darüber nicht mehr reden wollte, aber das war Hermine egal.
„Hast du denn keine Angst? Willst du nicht wieder nach Hause, wo alles so ist, wie es sein sollte?"
„Woher willst du wissen, dass dies hier nicht die Welt ist, wo alles ist, wie es sein sollte? Vielleicht ist unsere Welt ein einziger Fehler?"
„Das ist eine gute Frage, aber es ist immer noch unsere Welt. Ich mochte sie bislang..."
„Mir ist es egal, scheißegal! Ich will dich nur loswerden. Alles Andere ist egal."
„Ich habe Angst... du nicht? Was ist, wenn wir nicht mehr zurückkönnen? Was ist, wenn wir für immer so leben müssen?"
„Granger, das wird schon wieder. Wir werden eine Lösung finden und dann kehren wir zurück in unsere Welt. Du darfst nur keine Angst haben. Das bringt mich sonst um, okay?"
Hermine konnte ihren Ohren nicht trauen. Das war ja mal richtig nett für seine Verhältnisse. Das muss ihn wohl doch ziemlich stark mitgenommen haben. Oh man, wenn jemand kaum Gefühle kennt, war das gerade bestimmt ein Horrortrip! Sie schmunzelte. Es ging ihr besser. Sie hatte zwar noch ein wenig Angst, aber die Worte von dem Jungen beruhigten sie. Sie versuchte weiterhin auf andere Gedanken zu kommen.
Die Gedanken an ihre prekäre Situation verschwanden jetzt erst einmal ganz in den Hintergrund, wurde von purer Neugier in die hinterletzten Kammern vertrieben und vorerst weggeschlossen. So etwas würde sie wahrscheinlich nie wieder erleben und vielleicht, aber auch nur vielleicht, konnte sie dem sogar etwas abgewinnen. Schließlich fragten sich viele Frauen, wie es ist, ein Mann zu sein. Gut, sie würde auch lieber nur ein Mann sein, ohne sich den Körper mit jemanden zu teilen und vor allem nicht mit Malfoy, aber jetzt hatte sie leider keine andere Wahl und sein Körper war wirklich sehr schön, dass konnte sie nicht verleugnen.
„Es ist schon eigenartig, hier in deinem Körper zu sein... er ist so..."
„Perfekt, schön, erotisch, sportlich, muskulös..."
„Nein, ich meinte eigentlich... männlich... Das ist nicht unbedingt positiv oder negativ, er ist nur ganz anders als meiner. Ich wollte schon immer mal ein Mann sein, aber nur für kurze Zeit, um zu gucken wie es ist und ohne ihn mit jemanden wie dir teilen zu müssen."
„Warum sagst du mir das jetzt?"
„Ach... ich weiß nicht, ich meine... ich dachte, Männer fühlen irgendwie anders bei alltäglichen Sachen oder so was, aber irgendwie fühle ich mich nur unwohl. Aber das kommt wahrscheinlich daher, dass ich den Körper mit dir teilen muss..."
„Ehrlich gesagt weiß ich immer noch nicht, was du von mir willst. Wenn du ein Mann sein wolltest, warum hast du nicht so was wie Vielsafttrank getrunken?"
„Der ist ganz schön schwierig zu brauen und woher soll ich die Zutaten herbekommen? Ich kann schließlich Professor Snape nicht beklauen oder so..."
Hermine wurde bei dem Gedanken ein wenig rot, schließlich hatte sie deswegen Snape schon einmal beklaut und auf die Idee, Vielsaft zu trinken, war sie bislang auch nicht gekommen. Wer kommt denn schon auf so was und wieso bin ich nie auf diesen Gedanken gekommen? Notiz an mich: Das nächste Mal Vielsafttrank!
Wieder lagen sie still auf dem Bett. Hermine legte ihren Arm unter ihren Kopf und starrte zur Decke des Himmelbettes. Bis sich ein leichter Druck in ihrem Unterleib bemerkbar machte. Oh nein, nicht auch das noch. Sie wollte zwar schon immer wissen, wie es ist, als Mann auf die Toilette zu gehen, aber nicht mit Malfoy. Der Druck wurde größer und sie wurde unruhig.
