Kapitel 7, Kontakt

Ort: Outerrim ,
Rebellenstützpunkt Jalvid,

Zeit: 6. Imperiales Standardjahr

Das aufdringliche Piepsen seines Komlinks weckte Obi-Wan Kenobi aus seinem unruhigen Schlaf. „Meister Kenobi? Bitte entschuldigt die Störung, wir haben soeben, über eine verschlüsselte Frequenz, die von Ihnen erwartete Nachricht erhalten." Schon nach den ersten Worten griff Obi-Wan nach seiner Tunika und warf sich das Kleidungsstück über, während er bereits aus seiner Unterkunft rannte. Auf seinem Weg zur Kommunikationszentrale des Rebellenstützpunktes schwankten seine Gedanken zwischen Hoffnung und Zweifel. Welche Antwort würde er erhalten, die die er erhoffte, oder die die er erwartete?

Ohne, dass sein Atem oder Pulsschlag auch nur einen Funken schneller ging, betrat Obi-Wan Kenobi nach seinem rasanten Sprint, gemessenen Schrittes die Kommunikationszentrale. Leev Karret erwartete ihn dort bereits, die zerwühlten dunklen Haare und das halb geschlossene Hemd, zeugten davon, dass der Rebellenführer ebenfalls aus seinem Schlaf gerissen worden war. „Ha, Meister Kenobi, gebt es zu, Ihr wusstet durch Eure seltsamen Jedi-Kräfte schon im Voraus, dass der Kontakt zu dieser nachtschlafenden Zeit eintreffen würde", bemerkte Leev mit einem missmutigen Blick zu Gegensatz zu dem jungen Mann sah der Jedi mit perfekt sitzenden Haaren und Kleidung aus, als käme er gerade von einem entspannenden Morgenspaziergang zurück. „Jahrelange Übung, mein junger Freund, jahrelange Übung", konterte Obi-Wan mit einem offenen Lächeln die kleine Stichelei.

„Die Frequenz ist noch offen, Meister Jedi, Ihr müsstet sie noch mit Eurem Code bestätigen." Nach seiner Eingabe war ein kurzes Knistern zu vernehmen und dann erwachte der Holoprojektor in der Mitte des Raumes zum Leben. Im fahlen Blau der Holoemitter zeichneten sich die scharfen Gesichtszüge eines Mannes mit kurzgeschorenen, schwarzen Haaren ab. Jango Fetts Gesicht.

„Sieh an, sieh an, General Kenobi. Ich hatte es erst für einen schlechten Scherz meiner Vode gehalten, als mir Eure Nachricht übergeben wurde. Das Letzte, was ich über Euch hörte war, dass Ihr auf Utapau, nun sagen wir mal, durch Unterstützung von Klon Kommandant Cody verschieden worden seid", begrüßte er mit einem süffisanten Grinsen Obi-Wan Kenobi. „Nun ja, Sul, es gibt Dinge, die ändern sich nie, wie zum Beispiel die immer wieder kehrenden Gerüchte über meinen frühzeitigen Tod", erwiderte Obi-Wan mit einem schiefen Lächeln. „Ja, in der Tat, Ihr scheint mehr Leben als ein Deluvianischer Fettwurm zu besitzen, Jedi." „Und Ihr scheint den berüchtigten Charme der Arc Trooper in den vergangenen Jahren nicht eingebüßt zu haben, Sul."

„Ah, wie schön, Ihr zwei seid die besten Freunde wie es scheint", bemerkte Leev Karret sarkastisch. Obi-Wan zuckte andeutungsweise mit den Achseln. „Nun, in diesen Zeiten ist die Auswahl leider etwas beschränkt, da muss man seine Ansprüche anpassen." Mit einem grollenden Lachen quittierte das Hologramm diese Aussage.

„Was wollt Ihr, Kenobi?"

„Nun, meine Freunde hier und ich benötigen eure Dienste Sul. Sie und die anderen Alpha ARCs waren in der Klonarmee bekannt und berüchtigt dafür, erfolgreich verdeckte Operationen hinter den feindlichen Linien durchzuführen. Diese Qualitäten suchen wir."

„Pah. Die große Armee der Republik ist Geschichte, genauso wie euer Orden Jedi! Wir haben unser Erbe erkannt und sind nun Madalorianer. Also warum sprecht Ihr von einer Vergangenheit, die nicht mehr existiert, zu mir?"

„Nun gut, Sul, dann sprechen wir von der Gegenwart. Wie ich hörte, hat das Imperium nicht nur die Raumschiffwerft MandalMotors von eurem Volk konfisziert, sondern sich auch direkt mit einer imperialen Verwaltung in der Knochenstadt gemütlich eingerichtet. Ich hatte angenommen, Sie wären für eine Revanche offen, aber Sie scheinen sich ja in der fürsorglichen Obhut des Imperiums bequem eingerichtet zu haben, mein Fehler." Obi-Wan griff zur Kommandozentrale hinüber um die Verbindung zu kappen.

„Nayc! - Was sind das genau für Dienste, die Ihr benötigt, Kenobi?"

Nachdem Obi-Wan dem skeptischen Mandalorianer ausführlich seinen Plan erörtert hatte, brach dieser wieder in schallendes Gelächter aus. „Ihr seid verrückt, Jedi." „Ah, sehr gut, ich hatte schon befürchtet mein Plan würde Euch langweilen oder sogar unterfordern," erwiderte Obi-Wan mit einem schelmischen Grinsen. Sul fixierte Leev Karret mit seinem stechenden Blick „DAS wird Euch mehr als nur eine Stange Credits kosten, das ist Euch doch klar?"

Irritiert schweifte Leevs Blick zwischen dem Mandalorianer und Obi-Wan hin und her. „Ihr verlangt Credits für Eure Hilfe?", fragte er entrüstet. „Nein, Podokacke. -
Natürlich verlangen wir Credits! Oder glaubt Ihr, nur weil ein aruetii mit weichem Flaum im Gesicht und ein Jedi an unsere Tür klopfen, werden wir zu verweichlichten Ordensbrüdern? Wo in allen Welten habt Ihr diesen idealistischen Grünschnabel aufgegabelt, Kenobi?"

Obi-Wan warf Leev einen nachdenklichen Blick zu. „Er ist jung, Sul. Jünger, als wir beide es wohl jemals waren. Aber ich bin davon überzeugt, er wird es lernen. Ich werde mich darum kümmern, die erforderlichen Mittel aufzutreiben."

„Di'kut!"

„Ist das eure Antwort, Sul?"

„War das eine Frage, Kenobi? Ihr steht mit herunter gelassenen Hosen vor mir Jedi,
wir werden sehen, ob es sich für uns lohnt. Und wenn nicht ... Nun ich bin mir sicher, dass Imperium würde uns für Eure Auslieferung ein stolzes Kopfgeld zahlen."