Anschließend begannen sie zu frühstücken. Als sie damit fertig waren stand sie auf und ging ins Badezimmer um sich für die Arbeit fertig zu machen, denn Skinner hatten ihnen nur einen Tag freigeben.
Er räumte in der Zeit auf und zog sich selber auch an. Dann klopfte er leise an die Badezimmertür und sagt: „Mon, Liebes, hast du was dagegen, wenn ich rein komme und mich auch schon fertig mache?" Als sie hörte wie er sie nannte, fühlte sie wie plötzlich tausende von Schmetterlingen in ihren Bauch durcheinander flogen. Sie sagte nichts, sondern öffnete nur die Tür und begrüßte ihn mit einem zarten Lächeln und einem Kuss. Sie selbst war fast fertig, blieb aber trotzdem noch im Badezimmer einfach nur, um bei ihm seien zu können. Er rasierte sich nun und wusch sich. Sie hatte dieselben Sachen wie am Vortag an, nur unter der Jacke trug sie ein frisches T-Shirt, was sie von John bekommen hatte, da es ihm ein wenig zu klein war. Er selbst hatte sich einen schlichten dunkelblauen Anzug angezogen. Die Krawatte, die er tragen wollte hing auf einem Bügel an der Klinke der Schlafzimmertür. Als er fertig war, holte er sie sich und begann damit sie umzubinden. Sie beobachtete ihn amüsiert und stand dann auf, als sie beide mit allem fertig waren bewegten sie sich zu Tür, um zur Arbeit zu fahren.
Als sie mit dem Auto in der Tiefgarage des Hauptsitzes in D.C. stellte er den Motor ab und beugte sich noch einmal nahe zu ihr. „Ich werde diesen Tag hassen, ", sagte er mit einem frechen Grinsen. „Warum?", fragte sie verblüfft. „Weil ich dir fast acht Stunden lang nicht zeigen kann, wie viel du mir bedeutest."
„Oh, John, das ist lieb", erwiderte sie. Doch er legte ihr den Finger auf die Lippen und deutete ihr nichts mehr zu sagen. Dann küsste er sie ganz zart und stieg aus. Sie war noch ganz benommen als er ihr die Tür öffnetet und sie zusammen zu Fahrstuhl gingen...
Im Fahrstuhl stieg Brad Follmer im dritten Stock zu. Er musterte beide gründlich, blieb aber dann mit seinem Blick an Monica hängen. Im Stillen fragte er sich, ob er sich irrte, oder ob sie genau diese Sachen nicht auch schon am gestrigen Tag getragen hatte. Nichts in der Welt hätte ihn dazu bringen können sie danach zu fragen, denn er wusste sie würde ihm nicht antworten oder seine Frage einfach umgehen.
Auch fiel ihm auf, das sie lächelte, nun gut, das tat sie oft, aber die Art und Weise wie sie lächelte kannte er, denn er war selbst einmal der Mann gewesen der sie zu einem solchen Lächeln gebracht hatte.
Nun merkte er auch das John Doggett, recht zufrieden und glücklich aussah. Er hasste John, da er wusste, dass Monica ihn mochte. Brad war immer noch nicht bereit zu akzeptieren, dass sie nicht mehr seine Freundin war und das sie es auch nie wieder seien würde. Er hoffte, dass sie ihm seine Fehler vergeben würde und zu ihm zurückkehren würde. Doch langsam begann er zu ahnen, dass er sie für immer verloren hatte.
Das er sie an seinen ungeliebten Arbeitskollegen Doggett abtrat wusste er jedoch nicht, dennoch vermutete er manchmal das zwischen den beiden mehr war als ein reines Arbeitsverhältnis. Doch solange er keine Beweise hatte konnte er auch nichts dagegen unternehmen.
Es machte pling und die Fahrstuhltür schwang auf. Das riss ihn aus seinen Gedanken. Monica verließ gefolgt von John den Fahrstuhl.
Der Morgen verlief daraufhin ruhig, sie sortierten die alten Akten und sprachen wenig, erst in der Mittagspause erinnerte sich Monica an die Sache mit Scully.
Sie sprach kurz mit John und verschwand dann hinter ihren Schreibtisch um bei Scully anzurufen.