Ich muss an was Anderes denken, dann hört das bestimmt wieder auf. Aber an was? Ewas Schönes... Ich muss noch ein paar Bücher ausleihen. Vielleicht gibt es hier andere Bücher oder die gleichen, nur mit anderem Inhalt... vielleicht gibt es hier auch andere Zauber? Jetzt noch mal Hogwarts – A History lesen ist bestimmt sehr interessant. Die Geschichte ist bestimmt total verändert. Vielleicht machen das Ron und Harry gerade? Beneidenswert! Scheiße! Es hilft nicht...
„Granger? Ich glaube, wir müssen ins Bad...", raunzte Malfoy leise. Sie hörte, wie unangenehm ihm das war.
„Ja, ich glaube, wir kommen da nicht drum rum... Oh man, ich wünschte, das wäre nie passiert..."
„Ach ja? Mir scheint die Sonne auch nicht gerade aus dem Arsch, schließlich seid ihr daran Schuld! Also lass uns das hinter uns bringen!"
Sie trotteten langsam ins Bad.
„Und wie machen wir das jetzt?", fragte Hermine in einem leicht zittrigen Ton.
„Du legst gefälligst erst mal deine Hand an die Wand, denn wenn hier jemand etwas anfasst, dann bin ich das!"
„Ist ja in Ordnung. Ich will... das... auch gar nicht anfassen... Üähh!" Sie tat wie ihr geheißen.
„So! Verdammt, verdammt noch mal... wieso ich? ... Okay" Er klappte den Deckel hoch und machte seinen Hosenschlitz auf, „das ist ganz einfach..." Dann holte er langsam sein Glied heraus.
Hermine lachte, es ging nicht anders. Er hatte kühle Hände und es kitzelte wie verrückt.
„Granger!", zischte er, „Warum lachst du! So geht das nicht, du bewegst dich zu viel. Und warum zum Teufel lachst du? Hör gefälligst auf!"
„Es... 'kicher' es... kitzelt... 'lach', ich... kann nicht... 'gacker' aufhören!"
„Jetzt hör endlich auf! Das ist nicht witzig, gar nicht WITZIG!", rief er.
Sie hörte langsam auf und merkte, wie böse er war. Sie konnte es fast schon riechen.
„Okay, okay, es tut mir leid. Ich wollte nicht lachen, aber es hat so gekitzelt... Ich kann nichts dafür... Ich hab auch nicht über... ‚ihn' gelacht... wirklich nicht..."
„Machen wir weiter", zischte er durch zusammengebissene Zähne hindurch.
Sie blickte ganz automatisch an sich herunter und sah, wie das Glied schwer und groß in seiner Hand lag. WOW! Wahnsinn! Ich habe einen... Ich kann es nicht fassen und er sieht gut aus. Ich hätte nicht gedacht, dass so was gut aussieht... Wie er sich wohl anfühlt! Wie sich das wohl anfühlt, wenn man... Sex hat...? Hermine! Hör auf, über so was nachzudenken! Sei nicht so versaut! ... Das ist nicht versaut, das ist rein wissenschaftlich! ... Ja klar, rein wissenschaftlich und wer soll dir das bitte glauben? ... Ach sei doch still!
Das Gefühl der Erleichterung kam mit dem Strahl in die Schüssel, doch ihr Blick klebte förmlich an diesem fremdartigen Ding zwischen ihren Beinen.Sie merkte, wie Malfoy versuchte, das Gesicht wieder nach oben zu drehen. Wahrscheinlich, weil er nicht wollte, dass sie ihm dabei zusah, doch sie konnte nicht anders, sie wollte weitergucken. Sie war einfach zu neugierig. Am liebsten hätte sie es genauer unter die Lupe genommen. Sie war gespannt, wie das Glied wohl funktionieren würde und was sie dabei empfinden würde; sie dachte nicht die ganze Zeit über an Sex, sie versuchte es zu mindestens.
„Na, Granger", riss sie Malfoy aus ihren Gedanken, „auf den Geschmack gekommen?"
„Wie kommst du denn darauf?", antwortete Hermine leicht geschockt.
„Soll ich vielleicht mal ein wenig..." Er strich seinen Daumen leicht vor und zurück und umklammerte sein Glied etwas fester.
Ein wohlig warmes Kribbeln in der Körpermitte schlich sich in die Magengegend. Hermine, die ihren Blick immer noch nicht abwand, war wie erstarrt. Das Kribbeln war ihr zwar nicht neu, aber diese Intensität war neu; sie spürte förmlich, wie ihre Gehirnanhangdrüse Hormone produzierte und ausschüttete. Zu ihrem Leidwesen auch noch männliche, die bekanntlich Sexsituationen nur noch schlimmer machten.
Das fühlt sich echt gut an... So anders, so viel stärker... Woran liegt das? An den Hormonen oder an dem... Teil? Mach endlich was, der kann damit doch nicht weitermachen? Aber wieso denn, es ist so schön... Hermine, du kleines Luder, hör endlich auf! Aber ich hab doch gerade gesagt, dass es sich um wissenschaftliche Studien dreht. Ich kann jetzt nicht aufhören, er kann jetzt nicht aufhören... HERMINE! Es ist MALFOY!
„Hey!" schnappte Malfoy ein wenig beleidigt, „Was ist so schlimm daran, dass ich es bin? Ich bin gut aussehend, gut bestückt und wie du gerade selbst angemerkt hast, auch in" er streichelte erneut sein Glied, „solchen Dingen gut."
„Es ist keine Kunst in... ähm..." sie spürte eine leichte Röte in sich aufsteigen „solchen Dingen gut zu sein" sie starrte immer noch.
„Auch eine Hand kann einschlafen..." seine Finger lagen immer noch über dem empfindlichen Fleisch, welches, Erschreckenderweise, langsam zu wachsen schien.
Sie schüttelte sich kurz, drehte den Kopf zu Seite und betrachtete interessiert die dritte Kachel von links. Endlich schien sie sich nicht nur an ihre Manieren, sondern auch an ihre Prinzipien zu erinnern.
„Würdest du jetzt bitte mit deinen lächerlichen Versuchen, mich zu demütigen, aufhören? Du bist echt widerlich, Malfoy!"
„Dafür, dass es widerlich ist, scheinst du dich trotzdem amüsiert zu haben."
„Das ist nicht wahr! Ein Abend mit Snape in einer Rumbabar ohne Alkohol würde mich eher amüsieren, als das gerade eben!", fauchte sie böse.
Malfoy lachte hohl. Es klang wie in einem engen metallenen Raum und er versuchte, sein halbsteifes Glied wieder in seine Hose zu packen.
„Wir sollten schon mal runtergehen. Snape wird uns köpfen, wenn wir zu spät sind", meinte Hermine schnell, um auf ein anderes Thema zu kommen und sich endlich ein wenig abzukühlen.
Snape ist gut zum Abkühlen... Snape, Snape, Snape, Snape... Wie ist es wohl, wenn man mit jemanden schläft, wenn dieses… Ding in einer Frau ist? ... Snape, Snape, Snape, Snape, Snape... Oder in einem Mann... Snape, Snape, Snape, Snape... Wenn es ganz eng ist und sich der Andere unter dir vor Lust windet? Wenn jemand deinen Namen schreit? Wenn der Andere an deinen Ohren knabbert und dir zuflüstert, wie geil er es findet, dass du ihn gerade nimmst! ...Snape in einem Badeanzug... Snape unter der Dusche... Snape in einer eindeutigen Pose auf dem Bett liegend...
Das half, sie kühlte sich ab. Vorerst. Sie wusste nicht, für wie lange, denn die Last der männlichen Hormonehatte sie noch nie für so stark geschätzt. Sie verstand langsam, dass es gar nicht so leicht war, in einem Körper eines Jungen zu stecken; sie fühlte sich, wie in einem Raum voller entzündlichem Gas gesteckt, zuviel Feuer und die Flammen würden sie verspeisen.
Hoffentlich hat er nichts gemerkt... Hoffentlich. Doch ihre Gebete wurden nicht erhört...
Sie beeilten sich, denn mittlerweile war es wirklich relativ spät und obwohl Malfoy wahrscheinlich nichts passieren würde, wenn sie zu spät kämen, wollten sie es nicht darauf ankommen lassen. Vielleicht war Snape hier anders. Vielleicht war er freundlich und entgegenkommend. Hermine schüttelte kurz den Kopf. Das konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen.