Sie ließ einige Male das Telefon läuten und legte dann mit einem leicht verwirrten Ausdruck im Gesicht auf. Bei sich dachte sie, dass Scully vielleicht beim Arzt war, oder beim Einkaufen. Deshalb vergaß sie die Sache vorerst wieder. Als John dann nach anderthalb Stunden wieder im Büro auftauchte und sie fragte, ob sie schon etwas genaueres in Sachen Scully rausgefunden hatte, fiel es ihr wieder ein. Sofort wählte sie Scully Nummer noch einmal. Doch auch dieses Mal nahm niemand ab. Auch John wunderte sich nun. Dann kam Monica die Idee, bei Mrs. Scully anzurufen, vielleicht wusste sie ja wo ihre Tochter war.
Gesagt, getan. Doch auch Mrs. Scully hatte keine Ahnung. Dennoch bat sie Monica ihr Bescheid zu geben wenn sie neues über den Verbleib ihrer Tochter wüsste. Monica versprach es und verabschiedete sich. Nachdem sie das Telefon aufgelegt hatte, sah sie John ernst an. Er wusste was, sie dachte, er konnte es auch eine besondere Art und Weise in ihren Augen lesen. Aber auch er dachte daran, dass Scully sich möglicher Weise in Gefahr befand. Das Gestern war doch irgendwie recht merkwürdig gewesen. Und dass sie, sie heute nicht erreichen konnten beruhigte ihn auch nicht. Daher verließen sie das Büro, es war ohnehin nicht mehr viel zu tun. Zuerst fuhren sie zu Scullys Apartment, doch dort fanden sie, sie nicht. Aber eins fiel ihnen auf. Ihr Wagen stand vor der Tür und ihre Wohnung sah von außen so aus, als ob sie sich schon länger nicht mehr dort aufgehalten hätte. Daraufhin fuhren sie schnell zu Monica, da diese sich umziehen wollte. Sie hatte immer noch die Sachen des vergangen Tages an. Sie war schnell und John wartete im Wagen auf sie.
Als sie wieder saß, fuhren sie in Richtung des kleinen Ortes, in dem sie gestern schon gewesen waren. Diesmal parkten sie nicht an der Strandpromenade, sondern fuhren direkt in die Stadt. Sie stellten den Wagen in einer Nebenstraße ab und schauten zuerst nach, ob die beiden FBI-Fahrzeuge immer noch dort standen wo sie, sie zuvor entdeckt hatten.
Genau wie erwartet sahen sie, sie schon von weitem. Beide Autos standen dort, unbewegt. Alle ihre Vermutungen hatten sich also bestätigt. Schweigend gingen sie nun zu dem Haus, welches sie auch schon am vorherigen Tag aufgesucht hatten. Bevor weiteres unternahmen warfen sie abermals einen Blick durchs das Fenster. Doch nichts hatte sich verändert. Sogar die Schlüssel und Ausweise lagen unverändert auf dem Tischchen neben dem Sofa.
Zusammen gingen sie nun zur Tür, die auf der anderen Seite des Hauses zur Strasse hin lag. Sie schellten an, aber keiner von ihnen erwartete wirklich, dass jemand öffnen würde. Sie schellten noch einmal und holten bei schon mal vorsorglich ihre Ausweise her raus. Diesmal rief John nachdem klingeln. „FBI, öffnen Sie die Tür!" Doch nichts tat sich, kein Laut und keine Bewegungen waren im Hause zu hören.
Mit einer Handbewegung zeigt John Monica an, dass sie zurücktreten solle. Sie tat es und er trat die Tür auf. Eigentlich hätten sie die Tür mit Werkzeug geöffnet, aber sie hatten genau dies im Auto vergessen. Keiner wollte den Weg nochmals zurücklaufen und somit blieb ihnen nur diese Lösung. Gemeinsam betraten sie dann das Haus, noch immer war alles ruhig. Zwar hatten sie ihre Waffen gezogen, doch sie hielten sie zu Boden, denn es bestand keine Gefahr. Sie durchsuchten das gesamte Haus.
Es war recht groß. Beiden fiel auf, dass die Einrichtung neu war. Man konnte auch keinerlei Spuren von Gebrauch oder ähnlichem an ihnen entdecken. Alles schien so, als wäre die gesamte Einrichtung nur zum Schein in diesem Haus. Die Möbel waren zwar schön, aber sie wirkten sehr unpersönlich und zusammen gekauft.