Vor dem Raum wartete schon die Menge von Schülern, bestehend aus Gryffindors, eindeutig in der Unterzahl, und den Slytherins, die selbstgefällig und lässig an den Wänden lehnten oder lästernd in der Gegend herumstanden. Hermine fühlte sich, als wäre sie einer der Freaks auf einem Jahrmarkt. Sie unterhielt die Leute mit ihrem grotesken Aussehen und die Zuschauer konnten ihre eigene Normalität bejubeln. Sie fühlte sich beobachtet, nicht nur von den Anwesenden, sondern auch von Malfoy, der wahrscheinlich inständig hoffte, dass sie nichts falsch machte.
Es war heute der erste Unterricht mit den Gryffindors zusammen. Sie war nervös. Was war, wenn sie von einem von ihnen angepöbelt wurde oder es sogar von ihr erwartet wurde, jemanden zu beleidigen. Was mache ich dann? Bis jetzt waren Malfoy und sie wie ein Phantom durch den Unterricht gegangen. Sie waren die irritierende Bewegung am Rand des Auges und wenn man hinsah, waren sie wieder weg. Doch wie war es jetzt?
Sie hatten sich schnell mittig zu Goyle gesetzt, als sie sahen, wie Parkinson schon Kurs auf sie nahm. Sie wollten schließlich kein Aufsehen erregen und obwohl Parkinson nicht gerade intelligent war, hätte sie es leicht bemerken können.
Snape stürmte, so wie er es immer tat, in den Raum, fuchtelte kurz mit dem Zauberstab und an der Tafel erschien ein Rezept, welches zwar nicht leicht, aber auch nicht schwierig war. Ein Vergessenstrank, der die letzte Stunde in einem Gedächtnis löschen konnte. Der Trank brauchte insgesamt zwei Tage. Heute wurde er mit den verschiedensten Sachen angerührt und morgen musste er in unterschiedlichen Intervallen kochen.
Der Unterricht fing an und es war alles soweit normal. Harry und Neville waren ganz oben auf der Abschussliste von Snape und Slytherin bekam Punkte, ohne Großartiges zu vollbringen, genauso wie Gryffindor Punkte abgezogen wurden.
Snape war wie immer in schlechter Stimmung und geilte sich regelrecht schon daran auf, Neville vor Angst quicken zu lassen und Harry bis aufs Äußerste zu reizen. Sogar schlimmer als sonst, so empfand sie es zu mindestens. Aber für sie war es wahrscheinlich schlimmer, da sie ihnen nicht beistehen konnte.
„Mr. Potter, ich weiß, dass sie nicht einer der Schlausten sind" Ein kurzer wohlwollender Blick zu Malfoy (und Hermine), „aber sie brauchen uns das nicht jeden Unterricht unter die Nase zu reiben, indem sie sogar die einfachsten Sachen falsch machen", bellte der Tränkemeister wütend. Harry starrte mit wutverzerrtem Gesicht zu Boden und sie konnte erkennen, dass er zu sich selber sprach, um nicht auszurasten.
Die Slytherins lachten, lagen fast auf dem Boden und auch Malfoy versuchte zu lachen, was schwierig war, da Hermine es in keinster Weise lustig fand. Wie gerne würde sie jetzt aufspringen und sich für ihn einsetzen, aber als Slytherin konnte sie es nicht. Es wäre schon nicht mehr auffällig, es wäre Hochverrat.
Hermine wunderte sich, dass Malfoy recht wenige und noch nicht mal kreative Sticheleien für die Gryffindors über hatte. Noch nicht einmal für Harry, der es mal wieder mehr als genug abbekam. Er lachte, schnarrte und guckte überheblich in den Momenten, wo es für einen Slytherin angebracht war, aber sie merkte, dass nicht nur sie es als komisch empfand, wie er sich verhielt. Für sie war es eine Wohltat. Sie wollte ihren Freunden nicht mehr als nötig antun und empfand es schon schwierig genug, nicht für die einzustehen.
Der Unterricht zog sich wie ein altes Kaugummi, doch auch der ging ohne weitere Vorfälle vorbei, außer der üblichen Explosion von Nevilles Trank und das Nichtgelingen von Harrys Trank. Aber das waren schon keine großartigen Vorfälle, dafür war es zu normal. Allerdings war ihr eigener Trank nicht gerade der beste. Er war nicht silbrig, wie er sein sollte, er war eher gräulich, doch noch in dem Bereich des Möglichen.
„Mr. Malfoy, kommen Sie doch bitte nach vorne. Ich muss etwas mit ihnen besprechen", schnarrte Snape und tumbe Angst legte sich über ihre Innereien.
„Darf ich fragen, was mit dir los ist, Draco? Du warst heute so... sagen wir... anders... Ist etwas passiert?", fragte Snape, nachdem alle den Raum verlassen hatten, schon fast väterlich.
„Nein, Professor, ich habe nur schlecht geschlafen und fühle mich nicht wohl."
„Es sind alle draußen, du brauchst nicht mehr so förmlich sein, Draco. Willst du lieber auf die Krankenstation? Soll ich dich vom Unterricht freistellen?"
„Nein, nein... das ist nicht nötig... Severus, ist bestimmt nichts Schlimmes. Ich habe halt schlecht geschlafen."
Der Professor schien kurz zu überlegen, zog eine Augenbraue nach oben und nickte dann.
„Nun gut, wenn es schlimmer wird, dann geh in die Krankenstation. Ich will mir keine Sorgen um dich machen", sagte Snape und legte seine Hand auf ‚ihre' Schulter. Sie überlegte nur kurz, um ein Wort zu finden, welches zu dieser Situation wohl am besten passte: Grotesk.
„Ist Professor Snape dein Onkel oder dein Pate oder so was?", fragte Hermine sogleich, als sie den Raum schnell hinter sich ließen.
„Auch wenn es dich einen feuchten Dreck angeht, Granger: Nein, eigentlich ist er nur mein Lehrer. Für mich war es auch das erste Mal, dass er so mit mir spricht." Sein messerscharfer Ton veranlasste sie, erst einmal nicht weiter zu fragen.
Zaubergeschichte war nun das Nächste. Hermine atmete auf. Das war ein Fach, wo man sich endlich mal zurücklehnen konnte. Sie setzten sich weit nach hinten, damit sie niemand sah.
Professor Binns war immer noch der gleiche langweilige Lehrer, der es schaffte, dass jedes interessante Thema die gleiche Konsistenz und Geschmack wie Lebertran hatte. Hermine verfluchte sich. Wieso hatte sie sich keine Bücher ausgeliehen, in denen sie weiterstöbern konnte? Notiz an mich: Das nächste Mal vorher in die Bibliothek! Ich Dösel!
Mitten in einem zähen Vortrag über die Veelakriege, sie fragte sich, wie der Geist es schaffte, sogar dieses Thema so langweilig zu gestalten, wie ein Besuch bei einem Hautarzt, merkte sie, wie ihr Körper zu wachsen schien. Sie schaute erschrocken auf ihre Hand oder besser gesagt Malfoys Hand, aber da war nichts. Sie sah eine weiße große Männerhand. Doch das Reißen hörte nicht auf, im Gegenteil, es wurde schlimmer. Sie fühlte sich wie ein Notschlauchboot, bei dem Jemand die Notleine gerissen hatte. Sie dehnte sich aus. Sie bekam Angst. Verdammt noch mal, was ist hier los? Schon wieder eine unangenehme Überraschung?
„Malfoy!", zischte sie leise, „Malfoy!"
Doch er sagte nichts, er machte nichts und er schien es auch gar nicht zu bemerken.
Sie blickte noch einmal auf ihre Hand und an sich herunter und stellte schockiert fest, dass sie beide Hände hob und nicht nur „ihre", sondern auch seine. Was ist hier los? Was ist mit Malfoy los? Sie bewegte ungläubig und mit offenem Mund ihre Hände und beide Beine, was ziemlich schwierig war, da es ja nicht ihr Körper war. Es war immer noch der übergroße Anzug, über den sie andauernd stolpern würde, wenn sie nicht aufpasste.
„Malfoy! Malfoy! Halloho?", zischte sie wieder leise. Nichts.
„Professor? Kann ich auf die Toilette gehen?", fragte sie dann nach einer Zeit. Der Geist blickte kurz träge nach oben und nickte nach kurzer Denkpause leicht. Hermine schritt etwas schwerfällig aus dem Raum raus, wobei sie sich an allem Möglichen festhielt, um nicht umzufallen.