Nach einer Weile trafen sie sich im Wohnzimmer. Keiner von ihnen war auch nur auf den Ansatz eines Hinweises gestoßen, der etwas über den Besitzer des Hauses aussagte. Ratlos ließen sie sich auf das Sofa fallen. John hing seinen Gedanken nach, doch Monica wollte einfach nicht aufgeben, sie spürte, das etwas hier nicht stimmte. Gewaltig nicht stimmte!
Sie ließ ihren Blick abermals durch das Zimmer schweifen. Und tatsächlich sie bemerkte den kleinen Tisch neben sich. Den Tisch den sie vom Fenster aus gesehen hatte. Warum war sie nicht früher darauf gekommen genau dort nachzuschauen? Vorsichtig, fast mit zitternder Hand nahm sie die Ausweise zur Hand und betrachtete sie. Als ihr Atem vor Überraschung stockte wurde auch John wieder aufmerksam und wandte sich mit fragendem Blick an sie. Sie konnte keinen Ton heraus bringen und so gab sie ihm stumm die soeben gefundenen Papiere zur Hand. Er selber war auch verblüffte als er erkannte, das der andere Ausweis Special Agent Fox Mulder gehörte.
Langsam und auch sichtlich verwirrt drehte er sich zu ihr. Nun sah er genauso verblüfft aus wie sie. Als sie sich beide dessen bewusst wurden lachten sie los.
Doch dann wurde sie wieder ernst und Monica sprach genau die Frage aus, die sie beide beschäftigte: „Warum, zum Teufel, finden wir Mulders Ausweis hier, ich denke er ist auf der Flucht vor der Regierung?" „Genau, das dachte ich auch! Monica, hältst du es für möglich, dass er gar nicht so weit weg ist, sondern mit Scully in Verbindung steht?" „John, ich glaube nicht nur das sie Verbindung haben sondern, ich glaube das er nicht weit geflohen ist, sondern sich hier in diesem Haus versteckt hat. Und Scully weiß es, ich wette sogar sie ist auch hier." „WAS? Das ist absurd, nein, das kann gar nicht sein!", war seine Reaktion auf die eben gehörten Worte. „Warum nicht? Alles, aber wirklich alles passt! Wir können sie zu Hause nicht erreichen und ihre Wohnung sieht nicht sehr bewohnt aus im Moment. Ihre Mutter weiß auch nichts. In der Straße im Ort stehen zwei FBI-Fahrzeuge die wir gestern entdeckt haben und die auch heute immer noch dort stehen. Und dieses scheinbar unbewohnte Haus ist auch etwas verdächtig, wenn du mich fragst." „Allerdings, das sehe ich auch so. Hier stimmt irgendetwas nicht! Und das mit Scully ist auch etwas merkwürdig, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie gerade hier sind. Dieses Haus wirkt so unbewohnt."
„Genau, das ist es ja! Und erkläre mir bitte, John, was machen ihre Ausweise hier wenn sie beide GANZ woanders seinen sollten?"
„Monica, du hast mich überzeugt, aber wo sollen sie sein? Wenn sie wirklich hier sind oder waren, dann können sie noch nicht weit weg sein, denn Mulder kann nicht einfach so über die Straße gehen, auch nicht in diesem kleinen Ort.
Die Regierung, oder besser gesagt, die Verschwörung hat ihre Spitzel überall und so wie ich ihn kenne und einschätze weiß er das sehr gut. Er ist schließlich inzwischen der Fachmann.", sagte John mit einem Augenzwinkern.
Nun stand sie auf und sah sich abermals aufmerksam um. „Monica?" Sie drehte sich um. „Wir haben doch bereits alles mehr als gründlich abgesucht." Warf er etwas genervt ein. „Ich weiß, aber wir müssen irgendetwas übersehen haben. Da bin ich mir sicher. Ich kann fast spüren, dass sie immer noch hier sind. Ich weiß das du denkst, das sei unmöglich, weil wir sie sonst hätten finden müssen, aber ich bin davon überzeugt und will es beweisen.", erklärte sie leicht aufgebracht. „Ich sage ja schon nichts mehr", John nahm die Hände spaßeshalber hoch und lachte. Er kannte Monica und er wusste, dass sie es sich in den Kopf gesetzt hatte Mulder und Scully noch an diesem Tag zu finden. Das sie sich irgendwo zusammen aufhielten, da hatte auch er keine Zweifel mehr dran. Da sie sich nun noch einmal auf machte, zu einer Erkundungstour durch das Haus, wollte auch er nicht weiter herum sitzen und grübeln und so stand er auf und suchte seinerseits auch alles nochmals gründlich ab.