Gott sei dank haben wir ganz hinten gesessen, sonst hätte das noch jemand gesehen. Ist das ein schönes Gefühl wieder, Herr seiner Selbst zu sein. Ich kann laufen und mir mit beiden Händen durch die Haare fahren; ich kann das machen, was ich will... Wie habe ich das vermisst! Und Malfoy scheint nichts mitzukriegen! Hoffentlich ist nichts passiert und ich muss in seinem Körper bleiben... Ist wohl besser ohne ihn, aber alleine sein Leben leben? Ich wäre aufgeschmissen...
Hermine konnte sich nicht entscheiden. War es jetzt gut, dass sie alleine war oder sollte sie sich Sorgen machen, um einen Jungen, den sie nicht mochte, aber auch nicht wirklich wollte, dass ihm etwas passierte?
Sie folgte den verwirrenden und doch bekannten Fluren zu den Toiletten, betrat vorsichtig das Jungenklo, das nach alten Gemäuern und Feuchtigkeit roch und guckte sich um. Es war nicht viel anders, als die Toiletten der Mädchen, stellte sie fest. Nur, dass es hier weniger Kabinen, aber dafür umso mehr Pissoirs gab. Sie stellte sich vor einen der Spiegel, die sich über den Waschbecken befanden und schaute in ein schmales und bleiches Gesicht. Das blickte zurück mit stechend grauen Augen, welche aber nicht die übliche Kälte ausstrahlten, sondern eher einen verwunderten Blick.
Aber hinter dem muskulösen Körper war nicht die alte, leicht vergilbte Kachelwand der zu erwartenden Toilette, sondern ein großer schwarzer Raum mit einem Bett im Hintergrund. Sie drehte sich erschrocken um und erblickte eine große Gestalt in einem schwarzen Umhang, die ihr plötzlich gegenüber stand. Sie war nicht mehr in Hogwarts, so schien es ihr, sondern in einem großen Schlafzimmer, in schwarz und grün gehalten. Weg waren die Waschbecken, die Spiegel und die Klos. Sogar der Geruch war anders, irgendwie süßlich und nicht mehr feuchtmodrig. An irgendwen oder was erinnert sie dieser Geruch, aber sie hatte nicht die Zeit darüber nachzudenken, denn die dunkle Gestalt kam bedrohlich näher.
„Ich dachte, du wärst tot?", fragte sie mit belegter Stimme. Aber war sie es, die fragte?
„Aber mein Sohn, wieso sollte ich? Ich werde ewig bei dir sein... Willst du deinen Vater nicht umarmen?" Lucius Malfoy kam mit ausgebreiteten Händen aus dem Schatten auf sie zu. Sein Umhang war wie immer in tadellosem Zustand und seine Frisur war zu einem perfekten Zopf gebunden. Sogar sein Lächeln war perfekt, doch seine stechenden Augen bohrten sich in ihre, wie Maden in einen toten Körper. Hinter ihnen schien Hermine den unbändigen und alles verzehrenden Hass zu erkennen, der wie eine Zigarettenglut seinen Blick in ein Leuchten verwandelte. Sein Lächeln verzerrte sich bizarr zu einer Fratze, die eher an einen Dämon(en) erinnerte als einem Menschen. Seine Zähne wurden länger und die Mundwinkel rissen langsam an den Seiten zu seinen Ohren hoch und entblößten noch mehr Reihen von Zähnen, welches nun eher einer Art Totenschädelgrinsen glich.
„Los, umarm deinen alten Vater und mach ihn stolz", rief diese groteske Imitation eines Menschen und lachte. Ein tiefes Grollen füllte den Raum, der immer größer zu werden schien.
Hermine, die dieses Schauspiel erstarrt beobachtete, schloss schnell die Augen und presste ihre Hände auf ihre Ohren. Dieses Lachen, ich mache alles, nur hör endlich auf so zu lachen! Das kann nicht echt sein, ich bin immer noch in Hogwarts und auf diesem Jungenklo, es ist nur eine Halluzination, nur eine Halluzination, eine Halluzination, HALLUZINATION!
Sie machte die Augen wieder auf, dass Lachen verhallte. Sie stand wieder vor dem Spiegel auf diesem Klo. Hinter ihr war die leicht schäbige Wand mit den milchigweißen Kacheln, daneben gleich die Pissoirs und die Kabinen.
Notiz an mich: Nie wieder in dieses Klo! Was zum Teufel war das denn bitte! Seit wann habe ich diese Halluzination? Oder war das gar nicht meine? Vielleicht war es Malfoys... Aber wie?
Dann viel es ihr wie Schuppen von den Augen. Malfoy schläft und das gerade eben war... war ein Traum! Oder eine Erinnerung? Deswegen kann ich mich ja auch im ganzen Körper bewegen. Er kann ja nicht. Deswegen reagiert er nicht auf mich... Also können wir doch die Träume des jeweils Anderen registrieren... Oh mein Gott!
Sie spürte, wie sie sich zusammenzog, ihr Geist verschwand schnell, wie in einem Krampf, in ein kleines Fenster des Körpers. Sie fasste sich an das krampfende Herz und musste sich an dem Spülstein festhalten, um nicht zu Boden zu fallen. Dieses unangenehme Gefühl, das all ihren Atem raubte, war so schnell verschwunden, wie es gekommen war. Aber wieder einmal bewohnte sie nur die linke Hälfte des Körpers. Sie fühlte sich mehr denn je eingesperrt und vermisste schmerzlich die gerade wieder gewonnene Freiheit.
„Granger! Was zum Teufel ist hier los?"
Und? Gut? Schlecht? Sagt es mir...
Die letzten Reviewer:
Diamond of Ocean: Danke für dein nettes Review! Hat mich echt gefreut, dass du dir noch die Mühe machst ein Review für mich zu schreiben! 'knuddel'
duivel: Tut mir leid, aber ich finde Neville... naja... irgendwie sehr tollpatschig und manchmal echt nervtötend, aber was soll ich machen, er gehört zu der Geschichte wie jeder Andere auch und er kann auch sehr lustig sein, wenn er so Sachen macht... 'g' Dein Gedanke, dass sie sich auf einem Hogwarts ohne Muggel befinden ist wirklich sehr gut! Und du bist bis jetzt die Erste, die das bemerkt... aber so ganz frei von Muggeln ist nicht... Ich hoffe dir gefallen die Diskussionen von Draco und Hermine auch in diesem Kapitel!
angelus azrael: Naja, wie du siehst, ist er nicht ganz unbeschadet davon gekommen... 'hihi' aber was ist er auch so gemein... Böser Draco! Die Problemlösung dauert noch ein wenig... abersie rückt näher! Ich hoffe es hat dir gefallen...
CelinaHP: Danke für dein Review, obwohl ich leider sagen muss, dass ich immer noch nicht weiß, ob es positiv oder negativ gemeint ist? Komisch, im Sinne von lustig oder komisch im Sinne von, merkwürdig? Tut mir echt sorry, aber ich schein dich nie wirklich zu verstehen... 'Versöhnungkeks reich'
StarHeyoka: Ich kann nicht soviel Kapitel rausbringen, weil ich dann nicht mehr so viele habe zum nachlegen und ich bin nicht so der schnelle schreiber! Wenn ich euch jetzt mehr gebe, dann habe ich zum Ende hin mehr Probleme zu updaten, weil ich dann keine mehr fertig habe und ich einfach zu sehr unter Druck stehe den Rest fertig zu schreiben... Die lange Wartezeit jetzt war wirklich nicht gewollt...! Tut mir leid, ich hoffe es war nicht so schlimm! Ich hoffe es hat dir trotzdem gefallen? Ich versuche mich mit dem nächsten zu beeilen! Versprochen!
Lolligie: Wie schon gesagt, war es leider nicht ganz so schnell... tut mir sorry! Ich hoffe es geht dir und deinem Fuß wieder besser? Wenn nicht, dann schau dir doch mal an, was ich noch so geschrieben habe... ein kleiner One-shot... hoffentlich hat dir dieses Kapitelgefallen? Ich freu mich auf kleines Review...
Vinetaalphafrau: Meine Güte was für ein Name, was soll der bedeuten? 'neugierig' Du bist ein Fan der Geschichte? wirklich! Coooool! Freut mich richtig sowas zu höre... tja was mit Ginny ist kommt demnächst, aber Dunmbledore lässt lange auf sich warten und das nicht, weil er alt und tattrig ist... ;) Wahrscheinlich plant er noch den perfekten Auftritt! Danke für dein liebes Review!
Also Leute, haut in die Tasten! Bis dann dann!
